{"id":81002,"date":"2022-02-20T09:00:37","date_gmt":"2022-02-20T08:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002"},"modified":"2022-02-18T16:13:27","modified_gmt":"2022-02-18T15:13:27","slug":"hinweise-der-woche-244","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h01\">Kriegshetze: Steinmeier und die verpasste Chance<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h02\">&ldquo;Misstrauen in Russland, Hybris im Westen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h03\">&ldquo;Mehrheit der Medien heizt den Konflikt an&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h04\">Andrej Hunko &ldquo;investigativ&rdquo; in Moskau: Niemand geht von einer Invasion Russlands in der Ukraine aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h05\">Au&szlig;enministerin Baerbock: Abkehr von Julian Assange<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h06\">Christian Lindner, Europa und der weise Rat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h07\">&laquo;Mir fehlt da die Evidenz&raquo;: Der Lungenarzt und Medizinrechtler Patrick Stais lehnt eine Impfpflicht ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h08\">Statistiker: &bdquo;Lauterbach versucht t&auml;glich, uns Politik als Wissenschaft zu verkaufen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h09\">Whatever it takes II? Der Gesetzentwurf zur Impfpflicht ab 18<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81002#h10\">Die Linke sollte nicht so viel auf &bdquo;Schwurbler&ldquo; schimpfen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Kriegshetze: Steinmeier und die verpasste Chance<\/strong><br>\nSeit Monaten erleben wir, wie die westliche &bdquo;Werte- (sprich L&uuml;gen-)Gemeinschaft&ldquo; in Politik und Medien Kriegshetze betreibt.<br>\n&bdquo;Wir sind inmitten der Gefahr eines milit&auml;rischen Konflikts, eines Krieges in Osteuropa. Daf&uuml;r tr&auml;gt Russland die Verantwortung.&ldquo; So schloss sich der alte und neue Bundespr&auml;sident Frank-Walter Steinmeier den monatelangen einseitigen Schuldzuweisungen und L&uuml;generz&auml;hlungen im Ukraine-Konflikt an. Die Wahrheit ist: Nicht russische Truppen stehen an der US-Grenze in Kanada oder Mexiko, sondern US-Truppen stehen an der russischen Grenze in Europa. Nicht russische Raketen sind in Mexiko, Kanada oder Kuba stationiert, sondern US-Raketenbasen stehen in Polen und Rum&auml;nien. Nicht Russland hat den mit Abstand gr&ouml;&szlig;ten Kriegsetat der Welt (61,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020) sondern die USA geben 778 Milliarden f&uuml;r Aufr&uuml;stung und Kriege aus. Nicht Russland hat einen Umsturz in Mexiko oder Kanada finanziert, sondern die USA haben, so die heutige stellvertretende US-Au&szlig;enministerin Victoria Nuland, f&uuml;nf Milliarden Dollar aufgewendet, um die Ukraine zu destabilisieren.<br>\nDer vor dem Ersten Weltkrieg von einem Nationalisten ermordete Pazifist und Sozialist Jean Jaur&egrave;s wusste: &bdquo;Der Kapitalismus tr&auml;gt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.&ldquo; &Auml;hnlich &auml;u&szlig;erte sich Papst Franziskus: &bdquo;Diese Wirtschaft t&ouml;tet.&ldquo;<br>\nStatt sich dar&uuml;ber zu streiten, ob Biden, Putin oder Xi Jinping die gef&auml;hrlichste, zu Kriegen f&uuml;hrende Au&szlig;enpolitik macht, muss man erkennen, dass die Wirtschaftsordnung der Staaten die Frage, wie es zum Krieg kommt, eher beantwortet. Wir haben einen Oligarchen-Kapitalismus in den USA und in Russland und eine Mischung aus staatsgelenkter Wirtschaft, Kapitalismus und Parteidiktatur in China. Die USA, Russland und China rivalisieren miteinander und sind imperiale M&auml;chte, die sich Rohstoffe und Absatzm&auml;rkte in anderen L&auml;ndern sichern wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/posts\/4969328609795233\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&ldquo;Misstrauen in Russland, Hybris im Westen&rdquo;<\/strong><br>\nAntje Vollmer &uuml;ber den Moskau-Besuch von Olaf Scholz, hysterische Medien und Wege zu einer notwendigen gesamteurop&auml;ischen Friedensordnung [&hellip;]<br>\nInmitten dieser Situation war Bundeskanzler Olaf Scholz am gestrigen Montag in Kiew und hat heute mehrst&uuml;ndige Gespr&auml;che in Moskau gef&uuml;hrt. Was kann er mittelfristig erreichen?<br>\nAntje Vollmer: Ich sehe erst mal etwas, das es nicht zum ersten Mal in der Geschichte gibt: Wenn es in Deutschland eine neue Regierung gibt &ndash; das war einst die sozialliberale Regierung oder die rot-gr&uuml;ne Regierung oder jetzt die Ampel &ndash; dann kommt diese unmittelbar unter verst&auml;rkten Druck von US-amerikanischer Seite, die per se an ihrer B&uuml;ndnistreue zweifelt.<br>\nEs gab dieses Misstrauen aus Washington schon gegen die Regierung Brandt-Scheel, es gab dieses Misstrauen in massiver Weise bei der Regierung Schr&ouml;der-Fischer mit der Kosovo-Krise und es gibt dieses Misstrauen auch jetzt wieder.<br>\nDas hei&szlig;t, die US-Seite verlangt von der deutschen Seite jetzt gr&ouml;&szlig;ere Demonstrationen der B&uuml;ndnisloyalit&auml;t als man sie gegen&uuml;ber konservativen Regierungen einfordern w&uuml;rde.<br>\nDie Rede von Bundespr&auml;sident Frank-Walter Steinmeier nach seiner Wiederwahl Anfang der Woche zeigt mir, dass die SPD f&uuml;r solchen Druck immer noch empf&auml;nglich ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Misstrauen-in-Russland-Hybris-im-Westen-6475874.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&raquo;Mehrheit der Medien heizt den Konflikt an&laquo;<\/strong><br>\nWestliche Kriegshysterie: Situation in der Ukraine auch Thema auf der M&uuml;nchner &raquo;Sicherheitskonferenz&laquo; am Wochenende. Ein Gespr&auml;ch mit Claus Schreer<br>\nClaus Schreer ist Sprecher des &raquo;Aktionsb&uuml;ndnisses gegen die NATO-Sicherheitskonferenz&laquo;<br>\nDie allj&auml;hrliche sogenannte Sicherheitskonferenz findet an diesem Wochenende in M&uuml;nchen statt. Sie rufen zum Protest gegen das Schaulaufen von Politikern und Milit&auml;rs der NATO-Staaten auf. Geht es Ihnen vor allem um die aktuelle Zuspitzung rund um die Ukraine?<br>\nNicht nur. Wir haben einen langen Aufruf unter der &Uuml;berschrift &raquo;Stoppt den Kriegskurs der NATO-Staaten&laquo;, der nicht neu ist. Seit 1999 haben die USA und ihre Verb&uuml;ndeten mehrere v&ouml;lkerrechtswidrige Kriege vom Zaun gebrochen, etwa gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak und Libyen. Die milit&auml;rische Aufr&uuml;stung hat enorm zugenommen. Das spielt f&uuml;r uns am Samstag eine wesentliche Rolle. Aber nat&uuml;rlich auch der aktuelle Konflikt um die Ukraine.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/420902.protest-gegen-aufr%C3%BCstung-mehrheit-der-medien-heizt-den-konflikt-an.html\">junge Welt<\/a>\n<p><strong>dazu: Wie die USA Russland den Krieg erkl&auml;ren<\/strong><br>\nGlaubt man f&uuml;hrenden deutschen Medien, steht die Realit&auml;t kopf: Die USA wissen aus Quellen, die sie allerdings nicht preisgeben k&ouml;nnen, genau, dass Putin l&auml;ngst den Marschbefehl f&uuml;r seine Truppen erteilt hat und kennen auch das genaue Datum des Kriegsbeginns.<br>\nNicht wenige werden sich an die angeblichen Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein erinnert f&uuml;hlen, wenn sie diese Meldungen h&ouml;ren.<br>\nDoch US-Regierungen erfinden immer wieder nicht einfach Fakten, sondern sie setzen mit solchen Meldungen Fakten. Sie unterstreichen diese Nachrichten mit der Aufforderung an ihre B&uuml;rger, die Ukraine zu verlassen und ziehen ihr Botschaftspersonal ab.<br>\nAuf diese Weise setzen sie ihr Kriegsszenario noch eine Stufe dramatischer ins Bild und beschw&ouml;ren beim Publikum die aus gen&uuml;gend Filmen verbreitete Vorstellung herauf, dass &ldquo;der Russe&rdquo; in dieser Woche &uuml;ber unschuldige Menschen herfallen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wie-die-USA-Russland-den-Krieg-erklaeren-6479508.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Andrej Hunko &ldquo;investigativ&rdquo; in Moskau: Niemand geht von einer Invasion Russlands in der Ukraine aus<\/strong><br>\nHunkos Moskau-Aufenthalt dauerte vom 9. bis zum 12. Februar. Inzwischen ist der Politiker wieder nach Berlin zur&uuml;ckgekehrt und wird heute an den Wahlen des Bundespr&auml;sidenten durch die Bundesversammlung teilnehmen. Auf Facebook berichtete er am Sonnabend &uuml;ber seine Eindr&uuml;cke und Gespr&auml;che.<br>\nDer Linken-Politiker bezeichnet sich selbst als &ldquo;investigativer Abgeordneter&rdquo;. Er schreibt, er habe in Moskau viele Gespr&auml;che mit Regierungsvertretern, Parlamentariern, Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen und Analytikern gef&uuml;hrt. Seine Gespr&auml;chspartner h&auml;tten es sehr begr&uuml;&szlig;t, dass deutsche Politiker in der derzeitig angespannten Lage das direkte Gespr&auml;ch suchten. (&hellip;)<br>\nSeine Eindr&uuml;cke und Schlussfolgerungen aus den diesen Gespr&auml;chen fasste Hunko wie folgt zusammen:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/inland\/131453-andrej-hunko-investigativ-in-moskau\/\">RT DE<\/a>\n<p><strong>dazu: Gr&uuml;&szlig;t allerseits aus Moskau. <\/strong><br>\nHabe hier viele Gespr&auml;che mit Regierungsvertretern, Parlamentarier\/innen, NGOs und Analytiker\/innen gef&uuml;hrt. Alle habe es sehr begr&uuml;&szlig;t in diesen angespannten Zeiten das direkte Gespr&auml;ch zu suchen, das so kurzfristig durch die gro&szlig;artige Unterst&uuml;tzung und gute Vernetzung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Moskau m&ouml;glich war.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/permalink.php?story_fbid=3131659170449724&amp;id=100008170146837%20\">Andrej Hunko via Facebook<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Au&szlig;enministerin Baerbock: Abkehr von Julian Assange<\/strong><br>\nWertegeleitete Au&szlig;enpolitik konkret: Kurz vor der Wahl forderte das Team der Gr&uuml;nen-Politikerin die Freilassung des Journalisten Assange. Eine aktuelle Antwort ihres Ressorts f&auml;llt deutlich anders aus<br>\nEs war mit Joseph &ldquo;Joschka&rdquo; Fischer passenderweise ein Parteifreund der amtierenden Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock, der einst feststellte: &ldquo;Das Amt ver&auml;ndert den Menschen schneller als der Mensch das Amt.&rdquo; Selten hat eine F&uuml;hrung des Ausw&auml;rtigen Amtes dieses Bonmot so eindrucksvoll zu best&auml;tigen vermocht, wie die Amtsinhaberin mit Blick auf einen der prominentesten politischen Gefangenen in Europa: den Journalisten und Gr&uuml;nder der Enth&uuml;llungsplattform Wikileaks, Julian Assange.<br>\nDenn nur wenige Wochen nach Amtsantritt haben sich die Aussagen Baerbocks zum Fall Assange grundlegend ver&auml;ndert. Von einer Verteidigerin des Journalisten, die sich noch Ende vergangenen Jahres mit Verve f&uuml;r Assange einsetzte und der schwarz-roten Bundesregierung &ldquo;Feigheit&rdquo; vorhielt, ist eine zahme Regierungspolitikerin geworden, deren Kritik die britische Justiz nicht mehr zu f&uuml;rchten braucht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Aussenministerin-Baerbock-Abkehr-von-Julian-Assange-6455112.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Christian Lindner, Europa und der weise Rat<\/strong><br>\nChristian Lindner ben&ouml;tigt Rat. Er ben&ouml;tigt sogar dringend guten Rat. Weiser Rat w&auml;re das Gr&ouml;&szlig;te. Das hat er sich wohl selbst gedacht und, in der Tat, er holt sich Rat. Der fr&uuml;here Vorsitzende der sogenannten Wirtschaftsweisen, des Sachverst&auml;ndigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR), Lars Feld, soll sein Chefberater werden.<br>\nDas ist pikant, weil genau dieser Vorsitzende auf Druck der SPD in der Koalition mit der CDU nicht mehr als Weiser verl&auml;ngert wurde und ausscheiden musste. Dass er jetzt, in einer Koalition unter F&uuml;hrung der SPD, den vermutlich ungleich wichtigeren Posten des Chefberaters des Bundesfinanzministers erh&auml;lt, zeigt wiederum, dass in dieser Koalition alle drei Parteien vor sich hin wurschteln, ohne eine gemeinsame Linie auch nur zu versuchen.<br>\nViel schlimmer aber ist, dass man absolut sicher sein kann, dass dieser fr&uuml;here Wirtschaftsweise den Wirtschaftslaien Christian Lindner in all seinen falschen Vorurteilen best&auml;tigen wird, weil er genau das in seiner Zeit beim SVR in praktisch jedem Gutachten vorgef&uuml;hrt hat. Die Gutachten mit und unter Feld zeichneten sich dadurch aus, dass es praktisch keine origin&auml;ren Ergebnisse der Arbeit der R&auml;te gab, sondern das schlichte Wiedergeben der herrschenden Lehre zu allen denkbaren Problemen (hier eine Auseinandersetzung meinerseits aus dem vergangenen Jahr damit). So ist dieser Rat nie &uuml;ber den Sachstand hinausgekommen, den man ohnehin beliebig oft lesen konnte.<br>\nLindner glaubt, wie jeder gute Liberale, fest daran, es g&auml;be so etwas wie &bdquo;Ordnungspolitik&ldquo;, die ein Ersatz sein k&ouml;nnte f&uuml;r intelligente Politik. Da kommt ihm der Freiburger Feld gerade recht. An der Universit&auml;t Freiburg trauern viele immer noch Friedrich August von Hayek nach, der &ndash; in der intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Keynesianismus kl&auml;glich gescheitert &ndash; sich daran machte, der marktwirtschaftlichen Ordnung einen radikalen ideologischen &Uuml;berbau zu geben (hier ein &auml;lterer Artikel dazu). Dabei ist dann leider alles verloren gegangen, was an der Ordnung wichtig und verstehenswert ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2022\/02\/14\/christian-lindner-europa-und-der-weise-rat\/\">Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<p><strong>dazu: Bitte nicht!<\/strong><br>\nSeit gestern gab es zwei Hiobsbotschaften. Sonntagmittag machte das Ger&uuml;cht die Runde, dass Finanzminister Lindner den ehemaligen Wirtschaftsweisen Prof. Lars Feld zu seinem Chefvolkswirt macht. Das ist schlimm, weil Feld ein ordoliberaler Hardliner ist, der Finanzpolitik aus der Mottenkiste propagiert. Mittlerweile wurde aus dem Ger&uuml;cht auch eine offizielle Bekanntmachung, auf die ich gleich noch eingehe.<br>\nHeute Morgen dann die zweite Hiobsbotschaft. In einem Interview beim Handelsblatt lie&szlig; Lindner den Schafspelz fallen und versch&auml;rfte seine finanzpolitischen Positionen drastisch. Zu Beginn der Amtszeit zeigte er sich noch wenig dogmatisch, unterst&uuml;tzte auch den 60 Milliarden Euro Nachtragshaushalt. Auch in Frankreich zeigte er sich beim Antrittsbesuch gem&auml;&szlig;igt und offen f&uuml;r Reformen in Sachen Stabilit&auml;ts- und Wachstumspakt. Wachstum sei wichtiger als Schuldenregeln, so lautete sein Motto. Das d&uuml;rfte jetzt vom Tisch sein. Fatalerweise!<br>\nChristian Lindner machte in der offiziellen Verk&uuml;ndung zur Berufung von Prof. Feld keinen Hehl daraus, warum er genau ihn berufen hat. So hei&szlig;t es in Lindners Statement:<\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Stabile Staatsfinanzen und eine ma&szlig;volle Fiskalpolitik bilden die Grundpfeiler einer funktionierenden Sozialen Marktwirtschaft. Kaum ein anderer &Ouml;konom in unserem Land hebt diesen Zusammenhang immer wieder so deutlich hervor wie Professor Lars Feld. Sein ordnungspolitischer Kompass ist klar. Ich sch&auml;tze ihn f&uuml;r seine ordoliberale Grund&uuml;berzeugung.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>&ldquo;Stabile Staatsfinanzen&rdquo; sind Lindners liebste Nebelkerze. Den Begriff nutzt er st&auml;ndig, ohne zu erkl&auml;ren, was damit gemeint ist. Gleiches gilt f&uuml;r &ldquo;ma&szlig;volle Fiskalpolitik&rdquo;. Wann ist sie denn &ldquo;ma&szlig;voll&rdquo;? Wenn sie f&uuml;r Wachstum und Vollbesch&auml;ftigung sorgt oder wenn sie die Schuldenquote nicht erh&ouml;ht? Richtig w&auml;re Ersteres, Lindner aber meint Letzteres.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mauricehoefgen.substack.com\/p\/lindner-finanzminister-lars-feld-berater\">Maurice H&ouml;fgen<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Lindner holt neoliberalen &raquo;Chefvolkswirt&laquo; ins Finanzministerium<\/strong><br>\nMit Lars Feld ernennt der Finanzminister einen knallharten Neoliberalen zu seinem pers&ouml;nlichen Berater &ndash; eine Kampfansage an alle, die auf bessere Mindestl&ouml;hne und dringend notwendige Klimasubventionen hoffen. [&hellip;]<br>\nKurz darauf schlug er jedoch andere T&ouml;ne an: Auf einmal sollten Staatsausgaben priorisiert werden. Das bedeutet: Der finanzielle Spielraum bleibt weiterhin begrenzt und nur die wichtigsten Ma&szlig;nahmen sollen realisiert werden. Welche das sein werden, wird sich sp&auml;testens dann zeigen, wenn die unreformierte Schuldenbremse wieder greift, und die Spielr&auml;ume jenseits der Schuldenbremse ungenutzt bleiben.<br>\nNun holt er mit Lars Feld den ehemaligen Vorsitzenden der Wirtschaftsweisen als &raquo;Chefvolkswirt&laquo; ins Bundesfinanzministerium. Das wird folgenreich sein, denn Feld ist so neoliberal wie kaum ein anderer aus dem VWL-Mainstream. Bei der turnusm&auml;&szlig;igen Neubestellung des Sachverst&auml;ndigenrats durch die Bundesregierung sorgte diese Personalie daher bereits f&uuml;r Konflikte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/lindner-holt-neoliberalen-chefvolkswirt-ins-finanzministerium-lars-feld-neoliberalismus-ordoliberalismus-mindestlohn-schuldenbremse\/%20\">Jacobin<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&laquo;Mir fehlt da die Evidenz&raquo;: Der Lungenarzt und Medizinrechtler Patrick Stais lehnt eine Impfpflicht ab<\/strong><br>\nOmikron hat die Lage auf den Intensivstationen deutlich ver&auml;ndert. Eine Impfpflicht w&uuml;rde laut dem Oberarzt aus Moers den Schutz gef&auml;hrdeter Gruppen nicht erh&ouml;hen. Vor diesem Hintergrund pl&auml;diert Stais f&uuml;r mehr Eigenverantwortung und weniger Angst. [&hellip;]<br>\nBundestag und Bundesrat haben eine Impfpflicht f&uuml;r Pflegeberufe beschlossen, aus der einige L&auml;nder ausscheren wollen. Haben Sie daf&uuml;r Verst&auml;ndnis?<br>\nDie einrichtungsbezogene Impfpflicht will besonders gef&auml;hrdete Gruppen vor Ansteckung sch&uuml;tzen. Wir sehen jedoch im Moment, dass Geimpfte ebenso wie Ungeimpfte das Virus &uuml;bertragen. Insofern erschliesst sich mir nicht, wie man eine einrichtungsbezogene Impfpflicht begr&uuml;nden will.<br>\nBef&uuml;rworter der Impfpflicht sagen, ungeimpftes Personal k&ouml;nne f&uuml;r geschw&auml;chte Patienten eine t&ouml;dliche Gefahr sein.<br>\nDas klingt griffig, aber niemand kann garantieren, dass dieses Risiko durch eine Impfung vermieden w&uuml;rde. Wir haben dazu momentan keine gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis. Die Impfung dient dem Eigenschutz. Sie bewahrt sehr gut vor einem schweren Verlauf. Den Schutz anderer k&ouml;nnte sie nur leisten, wenn eine sterile Immunit&auml;t entst&uuml;nde, die Infektionskette also unterbrochen w&uuml;rde. Davon ist gegenw&auml;rtig nichts zu sehen. Auch die Nebenwirkungen der Impfung, deren Ausmass wir noch nicht kennen, sprechen gegen eine Impfpflicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/interview-der-lungenarzt-patrick-stais-lehnt-eine-impfpflicht-ab-ld.1669157\">NZZ<\/a>\n<p><strong>dazu: Erlanger Stiko-Experte lehnt die allgemeine Impfpflicht ab &ndash; er hat eine andere Idee<\/strong><br>\nAllgemeine Impfpflicht Ja oder Nein? Die Meinungen in der Debatte sind gespalten. Momentan sorgt die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht f&uuml;r Streit. Bayerns Ministerpr&auml;sident Markus S&ouml;der* (CSU) hatte angek&uuml;ndigt, die Pflege-Impfpflicht nicht direkt umzusetzen, ihm fehlen klare Regeln zur Umsetzung. Zudem forderte der Freistaat einen Plan vom Bund f&uuml;r die versprochene allgemeine Impfpflicht.<br>\nDer Vorsitzende der St&auml;ndigen Impfkommission (Stiko) Thomas Mertens bef&uuml;rchtet durch die Impfpflicht eine &bdquo;Spaltung des Gesellschaft&ldquo;. Professor Christian Bogdan, Direktor des Instituts f&uuml;r Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene an der FAU Erlangen-N&uuml;rnberg* und am Universit&auml;tsklinikum Erlangen, sieht das &auml;hnlich. Er ist seit 2011 Mitglied der Stiko und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und lehnt eine allgemeine Impfpflicht entschieden ab. Seine Gr&uuml;nde legte er auf Nachfrage von Merkur.de dar. Stattdessen pl&auml;diert er f&uuml;r mehr Aufkl&auml;rung und Transparenz und f&uuml;r eine Reduktion des Drucks auf Menschen, die derzeit noch Zweifel an der Corona-Impfung haben, um so deren Impfbereitschaft zu f&ouml;rdern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/bayern\/nuernberg\/corona-impfpflicht-stiko-experte-christian-bogdan-erlangen-argumente-impfquote-zr-91346150.html\">Merkur<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Debatte um Impfpflicht: Aus der Zeit gefallen<\/strong><br>\nDie Impfstoffe sch&uuml;tzen nicht vor einer Infektion mit der Omikron-Variante. Die Kampagnen von Bund und L&auml;ndern tun so, als w&auml;re nichts.<br>\nWer derzeit an einem Plakat der Impfkampagnen von Bund und L&auml;ndern vorbeikommt, muss sich unwillk&uuml;rlich fragen: Aus welcher Zeit stammen die eigentlich? Sind die noch von letztem Jahr &uuml;ber? Hat man vergessen, neue zu drucken? In Niedersachsen etwa ist &bdquo;Spritze oder Corona&ldquo; die &Uuml;berzeugungsformel. In einer Zeit, wo sich hunderttausende Menschen trotz Impfung und Booster mit dem Virus anstecken, wirkt das l&auml;cherlich, wenn nicht gar irref&uuml;hrend.<br>\nDie aus der Zeit gefallenen Kampagnen stehen symptomatisch f&uuml;r eine Coronapolitik, die seit Langem immer nur hinterherhinkt und oft erst dann reagiert, wenn die Umst&auml;nde der Pandemie sich l&auml;ngst ver&auml;ndert haben. So wird auch jetzt noch &uuml;ber die Impfpflicht diskutiert, als h&auml;tte sie noch Chancen in einer Zeit, in der eine Impfung weder vor Ansteckung noch vor Erkrankung sch&uuml;tzt. Von einer Politik, die ihre B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger nicht f&uuml;r dumm verkauft, w&uuml;rde man erwarten, dass wenigstens einmal in aller Deutlichkeit gesagt wird: Der Stellenwert der Impfung hat sich drastisch ver&auml;ndert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Debatte-um-Impfpflicht\/!5831475\/\">taz<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Statistiker: &bdquo;Lauterbach versucht t&auml;glich, uns Politik als Wissenschaft zu verkaufen&ldquo;<\/strong><br>\nLungenspezialist Thomas Voshaar ist einer, der ein Zur&uuml;ck zur Normalit&auml;t fordert und fragt: Worauf warten wir noch? Wie lautet Ihre Antwort?<br>\nAntes: Ja, sicher, zur&uuml;ck zur Normalit&auml;t. Nicht bedingungslos und ohne Kontrolle, sondern mit Wachsamkeit und Vorsicht, was den Schutz der vulnerablen Menschen in unserer Gesellschaft und die Funktionsf&auml;higkeit von relevanten gesellschaftlichen Bereichen angeht. Das war nat&uuml;rlich von Anfang an unser Ziel, nur haben wir schmerzvoll erfahren m&uuml;ssen, wie schwierig dieser Weg war und auch jetzt noch ist. Leider fallen uns bei Vorsicht und Kontrolle alle Vers&auml;umnisse, die ich beschrieben habe, auf die F&uuml;&szlig;e.<br>\nWir h&ouml;ren immer wieder das Schlagwort vom Team Vorsicht. Die sich dazu z&auml;hlen, sind jedoch gerade diejenigen, die nichts daf&uuml;r getan haben, diese Vorsicht praktizieren zu k&ouml;nnen. Um mit Vorsicht steuern zu k&ouml;nnen, brauchen wir das Wissen aus den geeigneten Daten, und genau das wird bis heute nicht verfolgt! [&hellip;]<br>\nWelche Indikatoren m&uuml;ssten wir jetzt genau kennen, um &uuml;ber die Strategie f&uuml;r die n&auml;chsten Wochen zu entscheiden?<br>\nAntes: Nicht in erster Linie die Meldeinzidenz der positiven Tests, entscheidend ist die Belastung unserer Krankenh&auml;user sowohl in den Normalstationen wie auch den Intensivstationen. Das wurde vor Monaten beschlossen, aber nicht im angemessenen Ausma&szlig; umgesetzt.<br>\nStattdessen gibt es weiter jeden Tag furchterregende Meldeinzidenzen mit einer v&ouml;llig unsinnigen Dezimalstelle, mit Warnungen vor der Wand, die durch die neue Variante entstanden sei. Auf der anderen Seite in der ARD die n&uuml;chterne Feststellung des Intensivmediziners Karagiannidis, dass selbst einfache Basisdaten zur Belastung der Krankenh&auml;user nicht zeitnah zur Verf&uuml;gung st&uuml;nden. Seine Kernkompetenz ist das sicherlich nicht, es ist eher ein Appell, diese f&uuml;r die Steuerung unverzichtbaren Daten schleunigst zu erfassen und nutzbar zu machen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/news\/gerd-antes-im-focus-online-interview-statistiker-lockerungen-sind-kaum-mit-wissenschaftlichen-daten-zu-begruenden_id_54514026.html\">Focus Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Whatever it takes II? Der Gesetzentwurf zur Impfpflicht ab 18<\/strong><br>\nDas Problem des Gesetzentwurfs besteht also im Kern darin, dass er durchweg alles Unsichere als wahrscheinlich unterstellt. T&auml;te er das nicht, w&auml;re er verfassungswidrig. Dass vielleicht irgendetwas irgendwann irgendwo irgendwie passieren kann, reicht n&auml;mlich f&uuml;r einen so schwerwiegenden Grundrechtseingriff wie die Impfpflicht nicht aus. Ob der Gesetzentwurf in der vorliegenden Form verfassungswidrig ist, ist gleichwohl &ndash; so paradox es klingen mag &ndash; irgendwie eine nachrangige Frage. Vom Bundesverfassungsgericht sollte man nach der Entscheidung zur Bundesnotbremse n&auml;mlich nichts mehr erwarten. Allenfalls wird man sich ein paar volumin&ouml;se Textbausteine im Ma&szlig;stabsteil und eine als Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitspr&uuml;fung getarnte brave Nacherz&auml;hlung der Gesetzesbegr&uuml;ndung im Subsumtionsteil abholen. &bdquo;Vielleicht ist es doch das Freiheitsschonendste, auf Verfassungsbeschwerden zu verzichten,&ldquo; hat ein kluger Kollege im internen Mail-Austausch nach den Bundesnotbremse-Entscheidungen r&auml;soniert, und diesen Rat kann man nur an alle weitergeben, die jetzt mit Entw&uuml;rfen von Verfassungsbeschwerden gegen die allgemeine Impfpflicht in den Startl&ouml;chern stehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/whatever-it-takes-ii\/\">Thorsten Kingreen auf Verfassungsblog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Linke sollte nicht so viel auf &bdquo;Schwurbler&ldquo; schimpfen<\/strong><br>\nFast aus dem Bundestag geflogen, voll in der Krise: Wie geht es weiter mit der Linken? Sie trage viel zu sehr selbst zur Spaltung der Gesellschaft bei, schreibt die Psychologin Naisan Raji &ndash; gerade bei Corona. (&hellip;)<br>\nGestern noch geimpft, heute wieder ungeimpft: Dies k&ouml;nnte bald auch f&uuml;r B&uuml;rger ohne Auffrischungsimpfung gelten. Nicht-Geboosterten drohen dann &auml;hnliche Einschr&auml;nkungen wie Ungeimpften. F&uuml;r die Linkspartei eine Chance, endlich Opposition zu sein gegen die willk&uuml;rliche Einteilung von B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern anhand ihres Impfstatus. Doch die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen: Die polarisierenden Themen wechseln, der Ton der Auseinandersetzungen wird sch&auml;rfer, und die Linkspartei ist jedes Mal mittendrin statt nur dabei. Suggeriert wird, es gehe um die Verteidigung der Demokratie gegen &bdquo;die&ldquo; Demokratiefeinde. Die Existenz der rechten AfD scheint hier beinahe schon dienlich zu sein, schenkt man ihr doch seit 2015 die dankbare Rolle eines Gradmessers f&uuml;r demokratische und antidemokratische Positionen. [&hellip;]<br>\nIn all ihrem Eifer &bdquo;gegen rechts&ldquo; greift die Linkspartei bisweilen nur noch die Ph&auml;nomene gesellschaftlicher Verwahrlosung an, deren Ursache jedoch bestenfalls noch mit Hinweisen auf diesen oder jenen Vorstandsbeschluss. Als im Herbst das Recht auf Entsch&auml;digung bei beh&ouml;rdlich angeordneter Quarant&auml;ne f&uuml;r einen Teil der Bev&ouml;lkerung eingeschr&auml;nkt wurde, gab es sogar innerhalb der Linkspartei Zuspruch. Dabei muss jedem klar sein, dass dies nur die Blaupause war f&uuml;r weitere Angriffe auf unsere Arbeitnehmerrechte. Das zeigt sich in den neuen Diskussionen darum, ob der Bezug von Arbeitslosengeld f&uuml;r Ungeimpfte gestrichen werden soll. W&auml;hrend all dies von einer sozialdemokratisch gef&uuml;hrten Bundesregierung diskutiert wird, ist die Linkspartei unangenehm schweigsam. Die Linkspartei muss sich im Klaren sein: Jeder Angriff auf die Rechte der Lohnabh&auml;ngigen wird auf lange Sicht die Stellung der arbeitenden Bev&ouml;lkerung in der Auseinandersetzung um die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums schw&auml;chen. Es muss daher Schluss sein mit den spalterischen Ablenkungsman&ouml;vern anhand konstruierter moralischer B&uuml;rgerpflichten. Der Streit um die Demokratisierung der Arbeitswelt und damit der Lebensrealit&auml;t von Millionen muss wieder priorit&auml;re Praxis in der Linkspartei werden, wenn sie eine Zukunft haben will.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/die-linke-sollte-nicht-so-viel-von-schwurblern-reden\">Naisan Raji in der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Kurz nach der Bundestagswahl erschien dieser Beitrag: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76459\">Bundestagswahl: Die LINKE steht am Abgrund<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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