{"id":81544,"date":"2022-03-06T09:00:16","date_gmt":"2022-03-06T08:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544"},"modified":"2022-03-04T13:28:11","modified_gmt":"2022-03-04T12:28:11","slug":"hinweise-der-woche-246","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h01\">Politische Erkl&auml;rung zur heutigen Abstimmung im Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h02\">Legendenbildung vor Geldregen: Arme, klamme Bundeswehr?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h03\">Gegen den Krieg sein ist klar. Aber wof&uuml;r sein?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h04\">Putins wunder Punkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h05\">Wie gehen wir mit Preissteigerungen in einer Marktwirtschaft sinnvoll um? Der Streit um die Verteuerung von Energie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h06\">Wirtschaftssanktionen: Der Preis der Freiheit?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h07\">Rekordpreise f&uuml;r Grundnahrungsmittel: Die Not f&ouml;rdert Migration<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h08\">Anpassung an Klimafolgen zu z&ouml;gerlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h09\">Die ignorierte Invasion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81544#h10\">Rassismus in der Berichterstattung: Von Kriegsopfern erster und zweiter Klasse<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Politische Erkl&auml;rung zur heutigen Abstimmung im Bundestag<\/strong><br>\nVon Sahra Wagenknecht, Sevim Dagdelen, S&ouml;ren Pellmann, Andrej Hunko, Zaklin Nastic, Klaus Ernst, Christian Leye<br>\nDer milit&auml;rische Gro&szlig;angriff Russlands auf die Ukraine ist ein v&ouml;lkerrechtswidriger Krieg, den wir unmissverst&auml;ndlich verurteilen. Der Einmarsch in ein anderes Land ist durch nichts zu rechtfertigen, weder durch den Verweis auf eigene Sicherheitsinteressen noch durch ebenfalls v&ouml;lkerrechtswidrige Handlungen der NATO. Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand und einen R&uuml;ckzug der russischen Truppen.<br>\nDer Entschlie&szlig;ungsantrag der Fraktionen der SPD, CDU\/CSU, B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen und FDP zur Abgabe einer Regierungserkl&auml;rung durch den Bundeskanzler zur aktuellen Lage ist absolut ungeeignet, zu einem Ende des Blutvergiessens beizutragen. Die Bundesregierung erh&auml;lt damit Generalerm&auml;chtigung f&uuml;r Waffenlieferungen Deutschlands an die Ukraine, die Entsendung deutscher Truppen an die russische Grenze und Sanktionen, die vor allem die Bev&ouml;lkerung in Russland aber auch in die Bev&ouml;lkerungen in Europa treffen werden.<br>\nDer Antrag der Bundesregierung bedeutet den Beginn einer erneuten massiven Aufr&uuml;stung und er begr&uuml;ndet die Strategie der Abschreckung mit Atomwaffen der NATO in Europa. Der Antrag geht davon aus, dass Sanktionen, die die Bev&ouml;lkerung treffen, friedensbef&ouml;rdernde Schritte sind. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, das Gegenteil ist der Fall.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/220228-27-Februar-2022-Politische-Erklaerung.pdf\">27. Februar 2022, Politische Erkl&auml;rung zur Abstimmung &uuml;ber den Entschlie&szlig;ungsantrag der Fraktionen SPD, CDU\/CSU, B&Uuml;NDNIS 90\/DIE GR&Uuml;NEN und FDP mit der Drucksache 20\/846 zur Abgabe einer Regierungserkl&auml;rung durch den Bundeskanzler zur aktuellen Lage<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Eine kriegspolitische Antwort<\/strong><br>\nDie politische Auseinandersetzung wird sich auf Jahre hinaus nicht um Abr&uuml;stungs-, sondern um Hochr&uuml;stungsziele drehen. Jetzt r&auml;chen sich bitter die Vers&auml;umnisse in der Politik des Westens: dass eben nicht konsequent genug versucht wurde, die Kooperation mit Russland zu suchen. Dass nach Jelzins schwachem, unterw&uuml;rfigem Russland der Wandel zu Putins selbstbewusstem Russland nicht ernst genommen wurde. Dass eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur nicht einmal halbherzig angestrebt wurde.<br>\nDeutschland steht vor einem Umbruch, und die bange Frage lautet, wie stark das Bewusstsein der deutschen Verantwortung noch ist, die aus unserer T&auml;tergeschichte erw&auml;chst. CDU-Chef Friedrich Merz, der spontan eine ganz gro&szlig;e R&uuml;stungskoalition anbot &ndash; und der gebraucht wird, wenn Scholz tats&auml;chlich einen 100-Milliarden-R&uuml;stungsfonds ins Grundgesetz schreiben will -, stellt schon forsch die Bedingung, faktisch mitzuregieren. Aufr&uuml;stung als Verfassungsziel &ndash; auch das Grundgesetz wird dann ein anderes sein.<br>\nEs ist wie bei Hartz IV: Die Gesellschaft ist in ihren Grundfesten ersch&uuml;ttert &ndash; damals sozialpolitisch, heute sicherheitspolitisch, und ein SPD-Kanzler steht zusammen mit den Gr&uuml;nen bereit, um alle lang gehegten Tr&auml;ume der Konservativen zu erf&uuml;llen. Merz verwahrte sich schon dagegen, das Thema Bundeswehr zum Gegenstand parteipolitischen Streits zu machen. Keine Parteien mehr zu kennen, sondern nur noch Deutsche &ndash; woher kommt einem das gleich bekannt vor?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1161718.ukraine-krieg-eine-kriegspolitische-antwort.html\">nd<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Legendenbildung vor Geldregen: Arme, klamme Bundeswehr?<\/strong><br>\nZeitenwende im R&uuml;stungshaushalt: Das Milit&auml;r war nie so unterfinanziert, wie es sich in den letzten Jahren darstellte<br>\nVon einer &ldquo;Zeitenwende&rdquo; sprach Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Regierungserkl&auml;rung zum Ukraine-Krieg am 27. Februar 2022. Und in der Tat &uuml;bersteigt das, was er darin angek&uuml;ndigt hat, alles, was bis k&uuml;rzlich auch nur ansatzweise f&uuml;r m&ouml;glich gehalten worden w&auml;re. Der russische Angriff auf die Ukraine ebnet so auch den Weg f&uuml;r eine beispiellose Militarisierung Deutschlands, die eine Reihe von Bereichen betrifft, besonders aber die R&uuml;stungsausgaben.<br>\nChronisch unterfinanziert?<br>\nDem angesichts der aktuellen Eskalation h&auml;ufig und bewusst erweckten Eindruck, die Bundeswehr sei in den letzten Jahren und Jahrzehnten systematisch kaputtgespart worden, muss entschieden widersprochen werden. Seit der Eskalation um das Assoziationsabkommen der EU mit der Ukraine stieg das Budget der Bundeswehr von 32,5 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 46,9 Milliarden im Jahr 2021 steil an &ndash; und das sind nur die offiziellen Zahlen, hinter denen sich noch einmal etliche Milliarden versteckte Milit&auml;rausgaben verbergen (siehe IMI-Standpunkt 2019\/058).<br>\nWenn die Truppe nun etwa in Person von Heeresinspekteur Alfons Mais argumentiert, sie stehe &ldquo;blank&rdquo; da, so ist das nicht auf eine mangelnde Finanzierung, sondern auf chronisch verschwenderische Strukturen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Legendenbildung-vor-Geldregen-Arme-klamme-Bundeswehr-6528780.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu: Scholz entfacht Kursfeuerwerk bei R&uuml;stungsaktien<\/strong><br>\nSolche Kursspr&uuml;nge gibt es selten bei den Aktien gro&szlig;er Industriekonzerne: Infolge der Ank&uuml;ndigung von Bundeskanzler Scholz, 100 Milliarden Euro zus&auml;tzlich f&uuml;r die R&uuml;stung auszugeben, verdoppelt sich der Kurs mancher Waffenlieferanten zeitweise. Nicht nur aus Deutschland winken Milliardenauftr&auml;ge.<br>\nAn den B&ouml;rsen weltweit gehen die Kurse angesichts des russischen &Uuml;berfalls auf die Ukraine, aber auch infolge der scharfen Sanktionen des Westens nach unten. Eine Branche sticht allerdings mit geradezu fabelhaften Kursspr&uuml;ngen heraus: die R&uuml;stungsindustrie. Im Fr&uuml;hhandel stieg der Kurs des deutschen R&uuml;stungselektronik-Konzerns Hensoldt um sagenhafte 100 Prozent. Panzerbauer Rheinmetall verzeichnete ein Plus von 50 Prozent. Sp&auml;ter kamen die Kurse deutlich zur&uuml;ck. Hensoldt lag am fr&uuml;hen Nachmittag aber immer noch 60 Prozent, Rheinmetall 24 Prozent im Plus. Auch die Thyssenkrupp-Aktien legten knapp 9 Prozent zu.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Scholz-entfacht-Kursfeuerwerk-bei-Ruestungsaktien-article23162604.html%20\">n-tv<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Festtage f&uuml;r die R&uuml;stungsindustrie<\/strong><br>\nDer Krieg in der Ukraine und das 100 Milliarden Euro schwere Aufr&uuml;stungsprogramm der rot-gr&uuml;n-gelben Bundesregierung verschaffen deutschen Waffenschmieden einen beispiellosen H&ouml;henflug. Aktienkurse einer ganzen Reihe deutscher R&uuml;stungskonzerne schnellten zu Wochenbeginn um weit mehr als 50 Prozent in die H&ouml;he; nach einem &bdquo;Dringlichkeitsgespr&auml;ch&ldquo; am Montag im Verteidigungsministerium werden bald erste Auftr&auml;ge erwartet. Rheinmetall, Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter R&uuml;stungskonzern, hat ein Angebot f&uuml;r Lieferungen im Wert von 42 Milliarden Euro binnen zwei Jahren vorgelegt. Der Umsatz der Rheinmetall-R&uuml;stungssparte hatte 2020 noch bei 3,7 Milliarden Euro gelegen; nun wird eine Umstellung auf Schichtbetrieb in Aussicht gestellt. Beobachter sagen voraus, das Aufr&uuml;stungsprogramm werde die gesamte deutsche Unternehmenslandschaft &bdquo;dramatisch umgestalten&ldquo; und die Bedeutung der R&uuml;stungsbranche massiv st&auml;rken. Finanzminister Christian Lindner erkl&auml;rt, Deutschland solle eine der &bdquo;schlagkr&auml;ftigsten Armeen in Europa&ldquo; erhalten. Erg&auml;nzt wird der Militarisierungsplan durch Forderungen, die Wehr- oder eine allgemeine Dienstpflicht einzuf&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8859\">German Foreign Policy <\/a><\/p>\n<p><strong>und: Gigantisches R&uuml;stungspaket von Olaf Scholz ist gef&auml;hrlicher Irrweg<\/strong><br>\nAm Sonntag sagte Bundeskanzler Olaf Scholz im Deutschen Bundestag, dass die Bundeswehr mit einem Sonderverm&ouml;gen in H&ouml;he von 100 Milliarden Euro ausgestattet und der Wehretat k&uuml;nftig mehr als zwei Prozent des Bruttosozialprodukts betragen werde. Diese Marke war bislang nie erreicht worden. Was taten die Abgeordneten? Sie erhoben sich von ihren St&uuml;hlen und klatschten lange Beifall. Ja, die Worte des Kanzlers gingen im Applaus unter. Es war gespenstisch. Die deutschen Parlamentarier feierten die gr&ouml;&szlig;te Aufr&uuml;stung, die es in der deutschen Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg je gegeben hat. Schweigen und stiller Ernst w&auml;ren angemessen gewesen. Stattdessen war es, als habe der Bundestag an diesem Tag im Februar sein Augusterlebnis. Die Abgeordneten bewilligten im Reichstagsgeb&auml;ude die 100 Milliarden so, wie ihre Vorg&auml;nger im Sommer 1914 die Kriegskredite bewilligt hatten: begeistert und mit gutem Gewissen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/jaugstein\/gigantisches-ruestungspaket-ist-gefaehrlicher-irrweg\">Jakob Augstein in der Freitag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gegen den Krieg sein ist klar. Aber wof&uuml;r sein?<\/strong><br>\nSich f&uuml;r den Frieden einsetzen hei&szlig;t, sich f&uuml;r den Dialog einsetzen. Trotz und insbesondere dann, wenn ein Krieg w&uuml;tet. Darauf machte selbst der Chef der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz, Ischinger, gerade wieder aufmerksam. Es ist immer besser, wenn Menschen miteinander reden als wenn sie aufeinander schie&szlig;en. Forderungen nach gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher Bestrafung oder Vergeltung sind deswegen f&uuml;r diejenigen, die jetzt f&uuml;r den Frieden demonstrieren, fehl am Platz. Dies gilt auch dann, wenn man den russischen Pr&auml;sidenten Putin aus absolut nachvollziehbaren Gr&uuml;nden nicht leiden kann. Es ist verst&auml;ndlich, dass viele denken &ldquo;wir m&uuml;ssen doch irgendwas tun, um Putin zu stoppen&rdquo;. Aber es kommt eben genau darauf an, was getan wird und was es bewirken wird. [&hellip;]<br>\nAls ich am Sonntag hier in Berlin zu der gro&szlig;en Friedensdemonstration ging, dann demonstriere ich voller &Uuml;berzeugung gegen den Krieg Russlands in die Ukraine. Ich demonstrierte &ndash; auch wenn die Ukraine das Opfer der russischen Aggression ist &ndash; nicht bedingungslos f&uuml;r die ukrainischen Politiker und ihre Positionen. Nur weil jemand angegriffen wird, ist nicht alles, was er\/sie sagt, tut oder getan hat automatisch richtig. Dies zu unterscheiden ist wichtig. Als 2003 in Deutschland hunderttausende Menschen gegen den v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Amerikaner und Briten auf den Irak demonstrierten, taten sie das nicht, weil sie uneingeschr&auml;nkt f&uuml;r Saddam Hussein waren. Sie sprachen sich einfach gegen den Krieg aus. Ein Krieg, der &uuml;brigens etwa 655.000 Menschen das Leben kostete.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/niels-hahnen\/ukraine-gegen-den-krieg-sein-ist-klar-aber-wofuer-sein\">der Freitag<\/a>\n<p><strong>dazu: Schon wieder 1914<\/strong><br>\nOb die europ&auml;ische Welt am Rande des n&auml;chsten Untergangs steht oder ob dieser schon eingetreten ist, scheint noch streitig zu sein. Eigentlich hatten wir daf&uuml;r ja gerade keine Zeit. Aber so schnell kann&rsquo;s gehen! [&hellip;]<br>\nNun h&ouml;rt der Defaitist in mir den Chor der Willigen rufen: Keine Relativierung bitte! Gegenfrage: Warum nicht? Nehmen Sie, liebe Leser, eine beliebige Auswahl der deutschen Kampfesreden aus den vergangenen vier Tagen, und setzen Sie f&uuml;r jedes &raquo;Putin&laquo; einmal &raquo;China&laquo; oder &raquo;Saudi-Arabien&laquo; oder &raquo;USA&laquo; ein, f&uuml;r jedesmal &raquo;Ukraine&laquo; wahlweise &raquo;Uiguren&laquo;, &raquo;Jemen&laquo; oder &raquo;Irak&laquo;. Ein Mensch, der einen Angriffskrieg beginnt, darf nicht mehr Mitglied der V&ouml;lkergemeinschaft sein? Die Wertegemeinschaft der Welt kann es nicht ertragen, dass &raquo;Unschuldige&laquo; unter Unterdr&uuml;ckung, Gewalt und Eroberung leiden? Da lachen ja die H&uuml;hner, sagt die Weltgemeinschaft seit 80 Jahren. Im neuen Deutschland 2022 werden die ersten Vaterlandsverr&auml;ter und pflichtvergessenen Defaitisten ausgesp&auml;ht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/krieg-in-der-ukraine-und-der-vergleich-mit-1914-a-efad9f8a-84fb-4ea3-b343-fbee8dcf3b49%20\">Gastbeitrag von Thomas Fischer in DER SPIEGEL <\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.B.:<\/strong> Ein typischer Fischer-Blickwickel auf die Scheinheiligkeit des &ldquo;Werte-Westens&rdquo;.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: #DestabilizeTheWorld<\/strong><br>\n&bdquo;Es ist keine Ukraine-Krise, es ist eine Russland-Krise&ldquo;, sagte Annalena Baerbock wenige Tage vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. Genau diese Haltung des Westens hat zur Eskalation beigetragen. [&hellip;]<br>\nEs liegt eine zynische Wahrheit in dem, was der syrische Diktator Baschar al-Assad am Tag der Invasion sagte: &bdquo;Was heute geschieht, ist eine Korrektur der Geschichte und eine Wiederherstellung des Gleichgewichts, das in der Welt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verloren gegangen war.&ldquo;<br>\nIn der Tat erleben wir die bedrohlichen Geburtswehen einer neuen Weltordnung, die an H&auml;ufigkeit und Intensit&auml;t zunehmen. Die Machtverh&auml;ltnisse verschieben sich. Nicht nur Putin f&uuml;hrt dem Westen seine Schw&auml;che vor Augen. Es ist, wie Bundeskanzler Olaf Scholz sagt, eine &bdquo;Zeitenwende&ldquo;.<br>\nWas Scholz nicht sagt: Der Krieg reiht sich nahtlos ein in ein strukturelles Versagen westlicher Au&szlig;enpolitik seit 1990, das die Welt im Gefolge der Siegestrunkenheit vom &bdquo;Ende der Geschichte&ldquo; (Francis Fukuyama) und dem Glauben an das unaufhaltsame Vordringen des Modells der liberalen Demokratie sukzessive destabilisiert hat. Angefangen in Jugoslawien zieht der Interventionismus unter dem Deckmantel von Demokratie und Menschenrechten sowie unter regelm&auml;&szlig;igen Bruch des V&ouml;lkerrechts eine Brandspur von failed states hinter sich her: Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan &ndash; die Zeitenwende von der Scholz spricht, hat auch der Westen herbeigebombt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/08-2022\/destabilizetheworld\/\">Makroskop<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Russland, die Ukraine und wie weiter?<\/strong><br>\nAktuell sind wir Zeugen einer Entwicklung, die man kaum vorhersehen konnte. Nach der v&ouml;lkerrechtwidrigen Intervention der NATO im Kosovo 1999 sind wir erneut Zeuge eines flagranten Bruchs des V&ouml;lkerrechts auf europ&auml;ischem Territorium. Diesmal ist es Russland, das die Regeln der UN-Charta verletzt. Diesmal geht es um die Ukraine.<br>\nSo richtig und verst&auml;ndlich alle Emp&ouml;rung, Betroffenheit, aber auch mitschwingende &Auml;ngste, was wohl die Zukunft bringen mag, dar&uuml;ber sind, so falsch und verheerend ist es, dem hei&szlig;en Herzen zu folgen und Politikentscheidungen zu treffen, die so weitreichend sind, dass niemand mehr ihre Folgen kalkulieren kann. Wie im Twittermodus hat der deutsche Bundeskanzler die deutsche Au&szlig;enpolitik gegen&uuml;ber Russland auf den Kopf gestellt. Nicht alle haben geklatscht.<br>\nDabei schreien die aktuellen Ereignisse regelrecht danach, einzuhalten, nachzudenken und sich ganz genau mit der grunds&auml;tzlichen Frage zu besch&auml;ftigen, in welcher Welt wir morgen leben wollen. Wollen wir uns nur noch waffenstarrend gegen&uuml;berstehen, immer misstrauisch, immer der Gefahr ausgesetzt, dass einer Seite die Nerven durchgehen oder irgendwas schiefgeht?<br>\nWas passiert ist das Gegenteil von dem, was notwendig w&auml;re: Gerade wird Reflexen nachgegeben, die dem Erschrecken &uuml;ber einen Krieg entspringen, den man selbstverst&auml;ndlich nur verurteilen kann.<br>\nAber Au&szlig;enpolitik bedeutet nicht, moralischer Entr&uuml;stung zu folgen und auch nicht, von Wut und Rachegel&uuml;sten getrieben zu werden. Verantwortungsvolle Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik verlangt eine n&uuml;chterne Interessenabw&auml;gung, die k&uuml;hle Kalkulation der Chancen und Risiken jedes Schritts. Sie verlangt nach Strategie, nach Denken &uuml;ber den Tag hinaus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/petraerler.substack.com\/p\/russland-die-ukraine-und-wie-weiter?s=r\">Petra Erler<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Putins wunder Punkt<\/strong><br>\nDie Sanktionen gegen die russische Zentralbank treffen Putin hart. Warum das so ist und was wir daraus &uuml;ber Geld und Macht lernen k&ouml;nnen. [&hellip;]<br>\nVielfach wurde in den letzten Tagen argumentiert, Deutschland solle ein Handelsembargo gegen Russland erlassen und kein Gas, kein &Ouml;l und keine Kohle mehr importieren, weil damit letztlich &ldquo;der Krieg finanziert&rdquo; w&uuml;rde. Richtig ist, dass Russland dann keine neuen Euros mehr bek&auml;me, aber nat&uuml;rlich seine bestehenden Euroreserven nutzen k&ouml;nnte, um Importe zu bezahlen. Wir h&auml;tten also sofort den Schaden &ndash; die Energiekrise und noch mehr Preisdruck -, Russland erst in der langen Frist Probleme. Warum dann nicht gleich Exporte nach Russland verbieten? Das w&uuml;rde viel schneller und zielgenauer wirken. Russland ist auf Technologieimporte aus dem Westen angewiesen. Doch es gibt noch eine bessere Idee: Die W&auml;hrungsreserven der russischen Zentralbank einfrieren!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mauricehoefgen.substack.com\/p\/russland-putin-ukraine-krieg-sanktionen?utm_source=url\">Maurice H&ouml;fgen<\/a>\n<p><strong>dazu: Ein kluger Konter?<\/strong><br>\nDie Sanktionen gegen die russische Zentralbank haben den Rubel schwer getroffen. Wie hat Russland reagiert und warum verliert der Rubel nicht weiter an Wert? [&hellip;]<br>\nDie Auswirkungen auf den Rubelkurs waren dramatisch. Aus Sorge nicht mehr an Geld zu kommen, kam es in Russland zu langen Schlangen an den Geldautomaten. Die Aktienkurse russischer Unternehmen schossen vorb&ouml;rslich in den Keller. Die russische W&auml;hrung, der Rubel, verlor in der Spitze mehr als 50 Prozent gegen&uuml;ber dem US-Dollar. Man kann sagen: Die Sanktionen wirken! Auff&auml;llig ist allerdings, dass der Rubel nicht weiter an Wert verliert. Das liegt an den Gegenma&szlig;nahmen der russischen Zentralbank.<br>\nDie russische Zentralbank reagierte prompt auf die neuen Sanktionen. Und zwar gro&szlig;schrittig. Die Moskauer B&ouml;rse wurde gestern und heute ausgesetzt, den Leitzins hat die Zentralbank um 10,5 Prozentpunkte auf 20 Prozent angehoben. Zuvor hatte sie Wertpapierh&auml;ndlern verboten, russische Wertpapiere im Besitz von Ausl&auml;ndern zu verkaufen. Obendrauf wies die Zentralbank die heimischen Unternehmen an, 80 Prozent ihrer Deviseneinnahmen gegen Rubel zu verkaufen. Alle Ma&szlig;nahmen zielen darauf ab, den Rubel zu stabilisieren, indem dieser attraktiver (h&ouml;here Zinsen) und die Nachfrage nach ihm k&uuml;nstlich befeuert wird (Verkauf von Devisen). Gerade Letzteres scheint vielversprechend &ndash; aus russischer Sicht.<br>\nWeil die EU und die USA weiter Energie aus Russland kaufen (m&uuml;ssen), werden Euros und US-Dollars an die Banken russischer Exporteure &uuml;berwiesen. Weil Russland mehr Waren an das Ausland verkauft, als es aus dem Ausland einkauft, also einen Export&uuml;berschuss erzielt, kann Russland neue Fremdw&auml;hrungsguthaben aufbauen. Die Banken der russischen Exporteure bekommen mehr neue Euro- und Dollarguthaben bei der EZB und der FED als sie f&uuml;r den Import von Waren nach Russland abgeben m&uuml;ssen. Obwohl also die bestehenden Euro- und Dollarreserven der russischen Zentralbank eingefroren sind, besorgen die russischen Exporteure so neue Euro und Dollarreserven &ndash; und setzten diese jetzt strategisch ein. Denn seit neustem m&uuml;ssen sie 80 Prozent der Deviseneinnahmen wieder am Devisenmarkt gegen Rubel verkaufen. Mit einfacher Angebot-Nachfrage-Logik erkennt man schnell die Wirkung. Mehr Nachfrage nach Rubel und mehr Angebot an Fremdw&auml;hrung stabilisieren den Rubelkurs und schw&auml;chen die Sanktionen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mauricehoefgen.substack.com\/p\/putin-rubel-euro-zentralbank-krieg\">Maurice H&ouml;fgen<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wie gehen wir mit Preissteigerungen in einer Marktwirtschaft sinnvoll um? Der Streit um die Verteuerung von Energie<\/strong><br>\nDie aktuellen Preissteigerungen im Bereich Energie betreffen alle B&uuml;rger &ndash; wenn auch in unterschiedlichem Ma&szlig;e. Der Unmut dar&uuml;ber ist allseits gro&szlig;, und entsprechend gro&szlig; ist die politische Bedeutung des Themas. Deutlich zu erkennen ist der breite politische Konsens, dass die B&uuml;rger vor dieser Energiepreiswelle gesch&uuml;tzt werden sollen. Bei der Frage des Wie und Wieviel h&ouml;rt die Einigkeit dann schon auf. [&hellip;]<br>\nEine staatliche Objektf&ouml;rderung, z.B. eine direkte &Uuml;bernahme gestiegener Heizkosten, w&auml;re jedoch falsch. Denn die Objektf&ouml;rderung f&ouml;rdert keine Verhaltens&auml;nderung. Wenn Lebensmittel oder Energie de facto knapper werden und eben das der Grund f&uuml;r die Preissteigerungen in diesen Bereichen ist, dann muss erstens mit diesen G&uuml;tern sparsamer umgegangen werden und zweitens ein hoher Anreiz f&uuml;r Innovationen auf diesem Gebiet vorhanden sein. Und beides erreicht man nicht, wenn man die bisherigen Preisrelationen zu konservieren oder wiederherzustellen versucht, also Objektf&ouml;rderung betreibt.<br>\nGenau darauf laufen aber viele der Vorschl&auml;ge hinaus, die nun im Raum stehen: Senkung der Stromsteuer, Senkung der Mehrwertsteuer auf z.B. Erdgas, Erh&ouml;hung der Pendlerpauschale etc. &ndash; alles Ma&szlig;nahmen, die der Preisreduktion im Energiebereich dienen sollen. Das klingt naheliegend, ist aber unsozial. Denn w&auml;hrend Geringverdiener und Einkommensschw&auml;chere tats&auml;chlich in Finanzierungsprobleme geraten, k&ouml;nnen sich z.B. gut betuchte SUV-Fahrer, viele Quadratmeter Wohnfl&auml;che in Anspruch Nehmende, Wintersport-Touristen oder Vielflieger einen tieferen Griff ins Portemonnaie sehr wohl leisten oder eben ihre Konsumstruktur anpassen, ohne dass das zu unzumutbaren H&auml;rten f&uuml;hren w&uuml;rde. Warum sollten diese Gruppen vor Preissteigerungen im Energiebereich gesch&uuml;tzt werden?<br>\nInsbesondere die Forderung nach einer Anhebung der Pendlerpauschale ist eine wenig verbr&auml;mte Anbiederung an die Besserverdienenden. Denn selbstverst&auml;ndlich gibt es Niedrigverdienende, die lange Fahrtwege zu ihren Arbeitspl&auml;tzen zur&uuml;cklegen m&uuml;ssen, aber so schlecht bezahlt werden, dass die Reduktion ihrer Einkommensteuerzahlung aufgrund der Pendlerpauschale weit geringer ausf&auml;llt als bei Spitzenverdienern oder sogar gar nicht positiv zu Buche schl&auml;gt. Was k&ouml;nnte also unsozialer sein? Dass die beiden o.g. Ministerpr&auml;sidenten obendrein noch fordern, die Pendlerpauschale an die Entwicklung der Treibstoffpreise anzubinden, also zu dynamisieren, zeigt, wie sehr es hier um Klientelpolitik geht. Denn das ist nicht nur in Hinblick auf den Klimaschutz ein Kuckucksei. Es ist auch ein Affront f&uuml;r diejenigen, die sich seit Jahren f&uuml;r eine Dynamisierung der Hartz IV-S&auml;tze gem&auml;&szlig; den Preissteigerungsraten f&uuml;r lebensnotwendige G&uuml;ter einsetzen und\/oder einen solchen Automatismus f&uuml;r den Mindestlohn fordern. Solche Vorschl&auml;ge aber haben in konservativen Politikerkreisen noch nie Unterst&uuml;tzung erfahren, sondern werden regelm&auml;&szlig;ig mit dem Hinweis abgelehnt, so etwas wirke inflationstreibend.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fspiecker.de\/2022\/02\/27\/wie-gehen-wir-mit-preissteigerungen-in-einer-marktwirtschaft-sinnvoll-um-der-streit-um-die-verteuerung-von-energie\/\">Friederike Spiecker<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wirtschaftssanktionen: Der Preis der Freiheit?<\/strong><br>\nMit dem v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine hat sich die Strategie der Abschreckung durch die Androhung von Wirtschaftssanktionen als Fehlkalkulation erwiesen. Das sollte f&uuml;r die deutsche Politik Anlass sein, ihre Kosten-Nutzen-Rechnung zu &uuml;berdenken. [&hellip;]<br>\nFestzuhalten bleibt an dieser Stelle jedenfalls, dass eine Abkehr vom Exportismus weder in Deutschland noch der EU jetzt und auch nicht in absehbarer Zeit auf der politischen Tagesordnung steht. Das erkl&auml;rt vielleicht auch, warum Ursula von der Leyen zwar auf den &bdquo;barbarischen&ldquo; Angriff Russlands auf die Ukraine &bdquo;massive&ldquo; Sanktionen angek&uuml;ndigt hatte, ein Blick in das &bdquo;h&auml;rteste Sanktionspaket, das die EU je erwogen hat&ldquo;, aber, trotz des bitteren Ernsts der Lage, einen lauthals zum Lachen bringt.<br>\nEs soll Exportbeschr&auml;nkungen bei touristischen Dienstleitungen gegen&uuml;ber den &bdquo;Volksrepubliken Donezk und Lugansk&ldquo; und f&uuml;r den Handel mit bestimmten Wirtschaftszweigen geben, &uuml;ber die man aber nicht genaues sagen will. Die Mehrzahl der Wirtschaftssanktionen betreffen den Finanzsektor, die die Abwicklung von grenz&uuml;berschreitenden Realg&uuml;ter-Transaktionen erschweren k&ouml;nnten, aber insgesamt einen begrenzten Einfluss auf die russische Realg&uuml;terwirtschaft haben d&uuml;rften. In einem Satz: Bei dem &bdquo;h&auml;rtesten Sanktionspaket&ldquo; handelt es sich &uuml;berwiegend um Symbolpolitik.<br>\nDas mag f&uuml;r diejenigen, die in Kategorien nationaler Interessen denken, eine beruhigende Feststellung sein. Denn man k&ouml;nnte (f&auml;lschlicher Weise) folgern, dass die Gefahren von Wirtschaftssanktionen gegen Russland f&uuml;r Deutschland &uuml;berschaubar bleiben werden. Damit wird verkannt, dass die Wirtschaftssanktionen Russlands f&uuml;r uns ein enormes Gefahrenpotential in sich bergen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/08-2022\/wirtschaftssanktionen-der-preis-der-freiheit\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Rekordpreise f&uuml;r Grundnahrungsmittel: Die Not f&ouml;rdert Migration<\/strong><br>\nHunger und Fehlern&auml;hrung nehmen zu. Menschen im globalen S&uuml;den sind am meisten betroffen.<br>\nDie weltweiten Lebensmittelpreise erreichten im Januar 2021 den h&ouml;chsten Stand seit 2011. Das geht aus dem aktuellen Bericht der FAO hervor. Damals hatten explodierende Lebensmittelpreise neben Korruption und Vetternwirtschaft zu politischen Aufst&auml;nden in L&auml;ndern Nordafrikas wie &Auml;gypten und Libyen gef&uuml;hrt.<br>\nDie Gr&uuml;nde der Preissteigerungen sind vielf&auml;ltig: klimabedingt vermehrte D&uuml;rren, extremer Frost, Kriege, aber auch Transportausf&auml;lle und zahlreiche andere Folgen der Coronamassnahmen. (&hellip;)<br>\nDen Angaben der Welthungerhilfe zu Folge hungern weltweit 811 Millionen Menschen. Viele andere Menschen sind fehlern&auml;hrt. Einer der Gr&uuml;nde sind seien die steigenden Preise f&uuml;r Grundnahrungsmittel wie Getreide, Milchprodukte oder Speise&ouml;l, erkl&auml;rt Rafa&euml;l Schneider, stellvertretender Leiter der Politik-Abteilung der Welthungerhilfe. Das f&uuml;hre dazu, dass Familien auf ganze Mahlzeiten verzichten und stattdessen billigeres Essen kaufen, das ungesund ist, erkl&auml;rt Schneider. Zwingen Eltern ihre Kinder zus&auml;tzlich dazu, Geld zu verdienen, nimmt auch die Kinderarbeit wieder zu. Allein in Afrika sind mehr als hundert Millionen Menschen von Ern&auml;hrungsunsicherheit betroffen &ndash; doppelt so viele wie seit 2018, sch&auml;tzt Joseph Siegle, Forschungsdirektor am Africa Center for Strategic Studies der National Defense University. (&hellip;)<br>\nWie die Daten des IWF zeigen, stiegen die Lebensmittelpreise im Dezember 2011 weltweit um durchschnittlich 6,85 Prozent. Das war der h&ouml;chste Preisanstieg seit 2014. Am meisten bekommen dies Menschen in L&auml;ndern zu sp&uuml;ren, die von importierten Lebensmitteln abh&auml;ngig sind. Diese Abh&auml;ngigkeit hat sich wegen der Globalisierung stark erh&ouml;ht. In Afrika, im Nahen Osten und in Lateinamerika m&uuml;ssen die Menschen 50 bis 60 Prozent ihres Einkommens f&uuml;r Lebensmittel ausgeben, erkl&auml;rt der US-&Ouml;konom Maurice Obstfeld, der als Professor f&uuml;r &Ouml;konomie an der Universit&auml;t Berkeley unterrichtet. Die &Auml;rmsten unter den Armen brauchen sogar ihr ganzes Einkommen f&uuml;r Nahrungsmittel.<br>\nZum Vergleich: In Industriel&auml;ndern liegen die Ausgaben f&uuml;r Lebens- und Genussmittel zwischen 10 bis 30 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/gesundheit\/ernaehrung\/rekordpreise-fuer-grundnahrungsmittel-die-not-foerdert-migration\/\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Anpassung an Klimafolgen zu z&ouml;gerlich <\/strong><br>\nH&auml;ufigere Hitzewellen, mehr Starkregen und steigende Meeresspiegel: Ein neuer Bericht des UNO-Weltklimarats (IPCC) skizziert die Risiken der Klimaerw&auml;rmung und lotet n&ouml;tige Anpassungsma&szlig;nahmen aus. Die L&uuml;cke dazwischen werde immer gr&ouml;&szlig;er, die Anpassung erfolge zu z&ouml;gerlich. Besonders verwundbar seien L&auml;nder im Globalen S&uuml;den. [&hellip;]<br>\nKrisen, wie die Flutkatastrophe im Ahrtal, w&uuml;rden zeigen, dass jede und jeder verwundbar sei, was Klimagefahren angeht, sagt IPCC-Autor J&ouml;rn Birkmann von der Universit&auml;t Z&uuml;rich. Die Verwundbarkeit sei aber in Regionen mit hoher Armut, fehlender Infrastruktur und staatlicher Instabilit&auml;t h&ouml;her. &bdquo;In den letzten zehn Jahre sind in diesen besonders verwundbaren Regionen 15-Mal mehr Leute durch St&uuml;rme, Hochwasser und D&uuml;rren zu Tode gekommen.&ldquo; [&hellip;]<br>\nDa mehr als die H&auml;lfte der Weltbev&ouml;lkerung in St&auml;dten lebt, kommt diesen laut IPCC eine zentrale Rolle zu, was die Anpassung betrifft. Naturbasierte L&ouml;sungen h&auml;tten ein gro&szlig;es Potenzial, die Folgen der Klimaerw&auml;rmung im urbanen Raum einzud&auml;mmen, meint IPCC-Autorin Diana Reckien von der niederl&auml;ndischen Universit&auml;t Twente; Stra&szlig;enb&auml;ume, miteinander vernetzte Gr&uuml;nr&auml;ume oder renaturierte Kan&auml;le k&ouml;nnten Hitzeinseleffekte und &Uuml;berflutungen reduzieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/science.orf.at\/stories\/3211715\/\">ORF <\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die ignorierte Invasion<\/strong><br>\nDie T&uuml;rkei, ein enger Verb&uuml;ndeter Deutschlands, verst&auml;rkt im Windschatten des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ihre milit&auml;rischen Angriffe auf ihr Nachbarland Syrien. In den vergangenen Tagen wurden erneut t&uuml;rkischer Artilleriebeschuss und Drohnenangriffe auf die kurdischen Gebiete Nordsyriens gemeldet; dabei wurden zahlreiche Zivilisten verletzt. Wenige Wochen zuvor war es zu einem Gro&szlig;angriff der t&uuml;rkischen Luftwaffe gekommen: Ankara lie&szlig; die nordostsyrische Region Hasakah bombardieren, nachdem es dort kurdischen K&auml;mpfern gelungen war, einen Gef&auml;ngnisaufstand des Islamischen Staates (IS) niederzuschlagen. Die T&uuml;rkei h&auml;lt seit Jahren mehrere Regionen Nordsyriens besetzt, errichtet dort t&uuml;rkische Infrastruktur und bindet die Gebiete an ihr Verwaltungssystem an, w&auml;hrend die urspr&uuml;nglich ans&auml;ssigen syrischen Kurden in wiederkehrenden ethnischen S&auml;uberungen vertrieben werden. Deutschland, traditionell ein bedeutender Waffenlieferant der T&uuml;rkei, und die NATO, deren zweitgr&ouml;&szlig;te Streitkr&auml;fte Ankara stellt, tolerieren die t&uuml;rkische Invasion in Nordsyrien und beg&uuml;nstigen sie zeitweise sogar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8860\">German Foreign Policy <\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Rassismus in der Berichterstattung: Von Kriegsopfern erster und zweiter Klasse<\/strong><br>\nSeit mehreren Tagen dominiert die russische Invasion der Ukraine die Berichterstattung in aller Welt, und eine erstaunliche Zahl von Reportern, Analysten und anderweitigen Beobachtern des Krieges demonstriert offenkundigen Rassismus. Einer der ersten Journalisten, der damit auffiel, war Charlie D&rsquo;Agata vom amerikanischen Sender CBS News. In einem Bericht aus Kiew meinte er, dass die Ukraine nicht mit dem Irak oder Afghanistan vergleichbar sei, weil es sich um ein &bdquo;europ&auml;isches&ldquo; und &bdquo;zivilisiertes&ldquo; Land handele.<br>\nMittlerweile hat sich D&rsquo;Agata f&uuml;r seine Formulierung entschuldigt, doch sie war kein Einzelfall und nur ein Vorzeichen f&uuml;r das, was noch kommen w&uuml;rde. In einem Interview mit der britischen BBC sagte der ukrainische Generalstaatsanwalt David Sakvarelidze, dass er in diesen Tagen besonders emotional sei, weil er sehe, wie &bdquo;europ&auml;ische Menschen mit blauen Augen und blonden Haaren&ldquo; t&auml;glich get&ouml;tet werden. Dieser Satz, der in den Sozialen Medien f&uuml;r Entsetzen sorgte, wurde vom Interviewer in keiner Weise hinterfragt.<br>\nStattdessen wurde der rassistische Berichterstattungsfeldzug anderswo erbarmungslos fortgesetzt. Korrespondentin Lucy Watson vom britischen ITV behauptete sichtlich aufgebracht, dass es sich bei der Ukraine &bdquo;nicht um ein Dritte-Welt-Land handeln w&uuml;rde, sondern um Europa&ldquo;. Deshalb sei der Krieg dort so viel schlimmer. Auch im britischen &bdquo;Daily Telegraph&ldquo; hie&szlig; es, der Krieg in der Ukraine sei besonders schlimm, weil die Opfer &bdquo;aussehen wie wir&ldquo;. Andere Medien, darunter etwa franz&ouml;sische oder sogar die englischsprachige Ausgabe des katarischen &bdquo;Al Jazeera&ldquo;, taten es ihnen gleich.<br>\nMeist wurde dasselbe impliziert: Die Gefl&uuml;chteten aus der Ukraine seien im positiven Sinne &bdquo;anders&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/uebermedien.de\/69002\/von-kriegsopfern-erster-und-zweiter-klasse\/\">Emran Feroz auf &Uuml;bermedien<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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