{"id":81222,"date":"2022-02-27T11:45:45","date_gmt":"2022-02-27T10:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81222"},"modified":"2022-02-27T14:20:07","modified_gmt":"2022-02-27T13:20:07","slug":"das-maerchen-vom-star-oder-in-der-ersten-reihe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81222","title":{"rendered":"Das M\u00e4rchen vom Star &#8211; Oder: In der ersten Reihe"},"content":{"rendered":"<p>Viele B&uuml;rger haben falsche Vorstellungen &uuml;ber das Arbeiten in kreativen Bereichen. W&auml;hrend oft das Bild verw&ouml;hnter Stars diese Vorstellung dominiert, sieht die materielle Realit&auml;t etwa f&uuml;r viele Schauspieler ganz anders aus. Eine fragw&uuml;rdige Rolle spielen dabei auch die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender. Von <strong>Matthias Bauer<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81222#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>].<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8639\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-81222-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220225-Das-Maerchen-vom-Star-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220225-Das-Maerchen-vom-Star-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220225-Das-Maerchen-vom-Star-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220225-Das-Maerchen-vom-Star-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=81222-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220225-Das-Maerchen-vom-Star-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220225-Das-Maerchen-vom-Star-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Vorstellung vieler in &bdquo;normalen&ldquo; Berufen hart arbeitender Menschen im Bezug auf Schauspieler oder Promis anderer Art, die ihnen in TV, Internet und Print-Medien regelm&auml;&szlig;ig begegnen, ist gerne verkn&uuml;pft mit der Annahme, dass solche Menschen mit mehr als ausreichend finanziellen Mitteln versorgt sind, sie, wie man so sch&ouml;n sagt, in &bdquo;Saus und Braus&ldquo; leben und sich um Dinge wie Lebensunterhalt oder gar Altersvorsorge keinerlei Gedanken machen m&uuml;ssen.<\/p><p>Das Bild vom &bdquo;Star&ldquo;, der am eigenen Pool fl&auml;zt und sich dank astronomischer Tagesgagen um die Probleme, die normale Sterbliche haben, nicht zu scheren braucht, ist in den K&ouml;pfen immer noch fest verankert. <\/p><p>Durch Presse und Medien wird dieses Bild auch entsprechend aufrechterhalten, indem man z.B. in sch&ouml;ner Regelm&auml;&szlig;igkeit die Verm&ouml;gensdaten von Hollywood-Schaffenden ver&ouml;ffentlicht und der deutsche Leser und Konsument dann logischerweise davon ausgeht, dass sich das hierzulande, zumindest bei den bekannteren und gern gesehenen A-, B- und C-Promis, die sich flei&szlig;ig im bunten Bl&auml;tterwald tummeln, ebenso verh&auml;lt.<\/p><p>Da entsteht dann schon einmal das Stammtisch-Vorurteil: &bdquo;Nix arbeiten, aber viel Kohle machen!&ldquo; In einem Land wie unserem, in dem der Sozialneid nach wie vor und breit medial gesch&uuml;rt und gepflegt wird, ist das dann eine gern genutzte Projektion und f&uuml;r jegliche ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema das ultimative Totschlagargument.<\/p><p>Nein, hier geht es beileibe nicht um Jammern auf hohem Niveau, sondern vielleicht eher um das Zurechtr&uuml;cken eines wahren B&uuml;ndels von Vorurteilen, die nicht ganz ohne Zweck und Ziel immer wieder gerne ausgepackt und befeuert werden.<\/p><p>Es gibt in Deutschland keine Stars, die auch nur ann&auml;hernd auf dem Niveau der Gagen von Hollywoodstars bezahlt werden. Eine Handvoll deutscher Schauspielerinnen und Schauspieler hat es erfolgreich nach Hollywood geschafft und die m&uuml;ssen sich, zwar auf wesentlich h&ouml;herem Niveau als hierzulande, aber trotzdem auch, im dort noch viel extremeren Haifischbecken des Konkurrenzkampfes behaupten. Nat&uuml;rlich kann diese Handvoll jenseits des Atlantiks schwer ackernder Kollegen &uuml;ber Schauspieler-Gagen in Deutschland nur milde l&auml;cheln.<\/p><p>Wir haben hierzulande eine Spitzengruppe von sehr gefragten Schauspielern und Schauspielerinnen, die fraglos und ganz sicher gutes Geld verdienen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil einige aus dieser Spitzengruppe sich M&ouml;glichkeiten geschaffen haben, ihre eigenen oder von ihnen ma&szlig;geblich mitgestalteten Stoffe f&uuml;r TV und Kino selbst zu produzieren oder mit zu produzieren und sich damit Zugang zu ganz anderen Einkommensm&ouml;glichkeiten geschaffen haben. Wir reden hier &uuml;ber etwa 20-30 sehr namhafte Kollegen und Kolleginnen. <\/p><p>Daran schlie&szlig;t sich eine zweite Gruppe von 200-300 gut und regelm&auml;&szlig;ig besch&auml;ftigten Schauspielern an, die ordentliche Gagen bekommen und von ihrer T&auml;tigkeit gut leben k&ouml;nnen. Bereits in diesem Segment kann es jedoch f&uuml;r Jede und Jeden jederzeit zu l&auml;ngeren Durststrecken kommen. Mit opulentem, gar hollywoodartigem Luxus, wie er uns im bunten Bl&auml;tterwald immer wieder entgegenschimmert, hat das allerdings nichts zu tun.<\/p><p>Die n&auml;chste Gruppe bildet die breite Basis. Das sind vielleicht 25.000-40.000 Schauspielerinnen und Schauspieler und solche, die es werden wollen, die nat&uuml;rlich vom Wunsch beseelt sind, m&ouml;glichst in die n&auml;chsth&ouml;here Liga aufzusteigen. Gut die H&auml;lfte davon d&uuml;rfte derzeit arbeits- bzw. erwerbslos sein.<\/p><p>Hier tobt der &Uuml;berlebenskampf an allen Ecken und Enden, da muss man schon mal zwischendurch branchenfremd t&auml;tig werden, Kellnern oder Regale im Supermarkt einr&auml;umen, schlimmstenfalls HartzIV beantragen, wenn es, wie immer mal wieder, gar nicht reicht, um Miete und Rechnungen zu bezahlen. <\/p><p>Auch der gro&szlig;en Masse von US-Fernseh-Schauspielern, die von Hollywood nur tr&auml;umen k&ouml;nnen, d&uuml;rfte es im Land der unbegrenzten M&ouml;glichkeiten auch nicht viel anders gehen. Soweit also die Realit&auml;t. <\/p><p>Was all diese Menschen in ihren v&ouml;llig unterschiedlichen Lebenssituationen vereint, egal ob erfolgreich oder nicht, ist, dass sie ihren Beruf lieben und mit Leidenschaft ausf&uuml;llen, wenn sie denn die Gelegenheit dazu bekommen, auch wenn das Leben als &bdquo;Freiberufler&ldquo; ansonsten weder ein Ponyhof noch eine klotzige Western-Ranch ist. <\/p><p>Denn leicht macht man es Schauspielerinnen und Schauspielern in diesem Land &ndash; genauso wie allen anderen Kreativen, die von ihrer Kunst leben m&ouml;chten &ndash; nicht.<\/p><p>Auch zu der immer wiederkehrenden Diskussion &uuml;ber die Sinnhaftigkeit von h&ouml;chst unsozial strukturierten Zwangsgeb&uuml;hren f&uuml;r den Betrieb &ouml;ffentlich-rechtlicher Rundfunk- und Fernsehanstalten passt vielleicht dieser Blick auf das Thema aus einem ungew&ouml;hnlichen Winkel, n&auml;mlich quasi von innen. Vonseiten eines f&uuml;r die Programmmacher t&auml;tigen Freiberuflers. <\/p><p>W&uuml;rde ich das hier unter meinem realen Namen ver&ouml;ffentlichen, k&ouml;nnen Sie sicher sein, dass ich im &ouml;ffentlich-rechtlichen Programm nie mehr ein Bein auf den Boden kriegen w&uuml;rde. Es geh&ouml;rt nun mal zum Wesen von monopolistischen Systemen, dass sie Kritik mit allen Mitteln verhindern m&ouml;chten und wenn sie es nicht k&ouml;nnen, mit Ausschluss bestrafen. <\/p><p>Das Pseudonym ist reiner Selbstschutz, denn nat&uuml;rlich ist das mein Beruf und ich bin, wie die meisten anderen Kollegen auch, auf die Ertr&auml;ge aus meiner T&auml;tigkeit angewiesen, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Das m&ouml;chte ich auch weiterhin k&ouml;nnen.<\/p><p>Bis auf ein paar wenige Ausnahmen habe ich in meinem bisherigen Berufsleben fast ausschlie&szlig;lich f&uuml;r die ARD bzw. deren regionale Sender und das ZDF gearbeitet.<\/p><p>Schauspielerinnen und Schauspieler, die bereits auf gute Erfolge zur&uuml;ckblicken k&ouml;nnen, verlassen sich gerne darauf, dass sie ein Gesicht haben, das aus der gegenw&auml;rtigen Fernsehwelt nicht mehr wegzudenken ist. Das ist mittlerweile eine Einsch&auml;tzung, die mit geb&uuml;hrender Vorsicht zu bewerten ist, denn inzwischen, so scheint es, ist jeder ersetzbar. Und zwar aus einem unersch&ouml;pflichen Pool von verzweifelt nach Besch&auml;ftigung suchenden Schauspielern und solchen, die es werden m&ouml;chten. Dieser Beruf und das vielen exotisch anmutende Umfeld hat eine ungebrochene Anziehungskraft. Das gilt im &uuml;brigen auch f&uuml;r viele andere Gewerke, die hinter der Kamera an der Herstellung von Film- und TV-Produktionen beteiligt sind.<\/p><p>Manche, oft gro&szlig;e Produktionsfirmen nutzen inzwischen dieses gro&szlig;e Interesse von jungen und lernwilligen Menschen f&ouml;rmlich aus und binden diese f&uuml;r kein oder wenig Geld, teilweise an wichtigen Schaltstellen, in arbeitsaufw&auml;ndige Produktionsabl&auml;ufe ein. Bis zu sechs unentgeltlich und in Produktionszeiten t&auml;glich an die zw&ouml;lf Stunden arbeitende Praktikanten in einem Dreh-Team, die dann tats&auml;chlich mittels Spenden-Sammlung von allen Team-Kollegen am Ende einer Produktion eher symbolisch und ansonsten gar nicht bezahlt werden, sind heute keine Seltenheit.<\/p><p>Als Schauspieler (meist) bei Fernsehauftragsproduktionen bin ich abh&auml;ngig besch&auml;ftigt und arbeite, sehr zur Verwunderung vieler Au&szlig;enstehender, befristet auf Lohnsteuerbasis. Ich bin in dem Fall jeweils f&uuml;r die Dauer meiner T&auml;tigkeit beim jeweiligen Arbeitgeber, meist einem Auftragsproduzenten, besch&auml;ftigt. Besteuert werde ich allerdings, als w&uuml;rde ich das, was ich da oft in einem relativ kurzem Zeitraum von 2-4 Wochen verdiene, das ganze Jahr &uuml;ber durchg&auml;ngig einnehmen.<\/p><p>Der Maximalsteuersatz ist da keine Seltenheit. Sollten sich f&uuml;r einen Zeitraum zwei oder mehrere Projekte &uuml;berschneiden, muss dann noch eine zus&auml;tzliche Lohnsteuerklasse herhalten, die per se schon den H&ouml;chstsatz an Steuer in Abzug bringt. Wenn es &bdquo;brummt&ldquo;, ist das irgendwie auch gut zu verschmerzen, zumal ich die definitiv zu viel gezahlte Steuer, nach Vorlage der Steuererkl&auml;rung, ein bis eineinhalb Jahre sp&auml;ter wieder zur&uuml;ckbekomme oder zumindest bekommen kann. <\/p><p>In anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern tr&auml;gt man diesem &ndash; doch der Natur nach freiberuflichen, weil vom eigenen Risiko bestimmten &ndash; Status insofern Rechnung, als dass man Schauspieler in allen Bereichen als freiberufliche K&uuml;nstler, genauso wie S&auml;nger, Dirigenten, Solisten, Autoren und Publizisten betrachtet und entsprechend besteuert. Dies dann eben grunds&auml;tzlich am oder nach dem jeweiligen Jahresende, weil eben beim Freiberufler dann erst sicher ist, was denn nun tats&auml;chlich im jeweiligen Kalenderjahr an Brutto-Verdienst zusammengekommen ist. Aus Sicht des Betroffenen w&auml;re das sicher die gerechtere L&ouml;sung, zumindest was drehtag-verpflichtete TV-Darsteller angeht. Bei mir und anderen Kollegen kommt es aber immer wieder zu Situationen, bei denen dann endlich &ndash; z.B. nach einem halben oder dreiviertel Jahr Durststrecke und Erwerbslosigkeit und entsprechend angespannter finanzieller Situation &ndash; erstmals wieder ein Engagement kommt. Jetzt gibt es in kurzer Zeit reichlich Geld, das entstandene L&ouml;cher f&uuml;llen soll und muss, denn die Kosten sind ja im letzten halben Jahr weiter gelaufen. In der Regel muss ich bzw. der Arbeitgeber von diesem Geldsegen aber erst mal knapp die H&auml;lfte an das Finanzamt abgeben und dann schl&auml;gt da auch noch die Provision an meine Agentur zu Buche.<\/p><p>Bis zu 20 Prozent vom Brutto zuz&uuml;glich Mehrwertsteuer verlangen manche Agenten, durchaus zu Recht. Selbst 10 Prozent vom Brutto sind aber dann eben auch 15-17 Prozent vom Netto und reduzieren das, was ich dann tats&auml;chlich in der Hand behalte, oft auf weniger als 50 Prozent vom Brutto. <\/p><p>Das tut weh, aber ich kenne das, habe mein Leben entsprechend eingerichtet und bin das gew&ouml;hnt. Ich bin auch gew&ouml;hnt, dass mir die Segnungen staatlich subventionierter Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen Bez&uuml;ge verwehrt bleiben, obwohl ich ordentlich hohe Beitr&auml;ge zur Arbeitslosenversicherung abf&uuml;hren muss und eigentlich wie alle anderen angestellten, arbeitenden Menschen auch ein Anrecht auf diese staatlichen Leistungen h&auml;tte. Aber ich kriege in der daf&uuml;r vorgesehenen Zeit, nach den geltenden Bestimmungen, die daf&uuml;r notwendigen Sozial-Versicherungstage (240 in den letzten 30 Monaten) nicht zusammen. Das ist nur zu schaffen, wenn ich &uuml;ber zwei Jahre durchgehend versichert w&auml;re, beispielsweise f&uuml;r eine Serienhauptrolle, und die vorgeschriebene Zahl von Versicherungstagen am Ende zusammenbr&auml;chte. Deshalb sieht mein Rentenversicherungsverlauf, den ich wie alle anderen Angestellten im fortgeschrittenen Alter vor ein paar Jahren zusammen mit einer ersten Rentenberechnung von der Deutschen Rentenversicherung bekommen habe, aus wie ein Schweizer K&auml;se: L&ouml;cher allenthalben, Zeiten, in denen ich aus den oben beschriebenen Gr&uuml;nden nicht sozialversichert war und auch nicht sein konnte.<\/p><p>W&auml;re ich als freiberuflicher Schauspieler in der Lage, der K&uuml;nstlersozialkasse beizutreten, s&auml;he das anders aus. Da w&auml;re ich, meiner beruflichen Situation weit mehr entsprechend, durchgehend, also auch in erwerbslosen Zeiten, zwar auf eigene Kosten, aber sozialversichert. Da kommen Sie nach geltendem Recht allerdings nur als selbstst&auml;ndiger freiberuflicher K&uuml;nstler\/Publizist, aber eben nicht als &bdquo;weisungsgebundener&ldquo;, angestellter Schauspieler hinein.<\/p><p>Inzwischen werden drehtag-verpflichtete Schauspieler, zumindest ist das allgemeiner Konsens, nach einer vom Bundesverband f&uuml;r Schauspieler vorgeschlagenen und mit den Produzenten und sog. Spitzenverb&auml;nden ausgehandelten Kompromissl&ouml;sung abgerechnet. Gestaffelt nach Drehtaganzahl werden nach einem bestimmten Schl&uuml;ssel Versicherungstage f&uuml;r Vorbereitung bzw. Rollenstudium zu den Drehtagen hinzugef&uuml;gt. Obwohl so abgesprochen, ist dieses Modell, das trotz Verbesserung nach wie vor nicht dem geltenden Sozialversicherungsrecht entspricht, nicht &uuml;berall in den Chefetagen der Produzenten und Programmmacher angekommen. &Uuml;berdies gilt es auch nicht r&uuml;ckwirkend.<\/p><p>Nach wie vor zeigen sich also in meinem Rentenverlauf &uuml;berall L&ouml;cher und L&uuml;cken, die insbesondere durch die &uuml;ber Jahre g&auml;ngige Abrechnungspraxis verschiedener Produktionsfirmen verursacht wurden, die sich meist zun&auml;chst unbemerkt von den Betroffenen als angeblich allgemein geltende Handlungsrichtlinie durchgesetzt hat.<\/p><p>Ausl&ouml;ser f&uuml;r diese kleine, aber fatale Ver&auml;nderung waren die Budget-Herren des &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehens, die irgendwann in den 90er Jahren auf der unerm&uuml;dlichen Suche nach Einsparungen anfingen, aus den Produktions-Kalkulationen der von ihnen beauftragten Produzenten aus ihrer Sicht zu hoch veranschlagte Arbeitgeber-Sozialversicherungsbeitr&auml;ge, insbesondere f&uuml;r drehtag-verpflichtete Schauspieler, herauszustreichen. Diese Ma&szlig;nahme hatte weitreichende Folgen. W&auml;hrend ich noch in den 90er Jahren f&uuml;r eine Nebenrolle mit beispielsweise vier Drehtagen in f&uuml;nf Wochen Produktion f&uuml;r die ganze Vertragszeit (also 5 Wochen) durchgehend sozial-, also auch rentenversichert war, so wie das das Sozialversicherungsgesetz eigentlich auch heute noch vorschreibt, hat man mich ab etwa Ende der 90er Jahre f&uuml;r f&uuml;nf Drehtage eben auch nur f&uuml;nf Tage sozialversichert. Wenn ich also einen Rentenverlauf ohne L&ouml;cher haben wollte, m&uuml;sste ich mich eigentlich nach jedem Drehtag innerhalb der Vertragszeit bis zum n&auml;chsten Drehtag arbeitslos melden, um in solchen erwerbslosen Zwischenzeiten zumindest rentenversichert zu sein. Nachdem es sich aber bei den meisten Engagements um ein sogenanntes Abrufrechtsverh&auml;ltnis handelt &ndash; d.h., dass sich Drehtermine aus Produktions- und\/oder Wettergr&uuml;nden kurzfristig &auml;ndern k&ouml;nnen und der Darsteller selbstverst&auml;ndlich auch hierf&uuml;r zur Verf&uuml;gung zu stehen hat &ndash; sind verbindliche Aussagen &uuml;ber die Dauer der Arbeitslosigkeit gegen&uuml;ber der Arbeitsagentur gar nicht m&ouml;glich, w&auml;ren aber leider Voraussetzung. <\/p><p>Vor einigen Jahren machte ich beim zust&auml;ndigen (damals noch) Arbeitsamt den Vorschlag, als Arbeitsloser in Zeiten ohne Besch&auml;ftigung lediglich sozial-, vor allem aber rentenversichert sein zu wollen, ohne Arbeitslosengeld I oder II (damals noch Arbeitslosenhilfe) in Anspruch zu nehmen. Ein solches Ansinnen gen&uuml;gte schon, um zum &bdquo;Problem-Fall&ldquo; zu werden. Es h&auml;tte nicht viel gefehlt und die Damen und Herren h&auml;tten mich damals ins n&auml;chstliegende Bezirkskrankenhaus (aufgrund akuten Realit&auml;tsverlustes) zwangseinliefern lassen.<\/p><p>Bleibt hier also nur die Alternative, auf die Segnungen des Staates, obwohl sie einem ja zustehen, ganz zu verzichten. F&uuml;r viele Kolleginnen und Kollegen, ob namhaft oder auch nicht, ist das der Normalzustand. <\/p><p>Nat&uuml;rlich bietet sich inzwischen, wenn es mal eng wird, noch die M&ouml;glichkeit Hartz IV zu beantragen, aber was tun Sie, wenn in Ihre in vorangegangenen Monaten der Erwerbslosigkeit gerade mal so austarierte und vom Staat vollst&auml;ndig durchleuchtete &auml;u&szlig;erst wackelige HartzIV-Situation eine Spielfilmrolle mit, sagen wir mal, 6-8 Drehtagen platzt? Das sp&uuml;lt zwar Brutto und im Augenblick recht viel Geld in die Kasse, aber entzieht Ihnen von jetzt auf gleich die Berechtigung f&uuml;r diverse Zusch&uuml;sse und Hilfen. Das wirbelt, obschon ja hei&szlig; ersehnt, ihr ganzes Leben durcheinander, aber bringt bei Weitem nicht soviel ein, dass Sie mittelfristig, d.h. f&uuml;r die n&auml;chsten sechs Monate, vom Staat und seinen Leistungen g&auml;nzlich unabh&auml;ngig w&auml;ren. Als alleinerziehender Elternteil mit einem oder mehreren Kindern d&uuml;rfte das ziemlich schwierig sein.<\/p><p>Aber nicht nur das haben wir den &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern und einer sogenannten Sozialreform namens Agenda 2010 zu verdanken, sondern auch eine Schwemme von privatwirtschaftlichen Aktivit&auml;ten der eigentlich &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender, die sich drastisch auf die einstmals auch in Deutschland unabh&auml;ngige Film- und Fernsehwirtschaft auswirken. Sie werden in Deutschland, nicht zuletzt aufgrund der F&ouml;rderpraxis und der dar&uuml;ber entscheidenden Gremien und F&ouml;rderbanken, kaum einen in oder von Deutschland aus produzierten Kinofilm sehen, an dem kein &ouml;ffentlich-rechtlicher Sender oder eine seiner privatwirtschaftlichen, 100-prozentigen T&ouml;chter als Geldgeber beteiligt ist. Im deutschen Kino ist eine Senderbeteiligung beinah schon Grund-Bedingung f&uuml;r den Erhalt von anderen staatlichen F&ouml;rderungen und Beihilfen auf Bundes- und\/oder L&auml;nderebene.<\/p><p>Das macht das deutsche Kino nicht unbedingt unabh&auml;ngiger. Denn offenbar m&uuml;ssen auch Kinoinhalte, die aufgrund von einer solchen Beteiligung zwangsl&auml;ufig nach der Kino-Auswertung irgendwann, meist nach zwei Jahren, im &ouml;ffentlich-rechtlichen Programm auftauchen, dementsprechend angeglichen werden. So als k&ouml;nnte man dem deutschen Zuschauer, der sich l&auml;ngst an Produkte von Netflix, Amazon und Co gew&ouml;hnt hat, ein dem TV-Standard unangepasstes, deutsches Kino-Werk im Fernsehen gar nicht zumuten.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus betreiben sowohl die ARD als auch das ZDF hauseigene Produktionsfirmen mit eigenen Redaktionen und reichlich festangestelltem Personal.<\/p><p>Pro Jahr werden allein von diesen privatwirtschaftlich organisierten T&ouml;chtern der origin&auml;r &Ouml;ffentlich-Rechtlichen an die hundert 90-min&uuml;tige Fernsehspielfilme, manche im Rahmen von Reihen mit thematischer Klammer, hergestellt.<\/p><p>F&uuml;r viele freie Produktionsfirmen, die sich unter anderem mit gelegentlichen Fernsehauftragsarbeiten &uuml;ber Wasser halten bzw. hielten und ansonsten eigentlich nicht-mainstream-orientierte, freie Kinofilme produzieren, ist das der Gnadensto&szlig;.<\/p><p>F&uuml;r die Sender hat das offenbar, abgesehen vom Gewinn, der da von allerlei profitorientierten und g&auml;nzlich privatwirtschaftlichen Voll- und Halb-T&ouml;chtern erwirtschaftet wird, den gro&szlig;en Vorteil, dass hier absolute inhaltliche Kontrolle praktiziert werden kann.<\/p><p>Ausgehend von der fragw&uuml;rdigen Annahme, Fernsehredakteure w&uuml;ssten, was das Publikum will, und vor allem, was man ihm zumuten kann, wird hier gerne an einem mehr oder weniger seichten, harmlosen und vor allem sonnigen Rama-Weltbild gezimmert, das vor allem der Generation 60+ dann auf zahlreichen daf&uuml;r vorgesehenen Sendepl&auml;tzen &ndash; gerne auch in gebetsm&uuml;hlenartiger Wiederholung &ndash; entgegenflimmert. <\/p><p>Nicht zuletzt aufgrund des immer st&auml;rker werdenden Konkurrenzdrucks beweist das &ouml;ffentlich-rechtliche Fernsehen aber auch gelegentlich, dass es anders ginge. Hervorragend geschriebene, besetzte und in Szene gesetzte Spielfilme oder Serien leistet man sich schon, allerdings leider maximal ein- bis zweimal pro Jahr. Hier holt man sich f&uuml;r ma&szlig;gebliche Figuren meist die allererste Riege deutscher Schauspieler. Im Fiktion-Bereich herrscht ansonsten, was gute Ideen und Originalit&auml;t angeht, weitgehend &Ouml;de. Vorhersehbare, phantasielose Plots, in denen sich Geschichten nicht aus Figuren heraus erz&auml;hlen, sondern dem gewollten Handlungsverlauf entsprechend zurechtgestrickt werden, zeichnen die &ouml;ffentlich-rechtliche Serien-, Reihen- und Fernsehspielwelt aus.<\/p><p>Schauspieler kommen, je nach Kassenlage und aktuellem Bekanntheitsgrad, aus dieser &Ouml;dnis nicht raus, die man sich allenthalben gut trainiert sch&ouml;nredet oder eben mit dem ber&uuml;hmten &bdquo;starren Blick auf die Gage&ldquo; bew&auml;ltigt. Wir m&uuml;ssen alle unsere Miete und unsere Raten zahlen. Unsere Kinder wollen wir versorgt sehen und gelegentlich m&ouml;chten wir auch mal Familien-Urlaub machen&hellip; aber zur&uuml;ck zum Thema. <\/p><p>Obwohl uns inzwischen nicht nur die US-Amerikaner mit ihrer gewaltigen und oft auch gewaltt&auml;tigen Medienmaschine in Sachen TV-Qualit&auml;t l&auml;ngst &uuml;berholt haben, sind es vor allem derzeit die vormals europ&auml;ischen Fernsehzwerge wie D&auml;nemark, Schweden, Island, aber auch angestammte Kulturnationen wie Frankreich oder Spanien, deren TV-Output uns nicht nur neidisch machen, sondern uns zeigen k&ouml;nnte, dass man auch hierzulande endlich die Kreativen in Ruhe arbeiten lassen sollte, anstatt gute Drehb&uuml;cher und authentische Geschichten von Fernseh-Redakteuren verunstalten und verschlimmbessern zu lassen.<\/p><p>Nein, tats&auml;chlich: In Deutschland traut man den Kreativen offenbar nichts zu. Kein Wunder, dass viele abwandern oder sich neue T&auml;tigkeitsfelder au&szlig;erhalb des &ouml;ffentlich-rechtlichen Einflussgebietes erschlie&szlig;en. <\/p><p>Wer den &Ouml;ffentlich-Rechtlichen treu bleibt, muss sich anpassen &ndash; egal, ob Autor, Regisseur, Film-Komponist oder Schauspieler, vor oder hinter der Kamera &ndash; und hat in vorauseilendem Gehorsam die Schere im Kopf schon mitzuliefern. Eine ganze Generation von Berufseinsteigern, seien sie nun Schauspieler, Produzenten, Regisseure, Autoren, Kameraleute oder andere Akteure auf kreativen oder organisatorischen Positionen, die an der Realisation solcher Projekte beteiligt sind, wie auch Kost&uuml;mbildner, Ausstatter, Maskenbildner und ihr jeweiliges Team, kriegt diesen Druck zu sp&uuml;ren und hat das inzwischen zwangsl&auml;ufig vollst&auml;ndig verinnerlicht.<\/p><p>Diese Leute werden schikaniert, gedeckelt, runtergehandelt, ausgenutzt, gemobbt und oft genug erpresst.<\/p><p>Es stehen ja immer f&uuml;nf Leute hinter dir, die deinen Job gerne h&auml;tten. Der Andrang ist gro&szlig; und jeder m&ouml;chte irgendwo hin und &bdquo;irgendwas beim Film&ldquo; machen. Und was noch viel Schlimmer ist: Jeder, der sich auf diese Art inhaltlicher wie finanzieller Einschr&auml;nkung einl&auml;sst, sorgt daf&uuml;r, dass diese dann fr&uuml;her oder sp&auml;ter zum (neuen) Standard werden.<\/p><p>Da wird halt dann mal weniger Gage verlangt, da l&auml;sst man sich auf Pauschalen ein und verzichtet auf die Extra-Bezahlung von &Uuml;berstunden (ein Wort, das im Denk-Kosmos von Schauspielern und denjenigen, die sie besetzen und besch&auml;ftigen, ohnehin nicht existiert), da zahlt man seine Unterkunft beim Ausw&auml;rtsdreh selbst oder verzichtet schon mal auf eigentlich selbstverst&auml;ndliche Spesen. Und selbst wenn man die bekommt, muss man davon dann das inzwischen allgemein &uuml;bliche, t&auml;glich durchgehend bereitstehende Catering bezahlen.<\/p><p>Auch hier tobt ein brutaler Preiskampf. Wer billig ist, kriegt den Zuschlag, egal was f&uuml;r einen Fra&szlig; man bei diesen Pro-Kopf-S&auml;tzen noch zustandebringen kann. Fairerweise muss man zugeben, dass es auch auf diesem Gebiet immer noch erfreuliche Ausnahmen gibt. Es gibt tats&auml;chlich noch Produzenten, die wissen, wie wichtig gute und durchg&auml;ngige Verpflegung f&uuml;r ein hart arbeitendes Dreh-Team ist.<\/p><p>Grunds&auml;tzlich sind dem Rotstift und der inhaltlichen &Uuml;bergriffigkeit der &Ouml;ffentlich-Rechtlichen jedoch keine Grenzen gesetzt, von wem auch! Diese Entwicklung macht auch vor Schauspielern und ihrer Besetzung nicht halt, die eigentlich und urspr&uuml;nglich origin&auml;re Aufgabe von Regisseurinnen und Regisseuren war und auch sein sollte. <\/p><p>Hauptfiguren f&uuml;r 90-Minuten-Filme oder Reihen werden inzwischen vom Sender bzw. den zust&auml;ndigen Redakteuren bestimmt. Daf&uuml;r holt man sich Quotenbringer oder Kollegen, die man daf&uuml;r h&auml;lt. Regisseure d&uuml;rfen dann bestenfalls mal ein W&ouml;rtchen beim Side-Cast mitreden. F&uuml;r die kleinen Rollen von 1-2 Drehtagen werden dann gerne auch Sammel-Castings abgehalten, wo man den oft zahlreich erschienenen arbeitswilligen Schauspielern bereits vorab verlautbart, dass die Tages-Gagen auf ein bestimmtes Maximum gedeckelt sind und wer damit vorab nicht einverstanden ist, k&ouml;nnte gleich wieder gehen.<\/p><p>Au&szlig;enstehende nehmen an, dass die H&ouml;he ihrer Tagesgage von freiberuflichen Darstellern selbst oder auch ihren Agenturen festgelegt wird und sich nach ihrem derzeitigen Marktwert richtet. Dass also Faktoren wie Bekanntheitsgrad, Pr&auml;senz im TV, aber auch Einschaltquoten von Projekten, in denen sie mitgewirkt haben, hier eine entscheidende Rolle spielen. Dass der &bdquo;Markt&ldquo; also, ganz im Friedmann&rsquo;schen Sinne, die Sache nach Angebot und Nachfrage regelt. <\/p><p>In den letzten Jahren hat sich, vor allem bei &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern, die sich aus unerfindlichen Gr&uuml;nden und trotz munter flie&szlig;ender Fernsehgeb&uuml;hren gern mal in finanzieller Schieflage sehen, die sch&ouml;ne Idee durchgesetzt, selten vorhandene, anspruchsvollere oder originellere Stoffe mit Hilfe von sogenannten Half-Budget-Produktionen zu realisieren. Hei&szlig;t im Klartext, hier gibt es sch&ouml;ne Rollen, Spa&szlig; und Freude an der sch&ouml;nen Arbeit, aber eben nur die H&auml;lfte vom Geld. Das betrifft dann vor allem das f&uuml;r den Dreh auf Zeit angeworbene Personal vor und hinter der Kamera. Dass Redakteure und ihre Mitarbeiter f&uuml;r solche Projekte ebenfalls auf die H&auml;lfte ihrer guten Geh&auml;lter samt Altersversorgung und Weihnachtsgratifikation verzichten w&uuml;rden, ist mir bisher noch nicht zu Ohren gekommen. <\/p><p>Daf&uuml;r findet man gerade solche Produkte ein paar Jahre sp&auml;ter gerne mal im Fundus von Streaming-Portalen, nat&uuml;rlich nicht zum Sonderpreis. Ob der eine oder andere Kollege hier in der Lage war, eine Garantie f&uuml;r den Erhalt der zweiten H&auml;lfte seiner Normal-Gage im Fall einer solchen Zweitauswertung oder gar eine Beteiligung daran auszuhandeln, entzieht sich meiner Kenntnis und w&uuml;rde ich auch stark bezweifeln.<\/p><p>Apropos Gagen: Sowohl ZDF als auch ARD f&uuml;hren seit mehr als 10 Jahren immer pr&auml;zisere Listen &uuml;ber die Gagen der von ihnen engagierten Schauspieler. Nicht der Produzent, nein, der Sender verhandelt letztlich mit meiner Agentur. Dabei gibt es da eigentlich nichts zu verhandeln, denn inzwischen werden alle Parameter quasi &bdquo;ex cathedra&ldquo; vom Sender fest vorgegeben. Daf&uuml;r leistet man sich im &ouml;ffentlich-rechtlichen Haus einen Chef-Kontrolletti, der zusammen mit seinem Mitarbeiterstab daf&uuml;r Sorge tr&auml;gt, dass die ungez&uuml;gelte Geldgier von Schauspielern, also der &bdquo;Markt&ldquo;, sich m&ouml;glichst nicht frei entwickeln kann.<\/p><p>Der Sender bestimmt, wie viel ich pro Drehtag bekomme, nach Ma&szlig;gabe dessen, was ich bei der letzten Produktion f&uuml;r diesen Sender erhalten habe. Wenn das nicht l&auml;nger als drei Jahre her ist, wird das bezahlt, was man eben vor drei Jahren(!) bekommen hat. Selbst eine hie und da verhandelbare Gagenerh&ouml;hung wird vom Sender gedeckelt auf maximal 2,5% pro Jahr. Der Sender allein bestimmt auch, ob es hierbei um eine Gage mit Anspruch auf Wiederholungshonorar oder um eine Buy-Out-Gage geht. Dies ist inzwischen, f&uuml;r den Sender praktischerweise, bestimmten Sendepl&auml;tzen zugeordnet. F&uuml;r den Sonntag und den Freitagabend &ndash; diese Filmchen werden besonders gerne und oft wiederholt &ndash; gilt nat&uuml;rlich Buy-Out, da gibt es f&uuml;r den Schauspieler &uuml;ber seine vertraglich vereinbarte Bruttogage hinaus nichts zu holen. Nat&uuml;rlich bietet man ihnen f&uuml;r Mittwochs-Sendepl&auml;tze, also anspruchsvollere Themen und Fernsehspiele, die in der Regel nicht oder nicht oft wiederholt werden, gro&szlig;z&uuml;gig das Pr&auml;dikat &bdquo;mit Wiederholungshonorar&ldquo;, kurz MA an. Logischerweise ist die MA-Gage niedriger als ihre sonstige Tagesgage.<\/p><p>Wiederholungshonorar h&ouml;rt sich per se toll an, gestaltet sich aber wie folgt: Ich bekomme 10% von der Bruttogage, das steht zumindest auf dem Papier in meinem Vertrag. Im Kleingedruckten finde ich aber dann heraus, dass das nicht 10% von der tats&auml;chlich vereinbarten Gage sind, sondern von einer fiktiven, weit niedrigeren Gage, die, so scheint es, willk&uuml;rlich in meinem Vertrag festgeschrieben wurde. Ist zwar willk&uuml;rlich, aber weder beliebig noch Zufall. Denn diese Gage ist von der H&ouml;he her das, was der letzte Kollege, der seine 10% Wiederholungshonorar gerichtlich durchgesetzt hat (was jeder tats&auml;chlich kann!), erstritten hat. Leider arbeitet dieser Kollege seitdem ganz sicher nicht mehr f&uuml;r das &ouml;ffentlich-rechtliche System. Jeder wei&szlig; das, insofern kennt auch jeder die Konsequenzen, die das Durchsetzen des faktisch vorhandenen eigenen Rechtes zur Folge hat.<\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich wird dieses Wiederholungshonorar, sofern es &uuml;berhaupt gew&auml;hrt wird, nach allen Regeln der Kunst mit weiterem umf&auml;nglichen Kleingedruckten so kleingerechnet, dass am Ende von den stolzen 10% gerade mal 2% &uuml;brig bleiben. Wie gesagt, nicht etwa von der tats&auml;chlichen, sondern lediglich von einem Bruchteil der vertraglich vereinbarten Gage. Dies sorgt in Summe daf&uuml;r, dass es h&ouml;chst unwahrscheinlich ist, dass man den Gagenunterscheid zwischen Buyout (ohne Wiederholung) und MW (mit Wiederholung) jemals durch den Erhalt von Wiederholungshonoraren ausgleichen kann&hellip;<\/p><p>Kleingerechnet wird auch damit, dass man Wiederholungen auf sogenannten Spartensendern, dazu z&auml;hlt z.B. immer noch ZDF-Neo, lediglich mit einem Bruchteil des vereinbarten Wiederholungshonorars belohnt. Und jetzt raten Sie mal, wo die meisten Wiederholungen laufen? <\/p><p>Wenn also dann auch noch die Entscheidung, ob mit oder ohne Wiederholungshonorar, ausschlie&szlig;lich beim Sender liegt und es auch in Bezug auf die H&ouml;he des Wiederholungshonorars keinerlei Verhandlungsspielraum gibt, entsteht der Eindruck, dass es bei der Entscheidung des Senders f&uuml;r &bdquo;mit Wiederholungshonorar&ldquo; nicht etwa um ein nettes Zubrot oder gar einen kleinen Zuschuss zur Altersvorsorge f&uuml;r den Darsteller geht, sondern lediglich um Kostenersparnis, sprich Reduzierung der Normalgage. Dazu dient offenkundig die Pauschalisierungsregel, die zur Folge hat, dass meine Gage ab einer Anzahl von 10 Tagen pauschalisiert wird und vom Gesamtbrutto nochmal 5-10% herunter gerechnet werden. Wenn Sie Pech haben, kriegen Sie dann eben bei einer Rolle mit 10 Drehtagen lediglich neun bezahlt. Inzwischen sind diese inoffiziellen, einzig zur Kostenersparnis und vollkommen willk&uuml;rlich eingef&uuml;hrten Regelungen in Beton gegossen und kaum mehr zu verhandeln, es sei denn, Sie sagen &bdquo;Nein&ldquo; und jemand anderer spielt die Rolle.<\/p><p>Als Freiberufler sind Sie so alles andere als frei, geschweige denn respektiert. Sie f&uuml;hlen sich dem Diktat eines &uuml;berm&auml;chtigen Vertragspartners ausgeliefert.<\/p><p>Dieser Eindruck t&auml;uscht nicht. Die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender versuchen, trotz Rekord-Geb&uuml;hreneinnahmen pro Jahr auf Teufel komm raus, wo es nur geht, zu sparen. Haupts&auml;chlich, so scheint es, am freiberuflichen, immer nur auf Zeit akquirierten Personal &ndash; also den Leuten, die eigentlich, zumindest im Fiktion-Bereich vor Ort, d.h. am Set, die Arbeit machen und Kosten generieren. Gespart wird nat&uuml;rlich auch an Produktionszeit, damit an Drehtagen, an Sozialversicherungstagen und letztlich an den Renten der Betroffenen bzw. ihrem Anspruch darauf.<\/p><p>Galten als Standard-Produktionszeit f&uuml;r einen 90-Min&uuml;ter im Jahr 2000 noch ca. 25 Drehtage, sind es inzwischen 19 Drehtage, in denen ein solches Projekt realisiert wird, Tendenz fallend. <\/p><p>Praktisch hei&szlig;t das f&uuml;r Drehteams und Schauspieler, dass sie pro Drehtag durchschnittlich bis zu 7 Minuten (und mehr) Schnittzeit zu realisieren haben, was nicht ohne Zeitdruck, Terminstress und die zwangsl&auml;ufigen Qualit&auml;tseinbu&szlig;en zu bew&auml;ltigen ist. Nur zum Vergleich: Bei Hollywood-Produktionen liegt die durchschnittliche erarbeitete Schnittzeit pro Drehtag nach wie vor bei 2 bis maximal 2,5 Minuten. <\/p><p>Im Kosmos des deutschen &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehens d&uuml;rfen dann die privatwirtschaftlichen Tochterfirmen der Sendeanstalten allesamt in noblen Immobilien in besten Lagen deutscher Gro&szlig;st&auml;dte residieren. Deren fest Angestellte bekommen vern&uuml;nftige Geh&auml;lter und gro&szlig;z&uuml;gige Sozialleistungen und vermarkten alles, was ihnen an Rechten von Schauspielern, Regisseuren, Autoren und sonstigem freien Kreativpersonal mit Hilfe von oft geradezu unsittlichen Knebelvertr&auml;gen f&uuml;r den sprichw&ouml;rtlichen &bdquo;Appel&ldquo; und das dazugeh&ouml;rige &bdquo;Ei&ldquo; abgezockt wird. Wenn es dann um Ehrungen und Preise f&uuml;r TV-Filme geht, stehen die fernsehverantwortlichen Entscheider gerne als erstes auf dem Podium, klopfen sich auf die eigene Schulter und tun so, als h&auml;tten sie das soeben geehrte Werk, das ohne ihren Input und ihr st&auml;ndiges Einmischen bis in Details meist noch besser geworden w&auml;re, ganz allein in eigener Verantwortung geschaffen, immer wissend, was man dem deutschen Fernsehzuschauer zumuten kann oder nicht. <\/p><p>Eine Hybris, die sich auf beinah alle Ebenen der in gro&szlig;er Zahl vorhandenen &ouml;ffentlich-rechtlichen Verwaltungs-Immobilien fortpflanzt. Da werden ja auch geradezu f&uuml;rstliche Altersversorgungen ausgeteilt. Es sind nicht nur b&ouml;se Zungen, die das behaupten, sondern es entspricht den Tatsachen, dass ein L&ouml;wenanteil der j&auml;hrlichen Geb&uuml;hreneinnahmen in H&ouml;he von rund 7.000.000.000 Euro in die Altersversorgung der inzwischen pensionierten Fernsehbeamten der vergangenen drei&szlig;ig Jahre flie&szlig;t. Und diejenigen, die &uuml;ber Jahre ihrem Vorg&auml;nger sprichw&ouml;rtlich in den Arsch gekrochen sind und jetzt endlich auf dessen Stuhl sitzen, m&ouml;chten ja nun auch was von dieser ihrer Lebensleistung haben. Wer will da schon freiwillig etwas abgeben, noch dazu an diese unst&auml;ndig besch&auml;ftigten, wild zusammengew&uuml;rfelten, freien Filmschaffenden, das sind ja quasi bessere Wanderarbeiter.<\/p><p>Ich bezweifle, dass auch nur eine oder einer der wichtigen, aber hierzulande leider &uuml;berhaupt nicht einflussreichen deutschen Spitzen-Schauspielerinnen und -Schauspieler am Auslandsverkauf der mit und durch sie entstandenen Produkte in irgendeiner Form beteiligt ist, abgesehen vielleicht von den Kollegen, die selbst produzieren, sei es f&uuml;rs TV oder f&uuml;r das Kino. Das ist f&uuml;r die breite Masse der Kollegen, die aufgrund ihrer sozialversicherungsrechtlichen Situation einem besonders gro&szlig;en Risiko der Altersarmut ausgesetzt sind und ein solches Zubrot allein schon deshalb gut brauchen k&ouml;nnten, gar nicht erw&uuml;nscht. <\/p><p>In jeder kreativen Leistung von Autoren, Regisseuren, Kameraleuten, Schauspielern, Ausstattern, Kost&uuml;m- und Maskenbildnern, egal auf welcher Ebene und unabh&auml;ngig von ihrer Qualit&auml;t, steckt eine urheberrechtliche Relevanz, durch deren Verwertung bzw. Nutzung ein betr&auml;chtlicher finanzieller Gegenwert generiert wird oder werden kann, sofern man &uuml;ber die Rechte verf&uuml;gt. <\/p><p>Einer der wenigen, der sich dem entgegenstellt und auf die Beteiligung aus der Verwertung seiner Urheberrechte f&uuml;r &bdquo;Das Boot&ldquo; besteht, ist z.B. der Kameramann Jost Vacano, der daf&uuml;r seit 14 Jahren gegen die Bavaria-Film prozessiert und auf sein Recht pocht. Einen m&ouml;glicherweise wegweisenden Urteilsspruch in der Sache scheuen seine &ouml;ffentlich-rechtlichen Gegner wie der Teufel das Weihwasser und versuchen, einen solchen mit fadenscheinigen Vergleichsangeboten zu verhindern. Kein Wunder! Sollte es hier eine Grundsatzentscheidung geben, werden die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen mit einer Flut von Anspr&uuml;chen &auml;hnlicher Art rechnen m&uuml;ssen. <\/p><p>Aber wo steckt dieses Geld? Wer tut was damit und warum? Wer verf&uuml;gt dar&uuml;ber, wenn die Kreativen so gut wie gar nichts davon haben?<\/p><p>Wie schon gesagt, alle &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender zusammen leisten sich inzwischen eine gro&szlig;e Zahl von privatwirtschaftlichen Tochterfirmen und Beteiligungen aller Art. Wer hier Genaues wissen will, dem sei die sehr informative Studie &bdquo;<em>Verflechtungen&ldquo; der Ostfalia, Hochschule f<\/em><em>&uuml;<\/em><em>r angewandte Wissenschaften, federf<\/em><em>&uuml;<\/em><em>hrend erarbeitet und abgefasst von Harald Rau und Chris Hennecke aus dem Herbst 2018, <\/em>als spannende Lekt&uuml;re<em> <\/em>empfohlen<em>. <\/em><\/p><p>Wie viel Geb&uuml;hren-Geld, wie viel &ouml;ffentliches Geld und wie viel Geld aus der Verwertung von Rechten steckt da drinnen? Wer kontrolliert und ist dieser Filz &uuml;berhaupt noch zu kontrollieren? Ist ein solches breitgef&auml;chertes privatwirtschaftliches Engagement im &ouml;ffentlich-rechtlichen System mit seinem eigentlich ja eindeutig und klar formulierten Bildungs- und Kulturauftrag &uuml;berhaupt zul&auml;ssig und wird damit nicht erst recht Missbrauch und Filz T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet? <\/p><p>In jedem Vertrag, den ich als Schauspieler heute unterschreibe, gebe ich s&auml;mtliche relevanten Verwertungsrechte an meiner ja doch auch per se urheberischen Leistung, weltweit und f&uuml;r die Ewigkeit, f&uuml;r alle bekannten und sogar f&uuml;r alle in Zukunft noch zu erfindenden Verwertungsarten ab &ndash; bis hin zu Merchandising-Rechten f&uuml;r die meist nicht zustimmungspflichtige oder gar beteiligungsrelevante Vermarktung meines Namens und Konterfeis auf Merchandising-Artikeln. <\/p><p>Nachdem in den zweisprachigen Netflix-Vertr&auml;gen auch schon mal die Klausel enthalten ist, dass der Darsteller f&uuml;r Weltgegenden, in denen ein Urheberrecht nach US-Vorbild gilt, sich zumindest bereit erkl&auml;rt, f&uuml;r die im Vertrag vereinbarte Gage, da wo das entsprechende Recht gilt, auch sein Urheberrecht(!) vollst&auml;ndig abzugeben, haben nun auch unsere &ouml;ffentlich-rechtlichen Anstalten bzw. deren beauftragte Produktionsfirmen inzwischen solcherlei Bedingungen in das &bdquo;Kleingedruckte&ldquo; ihrer Vertr&auml;ge aufgenommen. Man will ja mithalten k&ouml;nnen. Hat man doch zum Zweck der lukrativen und weltweiten Pay-TV- und Streaming-Auswertung nach Netflix-Vorbild l&auml;ngst die passenden und damit betrauten privatwirtschaftlichen Tochterfirmen so praktisch unter dem &ouml;ffentlich-rechtlichen Dach.<\/p><p>Ich habe durchaus, aber nur in begrenztem Rahmen, die M&ouml;glichkeiten, das mehrseitige und immer volumin&ouml;ser gestaltete Kleingedruckte zu &auml;ndern. Auch Corona hat daf&uuml;r gesorgt, dass Sie inzwischen nicht nur einen, sondern bis zu vier gesplittete Vertr&auml;ge erhalten, die nat&uuml;rlich alle voneinander abh&auml;ngen und vom Darsteller oder seiner Agentur einzeln unterschrieben werden m&uuml;ssen. Ein Vertragswerk von insgesamt &uuml;ber 40 Seiten, bei dem Sie h&ouml;llisch aufpassen m&uuml;ssen, dass nicht ein von ihnen m&uuml;hsam in einem Teil erstrittener und somit ge&auml;nderter Vertragspunkt nicht in einem anderen Vertragsteil wieder relativiert wird, das ist da keine Seltenheit. Und selbstverst&auml;ndlich liegt die Haftung f&uuml;r den durch einseitig von mir verursachten Vertragsversto&szlig;, beispielsweise gegen detailliert vorgegebene Corona-Regeln, bei mir.<\/p><p>W&auml;hrend andererseits der Arbeitgeber nicht haftet f&uuml;r gesundheitliche Konsequenzen, die mir gegebenenfalls aus der laxen Umsetzung der gleichen Corona-Regelungen am Set erwachsen. <\/p><p>Nahezu jede Agentur und deren Klienten beugen sich dem Diktat des &bdquo;Kleingedruckten&ldquo;. Theoretisch kann der Sender mit all dem von mir inzwischen vorhandenen digitalen Material und den ihm gegen die Bruttogage &uuml;berlassenen weltweiten Nutzungsrechten ohne jegliche zeitliche Einschr&auml;nkung daf&uuml;r eine x-beliebige neue Figur f&uuml;r vollst&auml;ndig virtuelle Fiktion-Filme oder auch Werbung generieren und k&ouml;nnte mich oder vielleicht auch meine Erben unter effektivem Einsatz der hauseigenen Rechtsabteilung locker zehn Jahre davon abhalten, diese Praxis wirksam zu unterbinden bzw. diese Art der Nutzung entsprechend zu verg&uuml;ten. Ist das ethisch &uuml;berhaupt tragbar? Was geschieht mit diesen Rechten? Wer verdient Geld damit und warum ist das &uuml;berhaupt m&ouml;glich, dass damit ohne weitere Zustimmung und ad&auml;quater Beteiligung Zweit-, Dritt- und Viertverwertungen vorgenommen werden k&ouml;nnen? Wer sch&uuml;tzt eigentlich die Kreativen vor Missbrauch und Ausbeutung?<\/p><p>Inzwischen wachsen Generationen heran, denen &ouml;ffentlich-rechtliches Fernsehen und seine Inhalte &ndash; genauso wie jegliches Urheberrecht &ndash; im wahrsten Sinne des Wortes (Verzeihung!) am Arsch vorbei gehen. Irgendwann in naher Zukunft wird es an ma&szlig;geblicher Position Entscheider aus dieser Generation geben, die ein sich selbst st&auml;ndig zensierendes, seinem Bildungs-Auftrag l&auml;ngst nicht mehr gerecht werdendes, verwaltungstechnisch aufgeblasenes, ohne Ma&szlig; und Ziel Geld verbrennendes, jegliche echte Kreativit&auml;t verhinderndes, Menschen und ihren kreativen Output bewusst ausbeutendes System als absolut &uuml;berfl&uuml;ssig betrachten werden und entscheiden, dass dieser ganze Moloch so schnell wie m&ouml;glich auf dem M&uuml;llhaufen der Geschichte landet. Dann war&rsquo;s das mit der ersten Reihe!<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <em>Der Autorenname ist ein Pseudonym &ndash; der echte Name ist der Redaktion bekannt.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele B&uuml;rger haben falsche Vorstellungen &uuml;ber das Arbeiten in kreativen Bereichen. W&auml;hrend oft das Bild verw&ouml;hnter Stars diese Vorstellung dominiert, sieht die materielle Realit&auml;t etwa f&uuml;r viele Schauspieler ganz anders aus. Eine fragw&uuml;rdige Rolle spielen dabei auch die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender. Von <strong>Matthias Bauer<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81222#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>].<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":81223,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,107,917,41,145,132],"tags":[1550,635,1740,313,2255,2367,1678,288,1140],"class_list":["post-81222","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-audio-podcast","category-kultur-und-kulturpolitik","category-medienanalyse","category-sozialstaat","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-agenda-2010","tag-altersarmut","tag-arbeitsbedingungen","tag-oerr","tag-befristete-arbeit","tag-filmindustrie","tag-kuenstler","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-urheberrecht"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/shutterstock_639609037.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81222"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81222\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81281,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81222\/revisions\/81281"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/81223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}