{"id":80645,"date":"2022-02-10T13:00:44","date_gmt":"2022-02-10T12:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80645"},"modified":"2022-02-10T13:45:44","modified_gmt":"2022-02-10T12:45:44","slug":"leserbriefe-zu-spotify-und-co-die-streaming-oekonomie-forciert-das-elend-der-kleinen-kuenstler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80645","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eSpotify und Co. \u2013 die Streaming-\u00d6konomie forciert das Elend der kleinen K\u00fcnstler\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Jens Berger hinterfragt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80395\">in diesem Beitrag<\/a> das Gesch&auml;ftsmodell der Audio-Streaming-Dienste. Anhand des Branchenprimus Spotify wird verdeutlicht, wer die Jahreseinnahmen von 10 Milliarden erhalte. K&uuml;nstler und Rechteinhaber w&uuml;rden wenig, aber der Dienst relativ viel &ndash; etwa ein Drittel &ndash; erhalten. Das Oligopol der Plattformen sorge f&uuml;r eine Umverteilung von unten nach oben. K&uuml;nstlerisch fragw&uuml;rdige Anreize w&uuml;rden gesetzt. In Corona-Zeiten w&uuml;rden vor allem Bands leiden, die von Live-Musik lebten. Abschlie&szlig;end wird die These diskutiert, ob die Kleinen gegen die Major Labels gewinnen k&ouml;nnten. Gefordert wird, dass &bdquo;die jungen, innovativen K&uuml;nstler, von denen Spotify lebt, auf die Barrikaden gehen&ldquo;. Danke f&uuml;r die interessanten E-Mails. Es folgt eine Auswahl der Leserbriefe. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger, <\/p><p>im Folgenden mein Leserbrief zu Ihrem o.g. Artikel vom 3.2.2022. <\/p><p>Aus Sicht eines Betroffenen kann ich Ihre Einsch&auml;tzungen nur best&auml;tigen, m&ouml;chte aber hier die eine oder andere pers&ouml;nliche Erfahrung noch hinzuf&uuml;gen. <\/p><p>Seit ca. 1986 bin ich nun als K&uuml;nstler und Kreativer in der Musikbranche t&auml;tig und betreibe seit Mitte der 90er ein eigenes Label und einen Musikverlag, in denen ich mein eigenes Repertoire verwerte. <\/p><p>Ich habe ganz klassisch, damals mit einem Major-Deal bei BMG Ariola, als deutschsprachiger Singer\/Songwriter begonnen, nach Achtungserfolgen und weiteren drei bei BMG produzierten Alben aber herausgefunden, dass ich unter dem profitorientierten Diktat einer Major Company auf die Dauer nicht gl&uuml;cklich werde. <\/p><p>Der Einfluss auf Inhalt und Art der Musik war mir von Seiten der Plattenfirma viel zu gro&szlig; und ausgesprochen &uuml;bergriffig. Musikst&uuml;cke, egal welchen Genres, hatten grunds&auml;tzlich Hit-Qualit&auml;ten zu haben und vor allem &bdquo;radiotauglich&ldquo; zu sein, damals das Promotion-Mittel der Wahl. Mit der Schere im Kopf kreativ zu sein, das war wohl nicht mein Ding. <\/p><p>Als einer der wenigen K&uuml;nstler habe ich es geschafft, die der Plattenfirma &uuml;berlassenen Rechte f&uuml;r mein Repertoire wieder komplett zu mir zu holen und meine St&uuml;cke mit Hilfe eines eigenen Labels und eigenen Musikverlages selbst und auf eigene Rechnung zu verwerten. <\/p><p>Im Rahmen eines solchen sogenannten &bdquo;Major-Deals&ldquo; hat die Plattenfirma zwar damals alle Kosten f&uuml;r Produktion, Promotion und Vertrieb &uuml;bernommen, dem K&uuml;nstler blieben demzufolge in der Regel lediglich 6 bis 7% vom sogenannten NDP (Nettodetailpreis), der bei Erstver&ouml;ffentlichung eines Albums irgendwo zwischen 10 und 13 DM lag. Wir reden also &uuml;ber einen Erl&ouml;s f&uuml;r den K&uuml;nstler von etwa 0,80 bis maximal 1,00 DM pro Album-Tontr&auml;ger. Dieser Erl&ouml;s wurde durch kompliziert abgefasste Vertr&auml;ge nat&uuml;rlich noch runtergerechnet, mit allerlei zus&auml;tzlichen Einschr&auml;nkungen, z.B. damals &bdquo;erh&ouml;hte Herstellungskosten&ldquo; f&uuml;r CD(!) oder Cover und Verpackung, wenn man sich mit Standard-Plastik und Vier-Seiten-Booklet nicht zufriedengeben wollte. &bdquo;Sonderver&ouml;ffentlichungen&ldquo; im Mid- und Low-Preisbereich und die damit verbundenen reduzierten H&auml;ndler-Abgabepreise wurden nat&uuml;rlich auch erstmal von der Berechnungsbasis der Lizenz abgezogen und so an den K&uuml;nstler durchgereicht. <\/p><p>F&uuml;r mich damals Grund genug, das Ganze auf eigene F&uuml;&szlig;e zu stellen, um hier andere, aus meiner Sicht, gerechtere Margen zu erzielen. <\/p><p>Bei meiner erfolgreichsten Ver&ouml;ffentlichung Anfang der Nullerjahre im Eigenlabel, damals mit gro&szlig;em bundesweitem Vertrieb (Virgin) lag mein Einnahmen-Anteil dann schon bei etwa 6 &euro; pro Tontr&auml;ger. Beim Vertrieb blieben ohne jegliches Risiko immerhin noch 4 &euro; pro Tontr&auml;ger h&auml;ngen. Wie auch immer&hellip; <\/p><p>Zusammen mit den GEMA-Einnahmen war das Produkt f&uuml;r die damalige Marktsituation sehr erfolgreich, allerdings f&uuml;r mich unglaublich arbeitsintensiv und aufgrund der hohen Kosten f&uuml;r notwendige freie Promotion, die ich als Label und Verleger nat&uuml;rlich selbst zu tragen hatte, gerade mal kostendeckend, mehr aber auch nicht. <\/p><p>Gut Geld verdienen konnte ich etwa ab 2006 mit reinen Eigenver&ouml;ffentlichungen in einem engen Marktsegment als Singer\/Songwriter vor allem durch Tontr&auml;gerverkauf bei meinen Live-Konzerten, zun&auml;chst mit Band und seit 2008 vor allem Solo, mit 60 bis 120 Auftritten pro Jahr, bundesweit. Die Marge f&uuml;r meinen Tontr&auml;gerverkauf lag, alle Kosten eingerechnet, in dieser Zeit bei 8 bis 12 &euro; pro Tontr&auml;ger, auch wenn diese Tontr&auml;ger &uuml;ber aufw&auml;ndige Pappverpackungen und sehr sch&ouml;n gestaltete Booklets verf&uuml;gten. <\/p><p>Davon allein kann man zwar auch nicht leben, aber dazu kamen eben auch die Konzerteinnahmen und ich konnte mich tats&auml;chlich nicht beschweren. <\/p><p>Inzwischen ist die Situation, abgesehen vom Einbruch der Tournee-Einnahmen durch CORONA, v&ouml;llig anders. Tontr&auml;ger sind so gut wie nicht mehr verk&auml;uflich. Mit der Digital-Ver&ouml;ffentlichung meines gesamten Back-Kataloges und dem Digital-Release meines neuen Albums im vergangenen Herbst habe ich bis heute durch Streaming und Download, insgesamt, sage und schreibe 165 &euro; Nettoeinnahmen erzielt. Das entspricht in etwa 20.000 Streams und um die 30 Komplett-Downloads. F&uuml;r Release und Bemusterung bzw. Newslettern an Radio und Presse stehen den bisherigen Einnahmen mehr als 5.000 &euro; Kosten gegen&uuml;ber. <\/p><p>Elend ist hier noch ein charmanter Ausdruck. Ohne Reserven k&ouml;nnte ich mir ein solches Debakel nicht leisten. <\/p><p>War das alte Major-Company-System der 80er und 90er Jahre, dem ich durch eigenes Label und eigenem Verlag ein Schnippchen schlagen konnte, schon hochgradig ausbeuterisch aus Sicht des Kreativen, so sind wir K&uuml;nstler heute praktisch vom Regen in der Traufe gelandet. Die Situation ist schlimmer als je zuvor. <\/p><p>Der Anpassungsdruck f&uuml;r K&uuml;nstler, doch gef&auml;lligst Output zu generieren, der Spotify-&amp;-Co-konform zu sein hat, maximale Spieldauer von 3 Minuten und m&ouml;glichst mainstream-stromlinienf&ouml;rmig zu klingen hat, ist so gro&szlig; wie nie zuvor und w&auml;chst t&auml;glich. <\/p><p>Zynischerweise bieten Spotify und Co. nat&uuml;rlich auch noch kostenpflichtige Tutorials an, damit jeder K&uuml;nstler m&ouml;glichst lernt, wie er es k&uuml;nstlerisch als Eigenvermarkter den sogenannten Kuratoren und anderen Trittbrettfahrern, die den Standard f&uuml;r den Einheitsbrei vorgeben und aufgrund ihrer Marktmacht kategorisch aussieben, recht machen kann. Wenn Sie mit Ihrem Material nicht dauerhaft auf irgendeiner Playlist landen, haben Sie so gut wie keine Chance auf gute Streaming-Zahlen. <\/p><p>Gut und einigerma&szlig;en wirtschaftlich tragend f&uuml;r ein Album-Release hie&szlig;e 500.000 bis 1.000.000 Streams pro Monat f&uuml;r die Dauer von mindestens sechs Monaten. Das entspr&auml;che in etwa dem Netto-Verkaufserl&ouml;s von 1.000 CDs in sechs Monaten ohne zus&auml;tzliche Personal- oder Promotion-Kosten, also im Alleingang. <\/p><p>Dauerhaft hei&szlig;t bei Spotify &amp; Co. nat&uuml;rlich auch, dass Sie permanent, so wie viele Rapper das tun, nachlegen m&uuml;ssen, um im Gespr&auml;ch oder neudeutsch &bdquo;en vogue&ldquo; zu bleiben. Einmal im Jahr ein Album nachzulegen, reicht keinesfalls. Sie m&uuml;ssen das Spotify-Publikum schon mit st&auml;ndig neuen Single-Ver&ouml;ffentlichungen und den notwendigen Begleitma&szlig;nahmen auf sozialen Medien begl&uuml;cken. <\/p><p>Die Szene wird auch von vielen ehemaligen Major-Mitarbeitern bev&ouml;lkert, die im Zuge der Umstrukturierung der Major-Companies in den vergangenen 15 Jahren ihren Job verloren haben und nun ihre Dienste im Bereich Online-Promotion, Vermarktung und Beratung als Selbst&auml;ndige eintr&auml;glich feilbieten. <\/p><p>Dazu geh&ouml;rt nat&uuml;rlich auch eine, inzwischen mindestens zwei Generationen von Konsumenten, die Musik und k&uuml;nstlerische Leistung nicht f&uuml;r sonderlich sch&uuml;tzenswert halten und entsprechend konsumieren. N&auml;mlich als Hintergrundrauschen bei Studium, Arbeit und allen anderen t&auml;glichen Verrichtungen. Wirkliche Musikliebhaber, die sich ein Album des K&uuml;nstlers ihrer Wahl, das sie interessiert, tats&auml;chlich aussuchen und von A bis Z durchh&ouml;ren und nebenher nichts anderes tun, sind selten geworden, leider. <\/p><p>Dieser Spotify-Effekt zeigt sich inzwischen auch schon bei Live-Konzerten. Nicht selten verlassen da j&uuml;ngere zahlende Zuschauer nach drei St&uuml;cken den Saal, vielleicht weil es ihnen nicht gef&auml;llt oder auch weil sie eben bei Spotify gewohnt sind, in dem Fall einfach weiterzusteppen. Die 20 &euro; Eintrittsgeld scheinen hier keine Rolle zu spielen, wenn einem die ganze Welt musikalisch f&uuml;r schlappe 6,90 &euro; im Monat, wann immer und wie oft man will, zur Verf&uuml;gung steht. <\/p><p>Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung und den H&ouml;rgewohnheiten vieler Menschen sind Radio-Programme, die diese Art von Musikkonsum nicht nur f&ouml;rdern, sondern auch aggressiv bewerben. &bdquo;Der Sound der 80er und 90er und die Hits von heute&ldquo;, das ist das Erfolgsrezept von maximal einer Handvoll Programm-Lieferanten, die zu nahezu 90% f&uuml;r die Programmgestaltung und die Playlisten kommerzieller und inzwischen auch &ouml;ffentlich-rechtlicher Radiosender in ganz Europa verantwortlich sind. <\/p><p>Beliefert von weltweit operierenden Verlagskonzernen wie Warner, Sony oder BMG wird hier in gro&szlig;em Stil die Dauerverwertung von vor allem in den USA g&uuml;nstig eingekauftem Alt-Repertoire betrieben und sp&uuml;lt, eingestreut in den o.g. t&auml;glichen Allerwelts-Mix, den ohnehin schon Gro&szlig;en t&auml;glich Geld aus Verlagsanteilen, GEMA und GVL-Lizenzen in die Kassen. Mit so viel Geld im R&uuml;cken k&ouml;nnen Lobbyisten dieser Firmen nat&uuml;rlich auch und besonders in Br&uuml;ssel gut Druck machen f&uuml;r die gew&uuml;nschten Anpassungen und &Auml;nderungen des Europ&auml;ischen Urheberrechtsgesetzes. <\/p><p>Das ist das Ziel. Auch europ&auml;ische K&uuml;nstler sollen doch bitte, wenn es zum Leben nicht mehr reicht, ihre Urheberrechte, so wie in USA endg&uuml;ltig und nat&uuml;rlich weit unter Wert, verkaufen k&ouml;nnen, damit sie als Komponisten und Texter in Zukunft keinesfalls am gro&szlig;en Geldsegen der gut organisierten Wertsch&ouml;pfung aus ihren kreativen Outputs partizipieren. <\/p><p>Das l&auml;sst sich nur vermeiden, wenn, wie Sie ausgef&uuml;hrt haben, namhafte K&uuml;nstler sich &ouml;ffentlich wehren und nat&uuml;rlich der Konsument selbst hier Kante zeigt, weil er etwas Anderes m&ouml;chte. Wollen wir hoffen, dass sich die Erkenntnis, dass Musik Ergebnis eines kreativen und manchmal m&uuml;hsamen und arbeitsaufwendigen Schaffens-Prozesses ist und dem Kreativen hierf&uuml;r eine angemessene Gegenleistung zusteht, doch noch oder besser wieder durchsetzt. Besonders optimistisch bin ich da nicht. <\/p><p>Ich gr&uuml;&szlig;e Sie herzlich<br>\nMichael Fitz <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger, <\/p><p>der Mensch will offenbar: Billig, sofort und &uuml;berall! Eine CD im kleinen Laden kaufen, wo der einzige Verk&auml;ufer auch der Inhaber ist? Ich mache das noch und profitiere nebenbei von der Fachkenntnis dieses Mannes. So ein Smalltalk &uuml;ber Musik bringt Qualit&auml;t an Information, im Internet werde ich mit Quantit&auml;t zugesch&uuml;ttet. <\/p><p>Spotify h&ouml;re ich zum ersten Mal, Netflix kenne ich von meiner Tochter, nein, ich will den Schei&szlig; nicht! Ich bin keineswegs ein Internet-Ver&auml;chter, im Gegenteil, von berufs wegen ein Profi in der Angelegenheit. Und ich hoffte einmal, dass das Internet die Dezentralit&auml;t f&ouml;rdern und damit die Unabh&auml;ngigkeit der kleinen Produzenten und H&auml;ndler st&auml;rken w&uuml;rde. So ist es n&auml;mlich technisch angelegt. Das Gegenteil hat sich ergeben, riesige Monopole bildeten sich. Daran ist aber nur zur H&auml;lfte der Monopolist Schuld. Die Hauptverantwortung tr&auml;gt der unkritische Verbraucher, der jeden Mist mit macht (siehe oben, erster Satz). <\/p><p>Nun kann man verlangen, dass die Monopole reguliert werden. In diesen Zeiten ein frommer, blau&auml;ugiger Wunsch. Nein, der Impuls muss &ldquo;von unten&rdquo; kommen. Lebensmittel vom Erzeuger kaufen oder nah dran, Musik ebenso oder von kleinen Genossenschaften der K&uuml;nstler. Und dann, pardon, mal genauer hinh&ouml;ren und genie&szlig;en. Kunst unterscheiden von dem hirnlosen Gedr&ouml;ne, das so zu 90% die Medien f&uuml;llt (ich kenn&rsquo;s nur vom Autoradio). <\/p><p>Kunst und Kommerz geh&ouml;ren nicht zusammen. Kommerz (Kapitalismus) ist gerade dabei unsere Welt zu zerst&ouml;ren. Wenn ich in der Lage bin, mich wirklich auf Kunst einzulassen, werde ich langsam immun gegen Kommerz. <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo liebes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>auch ich bin Spotify-Nutzer und mir der Problematik nur zu bewusst. Man kann aber auch als Rezipient etwas daf&uuml;r tun, um gerade den unbekannteren K&uuml;nstlern in diesen Zeiten unter die Arme zu greifen.<\/p><p>Da ich meist in musikalischen Gefilden unterwegs bin, in denen Songs eher gen zehn als gen zwei Minuten L&auml;nge gehen und viele der K&uuml;nstler die ich gerne h&ouml;re bei Spotify auf ein paar hundert, mit Gl&uuml;ck auf wenige Tausend H&ouml;rer pro Monat kommen (also vermutlich so gut wie nie Geld sehen), kaufe ich deren Alben digital, wenn sie mir denn auf Dauer gefallen.<\/p><p>Das kann man machen, wo man will, aber sehr viele der unabh&auml;ngigen Acts aller Genres haben ein gutes zuhause auf bandcamp.com gefunden (Mit denen ich in keiner Weise gesch&auml;ftlich verbandelt bin). Diese Plattform nimmt erstens soweit mir bekannt den mit Abstand geringsten Prozentsatz vom Umsatz und bietet besonders in der Pandemie eine Besonderheit, mit der sie sich sicher viele Freunde f&uuml;rs Leben gemacht haben. An jedem ersten Freitag des Monats verzichtet bandcamp komplett auf die Provision der digitalen Verk&auml;ufe und reicht das Geld mehr oder weniger eins zu eins an die K&uuml;nstler durch.<\/p><p>Wer ein paar Infos dazu haben m&ouml;chte: <a href=\"https:\/\/daily.bandcamp.com\/features\/bandcamp-fridays-update\">daily.bandcamp.com\/features\/bandcamp-fridays-update<\/a><\/p><p>Also werde ich morgen Abend mit meiner Einkaufsliste, die ich beim Pendeln mittels Spotify erstellt habe, vor dem Rechner sitzen und  Bands abseits des Mainstreams ihre Alben abkaufen.<\/p><p>Dort finden sich auch durchaus Bands, die das Spiel der Streamingdienste nicht mitmachen und &uuml;ber Spotify und Co. nicht zu haben sind. Viel zu wenige aber immerhin.<\/p><p>Ich spiele &uuml;brigens die Songs dann nach dem Kauf oft trotzdem weiter &uuml;ber Spotify, in der stillen Hoffnung, dass &uuml;ber die Bruchteile von Cents dann doch einmal eine kleine &Uuml;berweisung von dort zustande kommt.  <\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nOliver G&ouml;pfert<\/p><p>P.S.: Da schreibe ich eine so sch&ouml;ne Mail &uuml;ber meine Unterst&uuml;tzung von Bands abseits des Mainstream und habe meine bevorzugte Quelle f&uuml;r Nachrichten und Meinungen abseits des Mainstream str&auml;flich vernachl&auml;ssigt. Das werde ich am Wochenende ebenfalls &auml;ndern. Versprochen. Bitte bleiben Sie dran. Besonders die Aggression gegen&uuml;ber Russland beunruhigt mich schon seit langer Zeit und von dem was wir zur Zeit erleben kann einem tats&auml;chlich nur angst und bange werden.<\/p><p>P.P.S: Da Sie ja auch an Songs mit politischen Texten interessiert sind. Seltsamerweise nicht auf bandcamp zu finden, aber f&uuml;r mich <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xZmzcmf1GYA\">einer der besten Texte der letzten Jahre<\/a>. <\/p><p>Er beschreibt leider nur zu genau die herrschende Denkweise.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nWie hei&szlig;t es doch so sch&ouml;n? Wer die Wahrheit h&ouml;ren will, den sollte man vorher fragen ob er sie ertragen kann.<\/p><p>Eins vorweg, hier kommt die Wahrheit, so ganz nebenbei, denn es muss raus weil es sein muss: Was oder Wer ist Spotity und Co.?<\/p><p>Und nicht nur diese, alle anderen Social Media Angebote &ndash; Kan&auml;le mit eingeschlossen &ndash; doch bleiben wir beim Sound (engl. Klang oder Kl&auml;nge).<br>\n&nbsp;<br>\nAls ehemaliger alleinerziehender Vater, eines damals 18 j&auml;hrigen Gitarristen dessen Schulband, im melodischen Black &ndash; Death Bereich, zu Gymnasium Zeiten 2008, musizierte sind wir zum gegenw&auml;rtigen Zeitpunkt noch immer die verr&uuml;cktesten Soundliebhaber und Sammler von tausenden Platten und CDs. Die Betonung, liegt bei uns auf Sound.<\/p><p>Der Zeilenschreiber, heute 64 Jahre alt, der Sohn, heute 32 in Familie lebend, streamen bis Jetzt, Nachher oder Anderweitig keine auf Plattformen eingestellte 0815 Mainstream Mickey-Mouse-Bullshit-Musik weil wir schon immer wu&szlig;ten, dass nur durch Konzertbesuche und dem Kauf der Tontr&auml;ger unsere speziellen K&uuml;nstler bessere Einnahmen erziehlen k&ouml;nnen.<\/p><p>Wir h&ouml;ren mit absoluter Sicherheit keine &ldquo;Massenkulturmusik&rdquo; sowie &ldquo;Popul&auml;rkulturmusik&rdquo;, besuchen nicht solche Konzertveranstaltungen und haben somit einen H&ouml;rgenuss abseits des verordneten Massengeschmacks und sind dadurch frei in unseren Entscheidungen, welchen Sound wir uns je nach pers&ouml;nlicher Stimmung einlegen, auflegen, und zum pers&ouml;nlichen Wohlbefinden genie&szlig;en wollen.<\/p><p>Das Radio ist bei uns schon vor Jahrzehnten von der Soundanlage abgeklemmt und im Karton verschwunden, da war an Spotify und Co. noch nicht einmal zu denken. (Der Werbung wegen)<br>\n&nbsp;<br>\nUm bei der Wahrheit zu bleiben: Ein Blick auf den erkennbaren Krisenherd der Musikbranche und die dahinter stehenden M&auml;chte macht eines deutlich &ndash; Nichts w&uuml;rde sich bei ihrer Handlungsweise f&uuml;r den &ldquo;Musikliebhaber&rdquo; verbessern &ndash; weil Normalit&auml;t hei&szlig;t Dauerkrise und ist in allen anderen desolaten Gesellschaftsbereichen dauerhaft pr&auml;sent.<\/p><p>Denn, wenn das Hirn krank ist, somit kein Intellekt vorhanden, man also zu den Normalb&uuml;rgern z&auml;hlt, dann braucht man sich &uuml;ber desolate Zust&auml;nde, in der Musikbranche, sondern auch abseits derselben, nicht zu wundern.<br>\n&nbsp;<br>\nOder anders ausgedr&uuml;ckt: Normal sein ist wie Selbstmord auf Raten &ndash; da halte ich es lieber wie Dr. Manfred L&uuml;tz es in seinem Buch beschreibt, Irre &ndash; Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen, meide nicht nur Streaming Dienste bzw. Social Media Plattformen, fahre und besitze auch weiterhin kein Auto, mache keine Schiffs &ndash; Flugreisen und erweise mich im pers&ouml;nlichen wahren Leben eines Menschen w&uuml;rdig &ndash; und bleibe, wie im Buch beschrieben, weiterhin ein au&szlig;ergew&ouml;nlicher Irrer.&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nSehr geehrter Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nWenn auch die NachDenkSeiten weiterhin an kritische, wahrhaftige, Leserzuschriften interessiert sind, keinem Ver&ouml;ffentlichungsverbot und keinerlei Zensur unterliegen, w&auml;re es wert meinen Beitrag auch ihrer Leserschaft zur Verf&uuml;gung zu stellen, erst recht bei diesem Thema, (Benutzungsverhalten von Social Media Kan&auml;len) um &uuml;ber das eigene pers&ouml;nliche Verbraucherverhalten einmal noch gr&uuml;ndlicher nachzudenken.<br>\n&nbsp;<br>\nEs verbleibt mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en, auch an Ihr Team<br>\nHerr Werner Matzat<br>\n&nbsp;<br>\nEin weiterhin in recht gro&szlig;er Sorge lebender Vater und B&uuml;rger dieses Landes<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger, <\/p><p>meine Zeilen sind nur insofern mit dem Thema Ihres Beitrages in Verbindung zu bringen, als dass ich auf die subtile Art und Weise aufmerksam machen m&ouml;chte, mit der &uuml;ber Internetplattformen geschickt das Geld abgesaugt wird. Und zwar unter dem Deckmantel vermeintlich wichtiger Themen. <\/p><p>Ich diesem Falle rede ich &uuml;ber die Petitions-Plattform change.org.&nbsp; Ich hatte vor l&auml;ngerer Zeit eine Petition unterschrieben, die mir nun wirklich am Herzen lag, n&auml;mlich diese <\/p><p><a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/bundesregierung-abwahl-misstrauensvotum-vom-ministerpr%C3%A4sidenten-michael-kretschmer-cdu\">change.org\/p\/bundesregierung-abwahl-misstrauensvotum-vom-ministerpr%C3%A4sidenten-michael-kretschmer-cdu <\/a><\/p><p>Ich hatte kaum meine Unterschrift geleistet, als eine Spendenaufforderung in meinem Postfach einging. Das wiederholte sich einige Tage sp&auml;ter. <\/p><p>Ich habe den Petitionsfortschritt aufmerksam verfolgt, n&auml;mlich vor dem Hintergrund, dass laut S&auml;chsischer Landesverfassung Artikel 71 bei Vorlage der Stimmen von 40.000 Landesstimmberechtigten ein sog. Volksantrag in Gang gesetzt werden kann. Es h&auml;tte ja sein k&ouml;nnen, dass die Intension des Petitionsverfassers darauf ausgerichtet gewesen ist. Also fragte ich bei der Kontaktadresse von change.org mach, wie es nun weitergehen soll. <\/p><p>Darauf konnte man mir seitens change.org nun aber &uuml;berhaupt keine Auskunft geben, weil das ausschlie&szlig;lich im Ermessen des Initiators liegen w&uuml;rde. So weit, so gut. Aber wer streicht hier eigentlich die Spenden ein und vor allem, wof&uuml;r? Und es wird gespendet. Das konnte man an den Kommentaren sehen. <\/p><p>Vielleicht w&auml;re diese Frage f&uuml;r Sie einmal ein interessantes Recherche-Thema. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBj&ouml;rn Ehrlich <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger, <\/p><p>ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen, weil mich insbesondere auch das Gehabe von Neil Young gest&ouml;rt hat. Ich habe dazu auf einer amerikanischen Seite noch einen Artikel &uuml;ber weitere Hintergr&uuml;nde f&uuml;r das Verhalten der &ldquo;Altstars&rdquo; gelesen, der in diesem Zusammenhang vielleicht von Interesse ist: <\/p><p><a href=\"https:\/\/childrenshealthdefense.org\/defender\/joe-rogan-musicians-threaten-remove-music-spotify\/\">childrenshealthdefense.org\/defender\/joe-rogan-musicians-threaten-remove-music-spotify\/<\/a><\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nAlexander Beck <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo liebes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>hier ein Hinweis zum heute <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80395\">von Jens Berger ver&ouml;ffentlichten Artikel zu Spotify<\/a>.<\/p><p>Berthold Seliger sieht das Problem eher in den Vertr&auml;gen der K&uuml;nstler mit den Labels. Der lesenswerte Artikel ist <a href=\"http:\/\/versorgerin.stwst.at\/artikel\/jun-3-2021-1222\/it%E2%80%99s-labels-stupid\">hier zu finden<\/a>.<\/p><p>Sch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e<br>\nHeinz Peter Brinkmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Berger hinterfragt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80395\">in diesem Beitrag<\/a> das Gesch&auml;ftsmodell der Audio-Streaming-Dienste. Anhand des Branchenprimus Spotify wird verdeutlicht, wer die Jahreseinnahmen von 10 Milliarden erhalte. K&uuml;nstler und Rechteinhaber w&uuml;rden wenig, aber der Dienst relativ viel &ndash; etwa ein Drittel &ndash; erhalten. Das Oligopol der Plattformen sorge f&uuml;r eine Umverteilung von unten nach oben. K&uuml;nstlerisch fragw&uuml;rdige Anreize<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80645\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-80645","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=80645"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80645\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80647,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80645\/revisions\/80647"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=80645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=80645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=80645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}