{"id":8087,"date":"2011-01-21T16:51:46","date_gmt":"2011-01-21T15:51:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8087"},"modified":"2011-01-21T16:51:46","modified_gmt":"2011-01-21T15:51:46","slug":"hinweise-des-tages-2-155","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8087","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Der schwache Euro: Risikotransfer mit Sprengkraft, Meuterei gegen Niebel, Nur jeder f&uuml;nfte Fernzug der Deutschen Bahn f&auml;hrt nach Plan, Hamburger GAL: Wir w&auml;hlen ein Lebensgef&uuml;hl, Unregelm&auml;&szlig;igkeit im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld: Berlin setzt auf Risiko, Barack Obama zur Halbzeit im Umfragehoch, Grossbritannien schafft Rentenalter ab, Regierungspartei in Tunesien zerf&auml;llt, Ein arabischer Fr&uuml;hling steht kaum bevor, Orb&aacute;n im Europaparlament: Ruhig Blut!, Hu Jintao in Washington: Herr der H&auml;fen. Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: (KR)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Streit der Euro-Retter verschreckt Bond-Anleger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Der schwache Euro: Risikotransfer mit Sprengkraft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Afghanistan: Die Waffen der Helfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Meuterei gegen Niebel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Nur jeder f&uuml;nfte Fernzug der Deutschen Bahn f&auml;hrt nach Plan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Hamburger GAL: Wir w&auml;hlen ein Lebensgef&uuml;hl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Schwacher Jobmarkt: Arbeitsagentur-Chef prophezeit Schrumpfl&ouml;hne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Unregelm&auml;&szlig;igkeit im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld: Berlin setzt auf Risiko<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Der Diktator als T&uuml;rsteher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Barack Obama zur Halbzeit im Umfragehoch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Grossbritannien schafft Rentenalter ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Regierungspartei in Tunesien zerf&auml;llt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Tunesien: Revolution&auml;re Morgenluft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Ein arabischer Fr&uuml;hling steht kaum bevor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Wir brauchen keine Lektionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Orb&aacute;n im Europaparlament: Ruhig Blut!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Hu Jintao in Washington: Herr der H&auml;fen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=8087&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Streit der Euro-Retter verschreckt Bond-Anleger<\/strong><br>\nDie Niederlande lehnen h&ouml;here B&uuml;rgschaften f&uuml;r hoch verschuldete L&auml;nder ab. Auch Deutschland tritt auf die Bremse. Die Anleihem&auml;rkte reagierten beunruhigt. Die Renditen auf griechische Staatsanleihen stiegen kurz nach Bekanntwerden der &Auml;u&szlig;erungen von 11,26 auf bis zu 11,56 Prozent.<br>\nSteigende Renditen gehen bei Anleihen mit fallenden Kursen einher, deuten also auf Verk&auml;ufe hin. Die Renditen auf portugiesische Staatsanleihen kletterten von 7,05 auf bis zu 7,24 Prozent. Spanische Staatsanleihen rentierten am Nachmittag in der Spitze bei 5,54 Prozent, vor dem Abschluss des Finanzministertreffens hatten die Renditen noch bei 5,47 Prozent gelegen. Die Zinsen auf irische Staatsanleihen stiegen im Tagesverlauf sogar um 0,52 Prozentpunkte auf bis zu 8,89 Prozent.<br>\nDer Euro fiel nach den Aussagen der Finanzminister kurzzeitig unter die Marke von 1,34 Dollar, erholte sich aber rasch wieder. Die Gemeinschaftsw&auml;hrung wurde unter anderem durch einen kr&auml;ftigen Anstieg des ZEW-Konjunkturbarometers gest&uuml;tzt, das die Stimmung der Finanzprofis in der gr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaft der Euro-Zone misst. Zudem hatte der Eurogruppen-Vorsitzende Jean-Claude Juncker am Montagabend erkl&auml;rt, die Finanzminister der W&auml;hrungsunion wollten den Euro-Rettungsschirm effektiver machen. Daf&uuml;r gibt es noch andere M&ouml;glichkeiten als die umstrittene Aufstockung der Garantiesumme. Beispielsweise k&ouml;nnte die EFSF den Zinssatz senken, den sie hilfsbed&uuml;rftigen Staaten f&uuml;r ihre Kredite abverlangt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:schuldenkrise-streit-der-euro-retter-verschreckt-bond-anleger\/50216423.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> &ldquo;Mein Gott, jetzt hat er&rsquo;s!&rdquo;  Mein Gott, wie lange hat es gedauert, bis Jean-Claude Juncker es wagen durfte, die schlichteste L&ouml;sung anzusprechen: Wir senken den Zinssatz f&uuml;r die Kredite f&uuml;r unsere hilfsbed&uuml;rftigen Euro-Staaten auf ein ertr&auml;gliches Ma&szlig;. So dass &ndash; nach unbest&auml;tigten Meldungen &ndash;  z.B. L&auml;ndern wie Griechenland und Irland die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt wird, ihre Staatsanleihen zur&uuml;ckzukaufen, was auf eine Umschuldung hinausl&auml;uft. Diese werden zurzeit weit unter ihrem ennwert gehandelt, d.h. Griechenland w&uuml;rde zu diesen Preisen seine Verschuldung senken und Anleger Banken, Versicherungen und Pensionskassen m&uuml;ssten die Differenz zum Nennwert <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:gedankenspiele-um-pleite-eu-will-griechenland-entschulden\/50216835.html\">abschreiben<\/a>.<br>\nAllerdings d&uuml;rfte selbst ein solcher Schritt zur Beteiligung des Finanzsektors an der von ihm mitverursachten Krise viel zu klein sein, wenn man z.B. annimmt, dass ein R&uuml;ckkauf zu 80 Prozent des Nennwerts m&ouml;glich w&auml;re. Der Economist kommt in seinen Projetionen f&uuml;r Griechenland zu einem Schuldenstand von 165 Prozent des BIP im Jahre 2015. Geradezu lachhaft ist die Erkl&auml;rung des EU-Kommissionssprecher Amadeu Altafaj Tardio, dass sich Griechenland ab 2013 aus eigener Kraft am Markt finanzieren k&ouml;nne. Laut Economist m&uuml;sste, um auf einen Schuldenstand von tolerierbare 80 Prozent des BIP zu kommen, m&uuml;sste der im Jahre 2013 angeh&auml;ufte Schuldenberg  von 370 Mrd. auf 185 Mrd. Euro abgesenkt werden, d.h. die Finanzinstitute m&uuml;ssten auf die H&auml;lfte ihrer Forderungen <a href=\"http:\/\/www.economist.com\/node\/17982094?story_id=17982094\">verzichten<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der schwache Euro: Risikotransfer mit Sprengkraft<\/strong><br>\nIn der Schulden- und W&auml;hrungskrise kommt ein Risikotransfer vom privaten zum &ouml;ffentlichen Sektor zum Ausdruck. Die Banken und ihre Gl&auml;ubiger m&uuml;ssen in Mithaftung genommen werden. Die Bankenrettung wurde immer damit gerechtfertigt, dass die Finanzinstitute &laquo;systemrelevant&raquo; seien.<br>\nMag sein. Sicher aber ist, dass handlungsf&auml;hige, finanziell nicht &uuml;berlastete, von privaten Gl&auml;ubigern nicht abh&auml;ngige, also souver&auml;ne Staaten f&uuml;r das System, und das ist heute nicht nur ein Land, sondern der Euroraum insgesamt, unverzichtbar sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2011\/nr03\/wirtschaft\/20275.html\">WOZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Afghanistan: Die Waffen der Helfer<\/strong><br>\nDirk Niebel ist bekannt f&uuml;r vollmundige Ank&uuml;ndigungen. Doch nicht alle &uuml;berleben den Praxistest. Das gilt auch in Afghanistan. Vor einem Jahr hatte der Entwicklungsminister der FDP die Welt der Experten kurzerhand auf den Kopf gestellt: Die zivile Hilfe der Bundesrepublik, so gab er bekannt, solle k&uuml;nftig im Einsatzgebiet der Bundeswehr, also im Norden Afghanistans, konzentriert werden, Soldaten und Helfer eng kooperieren. &hellip;<br>\nEin Jahr sp&auml;ter hat sich die Aufregung wieder gelegt. &hellip; &ldquo;Das Ministerium hat eingesehen, dass es keinen Sinn hat, die NGO in der Abendd&auml;mmerung des Milit&auml;reinsatzes auf eine Zusammenarbeit zu verpflichten&rdquo;, vermutet der Venro-Vorsitzende Ulrich Post. Schlie&szlig;lich sollen schon in diesem Jahr die ersten Bundeswehrsoldaten vom Hindukusch abgezogen werden. Daf&uuml;r hat sich nicht zuletzt Niebels Parteichef, Au&szlig;enminister Guido Westerwelle, ausgesprochen. Und so soll es der Bundestag bei der Abstimmung des neuen Bundeswehrmandats Ende kommender Woche beschlie&szlig;en. So gesehen hat sich der Ansatz des Entwicklungsministers quasi von selbst erledigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/die-waffen-der-helfer\/3714068.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Meuterei gegen Niebel<\/strong><br>\nKl&uuml;ngel ohne Ende: Weil er einen alten Parteifreund mit einem Rentenvertrag ausstatten will, erheben seine eigenen Mitarbeiter schwere Vorw&uuml;rfe gegen FDP-Minister Dirk Niebel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F01%2F21%2Fa0087&amp;cHash=8a4242b18d\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Einige Hintergrundinformationen zur heutigen Regierungserkl&auml;rung Dirk Niebels zu Afghanistan.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Nur jeder f&uuml;nfte Fernzug der Deutschen Bahn f&auml;hrt nach Plan<\/strong><br>\nDer Schnee in diesem Winter hat der Deutschen Bahn mehr zugesetzt als bisher bekannt. Der Originalstatistik der DB-Netzleitzentrale, die der HAZ vorliegt, geht hervor, dass an manchen Tagen nur noch jeder f&uuml;nfte Fernzug nach Plan gefahren ist. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nannte im Dezember demnach gesch&ouml;nte Zahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.haz.de\/Nachrichten\/Wirtschaft\/Deutschland-Welt\/Nur-jeder-fuenfte-Fernzug-der-Deutschen-Bahn-faehrt-nach-Plan\">Hannoversche Allgemeine Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Hamburger GAL: Wir w&auml;hlen ein Lebensgef&uuml;hl<\/strong><br>\nF&uuml;r Hamburg &ndash; Deine Stadt&rdquo; lautet der zentrale Slogan der Gr&uuml;n-Alternativen Liste (GAL) im aktuellen Wahlkampf. Nachdem die Gr&uuml;nen Ende November die Koalition mit der CDU haben platzen lassen, soll nun<br>\nam 20. Februar die B&uuml;rgerschaft neu gew&auml;hlt werden. Mit dem Bekenntnis &ldquo;F&uuml;r Hamburg &ndash; Deine Stadt&rdquo; will sich die GAL offenbar von CDU, SPD und der Linken unterscheiden, ganz so, als w&auml;ren diese etwa gegen Hamburg? Wohl kaum, sonst w&uuml;rden sie nicht kandidieren. Die neue GAL-Parole erinnert daher an die Kampagnen der Titanic-Partei &ldquo;Die Partei&rdquo;, bei denen sie mit Scherzbekenntnissen wie &ldquo;F&uuml;r eine Zukunft mit Zukunft!&rdquo; oder &ldquo;Hamburg &ndash; Stadt im Norden&rdquo; die hohlen Phrasen der etablierten Parteien auf die Schippe nehmen wollte.<br>\nJetzt droht die Satire zu einer Erfolgsstory zu werden. Erstmals in ihrer Geschichte f&uuml;hrt die einstige Protestpartei einen weitgehend inhaltsbefreiten Wahlkampf. Das Publikum goutiert ihn mit frenetischem Applaus. Glaubt man an die Umfragen, k&auml;me die GAL nun auf 17 Prozent. Bei der letzten B&uuml;rgerschaftswahl vor drei Jahren waren es nur 9,6 Prozent. Das ist ein gewaltiger Zustimmungserfolg, obwohl die Parteif&uuml;hrung kaum etwas Konkretes versprechen mag, damit sie nachher in der Regierung nicht wieder gescholten werden kann, wie sie freim&uuml;tig einr&auml;umt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2011%2F01%2F21%2Fa0098&amp;cHash=8a4283c5b6\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Schwacher Jobmarkt: Arbeitsagentur-Chef prophezeit Schrumpfl&ouml;hne<\/strong><br>\nDie Regierung sagt einen Job-Boom voraus &ndash; doch Frank-J&uuml;rgen Weise d&auml;mpft die Erwartungen: Der Chef der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit erkl&auml;rt im Interview, dass es keinen gro&szlig;en Stellenzuwachs geben wird. Tendenziell m&uuml;ssten sich die Deutschen sogar auf niedrigere L&ouml;hne einstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,740172,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es lie&szlig;e sich so manches mehr zu diesem Interview sagen, aber es reicht, sich nur diesen Absatz auf der Zunge vergehen zu lassen: &ldquo;Langfristig wird es sogar mehr Menschen geben, die einen Zusatzjob oder staatliche Zusch&uuml;sse brauchen. Aber das ist in der Regel eine Sache von wenigen Monaten. Und es w&auml;re falsch, den Unternehmen daran die Schuld zu geben: Letztlich entscheidet doch jeder einzelne Kunde dar&uuml;ber, was gezahlt werden kann. Wenn wir nur die billigsten Produkte kaufen, wirkt sich das mittelbar auch auf die L&ouml;hne aus.&rdquo; &ndash; Also liebe Hartz-IV-Bezieher, wenn Sie Jobs haben wollen, kaufen Sie nicht mehr bei Lidl oder Aldi ein, sondern im Feinkostgesch&auml;ft vor Ort, nicht bei KiK oder C&amp;A, sondern z. B. in Hamburg bei Unger, Neuer Wall 35, Klamotten von Armani, Jil Sander, Brunello Cucinelli, Burberry, Yves Saint Laurent, Dolce &amp; Gabbana, St.Emile, Missoni usw..<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Unregelm&auml;&szlig;igkeit im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld: Berlin setzt auf Risiko<\/strong><br>\nDas Umweltministerium l&auml;sst den Reaktor in Grafenrheinfeld trotz Auff&auml;lligkeit nicht abschalten. Der Betreiber Eon hatte zuvor insistiert: Mit einem Riss nahe dem Reaktorkern habe das unklare Ultraschall-Messergebnis nichts zu tun.<br>\nUmweltsch&uuml;tzer und Opposition sprechen von einem Tabubruch, einmalig ist der Vorgang allemal: Es geht um eine im Juni 2010 entdeckte Unregelm&auml;&szlig;igkeit im unterfr&auml;nkischen Atomkraftwerk Grafenrheinfeld, die der Betreiber Eon erst im Dezember dem Bund meldete. Und obwohl bis heute unklar ist, ob dahinter ein Riss nahe dem Reaktorkern steckt und wie gro&szlig; dann das Sicherheitsrisiko w&auml;re, l&auml;sst das Bundesumweltministerium den Reaktor nicht vorsichtshalber abschalten. So war es in solchen F&auml;llen bisher &uuml;blich, bis die Lage gekl&auml;rt war.<br>\nIn diesem Fall jedoch konnte sich Betreiber Eon mit der Sicht durchsetzen, dass das unklare Ultraschall-Messergebnis nicht an einem Riss gelegen habe. Es bestehe also keinerlei akute Gefahr und es sei ausreichend, das Bauteil bei der n&auml;chsten planm&auml;&szlig;igen Revision im M&auml;rz auszutauschen. Bis dahin erlauben Umweltminister Norbert R&ouml;ttgen (CDU) und sein Abteilungsleiter f&uuml;r Reaktorsicherheit, Gerald Hennenh&ouml;fer, den Weiterbetrieb des AKW.\n<p><strong>Pikante Parallelen<\/strong><\/p>\n<p>Besonders pikant ist nun jedoch: In einem vertraulichen Protokoll der Reaktorsicherheitskommission (RSK), das der Frankfurter Rundschau vorliegt, wurde das Umweltministerium bereits im September darauf hingewiesen, dass ein &auml;hnlicher Ultraschallbefund im schweizerischen AKW G&ouml;sgen sich 2005 nach Austausch des Bauteils tats&auml;chlich als Riss herausgestellt hatte. Dieser war &bdquo;betrieblich entstanden und gewachsen&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Papier. Die Schadensursache sei nicht eindeutig gekl&auml;rt, gehe aber &uuml;ber die &uuml;bliche Langzeiterm&uuml;dung hinaus. Deshalb m&uuml;ssten &bdquo;die Pr&uuml;fergebnisse (in Grafenrheinfeld) sicherheitsgerichtet so interpretiert werden, dass es sich um einen betrieblich entstandenen und gewachsenen Fehler&ldquo; handelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/berlin-setzt-auf-risiko\/-\/1472596\/6555506\/-\/index.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der Diktator als T&uuml;rsteher<\/strong><br>\nItalien hatte den Anfang gemacht, nun sollte ganz Europa folgen. Mit einem von der EU-Kommission geplanten R&uuml;cknahmeabkommen k&ouml;nnten k&uuml;nftig unerw&uuml;nschte Fl&uuml;chtlinge aus ganz Afrika nach Libyen zur&uuml;ckgeschoben werden. Doch gestern protestierte das EU-Parlament: Das Vorhaben sei &ldquo;absolut inakzeptabel&rdquo;. In einem einstimmig angenommenen Bericht der portugiesischen Abgeordneten Ana Gomes hei&szlig;t es, ein solches Abkommen widerspreche &ldquo;den Werten der EU-Grundrechtecharta.&rdquo;&rdquo;Libyen hat keinerlei Asylsystem. Dem UNHCR wird ein Mandat verweigert, die Genfer Fl&uuml;chtlingskonvention wurde nicht ratifiziert&rdquo;, sagt die gr&uuml;ne EU-Abgeordnete Franziska Brantner. &ldquo;Fl&uuml;chtlinge dorthin abzuschieben ist ein Versto&szlig; gegen das V&ouml;lkerrecht.&rdquo;<br>\nBei einer Anh&ouml;rung, die Brantner angesetzt hatte, zeigte sich die Kommission jedoch unbeirrt: Ihr Vertreter verwies auf &ldquo;massiven politischen Druck&rdquo; durch den Rat. &ldquo;Die wollen dieses Abkommen, koste es, was es wolle&rdquo;, sagt ein Beobachter der Anh&ouml;rung. Konsequenzen hat das Stra&szlig;burger Votum zun&auml;chst nicht. Denn die Kommission erh&auml;lt ihr Mandat f&uuml;r internationale Verhandlungen vom Rat. Erst nach Abschluss der Beratungen muss sie sich ihr Rahmenabkommen vom Europa-Parlament ratifizieren lassen. Und ob dessen Abgeordneten das politisch und wirtschaftlich bedeutsame Vereinbarungspaket wegen menschenrechtlicher Bedenken tats&auml;chlich platzen lassen, gilt keineswegs als sicher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2011%2F01%2F21%2Fa0038&amp;cHash=3789ed99dc\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Barack Obama zur Halbzeit im Umfragehoch<\/strong><br>\nZur Halbzeit seines ersten Amtsmandats steigt der amerikanische Pr&auml;sident Barack Obama in der Gunst der W&auml;hler. In einer am Donnerstag ver&ouml;ffentlichten Umfrage des &laquo;Wall Street Journal&raquo; und des Senders &laquo;NBC&raquo; zeigten sich 53 Prozent der Befragten zufrieden mit Obamas Amtsf&uuml;hrung.<br>\n&laquo;Die vergangenen sechs Wochen waren die besten sechs Wochen, die der Pr&auml;sident in den ersten zwei Jahren seiner Amtszeit hatte&raquo;, sagte der f&uuml;r die Umfrage zust&auml;ndige Demoskop Peter Hart. Zu den Gr&uuml;nden f&uuml;r den Meinungsumschwung zugunsten Obamas z&auml;hlten der Kompromiss zur Beibehaltung der niedrigen Steuers&auml;tze Ende 2010 sowie die allgemein optimistischere Bewertung der Konjunktur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/barack_obama_zur_halbzeit_im_umfragehoch_1.9164261.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Weiterhin wird im Wall Street Journal auf das Attentat in Arizona verwiesen. Viele Kommentatoren meinen, dass Obama durch seine sensible Reaktion bei den US-B&uuml;rgern gepunktet habe. Interessant ist in der Umfrage, dass eine Mehrheit die Inflexibilit&auml;t der Republikaner im Umgang mit dem Pr&auml;sidenten kritisierte. Befremdlich und aufschlussreich, dass erstmals seit einem Jahr <a href=\"http:\/\/online.wsj.com\/article\/SB10001424052748704590704576092273958557698.html?mod=ITP_pageone_1\">&ldquo;the president drew a positive reaction from white adults, when asked about their feelings toward Mr. Obama&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Grossbritannien schafft Rentenalter ab<\/strong><br>\nDie britische Regierung hat die Aufhebung des gesetzlichen Rentenalters beschlossen. Die B&uuml;rger k&ouml;nnen k&uuml;nftig frei entscheiden, wie lange sie arbeiten. Ab 2012 werden alle Arbeitnehmer ab einem bestimmten Mindesteinkommen in eine Pensionskasse eintreten m&uuml;ssen, in die Arbeitgeber und Arbeitnehmer mindestens je 3 Prozent des Lohnes einbezahlen. Bisher bestand keine Pensionskassen-Pflicht, weshalb zwei Drittel der Arbeitnehmer im Privatsektor keiner Pensionskasse angeh&ouml;ren.<br>\nMillionen Briten k&ouml;nnen deshalb im Alter lediglich auf die magere staatliche Basisrente, die bei voller Beitragszeit derzeit knapp 100 Pfund pro Woche betr&auml;gt, sowie allf&auml;llige Ersparnisse zur&uuml;ckgreifen. Die Reformen werden laut dem Arbeitsministerium Millionen Briten erstmals eine angemessene Altersvorsorge erm&ouml;glichen. Der f&uuml;hrende Wirtschaftsverband CBI kritisierte die kurzfristige Abschaffung des Rentenalters scharf. Viele Unternehmen bef&uuml;rchten, dass sie &auml;ltere Mitarbeiter k&uuml;nftig nicht mehr einfach loswerden k&ouml;nnen. Sie warnen vor Klagen wegen Altersdiskriminierung oder unfairer Leistungsbeurteilungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/grossbritannien_schafft_rentenalter_ab_1.9088921.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Erste Ans&auml;tze der Erkenntnis, dass eine privat geregelte Altersvorsorge ein Unding ist. Nach einer EU-Studie aus dem vergangenen Jahr lebt fast ein Drittel der Senioren in Gro&szlig;britannien in Armut, in Deutschland sind es 17 Prozent und in Frankreich 13 Prozent.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Regierungspartei in Tunesien zerf&auml;llt<\/strong><br>\nDer tunesischen Regierungspartei RCD zerrinnt die Macht in den H&auml;nden. Knapp eine Woche nach dem Sturz des langj&auml;hrigen Staatschefs Zine al-Abidine Ben Ali wurde das Zentralkomitee der Partei am Donnerstag aufgel&ouml;st. Als Reaktion auf die anhaltende Proteste traten auch die letzten Minister in der &Uuml;bergangsregierung aus der fr&uuml;her von Ben Ali geleiteten Einheitspartei RCD aus. Bereits am Mittwoch hatten Ministerpr&auml;sident Mohammed Ghannouchi und &Uuml;bergangspr&auml;sident Fouad Mebazza diesen Schritt vollzogen. Mebazza versprach in einer Fernsehansprache einen &laquo;vollst&auml;ndigen Bruch mit der Vergangenheit&raquo;. Im Zentrum der Hauptstadt gab es dennoch erneut Demonstrationen, bei denen Tunesier die vollst&auml;ndige Aufl&ouml;sung der RCD und den R&uuml;cktritt aller mit dem alten Regime verbundenen Minister forderten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/regierungspartei_in_tunesien_zerfaellt_1.9165098.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zurzeit gestaltet es sich recht schwierig, tagesaktuell von der Lage in Tunesien zu berichten, so schnell werden wir von den Ereignissen &uuml;berrollt. Eben noch bef&uuml;rchtete die WOZ, dass die bisherigen Oppositionsparteien damit zufrieden seien im neuen Kabinett pr&auml;sent zu sein, neben zentralen Figuren des alten <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2011\/nr03\/international\/20279.html\">Regimes<\/a>. Und heute, morgen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Tunesien: Revolution&auml;re Morgenluft<\/strong><br>\nAllen Menschen, die unter einem repressiven Regime leben oder gelebt haben, und allen, die mit jenen mitf&uuml;hlen, sei die Genugtuung &uuml;ber die Ereignisse in Tunesien herzlich verg&ouml;nnt. Nicht ein Milit&auml;rputsch, nicht ein islamistischer Umsturz, nicht eine Intervention von au&szlig;en, sondern Sozialproteste von unten haben den Herrscher einer besonders h&auml;sslichen kleinen Diktatur gest&uuml;rzt. Es geht also doch: Das ist es, was sich Millionen von Unzufriedenen in der Region und dar&uuml;ber hinaus sagen. Und doch legt sich &uuml;ber die Genugtuung schnell die Sorge. Tunesien ist weit davon entfernt, es &ldquo;geschafft&rdquo; zu haben.<br>\nAlle jungen Leute in der arabischen Welt haben &auml;hnliche Probleme wie die tunesischen Jugendlichen, die den Massenprotest ausgel&ouml;st haben. Und dennoch sind die Gesellschaften der L&auml;nder sehr unterschiedlich strukturiert. Auch der Kleinheit Tunesiens ist es zu danken, dass sich dort diese besonders starke, gebildete Mittelschicht formte, die sich ihre Rolle in der Gesellschaft nicht l&auml;nger rauben lassen wollte. Das haben andere L&auml;nder in der Region auch, aber nicht in diesem Ausma&szlig;. Und wieder andere &ndash; siehe Gaddafi in Libyen &ndash; haben &Ouml;leinnahmen, um Sektoren der Gesellschaft leichter ruhig zu halten. Andere Regime sind zumindest in Teilen der Bev&ouml;lkerung emotional verankert. Man denke nur an den Iran. Dort h&auml;tten auch doppelt so viele Demonstranten auf der Stra&szlig;e das islamistische Regime nicht vertreiben k&ouml;nnen. Und &Auml;gypten, wo jetzt die Emotionen hochgehen, ist wieder v&ouml;llig anders: Dort ist das Regime nicht ideologisch, aber in &Auml;gypten geht es nicht, wie in Tunesien, nur um Geld und interne Macht, sondern sehr wohl auch um Politik, um den politischen Platz &Auml;gyptens in der Region und in der Welt. Gerade deshalb w&auml;re es so wichtig, dass die Transition in die Post-Mubarak-Zeit luzide geplant w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1293370794006\/Revolutionaere-Morgenluft\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ein arabischer Fr&uuml;hling steht kaum bevor<\/strong><br>\nDie verschiedenen Protestkundgebungen, die nun in arabischen L&auml;ndern stattfinden, als Symptome eines einzigen historischen Prozesses zu sehen, habe etwas Verlockendes. Dies sagt Roland Popp, Forscher f&uuml;r Sicherheitspolitik an der ETH Z&uuml;rich. Doch viele dieser Proteste h&auml;tten wenig mit der Situation in Tunesien gemein: &ldquo;Aber es gibt eben auch Parallelen: Frustration mit der Herrschaftsrealit&auml;t in den arabischen Republiken, weitverbreitete Korruption der Eliten, scharfe Repressionen durch die allgegenw&auml;rtigen Mukhabarat, die Geheimdienste. Vor allem scheinen sich hier die Frustrationen der jungen Generation zu ventilieren, die selbst trotz Hochschulausbildung kaum Chancen haben, im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Somit scheinen &auml;hnliche Entwicklungen wie in Tunesien vor allem in den anderen nordafrikanischen Staaten nicht ausgeschlossen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/interview_tunesien_arabien_1.9125267.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wir brauchen keine Lektionen<\/strong><br>\nWie Ungarns Regierungschef Orban sein umstrittenes Mediengesetz vor dem Europaparlament verteidigt. Seine historischen Vergleiche gehen aber weiter zur&uuml;ck &mdash; ins Jahr 1956, als &ldquo;wir als Erste im Kampf gegen den sowjetischen Imperialismus zu den Waffen griffen&rdquo;. Er, Orban, und auch das ungarische Volk brauche daher &ldquo;keine Lektionen in Demokratie&rdquo;. Nicht nur die Gr&uuml;nen sehen das an diesem Tag anders. Als Orban das Wort ergreift, steht ihre Fraktion geschlossen auf. Die Abgeordneten halten fast leere Tageszeitungsseiten in die H&ouml;he, auf denen nur das Wort &ldquo;zensiert&rdquo; prangt. Ihre M&uuml;nder haben sie sich mit Klebestreifen verschlossen. Es folgt zuerst die Ermahnung des polnischen Parlamentspr&auml;sidenten Jerzy Buzek, die Aktion zu beenden. Und dann wahrscheinlich eine der politischsten Debatten, die die Volksvertretung der EU je gesehen hat. Die Fraktion der Europ&auml;ischen Volkspartei, der Orbans Fidesz inzwischen angeh&ouml;rt, klatscht frenetisch, w&auml;hrend links von ihnen w&auml;hrend der Rede eisig geschwiegen wird. Die Christdemokraten sind zufrieden damit, dass ihr ungarischer Parteifreund klarer als zuvor zusagt, das Mediengesetz zu &auml;ndern, wenn die Pr&uuml;fung der EU-Kommission ergeben sollte, dass es gegen europ&auml;isches Recht verst&ouml;&szlig;t. Aufgebracht ist am Schluss der Debatte auch Orban. Besonders der Satz des &ouml;sterreichischen Sozialdemokraten J&ouml;rg Leichtfried, der wissen wollte, wie man sich denn f&uuml;hle, wenn man &ldquo;ein Land weg von der Demokratie hin zu einer Diktatur f&uuml;hrt&rdquo;, machte den ungarischen Regierungschef w&uuml;tend. &ldquo;Das kann ein Journalist sagen&rdquo;, sagt er hernach auf der Pressekonferenz ganz im Sinne der Pressefreiheit, &ldquo;aber wenn das ein Volksvertreter eines anderen Landes sagt, muss ich mich wehren&rdquo;. Die Debatte endet im allgemeinen Gebr&uuml;ll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wir-brauchen-keine-lektionen\/3711910.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Orb&aacute;n im Europaparlament: Ruhig Blut!<\/strong><br>\nNach dem Auftritt des ungarischen Ministerpr&auml;sidenten Orb&aacute;n im Europ&auml;ischen Parlament und dem Erregungsfuror einiger Abgeordneter ist es an der Zeit, verbal abzur&uuml;sten und die Debatte &uuml;ber das ungarische Mediengesetz zu versachlichen. Es ist Unsinn, zu behaupten, Ungarn sei auf dem Weg in die Diktatur. Orb&aacute;n sollte freilich auch nicht die &ndash; ihm zugedachte &ndash; Rolle des schwarzen Ritters spielen; nicht jeder Kritiker des Mediengesetzes zielt auf die ungarische Innenpolitik und die Mehrheit der Konservativen ab; vielen geht es tats&auml;chlich allein um die<br>\nPressefreiheit, und die geh&ouml;rt nun einmal zum Kern des europ&auml;isches Wertekanons. Die Regierung in Budapest sollte Korrekturw&uuml;nsche der Kommission nicht als dreiste Einmischung abtun, sondern als legitimen Beitrag ernst nehmen. Es ist bedauerlich, dass die EU-Pr&auml;sidentschaft Ungarns, dessen Ehre niemand in Zweifel zieht, einen solchen Beginn hat. So weitergehen darf es nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1\/Doc~EB3AA5004B4EE48C59D58ECFA4A6628AA~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dabei ist das Mediengesetz nur ein Standbein einer Herrschaft, wie sie zurzeit kein anderer Regierungschef in Europas Demokratien aus&uuml;ben kann. Die Umstellung des Wahlsystems und die Beschneidung der Kompetenzen des Verfassungsgerichtes und vieles mehr dienen vor allem der Machtsicherung Orbans und seiner Anh&auml;ngerschaft.<br>\nFIDESZ-Fraktionschef Janos Lazar meinte zur Entmachtung des Verfassungsgerichts: &ldquo;Wenn das Volk &uuml;ber eine Frage nicht entscheiden darf, hat auch das erfassungsgericht kein Recht dazu.&rdquo;  Nach 43 neuen Gesetzen und 107 Gesetzes&auml;nderungen beherrscht Orban nun den Regierungsapparat, die Justiz und alle Medien. Orban kann im wahrsten Sinn des Wortes durchregieren. Als der Vorstand der Europa-Gesellschaft, einer Vereinigung von Intellektuellen, in einem Brief vor den Folgen der aktuellen Politik f&uuml;r den Erfolg der EU-Pr&auml;sidentschaft warnte, wurde allen Beamten der Ministerien, die Mitglieder der Gesellschaft waren, die Entlassung angedroht, falls sie sich nicht von dem Brief distanzierten. Da in einem der oben genannten Gesetze die Entlassung von Staatsbediensteten ohne Begr&uuml;ndung mit sofortiger Wirkung beschlossen wurde, fiel die Reaktion wunschgem&auml;&szlig; aus. Vom &ldquo;Freiheitsk&auml;mpfer&rdquo; Orban, wenn er dies jemals war, ist nichts &uuml;brig geblieben. Das wirklich Bedenkliche an Orbans Machtpolitik ist die Tatsache, dass seine Politik in dem Sinne demokratisch legitimiert ist, als dass sie die Zustimmung breiter Gesellschaftsschichten getragen wird. Fr&uuml;her hat man das Bonapartismus genannt. Wenn die FAZ mit &ldquo;Ruhig  Blut! titelt, so kann dies nur als Aufforderung an die Regierungen der EU und die Kommission verstanden werden, kalten Blutes Pl&auml;ne zu fassen, um die autokratischen  Tendenzen in Ungarn einzud&auml;mmen. Ungarn mag keine Diktatur sein, aber am Beginn des Weges dahin, stehen solche Gesetze.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Hu Jintao in Washington: Herr der H&auml;fen<\/strong><br>\nDie USA umgarnen China, Pr&auml;sident Hu wird in Washington mit h&ouml;chsten Ehren empfangen &ndash; aus gutem Grund: Die Volksrepublik wird die Weltwirtschaft der Zukunft dominieren. Schon heute bestimmt der Exportweltmeister mit seinen gigantischen H&auml;fen die Handelsstr&ouml;me. Wie sehr der Aufstieg der Volksrepublik die Weltwirtschaft ver&auml;ndert hat, zeigt sich an den Handelsstr&ouml;men im Dreieck der Gro&szlig;m&auml;chte China, USA, Europa: Sie haben sich in den vergangenen zehn Jahren zunehmend in Richtung Peking verschoben. Dominiert wird der Handel vom Exportweltmeister und seinen gigantischen H&auml;fen. Immer mehr Waren werden &uuml;ber den Pazifik verschifft und nicht wie fr&uuml;her &uuml;ber den Atlantik. &hellip; Washington blickt schon seit Jahren gezwungenerma&szlig;en mehr nach Peking als nach Br&uuml;ssel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,740293,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> China mag der gr&ouml;&szlig;te Gl&auml;ubiger der USA sein, aber seltsam ist, dass kaum beachtet wird, dass China, wie aus dem interaktiven Schaubild zu entnehmen ist, bereits mehr in die EU exportiert als in die USA. Unser EU-Handelbilanzdefizit ist zwar mit 185,6 Mrd. USD nicht so gro&szlig; wie das amerikanische mit 226, 9 Mrd. USD, aber dennoch ganz beachtlich.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. 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