{"id":8153,"date":"2011-01-28T17:05:02","date_gmt":"2011-01-28T16:05:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8153"},"modified":"2011-01-28T17:05:02","modified_gmt":"2011-01-28T16:05:02","slug":"hinweise-des-tages-2-156","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8153","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Offener Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock; Die Enttarnung der Schuldigen; &bdquo;Ich w&auml;re gl&uuml;cklich, k&ouml;nnte ich mehr Steuern zahlen&ldquo;; Die Finanzkrise scheint vergessen; Michael Dauderst&auml;dt: Staatsgl&auml;ubigerpanik ist keine Eurokrise!; Griechenland pr&uuml;ft cleveren Trick zur Entschuldung; F&uuml;nf Millionen f&uuml;r geschassten Manager; Den letzten bei&szlig;en die Hunde: Der neue Trend der Lohndr&uuml;cker; &bdquo;Monopolisierung&ldquo; oder &bdquo;Kooperation&ldquo;; Individuelle Zusatzversicherung krankt; Missverst&auml;ndnis um Milliarden; Agrartreibstoffe gef&auml;hrden Recht auf Nahrung; Bald noch mehr Gift im Essen? Aigners toxischer Gesetzentwurf; Zivil-milit&auml;rische Aufstandsbek&auml;mpfung; Aufst&auml;nde in Nordafrika; Bundestag verl&auml;ngert deutschen Einsatz in Afghanistan; Israel gef&auml;hrdet sich selbst; Gro&szlig;es Abkassieren vor dem Abzug; Und sonst so?; &bdquo;Schavans Erfolgsmeldungen sind Etikettenschwindel&ldquo; (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Offener Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Die Enttarnung der Schuldigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">&bdquo;Ich w&auml;re gl&uuml;cklich, k&ouml;nnte ich mehr Steuern zahlen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Die Finanzkrise scheint vergessen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Michael Dauderst&auml;dt: Staatsgl&auml;ubigerpanik ist keine Eurokrise!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Griechenland pr&uuml;ft cleveren Trick zur Entschuldung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">F&uuml;nf Millionen f&uuml;r geschassten Manager<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Den letzten bei&szlig;en die Hunde: Der neue Trend der Lohndr&uuml;cker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">&bdquo;Monopolisierung&ldquo; oder &bdquo;Kooperation&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Individuelle Zusatzversicherung krankt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Missverst&auml;ndnis um Milliarden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Agrartreibstoffe gef&auml;hrden Recht auf Nahrung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Bald noch mehr Gift im Essen? Aigners toxischer Gesetzentwurf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Zivil-milit&auml;rische Aufstandsbek&auml;mpfung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Aufst&auml;nde in Nordafrika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Bundestag verl&auml;ngert deutschen Einsatz in Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Israel gef&auml;hrdet sich selbst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Gro&szlig;es Abkassieren vor dem Abzug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Und sonst so?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">&bdquo;Schavans Erfolgsmeldungen sind Etikettenschwindel&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=8153&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Offener Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock<\/strong><br>\nSehr geehrter Herr Minister,<br>\nmit diesem Brief m&ouml;chten wir uns als Stammbesatzung zu den Behauptungen, die in der Presse kursieren, &auml;u&szlig;ern. Des Weiteren soll dieser Brief Ausdruck und Zeichen sein, wie sehr die Stammbesatzung hinter ihrem Kommandanten steht. [&hellip;] In Salvador war eine Besatzungsfeier auf der Pier geplant. Diese wurde nat&uuml;rlich abgesagt. Vielmehr hat der Offizierslehrgang am letzten Tag in Salvador f&uuml;r die Besatzung und die Ausbilder ein Bier ausgegeben, um gemeinsam die Geschehnisse zu besprechen und die gute\/richtige Reaktion der Schiffsf&uuml;hrung auf diesen Unfall zu w&uuml;rdigen. Dies alles geschah im Gedenken an unsere verstorbene Kameradin und war vom Lehrgang gew&uuml;nscht und initiiert. Das in der Presse ver&ouml;ffentlichte Bild entspricht somit nicht den Tatsachen! [&hellip;]  Wie oben ersichtlich, wurden nach dem Unfall in Salvador einige neue Voraussetzungen festgelegt, um die Sicherheit der Soldaten bei Arbeiten\/Ausbildungen in der Takelage zu erh&ouml;hen. Auch hier hat die [&hellip;] Zu keiner Zeit wurde hier an Bord ein Soldat von einem anderen angefasst oder gar sexuell bel&auml;stigt. [&hellip;]<br>\nDer Name GORCH FOCK ist nach diesen Vorf&auml;llen nur noch sehr schwer reinzuwaschen. Dies bedauern wir und &ndash; wie wir denken &ndash; auch ein Gro&szlig;teil der deutschen Bev&ouml;lkerung, die immer stolz auf ihre &bdquo;Wei&szlig;e Lady&ldquo; war, zutiefst! Wie viele Empf&auml;nge und Reisen wurden mit diesem Schiff durchgef&uuml;hrt. &Uuml;berall, wo es auftauchte, freuten sich die Menschen &uuml;ber das Schiff und unser Land.<br>\nNat&uuml;rlich haben sich Politiker jeder Parteizugeh&ouml;rigkeit und &uuml;bergeordnete Instanzen sehr gerne im Schein dieses Schiffes gefeiert. Genau diejenigen, die uns jetzt fallengelassen haben.<br>\nIch hoffe, sehr geehrter Herr Minister zu Guttenberg, Sie verstehen nun auch die Sicht der Stammbesatzung, die immer ihr Bestes gegeben hat, um sicher und qualitativ hochwertig Kadetten an Bord auszubilden. Wir werden nun in der Presse als schlechte Menschen, ja gar als Unmenschen dargestellt. Dies macht uns und unseren Familien sehr zu schaffen.<br>\nWir, die Stammbesatzung der Gorch Fock, f&uuml;hlen uns sehr alleine gelassen &ndash; hier am Ende der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/4907\/offener-brief-der-stammbesatzung-der-gorch-fock\">Spiegelfechter<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Man kann zu den Riten und der Ausbildungspraxis auf der Gorch Fock durchaus geteilter Meinung sein. Es ist jedoch Grundlage eines fairen Journalismus, bei solchen Geschehnissen immer beide Seiten zu h&ouml;ren. Diese Grundregel wird bei der Berichterstattung &uuml;ber die Gorch Fock jedoch kategorisch verletzt. W&auml;hrend die Ankl&auml;ger in der Presse herumgereicht werden, haben die Verteidiger einen Maulkorb bekommen und m&uuml;ssen vom anderen Ende der Welt tatenlos mit ansehen, wie aus Ger&uuml;chten pl&ouml;tzlich vermeintliche Fakten werden. Diese Art der Berichterstattung ist unfair, hat aber System. W&auml;hrend der anscheinend systematische Bruch der Grundrechte im Zusammenhang mit der &Ouml;ffnung der Feldpost ganz leise zu einem Randthema wird, sind die vermeintlichen Skandale an Bord des Segelschulschiffs Thema Nummer Eins. Herrn zu Guttenberg d&uuml;rfte das sehr gelegen kommen. Die Gegendarstellung der Stammmannschaft d&uuml;rfte ihm hingegen &uuml;berhaupt nicht in den Kram passen, denn Herr zu Guttenberg kannte auch diese Version der Geschehnisse bevor(!) er zur BILD-Zeitung ging und Kapit&auml;n Schatz &ouml;ffenlichkeitswirksam &uuml;ber das Messer springen lie&szlig;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Enttarnung der Schuldigen<\/strong><br>\nMissmanagement, r&uuml;cksichtsloses Gewinnstreben, schwere Fehler bei der Marktregulierung. Eine US-Untersuchungskommission deckt die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Finanzkrise schonungslos auf &ndash; und nennt die die Verantwortlichen beim Namen.<br>\nSchwerwiegende Fehler bei der Regulierung der M&auml;rkte, Missmanagement und r&uuml;cksichtsloses Gewinnstreben an der Wall Street haben in den USA die weltweite Finanzkrise ausgel&ouml;st. Das ist die Quintessenz des Berichtes, den die Untersuchungskommission der US-Regierung vorgelegt hat. Das 576 Seiten dicke Gutachten wurde in den USA und weit dar&uuml;ber hinaus mit Spannung erwartet. Denn die zehnk&ouml;pfige Gruppe, die Ursachen und Folgen der Finanzkrise untersucht hat, benennt konkrete Personen und Institutionen, die wesentlich f&uuml;r das Ausma&szlig; der Krise verantwortlich sind. &bdquo;Die Finanzkrise ist das Ergebnis menschlichen Handelns, sie ist weder naturgegeben noch auf fehlerhafte Computerprogramme zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.&ldquo; So h&auml;tten etwa die US-Notenbank und weitere Regulierungsbeh&ouml;rden die Entwicklung eines &bdquo;katastrophalen Finanzcocktails&ldquo; zugelassen, der mit wackeligen Hypotheken, faulen Krediten und riskanten Finanzpaketen zum Zusammenbruch des Systems gef&uuml;hrt habe. &bdquo;Wir haben geerntet, was wir ges&auml;t haben.&ldquo; Die kostspielige Krise ist aus Sicht der Kommission vermeidbar gewesen: &bdquo;Der gr&ouml;&szlig;te Fehler w&auml;re es, in den allgemeinen Chor einzustimmen, dass niemand die Krise vorhersehen konnte und niemand etwas dagegen h&auml;tte unternehmen k&ouml;nnen. Wenn wir das akzeptieren, wird so etwas wieder passieren.&ldquo;<br>\nDen Regulierungsbeh&ouml;rden h&auml;tte es an politischem Willen gefehlt, die Institutionen zu &uuml;berwachen und in die Pflicht zu nehmen, kritisieren die Autoren. Der US-B&ouml;rsenaufsicht SEC wirft die Gruppe vor, bei der Regulierung der Gro&szlig;banken versagt zu haben. So h&auml;tten die f&uuml;nf gr&ouml;&szlig;ten Banken des Landes R&uuml;cklagen in H&ouml;he von einer Milliarde Dollar gehabt, denen Verlusten von 40 Milliarden Dollar gegen&uuml;berstanden. Die Kommission weist darauf hin, dass zwischen 1998 und 2008 Spenden in H&ouml;he von rund 2,7 Milliarden Dollar von Lobbygruppen des Finanzsektors nach Washington geflossen seien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/krise\/studie-nennt-ross-und-reiter\/-\/1471908\/7129654\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.B.:<\/strong> USA du hast es besser. Da ist unsere Regierung noch weit davon entfernt &ndash; die betreiben lieber &ldquo;Linken-Bashing&rdquo;, damit alle kritischen Fragen schon gar nicht &ldquo;auf`s Tapet kommen&rdquo;. So ist in den USA die Regierung wegen der Mehrheiten im Repr&auml;sentantenhaus wohl nicht handlungsf&auml;hig etwas &ldquo;Entscheidendes&rdquo; gegen die Finanzmarktkrise zu unternehmen &ndash; aber sie wollen es wenigstens genau wissen. Schon einmal eine gute Voraussetzung f&uuml;r Weiteres!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&bdquo;Ich w&auml;re gl&uuml;cklich, k&ouml;nnte ich mehr Steuern zahlen&ldquo;<\/strong><br>\nDie britische Gesundheitsforscherin Kate Pickett hat ein altes Dogma der &Ouml;konomen geknackt. Sie wies nach, dass zu viel Ungleichheit nicht anspornt zu mehr Leistung, sondern allen schadet &ndash; auch den Reichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/panorama\/-ich-waere-gluecklich--koennte-ich-mehr-steuern-zahlen-\/-\/1472782\/7130994\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die Finanzkrise scheint vergessen<\/strong><br>\nAn der Wall Street hat die sch&ouml;nste Zeit des Jahres begonnen. Jedenfalls f&uuml;r die Finanzprofis der Investmentbanken, die in diesen Tagen ihre Bonuszahlungen erhalten. Die offizielle Statistik, die der New Yorker Rechnungshof allj&auml;hrlich erstellt, ist noch nicht ver&ouml;ffentlicht. Nach dem, was Brancheninsider erz&auml;hlen, kassieren die Banker schon wieder, als ob in den vergangenen Jahren nichts geschehen w&auml;re. Die Boni steigen wieder, 2010 war f&uuml;r Investmentbanker besser als das Vorjahr&ldquo;, sagt etwa Jeanne E. Branthover, die als Headhunterin der Personalberatung Boyden auf die Vermittlung von Kapitalmarktexperten spezialisiert ist. &bdquo;Die Branche ist wieder da.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/krise\/die-finanzkrise-scheint-vergessen\/-\/1471908\/7129766\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Michael Dauderst&auml;dt: Staatsgl&auml;ubigerpanik ist keine Eurokrise!<\/strong><br>\nEs gibt keine Eurokrise, sondern nur ein Versagen der Finanzm&auml;rkte angesichts hoher Schulden einiger Staatshaushalte in der Eurozone. Die Au&szlig;enhandelsungleichgewichte innerhalb der Eurozone h&auml;ngen mit der Staatsschuldenproblematik nur wenig und indirekt zusammen. Ein Zerbrechen der W&auml;hrungsunion oder Austritte aus ihr sind weder absehbar noch eine sinnvolle L&ouml;sung der Schuldenprobleme. Die europ&auml;ische Integration erfordert vielmehr eine politische Transferunion, also ein langfristiges Stabilit&auml;tsengagement aller Eurostaaten und der EZB, um die Gl&auml;ubiger zur Vernunft zu bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/07795.pdf\">FES [PDF &ndash; 120 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Michael Dauderst&auml;dt kl&auml;rt u.a. dar&uuml;ber auf, dass die Schulden eines Landes nicht gleich denjenigen eines Staatshaushalts seien. Ein Staatshaushalt kann verschuldet sein, &ldquo;ohne dass es das Land ist (wie z. B. in Deutschland oder in viel gr&ouml;&szlig;erem Ma&szlig;e Japan), wenn seine Unternehmen und\/oder Haushalte mehr sparen als der Staat mittels Neuverd&uuml;rften schuldung absorbiert. Umgekehrt kann sich ein Land verschulden, ohne dass es sein Staat tut, wie es etwa in Spanien oder Irland f&uuml;r einige Jahre vor der Krise der Fall war, als deren Haushalte und Unternehmen sich munter im Ausland verschuldeten, der jeweilige Staat jedoch &Uuml;bersch&uuml;sse erzielte, weil der Ausgabenrausch des Landes seine Einnahmen kr&auml;ftig wachsen lie&szlig;. Oft gibt es auch F&auml;lle, wo beides im Gleichklang geschieht, also Staatshaushalt und Land gemeinsam Defizite (z.B. Griechenland oder &ndash; im gigantischen Ma&szlig;stab die USA) bzw. &Uuml;bersch&uuml;sse (z. B. Luxemburg oder China 2007) aufweisen.&rdquo;<br>\nDauderst&auml;dt h&auml;lt einen Austritt einer Volkswirtschaft mit hoher Staatsverschuldung aus der Eurozone f&uuml;r sehr unwahrscheinlich, kommt aber in seiner Analyse auf die bisher nicht bedachte, interessante &Uuml;berlegung, dass f&uuml;r diese L&auml;nder der (tempor&auml;re) Ausstieg aus dem Binnenmarkt durch Wiedereinf&uuml;hrung von Z&ouml;llen eine Option darstellen k&ouml;nnte: &bdquo;Importe w&uuml;rden verteuert und somit gesenkt, wodurch das Leistungsbilanzdefizit abn&auml;hme; die Staatseinnahmen w&uuml;rden steigen, womit das Haushaltsdefizit zur&uuml;ckginge. Durch eine entsprechende Zollstruktur k&ouml;nnte sichergestellt werden, dass notwendige Inputs f&uuml;r die Exportproduktion weniger belastet w&uuml;rden als etwa G&uuml;ter des Luxuskonsums. Auch diese Option h&auml;tte erhebliche &ouml;konomische und politische Kosten. Aber eine Bev&ouml;lkerung, der immer mehr Opfer zur Bedienung &uuml;berwiegend ausl&auml;ndischer Gl&auml;ubiger zugemutet werden, wird bald nach Auswegen suchen und eventuell Politiker\/innen w&auml;hlen, die solche im Mantel nationalpopulistischer Rhetorik anbieten.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Griechenland pr&uuml;ft cleveren Trick zur Entschuldung<\/strong><br>\nWenige Tage vor dem EU-Gipfel mehren sich die Rufe nach einem flexibleren Euro-Rettungsschirm. Die franz&ouml;sische Finanzministerin Christine Lagarde nannte den Ankauf von Staatsanleihen hoch verschuldeter Staaten durch den Rettungsfonds EFSF am Freitag eine Option. &bdquo;Wir sollten das Pro und Contra abw&auml;gen und entscheiden, was am wirksamsten ist&ldquo;, sagte Lagarde. In der Euro-Zone wird derzeit dar&uuml;ber diskutiert, wie der Fonds gest&auml;rkt werden kann. Auch EZB-Chef Jean-Claude Trichet h&auml;lt Bondk&auml;ufe durch den Fonds f&uuml;r ein probates Mittel. Das von EU und Internationalem W&auml;hrungsfonds vor der Pleite bewahrte Griechenland denkt derweil laut dar&uuml;ber nach, wie ein freiwilliger Forderungsverzicht von Gl&auml;ubigern seine dr&uuml;ckende Schuldenlast k&uuml;nftig lindern k&ouml;nnte.<br>\nDie Regierung in Athen erw&auml;gt konkret den R&uuml;ckkauf von Staatsanleihen mit einem Abschlag zum Nennwert. &bdquo;Das ist eine Idee, die diskussionsw&uuml;rdig ist&ldquo;, sagte der Finanzminister Giorgos Papakonstantinou in Davos. &bdquo;Daf&uuml;r braucht man Geld.&ldquo; Sein Regierungschef Giorgos Papandreou hatte j&uuml;ngst eine Zahlungsunf&auml;higkeit ebenso wie eine Umschuldung des Landes ausgeschlossen. Angesichts des hohen Schuldenbergs wird am Markt dennoch daran gezweifelt, dass Griechenland seinen Zahlungsverpflichtungen gegen&uuml;ber den Gl&auml;ubigern nachkommen kann. Deshalb halten sich hartn&auml;ckig Ger&uuml;chte, wonach die Euro-L&auml;nder der Regierung in Athen aus Mitteln des EFSF einen Kredit gew&auml;hren k&ouml;nnten, mit dem das Land eigene Anleihen zum Marktpreis aufkaufen k&ouml;nnte. Dieser liegt teilweise um 30 Prozent unter dem Nennwert, weshalb dieses Verfahren auf einen freiwilligen Forderungsverzicht der Gl&auml;ubiger hinausliefe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article12370217\/Griechenland-prueft-cleveren-Trick-zur-Entschuldung.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>F&uuml;nf Millionen f&uuml;r geschassten Manager<\/strong><br>\nFrank Roth hat einen Vertrag mit der HSH Nordbank &ndash; eigentlich bis Juni 2011. Doch das Krisen-Institut hat ihn entlassen &ndash; zu Unrecht. Jetzt muss die Bank laut Medienberichten zahlen.<br>\nDie HSH Nordbank zahlt dem zu Unrecht entlassenen Vorstand Frank Roth nach Angaben aus Kreisen etwa f&uuml;nf Millionen Euro. Das krisengesch&uuml;ttelte Institut habe sich mit dem Anwalt des fr&uuml;heren IT- und Personalvorstands darauf geeinigt, ihm die Anspr&uuml;che aus seinem bis Juni 2011 laufenden Vertrag, Pensionsanspr&uuml;che und eine Entsch&auml;digung in dieser H&ouml;he zu zahlen, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person am Freitag. Das Gesamtpaket solle in mehreren Schritte ausgezahlt werden. Die Bank wollte sich nicht dazu &auml;u&szlig;ern. Auch die &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo; berichtete am Freitag dar&uuml;ber. Damit erh&auml;lt der 51-Manager etwa doppelt soviel wie der wegen riskanter Finanzgesch&auml;fte und Spitzelaff&auml;ren in Ungnade gefallene Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher. Der Vorstandschef, der auf Druck der beiden Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein Ende M&auml;rz seinen Hut nehmen muss, erh&auml;lt nach fr&uuml;heren Informationen aus seinem bis Ende 2012 laufende Vertrag sowie Pensionsanspr&uuml;chen Zahlungen in H&ouml;he von rund zwei Millionen Euro. Als Nachfolger Nonnenmachers wurde der Investmentbanker Paul Lerbinger berufen. Der einstige Citigroup-Banker soll Anfang M&auml;rz bei der HSH anfangen und einen Monat sp&auml;ter an die Spitze der staatlich gest&uuml;tzten Bank aufr&uuml;cken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/fuenf-millionen-fuer-geschassten-manager\/-\/1472780\/7131982\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Den letzten bei&szlig;en die Hunde: Der neue Trend der Lohndr&uuml;cker<\/strong><br>\nViele der freundlichen Paketboten, die an unseren T&uuml;ren klingeln, f&uuml;hren t&auml;glich einen verzweifelten Kampf ums &Uuml;berleben. Bezahlt nach St&uuml;ckkosten, unterwegs auf eigenes Risiko, fahren sie gegen die Uhr, ohne Alterssicherung, oft ohne Krankenversicherung, ohne Geld f&uuml;r notwendige Fahrzeug-Reparaturen. Ihre Auftraggeber k&ouml;nnen sich geschickt aus der Verantwortung stehlen &ndash; mit einem perfiden System aus Sub und Sub-Subunternehmen. Monitor hat wochenlang in der Szene recherchiert und fand ein Modell, das Schule macht und das zu einer echten Bedrohung f&uuml;r die Sozialkassen geworden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/sendungen\/2011\/0127\/hermes.php5\">Monitor<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&bdquo;Monopolisierung&ldquo; oder &bdquo;Kooperation&ldquo;<\/strong><br>\nMitglieder der Initiative Notruf 113 fordern auch Vorsicht bei der Einrichtung von weiteren Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) durch private Klinikbetreiber oder deren Tochterfirmen.<br>\nSeit 2004 erlaubt der Gesetzgeber die Einrichtung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) zur ambulanten Versorgung von Patienten. Die Idee: Beliebig viele zugelassene &Auml;rzte arbeiten fach&uuml;bergreifend zusammen. Im Unterschied zu einer Gemeinschaftspraxis sind sie angestellt beim Tr&auml;ger des MVZ. Das Ziel ist die Konzentration der ambulanten Krankenversorgung auf wenige, aber effektive und kosteng&uuml;nstige Zentren. Inzwischen existieren mehr als 1.000 MVZ in Deutschland. [&hellip;]<br>\nDie Initiative &bdquo;Notruf 113&ldquo; bef&uuml;rchtet eine &bdquo;Monopolisierung der gesamten Gesundheitsversorgung&ldquo; in der Region. &bdquo;Ein privater Krankenhausbetreiber sollte aus grunds&auml;tzlichen Erw&auml;gungen ein MVZ nicht betreiben d&uuml;rfen&ldquo;, sagt etwa Dr. Ulrike Kretschmann mit Blick auf das Rh&ouml;n-Klinikum. Sie will das Argument der Kostenreduzierung nicht gelten lassen: Das &ouml;konomische Interesse eines privaten Klinikbetreibers, seine Betten auszulasten und seine Fallzahlen zu steigern, berge die Gefahr, dass Patienten zwischen den ambulanten Medizinischen Versorgungszentren und dem b&ouml;rsennotierten Krankenhausbetreiber hin- und hergeschoben werden.<br>\nMit dieser Bef&uuml;rchtung steht &bdquo;Notruf 113&ldquo; nicht allein: Dr. Thomas Spies etwa teilt die Sorge von Kretschmann, sagte er der OP. Spies fordert eine gesetzliche Neuregelung, die ausschlie&szlig;t, dass ambulante und station&auml;re Versorgung durch die Krankenkassen wie bisher getrennt abgerechnet werden. Er pl&auml;diert au&szlig;erdem daf&uuml;r, dass MVZ etwa durch &Auml;rztekooperativen oder aber auch durch den Landkreis gef&uuml;hrt werden sollten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.op-marburg.de\/Lokales\/Wirtschaft\/Wirtschaft-lokal\/Monopolisierung-oder-Kooperation\">Oberhessische Presse<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Individuelle Zusatzversicherung krankt<\/strong><br>\nDie Reform kommt zwar erst im Herbst, aber die Union stellt schon jetzt die Weichen &ndash; und r&uuml;ckt von einem Kernst&uuml;ck der im Koalitionsvertrag vereinbarten Pflegezusatzversicherung ab. Damit ver&auml;rgert sie ihren Koalitionspartner.<br>\nGleichzeitig verhindert sie gr&ouml;&szlig;eres Unheil, denn die geplante Pflegereform ist in ihrer jetzigen Form zu b&uuml;rokratisch und obendrein unn&ouml;tig. Sollte Deutschland tats&auml;chlich ein kapitalgedeckte, individuelle Pflegezusatzversicherung einf&uuml;hren, wie es Schwarz-Gelb urspr&uuml;nglich vorhatte, w&uuml;rde dieser Schritt viel B&uuml;rokratie erforderlich machen.<br>\nDie individuelle Kapitaldeckung krankt aber noch an einem weiteren Problem: Wenn die Versicherten kleine Betr&auml;ge ansparen, kann sich das zwar jeder leisten, am Ende aber reicht das Geld nicht aus, um im Alter teure Pflegema&szlig;nahmen zu bezahlen. Gr&ouml;&szlig;ere Sparbetr&auml;ge &ndash; die Arme &uuml;berfordern &ndash; wiederum w&uuml;rden einen Sozialausgleich erfordern, der zus&auml;tzlichen Aufwand bedeutet. Es ist h&ouml;chste Zeit dass sich die Koalition von dieser Idee verabschiedet. Noch besser w&auml;re es gewesen, sie h&auml;tte die Pflegezusatzversicherung gar nicht erst in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Denn entgegen vielen Unkenrufen ist die gesetzliche Pflegeversicherung recht solide finanziert. Das bestehende Umlageverfahren funktioniert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:pflegereform-individuelle-zusatzversicherung-krankt\/60004101.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Missverst&auml;ndnis um Milliarden<\/strong><br>\nGef&auml;lschte Unterschriften, fiktive Abrechnungen: Die Bek&auml;mpfung von Aids in Mauretanien ist offenbar ein Tummelplatz f&uuml;r Korruption. Von knapp 6,2 Millionen US-Dollar, die das Land vom &ldquo;Globalen Fonds der Vereinten Nationen zur Bek&auml;mpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose&rdquo; zur Aidsbek&auml;mpfung erhalten hat, seien 4,1 Millionen, also zwei Drittel, &ldquo;verlorengegangen&rdquo;, hei&szlig;t es in einem internen Pr&uuml;fbericht des UN-Fonds vom Oktober 2010. Mauretaniens Regierung habe zwar 1,7 Millionen zur&uuml;ckgezahlt, aber 2,4 Millionen st&uuml;nden noch aus. [&hellip;]<br>\nWegen dieser Vorf&auml;lle hat Deutschland diese Woche seine Finanzierung f&uuml;r den UN-Fonds vorl&auml;ufig ausgesetzt. &ldquo;Ich nehme die Vorw&uuml;rfe von Korruption und Untreue gegen den Globalen Fonds in den Medien sehr ernst&rdquo;, erkl&auml;rte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) am Dienstag. &ldquo;Alle weiteren Auszahlungen an den Fonds habe ich bis zur vollst&auml;ndigen Aufkl&auml;rung gestoppt.&rdquo; N&auml;chsten Montag soll es ein kl&auml;rendes Gespr&auml;ch beim Bundesentwicklungsministerium (BMZ) in Bonn geben.<br>\nDer UN-Fonds, wichtigstes internationales Programm zur Bek&auml;mpfung der drei t&ouml;dlichsten Seuchen der Welt, ist &uuml;ber diese Vorgehensweise irritiert. Als Ergebnis einer &Uuml;berpr&uuml;fung der Fondsprogramme in 33 L&auml;ndern in H&ouml;he von 2,4 Milliarden Dollar seien erhebliche Unregelm&auml;&szlig;igkeiten in vier L&auml;ndern festgestellt worden, sagt Fondssprecher Andrew Hurst in Genf: Dschibuti, Mali, Mauretanien und Sambia. Als Ergebnis w&uuml;rden jetzt 34 Millionen Dollar zur&uuml;ckgefordert &ndash; &ldquo;0,3 Prozent aller Gelder, die der Fonds ausgezahlt hat&rdquo;, hei&szlig;t es in einer Erkl&auml;rung. Die betroffenen Projekte seien eingefroren, strafrechtliche Ermittlungen im Gange.<br>\nWieso also zieht Deutschland die Notbremse, drei Monate nachdem der UN-Fonds selbst aktiv geworden ist, was in Berlin durchaus bekannt war? Grund ist offenbar eine Meldung der Nachrichtenagentur AP (dt: DAPD) vom Montag: &ldquo;Bis zu zwei Drittel der Hilfsgelder des Globalen Fonds zur Bek&auml;mpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria werden einem Bericht zufolge von der Korruption in den Empf&auml;ngerl&auml;ndern aufgefressen &hellip; So sei bei einer internen Untersuchung aufgedeckt worden, dass 67 Prozent der Summen f&uuml;r ein Anti-Aids-Programm in Mauretanien fehlgeleitet wurden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/missverstaendnis-um-milliarden\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Agrartreibstoffe gef&auml;hrden Recht auf Nahrung<\/strong><br>\nAnl&auml;sslich der Markteinf&uuml;hrung des neuen Benzins E 10, welches zu zehn Prozent Ethanol enth&auml;lt, hat FIAN Deutschland an die schwerwiegenden sozialen Folgen der Produktion von Agrartreibstoffen erinnert und gefordert, dass die Nutzung erneuerbarer Energien nicht zu Verletzungen des Menschenrechts auf Nahrung f&uuml;hren darf. Die EU Richtlinie 2009\/30\/EG verpflichtet alle Mitgliedstaaten, ab 2011 Kraftstoff mit der Beimischung von zehn Prozent Ethanol auf den Markt zu bringen. [&hellip;]<br>\nLaut einer Studie des Londoner Instituts f&uuml;r europ&auml;ische Umweltpolitik (IEEP) m&uuml;ssten bis 2020 bis zu 69.000 Quadratkilometer Ackerland f&uuml;r den Anbau von sogenannten Energiepflanzen zur Verf&uuml;gung gestellt werden. &ldquo;Dieses Ackerland dient bisher der Nahrungsmittelgewinnung oder m&uuml;sste g&auml;nzlich neu erschlossen werden &ndash; durch Waldrodung&rdquo;, kritisierte Pieper. &ldquo;Die Produktion von Agrartreibstoffen bedroht daher auf dreierlei Art das Recht auf Nahrung: Erstens werden W&auml;lder abgeholzt, welche vielen indigenen Gruppen als Nahrungsquelle dienen, zweitens treibt der Anbau von Pflanzen f&uuml;r die Agrartreibstoffgewinnung die Preise f&uuml;r Grundnahrungsmittel in die H&ouml;he, da diese nun mit Energiepflanzen auf dem Weltmarkt in Konkurrenz treten, und drittens kommt es durch das gestiegene Interesse an Land nicht selten zur gewaltsamen Vertreibung von Kleinb&auml;uerInnen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.epo.de\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=6899:agrartreibstoffe-gefaehrden-recht-auf-nahrung&amp;catid=14&amp;Itemid=88\">epo<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Bald noch mehr Gift im Essen? Aigners toxischer Gesetzentwurf<\/strong><br>\nBislang war Deutschland im Umgang mit Pestiziden eher streng &ndash; der angeblich verbrauchersch&uuml;tzenden Ministerin Ilse Aigner offenbar zu streng. Das zumindest legt ein Gesetzentwurf aus Aigners Ministerium nahe, der MONITOR exklusiv vorliegt. Umweltsch&uuml;tzer warnen vor einer &ldquo;Katastrophe&rdquo;. Sie bef&uuml;rchten, dass k&uuml;nftig ausgehend von den EU-Nachbarstaaten eine Giftwelle nach Deutschland schwappt. Denn laut Gesetzentwurf soll das Umweltbundesamt sein Vetorecht bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln verlieren, wenn das entsprechende Pr&auml;parat schon eine Zulassung in einem anderen EU-Land hat. Das UBA hatte in der Vergangenheit f&uuml;r Deutschland mehrfach die Zulassung von besonders problematischen Pestiziden verhindert, auch gegen den Willen des Landwirtschaftsministeriums. Umwelt- und Verbrauchersch&uuml;tzer werfen Ministerin Aigner daher vor, gegen&uuml;ber der Chemie- und Agrarlobby einzuknicken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/sendungen\/2011\/0127\/uba.php5\">Monitor<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung M.B.:<\/strong> Auch, wenn letztes Jahr die Mittel bei der Absetzung von Peter Sawicki Andere waren &ndash; es erinnert doch an die Entmachtung des Pharma-Pr&uuml;finstituts IQWIG. Und sollten wir tats&auml;chlich sicher sein, dass dieser Gesetzentwurf aus Aigners Ministerium stammt und nicht von der Chemischen Industrie ?!?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Zivil-milit&auml;rische Aufstandsbek&auml;mpfung<\/strong><br>\n&Uuml;ber die Nato und &uuml;ber die International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan ist Deutschland strategisch und operativ in die Umsetzung der Doktrin integrierter zivil-milit&auml;rischer Aufstandsbek&auml;mpfung (COIN) eingebunden. COIN ist mehr als eine Milit&auml;rdoktrin; sie versteht sich als ein umfassendes Konzept f&uuml;r den Einsatz milit&auml;rischer, politischer, wirtschaftlicher und propagandistischer Mittel in einem asymmetrischen kriegerischen Konflikt, in dem Regierung und Aufst&auml;ndische um die Kontrolle &uuml;ber die Bev&ouml;lkerung konkurrieren. In der Studie wird die idealtypisch rekonstruierte COIN-Doktrin im Hinblick auf die Plausibilit&auml;t der ihr zugrundeliegenden Annahmen und die sie st&uuml;tzende Evidenz analysiert und bewertet. Es geht dabei nicht darum, zu beurteilen, inwieweit die Doktrin gegenw&auml;rtig in Afghanistan umgesetzt wird. Beabsichtigt ist auch nicht, konkrete politische Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Vielmehr soll durch eine Konzept-Evaluation eine &uuml;berf&auml;llige breitere Debatte &uuml;ber die COIN-Doktrin in Deutschland angesto&szlig;en werden. Scheitert der Ansatz in Afghanistan, so werden die Bef&uuml;rworter dies darauf zur&uuml;ckf&uuml;hren, dass der lange Atem, die politische Unterst&uuml;tzung und ein effektiver ziviler Beitrag fehlten. Vielfach wird es hei&szlig;en: Die COIN-Doktrin sei an sich richtig, wurde bislang aber nirgendwo wirklich umgesetzt. Doch &ndash; und das ist die Kernthese dieser Arbeit &ndash; die Doktrin selbst ist problematisch. Sicher sind manche Elemente auf operativer und taktischer Ebene zweckm&auml;&szlig;ig; das erkl&auml;rt ihre Attraktivit&auml;t f&uuml;r milit&auml;rische Organisationen und die Tendenz, die COIN-Doktrin zu dogmatisieren. Als eine die Komplexit&auml;t reduzierende &raquo;Theorie&laquo; hat sie indes fundamentale Schwachpunkte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swp-berlin.org\/fileadmin\/contents\/products\/studien\/2011_S02_rdf_ks.pdf\">SWP [PDF &ndash; 180 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Selbst wenn man dem Afghanistaneinsatz grunds&auml;tzlich ablehnend gegen&uuml;ber steht, ob nun aus pazifistischen Motiven oder weil man speziell diesen Krieg f&uuml;r unsinnig und unverantwortlich h&auml;lt, ist es sinnvoll, sich mit den Strategien des Einsatzes zu besch&auml;ftigen &ndash; auch wenn m. E. im Falle Afghanistans eher eine Strategielosigkeit vorherrschte und diese dann oft nachgereicht wurde, ohne dass auch nur im Ansatz eine Diskussion erkennbar war. Dennoch, oft wird schon durch die Analyse der angewandten Strategien klar, wie unhaltbar bestimmte Eins&auml;tze sind.<br>\nSo kommt denn auch der Autor, Peter Rudolf, in der Analyse des Konzeptes zivil-milit&auml;rischer Aufstandsbek&auml;mpfung (COIN: Counterinsurgency) zu dem Schluss: &ldquo;Gerade in Afghanistan zeigt sich insofern, wie sehr COIN als politisches Denksystem, das in den Erfahrungen und Interessen milit&auml;rischer Organisationen wurzelt und der strategisch notwendigen Reduzierung von Komplexit&auml;t dient, einen weit &uuml;ber das Milit&auml;rische hinausgehenden Gestaltungsanspruch hat. Doch dieser d&uuml;rfte nicht nur in der afghanischen Realit&auml;t jede politische Steuerungsf&auml;higkeit auf das &Auml;u&szlig;erste strapazieren, wenn nicht gar v&ouml;llig &uuml;berfordern.  COIN ist &ndash; das sollte die Analyse der fragw&uuml;rdigen Pr&auml;missen und der strategischen Dilemmata sowie der Blick auf die empirische Evidenz deutlich gemacht haben &ndash; ein &uuml;beraus problematisches politisches Konzept.&rdquo; &ndash; Das verheerende Urteil &uuml;ber COIN muss uns vor allen auch deshalb zutiefst beunruhigen, da diese Doktrin &ldquo;im Rahmen der Nato sozialisierend auf die Streitkr&auml;fte auch jener Mitgliedstaaten [wirkt], denen der COIN-Ansatz bislang fremd war.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Aufst&auml;nde in Nordafrika<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&Auml;gypten vor verst&auml;rkter Protestwelle<\/strong><br>\nDer Machtapparat des &auml;gyptischen Pr&auml;sidenten Mubarak hat am fr&uuml;hen Freitagmorgen ein hartes Vorgehen gegen die erwartete n&auml;chste Protestwelle eingeleitet. Sondereinheiten der Polizei bezogen an strategisch wichtigen Pl&auml;tzen Kairos Stellung. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter haben eine wichtige Rolle bei Information und Koordination der Proteste gegen Mubarak gespielt &ndash; &auml;hnlich wie in Tunesien, wo Pr&auml;sident Ben Ali nach 23 Jahren autorit&auml;rer Herrschaft am 14. Januar vor einer Volksbewegung ins Exil floh. Am Donnerstagabend fielen in &Auml;gypten die Verbindungen zu Facebook und Twitter aus, auch die SMS-Dienste f&uuml;r Mobiltelefone und Blackberry-Messenger-Dienste waren unterbrochen. Dann fiel nach Mitternacht das gesamte Internet aus.<br>\nAls entscheidender Test gilt nun, inwiefern die Protestbewegung nach dem Freitagsgebet R&uuml;ckhalt bei den Millionen von Gl&auml;ubigen bekommt, die sich in und vor den Moscheen versammeln. Die Kundgebungen am Freitag werden nach allgemeiner Erwartung die bisher gr&ouml;ssten werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/startseite\/aegyptische_behoerden_bereiten_sich_auf_neue_protestwelle_vor_1.9251346.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auff&auml;llig ist, dass altbew&auml;hrte Oppositionspolitiker aber auch  fr&uuml;here IAEA-Chef Baradei bei den gr&ouml;&szlig;tenteils jugendlichen Demonstranten nicht gut ankommen. Vollkommen offen ist, wer was wie unternehmen soll, denn programmatisch wie auch personell konzentrieren sich zurzeit die meisten Aussagen auf die Formel: Aufr&auml;umen mit dem alten Regime. Nicht auszuschlie&szlig;en ist, dass es der Regierung gelingt, liberale &Auml;gypter auf ihre Seite zu ziehen, weil diese bef&uuml;rchten, dass die Muslimbruderschaft, die f&uuml;r eine Islamisierung des Staates steht, auf den fahrenden Protestzug aufspringt und letztlich vereinnahmt. &ndash; Dass der &auml;gyptische Protest eine andere Dimension hat als der algerische oder tunesische. zeigt sich u.a. auch daran, dass der Leitindex EGX 30 seit Jahresbeginn um 21% eingebrochen ist. Vor allem das Ausland baut seine Portfolios ab. Das &auml;gyptische Pfund fiel gegen&uuml;ber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>&Auml;gypten: Das Leben ist unm&ouml;glich geworden<\/strong><br>\nTrotz der Verhaftungen, trotz der Brutalit&auml;t der Polizei: Die Demonstrationen gehen weiter. &ldquo;Entweder nimmt Gott Mubarak zu sich oder uns. Wir k&ouml;nnen einfach nicht mehr&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2011%2F01%2F28%2Fa0046&amp;cHash=f87bcb087e\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Es geht um Brot und Arbeit, nicht um die Scharia<\/strong><br>\nEs geht um eine Perspektive f&uuml;r das Leben, es geht um die Zukunft und nicht um islamistische Ideen: Die Demonstrationen in &Auml;gypten lassen das Entstehen einer neuen politischen Kraft erahnen. [&hellip;]<br>\nAber nicht nur die US-Regierung h&auml;lt ihrem Verb&uuml;ndeten, dem seit fast 30 Jahren autorit&auml;r regierenden Hosni Mubarak, weiterhin die Stange. Auch die Sozialistische Internationale, deren Mitglied Mubaraks Nationaldemokratische Partei (NDP) ist, zeigt bisher keinerlei Interesse, die autorit&auml;re Kleptokratenpartei auszuschlie&szlig;en. Vermutlich wird die Regimepartei also, wie schon zuvor Ben Alis RCD in Tunesien, erst ausgeschlossen, wenn Mubarak von der eigenen Bev&ouml;lkerung ins Exil bef&ouml;rdert sein wird.<br>\nDabei entsteht in &Auml;gypten derzeit eine wirklich soziale und demokratische Bewegung, die gegen die Schwesterpartei der SP&Ouml; und f&uuml;r demokratische Rechte und eine andere soziale und &ouml;konomische Ordnung k&auml;mpft. Bei aller Heterogenit&auml;t der Protestierenden, die sich aus den verschiedensten Bev&ouml;lkerungsteilen zusammensetzen, eint sie die Wut &uuml;ber die immer katastrophaleren Lebens- und Arbeitsbedingungen und das l&auml;hmende, korrupte und autorit&auml;re Regime eines greisen Diktators, der nun auch noch versucht, sein Amt an seinen Sohn weiterzuvererben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1295571033512\/Kommentar-der-anderen-Es-geht-um-Brot-und-Arbeit-nicht-um-die-Scharia\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><strong>Freiheit unter Vorbehalt<\/strong><br>\nHosni Mubarak ist Barack Obamas wichtigster Verb&uuml;ndeter im Nahen Osten. Deshalb fordern die USA nur halbherzig Reformen &ndash; sie brauchen Mubarak als Bastion gegen die Islamisten. Aus US-Sicht droht sonst ein Albtraum.<br>\nAls h&auml;tten die USA nicht schon genug Scherereien im Nahen Osten. Zwischen Israelis und Pal&auml;stinensern geht so erschreckend wenig, dass Barack Obama den einst mit Macht geforderten Friedensschluss in seiner Rede am Dienstagabend im Kongress nicht mit einem Wort erw&auml;hnte. In Tunesien waren die Amerikaner so vom Sturz des Diktators &uuml;berrascht, dass es ihnen erst einmal die Sprache verschlug. Und im Libanon wurde ein Freund Washingtons an der Regierungsspitze von einem pro-syrischen Premier abgel&ouml;st. Jetzt also auch noch &Auml;gypten.<br>\nAus US-Sicht k&ouml;nnte sich die Lage zum Albtraum entwickeln, wenn sich die in &Auml;gypten &ndash; im Gegensatz etwa zu Tunesien &ndash; so starken Islamisten die Unruhe zunutze machen und an die Regierung kommen. &ldquo;Das w&uuml;rde eine fundamentale Verschiebung der Machtstruktur in der Region zur Folge haben, die eine weit gr&ouml;&szlig;ere Bedrohung f&uuml;r US-Interessen darstellen w&uuml;rde als die iranische Revolution&rdquo;, hei&szlig;t es in einer Studie des renommierten Council on Foreign Relations.<br>\nTats&auml;chlich stellen die Massenproteste auf Kairos Stra&szlig;en die US-Regierung vor ein Dilemma. Auf der einen Seite ist es erkl&auml;rte Politik Obamas, Meinungsfreiheit und Menschenrechte weltweit zu st&uuml;tzen. Auf der anderen Seite ist Hosni Mubaraks Regierung Amerikas wichtigster Verb&uuml;ndeter in der Region. Seit Jahrzehnten hat Kairo verl&auml;sslich die US-Interessen vertreten. Nur nach Afghanistan, Israel und in den Irak flie&szlig;en mehr US-Hilfsgelder. Allein &Auml;gyptens Armee wird j&auml;hrlich mit 1,3 Milliarden Dollar gep&auml;ppelt, eine Armee, die offenkundig nicht nur der Landesverteidigung dient, sondern auch dem Schutz des Regimes im Inneren. Am Mittwoch tauchten erste Ger&uuml;chte auf, dass in der Hafenstadt Suez Soldaten eingesetzt wurden, um die Demonstranten in Schach zu halten &ndash; mutma&szlig;lich mit Waffen und Ger&auml;ten, die von den USA finanziert wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/die-usa-und-aegypten-freiheit-unter-vorbehalt-1.1052262\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>G&auml;rstoffe der Revolte<\/strong><br>\nEs ist kein Zufall, dass der Aufstand ausgerechnet in Tunesien begann. Eine kleine Arch&auml;ologie der Revolution<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/wochenthema\/1104-g-rstoffe-der-revolte\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Wichtige tunesische Ministerposten mit Unabh&auml;ngigen besetzt<\/strong><br>\nDer tunesische Ministerpr&auml;sident Mohammed Ghannouchi hat wichtige Vertreter der alten Garde in seinem Kabinett mit unabh&auml;ngigen Ministern ersetzt. Damit kommt er der Forderung der Opposition nach. Ob der am Donnerstag bekannt gegebene Schritt die Kritiker beruhigt, ist unklar, denn Ghannouchi selbst ist ein Mann des alten Regimes und seit 1999 im Amt. Ausgetauscht wurden der Aussen-, der Innen- und der Verteidigungsminister. Das neue &Uuml;bergangskabinett ist das zweite in nur zehn Tagen. Insgesamt tauschte Gannouchi zw&ouml;lf Minister aus, neun geh&ouml;rten schon der ersten &Uuml;bergangsregierung an. Nun sind ausser dem Ministerpr&auml;sidenten nur noch drei Minister in der Regierung vertreten, die Verbindungen zu Ben Alis Partei RCD hatten. Zuvor waren es noch zehn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/tunesien_minister_1.9256802.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Noch wei&szlig; man nicht, wie weit die alten Eliten grundlegende Ver&auml;nderungen akzeptieren wollen, kluge Wendeh&auml;lse sind sie allemal &ndash; und auch diese braucht man.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Internet als Katalysator des Protests<\/strong><br>\nDie Gedanken sind frei &ndash; vor allem im Internet. W&auml;hrend das tunesische Regime noch Bilder der Unruhen zensierte, verbreiteten sie sich bereits im Netz &ndash; und der Funke griff auf andere Staaten &uuml;ber. Welche Rolle spielt das Internet bei Protesten in Nordafrika und im Nahen Osten? ARD-Korrespondenten geben Einblicke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/internet192.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Bundestag verl&auml;ngert deutschen Einsatz in Afghanistan<\/strong><br>\nDie Bundeswehr bleibt mindestens ein weiteres Jahr in Afghanistan. Der Bundestag stimmte mit breiter Mehrheit zu und ebnete den Weg f&uuml;r einen Abzug ab Ende dieses Jahres &ndash; falls die Lage es zul&auml;sst.<br>\nNeun Jahre nach dem Beginn des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan hat der Bundestag die Weichen f&uuml;r einen Abzug gestellt. Das Parlament stimmte am Freitag mit gro&szlig;er Mehrheit f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung des Einsatzes, allerdings war es mit 72,5 Prozent etwas weniger Zustimmung als vor einem Jahr mit 73,2 Porzent. Der Abzug der Soldaten soll schon Ende dieses Jahres beginnen &ndash; aber nur, wenn die Sicherheitslage dies auch erlaubt. 419 von 578 Abgeordneten sprachen sich in der namentlichen Abstimmung f&uuml;r das neue Mandat aus, 116 waren dagegen und 43 enthielten sich. Die Linke k&uuml;ndigte zuvor in der teils emotionalen Debatte an, dagegen zu stimmen.<br>\nDie Gr&uuml;nen wollten sich mit Mehrheit enthalten oder Nein sagen, die SPD wollte mehrheitlich zustimmen. Vor einem Jahr hatten 429 von 586 Parlamentariern f&uuml;r das damalige Mandat gestimmt, 111 Abgeordnete waren dagegen, 46 enthielten sich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/bundestag-verlaengert-deutschen-einsatz-in-afghanistan\/3782890.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p>dazu: <strong>Die Kriegskinder<\/strong><br>\nDie meisten Gr&uuml;nen werden sich wieder enthalten. Nicht so Christian Str&ouml;bele und Omid Nouripour. Str&ouml;bele und Nouripour sind die Pole der Partei. Wenn es um die Gr&uuml;nen und den Krieg geht, h&ouml;rt man in der &Ouml;ffentlichkeit vor allem die beiden. Str&ouml;bele spricht immer von einem sofortigen Ende des Kampfeinsatzes, Nouripour immer davon, was m&ouml;glich ist, ohne die Afghanen im Stich zu lassen. Die Probeabstimmung nach der Aussprache endet mit einem eindeutigen Ergebnis: Die Mehrheit wird der Empfehlung der Fraktionsf&uuml;hrung folgen und sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten. Frithjof Schmidt begr&uuml;ndet das damit, dass es im neuen Mandat &ldquo;eine ganze Reihe von unklaren Punkten und Widerspr&uuml;chen&rdquo; gebe. Grunds&auml;tzlich sei ein &ldquo;Stabilisierungseinsatz&rdquo; f&uuml;r Afghanistan aber auch aus Sicht der Gr&uuml;nen weiterhin sinnvoll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F01%2F28%2Fa0093&amp;cHash=a175424b51\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Abstimmung ist wie erwartet gelaufen. Statt ihre Gespaltenheit offen zu machen, haben sich die Gr&uuml;nen wieder einmal vorbeigemogelt. Nach au&szlig;en kann man so tun, als ob man dagegen w&auml;re. Das Mandat sei schwammig, es sei unklar, wie lange Soldaten und Aufbauhelfer  &ldquo;in &auml;u&szlig;erster Gefahr&rdquo; ihren Kopf hinhalten m&uuml;ssten, so Trittin. In diesem wichtigen Wahljahr, sollten wir uns klar machen und auch darauf reagieren, dass die Gr&uuml;nen sich inhaltlich bewusst bedeckt und vage halten, in Wirklichkeit aber durchaus fragw&uuml;rdige Positionen vertreten (z.B. Rente 67). Im Falle Afghanistans sollten uns klar sein: Die Gr&uuml;nen sind mehrheitlich f&uuml;r den &ldquo;Stabilisierungseinsatz&rdquo; in Afghanistan, dabei pfeifen es inzwischen die Spatzen von den D&auml;chern, egal wie lange wir bleiben, danach wird ein &auml;hnliches Chaos herrschen wie im Irak nach den Abzug der USA.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Krieg muss tabu sein<\/strong><br>\nAm Freitag stimmt der Bundestag &uuml;ber die Verl&auml;ngerung des Afghanistan-Einsatzes ab. Wolfgang B&ouml;rnsen ist einer von zwei Unions-Abgeordneten, die &ldquo;Nein&rdquo; sagen werden. Warum?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/cdu-abweichler-boernsen-zum-afghanistan-einsatz-krieg-muss-tabu-sein-1647728.html#utm_source=standard&amp;utm_medium=rssfeed&amp;utm_campaign=politik\">Stern<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Israel gef&auml;hrdet sich selbst<\/strong><br>\nIsrael paktiert mit Europas Rassisten &ndash; und wird so zu einer Gefahr f&uuml;r sich selbst. Die israelische Ghettomentalit&auml;t und der Glaube, sich hinter Mauern abschotten zu m&uuml;ssen, k&ouml;nnte dadurch verst&auml;rkt werden.<br>\nVor einigen Wochen sangen sie im Gush-Katif-Museum in Jerusalem, das die &bdquo;Vertreibung&ldquo; der Siedler aus Gaza dokumentiert, aus vollen Kehlen ein altes j&uuml;disches Gebet: &bdquo;Gesegnet seiest Du, Herr, unser Gott, K&ouml;nig der Welt &hellip;&ldquo; Einer der vielen anwesenden Politiker aus Europa hatte einen besonders piet&auml;tvollen Gesichtsausdruck aufgelegt. Blaue Augen, gro&szlig;gewachsen, das Haar sorgf&auml;ltig unter der Kippa gescheitelt: Heinz-Christian Strache, Chef der rechten FP&Ouml;. Der &Ouml;sterreicher Strache, fr&uuml;her Mitglied einer neonazistischen Jugendbewegung und heute Verwalter des Erbes von J&ouml;rg Haider, hatte bei den Wahlen in Wien mit dem Ruf &bdquo;Mehr Mut f&uuml;r unser Wiener Blut&ldquo; ein historisches Rekordergebnis f&uuml;r seine Partei erreicht.<br>\nWieso priesen Rabbiner und ein israelischer Vizeminister Gottes wundersame Taten in der Gegenwart jenes Mannes, den seine Anh&auml;nger z&auml;rtlich &bdquo;Heinzi&ldquo; nennen? Die Antwort liegt in dem Prinzip, dass der Gegner meines Gegners mein Freund ist. Wenn Person A (europ&auml;ischer Populist) den Koran mit &bdquo;Mein Kampf&ldquo; gleichsetzt, wird er zwangsl&auml;ufig von Person B (israelischer Populist) herzlich empfangen. Dieses Prinzip l&auml;sst f&uuml;hrende israelische Politiker &ndash; vor allem die auf der nationalistischen Rechten &ndash; ihre Arme f&uuml;r eine bunte Mischung europ&auml;ischer Ausl&auml;nderfeinde, Ex-Faschisten und Fanatiker &ouml;ffnen: Lasst sie zu uns kommen, solange Noam Chomsky und die &uuml;brigen radikalen Israel-Kritiker nicht rein d&uuml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/andere-meinung\/israel-gefaehrdet-sich-selbst\/3776244.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Gro&szlig;es Abkassieren vor dem Abzug<\/strong><br>\nNeun Jahre Krieg in Afghanistan und kein Ende in Sicht. Jedes Jahr wird dieser wahnwitzige Krieg blutiger. Tausende Soldaten, Aufbauhelfer und Zivilisten bezahlten mit ihren Leben f&uuml;r das Afghanistan-Engagement. Tendenz j&auml;hrlich steigend. &Uuml;ber 100 Milliarden Dollar kostete das Unternehmen Afghanistan bislang die Steuerzahler aus 45 Nationen. Das deutsche Wirtschaftsinstitut (DIW) berechnete den deutschen Anteil mit j&auml;hrlich drei Milliarden Euro, bis zum Abzug k&ouml;nnten es 36 Milliarden Euro werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/ausland\/bundeswehr-einsatz-in-afghanistan-grosses-abkassieren-vor-dem-abzug-1647937.html#utm_source=standard&amp;utm_medium=rssfeed&amp;utm_campaign=politik\">Stern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Und sonst so?<\/strong><br>\nDer saarl&auml;ndische Ministerpr&auml;sident Peter M&uuml;ller m&ouml;chte Bundesverfassungsrichter werden. Offenbar stehen seine Chancen gut, im ziemlich undurchsichtigen, l&auml;ngst dem parteipolitischen Proporzdenken anheimgefallenen Auswahlverfahren zum Zuge zu kommen. Immerhin hat M&uuml;ller schon seinen R&uuml;ckzug aus der Politik angek&uuml;ndigt. Er dementiert auch nicht, die Stelle ins Auge gefasst zu haben.<br>\nDer Job am Bundesverfassungsgericht ist sicher so was wie ein juristischer Olymp. Schon von der Natur der Sache her sollten, ja m&uuml;ssen dort erstklassige Juristen sitzen. Geh&ouml;rt Peter M&uuml;ller dazu? Die Zeit hat nach die Spuren von M&uuml;llers juristischer Karriere gesucht und ist auf nichts gesto&szlig;en, was man spektakul&auml;r nennen k&ouml;nnte. [&hellip;]<br>\nLaut Wikipedia errang M&uuml;ller im Jahr 1990 ein Landtagsmandat und ist seitdem vom Justizdienst beurlaubt. F&uuml;r die letzten 20 Jahre finden sich in der Wikipedia auch keine Hinweise auf eine T&auml;tigkeit mit juristischem Bezug. Stattdessen war M&uuml;ller offenbar in den letzten 20 Jahren Berufspolitiker und CDU-Parteisoldat. Aber vielleicht ist es ja gerade das, was ihn in den Augen der Entscheidungstr&auml;ger f&uuml;r das Richteramt qualifiziert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2011\/01\/27\/und-sonst-so\/\">Lawblog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>&bdquo;Schavans Erfolgsmeldungen sind Etikettenschwindel&ldquo;<\/strong><br>\nBundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat eine positive Zwischenbilanz des Hochschulpaktes gezogen und den bisherigen Ausbau der Studienpl&auml;tze als &bdquo;vollen Erfolg&ldquo; bezeichnet. Bund und L&auml;nder hatten vereinbart, zwischen 2006 und 2010 rund 90.000 zus&auml;tzliche Studienpl&auml;tze zu schaffen. Jetzt seien es doppelt so viele Pl&auml;tze geworden, freute sich die Ministerin am 25. Januar in Berlin. Dazu k&auml;men in den n&auml;chsten f&uuml;nf Jahren weitere 275.000 Pl&auml;tze. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wollte nicht in den Jubel mit einstimmen. Sie f&uuml;rchtet, dass der Hochschulpakt unterfinanziert ist und das Geld schon vor 2015 ausgehen k&ouml;nnte.<br>\nDie Bilanz des Bildungsministeriums sei lediglich ein Etikettenschwindel, so der Vorwurf des GEW-Hochschulexperten Andreas Keller. Er wies darauf hin, dass die bisherigen Kalkulationen weder die geplante Aussetzung der Wehrpflicht noch eine h&ouml;here Bildungsbeteiligung unter den Studienberechtigten eines Jahrgangs ber&uuml;cksichtigten. Deshalb forderte Keller Ministerin Schavan auf, den Hochschulpakt deutlich aufzustocken und sich f&uuml;r einen nachhaltigen Ausbau der Hochschulen &uuml;ber das Jahr 2015 einzusetzen.<br>\nKeller machte zudem auf den Personalbedarf der Universit&auml;ten und Fachhochschulen aufmerksam. Dozentinnen und Dozenten, die jetzt eingestellt w&uuml;rden, d&uuml;rften nicht nach kurzer Zeit wieder auf die Stra&szlig;e gesetzt werden. Keller bezog sich auf eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin. Darin geht die Autorin Silke G&uuml;lker von 30.000 zus&auml;tzlichen Stellen aus, welche die Hochschulen bis 2025 finanzieren m&uuml;ssen, um ihre wachsenden Aufgaben zu bew&auml;ltigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zwd.info\/index.php?group_id=102100001&amp;id=10032&amp;content_id=74\">zwd<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Offener Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock; Die Enttarnung der Schuldigen; &bdquo;Ich w&auml;re gl&uuml;cklich, k&ouml;nnte ich mehr Steuern zahlen&ldquo;; Die Finanzkrise scheint vergessen; Michael Dauderst&auml;dt: Staatsgl&auml;ubigerpanik ist keine Eurokrise!; Griechenland pr&uuml;ft cleveren Trick zur Entschuldung; F&uuml;nf Millionen f&uuml;r geschassten Manager; Den letzten bei&szlig;en die Hunde: Der neue Trend der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8153\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-8153","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8153","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8153"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8153\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8157,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8153\/revisions\/8157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}