{"id":80824,"date":"2022-02-14T19:32:09","date_gmt":"2022-02-14T18:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80824"},"modified":"2022-02-15T10:10:10","modified_gmt":"2022-02-15T09:10:10","slug":"der-firnis-der-zivilisation-ist-duenn-sigmund-freuds-schrift-zeitgemaesses-ueber-krieg-und-tod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80824","title":{"rendered":"Der Firnis der Zivilisation ist d\u00fcnn. Sigmund Freuds Schrift \u201eZeitgem\u00e4\u00dfes \u00fcber Krieg und Tod\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Warum f&uuml;hren zivilisierte Nationen Krieg? Und warum verfallen selbst kluge Intellektuelle in Kriegsbegeisterung? Diese Frage stellte der Begr&uuml;nder der Psychoanalyse, Sigmund Freud, in seinem Aufsatz von 1915. Der Anlass dazu war der 1. Weltkrieg. Freud versucht in seinem Aufsatz zu ergr&uuml;nden, wie es m&ouml;glich ist, dass zivilisierte Nationen ein gegenseitiges T&ouml;ten im industriellen Ma&szlig;stab beginnen und zu unglaublichen Grausamkeiten f&auml;hig sind. Seine Schrift ist nach wie vor ein sehr aufschlussreicher Beitrag zur Psychologie des Krieges &ndash; und angesichts der Ukrainekrise hochaktuell. Aus diesem Grund stellt unser Autor <strong>Udo Brandes<\/strong> Freuds Sichtweise auf das Problem des Krieges vor. Und warum selbst Intellektuelle, die es doch am ehesten besser wissen k&ouml;nnten, sich f&uuml;r offensichtlich amoralische Ziele begeistern.<br>\n<!--more--><br>\nMan h&auml;tte, nachdem dem 1. Weltkrieg noch ein zweiter, nicht weniger grausamer folgte, eigentlich annehmen m&uuml;ssen, dass insbesondere die Deutschen sich die Formel &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; zu eigen gemacht h&auml;tten. Lange Zeit war dies auch so. Und f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung gilt dies, wenn man den Umfragen glauben darf, mehrheitlich noch immer. Nicht aber f&uuml;r die politische Klasse. Seit einigen Jahren f&uuml;hren Politik und Medien in Deutschland einen Propagandakrieg gegen Russland. Und man k&ouml;nnte glauben: Sie wollen geradezu einen Krieg provozieren. Wie ist dies m&ouml;glich? Freud kommt zun&auml;chst einmal zu dem Schluss, dass der Staat (und das hei&szlig;t ja nichts anderes als die Machteliten des Staates bzw. die herrschende Klasse) nach einer doppelten Moral agiert:<\/p><p><strong>Die Doppelmoral des Staates<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der einzelne Volksangeh&ouml;rige kann in diesem Krieg mit Schrecken feststellen, was sich ihm auch in Friedenszeiten aufdr&auml;ngen wollte, dass der Staat den Gebrauch des Unrechts untersagt hat, nicht weil er es abschaffen, sondern weil er es monopolisieren will wie Salz und Tabak. Der kriegf&uuml;hrende Staat gibt sich jedes Unrecht, jede Gewaltt&auml;tigkeit frei, die den Einzelnen entehren w&uuml;rde. Er bedient sich nicht nur der erlaubten List, sondern auch der bewussten L&uuml;ge und des absichtlichen Betrugs gegen den Feind, und dies zwar in einem Ma&szlig;e, welche das in fr&uuml;heren Kriegen Gebr&auml;uchliche zu &uuml;bersteigen scheint&ldquo; (S. 13).\n<\/p><\/blockquote><p>Man kann diese Moral auch so zusammenfassen: Wer im Staatsauftrag im Krieg t&ouml;tet und grausame Gewalttaten begeht, der begeht kein Verbrechen, sondern handelt legal und moralisch legitim. Wer dasselbe in Friedenszeiten macht, der ist ein M&ouml;rder.<\/p><p><strong>Zensur, Vertragsbruch und Habgier<\/strong><\/p><p>Im n&auml;chsten Zitat von Freud wird deutlich, dass Politik in bestimmter Hinsicht zeitlos ist und man immer dieselben Ph&auml;nomene wiederfindet:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Staat fordert das &Auml;u&szlig;erste an Gehorsam und Aufopferung von seinen B&uuml;rgern, entm&uuml;ndigt sie dabei aber durch ein &Uuml;berma&szlig; von Verheimlichung und eine Zensur der Mitteilung und Meinungs&auml;u&szlig;erung, welche die Stimmung der so intellektuell Unterdr&uuml;ckten wehrlos macht gegen jede ung&uuml;nstige Situation und jedes w&uuml;ste Ger&uuml;cht. Er l&ouml;st sich so los von Zusicherungen und Vertr&auml;gen, durch die er sich gegen andere Staaten gebunden hatte, bekennt sich ungescheut zu seiner Habgier und seinem Machtstreben, die dann der Einzelne aus Patriotismus guthei&szlig;en soll&ldquo; (S. 13-14).\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;Er l&ouml;st sich los von Zusicherungen und Vertr&auml;gen.&ldquo; Genau das haben die NATO-Staaten getan: Das Versprechen gegen&uuml;ber Gorbatschow, die NATO nicht nach Osten zu erweitern, wurde gebrochen. Und was die Zensur angeht: Die Kommission f&uuml;r Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) hat dem russischen Sender RT DE die Ausstrahlung eines Fernsehprogrammes &uuml;ber Satellit in Deutschland untersagt (<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/rt-de-rundfunklizenz-101.html\">siehe den Bericht der ARD-Tagesschau<\/a>). Offenbar haben die Eliten in Deutschland eine panische Angst davor, dass der Bev&ouml;lkerung durch RT DE Informationen zug&auml;nglich gemacht werden k&ouml;nnten, die sie lieber unter den Teppich kehren w&uuml;rden.<\/p><p><strong>Die Ausrottung des B&ouml;sen ist eine Illusion<\/strong><\/p><p>Ich habe mal mit einem Freund gestritten, der behauptete, der Mensch sei von Natur aus b&ouml;se. Ich fand damals, diese These sei Unsinn und typisch konservativ. Aber seit der Lekt&uuml;re von Freuds Schrift denke ich anders. Freud hat in gewisser Weise ein negatives Menschenbild: Der Mensch ist demnach triebgeleitet und begeht nur deshalb keine Verbrechen, weil er Angst vor den Ma&szlig;regelungen der Gesellschaft hat. Weshalb es auch illusorisch sei, dass man das B&ouml;se im Menschen jemals &bdquo;ausrotten&ldquo; k&ouml;nne:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo; (&hellip;) denn unser Gewissen ist nicht der unbeugsame Richter, f&uuml;r den die Ethiker es ausgeben, es ist in seinem Ursprunge &sbquo;soziale Angst&lsquo; (Hervorhebung im Original; UB) und nichts anderes. Wo die Gemeinschaft den Vorwurf aufhebt, h&ouml;rt auch die Unterdr&uuml;ckung der b&ouml;sen Gel&uuml;ste auf, und die Menschen begehen Taten von Grausamkeit, T&uuml;cke, Verrat und Rohheit, deren M&ouml;glichkeiten man mit ihrem kulturellen Niveau f&uuml;r unvereinbar gehalten h&auml;tte. (&hellip;) In Wirklichkeit gibt es keine &sbquo;Ausrottung&lsquo; des B&ouml;sen. Die psychologische &ndash; im engeren Sinne die psychoanalytische &ndash; Untersuchung zeigt vielmehr, dass das tiefste Wesen des Menschen in Triebregungen besteht, die elementarer Natur, bei allen Menschen gleichartig sind und auf die Befriedigung gewisser urspr&uuml;nglicher Bed&uuml;rfnisse zielen&ldquo; (S. 14, 16).\n<\/p><\/blockquote><p>Genau dies konnte man bei deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg beobachten: Aus braven, gutb&uuml;rgerlichen Familienv&auml;tern wurden zum Teil grausame Bestien, die nach dem Krieg wieder zu anst&auml;ndigen, gesitteten B&uuml;rgern mutierten. Dementsprechend hatte Hannah Arendt auch v&ouml;llig zu Recht in ihrer Schrift &bdquo;Die Banalit&auml;t des B&ouml;sen&ldquo; dem Sinn nach gesagt, nicht die Gr&auml;ueltaten von fanatischen Nazis seien erkl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Sondern wie es m&ouml;glich sei, dass aus gesitteten B&uuml;rgern grausame Bestien wurden, die nach dem Krieg dann wieder zu kultivierten B&uuml;rgern wurden. Mit Freuds Theorie kann man dies leicht erkl&auml;ren: Die Triebkontrolle wird im Krieg gesellschaftlich au&szlig;er Kraft gesetzt und erlaubt, den Menschen zu t&ouml;ten. Das setzt die Bestie frei. <\/p><p>Diese Sichtweise von Freud, n&auml;mlich dass jeder Mensch aggressive Triebe in sich beherbergt und f&auml;hig zum B&ouml;sen ist, das ist die eigentliche Kr&auml;nkung f&uuml;r den kultivierten Menschen. Das kann man heute sehr sch&ouml;n beobachten: Die westlichen Staaten und ihre Eliten halten sich f&uuml;r die Guten und kommen gar nicht auf die Idee, dass auch sie selbst die B&ouml;sen sein k&ouml;nnten. Aus diesem Grund bin ich auch allergisch gegen&uuml;ber Menschen, die sich demonstrativ als gute Menschen darstellen und so tun, als k&ouml;nnten sie kein W&auml;sserchen tr&uuml;ben. Denn bei diesen Menschen ist die Aggression verschattet, was nichts anderes bedeutet als: verdr&auml;ngt. Und nicht integriert. Wer aber seine aggressiven und egoistischen Antriebe verdr&auml;ngt, der ist sie deshalb nicht los. Sie dr&auml;ngen dann auf anderem Wege ins Leben. <\/p><p>Genau das ist nat&uuml;rlich auch in der internationale Politik m&ouml;glich und wird auch praktiziert: St&auml;ndig werden von den westlichen Staaten andere Staaten der Menschenrechtsverletzungen bezichtigt. Doch es wird sich nicht an die eigene Nase gefasst. Da setzt eine Doppelmoral ein: &bdquo;Wir sind die Guten. Und ihr seid die B&ouml;sen.&ldquo; Die Menschenrechtsverletzungen der USA etwa, zum Beispiel dass sie seit zwei Jahrzehnten in Guantanamo Menschen ohne Rechtsgrundlage und ohne Gerichtsverfahren gefangen halten und sogar foltern, wurden noch nie von deutschen und insbesondere gr&uuml;nen Politikern zum Thema gemacht oder gar deshalb Sanktionen gefordert.<\/p><p>Aber ist das Menschenbild Freuds nicht allzu negativ? Freud beantwortet diese Frage wie folgt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Fromme Seelen, welche unsere Wesen gerne von der Ber&uuml;hrung mit B&ouml;sem und Gemeinem ferne wissen m&ouml;chten, werden gewiss nicht vers&auml;umen, aus der Fr&uuml;hzeitigkeit und Eindringlichkeit des Mordverbotes befriedigende Schl&uuml;sse zu ziehen auf die St&auml;rke ethischer Regungen, welche uns eingepflanzt sein m&uuml;ssen. Leider beweist dieses Argument noch mehr f&uuml;r das Gegenteil. Ein so starkes Verbot kann sich nur gegen einen ebenso starken Impuls richten. Was keines Menschen Seele begehrt, braucht man nicht zu verbieten, es schlie&szlig;t sich von selbst aus. Gerade die Betonung des Gebotes: Du sollst nicht t&ouml;ten, macht uns sicher, dass wir von einer unendlich langen Generationsreihe von M&ouml;rdern abstammen, denen die Mordlust, wie vielleicht noch uns selbst, im Blute lag (S. 37-38).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Warum die Intellektuellen genauso irrational und unvern&uuml;nftig wie alle anderen sind<\/strong><\/p><p>Freud thematisiert in seinem Aufsatz noch ein weiteres interessantes Ph&auml;nomen: N&auml;mlich, dass ausgerechnet Intellektuelle, von denen man doch am ehesten die F&auml;higkeiten zum rationalen und vern&uuml;nftigen Denken und Handeln erwarten d&uuml;rfte, im 1. Weltkrieg zu kriegsbegeisterten Hurra-Patrioten wurden. Dies kann man ja auch in heutigen Zeiten beobachten, und nicht nur in Bezug auf das Thema Krieg, sondern insbesondere auch bei der Coronapolitik, bei der selbst Wissenschaftler in ein irrationales, faktenresistentes Denken verfallen. Freud stellt zu diesem Thema Folgendes fest:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Vielleicht hat uns aber ein anderes Symptom bei unseren Weltb&uuml;rgern nicht weniger &uuml;berrascht und geschreckt (&hellip;). Ich meine die Einsichtslosigkeit, die sich bei den besten K&ouml;pfen zeigt, ihre Verstocktheit, Unzug&auml;nglichkeit gegen die eindringlichsten Argumente, ihre kritiklose Leichtgl&auml;ubigkeit f&uuml;r die anfechtbarsten Behauptungen. (&hellip;) Menschenkenner und Philosophen haben uns l&auml;ngst belehrt, dass wir Unrecht daran tun, unsere Intelligenz als selbst&auml;ndige Macht zu sch&auml;tzen und ihre Abh&auml;ngigkeit vom Gef&uuml;hlsleben zu &uuml;bersehen. (&hellip;) Die psychoanalytische Erfahrung (&hellip;) kann alle Tage zeigen, dass sich die scharfsinnigsten Menschen pl&ouml;tzlich einsichtslos wie Schwachsinnige benehmen, sobald die verlangte Einsicht einem Gef&uuml;hlswiderstand bei ihnen begegnet, aber auch alles Verst&auml;ndnis wieder erlangen, wenn dieser Widerstand &uuml;berwunden ist. Die logische Verblendung, die dieser Krieg bei den besten unserer Mitb&uuml;rger hervorgezaubert hat, ist also ein sekund&auml;res Ph&auml;nomen, eine Folge der Gef&uuml;hlserregung, und hoffentlich dazu bestimmt, mit ihr zu verschwinden&ldquo; (S. 24-25).\n<\/p><\/blockquote><p>Aber was f&uuml;r Gef&uuml;hle k&ouml;nnten Intellektuelle irrational werden lassen? Zum einen ist es die Isolationsangst, die nach dem Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter (siehe sein Buch &bdquo;Fl&uuml;chten oder Standhalten&ldquo;; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57520\">meine Rezension dazu hier<\/a>) die zentrale Angst des Menschen ist. Zum anderen bewusst gesch&uuml;rte &Auml;ngste, wie etwa die Angst vor Krankheit (Beispiel Coronapolitik). Und ansonsten die von Freud beschriebene, dem Menschen eigene Aggression, die umso ungehemmter als pure Aggression ausgelebt wird, je weniger sie dem einzelnen Menschen oder politischen Akteur bewusst ist und gesellschaftlich ge&auml;chtet wird.<\/p><p><strong>Was kann man aus all dem schlie&szlig;en?<\/strong><\/p><p><strong>Erstens:<\/strong> Wer als einzelner Mensch in seinem Selbstbild nur gut ist, der verdr&auml;ngt und verleugnet seine eigenen, ohne Zweifel vorhandenen aggressiven und egoistischen Anteile. Diese sind damit aber nicht verschwunden, sondern bahnen sich aus dem Unbewussten einen Weg in das Verhalten des Menschen. Dies kann man beispielhaft beim Kampf linksliberaler Milieus gegen &bdquo;Rechts&ldquo; beobachten: Die &bdquo;Gutmenschen&ldquo;, die angeblich f&uuml;r moralisch und politisch hehre Ziele k&auml;mpfen, sind blind f&uuml;r ihre eigene Aggression und Menschenfeindlichkeit und leben geradezu lustvoll in Form von Shitstorms und Hetzkampagnen Vernichtungsphantasien an Menschen aus, die ihnen nicht passen. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Die &bdquo;Kabarettistin&ldquo; Sarah Bosetti hetzte gegen Ungeimpfte und bediente sich dabei medizinischer K&ouml;rpermetaphern, wie sie bei Nazis &uuml;blich waren. (Sie verglich Ungeimpfte mit einem Blinddarm, den man problemlos herausschneiden k&ouml;nne.) Genau dies tat auch der SS-Arzt Dr. Fritz Klein. Er verglich Juden mit einem entz&uuml;ndeten Blinddarm, den man problemlos entfernen k&ouml;nne.<\/p><p>Die einzige M&ouml;glichkeit, gef&auml;hrlichen Eskalationen der Gewalt durch solche Verleugnungen der eigenen Aggression zu entgehen, besteht darin, diese Aggression anzuerkennen und in das bewusste Denken zu integrieren. Das w&auml;re dann ein Selbstbild, das in etwa lautet: &bdquo;Ich bin auch kein Engel&ldquo;.<\/p><p><strong>Zweitens:<\/strong> Das was psychologisch auf der individuellen Ebene abl&auml;uft, n&auml;mlich die Verdr&auml;ngung und Leugnung der eigenen Aggressionen und Feindseligkeit, die moralische Idealisierung des eigenen Selbst, findet auch auf gesellschaftlicher und staatlicher Ebene statt. Die westlichen Staaten kaschieren ihre eigenen aggressiven imperialistischen Bestrebungen stets als Kampf f&uuml;r Menschenrechte und Demokratie und tun so, als sei die akute Krise um die Ukraine durch russische Aggression entstanden. Bei den deutschen Politikern spielen da auch noch Gro&szlig;machts- und Allmachtsphantasien eine Rolle, etwa wenn sie sich aufbl&auml;hen mit Formulierungen wie &bdquo;Ich erwarte von Russland, dass&hellip;&ldquo; Eine Sprache, die im krassen Gegensatz zur realen Unterw&uuml;rfigkeit deutscher Politiker gegen&uuml;ber den USA steht.<\/p><p><strong>Drittens:<\/strong> Was kann man tun? Freud schreibt in seiner Schrift, dass Menschen individuell stark beeinflusst werden durch die &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es kann also auch die Triebumbildung, auf welche unsere Kultureignung ruht (gemeint ist: die Zivilisierung der aggressiven Triebe), durch Einwirkung des Lebens &ndash; dauernd oder zeitweilig &ndash; r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden. Ohne Zweifel geh&ouml;ren die Einfl&uuml;sse des Krieges zu den M&auml;chten, welche solche R&uuml;ckbildung erzeugen k&ouml;nnen, und darum brauchen wir nicht all jenen, die sich gegenw&auml;rtig unkulturell benehmen, die Kultureignung abzusprechen, und d&uuml;rfen erwarten, dass sich ihre Triebveredlung in ruhigeren Zeiten wieder herstellt&ldquo; (S. 24).\n<\/p><\/blockquote><p>Das ist, so glaube ich, ein wichtiger Punkt. &Uuml;bertragen auf die heutige Situation bedeutet es: Auch die politische Klasse ist psychologisch beeindruckbar durch politischen Gegenwind von der Bev&ouml;lkerung und kann durch Druck von unten wieder auf den Pfad einer vern&uuml;nftigen Friedenspolitik gebracht werden. Daf&uuml;r allerdings ist eine starke und hartn&auml;ckige Friedensbewegung n&ouml;tig, wie es sie schon mal gegeben hat in den achtziger Jahren.<\/p><p><strong>Sigmund Freud: Warum Krieg? Zwei Schriften, Reclam Verlag, Ditzingen 2012, 103 Seiten, 4,40 Euro, ISBN: 978-3-15-018924-5.<\/strong><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/bd122e440dad459f907b454b3d2104aa\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum f&uuml;hren zivilisierte Nationen Krieg? Und warum verfallen selbst kluge Intellektuelle in Kriegsbegeisterung? Diese Frage stellte der Begr&uuml;nder der Psychoanalyse, Sigmund Freud, in seinem Aufsatz von 1915. Der Anlass dazu war der 1. Weltkrieg. Freud versucht in seinem Aufsatz zu ergr&uuml;nden, wie es m&ouml;glich ist, dass zivilisierte Nationen ein gegenseitiges T&ouml;ten im industriellen Ma&szlig;stab beginnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80824\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[171,208,161],"tags":[304,305,2798],"class_list":["post-80824","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-militaereinsaetzekriege","category-rezensionen","category-wertedebatte","tag-kriegsverbrechen","tag-menschenrechte","tag-psychoanalyse"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80824","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=80824"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80824\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80850,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80824\/revisions\/80850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=80824"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=80824"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=80824"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}