{"id":81146,"date":"2022-02-23T16:58:00","date_gmt":"2022-02-23T15:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81146"},"modified":"2022-02-24T15:28:37","modified_gmt":"2022-02-24T14:28:37","slug":"russland-die-stadt-auf-dem-berge-und-der-grosse-wahn-von-thomas-bargatzky","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81146","title":{"rendered":"Russland, die \u201eStadt auf dem Berge\u201c und der gro\u00dfe Wahn. Von Thomas Bargatzky"},"content":{"rendered":"<p>Der Autor des folgenden Textes war Professor f&uuml;r Ethnologe und arbeitete immer wieder auch &uuml;ber sicherheitspolitische Fragen. Dazu hat er 2020 ein Buch ver&ouml;ffentlicht: &bdquo;<em>Der gro&szlig;e Wahn. Der neue Kalte Krieg und die Illusionen des Westens&ldquo;. &ndash; <\/em>Ich habe ihn gebeten, seine wichtigsten Beobachtungen f&uuml;r die NachDenkSeiten zusammenzufassen. Seinen Text &uuml;ber ideologische Hintergr&uuml;nde des aktuellen Konflikts &ndash; irre ideologische Hintergr&uuml;nde, wie ich meine &ndash; geben wir unseren Leserinnen und Lesern hiermit zur Kenntnis und zur Diskussion. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Russland, die &bdquo;Stadt auf dem Berge&ldquo; und der gro&szlig;e Wahn.<\/strong><\/p><p>Ratlosigkeit breitet sich aus: Wie konnte es zu der bedrohlichen Konfrontation zwischen Russland und den USA kommen, die sich im Kampf um die Ukraine manifestiert? Vor allem jene, die sich noch an die Ostpolitik der SPD und Willy Brandts erinnern und hinter ihr standen, k&ouml;nnen nur ungl&auml;ubig den Kopf sch&uuml;tteln. Was bewegt die euro-amerikanischen politisch-medialen Eliten, sich zu solch potentiell selbstm&ouml;rderischem Handeln hinrei&szlig;en zu lassen?<\/p><p>Die Ukraine sei ein wichtiger geopolitischer Dreh- und Angelpunkt auf dem europ&auml;ischen Schachbrett, schreibt Zbigniew Brzezinski in seinem Buch &bdquo;Die einzige Weltmacht&ldquo; (&bdquo;The Grand Chessboard&ldquo;, 1997). Ohne die Ukraine sei Russland kein eurasisches Reich mehr. Sollte Moskau allerdings die Herrschaft &uuml;ber die Ukraine mit ihren Millionen Menschen, bedeutenden Bodensch&auml;tzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen, erlangte Russland automatisch die Mittel, ein m&auml;chtiges, Europa und Asien umspannendes Reich zu werden.<\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich geht es im Auftreten des Westens gegen&uuml;ber Russland auch um geopolitische Machtprojektion und Wirtschaftsinteressen. Der Widerstand gegen Nordstream 2 ist ein Beispiel. Deutschland soll ja nicht nur teures US-Fl&uuml;ssiggas kaufen, sondern zugleich auch die Rolle des Dollars als Petrodollar und weltweit dominierende Reserve- und Leitw&auml;hrung st&uuml;tzen &ndash; die Rechnungen w&uuml;rden ja mit Greenbacks bezahlt. Aber die Verengung des Blicks auf wirtschaftliches und politisches Kalk&uuml;l alleine w&uuml;rde uns ratlos zur&uuml;cklassen. Um die Feindseligkeit der amerikanischen Eliten und ihrer europ&auml;ischen Br&uuml;der und Schwestern im Geiste gegen&uuml;ber Russland zu verstehen, m&uuml;ssen wir tiefer sch&uuml;rfen. Auch bestimmte Ideen spielen eine ausschlaggebende Rolle. Menschliches Handeln wird stets auch durch fundamentale, nichthinterfragte Ideen geleitet. Das f&uuml;hrt oft in eine Sackgasse, aus denen wir nur schwer wieder herausfinden. In solch einer Sackgasse befindet sich der Westen heute.<\/p><p>Nach der von US-Pr&auml;sident Richard Nixon eingeleiteten Entspannungspolitik mit China und Pr&auml;sident Ronald Reagans Interessenausgleich mit der Sowjetunion in Gestalt seiner Abr&uuml;stungspolitik wird China l&auml;ngst wieder als Bedrohung wahrgenommen, aber vor allem Russland gilt wieder als Hauptfeind des Westens. Dabei ist die Kriegsgefahr heute gr&ouml;&szlig;er als jemals seit dem Ende des Kalten Krieges, weil die NATO von einem reinen Verteidigungsb&uuml;ndnis zu einem Werkzeug der globalen amerikanischen Machtprojektion umgewandelt wurde, das sich gleichsam bis an die T&uuml;rschwelle Russlands ausbreitete.<\/p><p>Im politischen Handeln des Westens in der gegenw&auml;rtigen Weltlage kommen zwei fundamentale Leitideen zum Ausdruck, die den Ballast klischeeverhafteter Vorstellungen mit sich tragen. Die erste Leitidee ist &bdquo;Asiens Drang nach Westen&ldquo;. Die zweite Leitidee, Amerika als &bdquo;Stadt auf dem Berge&ldquo; (Matth&auml;us 5,14) und leuchtendes Vorbild f&uuml;r alle V&ouml;lker der Erde, ist tief im Denken der Amerikaner angels&auml;chsischer Herkunft verwurzelt und bestimmt bis in die Gegenwart die politische Rhetorik und das Handeln der US-amerikanischen Eliten. Amerika als &bdquo;auserw&auml;hlte Nation&ldquo; sei aufgrund ihrer &bdquo;offenkundigen Bestimmung&ldquo; (<em>manifest destiny<\/em>) dazu ausersehen, der Welt das Heil zu bringen, und zwar in Form der Demokratie nach amerikanischem Muster in jedem Land der Welt. Diese Leitidee ist die spezifisch amerikanische Auspr&auml;gung allgemein-angels&auml;chsischer &Uuml;berlegenheitsphantasien, die in rassistischer F&auml;rbung das Denken im 19. Jahrhundert pr&auml;gten und gegen&uuml;ber China und Russland auch noch heute pr&auml;gen.<\/p><p>Die zweite Leitidee ist zwar die j&uuml;ngere, aber seit dem Ende des Kalten Krieges und dem Untergang der Sowjetunion entfaltet sie eine auf globale Ver&auml;nderung gerichtete Triebkraft, die droht, die Welt in den Abgrund zu st&uuml;rzen.<\/p><p>&bdquo;<strong>Asiens Drang nach Westen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Das Verh&auml;ltnis der Europ&auml;er zum Osten war seit jeher durch Zwiesp&auml;ltigkeit gepr&auml;gt. Einerseits hei&szlig;t es: &bdquo;<em>ex oriente lux<\/em>&ldquo; &ndash; aus dem Osten kommt das Licht h&ouml;herer Kultur und tieferen Wissens, andererseits weckte der Osten Ur&auml;ngste vor dem innerasiatischen Raum, aus dem immer wieder V&ouml;lker nach Westen dr&auml;ngten und Europa bedrohten, wie es der Althistoriker Franz Altheim in seinem Buch &bdquo;Reich gegen Mitternacht&ldquo; darstellt. Der moderne Widerhall dieser Ideen findet sich in Brzezinskis oben erw&auml;hnter geostrategischer Programmfibel f&uuml;r die USA als &bdquo;einziger Weltmacht&ldquo; nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion.<\/p><p>Eine geostrategische Sicht auf Eurasien beherrschte auch das Denken des englischen Geographen Halford Mackinder. Russland tritt an die Stelle des Mongolenreichs, schrieb er 1904 in dem Artikel &bdquo;The Geographical Pivot of History&ldquo;, der die &Auml;ngste der anglophonen Welt vor einem Zusammenschluss der beiden Kontinentalm&auml;chte Deutschland und Russland auf den Punkt bringt &ndash; eine Angst, die ja heute noch besteht. Auf der B&uuml;hne der Weltpolitik, so Mackinder, habe Russland die zentrale strategische Position inne, die Deutschland in Europa besitzt. Wer aber das &bdquo;eurasische Kernland&ldquo; beherrscht, der beherrsche die Welt.<\/p><p>Die &bdquo;maritime Erg&auml;nzung&ldquo; zu Mackinders Kernland-Theorie stammt von Nicholas Spykman. Sie betont die Bedeutung der &bdquo;Randl&auml;nder&ldquo; Eurasiens (<em>Rimland<\/em>) f&uuml;r die geopolitisch basierte Machtprojektion der USA. Wer die f&uuml;r den Welthandel vitalen maritimen Handelsrouten l&auml;ngs der Randl&auml;nder kontrolliert, kann Bestrebungen der politisch-wirtschaftlichen Einigung Eurasiens konterkarieren.<\/p><p>Die Auseinandersetzung mit dem Werk Mackinders und Spykmans, das seine Fortsetzung in Zbigniew Brzezinskis geopolitischen Entw&uuml;rfen findet, lohnt sich auch heute noch, da ihre Ideen musterbeispielhaft die westlichen Einstellungen langer Dauer bez&uuml;glich Russlands und Chinas zum Ausdruck bringen. Von ihnen f&uuml;hrt ein direkter Weg zu den geostrategischen Leitideen, die das politische Handeln des Westens auch noch heute bestimmen, nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Der Wiederaufstieg Russlands und Chinas Projekt einer Eurasien umfassenden Infrastruktur &ndash; Stichwort: &bdquo;Neue Seidenstra&szlig;e&ldquo; &ndash; sind f&uuml;r die herrschenden Kreise im Westen Grund genug, sich von solchen Ideen inspirieren zu lassen.<\/p><p><strong>Die &bdquo;Stadt auf dem Berge&ldquo; als &bdquo;gutm&uuml;tiger Hegemon&ldquo;<\/strong><\/p><p>Der bald nach Pr&auml;sident Reagans Amtszeit erfolgte Zusammenbruch der Sowjetunion, der schnelle Sieg im Ersten Irak-Krieg 1991 und die Aufl&ouml;sung des Warschauer Paktes im selben Jahr l&ouml;sten Triumphgef&uuml;hle sondergleichen im Westen aus. Freie Marktwirtschaft, Demokratie und der &bdquo;<em>American way of life<\/em>&ldquo; h&auml;tten gleichsam das &bdquo;Ende der Geschichte&ldquo; herbeigef&uuml;hrt, wie Francis Fukuyama verk&uuml;ndete, einer der akademischen Hofs&auml;nger, die sich in den &bdquo;Denkfabriken&ldquo; im Machtzentrum der &bdquo;einzigen Supermacht&ldquo; USA tummeln. Reagans Nachfolger im Pr&auml;sidentenamt, George H.W. Bush, gab schon seit 1990 in mehreren Reden vor dem Kongress die Parole von der &bdquo;<em>new world order<\/em>&ldquo; aus, der &bdquo;neuen Weltordnung der Freiheit und Menschenrechte in jedem Land der Erde&ldquo;.<\/p><p>Der den US-Demokraten nahestehende Journalist Thomas L. Friedman feiert die USA in dem langen Essay &bdquo;A Manifesto for the Fast World&ldquo; (<em>New York Times<\/em>, 1999) als &bdquo;gutm&uuml;tigen Hegemon&ldquo;, der f&uuml;r die Sicherung der Globalisierung unverzichtbar ist: &bdquo;Die unsichtbare Hand des Marktes&ldquo; k&ouml;nne niemals ohne die &bdquo;unsichtbare Faust&ldquo; wirksam sein &ndash; McDonald kann nicht ohne McDonnell Douglas florieren, den Hersteller des Mehrzweckkampfflugzeugs F-15. All der Reichtum, der mit Hilfe der Unternehmen im Silicon Valley erzeugt wird, brauche eine Welt, die durch eine &bdquo;gutm&uuml;tige Supermacht&ldquo; stabilisiert wird und deren Hauptstadt sei Washington, D.C.<\/p><p>Denkfabrik-Ideologen aus dem Umfeld der Republikaner wie Robert Kagan nahmen die Parolen von der &bdquo;neuen Weltordnung&ldquo; auf und verbanden sie mit der Leitidee von Amerika als der &bdquo;unverzichtbaren Nation&ldquo; (<em>indispensable nation<\/em>). Eine &bdquo;neue Weltordnung&ldquo; der allgemeinen Demokratisierung und des Wohlstands m&uuml;sse unter &bdquo;<em>American leadership<\/em>&ldquo; aufgerichtet werden. Asiens Drang nach Westen, getragen von China und Russland, m&uuml;sse gleichsam jetzt und f&uuml;r alle Zeit von der au&szlig;erordentlichen, unverzichtbaren &bdquo;Stadt auf dem Berge&ldquo; abgewehrt werden. Dieses Gedankengut konnte sich w&auml;hrend der Pr&auml;sidentschaft von George W. Bush von den Republikanern und Barack Obama von den Demokraten voll entfalten.<\/p><p><strong>Eine kurze Geschichte der Idee der &bdquo;offenkundigen Bestimmung&ldquo;<\/strong><\/p><p>General Mahmoud Ahmed, der Leiter des pakistanischen Milit&auml;rgeheimdienstes ISI (Inter Services Intelligence), hielt sich im September 2001 zu einem der regelm&auml;&szlig;igen Konsultationsbesuche in den Vereinigten Staaten auf und traf sich am fr&uuml;hen Morgen des 11. Septembers mit den Vorsitzenden der Geheimdienstaussch&uuml;sse des Repr&auml;sentantenhauses und des Senats. Um die Mittagszeit des folgenden Tages bestellte der amerikanische Vizeau&szlig;enminister Richard Armitage den pakistanischen General zu einem Gespr&auml;ch ein. General Ahmed wollte mit dem amerikanischen Politiker &uuml;ber die Geschichte der Beziehungen zwischen den USA und Pakistan sprechen, aber Armitage schnitt ihm das Wort ab: &bdquo;Ich kenne die Geschichte Pakistans sehr gut, General, aber wir sprechen &uuml;ber die Zukunft, und f&uuml;r Sie und uns beginnt die Geschichte jetzt&ldquo;. In seinen Memoiren emp&ouml;rt sich Pakistans Pr&auml;sident Pervez Musharraf &uuml;ber Armitage, der Pakistan vor die Wahl stellte, sich entweder f&uuml;r Amerika zu entscheiden oder von den USA in die Steinzeit zur&uuml;ckgebombt zu werden.<\/p><p>Armitages Sorgen wegen der Beziehungen zwischen dem Verb&uuml;ndeten Pakistan und den Taliban waren nicht unbegr&uuml;ndet. Was seine Auslassungen in dem hier zur Debatte stehenden Zusammenhang so bemerkenswert macht sind jedoch die br&uuml;sken Worte: &bdquo;Die Geschichte beginnt jetzt&ldquo; (&bdquo;history starts now&ldquo;). Die Geschichte beginnt jetzt: Das hei&szlig;t, wir haben eine Mission, und die werden wir erf&uuml;llen, ganz gleich, welche historisch begr&uuml;ndbaren Anspr&uuml;che ihr ins Feld f&uuml;hrt, und wenn daf&uuml;r Krieg gef&uuml;hrt werden muss, dann werden wir ihn gewinnen.<\/p><p>Amerika als die au&szlig;erordentliche Nation, die beauftragt ist, eine neue Weltordnung herbeizuf&uuml;hren, mit der die Geschichte von Neuem beginnt und f&uuml;r die die Vergangenheit keine Rolle spielt: Armitage beschwor hier Denkfiguren, die in das angels&auml;chsische amerikanische Bewusstsein von Anbeginn an gleichsam eingebrannt sind. Bereits zur Zeit der Gr&uuml;ndung der Neuengland-Kolonien gewann die Vorstellung vom eigenen Auserw&auml;hltsein den f&uuml;r die sp&auml;teren USA typischen weltrevolution&auml;r-radikalen und missionarisch aufgeladenen Schwung.<\/p><p>Amerikas &bdquo;Mission&ldquo;, die Welt als auserw&auml;hltes Volk zu erneuern, hatte schon der puritanische Laienprediger, Anwalt und Politiker John Winthrop in seiner Predigt &bdquo;A Model of Christian Charity&ldquo; verk&uuml;ndigt. &bdquo;Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein&ldquo;. Mit diesen Worten aus der Bergpredigt (Matth&auml;us 5,14) wandte er sich 1630 an die Siedler der Massachusetts Bay. Sie sollten eine &bdquo;Stadt auf dem Berge&ldquo; in der Nachfolge Jesu Christi errichten, der ganzen Welt als Zeichen und zum Vorbild. Winthrop stiftete damit gleichsam das inoffizielle Motto der sp&auml;teren USA, denn das Selbstbewusstsein des amerikanischen Volkes, das sich aus der Gewissheit speist, zum Tr&auml;ger einer besonderen menschheitsbegl&uuml;ckenden &bdquo;offenkundigen Bestimmung&ldquo; (<em>manifest destiny<\/em>) berufen zu sein, findet in der Metapher der &bdquo;Stadt auf dem Berge&ldquo; den passenden Ausdruck.<\/p><p>Thomas Paine, der Propagandist der amerikanischen Unabh&auml;ngigkeitsbewegung, kn&uuml;pft in seinem Traktat &bdquo;Common Sense&ldquo; (1776) an den Gehalt der Metapher der Stadt auf dem Berge an und versch&auml;rft sie zugleich. Die Gr&uuml;ndung der USA entspricht bei Paine der Neuerschaffung der Welt nach der Sintflut: &bdquo;Wir sind dazu aufgerufen, und die Gelegenheit ist nun vorhanden, die edelste und makelloseste Verfassung auf dem Antlitz der Erde zu schaffen. Es steht in unserer Macht, die Welt neu zu beginnen. Seit den Tagen Noahs gab es keine Lage mehr, die der heutigen gleicht. Die Geburt einer neuen Welt steht bevor&ldquo;.<\/p><p>Die Gr&uuml;ndung der Vereinigten Staaten von Amerika entspricht also der Neuerschaffung der Welt nach der Sintflut. Durch sie wird ein neues Kapitel im Buche des Bundes zwischen Gott und der Menschheit aufgeschlagen. Die Vereinigten Staaten werden durch diese Worte in eine Heilsgeschichte einger&uuml;ckt, in der die Vergangenheit bedeutungslos ist. Was z&auml;hlt schon die Geschichte, wenn die Zukunft der eigentlichen, wahren neuen Welt vor uns liegt? Die B&uuml;rger der Vereinigten Staaten sind dazu auserw&auml;hlt, sie in der &bdquo;Stadt auf dem Berge&ldquo; dem Rest der Menschheit vorzuleben und die Welt schlie&szlig;lich in diesem Sinne umzuerziehen und umzugestalten.<\/p><p>Die &Uuml;berzeugung von der amerikanischen Auserw&auml;hltheit und der zivilisatorischen Mission der Vereinigten Staaten fand im 19. Jahrhundert in der griffigen Formel &bdquo;<em>manifest destiny<\/em>&ldquo; (offenkundige Bestimmung) ihren b&uuml;ndigen Ausdruck. Als ihr Urheber gilt der Journalist John O&rsquo;Sullivan. Im Jahre 1839 ver&ouml;ffentlichte er einen Aufsatz mit dem bezeichnenden Titel &bdquo;The Great Nation of Futurity&ldquo;. Mit eindringlichen Worten beschw&ouml;rt er darin die Bestimmung der USA als Land der Zukunft. Die Geschichte anderer L&auml;nder sei ohne Bedeutung f&uuml;r die neue amerikanische Nation, denn sie biete dem amerikanischen Volk nichts au&szlig;er abschreckenden Beispielen.<\/p><p>Von O&rsquo;Sullivans &bdquo;<em>manifest destiny<\/em>&ldquo; f&uuml;hrt ein direkter Weg zu einer weiteren Leitidee des amerikanischen Selbstbewusstseins: der sogenannten &bdquo;<em>Frontier<\/em>-These&ldquo;. Der Historiker Frederick Jackson Turner ver&ouml;ffentlichte 1893 seine Schrift &bdquo;The Frontier in American History&ldquo; &uuml;ber die Bedeutung der Grenze in der amerikanischen Geschichte. Darin verk&uuml;ndete er seiner Leserschaft, dass die egalit&auml;re, demokratische, freiheitliche Gesinnung der Amerikaner, ihre Neuerungsbereitschaft und der aggressive Zug ihres Nationalcharakters auf ihrer dem Fortschritt verpflichteten Mission beruhe, die Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation immer weiter nach Westen voranzutreiben.<\/p><p>Die Leitidee des &bdquo;<em>manifest destiny<\/em>&ldquo; nahm unter den Pr&auml;sidenten Theodore Roosevelt und Woodrow Wilson die machtpolitisch wirksame Form an, die sie noch heute besitzt. Territoriale Expansion war zu ihrer Zeit nicht mehr das Ziel der US-Politik, sondern politische Dominanz und das Recht auf Intervention in anderen Staaten der amerikanischen Hemisph&auml;re. Theodore Roosevelts Jahresbotschaft an den Kongress vom 6. Dezember 1904 h&uuml;llt den Dominanzanspruch der USA bez&uuml;glich der westlichen Hemisph&auml;re in die gleiche Rhetorik eines selbstverst&auml;ndlichen Eintretens f&uuml;r die grundlegenden Gesetze der zivilisierten Gesellschaft (&bdquo;<em>primary laws of civilized society<\/em>&ldquo;), mit der heutige amerikanische Politiker und Denkfabrik-Intellektuelle den weltweiten Dominanzanspruch der Vereinigten Staaten hinsichtlich der Durchsetzung von Demokratie, guter Regierungsf&uuml;hrung und Menschenrechten rechtfertigen.<\/p><p>Diesem Anspruch sollte schon bei Roosevelt auch durch milit&auml;rische Intervention Geltung verschafft werden. Er nahm f&uuml;r die USA das Recht in Anspruch, als &bdquo;internationale Polizeitruppe&ldquo; aufzutreten, um ihre Interessen in der westlichen Hemisph&auml;re zu sch&uuml;tzen. Durch den sogenannten &bdquo;Roosevelt-Zusatz&ldquo; stellte der Pr&auml;sident die Monroe-Doktrin von 1823 gleichsam auf den Kopf: Die Monroe-Doktrin verk&uuml;ndet die Nichteinmischung der USA in die europ&auml;ischen Angelegenheiten und verlangt im Gegenzug keine Einmischung der Europ&auml;er in der westlichen Hemisph&auml;re.<\/p><p>In seiner Rede vor dem Kongress am 2. April 1917 ging Pr&auml;sident Woodrow Wilson noch ein St&uuml;ck weiter. Er bat den Kongress um die Zustimmung zur Kriegserkl&auml;rung gegen das Deutsche Reich und sprach dabei die programmatischen Worte &bdquo;<em>The world must be made safe for democracy<\/em>&ldquo;, die Welt m&uuml;sse zu einem sicheren Ort f&uuml;r die Demokratie gemacht werden. Den USA falle in diesem weltweiten Kampf die Aufgabe des &bdquo;Streiters f&uuml;r die Rechte der Menschheit&ldquo; zu. In seiner Jahresbotschaft an den Kongress vom 7. Dezember 1920 stimmte er geradezu eine Eloge auf die Demokratie an, die bei ihm zu einem &bdquo;Glauben&ldquo; mutiert, der &bdquo;Reinheit&ldquo; und &bdquo;Spiritualit&auml;t&ldquo; besitzt. Die &bdquo;offenkundige Bestimmung&ldquo; der USA sei es, diesen Geist der Demokratie zu erhalten und zu verbreiten.<\/p><p>Der Pr&auml;sident als Missionar und Laienprediger: Wilson, meint der Sicherheitsexperte Chalmers Johnson (&bdquo;The Sorrows of Empire&ldquo; 2004), schuf die idealistische Grundlage f&uuml;r den amerikanischen Imperialismus, der in unseren Tagen die Form einer &bdquo;Mission der Demokratisierung&ldquo; der Welt angenommen hat. Mehr als irgendein anderer formulierte er die ideologische Begr&uuml;ndung einer interventionistischen Au&szlig;enpolitik, die sich in das Gewand humanit&auml;rer und demokratischer Rhetorik h&uuml;llt.<\/p><p>Im Geiste Wilsons rief Henry R. Luce, der einflussreiche amerikanische Verleger und u.a. Gr&uuml;nder der Zeitschriften &bdquo;Time&ldquo; und &bdquo;Life&ldquo;, im Jahre 1941 das &bdquo;amerikanische Jahrhundert&ldquo; aus. Den Vereinigten Staaten, als dem &bdquo;Guten Samariter der ganzen Welt&ldquo;, falle die Aufgabe zu, alle Hungernden und Verzweifelten der Welt zu n&auml;hren und aufzurichten. Dies k&ouml;nne aber nur dann von Erfolg gekr&ouml;nt sein, wenn Amerika im gleichen Zuge seinen Idealen weltweit Geltung verschafft: Freiheitsliebe, Chancengleichheit, Selbstvertrauen, Gerechtigkeit, Wahrheitsliebe, freie Marktwirtschaft, Fortschritt. Nur in solch einer nach amerikanischem Vorbild geformten Welt, meint Luce, k&ouml;nnen auch die Vereinigten Staaten auf Dauer bestehen. &bdquo;Regelbasierte Weltordnung&ldquo; lautet die heute jenseits des Atlantiks ausgegebene Parole. Der Historiker und Oberst a.D. der US-Armee, Andrew Bacevich, hat sie in seinem Buch mit dem doppeldeutigen Titel &bdquo;Washington Rules&ldquo; genau beschrieben: Washington herrscht &ndash; nach Washingtons Regeln.<\/p><p><strong>Der Aufstieg der Neokonservativen<\/strong><\/p><p>Ideologische und wirtschaftliche Faktoren haben sich speziell in den USA zu einem geostrategischen Faktorenb&uuml;ndel verknotet, das kaum noch entwirrbar zu sein scheint. Sie kommt in einer neuen Sicht auf die Menschenrechte zum Ausdruck, einer Sicht, deren Anerkennung der nichtwestlichen Majorit&auml;t der Weltbev&ouml;lkerung als verbindlich, weil angeblich universell g&uuml;ltig, zugemutet wird.<\/p><p>Die Prinzipien der staatlichen Souver&auml;nit&auml;t und der souver&auml;nen Gleichheit aller Staaten, bis zum Ende des Kalten Krieges Leitideen der Regelung zwischenstaatlicher Beziehungen, werden durch die Neokonservativen systematisch delegitimiert. Die Souver&auml;nit&auml;t der Staaten sei &uuml;berholt. Die &Uuml;berwachung der Einhaltung der Menschenrechte sei die neue zukunftsorientierte Mission der Staaten des westlichen Lagers, die sich das Recht herausnehmen, per Selbsterm&auml;chtigung zum Schutz dieser Rechte auch milit&auml;rische &bdquo;humanit&auml;re Interventionen&ldquo; in anderen Staaten durchzuf&uuml;hren. Dies ist nichts anderes als die Wiederkehr des &uuml;berwunden geglaubten &bdquo;Rechtes des St&auml;rkeren&ldquo; in den zwischenstaatlichen Beziehungen.<\/p><p>Aus diesem Geist heraus bescherten Pr&auml;sident George W. Bush und die ihn st&uuml;tzenden Kreise der Welt das Desaster des zweiten Irakkrieges: Die gesamte islamisch gepr&auml;gte Region von Marokko bis Pakistan (<em>Greater Middle East<\/em>) sollte nach amerikanischen Vorstellungen von Freiheit und Demokratie umgeformt werden. Der von der Tyrannei befreite und demokratisierte Irak sollte dabei nur der erste Dominostein sein, der gem&auml;&szlig; der &bdquo;demokratischen Domino-Theorie&ldquo; gleichsam alle anderen islamischen L&auml;nder nach sich in die Freiheit zieht. Der Umbau des Irak sollte nur der erste Schritt auf dem langen Wege des Umbaus der gesamten Region sein.<\/p><p>Mit der rhetorischen Entwertung des Staates geht eine Entpolitisierung des Begriffs der Menschenrechte einher, die urspr&uuml;nglich, mit dem Aufkommen der Idee der Volkssouver&auml;nit&auml;t zur Zeit der Aufkl&auml;rung und S&auml;kularisierung, die Rechte des B&uuml;rgers, des <em>citoyens<\/em>, auf politische Bet&auml;tigung gegen&uuml;ber der von ihm eingesetzten Obrigkeit sch&uuml;tzen sollten. Im Gleichschritt wird parallel zu dieser Delegitimierung des Staates und der staatlichen Souver&auml;nit&auml;t sowie, ganz allgemein, des Kollektivs, der Begriff des B&uuml;rgers entpolitisiert und individualisiert. Der B&uuml;rger ist nicht mehr B&uuml;rger eines Staates, sondern &bdquo;B&uuml;rger der Menschheit&ldquo;, er ist &bdquo;<em>global citizen<\/em>&ldquo;.<\/p><p>Da Kollektive sich aufgrund ihrer je eigenen geschichtlichen Erfahrungen definieren, unterscheiden sie sich auch bez&uuml;glich der Art und Weise, in der das Verh&auml;ltnis zwischen Einzelnem und Kollektiv verstanden wird. Ein einziges Modell &ndash; das westliche, individualistische, der Gegenwart &ndash; kann nicht f&uuml;r alle verbindlich sein. Genau von dieser &Uuml;berzeugung wird jedoch in der Gegenwart das Handeln der westlichen Eliten unter Federf&uuml;hrung der USA geleitet. Parallel zur Entpolitisierung des Begriffs der Menschenrechte verzeichnen wir dort seit der Regierungszeit des Pr&auml;sidenten George H.W. Bush (1989-1993) den Aufstieg bestimmter Kreise, die die Dominanz der USA als &bdquo;einziger Weltmacht&ldquo; f&uuml;r die Aufrichtung einer &bdquo;neuen Weltordnung&ldquo; der amerikanischen Hegemonie ausnutzen. Es handelt sich dabei um die sogenannten &bdquo;Neokonservativen&ldquo;, die &bdquo;<em>Neocons<\/em>&ldquo;.<\/p><p>Mit gro&szlig;er Energie und Entschlossenheit stie&szlig;en die <em>Neocons<\/em> in das machtpolitische Vakuum nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor und besetzten auch den intellektuellen Deutungsraum, der nach der Aufl&ouml;sung der kommunistischen Ideologie anscheinend keine Alternativen zu ihrer universalistischen Lehre von der einen, globalisierten und auf Amerika ausgerichteten neuen Weltordnung mehr enth&auml;lt. Die militante Frontstellung der Neokonservativen gegen M&auml;chte wie China und Russland und ihre Neigung, f&uuml;r die L&ouml;sung au&szlig;enpolitischer Probleme alleine auf das Milit&auml;r zu setzen, haben diesen Kreisen den Ruf eingetragen, eine <em>War Party<\/em> zu sein, in der sich Republikaner und Demokraten trotz ihrer ansonsten durchaus weiterbestehenden innenpolitischen Differenzen zu einer politischen Einheitspartei zusammenfinden.<\/p><p>Die aus Europa mit den angels&auml;chsischen Siedlern ins Land gekommene Leitidee von &bdquo;Asiens Drang nach Westen&ldquo; und die nach dem Ende des Kalten Krieges zum weltumspannenden Kampfauftrag mutierte Idee der &bdquo;Stadt auf dem Berge&ldquo; verbinden sich in der Weltanschauung der Neokonservativen zu einer explosiven Mischung, in der Amerikas globale Machtprojektion als gleichsam g&ouml;ttlicher Auftrag erscheint, eine &bdquo;neue Weltordnung&ldquo; herbeizuf&uuml;hren. Dazu braucht es aber wiederum ein starkes Milit&auml;r. Eine <em>Grand Strategy<\/em> sei n&ouml;tig, hei&szlig;t es, eine &bdquo;Gro&szlig;e Strategie&ldquo;, um China und Russland in die Schranken zu weisen, ja zu unterwerfen, damit diese neue Ordnung aufgerichtet werden kann. Die &bdquo;<em>Grand Strategy<\/em>&ldquo; erweist sich heute mehr und mehr als &bdquo;Gro&szlig;er Wahn&ldquo;, der droht, die Welt in den Untergang eines Atomkriegs zu f&uuml;hren. Ein Z&uuml;ndeln im Nahen Osten oder in der Ukraine kann jederzeit den Weltbrand ausl&ouml;sen.<\/p><p>Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Untergang des Warschauer Paktes gab es keinen rational nachvollziehbaren Grund f&uuml;r den Westen, in den Denkmustern des Kalten Krieges zu verharren und im Osten weiterhin den Feind zu suchen, dem man entgegentreten muss. Dies alles wird nur dann verst&auml;ndlich, wenn wir uns vor Augen halten, dass wir es hier auch mit dem Einfluss von Ideen der langen Dauer zu tun haben, die nicht nur im angels&auml;chsischen Denken tief verwurzelt sind. Diese Ideen b&uuml;ndeln sich in der &Uuml;berzeugung der letztendlichen moralischen und intellektuellen Vorrangstellung des Westens. Dass immer weniger Menschen in Russland und China bereit sind, sich dieser Vorstellung unterzuordnen, empfinden die westlichen Eliten als unverzeihbare, t&ouml;dliche Kr&auml;nkung.<\/p><p>Welche Chance hat Europa, sich dieser Spirale des Wahnsinns zu entziehen, in der die <em>Neocon<\/em>-gef&uuml;hrte Welt einem Abgrund entgegentaumelt? Die pessimistische Antwort lautet: Die Chancen stehen schlecht. Mit den Neokonservativen wird es keinen Frieden geben, aber nur Amerika selber kann den Kraftakt vollbringen, sich des Einflusses ihrer Ideen zu entziehen. Die europ&auml;ischen politisch-medialen und akademischen Eliten haben sich andererseits zu sehr mit dem Denken, den Zielen und den Attit&uuml;den der <em>Neocon<\/em>-gesteuerten USA identifiziert, um aus eigener Kraft einen Befreiungsschlag f&uuml;hren zu k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>CV Thomas Bargatzky<\/strong><\/p><p>Thomas Bargatzky (geb. 1946 in Brannenburg am Inn) studierte Ethnologie, Altamerikanistik und Soziologie in M&uuml;nchen und Hamburg. 1990 Berufung zum Professor f&uuml;r Ethnologie an der Universit&auml;t Bayreuth. Er war Gastprofessor an der Universit&auml;t Wien, <em>Foreign Visitor<\/em> am East-West Center in Honolulu, Hawaii, und <em>Visiting Scholar<\/em> an der Indiana University<em> <\/em>in Bloomington, Indiana, USA. Seit Oktober 2011 ist er im Ruhestand. Er f&uuml;hrte ethnologische Feldforschungen in Samoa (Polynesien) und ethnologisch-historische Forschungen im nordamerikanischen S&uuml;dwesten durch. Neben seinen ethnologischen Forschungsschwerpunkten arbeitet er auch &uuml;ber sicherheitspolitische Themen und hat dazu zahlreiche Artikel verfasst. Seine letzte Buchpublikation ist: <em>Der gro&szlig;e Wahn. Der neue Kalte Krieg und die Illusionen des Westens<\/em>, Baden-Baden, 2020.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Autor des folgenden Textes war Professor f&uuml;r Ethnologe und arbeitete immer wieder auch &uuml;ber sicherheitspolitische Fragen. Dazu hat er 2020 ein Buch ver&ouml;ffentlicht: &bdquo;<em>Der gro&szlig;e Wahn. Der neue Kalte Krieg und die Illusionen des Westens&ldquo;. &ndash; <\/em>Ich habe ihn gebeten, seine wichtigsten Beobachtungen f&uuml;r die NachDenkSeiten zusammenzufassen. Seinen Text &uuml;ber ideologische Hintergr&uuml;nde des aktuellen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81146\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,181,201],"tags":[379,2986,2102,1426,2529,2824,2175,2301,305,466,3125,259,260,1556],"class_list":["post-81146","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-europapolitik","category-ideologiekritik","tag-china","tag-exzeptionalismus","tag-geostrategie","tag-hegemonie","tag-imperialismus","tag-individualismus","tag-interventionspolitik","tag-konfrontationspolitik","tag-menschenrechte","tag-nato","tag-regelbasierte-ordnung","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81146","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81146"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81146\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81204,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81146\/revisions\/81204"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81146"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81146"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81146"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}