{"id":81430,"date":"2022-03-02T13:50:41","date_gmt":"2022-03-02T12:50:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81430"},"modified":"2022-03-02T16:43:56","modified_gmt":"2022-03-02T15:43:56","slug":"im-amnesie-taumel-einer-zeitenwende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81430","title":{"rendered":"Im Amnesie-Taumel einer &#8220;Zeitenwende\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Mit der Schnelllebigkeit der Zeiten w&auml;chst die Gefahr, in Erinnerungsverlust zu verfallen. Das kann den Humus f&uuml;r eine Politik bilden, die sich gegen die eigenen Interessen wendet. Vor allem US-Kr&auml;fte setzten in der Vergangenheit alle Hebel in Bewegung, um eine Verst&auml;ndigung mit Russland zu unterbinden. Einige vorl&auml;ufige Gedanken zu Krieg und Frieden. Von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8006\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-81430-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220302-Im-Amnesie-Taumel-einer-Zeitenwende-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220302-Im-Amnesie-Taumel-einer-Zeitenwende-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220302-Im-Amnesie-Taumel-einer-Zeitenwende-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220302-Im-Amnesie-Taumel-einer-Zeitenwende-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=81430-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220302-Im-Amnesie-Taumel-einer-Zeitenwende-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220302-Im-Amnesie-Taumel-einer-Zeitenwende-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Vorweg klipp und klar: Der vom russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin angeordnete milit&auml;rische Feldzug und Angriffskrieg gegen die Ukraine ist in mehrfacher Hinsicht verbrecherisch. Er ist ein Verbrechen gegen die ukrainische Zivilbev&ouml;lkerung, da er Verw&uuml;stung und Tod in Kauf nimmt. Er ist &ndash; mit Blick auf die russische Zivilbev&ouml;lkerung &ndash; ein Verbrechen, da legitimer Dissens und Kritik an der russischen Regierung aufs Neue niederkart&auml;tscht werden. Er ist v&ouml;lkerrechtswidrig und bedroht in hohem Ma&szlig;e die regionale Sicherheitslage.<\/p><p>Zyniker k&ouml;nnten angesichts dieser Entwicklung geneigt sein, sich erneut die d&uuml;stersten Zeiten des Kalten Krieges herbeizuw&uuml;nschen. Altlinke der 68er-Bewegung, Bef&uuml;rworter der Brandt&rsquo;schen Ostpolitik, junge Mitglieder der Friedens- und Umweltbewegungen und die Masse kosmopolitisch orientierter und mit Vernunft begabter Menschen h&auml;tten sich zu Beginn dieses Jahres im Zeichen des schwarzen Wassertigers nicht in ihren k&uuml;hnsten Gedankeng&auml;ngen einen solchen zweiten Waffengang in Europa nach der v&ouml;lkerrechtswidrigen milit&auml;rischen Zerst&uuml;ckelung Jugoslawiens 1999 vorzustellen vermocht.<\/p><p style=\"text-align: center\">* * *<\/p><p>Wir leben in politisch turbulenten Zeiten. Vor allem und zuv&ouml;rderst aber in schnelllebigen Zeiten, was es vielen verunm&ouml;glicht, sich zu orientieren und Halt zu finden &ndash; von der wachsenden Zahl derer, die ohnehin in prek&auml;ren Verh&auml;ltnissen leben, ganz zu schweigen. Und mit der Schnelllebigkeit w&auml;chst exponentiell die Gefahr, in v&ouml;llige Amnesie zu verfallen. Selbst eine Partialamnesie bildet den Humus f&uuml;r eine Politik, die sich letztlich gegen die eigenen Interessen wendet. Erst recht, wenn sich eine Kaste von Politikern allzu gern nur in der Rolle von &bdquo;Entscheidungstr&auml;gern&ldquo; sieht. Das ist schon deshalb bequem, weil es sich so leicht aus der Verantwortung stehlen l&auml;sst. Sie k&ouml;nnen sich selbst dann exkulpiert f&uuml;hlen, wenn der Schaden, den sie anrichteten &ndash; wie beispielsweise w&auml;hrend der sogenannten Finanz- und Bankenkrise 2008 &ndash; f&uuml;r das Gemeinwohl immens war. <\/p><p style=\"text-align: center\">* * *<\/p><p>Lange vor dem Amnesie-Taumel gab es einen Euphorie-Taumel. Denken Sie nur an die bewegten und bewegenden Bilder in Berlin und in anderen Hauptst&auml;dten Osteuropas, als realsozialistische Regime &ndash; einschlie&szlig;lich deren Zitadelle, die Sowjetunion &ndash; implodierten und von der politischen Bildfl&auml;che verschwanden. Im &bdquo;Westen&ldquo;, allen voran in den USA, war dieser Taumel begleitet von einem Triumphalismus, da das eigene System &uuml;ber das des vormals sch&auml;rfsten Rivalen obsiegte. Als dann noch mit dem Verschwinden des Warschauer Pakts das gesamte Milit&auml;rb&uuml;ndnis dieses Rivalen zusammenbrach, h&auml;tte das nach rationalen Kriterien das Pr&auml;ludium sein k&ouml;nnen\/m&uuml;ssen, im Gegenzug die NATO einzumotten. Doch genau das Gegenteil sollte eintreten &ndash; ein Weg, der auf starrem Stahlbeton von Macht, Hybris und geostrategischen Kalk&uuml;len basierte.<\/p><p>Just zu der Zeit &ndash; 1991\/1992 &ndash; wurden in der Zitadelle des triumphalistischen Siegers, in Washington, D.C., Pl&auml;ne ausgeheckt, die explizit vorsahen, nicht noch einmal das Entstehen eines potentiellen Rivalen &uuml;berhaupt zuzulassen. Die Hauptarchitekten solcher Pl&auml;ne waren mit Paul Wolfowitz und Dick Cheney Personen, die zusammen mit Pentagon-Chef Donald Rumsfeld sp&auml;ter die Schl&uuml;sselfiguren in der Administration von Pr&auml;sident George W. Bush (2001-09) bildeten und gemeinhin als Neokonservative geachtet oder ge&auml;chtet wurden. Mit dem Namen Bush junior ist eine nach ihm benannte Doktrin verbunden, die knallhart &ndash; ohne jedwede R&uuml;cksichtnahme auf Freunde, Verb&uuml;ndete und Alliierte &ndash; auf eine unipolare Weltordnung setzte. Mehr noch: Die Gralsh&uuml;ter dieser unipolaren Welt ma&szlig;ten sich &uuml;berdies an, allerorten und immer dann (milit&auml;risch) zuzuschlagen, wo sich tats&auml;chliche oder vermeintliche Rivalen regten.<\/p><p style=\"text-align: center\">* * *<\/p><p>So verwunderte es nicht, dass diese Arroganz der Macht vor allem nach 9\/11 zur Zerst&ouml;rung einer Reihe von L&auml;ndern und Landstrichen f&uuml;hrte, wo immer &bdquo;Horte des Terrorismus&ldquo; vermutet wurden. Die Belange der jeweiligen Zivilbev&ouml;lkerungen gerieten dabei v&ouml;llig aus dem Blickfeld. So entstanden Schneisen der Verw&uuml;stung &ndash; ob in Afghanistan, Irak, Syrien, Somalia, Libyen oder wie zuletzt im Jemen, das kaum noch mediale Aufmerksamkeit erheischt. Als Mitte August vergangenen Jahres ein jahrzehntelanges Debakel seitens der USA, NATO und EU ein Ende fand, wurde nicht nur die vollmundige Ank&uuml;ndigung einer &bdquo;Aufarbeitung&ldquo; wie ein verfaulter Apfel schnell fallengelassen. Die zutiefst geschundene und gedem&uuml;tigte afghanische Zivilbev&ouml;lkerung wurde schlichtweg &bdquo;vergessen&ldquo; oder sich selbst &uuml;berlassen. Wie sehr h&auml;tte man sich damals nur ein Zehntel der Aufmerksamkeit, Hilfsbereitschaft und Rettung dieser Menschen gew&uuml;nscht &ndash; allesamt Schritte, mit denen man heute den Ukrainern entgegenkommt. Was ja vollauf gerechtfertigt und begr&uuml;&szlig;enswert ist! W&auml;hrend ukrainischen Fl&uuml;chtlinge heute unb&uuml;rokratisch ein l&auml;ngeres Verweilen in diversen EU-L&auml;ndern in Aussicht gestellt wird, haben seit Monaten akut an Leib und Leben gef&auml;hrdete afghanische &bdquo;Ortskr&auml;fte&ldquo; und einstige Helfer des &bdquo;Westens&ldquo; verdammt schlechte Karten. Ohne sie w&auml;ren die Heerscharen ausl&auml;ndischer Politiker, Milit&auml;rs und (entwicklungspolitischer) NGOs wie desorientierte Pfadfinder durch das Land geirrt.<\/p><p style=\"text-align: center\">* * *<\/p><p>Anders die Lage ein halbes Jahr sp&auml;ter.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Angesichts der grotesk einseitigen Nachrichten &uuml;ber den Ukraine-Krieg in den Medien kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Amerika im Februar 2022 das Land geworden ist, in dem die Geschichte gestorben ist&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>schrieb David Stockman, einst Kongressabgeordneter aus Michigan und w&auml;hrend der Regentschaft von US-Pr&auml;sident Ronald Reagan (1981-89) Direktor des Amtes f&uuml;r Verwaltung und Haushalt, auf den Seiten von Antiwar.com am 28. Februar 2022. Stockman schreibt da weiter:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn man sich die spitzfindige Berichterstattung von CNN und NBC anschaut, k&ouml;nnte man meinen, dass die Grenzen der Ukraine seit &Auml;onen allgemein anerkannt sind, dass die Regierung in Kiew absolut nichts getan hat, um das Misstrauen und die Wut der Russen zu sch&uuml;ren, und dass Uncle Sam, die NATO und die Europ&auml;ische Union im Terrain an Russlands Grenzen herumgeflitzt sind, um die Demokratie zu bejubeln und selbstlos Wirtschaftshilfe und Kekse an die leidgepr&uuml;fte ukrainischen Bev&ouml;lkerung zu verteilen.<\/p>\n<p>Nun, nein. Der heutige Ausbruch eines hei&szlig;en Krieges in der Ukraine w&uuml;rde absolut nicht stattfinden, wenn es nicht im Februar 2014 zu einem gewaltsamen Staatsstreich gekommen w&auml;re, durch den der demokratisch gew&auml;hlte prorussische Pr&auml;sident der Ukraine gest&uuml;rzt wurde; und dieser Staatsstreich wurde von in Washington ans&auml;ssigen Neokonservativen, Wichtigtuern und Waffenh&auml;ndlern finanziert, organisiert und choreografiert, die ansonsten keine Daseinsberechtigung in der postsowjetischen Welt h&auml;tten.&ldquo; (eigene &Uuml;bersetzung: RW)\n<\/p><\/blockquote><p>Diese Kr&auml;fte setzten alle Hebel in Bewegung, um eine Hinwendung zu Russland zu unterbinden. Wie ein Elefant im Porzellanladen verhielt sich mit Victoria Nuland eine Person, die damals stellvertretende Au&szlig;enministerin f&uuml;r europ&auml;ische und eurasische Angelegenheiten war und heute unter Pr&auml;sident Joe Biden im State Department f&uuml;r politische Angelegenheiten verantwortlich zeichnet. Kritiken aus EU-L&auml;ndern wurden von dieser Dame mit einem forschen &bdquo;Fuck you&ldquo; abgekanzelt! Da nutzten auch keinerlei Verweise auf fr&uuml;here Versprechen der eigenen Regierung von George H.W. Bush (1989-93) und seines Au&szlig;enministers James Baker, im Gegenzug f&uuml;r Gorbatschows Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands und zum tats&auml;chlichen Ende des Warschauer Pakts die NATO nicht &bdquo;um einen einzigen Zoll&rdquo; gen Osten auszudehnen. Schall und Rauch: Seitdem erweiterte Letztere die Zahl ihrer Mitglieder in Form eines &bdquo;politischen Presslufthammers&ldquo; (Stockman) von 16 auf 30 Staaten &ndash; viele davon unmittelbar vor der Haust&uuml;r Russlands. <\/p><p style=\"text-align: center\">* * *<\/p><p>Zur Zeit des Bush-Krieges gegen Saddam Husseins vermeintliche Massenvernichtungswaffen im Jahre 2003 erkl&auml;rte Karl Rove, langj&auml;hriger Berater der Republikanischen Partei und als ihr Chefstratege in Personalunion engster Gefolgsmann Bushs, ohne Umschweife, was Sache ist und zu sein hat:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, schaffen wir unsere eigene Realit&auml;t. Und w&auml;hrend ihr diese Realit&auml;t studiert &ndash; mit Bedacht, wie ihr wollt &ndash; werden wir wieder handeln und andere neue Realit&auml;ten schaffen, die ihr ebenfalls studieren k&ouml;nnt, und so werden sich die Dinge kl&auml;ren. Wir sind die Akteure der Geschichte (&hellip;) und ihr, ihr alle, werdet nur noch das studieren, was wir tun.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Verbittert das Res&uuml;mee Stockmans und zahlreicher US-Kritiker des eigenen Imperiums:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ohne die Machenschaften Washingtons im Februar 2014 g&auml;be es heute keinen Krieg in der Ukraine, aber dieses entscheidende St&uuml;ck Geschichte ist jetzt mausetot.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p style=\"text-align: center\">* * *<\/p><p>&Auml;u&szlig;erst vital ist das jetzige Agieren des &bdquo;Westens&ldquo;. Sp&auml;testens seit dem 27. Februar wissen wir, wohin die Reise geht. Bundeskanzler Olaf Scholz hat den russischen Angriff auf die Ukraine scharf verurteilt und als Z&auml;sur bezeichnet. &bdquo;Wir erleben eine Zeitenwende&ldquo;, sagte der SPD-Politiker am Sonntag in einer Sondersitzung des Bundestags. <\/p><p>Nun, weniger wenden sich die Zeiten, als vielmehr Politiker und Milit&auml;rstrategen in ihnen. Anstatt alle Kr&auml;fte zu b&uuml;ndeln und auf eine schnellstm&ouml;gliche Deeskalation des Konflikts hinzuarbeiten, wurde in einer gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Koalition derselbe &uuml;berh&ouml;ht, ideologisiert, munitioniert und milit&auml;risch noch gesch&uuml;rt. Und das in einer Weise, dass selbst Dissens &ndash; von offenem Widerspruch ganz zu schweigen &ndash; von vornherein stigmatisiert wird. Putins &bdquo;Unterdr&uuml;ckungsregime&ldquo;, &bdquo;Autokratie&ldquo;, &bdquo;Diktatur&ldquo; dr&uuml;ben und &bdquo;Heimat, Freiheit und Demokratie&ldquo; h&uuml;ben. Zwischent&ouml;ne unerw&uuml;nscht, T&uuml;r und Tor sperrangelweit ge&ouml;ffnet f&uuml;r die Bundeswehr samt einem Sonderverm&ouml;gen in H&ouml;he von 100 Milliarden Euro f&uuml;r Investitionen und R&uuml;stungsvorhaben aus dem Bundeshaushalt.<\/p><p>&bdquo;Klar ist: Wir m&uuml;ssen deutlich mehr investieren in die Sicherheit unseres Landes, um auf diese Weise unsere Freiheit und unsere Demokratie zu sch&uuml;tzen&ldquo;, sagte Scholz. In die gleiche Kerbe hieb die Au&szlig;enministerin und unterstrich damit, was Frau Annalena Baerbock (Gr&uuml;ne) unter &bdquo;wertebasiertem Handeln&ldquo; und &bdquo;feministischer Au&szlig;enpolitik&ldquo; versteht. Das seit Jahren tremoloartig wiederholte Bekenntnis, keine Waffen in Kriegsregionen zu liefern, wurde buchst&auml;blich weggekippt wie saure Milch. Die Ministerin betonte: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir tun das, weil es hier um Menschenleben geht. Wir tun das, weil unsere internationale Ordnung auf dem Spiel steht. Wir tun dies mit Besonnenheit und aus Verantwortung um unseren Frieden in Europa.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p style=\"text-align: center\">* * *<\/p><p>&bdquo;<em>Unser Frieden in Europa.<\/em>&ldquo; So schallte uns das aus den T&auml;lern des Hindukusch entgegen. So &auml;hnlich wird es mittel- bis langfristig aus den Weiten des Indo-Pazifik zu uns her&uuml;berschwappen. Dann freilich mit dem Zusatz, dass die &bdquo;Freiheit internationaler Schifffahrt&ldquo; nicht beeintr&auml;chtigt werden darf. Bleibt als Vorbehalt: Der &ldquo;imperiale Tango&ldquo;, man m&ouml;ge mir hier bitte die saloppe Redewendung verzeihen, wird sich in dieser Region &ndash; vor allem in S&uuml;dost- und Ostasien &ndash; abspielen. Dort hat die NATO bereits China als &bdquo;systemische Herausforderung&ldquo; ausgemacht. Heute wird auf den russischen Sack eingedroschen, wenngleich der chinesische Esel mitsamt nordkoreanischem Kuli gemeint ist.<\/p><p>Cui bono? Ob so viel Goodwill &ndash; man mag f&uuml;glich auch von Vasallentum sprechen &ndash; seitens ihrer Partner und Verb&uuml;ndeten haben die USA als gleichzeitige F&uuml;hrungsmacht der NATO gut lachen. Dort hat das Big Business des milit&auml;risch-industriellen-IT-&Uuml;berwachungs-Komplexes zu Karneval anno domini 2022 reichlich Grund, die Korken mal so richtig knallen zu lassen. <\/p><p>Titelbild: helloRuby\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/70cc113906c74aa5b6edc353d0805ea2\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Schnelllebigkeit der Zeiten w&auml;chst die Gefahr, in Erinnerungsverlust zu verfallen. Das kann den Humus f&uuml;r eine Politik bilden, die sich gegen die eigenen Interessen wendet. Vor allem US-Kr&auml;fte setzten in der Vergangenheit alle Hebel in Bewegung, um eine Verst&auml;ndigung mit Russland zu unterbinden. 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Von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81430\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":81432,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,171,11],"tags":[351,368,2102,3124,2175,1564,466,3011,663,1367,259,831,260,1556,1703,2377],"class_list":["post-81430","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","tag-afghanistan","tag-bush-george-w","tag-geostrategie","tag-indopazifik","tag-interventionspolitik","tag-krieg-gegen-den-terror","tag-nato","tag-nuland-victoria","tag-putsch","tag-ruestungsausgaben","tag-russland","tag-scholz-olaf","tag-ukraine","tag-usa","tag-voelkerrecht","tag-waffenlieferungen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/shutterstock_1849076305.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81430","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81430"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81430\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81443,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81430\/revisions\/81443"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/81432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81430"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81430"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81430"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}