{"id":81515,"date":"2022-03-04T10:21:53","date_gmt":"2022-03-04T09:21:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81515"},"modified":"2022-03-04T17:01:02","modified_gmt":"2022-03-04T16:01:02","slug":"erst-beklatscht-jetzt-die-klatsche-ungeimpftem-pflegepersonal-droht-der-rauswurf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81515","title":{"rendered":"Erst beklatscht, jetzt die Klatsche. Ungeimpftem Pflegepersonal droht der Rauswurf"},"content":{"rendered":"<p>Am 16. M&auml;rz tritt die einrichtungsbezogene Impfpflicht f&uuml;r Besch&auml;ftigte in Krankenh&auml;usern und Pflegeheimen in Kraft. Nach Lage der Dinge steht dem Gesundheitssystem damit ein weiterer personeller Aderlass bevor, w&auml;hrend die Belegschaften schon heute &ndash; zum Wohl von Klinikmanagern und Investoren, zum Wehe der Patienten &ndash; auf dem letzten Loch pfeifen. Die von K&uuml;ndigung bedrohten Mitarbeiter wollen das Feld allerdings nicht kampflos r&auml;umen und machen gemeinsam gegen den Kahlschlag mobil. Warum der bar jeder Logik und Vernunft ist und f&uuml;r ganz viel Wut bei den Betroffenen sorgt, erkl&auml;rt <strong>Sebastian Garbe<\/strong> von der Initiative &bdquo;Klinik Personal steht auf&ldquo; im Interview mit den NachDenkSeiten. Mit ihm sprach <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7086\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-81515-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220304-Erst-beklatscht-jetzt-die-Klatsche-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220304-Erst-beklatscht-jetzt-die-Klatsche-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220304-Erst-beklatscht-jetzt-die-Klatsche-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220304-Erst-beklatscht-jetzt-die-Klatsche-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=81515-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220304-Erst-beklatscht-jetzt-die-Klatsche-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220304-Erst-beklatscht-jetzt-die-Klatsche-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Zur Person <\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220304-Garbe-person.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><small>Foto: Privat<\/small><\/p><p><strong>Sebastian Garbe<\/strong>, Jahrgang 1978, ist Fachkrankenpfleger f&uuml;r An&auml;sthesie und Intensivmedizin auf der an&auml;sthesiologischen Intensivstation des Universit&auml;tsklinikums T&uuml;bingen (UKT) in Baden-W&uuml;rttemberg. Er ist Mitbegr&uuml;nder der Initiative <a href=\"https:\/\/klinik-personal-steht-auf.info\/\">&bdquo;Klinik Personal steht auf&ldquo;<\/a>, die sich f&uuml;r eine freie Impfentscheidung der Besch&auml;ftigten in Krankenh&auml;usern, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und gegen ein drohendes Berufsverbot f&uuml;r berechtigt Impfunwillige infolge der am 16. M&auml;rz wirksam werdenden einrichtungsbezogenen Impfpflicht ausspricht.<\/p><p><strong>Herr Garbe, auf der Webseite der von Ihnen mitbegr&uuml;ndeten Initiative <a href=\"https:\/\/klinik-personal-steht-auf.info\/\">&bdquo;Klinik Personal steht auf&ldquo;<\/a> tickt ein Countdown. Dessen Ende, der 16. M&auml;rz, markiert den Anfang der sogenannten einrichtungsbezogenen Impfpflicht f&uuml;r Besch&auml;ftigte von Krankenh&auml;usern, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Bei deren Umsetzung drohe &bdquo;tausenden Mitarbeitenden&ldquo; ein faktisches Berufsverbot, warnen Sie. K&ouml;nnen Sie den m&ouml;glichen personellen Aderlass genauer beziffern?<\/strong><\/p><p>Wir haben eine Umfrage in unseren Gruppen durchgef&uuml;hrt und stellten auch zu unserem Erstaunen fest, dass sich rund 90 Prozent der jetzt noch ungeimpften Kollegen freistellen lassen wollen. Einige jener, die nicht direkt am Patienten arbeiten, sehen sich nach Arbeitspl&auml;tzen au&szlig;erhalb der von der Impfpflicht betroffenen Bereiche um, medizinisches Personal sucht sein Gl&uuml;ck im Ausland oder denkt &uuml;ber eine Umschulung nach, wieder andere nehmen selbst eine dreimonatige Sperre beim Arbeitslosengeld, soweit die gesetzlich &uuml;berhaupt durchsetzbar ist, in Kauf und warten auf bessere Zeiten.<\/p><p><strong>Soll hei&szlig;en: Die Entschlossenheit, sich nicht verbiegen zu lassen, ist gro&szlig;? <\/strong><\/p><p>Augenscheinlich schon. Man muss sagen, dass alle jetzt noch ungeimpften Kollegen sehr pers&ouml;nliche Gr&uuml;nde haben, sich nicht impfen zu lassen. Dazu kommen noch solche Kollegen, die sich als zweifach Immunisierte oder Geboosterte aufgrund einer negativen Impferfahrung oder einer trotzdem durchgemachten Covid-19-Erkrankung nicht weiter boostern lassen wollen. Und dann gibt es noch Kollegen in Ausbildung, die nicht zur Pr&uuml;fung zugelassen werden und sich deshalb schon heute nach alternativen Ausbildungen au&szlig;erhalb des Gesundheitssystems umschauen.<\/p><p><strong>Ein vor zwei Wochen an Ministerpr&auml;sident Winfried Kretschmann (Gr&uuml;ne) adressierter Brief von Betroffenen mit der Forderung, von der Impfpflicht abzusehen, wurde von &bdquo;weit &uuml;ber 6.000&ldquo; Besch&auml;ftigten aus ganz Baden-W&uuml;rttemberg unterzeichnet. L&auml;sst sich absehen, wie viele davon dem Gesundheitssystem verloren gehen k&ouml;nnten?<\/strong><\/p><p>Das ist schwer einzusch&auml;tzen. Nimmt man unsere Umfrage mit &uuml;ber 300 Teilnehmern zum Ma&szlig;stab, k&ouml;nnten in Baden-W&uuml;rttemberg deutlich mehr als die H&auml;lfte der Unterzeichner ihren Arbeitsplatz r&auml;umen. Bundesweit gehen die Verluste aber ganz bestimmt in die Tausende. Alle Kollegen, die sich bis jetzt standhaft f&uuml;r ihre pers&ouml;nliche Entscheidung stark gemacht haben, nach allem Druck und nach allen Drohungen, Ausgrenzungen und Diffamierungen, werden auch die pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Nachteile einer Freistellung in Kauf nehmen. Wir wissen, dass viele gegen ihre Freistellung vor Gericht klagen werden. <\/p><p>Es geht ihnen allen um eine pers&ouml;nliche Risikoabw&auml;gung und darum, dass die F&uuml;rsorge f&uuml;r die Klienten dort endet, wo die eigene Gesundheit gef&auml;hrdet ist. Ich selbst bin bereit, viel zu ertragen, die Testungen, das Tragen einer Maske, um Patienten und mich zu sch&uuml;tzen. Das war auch bisher ausreichend und effektiv. Wenn die Arbeit im Medizinsektor als Ungeimpfter derart unverantwortlich ist, wie Politiker gerne behaupten, dann fragen wir uns, wie wir alle, Mitarbeitende wie Patienten, die letzten beiden Jahre &uuml;berstanden haben, und das ohne zahlenm&auml;&szlig;ig nennenswerte Virus&uuml;bertragungen von Personal auf Patienten.<\/p><p><strong>Sprechen Sie hier f&uuml;r Ihr direktes berufliches Umfeld, die T&uuml;binger Uniklinik? <\/strong><\/p><p>Auf meiner Intensivstation gab es keine &Uuml;bertragungen vom Personal auf Patienten, ebenso wenig umgekehrt. Unser Hygienekonzept wurde von Anfang an hoch professionell geplant und wurde sehr gewissenhaft umgesetzt. Auch an anderen Standorten kam das Konzept erfolgreich zur Anwendung. Nach den ersten Nachrichten aus China und Bergamo haben wir umgehend begonnen, Schutzausr&uuml;stung anzuschaffen und hatten die ganze Pandemie &uuml;ber keine nennenswerten Engp&auml;sse. Unsere Taskforce &uuml;berpr&uuml;fte immer wieder die aktuellen Ma&szlig;nahmen und passte diese an.<\/p><p><strong>Wie viele Mitarbeiter aus Ihrem Team sind noch ungeimpft?<\/strong><\/p><p>Ich bin einer von noch sechs Ungeimpften unter zirka 140 Kollegen. Ich bin symptomlos genesen, nachweisbar mit einem Antik&ouml;rpertest. Wegen der Asymptomatik habe ich keinen positiven PCR-Test vorzuweisen, weshalb mir auch nie ein Genesenenstatus verg&ouml;nnt war. Ich werde mich, nach allem, was ich gesehen und erlebt habe, nicht gegen dieses Virus impfen lassen. Ich sehe mich nicht als Teil der Risikogruppe. Selbst als die Kinder meiner Lebensgef&auml;hrtin leicht an der Omikron-Variante erkrankten, steckte ich mich nicht an. Es gibt f&uuml;r mich keinen logischen und medizinischen Grund, die Impfung &uuml;ber meine nat&uuml;rliche Immunisierung zu stellen.<\/p><p><strong>Und so sehen das auch Ihre Mitstreiter? <\/strong><\/p><p>Die Mitglieder unserer Vernetzungsgruppe haben zum gro&szlig;en Teil Antik&ouml;rper bestimmen lassen und viele waren &uuml;berrascht, dass Sie nat&uuml;rlich immunisiert sind. Andere waren an Delta oder Omikron erkrankt, wobei ich keinen Fall kenne, in dem nicht innerhalb von drei Wochen eine vollst&auml;ndige Gesundung eingetreten ist und dies, ohne das Gesundheitssystem auch nur im Geringsten zu belasten. <\/p><p><strong>Die Bef&uuml;rworter der Impfpflicht sagen, es gelte damit die Gef&auml;hrdung der vulnerablen Gruppen zu verhindern. Wer sich der Spritze verweigere, handelt aus dieser Sicht unsolidarisch. Sie ziehen sich den Schuh nicht an? <\/strong> <\/p><p>Wie schon gesagt: Ansteckungen innerhalb der Kliniken vom Personal auf Patienten sind wegen der hohen Sicherheitsstandards nahezu ausgeschlossen. Der Widersinn der Argumentation liegt aber vor allem darin, dass die Impfung gar keine sterile Immunit&auml;t erzeugt und Geimpfte wieder zu &Uuml;bertr&auml;gern des Virus werden k&ouml;nnen. Die Ansteckungsraten von Geimpften und Ungeimpften gleichen sich zunehmend an. Es zeigt sich inzwischen sogar eine Korrelation zwischen Hospitalisierungsraten und Impfquoten. Gerade an Omikron sehen wir viele geimpfte und geboosterte Kollegen erkranken. Die Impfung bringt diesen tats&auml;chlich keinen Vorteil. <\/p><p>Den besten Schutz bietet einfach eine nat&uuml;rliche Immunisierung. Vergleicht man Geimpfte und Genesene, so sind Letztere nach der aktuellen Datenlage nicht nur selbst l&auml;nger gesch&uuml;tzt. Sie sch&uuml;tzen ihre Umgebung auch besser, weil sie eine Schleimhautimmunit&auml;t im oberen Atemtrakt haben, die den Geimpften wegen des Applikationswegs der Impfung fehlt. Damit &uuml;bertragen Genesene nach durchgemachter Erstinfektion das Virus weniger wahrscheinlich als Geimpfte. Selbst Deutschlands Chefvirologe Christian Drosten hat erkl&auml;rt, dass es auf Dauer wichtig ist, diese Schleimhautimmunit&auml;t aufzubauen. <\/p><p><strong>Hat sich Regierungschef Kretschmann zu den Einw&auml;nden in Ihrem Brief ge&auml;u&szlig;ert?<\/strong><\/p><p>Bis jetzt noch nicht. Er lie&szlig; uns lediglich ausrichten, dass er unser Anliegen an das Sozialministerium weiterreichen wird, da dort die sogenannten Fachleute sitzen w&uuml;rden. Daf&uuml;r hat uns Petra Krebs, Abgeordnete der Gr&uuml;nen im Stuttgarter Landtag, in einem freundlichen Brief wissen lassen, dass Sie voll und ganz hinter der Impfpflicht steht, ja sogar f&uuml;r eine allgemeine Impfpflicht pl&auml;diert. Dabei beruft Sie sich auf dieselben, klar widerlegbaren Daten, wie sie auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach immer wieder bem&uuml;ht. Dieselbe unreflektierte Antwort kam auch von Andreas Stoch von der SPD.<\/p><p><strong>Kretschmanns Bayerischer Amtskollege Markus S&ouml;der (CSU) hatte zwischenzeitlich mit einem Aussetzen der Impfpflicht gelieb&auml;ugelt, ist aber wieder zur&uuml;ckgerudert und will das Gesetz nun doch <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/klaus-holetscheks-konzept-fuer-die-pflege-impfpflicht-gegen-corona-in-bayern,SyoV5qF\">stufenweise umsetzen<\/a><\/strong>. <strong>Ist damit Ihre letzte Hoffnung auf ein Einlenken der politisch Verantwortlichen verflogen?<\/strong><\/p><p>Nein. Wir h&ouml;ren nicht damit auf, eine evidenzbasierte und logische Herangehensweise bei der Beurteilung von Corona und der Impfung seitens der Politik einzufordern. Daf&uuml;r gehen wir ja nun immer wieder zu Tausenden auf die Stra&szlig;e. Wir haben aber durchaus die Sorge, nicht bis zur &Ouml;ffentlichkeit durchzudringen, weil dies auf unterschiedliche Art unterbunden wird. Uns fehlt der offene und ideologiefreie Diskurs unter Medizinern, Statistikern und anderen Fachleuten mit der Politik. Zum Beispiel frage ich mich, warum der Virologe Hendrik Streeck nicht wirklich geh&ouml;rt wird, der ja mit seiner Einsch&auml;tzung der Lage unsere Sicht auf die Dinge weitgehend st&uuml;tzt. Streeck sitzt im Corona-Expertenrat der Bundesregierung. Wie kann es sein, dass sein Wort als Fachmann kein Gewicht hat?<\/p><p><strong>Sie haben keine Antwort darauf?<\/strong> <\/p><p>Ich denke nicht, dass den Regierenden in Bund und L&auml;ndern klar ist, welche Konsequenzen ihr Handeln, im Speziellen diese Impfkampagne, f&uuml;r unser Gesundheitssystem und die Gesellschaft als Ganze noch haben wird. Medizin geh&ouml;rt in die H&auml;nde von Medizinern und nicht in die von Politikern und Pharmakonzernen. Der Druck auf kritische Mediziner muss aufh&ouml;ren und die Medien m&uuml;ssen damit aufh&ouml;ren, nur linientreue Experten zu Wort kommen zu lassen. <\/p><p><strong>Sie sprachen es an: Die Impfpflicht widerspricht aus medizinischen Gesichtspunkten jeder Logik, weil sie den schutzbed&uuml;rftigen Gruppen keinen Schutz vor Ansteckung bietet. Welche Erkl&auml;rung haben Sie daf&uuml;r, dass die Politik trotzdem an dem Instrument festhalten will? <\/strong><\/p><p>Dass die Impfung gegen die Alpha- und abgeschw&auml;cht auch gegen die Delta-Variante gewirkt hat, kann ich aus eigener beruflicher Erfahrung mit ungeimpften Intensivpatienten best&auml;tigen. Was die sp&auml;teren Corona-Varianten angeht, spricht die Datenlage eher dagegen. Ich sehe die Regierung in einer Blase gefangen. Sie hat es vers&auml;umt und tut dies weiterhin, sich au&szlig;erhalb ihrer Bubble zu informieren und ihre eigenen Hochrechnungen zu hinterfragen. Wir sehen doch t&auml;glich, dass ihre Zahlen und Prognosen nicht stimmen. <\/p><p><strong>Auch wenn die Bundesregierung nicht einlenkt, muss der 16. M&auml;rz nicht gleich das berufliche Aus f&uuml;r s&auml;mtliche Betroffene bedeuten. Mahlen die M&uuml;hlen der deutschen B&uuml;rokratie vielleicht so langsam, dass sich damit Zeit gewinnen l&auml;sst und die Politik am Ende doch noch vom Irrweg abkommt? In Gro&szlig;britannien hat die Regierung die eigentlich zum 1. April f&auml;llige <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/england-kehrtwende-bei-der-teil-impfpflicht-gegen-corona,Syv77hg\">Impfpflicht f&uuml;r Pflegekr&auml;fte<\/a> gerade erst kassiert. Mit Omikron habe sich der Schritt erledigt, hei&szlig;t es aus London. Auch in &Ouml;sterreich steht die allgemeine Impfpflicht auf der Kippe. <\/strong><\/p><p>Das werden wir abwarten m&uuml;ssen. Auf alle F&auml;lle werden wir ger&uuml;stet sein, wenn es tats&auml;chlich zu K&uuml;ndigungen kommt. Zum Beispiel werden wir die Pr&uuml;fung der individuellen Impff&auml;higkeit einfordern. Diese muss ein Allergologe vornehmen, der dann auch in eine pers&ouml;nliche Haftung bei Nebenwirkungen genommen werden kann. Wir werden nicht m&uuml;de, uns f&uuml;r unseren Gesundheitsschutz einzusetzen. Daf&uuml;r sind wir bereit, alle medizinischen und rechtlichen Register zu ziehen.<\/p><p><strong>Sehen Sie irgendwelche Vorkehrungen seitens der Politik, den drohenden Personalverlusten zu begegnen, falls wirklich massenhaft Leute entlassen werden? <\/strong><\/p><p>Die Politik und die Kliniken akquirieren Personal aus dem au&szlig;ereurop&auml;ischen Ausland, von den Philippinen, aus dem Iran oder Irak. Diese Menschen sollen die L&ouml;cher stopfen, die eine Impfpflicht in die deutsche Versorgungslandschaft rei&szlig;t. Daf&uuml;r fehlen diese Kr&auml;fte dann in ihren Heimatl&auml;ndern. Dieses Vorgehen ist egoistisch, in h&ouml;chstem Ma&szlig;e verwerflich und zeigt die wahre Wertsch&auml;tzung, die man den einheimischen Pflegerinnen und Pflegern entgegenbringt: n&auml;mlich gar keine. <\/p><p><strong>Immerhin hat man f&uuml;r Sie und Ihresgleichen vom Balkon geklatscht &hellip;<\/strong><\/p><p>Es ist einfach unfassbar, dass wir nach allen Entbehrungen der beiden vergangenen Jahre so sch&auml;big behandelt werden. Ja, man hat f&uuml;r uns applaudiert, das war gut gemeint, wirkte jedoch hilflos. Trotzdem speist man uns weiter mit Niedrigl&ouml;hnen ab, woran auch ein l&auml;cherlicher <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/421377.gesundheitspolitik-lauterbach-macht-witze.html?sstr=pflegebonus\">Pflegebonus<\/a> nichts &auml;ndert. Unsere Work-Life-Balance ist miserabel, die Arbeit verdichtet sich immer mehr, die Versorgungsqualit&auml;t wird wegen immer neuer K&uuml;rzungsrunden immer schlechter und mit Corona hat sich das alles noch einmal versch&auml;rft. <\/p><p>Wir Intensivpfleger &uuml;bernehmen das gesamte Beatmungs- und Sedierungsmanagement, Hirndruckmanagement, die Dialyse, Parameteroptimierung, werten Laborwerte aus und passen die Ger&auml;te so an, dass die kritisch Erkrankten in einem optimalen Setting gesunden k&ouml;nnen. Nebenbei k&uuml;mmern wir uns noch um die Angeh&ouml;rigen und schulen junge Assistenz&auml;rzte. Und zum Dank will man uns jetzt rausschmei&szlig;en, weil wir eine Impfung ablehnen, die keinen Sinn ergibt und eben nicht so sicher und unbedenklich ist, wie immer behauptet wird. Und wenn wir dann erst weg sind, setzt das gro&szlig;e Jammern ein, von wegen Pflegenotstand. Die Politik hat bei mir alles an Vertrauen verspielt. Gerade sieht man, wie schnell sich mal eben zig Milliarden Euro f&uuml;r Kriegswaffen lockermachen lassen. Aber Menschen medizinisch gut zu versorgen, steht ganz unten auf der Agenda.<\/p><p><strong>Wie sehr hat sich der Klinikalltag allein dadurch f&uuml;r Sie ver&auml;ndert, dass Sie ungeimpft sind? <\/strong><\/p><p>Ich darf nicht mehr in die Kantine, einige meiner Kollegen reden hinter meinem R&uuml;cken schlecht &uuml;ber mich. Dass mir jemand seine Meinung ins Gesicht sagt, passiert eher selten, da ich gerne mit Gegenfragen zur aktuellen Studienlage kontere. Es gibt aber auch eine Vielzahl an Kollegen, die sich solidarisch verhalten und uns in unserem Anliegen unterst&uuml;tzen wollen. <\/p><p><strong>Dieser Tage sorgte der Fall der Krankenkasse ProVita f&uuml;r Aufsehen, deren Chef nach der Analyse der Abrechnungsdaten von elf Millionen Versicherten vor einer massiven <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81194\">Untererfassung von Impfkomplikationen<\/a> gewarnt hat. Inzwischen wurde der Mann <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/133007-fakten-unerwunscht-wer-offiziellen-doktrin\/\">fristlos gefeuert<\/a>. Sehen Sie Anhaltspunkte bei Ihrer Arbeit, dass er mit seiner Darstellung recht haben k&ouml;nnte? <\/strong><\/p><p>Das kann ich aus meiner unmittelbaren Anschauung nicht beurteilen. Aber von Kollegen aus der Kardiologie werden tats&auml;chlich deutlich steigende F&auml;lle von Patienten mit Herzmuskelentz&uuml;ndungen und verschiedensten Thrombosen berichtet, gerade bei j&uuml;ngeren Menschen. Allerdings wurde ein Zusammenhang mit der Impfung nicht in jedem der F&auml;lle von den zust&auml;ndigen &Auml;rzten gesehen.<\/p><p><strong>Gibt es schon Nachahmer Ihrer Initiative, in Baden-W&uuml;rttemberg oder anderswo in Deutschland? <\/strong><\/p><p>Ja. Ich wei&szlig;, dass es in jedem Bundesland Initiativen wie unsere gibt, die unabh&auml;ngig voneinander entstanden sind. Wir sind gerade dabei, uns untereinander zu vernetzen, um auch bundesweit an Bedeutung zu gewinnen. <\/p><p><strong>Welche sind Ihre Hauptforderungen? <\/strong><\/p><p>Ganz oben steht: Weg mit der Impfpflicht, stattdessen eine freie Impfentscheidung f&uuml;r alle. Wir verlangen Ma&szlig;nahmen, um der Spaltung in der Gesellschaft, vor allem im Gesundheitswesen, entgegenzutreten. Es braucht endlich eine transparente Datenlage zu den Corona-Zahlen, zur Wirksamkeit und zu den Nebenwirkungen der Impfungen sowie den Kontraindikationen. Wir fordern die Anerkennung von Antik&ouml;rpern und der T-Zellimmunit&auml;t zum Nachweis einer Genesung und die Abschaffung des auf drei Monate befristeten Genesenenstatus f&uuml;r Ungeimpfte. Und nat&uuml;rlich treten wir f&uuml;r mehr Personal und Investitionen zur Stabilisierung und Optimierung unseres Gesundheitswesens ein. Wir wollen wieder qualitativ hochwertige Arbeit leisten! <\/p><p><strong>Was ist f&uuml;r die nahe Zukunft geplant?<\/strong><\/p><p>Wir werden unsere Initiativen weiter ausbauen. Am 7. M&auml;rz findet eine gro&szlig;e Demonstration des Gesundheitssektors in T&uuml;bingen statt. Dort sprechen Datenanalysten, &Auml;rzte und Fachpersonal. Gesundheitliche Aufkl&auml;rung geh&ouml;rt zur&uuml;ck in die Verantwortung der evidenzbasierten Medizin. Wissenschaft und Forschung m&uuml;ssen sich wieder auf korrekte Daten und Analysen und einen breiten Diskurs st&uuml;tzen. Ma&szlig;nahmen und Therapien m&uuml;ssen regelm&auml;&szlig;ig &uuml;berpr&uuml;ft und angepasst werden. Wir stehen ein f&uuml;r ein besseres Gesundheitswesen und alle sind eingeladen, uns zu unterst&uuml;tzen, da jeder morgen zum Patienten werden kann und dann froh sein wird, wenn ihn kompetentes und motiviertes Personal in der Krankheit begleitet. <\/p><p><strong>Wie sieht Ihr weiterer Weg aus? <\/strong><\/p><p>Ich w&uuml;rde meinen Arbeitsplatz gerne behalten und eine qualitativ hochwertige Intensivmedizin praktizieren. Ich &uuml;berlasse das ungern einem maroden System, das erfahrenes Personal vor die T&uuml;r setzt und damit die Lage im Gesundheitswesen weiter zuspitzt. Falls man mich in Deutschland nicht mehr haben will, werde ich vielleicht ins Ausland gehen m&uuml;ssen oder auf einen anderen Beruf umschulen. Ich bin wie viele Kollegen auf den Worst Case vorbereitet. Eines ist jedoch sicher: Kommt die Impfpflicht, werde ich dem deutschen Gesundheitssystem nie wieder zur Verf&uuml;gung stehen. <\/p><p>Titelbild: Carlos_Navarro \/ Shutterstock<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/3b145b8c6fa8488292f160bd88a5b26c\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 16. M&auml;rz tritt die einrichtungsbezogene Impfpflicht f&uuml;r Besch&auml;ftigte in Krankenh&auml;usern und Pflegeheimen in Kraft. Nach Lage der Dinge steht dem Gesundheitssystem damit ein weiterer personeller Aderlass bevor, w&auml;hrend die Belegschaften schon heute &ndash; zum Wohl von Klinikmanagern und Investoren, zum Wehe der Patienten &ndash; auf dem letzten Loch pfeifen. 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