{"id":8158,"date":"2011-01-31T08:44:48","date_gmt":"2011-01-31T07:44:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8158"},"modified":"2011-01-31T09:15:35","modified_gmt":"2011-01-31T08:15:35","slug":"hinweise-des-tages-1313","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8158","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\nHeute unter anderem zu folgenden Themen: Davos; der Schildb&uuml;rgerstreich mit dem &bdquo;Bildungspaket&ldquo;; &Auml;gypten: Doppelmoral der Europ&auml;er; kr&auml;ftige Lohnerh&ouml;hungen notwendig; es gibt kein Besch&auml;ftigungswunder; Arbeit &ndash; sicher und fair!; lokale Demokratie, B&uuml;rgergesellschaft und Gewerkschaften; skandinavische Arbeits- und Sozialpolitik; Ein-Euro-Jobs werden gek&uuml;rzt; zur gegenw&auml;rtigen &ouml;konomischen und politischen Lage; bis zur echten Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ist es noch ein weiter Weg; Besch&auml;ftigtendatenschutz; Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung; Ethikrat zur Bewertung von Nutzen und Kosten im Gesundheitswesen; Krankenkassen-Fusionen treiben die Kosten; S 21-Gegner wieder da; wie Gier die Finanzkrise ausl&ouml;ste; EnBW-Deal: Mappus soll vor dem Landtag gelogen haben; Fortschritt hat Nebenwirkungen; wie viel kostet ein Abgeordneter?; die NATO und Russland; Fatal Transactions kritisiert europ&auml;ische Strategie zur Sicherung des Zugangs zu Rohstoffe; soziales Banditentum in Afrika; der Index der Lega Nord; TU Berlin zu den &Auml;u&szlig;erungen von Dr. Thilo Sarrazin; Baf&ouml;g-R&uuml;ckzahlung wird teurer; interessante Dokumente zu Hochschule und Gesellschaft; chinesische Sch&uuml;ler: Auswendiglernen sehr gut, Phantasie ungen&uuml;gend; Rezension: Joseph Vogl &bdquo;Gespenst des Kapitals&ldquo;. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Davos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Stefan Sell: B&uuml;rokratie oder: Der Schildb&uuml;rgerstreich mit dem &bdquo;Bildungspaket&ldquo; <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">&Auml;gypten: Doppelmoral der Europ&auml;er <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Gerhard Bosch: Kr&auml;ftige Lohnerh&ouml;hungen notwendig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Es gibt kein Besch&auml;ftigungswunder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">DGB: Arbeit &ndash; sicher und fair!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Frank Bsirske: Lokale Demokratie, B&uuml;rgergesellschaft und Gewerkschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Skandinavische Arbeits- und Sozialpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Ein-Euro-Jobs werden gek&uuml;rzt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Bemerkungen zur gegenw&auml;rtigen &ouml;konomischen und politischen Lage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Bis zur echten Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ist es noch ein weiter Weg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Besch&auml;ftigtendatenschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Ethikrat legt Stellungnahme zur Bewertung von Nutzen und Kosten im Gesundheitswesen vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Bundesrechnungshof: Krankenkassen-Fusionen treiben die Kosten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">&raquo;S21&laquo;-Gegner wieder da<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Wie Gier die Finanzkrise ausl&ouml;ste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">EnBW-Deal: Mappus soll vor dem Landtag gelogen haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Fritz Stern: Fortschritt hat Nebenwirkungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Vortragshonorare: Wie viel kostet ein Abgeordneter?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Die NATO und Russland &ndash; Durchbruch an Sankt Nimmerlein?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Fatal Transactions kritisiert europ&auml;ische Strategie zur Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Soziales Banditentum in Afrika: Robin Hood in Afrika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Italien &ndash; Der Index der Lega Nord<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Stellungnahme der TU Berlin zu den &Auml;u&szlig;erungen von Dr. Thilo Sarrazin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h26\">Baf&ouml;g-R&uuml;ckzahlung wird teurer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h27\">Interessante Dokumente zu Hochschule und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h28\">Chinesische Sch&uuml;ler: Auswendiglernen sehr gut, Phantasie ungen&uuml;gend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h29\">Rezension: Joseph Vogl &bdquo;Gespenst des Kapitals&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=8158&amp;preview=true\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Davos<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Robert von Heusinger: Die Gespr&auml;che beim Weltwirtschaftsforum in Davos laufen am am Kern des Problems vorbei<\/strong><br>\nUm das zu verstehen, muss man das kleine Einmaleins des Kapitalismus kennen. Es besagt dreierlei: Erstens, das Nettogeldverm&ouml;gen ist immer null. Es gibt immer genauso viel Verm&ouml;gen wie es Schulden gibt. Weil das so ist, kann zweitens der eine nur dann sparen, wenn sich ein anderer im selben Umfang bereit ist zu verschulden. Und drittens gibt es nur dann Wirtschaftswachstum, wenn die Verschuldung insgesamt zunimmt. W&uuml;rde sie sich verringern, k&auml;me es unausweichlich zur Rezession.<br>\nWelche Verschuldung muss steigen? Das w&auml;re eine bessere Frage gewesen. In normalen Zeiten nimmt die Verschuldung der Unternehmen, die wachsen und gedeihen, st&auml;ndig zu. Damit erlauben sie es den privaten Haushalten zu sparen. Der Staat kann an der Seitenlinie verharren oder sogar Schulden abbauen. Gef&auml;hrlich wird es, wenn die Unternehmen statt sich zu verschulden, sparen wollen, sparen m&uuml;ssen. Dann droht Rezession, es sei denn, der Staat tritt mit seiner Neuverschuldung an ihre Stelle. Genau das ist in der Krise passiert&hellip;<br>\nSind unsere Renditevorstellungen &uuml;bertrieben? Das w&auml;re das richtige Thema f&uuml;r Davos gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/setzen--sechs--\/-\/1472780\/7133020\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Two Worlds, Ready or Not<\/strong><br>\nThe public policy issue of the day, from the point of view of such CEOs, is simple. There needs to be sufficient fiscal austerity to strengthen public balance sheets &mdash; so that states can more effectively stand behind their banks in the future, and to keep currencies from moving too much&hellip;<br>\nThe gap between the CEOs&rsquo; world and the real world should be bridged by the official sector. But where are the politicians and government officials who can explain what we need and why? Who can confront the CEOs in the highest profile public forums, and push them on the social responsibility broadly defined?&hellip;<br>\nThe biggest disappointment at Davos was not the attitude of the corporate sector; these people are just doing their jobs (as they see it). To the extent the U.S. or eurozone official sector showed up at all, it continued to demonstrate the deepest levels of intellectual capture. The reasoning seems to be: As long as we do what the big banks and big firms want, everything will turn out all right. There was zero high-profile public debate at Davos this week on anything related to this way of seeing the world.<br>\nCorporate Davos was borderline exuberant. Even if a deeper crisis looms, does the global business elite really care?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/simon-johnson\/davos-two-worlds-ready-or_b_815762\">Huffington Post<\/a><\/li>\n<\/ol><\/li>\n<\/ol><li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Stefan Sell: B&uuml;rokratie oder: Der Schildb&uuml;rgerstreich mit dem &bdquo;Bildungspaket&ldquo; <\/strong><br>\nWas sich derzeit abzeichnet mit dem &bdquo;Bildungspaket&ldquo; ist angesichts der anstehenden Belastung mit Verwaltungskosten schon mehr als ein starkes St&uuml;ck. Es erinnert doch sehr an die Schildb&uuml;rgerstreiche&hellip;<br>\nIrgendwie hat man hinsichtlich Bildung und Teilhabe auch das Gef&uuml;hl, dass versucht wird, diese mit Eimern wie das Licht bei den Schildb&uuml;rgern in das dunkle Geb&auml;ude Hartz IV zu tragen &ndash; nat&uuml;rlich ohne Erfolg.<br>\nBereits das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 09.02.2010 den richtigen Weg aus Sicht der Kinder aufgezeigt &ndash; und eine individualisierende Ber&uuml;cksichtigung im Sozialgeldger&uuml;st des SGB II nur als &bdquo;second best&ldquo;-L&ouml;sung verstanden, die &ndash; wenn es denn nicht anders geht &ndash; h&ouml;chstens als &Uuml;bergang bis zum Erreichen des eigentlich sinnvollen L&ouml;sung fungieren sollte. Danach brauchen wir eine fl&auml;chendeckende institutionelle Bereitstellung der notwendigen Leistungen an bzw. in den Orten, in denen die Kinder zumindest ab dem Erreichen der Schulpflicht definitiv sind und sein m&uuml;ssen, also den Schulen (und angesichts der faktischen Besuchsquoten, die wir bei den Kindern im Kindergartenalter mittlerweile fast &uuml;berall haben, sollten wir die Kindertageseinrichtungen hier ebenfalls an erster Stelle nennen. Hier muss die m&ouml;glichst optimale Versorgung und F&ouml;rderung der Kinder organisiert und sichergestellt werden. Man gebe den Schulleitern ein ordentliches Budget f&uuml;r die Arbeit mit den Kindern, z.B. f&uuml;r die Organisation eines entsprechenden Nachhilfeunterrichts. Ich bin ganz sicher, 95% der Schulleiter w&uuml;rden das hervorragend hin bekommen. Und angesichts der Kosten, die nun mal mit der traditionellen Form des Musikschulunterrichts verbunden sind, muss man hierf&uuml;r entweder die Mittel erheblich aufstocken und\/oder aber man muss versuchen, m&ouml;glichst viele dieser Leistungen an und in die Schulen zu bringen und die Angebote hier zu organisieren &ndash; &uuml;brigens ist das doch die einzige logische M&ouml;glichkeit, die andiskutierte Problematik der Nicht-Aktivit&auml;t der Eltern zu umgehen im Interesse der Kinder. Alles andere l&auml;uft immer wieder darauf hinaus, die Kinder sich selbst bzw. ihren Familien zu &uuml;berlassen, deren abweichendes Verhalten dann wortreich beklagt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stefan-sell.de\/texte\/sozialpolitik\/Sozialpolitik_2011-11.pdf\">Remagener Beitr&auml;ge zur aktuellen Sozialpolitik 11-2011 [PDF &ndash; 394 KB]<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>B&uuml;rokratie, ja bitte! Das Bildungspaket der Hartz-Reform<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/1246574\/Hartz-IV-und-das-Bildungspaket#\/beitrag\/video\/1246574\/Hartz-IV-und-das-Bildungspaket\">Berlin direkt, ZDF, 30.01.2011<\/a><\/p><\/li><li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&Auml;gypten: Doppelmoral der Europ&auml;er <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bedeutendster Empf&auml;nger deutscher Waffen<\/strong><br>\nBundesau&szlig;enminister Guido Westerwelle erkl&auml;rte, &bdquo;der Weg zur Stabilit&auml;t f&uuml;hrt &uuml;ber die Wahrung der Menschen- und B&uuml;rgerrechte&ldquo;. Erkl&auml;rungen wie diese &bdquo;wirken heuchlerisch angesichts der Tatsache, dass Deutschland zu den Hauptwaffenlieferanten der diktatorischen Machthaber in &Auml;gypten z&auml;hlt&ldquo;, sagte J&uuml;rgen Gr&auml;sslin, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft &ndash; Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und Vorsitzender des R&uuml;stungsInformationsB&uuml;ros (RIB e.V.). Der Freiburger R&uuml;stungsexperte wirft der Bundesregierung vor, dass sie 2009 gegen&uuml;ber dem Vorjahr &bdquo;mehr als eine Verdoppelung der Lieferungen von Waffen und R&uuml;stungsg&uuml;tern an &Auml;gypten genehmigt&ldquo; habe. So sei der Genehmigungswert von 33,6 Millionen Euro (2008) auf 77,5 Millionen Euro (2009) &bdquo;dramatisch gesteigert worden&ldquo;.<br>\n&bdquo;Die Einzelgenehmigungen f&uuml;r &sbquo;Kleinwaffen&rsquo; sind aufgrund der hohen Opferzahlen besonders folgenschwer&ldquo;, so J&uuml;rgen Gr&auml;sslin. Die f&uuml;r ihre r&uuml;cksichtslose Vorgehensweise bekannte &auml;gyptische Polizei verf&uuml;ge &uuml;ber Maschinenpistolen des Typs MP5, entwickelt von Heckler &amp; Koch in Oberndorf. Allein im Jahr 2009 habe &Auml;gypten weitere 884 Maschinenpistolen und Bestandteile im Wert von 866.037 Euro erhalten.<br>\n&bdquo;Die Machthaber in Kairo erhielten Teile f&uuml;r Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, milit&auml;rische Landfahrzeuge und Kommunikationsausr&uuml;stung&ldquo;, erkl&auml;rte Paul Russmann, Sprecher der Kampagne gegen R&uuml;stungsexport bei Ohne R&uuml;stung Leben (ORL). Insgesamt sei &bdquo;&Auml;gypten mittlerweile sogar das bedeutendste Empf&auml;ngerland in der Liste der aus Deutschland belieferten Entwicklungsl&auml;nder&ldquo;.<br>\nDie Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) stufte &Auml;gypten in ihrem R&uuml;stungsexportbericht 2009 als &bdquo;problematisches&ldquo; Empf&auml;ngerland ein. Die dortige Menschenrechtssituation sei laut Bericht der beiden gro&szlig;en christlichen Kirchen &bdquo;sehr schlecht&ldquo;, die Gefahr der Unvertr&auml;glichkeit von R&uuml;stung und Entwicklung sei &bdquo;gro&szlig;&ldquo;. &bdquo;Angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage h&auml;tte &Auml;gypten unter Diktator Mubarak niemals Waffen aus Deutschland und anderen L&auml;ndern erhalten d&uuml;rfen&ldquo;, erkl&auml;rte ORL-Sprecher Paul Russmann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=16140\">Neue Rheinische Zeitung<\/a>\n<p><em>Dazu auch:<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Nutznie&szlig;er der Repression<\/strong><br>\nDie Rebellion der &auml;gyptischen Bev&ouml;lkerung gegen das Regime unter Pr&auml;sident Mubarak h&auml;lt an. Gemeinsam mit den westlichen Finanziers der jahrzehntelangen Diktatur sucht Berlin seine Zuarbeit f&uuml;r die autorit&auml;ren Eliten von &Auml;gypten &uuml;ber Libyen bis nach Mauretanien vergessen zu machen und mahnt demokratische Rechte an. Zahlreiche der technischen Repressionsmittel, wie sie bereits in Tunesien eingesetzt worden waren, stammen aus der Bundesrepublik. Der deutsche R&uuml;stungsexport nach &Auml;gypten und in andere nordafrikanische Staaten hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen und erreichte 2009 einen Gesamtbetrag von 175 Millionen Euro, darunter eine Lieferung von Maschinenpistolen an &Auml;gypten. Der &auml;gyptische Geheimdienst, dessen z&uuml;gellose Brutalit&auml;t ber&uuml;chtigt ist, erfreut sich enger Zusammenarbeit mit deutschen Partnerdiensten. In mindestens einem Fall wurde ein Gefangener der CIA von einem deutschen Flughafen nach Kairo geflogen, um Gest&auml;ndnisse zu erpressen, die unter rechtsstaatlichen Verh&auml;ltnissen nicht zu erreichen waren. Die deutsche Finanzierung der Repression gilt auch den anschwellenden Armutsbewegungen, deren Zugang zu den EU-Staaten verstellt werden soll, w&auml;hrend sich deutsche Unternehmen in &Auml;gypten, Tunesien oder Marokko billiger Arbeitskr&auml;fte bedienen.<br>\nSeit dem Sturz des Regimes Zine el-Abidine Ben Ali in Tunesien m&uuml;ht sich Berlin, seine systematische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die autorit&auml;ren nordafrikanischen Staaten vergessen zu machen. Auch in &Auml;gypten m&uuml;ssten die &ldquo;B&uuml;rgerrechte&rdquo; geachtet werden, l&auml;sst der deutsche Au&szlig;enminister verlauten. Man sei &ldquo;sehr besorgt&rdquo; und verlange dringend einen &ldquo;Gewaltverzicht&rdquo;. Identisch haben sich mittlerweile mehrere hochrangige Politiker sowie Mitarbeiter des Ausw&auml;rtigen Amts ge&auml;u&szlig;ert und &ouml;ffentlich den Eindruck zu erwecken versucht, sie h&auml;tten mit den bedr&auml;ngten Regimes nichts zu schaffen. Tats&auml;chlich ist &ndash; ganz wie im Falle Tunesiens &ndash; genau das Gegenteil der Fall: Berlin arbeitet seit Jahren auf die eine oder andere Weise mit den nordafrikanischen Diktaturen eng zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57996\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Die Flucht aus &Auml;gypten<\/strong><br>\nImmer mehr B&uuml;rger der &auml;gyptischen Oberschicht fliehen aus dem Land. Am Sonntag seien bis zum Beginn der Ausgangssperre erneut 45 Privatflugzeuge vom Flughafen Kairo gestartet, mit denen Unternehmer, Diplomaten und K&uuml;nstler sowie ihre Familien ausflogen, verlautete aus der Flughafenverwaltung. Am Vortag waren 19 private Fl&uuml;ge gestartet. In einem Sonderterminal f&uuml;r nichtkommerzielle Fl&uuml;ge warteten am Sonntag weitere G&auml;ste. In dem Terminal werden Passagiere abgefertigt, die mit Privatflugzeugen oder kleinen, privat gemieteten Chartermaschine starten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/aegyptens-elite-fluechtet-im-privatflieger\/-\/1472596\/7136848\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Oberschicht bringt ihr Scherflein und sich selbst ins Trockene. Sie werden wohl allen Grund dazu haben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Europas grenzenlose Doppelmoral<\/strong><br>\nNicht nur in Tunesien hat sich die EU lange zum Komplizen von Diktatoren gemacht. Das passt schlecht zu ihrem Selbstbild als Oberlehrer der Demokratie.<br>\nWenn Europa in Menschenrechtsfragen &uuml;berhaupt etwas erreichen will, m&uuml;ssen diese offenkundigen Widerspr&uuml;che ein Ende finden. Es kann legitim sein, dass die EU ihr Handeln von Interessen wie einer verl&auml;sslichen Energieversorgung, sicheren Grenzen und Fl&uuml;chtlingsabwehr leiten l&auml;sst. Nur m&uuml;ssen wir Europ&auml;er uns entscheiden: Entweder wir setzen diese Interessen absolut &ndash; dann sollten wir aufh&ouml;ren, uns in leeren Deklarationen als Oberlehrer der Demokratie und Menschenrechte aufzuspielen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/europas-grenzenlose-doppelmoral\/-\/1472602\/7137430\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol><\/li><li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gerhard Bosch: Kr&auml;ftige Lohnerh&ouml;hungen notwendig<\/strong><br>\nMit den niedrigen Lohnerh&ouml;hungen der vergangenen Jahre sei nicht nur die Binnennachfrage in Deutschland ruiniert worden, &ldquo;sondern wir haben die anderen L&auml;nder auch sehr unter Wettbewerbsdruck gesetzt und haben riesige Export&uuml;bersch&uuml;sse entwickelt. Und die anderen L&auml;nder sagen, das geht nicht so weiter, in Deutschland muss man mal etwas f&uuml;r die L&ouml;hne tun&rdquo;, sagte der Professor f&uuml;r Arbeits- und Wirtschaftssoziologie an der Universit&auml;t Duisburg-Essen (&hellip;)<br>\n6,7 Millionen Menschen in Deutschland, so Bosch, verdienten weniger als acht Euro in der Stunde, sehr viele von ihnen auch nur f&uuml;nf Euro. &ldquo;Wir haben mal ausgerechnet, wenn wir einen Mindestlohn einf&uuml;hren w&uuml;rden von 7,50 Euro, dann w&uuml;rden die Sozialkassen von heute auf morgen Beitr&auml;ge zus&auml;tzlich bekommen in H&ouml;he von 4,2 Milliarden Euro. Das w&uuml;rde so manche Finanzkrise der Krankenversicherung und der Rentenversicherung beseitigen&rdquo;, sagte Bosch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/interview\/1376082\/\">Deutschlandradio Kultur (dort auch ein Podcast zur Sendung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich teile die Meinung von Gerhard Bosch, dass kr&auml;ftige Lohnerh&ouml;hungen notwendig sind, nicht ganz verstehe ich seine Aussage, dass die Wirtschaft &bdquo;brumme&ldquo;. Aber selbst wenn man die konjunkturelle Situation als labil betrachtet, w&auml;re gerade in Deutschland die Erh&ouml;hung der Binnennachfrage, angesichts vorhersehbarer Einbu&szlig;en beim Export, das Gebot der Stunde. <\/em><\/p>\n<p><em>Dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Tarifrunde 2011: Entgeltforderungen zwischen 5 und 7 Prozent<\/strong><br>\nDie Tarifrunde 2011 kommt in Schwung. In den n&auml;chsten Tagen und Wochen beginnen die Lohn- und Gehaltsverhandlungen unter anderem im &ouml;ffentlichen Dienst (L&auml;nder) und in der chemischen Industrie. Aktuell wird bereits bei der Deutschen Telekom, bei Volkswagen und im Steinkohlenbergbau verhandelt. Im M&auml;rz und April folgen das Bauhauptgewerbe, die Druckindustrie, das Versicherungsgewerbe sowie der Einzelhandel und der Gro&szlig;- und Au&szlig;enhandel. Die gewerkschaftlichen Tarifforderungen konzentrieren sich vorrangig auf Lohn- und Gehaltssteigerungen. Die tariflichen Entgelte sollen in den einzelnen Wirtschaftszweigen und Tarifbereichen um 5 bis 7 Prozent steigen (siehe auch die tabellarische &Uuml;bersicht in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Das zeigt eine aktuelle &Uuml;bersicht des WSI-Tarifarchivs in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Zus&auml;tzliche Forderungen betreffen die Begrenzung der Leiharbeit (z.B. chemische Industrie), die Vereinbarung von Mindestl&ouml;hnen (Einzelhandel, Bauhauptgewerbe) und die &Uuml;bernahme der Ausgebildeten (z.B. &ouml;ffentlicher Dienst L&auml;nder, Versicherungsgewerbe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_ta_2011_01_28.pdf\">WSI Tarifarchiv [PDF &ndash; 35.9 KB]<\/a><\/p><\/li><li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Es gibt kein Besch&auml;ftigungswunder<\/strong><br>\nArbeitsmarkt: &Ouml;konomen halten den Optimismus des Bundeswirtschaftsministers f&uuml;r &uuml;bertrieben. Weder ist das Besch&auml;ftigungsvolumen gestiegen noch werden die Arbeitnehmer deutlich mehr Geld f&uuml;r den privaten Verbrauch &uuml;brig haben.<br>\nDas Besch&auml;ftigungswunder ist in Wahrheit keines, sagt der &Ouml;konom Kooths. Entscheidend sei nicht die Zahl der Arbeitspl&auml;tze, sondern das Arbeitsvolumen, also die Zahl der pro Jahr geleisteten Arbeitsstunden. Und die liegt in Deutschland aktuell auf dem Niveau des Jahres 2000 und der Mitte der 90er-Jahre. Seinerzeit waren es rund 57,6&nbsp;Mrd. Stunden. Kooths: &bdquo;Damals hat niemand das deutsche Jobwunder ausgerufen.&ldquo; Die Ursache f&uuml;r die steigende Erwerbst&auml;tigkeit seien mehr Teilzeitarbeit und Mini-Jobs.<br>\nDie Bruttol&ouml;hne je Arbeitnehmer sollen, so der Jahreswirtschaftsbericht, in diesem Jahr um 2,1&nbsp;% steigen, die Inflation soll bei 1,8&nbsp;% liegen. Real w&uuml;rden dann die L&ouml;hne um 0,3&nbsp;Prozentpunkte zulegen. Dennoch geht Br&uuml;derle davon aus, dass der Konsum um 1,6&nbsp;% wachsen wird.<br>\nAnders als Br&uuml;derle geht Frank-J&uuml;rgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, nicht davon aus, dass die L&ouml;hne steigen werden. In einem Interview mit Spiegel Online prognostiziert er jetzt, dass die L&ouml;hne &bdquo;tendenziell&ldquo; geringer ausfallen w&uuml;rden. Weise: &bdquo;Langfristig wird es sogar mehr Menschen geben, die einen Zusatzjob oder staatliche Zusch&uuml;sse brauchen.&ldquo;<br>\nDiese Lohnzusch&uuml;sse aus Steuermitteln belaufen sich seit 2005 auf rund 50&nbsp;Mrd.&nbsp;&euro;, sagt der Verteilungsforscher Claus Sch&auml;fer vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut. Damit wurden die Einkommen von Niedrigl&ouml;hnern auf das Niveau von Hartz&nbsp;IV aufgestockt.<br>\nDie Entwicklung bei den L&ouml;hnen und auf dem Arbeitsmarkt &ndash; Teilzeit und Minijobs &ndash; spiegelt sich in der Lohnquote, die den Anteil der L&ouml;hne am Volkseinkommen misst. Seit 1991 ist sie netto, nach Abzug von Steuern und Abgaben, von 48&nbsp;% auf gut 39&nbsp;% gesunken. Im gleichen Zeitraum ist die Netto-Gewinnquote von knapp 30&nbsp;% auf 34&nbsp;% gestiegen, wie Sch&auml;fer ermittelt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vdi-nachrichten.com\/vdi-nachrichten\/aktuelle_ausgabe\/akt_ausg_detail.asp?cat=1&amp;id=51466&amp;source=rubrik\">VDI Nachrichten<\/a><\/li><li><a name=\"h06\"><\/a><strong>DGB: Arbeit &ndash; sicher und fair!<\/strong><br>\nDer Deutsche Gewerkschaftsbund ruft unter dem Motto &bdquo;Arbeit &ndash; sicher und fair&ldquo; zur Teilnahme an den bundesweiten gewerkschaftlichen Aktionen in den Betrieben und Verwaltungen am 24. Februar 2011 auf.<br>\nIn dem Aufruf erneuert der DGB seine Kritik, dass die wirtschaftliche Erholung kaum sichere Arbeitspl&auml;tze schafft und stattdessen Leiharbeit, befristete Besch&auml;ftigung und unsichere Arbeit zunehmen.<br>\nDazu erkl&auml;rt Michael Sommer, DGB-Vorsitzender, am Dienstag in Berlin<br>\n&bdquo;Fast eine Million Menschen sind inzwischen in der Leiharbeit besch&auml;ftigt. Ohne Eingreifen des Gesetzgebers wird die Leiharbeit ab dem 1. Mai 2011 noch st&auml;rker zu Lohndumping missbraucht, denn sie ist dann ohne Einschr&auml;nkungen m&ouml;glich. Wir wollen f&uuml;r alle Menschen Gute Arbeit &ndash; sicher und fair!<br>\nDie Gewerkschaften erwarten von der schwarz-gelben Bundesregierung, dass sie endlich im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer handelt.<br>\nWir fordern:\n<ul>\n<li>Gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit in der Leiharbeit ab dem ersten Tag der Besch&auml;ftigung <\/li>\n<li>Einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro, auf jeden Fall den Mindestlohn in der Leiharbeit nach Entsendegesetz <\/li>\n<li>Ein Verbot zum Einsatz von Leiharbeitnehmern in Betrieben, die bestreikt werden <\/li>\n<li>Kein Dauereinsatz von Leiharbeitnehmern in Betrieben und Verwaltungen <\/li>\n<li>Mehr Mitbestimmungsrechte der Personal- und Betriebsr&auml;te beim Einsatz von Leiharbeit <\/li>\n<li>Schluss mit der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverh&auml;ltnissen <\/li>\n<li>Wirksame Bek&auml;mpfung der &ldquo;Scheinselbstst&auml;ndigkeit.&ldquo;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++f63af6ce-2890-11e0-614d-00188b4dc422\">DGB<\/a>\n<\/p><\/li><li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Frank Bsirske: Lokale Demokratie, B&uuml;rgergesellschaft und Gewerkschaften<\/strong><br>\nDie Erosion der kommunalen Finanzen hat sich in den letzten 10 Jahren versch&auml;rft. Durch die Steuerreformen von Rot- Gr&uuml;n- Schwarz und vor allem Gelb wurden den kommunalen Haushalten seit 1998 rund 30. Mrd. Euro entzogen. Zudem verloren auch die L&auml;nder, von deren Zuweisungen zu Zusch&uuml;ssen die Kommunen&nbsp; in erheblichem Ma&szlig;e abh&auml;ngig sind, Milliarden &ndash; allein durch den Verzicht auf die Verm&ouml;genssteuer, die Erbschaftssteuerreform und die Senkung der Unternehmenssteuern (&hellip;)<br>\nMit der Abschaffung der Gewerbesteuer soll nun endg&uuml;ltig der letzten sicheren Einnahmebasis der Kommunen der Garaus gemacht werden. &Uuml;ber 34 Mrd. Euro betrug diese Steuer im Jahr 2008 und auch wenn im Krisenjahr 2009 diese Steuer rund 10 Mrd. weniger einbrachte, so erholt sie sich schnell und wird auch in Zukunft die ertr&auml;gliche Einnahmequelle bleiben. Die Abschaffung der Gewerbesteuer w&auml;re eine gigantische Steuersenkung f&uuml;r die Unternehmen.<br>\nDie Gewerbesteuer und der bisherige Anteil der Kommunen an der Einkommensteuer sollen durch einen eigenen kommunalen Hebesatz auf die Einkommens- und die K&ouml;rperschaftssteuer ersetzt werden. Der St&auml;dtetag rechnet damit, dass damit auf der einen Seite im Jahre 2011 rund 28 Mrd. Gewerbesteuereinnahmen sowie 22 Mrd. aus dem kommunalen &nbsp;Anteil der Einkommensteuer weggefallen w&auml;ren und nur 34 Mrd. Euro durch den kommunalen Hebesatz auf die Einkommens- und auf die K&ouml;rperschaftssteuer eingenommen worden w&auml;ren. Bliebe ein Saldo von 16 Mrd. Euro, den die Kommunen nicht verkraften k&ouml;nnten&hellip;<br>\nAls Teil der Kampagne &bdquo;Gerecht geht anders&ldquo; hat ver.di ihre Rolle als Interessensvertretung der in den Kommunen bzw. der kommunalen Wirtschaft Besch&auml;ftigten erweitert um den Anspruch, Interessen aller Einwohner an einer guten und auch bezahlbaren Daseinsvorsorge und Daseinsf&uuml;rsorge zu vertreten und damit die lokale Demokratie zu st&auml;rken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/07-2011\/++co++f85cea0a-2a2c-11e0-4c43-001ec9b03e44\">DGB Gegenblende<\/a><\/li><li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Skandinavische Arbeits- und Sozialpolitik<\/strong><br>\nSehr oft wird in Diskussionen &uuml;ber den vorsorgenden Sozialstaat in Deutschland auf die vorbildlichen skandinavischen Sozialstaaten verwiesen. In diesem Beitrag wird systematisch aufgezeigt, wie im Norden vorsorgende Sozialpolitik umgesetzt wird.<br>\nDie nordischen Sozialstaaten bieten umfassenden Schutz gegen soziale Risikolagen und investieren aktiv in lebenslanges Lernen. Die Integration in den Arbeitsmarkt m&ouml;glichst aller Menschen zu humanen Bedingungen ist ein Aspekt vorsorgender Sozialstaatlichkeit, ein anderer die umfassend organisierten und qualitativ hochwertigen Dienstleistungen des Sozialstaates.<br>\nDie vorsorgende Sozialpolitik des Nordens ruht auf besonderen Institutionen und Traditionen. Sie ist in ein steuer- und fiskalpolitisches Regime eingebettet, in dem weitreichende Umverteilungen mit Prinzipen solider &ouml;ffentlicher Haushaltsf&uuml;hrung kombiniert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/07786.pdf%20\">Friedrich-Ebert-Stiftung Internationale Politikanalyse [PDF &ndash; 853KB]<\/a><\/li><li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ein-Euro-Jobs werden gek&uuml;rzt<\/strong><br>\nDen f&uuml;nf Stuttgarter Sozialunternehmen und dem Jobcenter steht ein schwieriges Jahr bevor. Zwar hat der Gemeinderat entschieden, das Jobcenter k&uuml;nftig alleine, ohne die Arbeitsagentur zu f&uuml;hren. Nur: bis die Stadt den Zuschlag erh&auml;lt und 2012 starten kann, hat die Arbeitsagentur im Jobcenter das Sagen. Und es zeigt sich: die Bundesagentur will bis dahin die Hilfen f&uuml;r Langzeitarbeitslose in der Landeshauptstadt neu ordnen, die bisherige Kooperation von Stadt und Sozialunternehmen ist dem Bund ein Dorn im Auge.<br>\nIn diesem Jahr stehen zwei gravierende Ver&auml;nderungen an: Das hiesige Jobcenter hat &ndash; wie andere auch &ndash; deutlich weniger Geld f&uuml;r Eingliederungsprojekte zur Verf&uuml;gung, 25,3 statt 32,2 Millionen Euro. Das wirkt sich besonders auf die zum allergr&ouml;&szlig;ten Teil bei den Sozialunternehmen angesiedelten Ein-Euro-Jobs aus, die um ein Drittel gek&uuml;rzt werden. Und von Mai an gilt ein neues Zulassungsverfahren f&uuml;r Arbeitshilfeprojekte, die Sozialunternehmen m&uuml;ssen diese nun neu beantragen, die bisherigen Leistungsvereinbarungen wurden gek&uuml;ndigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/2781805_0_2147_-hartz-iv-ein-euro-jobs-werden-gekuerzt.html\">Stuttgarter Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man kann und man muss die Ein-Euro-Jobs grunds&auml;tzlich als arbeitsmarktpolitisches Instrument in Frage stellen und es ist zu kritisieren, dass sich solche viele sog. Sozialunternehmen mit bis zu 500 Euro monatlich ein <a href=\"?p=240\">Gesch&auml;ft machen<\/a>. Dennoch ist es schlimm, dass mit solchen Sparma&szlig;nahmen wieder einmal bei den Langzeitarbeitslosen gespart wird und zwar ohne eine Alternative f&uuml;r Eingliederungsma&szlig;nahmen anzubieten. <\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bemerkungen zur gegenw&auml;rtigen &ouml;konomischen und politischen Lage auf dem Treffen der B&uuml;ndnisplattform 10-Euro-Mindestlohn\/500-Euro-Eckregelsatz<\/strong><br>\n2010 stieg das BIP um 3,6 %, dem h&ouml;chsten Wert seit der Wiedervereinigung. Br&uuml;derle redet von einem &bdquo;Aufschwung wie im Bilderbuch&ldquo;. Das Bilderbuch dieses sogenannten Marktradikalen kennt anscheindend nur einen restlos mit Staatsschulden finanzierten Ausweg aus einer Krise. Mehr dazu weiter unten. Die B&ouml;rsenzeitung erkl&auml;rt, damit habe &bdquo;sich Deutschland 2010 aus der tiefsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg herauskatapultiert&ldquo; (13.01.2011). Tats&auml;chlich ist jedoch nicht einmal der Einbruch des BIP von 4,7% im Jahr 2009 aufgeholt. Die Krise w&auml;re erst<br>\ndann &uuml;berwunden, wenn der Einbruch aufgeholt, wenn also der Vorkrisenstand erreicht w&auml;re.<br>\n2008 erreichte die Industrieproduktion mit 115,0 den H&ouml;hepunkt des letzten Konjunkturzyklus, das Jahr 2005 als 100 gesetzt. In den ersten 11 Monaten des Jahres 2010 (die Zahlen von Dezember liegen noch nicht vor) stand die Industrieproduktion auf 104,7. Sie lag damit zwar um 11,4 % &uuml;ber dem Vorjahreszeitraum 2009 (94,1), aber um 9,1% unter dem Wert der ersten elf<br>\nMonate des Jahres 2008. (Monatsberichte Bundesbank) Von einem Aufschwung kann erst dann die Rede sein, wenn die Industrieproduktion die Folgen der Vernichtung der &Uuml;berproduktion<br>\n&uuml;berwunden hat, wenn sie also den Stand vor Beginn der Krise &uuml;berstiegen hat. Den Tiefpunkt einer Krise &uuml;berwunden zu haben, ist noch kein Aufschwung, sondern nur eine Belebung auf dem Boden der Krise, Die Belebung wird sich voraussichtlich noch eine Zeit lang fortsetzen. Sie kann in einen Aufschwung &uuml;bergehen. Die Krise ist zur Zeit jedenfalls keineswegs vorbei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/klartext-info.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/buendnis31januar_29012011_rainer_statement.pdf\">klartext-info [PDF &ndash; 107 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auch wenn man die eine oder andere Schlussfolgerung nicht teilt, der Beitrag bietet viele Fakten, die in der Aufschwungeuphorie untergehen.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bis zur echten Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ist es noch ein weiter Weg<\/strong><br>\nSachverst&auml;ndigenkommission &uuml;bergibt Gutachten zum Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung an das Bundesministerium f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen und Jugend.<br>\n&bdquo;Gleichstellung muss Ziel und Bestandteil moderner Innovationspolitik sein, denn sie bedeutet nicht nur Kosten, sondern birgt auch erhebliches wirtschaftliches Potenzial. Die Nutzung aller Talente und die Erwerbst&auml;tigkeit von Frauen macht unsere Gesellschaft leistungsf&auml;higer und stabilisiert so das Sozial- und Steuersystem. Politik und Wirtschaft m&uuml;ssen die Rahmenbedingungen daf&uuml;r setzen, dass Frauen und M&auml;nner ihre Potenziale gem&auml;&szlig; ihrer unterschiedlichen Pr&auml;ferenzen und M&ouml;glichkeiten in einzelnen Lebensphasen auf dem Arbeitsmarkt einbringen k&ouml;nnen.&ldquo;<br>\nDie Kommission fordert unter anderem, Minijobs abzuschaffen, die Situation von privat pflegenden Frauen und M&auml;nnern zu verbessern und eine Geschlechterquote f&uuml;r Aufsichtsr&auml;te einzuf&uuml;hren.<br>\nDas Gutachten macht deutlich, welche Risiken durch Fehlanreize im Berufsleben insbesondere f&uuml;r Frauen bestehen. So f&uuml;hrt die Subventionierung geringf&uuml;giger, nicht sozialversicherungspflichtiger Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse f&uuml;r verheiratete Frauen im Falle einer Scheidung nicht selten zu eklatanten M&auml;ngeln bei den sp&auml;teren beruflichen Entwicklungsm&ouml;glichkeiten und in der sozialen Sicherung im Alter.<br>\n&bdquo;Die gegenw&auml;rtige Minijobstrategie muss aus Perspektive der Geschlechtergleichstellung als desastr&ouml;s bezeichnet werden&ldquo;, so Prof. Dr. Ute Klammer.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news406196\">idw<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.fraunhofer.de\/Images\/Summary_Sachverstaendigengutachten_1._Gleichstellungsbericht_Bundesregierung_tcm7-78852.pdf\">Kurzfassung des Gutachtens [PDF &ndash; 660 KB]<\/a><\/li><li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Besch&auml;ftigtendatenschutz<\/strong><br>\nDie &hellip; Datenskandalf&auml;lle w&auml;ren durch die Neuregelungen im RegE, Rechtstreue der Handelnden vorausgesetzt, nur partiell verhindert worden:\n<ul>\n<li>Zur reinen Pr&auml;vention sind zwar verdeckte Datenscreenings nur noch anonymisiert und pseudonymisiert m&ouml;glich. Die Daten k&ouml;nnen aber im Verdachtsfall vom Arbeitgeber entschl&uuml;sselt werden. Der Bahn-Fall w&auml;re also zul&auml;ssig gewesen, wenn die Rasterfahndung im Betrieb zun&auml;chst anonymisiert durchgef&uuml;hrt worden w&auml;re. <\/li>\n<li>Die F&uuml;hrung geheimer Krankenakten ist schon nach gegenw&auml;rtiger Rechtslage unzul&auml;ssig (Lidl-Fall).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber selbst wenn alle Skandalf&auml;lle mit dem Entwurf entsch&auml;rft werden k&ouml;nnten, bliebe er ein verfehlter Versuch, &bdquo;Arbeitnehmer umfassend zu sch&uuml;tzen&ldquo;, auch wenn der Entwurf den Anspruch erhebt, nicht nur diese wenigen, wenn auch spektakul&auml;ren, konkreten F&auml;lle einer L&ouml;sung zuzuf&uuml;hren, sondern den Besch&auml;ftigtendatenschutz insgesamt zu regeln. Das gelingt nicht Insgesamt m&uuml;ssen Regelungen zum Besch&auml;ftigtendatenschutz erkennen lassen, dass das verfassungsm&auml;&szlig;ig gew&auml;hrleistete Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Besch&auml;ftigten der Leitgedanke der Gesetzgebung ist. Berechtigte Informationsinteressen des Arbeitgebers m&uuml;ssen daneben an klare, abgrenzbare und vorhersehbare Kriterien gebunden werden. Die pauschale Rechtfertigung von Informationsanspr&uuml;chen mit dem undefinierten und daher nahezu beliebig ausdehnbaren Begriff der compliance verst&ouml;&szlig;t gegen Art. 2 I 1 GG.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.hugo-sinzheimer-institut.de\/fileadmin\/user_data_hsi\/Dokumente\/Gutachten_Arbeitnehmerdatenschutz_HSI.pdf\">Gutachten zum Regierungsentwurf zur Regelung des Besch&auml;ftigtendatenschutzes von Marita K&ouml;rner [PDF &ndash; 71.9 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/diskussion\/grundrechte\/komm\/beschdatgesetz.html\">Zur Diskussion um den Besch&auml;ftigtendatenschutz in Labournet<\/a><\/p><\/li><li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung<\/strong><br>\n<em>&ldquo;Nur eine 100 % erneuerbare Stromversorgung ist wirklich nachhaltig&ldquo;<\/em>, sagte Prof. Dr. Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverst&auml;ndigenrates f&uuml;r Umweltfragen (SRU), anl&auml;sslich der &Uuml;bergabe des Sondergutachtens an Bundesumweltminister R&ouml;ttgen. <em>&bdquo;Diese ist langfristig realistisch und bezahlbar, wenn die Bundesregierung heute verl&auml;ssliche Anreize f&uuml;r den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, der notwendigen Speicher und der Netze setzt.&ldquo;<\/em><br>\nBereits im Mai 2010 hat der SRU auf der Basis von Szenarien unterschiedliche M&ouml;glichkeiten einer vollst&auml;ndig erneuerbaren Stromversorgung aufgezeigt. Der &Uuml;bergang dorthin ist ohne eine Laufzeitverl&auml;ngerung f&uuml;r Atomkraftwerke oder neue Kohlekraftwerke m&ouml;glich. Das Sondergutachten macht nun Vorschl&auml;ge zur Weiterentwicklung der politischen, &ouml;konomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news406071\">idw<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.umweltrat.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/02_Sondergutachten\/2011_Sondergutachten_100Prozent_Erneuerbare_KurzfassungEntscheid.pdf?__blob=publicationFile%20\">Kurfassung des Sondergutachtens des Sachverst&auml;ndigenrats f&uuml;r Umweltfragen<\/a><\/li><li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ethikrat legt Stellungnahme zur Bewertung von Nutzen und Kosten im Gesundheitswesen vor<\/strong><br>\nDer Ethikrat h&auml;lt es f&uuml;r dringend erforderlich, Priorisierung, Rationalisierung und Rationierung im Gesundheitswesen offen zu thematisieren. Jede Form einer &bdquo;verdeckten Rationierung&ldquo; medizinischer Leistungen ist abzulehnen. Notwendige Rationierungsentscheidungen d&uuml;rfen nicht an den einzelnen Arzt oder die einzelne Pflegekraft delegiert werden. Dabei bedeutet das Sicheinlassen auf das Problem der Verteilung knapper Ressourcen im Gesundheitswesen keine Festlegung auf eine &bdquo;&Ouml;konomisierung&ldquo; von Entscheidungen. Eine sachliche Debatte erfordert vielmehr die Einbeziehung medizinischer, &ouml;konomischer, ethischer und juristischer Expertise in ein transparentes Verfahren. Letztlich sind Entscheidungen &uuml;ber den Umfang solidarisch finanzierter Leistungen ethische Entscheidungen, die im gesellschaftlichen Diskurs und auf politischem Wege getroffen werden m&uuml;ssen.<br>\nAusgangspunkt jeglicher Entscheidungen sind das Prinzip der Menschenw&uuml;rde und die Grundrechte, die einen durch Rechte gesicherten Zugang jedes B&uuml;rgers zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung erfordern. Diese Rechte d&uuml;rfen nicht hinter etwaige Erw&auml;gungen zur Steigerung des kollektiven Nutzens zur&uuml;ckgestellt werden. Auch darf der errechnete oder vermutete sozio-&ouml;konomische &bdquo;Wert&ldquo; von Individuen oder Gruppen nicht Grundlage von Verteilungsentscheidungen sein.<br>\nDavon ausgehend formuliert der Deutsche Ethikrat 12 Empfehlungen, die von den Entscheidungstr&auml;gern im Gesundheitswesen bei der Gestaltung von gesetzlichen Regelungen beachtet werden sollten, um eine bestm&ouml;gliche und gleichzeitig gerechte Verwendung der Mittel f&uuml;r das Gesundheitswesen zu erreichen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news406416\">idw<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.ethikrat.org\/dateien\/pdf\/stellungnahme-nutzen-und-kosten-im-gesundheitswesen.pdf\">Stellungnahme des Ethikrates [PDF &ndash; 585 KB]<\/a><\/li><li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bundesrechnungshof: Krankenkassen-Fusionen treiben die Kosten<\/strong><br>\nBisher ist die Bundesregierung davon ausgegangen, dass ein Zusammenschluss von Krankenkassen die Kosten senkt. Ein Gutachten des Bundesrechnungshofs spricht jedoch dagegen, wie FOCUS berichtet.<br>\nDer Zusammenschluss von gesetzlichen Krankenkassen bringt meist wirtschaftliche Nachteile. Das berichtet FOCUS unter Berufung auf ein Gutachten des Bundesrechnungshofs (BRH) f&uuml;r Bundesgesundheitsminister Philipp R&ouml;sler (FDP). Die Rechnungspr&uuml;fer ersch&uuml;ttern damit einen Grundsatz aus Zeiten der gro&szlig;en Koalition, wonach 30 bis 50 Kassen in Deutschland v&ouml;llig ausreichen sollten. Eine Fusionswelle folgte. Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen verringerte sich von 1367 im Jahre 1992 auf aktuell 148.<br>\nIn dem Rechnungshofbericht hei&szlig;t es, Fusionen b&auml;nden <em>&bdquo;erhebliche zeitliche und personelle Ressourcen&ldquo;<\/em>, f&uuml;hrten <em>&bdquo;zu keinen deutlichen Synergieeffekten&ldquo;<\/em> und seien<em> &bdquo;mit erheblichen, zum Teil dauerhaften zus&auml;tzlichen Aufwendungen verbunden&ldquo;<\/em>. Dem st&uuml;nden <em>&bdquo;nur geringe Einsparungen gegen&uuml;ber&ldquo;<\/em>.<br>\nDie Pr&uuml;fer analysierten 32 Kassen-Fusionen. H&auml;ufig stiegen dabei den Pr&uuml;fern zufolge die Netto-Verwaltungskosten durch zunehmende Reisekosten der Mitarbeiter, Abfindungen oder erh&ouml;hte Verg&uuml;tungen f&uuml;r Kassenvorst&auml;nde, teure Beraterhonorare sowie durch Fortbildungen. Fusionen seien &bdquo;Kostentreiber&ldquo; und f&uuml;hrten &bdquo;nicht immer zu leistungsf&auml;higeren Einheiten&ldquo;.<br>\n&nbsp;Quelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/versicherungen\/krankenversicherung\/bundesrechnungshof-krankenkassen-fusionen-treiben-die-kosten_aid_595055.html\">Focus Money Online<\/a><\/li><li><a name=\"h16\"><\/a><strong>&raquo;S21&laquo;-Gegner wieder da<\/strong><br>\nMehr als 40000 Gegner des Bahnprojekts &raquo;Stuttgart 21&laquo; z&auml;hlten die Veranstalter der erste Protestdemonstration nach der Winterpause am Samstag in Baden-W&uuml;rttembergs Landeshauptstadt. Neben dem bekannten Schlachtruf &raquo;Oben bleiben!&laquo; der Protestierer gegen den unterirdischen Bahnhof mehrten sich vor allem Warnungen an die Parteien hinsichtlich der anstehenden Landtagswahl Ende M&auml;rz. Mit Spr&uuml;chen wie &raquo;Wahltag ist Zahltag&laquo; drohten die Demonstranten auf Transparenten und Schildern mit der Abwahl der &raquo;S-21-Parteien&laquo;.<br>\nDie Veranstalter vom Aktionsb&uuml;ndnis waren erfreut &uuml;ber die Teilnehmerzahl, die die Polizei wie gewohnt runterrechnete &ndash; auf 13 000. &raquo;Wir sind extrem zufrieden &ndash; bei dieser Affenk&auml;lte. Es geht weiter&laquo;, betonte Organisator Rainer Benz. Nach dem &raquo;Schlichterspruch&laquo; von Heiner Gei&szlig;ler Ende November 2010 war das nicht unbedingt zu erwarten. Der ehemalige CDU-Generalsekret&auml;r, heute ATTAC-Mitglied, hatte vom Bahn-Konzern wenige Korrekturen und einen Stresstest gefordert, dem milliardenschweren Bauprojekt aber insgesamt zugestimmt. Die Widerstandsbewegung sei danach &raquo;frustriert und desillusioniert&laquo; gewesen, sagte etwa Regisseur und &raquo;S21&laquo;-Gegner Klaus Hemmerle am Samstag auf der Kundgebung. Doch der Winter des Missvergn&uuml;gens neige sich dem Ende zu. &raquo;Wir sind immer noch hier, wir sind immer noch laut, und der Bahnhof ist noch lange nicht gebaut&laquo;, rief er unter lautem Beifall (&hellip;)<br>\nNach der Gro&szlig;kundgebung in der Innenstadt machten sich zudem einige Demonstranten mit Plakaten auf den Weg zum Mercedes-Benz-Museum. Dort gastierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Festakt zum Jubil&auml;um &raquo;125 Jahre Automobil&laquo;. Die &raquo;S21&laquo;-Gegner wollten die Gelegenheit nutzen und der Kanzlerin ihren Unmut nahezubringen. Merkel hatte erst am Vormittag bei einem Delegiertentreffen der S&uuml;d-West-CDU in Donaueschingen Stimmung f&uuml;r das milliardenschwere Bahnprojekt gemacht und den Gr&uuml;nen &raquo;Zukunftsverweigerung&laquo; vorgeworfen. &raquo;Wer nichts Neues wagt, der wird nicht gewinnen&laquo;. Die Gr&uuml;nen seien schon immer gegen Innovationen gewesen. &raquo;Wir w&auml;ren nicht zum Videotext gekommen, geschweige denn zum Internet.&laquo; Mit ihrem Widerstand gegen das &raquo;Stuttgart 21&laquo; schadeten die Gr&uuml;nen Baden-W&uuml;rttemberg und ganz Deutschland, so die Kanzlerin.<br>\nDie &raquo;S21&laquo;-Gegner k&uuml;ndigten bis zur Landtagswahl zwei weitere Gro&szlig;demonstrationen f&uuml;r den 19. Februar und 19. M&auml;rz an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/01-31\/059.php\">junge Welt<\/a><\/li><li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wie Gier die Finanzkrise ausl&ouml;ste<\/strong><br>\nEs war eine vermeidbare Katastrophe. Das ergab die offizielle Untersuchung des US-Kongresses. Die Kommission sichtete Millionen von Dokumenten und verh&ouml;rte mehr als 700 Zeugen. Ihr Bericht ist ein Zeugnis des Wahns.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:agenda-wie-gier-die-finanzkrise-ausloeste\/60004079.html\">FTD<\/a><br>\nQuelle 2:  <a href=\"http:\/\/www.fcic.gov\/report\">FCIC<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die NachDenkSeiten haben bereits auf den Kommissionsbericht des US-Kongresses hingewiesen. Obiger Artikel bietet zurzeit die ausf&uuml;hrlichste &Uuml;bersicht, allerdings ist der Titel zu hinterfragen. Die Gier geh&ouml;rt zu den nat&uuml;rlichen Eigenschaften des Menschen, sie ist die Triebfeder des Kapitalismus. Genau davon spricht Adam Smith wenn er meint: <em>&ldquo;Nicht von dem Wohlwollen des Metzgers, Brauers und B&auml;ckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre Menschen- sondern an ihre Eigenliebe, und wir erw&auml;hnen nicht die eigenen Bed&uuml;rfnisse, sondern sprechen von ihrem Vorteil &ldquo;.<\/em> Unterscheiden sollte man von der Habgier, die nicht nur im Christentum als Tods&uuml;nde gilt, sondern auch juristisch als <em>&ldquo;r&uuml;cksichtsloses Streben nach Gewinn um jeden Preis&rdquo;<\/em> von Belang ist. In seiner Strafrechtsrelevanz macht Habgier als Tatbestandsmerkmal T&ouml;tung zu Mord. Gier als triebhafte Eigensucht war allerdings bisher in Regeln und Institutionen eingebunden und konnte sich erst durch eine immer weitergehende Deregulierung speziell der Finanzm&auml;rkte als hemmungslose Habgier entfalten. Davon erz&auml;hlt der Bericht, allerdings d&uuml;rften von ihm kaum politische Impulse ausgehen. Zum einen ist die Finanzmarktreform bereits im Sommer verabschiedet worden, zum anderen wird der Kommissionsbericht nur von den sechs Mitgliedern der Demokratischen Partei getragen. Die vier in dem Gremium vertretenen Republikaner lehnten den Bericht ab, das Dokument sei<em> &ldquo;weit links von etwas, das ich unterschreiben k&ouml;nnte&rdquo;<\/em>, sagte Douglas Holtz-Eakin, ein Republikanisches Mitglied der Kommission. Die republikanische Partei kann aber heute jeden Vorsto&szlig;, den die Regierung auf Basis des Berichts vornehmen wollte, im Repr&auml;sentantenhaus blockieren.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h18\"><\/a><strong>EnBW-Deal: Mappus soll vor dem Landtag gelogen haben<\/strong><br>\nStefan Mappus steht wegen des R&uuml;ckkaufs von EnBW-Anteilen&nbsp;unter Druck: Der baden-w&uuml;rttembergische Ministerpr&auml;sident hat nach SPIEGEL-Informationen vor dem Parlament nicht die Wahrheit &uuml;ber den umstrittenen&nbsp;Deal&nbsp;gesagt. Die Opposition strengte bereits eine Verfassungsklage an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,742399,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li><li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Fritz Stern: Fortschritt hat Nebenwirkungen<\/strong><br>\n<em>&ldquo;Amerika muss sich die Vorbildrolle erst wieder erarbeiten&rdquo;<\/em>: Der Historiker Fritz Stern &uuml;ber Chinas Aufstieg, die Schw&auml;chen der USA und sein Vertrauen in Europa: \n<blockquote><p>&ldquo;In den j&uuml;ngsten Tagen ist die Zustimmung zu Obama nach seiner Rede zu den Sch&uuml;ssen in Tucson freilich erstaunlich gewachsen. Und seine Rede zur Lage der Nation war ungeheuer geschickt und listig. Seine Wahl war ein wichtiger Wendepunkt. Aber auch hier scheue ich das Wort Fortschritt. Die Wahl eines schwarzen Pr&auml;sidenten, dazu eines so sympathischen Menschen, war ein gro&szlig;artiger Moment. Nur wenige haben damals gesehen, dass dies f&uuml;r viele Amerikaner noch immer ein Schlag ins Gesicht war und der Rassismus dadurch anstieg. Da ich aus einer Familie von Medizinern komme: Wir haben Riesenfortschritte in der Behandlung von Kranken dank neuer Medikamente erlebt. Viele haben aber Nebenwirkungen, manchmal sogar gef&auml;hrliche. Fortschritt hat Nebenwirkungen. (&hellip;) Wenn ich nachts Albtr&auml;ume habe, denke ich an die drei&szlig;iger Jahre. Die demokratischen Kr&auml;fte waren damals schwach und das F&uuml;hrungspersonal bedauernswert. Beim Blick auf Silvio Berlusconi, Nicolas Sarkozy, Wladimir Putin denkt man auch nicht gerade an Leistung und Bef&auml;higung. Guido Westerwelle macht es den Deutschen nicht leicht und schw&auml;cht Angela Merkel. Wo sind ihre St&uuml;tzen, im Land und au&szlig;erhalb? Sie war in der vorigen Koalition gl&uuml;cklicher. Ich sehe heute keine hochrangigen K&ouml;pfe wie in der deutschen Nachkriegszeit. Eines ist freilich nicht so schlimm wie in den USA. Hier interessieren sich die Studienabg&auml;nger kaum noch f&uuml;r die &bdquo;Res Publica&ldquo;. Sie wollen in der Finanzwelt reich werden. Im 19. Jahrhundert haben gro&szlig;e Dichter vor der unverantwortlichen Macht des Geldes gewarnt. Alexis de Toqueville hat Amerika 1832 in seinen Briefen von dort mit Sympathie beschrieben, aber schon damals die Gefahr des Materialismus erkannt. Die schlimmsten Bef&uuml;rchtungen von damals sind heute weit &uuml;bertroffen.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/fritz-stern-fortschritt-hat-nebenwirkungen\/v_print,3785334.html?p=\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li><li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Vortragshonorare: Wie viel kostet ein Abgeordneter?<\/strong><br>\nAbgeordnete sind nicht billig. Wieviel genau sie pro Vortrag bei einem Unternehmen, auf einer Messe oder vor Verbandsvertretern erhalten, ist ein gut geh&uuml;tetes Geheimnis. Doch immerhin l&auml;sst sich ein grober Preiskatalog erstellen, wenn man sich die Nebeneink&uuml;nfte aus dem Jahr 2010 genauer anschaut (&hellip;)<br>\nTop-Verdiener sind Politiker aus der allerersten Reihe. Linken-Fraktionschef Gregor Gysi kassierte 2010 f&uuml;r einen Vortrag, den die Redneragentur CSA Celebrity Speakers vermittelte, &ldquo;Stufe 3&Prime;. &ldquo;Stufe 3&Prime; ist die problematischte aller Angaben bei Nebeneink&uuml;nften. Denn durch sie wird verschleiert, ob ein Abgeordneter 10.000 oder 100.000 Euro kassierte. Gesichert ist allein, dass das Honorar &uuml;ber 7.000 Euro lag.<br>\nEinsamer Spitzenreiter bei &ldquo;Stufe 3&Prime;-Vortr&auml;gen ist der fr&uuml;here Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck: Im vergangenen Jahr hielt er insgesamt 26 Reden dieser Kategorie (mehr&hellip;).<br>\nDie genauen Honorare der Top-Redner werden &ouml;ffentlich nicht bekannt. Ein Rednervermittler, dessen Agentur selbst zahlreiche Spitzenpolitiker im Portfolio hat, nannte auf Anfrage zwar eine konkrete Summe, allerdings nur unter der Bedingung von absoluter Diskretion. Zu gro&szlig; ist die Sorge vor negativen Schlagzeilen &uuml;ber das &uuml;ppige Zubrot mancher Politiker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.abgeordnetenwatch.de\/2011\/01\/12\/vortragshonorare-wieviel-kostet-ein-abgeordneter\/\">Abgeordnetenwatch<\/a><\/li><li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Die NATO und Russland &ndash; Durchbruch an Sankt Nimmerlein?<\/strong><br>\nDer NATO-Gipfel in Lissabon vom November vergangenen Jahres hatte eine doppelte Zielstellung: Verabschiedung einer neuen Paktstrategie und Einleitung einer neuen &Auml;ra in den Beziehungen zu Russland. Dabei lag auf der Hand, dass die Aussichten auf eine nachhaltige Verbesserung des Verh&auml;ltnisses zu Russland nicht unwesentlich davon abh&auml;ngen w&uuml;rden, was das Neue Strategische Konzept (NSK) dazu an Substanz zu bieten haben w&uuml;rde.<br>\n Jetzt also der Durchbruch in Lissabon? Der Blick auf die Substanz f&auml;llt, um es vorwegzunehmen, mehr als ern&uuml;chternd aus. Zwar wird im NSK recht apodiktisch die Feststellung getroffen, dass &bdquo;die NATO f&uuml;r Russland keine Bedrohung darstellt&ldquo;. Ob Moskau diese Sicht allerdings teilt, muss sich erst noch zeigen? Auf die Pl&auml;ne der Bush-Administration jedenfalls, Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien zu dislozieren, hatte man noch ziemlich allergisch reagiert. Und erst Anfang 2010 hatte die NATO im Geheimen ihre milit&auml;rischen Eventualfallplanungen zur Verteidigung Polens auf die Baltischen Republiken ausgeweitet, wie Otfried Nassauer, der Leiter des Berliner Informationszentrums f&uuml;r Transatlantische Sicherheit, aus Ver&ouml;ffentlichungen von Wikileaks herausgefiltert hat. Das scheint Moskau zwar bisher gelassener zu nehmen, doch ist das NATO-Verhalten auch in diesem Fall kaum geeignet, Bedrohungsperzeptionen auf der anderen Seite weiter abzubauen.<br>\nFazit: Das Projekt einer europaweiten Raketenabwehr birgt eher das Potenzial in sich, die Gegnerschaft zwischen NATO und Russland neu und nachhaltig zu beleben, als sie endg&uuml;ltig zu &uuml;berwinden. Da k&ouml;nnte durchaus der Geist von Lord Ismay, des ersten NATO-Generalsekrret&auml;rs, Pate gestanden haben, der bereits vor mehr als 60 Jahren eines der Grundziele der NATO auf den Punkt gebracht hatte: &bdquo;to keep &hellip; the Russians out&ldquo;.<br>\nVor diesem Hintergrund ist es um so bedauerlicher, dass die NATO sich einmal mehr als unf&auml;hig oder unwillig erwiesen hat, einen wirklichen strategischen Paradigmenwechsel im Verh&auml;ltnis zu Russland zu vollziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/2011\/01\/die-nato-und-russland-durchbruch-an-sankt-nimmerlein-3256.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a><\/li><li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Fatal Transactions kritisiert europ&auml;ische Strategie zur Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen<\/strong><br>\nHeute plante die Europ&auml;ische Kommission eine Mitteilung &bdquo;Rohstoffinitiative&ndash; Strategie in die Praxis umsetzen&ldquo; zu ver&ouml;ffentlichen, die Herausforderungen des zuk&uuml;nftigen Zugangs zu Mineralien und Rohstoffen f&uuml;r die europ&auml;ische Industrie behandeln sollte. Die Ver&ouml;ffentlichung des Papiers ist wegen Unstimmigkeiten zwischen EU-Mitgliedsl&auml;ndern &uuml;berraschend verschoben worden. Die internationale Kampagne Fatal Transactions appelliert an die EU-Kommission eine Strategie zu entwickeln, die nicht zu Lasten der sozio&ouml;konomischen Entwicklung der Rohstoff exportierenden Staaten in Afrika geht.<br>\nAfrika ist reich an nat&uuml;rlichen Ressourcen; die Vorkommen von Bodensch&auml;tzen sind schier unermesslich. Dennoch bef&uuml;rchtet Fatal Transactions, dass die erste S&auml;ule der Rohstoffinitiative die F&auml;higkeit Afrikas, seinen nat&uuml;rlichen Reichtum als Motor f&uuml;r Wachstum und Entwicklung zu nutzen, einschr&auml;nkt. Die Strategie zielt darauf ab, alle Exportquoten, die es Afrika erm&ouml;glichten eine heimische Industrie zur Verarbeitung der gef&ouml;rderten Rohstoffe aufzubauen, zu verbieten. Auch setzt sie afrikanische Regierungen unter Druck, ihre Ausfuhrsteuern zu senken, weshalb sie dringend ben&ouml;tigte Milliardenbetr&auml;ge als Erl&ouml;se verlieren w&uuml;rden. Dies w&uuml;rde afrikanische L&auml;nder daran hindern, die von ihnen selbst bestimmten Entwicklungsma&szlig;nahmen durchzuf&uuml;hren. Ein solcher Vorgang w&uuml;rde jedoch den entwicklungspolitischen Zielen der Kommission selbst widersprechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news406265\">idw<\/a><\/li><li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Soziales Banditentum in Afrika: Robin Hood in Afrika<\/strong><br>\nPiraten, Schmuggler, korrupte Magnaten und andere &laquo;soziale Banditen&raquo; tragen in Afrika viel zur regionalen wirtschaftlichen Entwicklung und Unterst&uuml;tzung der Bed&uuml;rftigen bei, w&auml;hrend staatliche Strukturen und Entwicklungsprogramme dabei oft versagen. Drei Beispiele.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2011\/nr04\/international\/20302.html\">WOZ<\/a><\/li><li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Italien &ndash; Der Index der Lega Nord<\/strong><br>\nIn der italienischen Region Venetien sollen B&uuml;cher kritischer Autoren aus Bibliotheken entfernt werden. Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich das Ausland Sorgen macht um die B&uuml;rgerrechte in Italien. Im Hintergrund steht der Fall des Linksterroristen Cesare Battisti. Der wurde 1991 in Abwesenheit des vierfachen Mordes &ndash; die Morde soll er im Auftrag der Terrorgruppe PAC (&ldquo;Bewaffnete Proletarier f&uuml;r den Kommunismus&rdquo;) begangen haben &ndash; f&uuml;r schuldig befunden und endg&uuml;ltig zu mehrfach lebensl&auml;nglichen Haftstrafen verurteilt. Er wurde dann im Jahr 2004 festgenommen und nach Italien ausgeliefert, konnte aber fliehen und sich nach Brasilien absetzen. Als eine seiner letzten Amtshandlungen lehnte vor ein paar Wochen Pr&auml;sident Luiz In&agrave;cio Lula in letzter Instanz die Auslieferung des heute 56-j&auml;hrigen Battisti ab, was in Teilen der italienischen &Ouml;ffentlichkeit Emp&ouml;rung ausl&ouml;ste.<br>\nItalienische und franz&ouml;sische Intellektuelle wie Daniel Pennac, Giorgio Agamben, Tiziano Scarpa oder das Schriftsteller-Kollektiv Wu Ming hatten bereits im Jahr 2004 einen Aufruf ver&ouml;ffentlicht, in dem sie sich gegen die Auslieferung Battistis von Frankreich nach Italien aussprachen, zumal er nur aufgrund von Aussagen reuiger Ex-Terroristen und Mitarbeiter der Justizbeh&ouml;rden verurteilt worden sei. Zugleich und vor allem forderten sie eine &ouml;ffentliche Auseinandersetzung &uuml;ber die Zeit des linken wie rechten Terrors in Italien.<br>\nIn der vergangenen Woche nun k&uuml;ndigte der Kulturassessor des rechtsregierten Landkreises Venedig an, dass B&uuml;cher der Unterzeichner des Aufrufs von 2004 aus den &ouml;ffentlichen Bibliotheken entfernt werden sollten. Zugleich erhob sich Protest von Schriftstellern wie Andrea Camilleri, Carlo Lucarelli oder Michaela Murgia, die zwar nicht mit Battisti sympathisieren wollten, aber das &ldquo;kulturell fehlgeleitete Klima&rdquo; anklagten, in dem solche Vorschl&auml;ge &uuml;berhaupt wachsen konnten. Vorgestern nun griff die f&uuml;r das Kulturressort verantwortliche Politikerin der ebenfalls rechtsregierten Regionalregierung Venetiens in die Debatte ein, und verlangte in einem Brief an alle Schuldirektoren der Region, B&uuml;cher der Autoren des Aufrufs von 2004 aus den Schulbibliotheken zu entfernen &ndash; und die B&uuml;cher der Autoren des Protests dieser Tage gleich dazu. Bereits in den Vorwochen hatten einige von der Lega regierten St&auml;dte im Veneto B&uuml;cher etwa von Roberto Saviano auf den Index gesetzt, weil Saviano w&auml;hrend einer Sendung des &ouml;ffentlichen Fernsehens Verwicklungen auch von Vertretern der Lega Nord in Mafiagesch&auml;fte denunziert hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/italien-der-index-der-lega-nord-1.1049249\">SZ<\/a><\/li><li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Stellungnahme der TU Berlin zu den &Auml;u&szlig;erungen von Dr. Thilo Sarrazin<\/strong><br>\nIn einer gro&szlig;en Boulevardzeitung wird Herr Sarrazin unter anderem mit folgenden Aussagen zitiert: &bdquo;Diese Linksfaschisten verhindern die freie Meinungs&auml;u&szlig;erung an einer deutschen Universit&auml;t.&ldquo; und &bdquo;Es ist auch eine Analogie zum Auftreten von Studenten in SA-Uniform, die Anfang der 30er-Jahre vor der Machtergreifung der Nazis Andersdenkende niederbr&uuml;llten.&ldquo;<br>\n&bdquo;&Uuml;ber diese Zitate von Herrn Sarrazin sind wir ersch&uuml;ttert. Derartige politische Einordnungen k&ouml;nnen wir nicht stehen lassen und verwahren uns entschieden dagegen. Wir fordern Herrn Sarrazin auf, solche Vergleiche zu unterlassen&ldquo;, so TU-Pr&auml;sident Prof. Dr.-Ing. J&ouml;rg Steinbach.<br>\nZum Hintergrund: Ein Wissenschaftler der TU Berlin hatte Ende vergangener Woche den Gastvortrag von Herrn Sarrazin in einem Seminar der Fakult&auml;t VII Wirtschaft und Management abgesagt, da eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Durchf&uuml;hrung nicht absehbar war. &bdquo;Als Universit&auml;tsleitung stehen wir zu der Entscheidung der Fakult&auml;t und sprechen uns mit allen Mitteln gegen die politische Diffamierungen unserer Universit&auml;t und unserer Studierenden durch Herrn Sarrazin aus&ldquo;, so TU-Pr&auml;sident Prof. Dr.-Ing. J&ouml;rg Steinbach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news405821\">idw<\/a><\/li><li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Baf&ouml;g-R&uuml;ckzahlung wird teurer<\/strong><br>\nBei der R&uuml;ckzahlung von Baf&ouml;g spielen die Leistungen der Studenten in Zukunft keine Rolle mehr. Das best&auml;tigte das Bundesbildungsministerium in einem Schreiben an den SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann, so der Berliner &bdquo;Tagesspiegel&rdquo;. Wer nach dem 31. Dezember 2012 sein Studium erfolgreich beendet, bekommt demnach keinen Nachlass mehr f&uuml;r gute Leistungen und einen vorzeitigen Abschluss. Diese Neuregelung ist im Paragraf 18 des im Oktober ge&auml;nderten Baf&ouml;g-Gesetzes enthalten, blieb aber bislang von der &Ouml;ffentlichkeit unbemerkt. Bisher erhalten die 30 Prozent Besten eines Abschlussjahrgangs einen Nachlass von bis zu 25 Prozent auf ihre R&uuml;ckzahlungen. Wer seine Ausbildung vier Monate vor Ende der F&ouml;rderungsh&ouml;chstdauer beendet, erh&auml;lt bislang einen Nachlass von 2650 Euro. Betroffen seien davon mehr als 12 000 Absolventen pro Jahr. Damit nehme Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) &bdquo;mehr Studierenden Leistungsanreize, als sie mit dem gro&szlig; angek&uuml;ndigten &lsquo;Deutschlandstipendium&rsquo; geben m&ouml;chte&rdquo;, kritisierte Hagemann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/news\/telegramm\/news-ticker,rendertext=15755818.html\">Bild.de<\/a><\/li><li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Interessante Dokumente zu Hochschule und Gesellschaft<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/110131_Hochschule_und_Gesellschaft.pdf\">Hochschule und Gesellschaft [PDF &ndash; &#65279;&#65279;&#65279;352 KB]<\/a><\/li><li><a name=\"h28\"><\/a><strong>Chinesische Sch&uuml;ler: Auswendiglernen sehr gut, Phantasie ungen&uuml;gend<\/strong><br>\nIn einer Studie in 21 L&auml;ndern, die im November in China f&uuml;r Aufsehen sorgte, waren chinesische Sch&uuml;ler mit ihrer Phantasie das Schlusslicht. In Kreativit&auml;t kamen sie nur auf den f&uuml;nftletzten Platz. &ldquo;Die Ergebnisse sind schockierend&rdquo;, mahnte die &ldquo;China Daily&rdquo; zum Umdenken. Die Kinder h&auml;tten kaum die Chance, ihre Vorstellungskraft zu nutzen.<br>\n&ldquo;Direkt vom ersten Schultag an werden sie in eine Kultur von Pr&uuml;fungen und noch mal Pr&uuml;fungen gedr&auml;ngt.&rdquo; Um zu bestehen, m&uuml;ssten sie nur Standard-Antworten auswendig lernen. &ldquo;Lehrer trauen sich nicht, die Sch&uuml;ler zu ermutigen, mit ihren Gedanken aus dem Rahmen zu fallen&rdquo;, bem&auml;ngelte das Blatt. &ldquo;Lehrer m&ouml;gen keine Sch&uuml;ler, die sie in Frage stellen, und ersticken die Neugier der jungen Geister.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/wissen\/0,1518,734775,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li><li><a name=\"h29\"><\/a><strong>Rezension: Joseph Vogl &bdquo;Gespenst des Kapitals&ldquo;<\/strong><br>\nAus dem &Uuml;berraschungsraum: Joseph Vogls gro&szlig;artiger Essay &uuml;ber das &bdquo;Gespenst des Kapitals&ldquo;.<br>\nJoseph Vogls Essay &bdquo;Das Gespenst des Kapitals&ldquo; unternimmt nichts Geringeres, als diesen Glauben an die Alternativlosigkeit kapitalistischen Wirtschaftens eingehender zu untersuchen und, so viel vorweg, nachhaltig zu ersch&uuml;ttern. Dabei hat sich der Berliner Literaturwissenschaftler vor allem &ouml;konomische Texte vorgenommen, die er nun mit seinen, eben literatur- und kulturwissenschaftlichen Mitteln interpretiert. Das hat vor allem den Reiz, den bei &Ouml;konomen durchaus verbreiteten Kurzschluss zu vermeiden, eine nach Ma&szlig;gabe &ouml;konomischer Theorien modellierte Wirklichkeit mit einer weiteren Theorie zu beschrieben, die sich auch nur wieder einem &ouml;konomischen Modell verdankt (&hellip;)<br>\n&Ouml;konomie war einst eine stolze und gro&szlig;e Wissenschaft. Von Adam Smith &uuml;ber Karl Marx bis zu John Maynard Keynes wurde hier das gesellschaftliche Ganze bedacht. Heute treten &Ouml;konomen als Verk&uuml;nder schlechter Nachrichtern auf: G&uuml;rtel enger schnallen, weniger Netto vom Brutto, h&ouml;here Abgaben&hellip; Und der wirtschaftsliberalen FDP ist es tats&auml;chlich gelungen, die &Ouml;konomie auf ein einziges, systematisch nicht einmal zentrales Thema herunterzukochen: Steuererleichterungen. Ein zweifelhaftes Verdienst, denn wer heute von Wirtschaft spricht, meint eigentlich nur noch: Geiz ist geil. Das darf das letzte Wort nicht sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/krise\/nicht-gott--sondern-chaos\/-\/1471908\/7133688\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br \/> Heute unter anderem zu folgenden Themen: Davos; der Schildb&uuml;rgerstreich mit dem &bdquo;Bildungspaket&ldquo;; &Auml;gypten: Doppelmoral der Europ&auml;er; kr&auml;ftige Lohnerh&ouml;hungen notwendig; es gibt kein Besch&auml;ftigungswunder; Arbeit &ndash; sicher und fair!; lokale Demokratie, B&uuml;rgergesellschaft und Gewerkschaften; skandinavische Arbeits- und Sozialpolitik;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8158\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-8158","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8158","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8158"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8158\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8164,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8158\/revisions\/8164"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8158"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8158"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8158"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}