{"id":81609,"date":"2022-03-07T09:10:08","date_gmt":"2022-03-07T08:10:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81609"},"modified":"2026-01-27T11:41:00","modified_gmt":"2026-01-27T10:41:00","slug":"freiheit-ist-keine-zugabe-oder-kirsche-auf-dem-kuchen-sondern-ein-prinzip-dass-prinzipiell-immer-gelten-muss-ganz-egal-wie-gross-die-gefahr-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81609","title":{"rendered":"\u201eFreiheit ist keine Zugabe oder Kirsche auf dem Kuchen, sondern ein Prinzip, dass prinzipiell immer gelten muss, ganz egal wie gro\u00df die Gefahr ist\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Schon vor Corona gab es Tendenzen &bdquo;in den westlichen Demokratien, das Verh&auml;ltnis von Freiheit zugunsten von Sicherheit zu verschieben.&ldquo; Das sagt <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong> im Interview mit den NachDenkSeiten. Die Politikwissenschaftlerin hat gerade ein Essay unter dem Titel <em><a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/wer-schweigt-stimmt-zu.html\">&bdquo;Wer schweigt, stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit. Und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen&ldquo;<\/a><\/em> ver&ouml;ffentlicht. Darin warnt sie vor den Gefahren einer &bdquo;autorit&auml;ren Schlie&szlig;ung&ldquo; unseres demokratischen Systems und der Gesellschaft. In dem Essay, das als lauter Warnruf verstanden werden kann, spannt Gu&eacute;rot einen weiten Rahmen: Freiheit, Macht, Herrschaft, Demokratie, Journalismus sind einige der Themen, die die Autorin schonungslos beleuchtet. Gu&eacute;rot warnt vor der pauschalen Ausgrenzung von Stimmen, die eine vom &bdquo;Mainstream&ldquo; abweichende Sicht vertreten. Kritik, das sagt Gu&eacute;rot in dem zweiteiligen Interview, ist die &bdquo;Lebensader der Demokratie&ldquo;. Ein System, das Kritik nicht mehr zulasse, werde &bdquo;totalit&auml;r&ldquo;. Ein Interview, unter anderem, &uuml;ber die Erosion der Demokratie, die &bdquo;Krise der Repr&auml;sentation&ldquo; und den m&ouml;glichen &bdquo;Push an basisdemokratischen Elementen.&ldquo; Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2488\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-81609-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220307-Freiheit-ist-keine-Zugabe-oder-Kirsche-auf-dem-Kuchen-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220307-Freiheit-ist-keine-Zugabe-oder-Kirsche-auf-dem-Kuchen-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220307-Freiheit-ist-keine-Zugabe-oder-Kirsche-auf-dem-Kuchen-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220307-Freiheit-ist-keine-Zugabe-oder-Kirsche-auf-dem-Kuchen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=81609-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220307-Freiheit-ist-keine-Zugabe-oder-Kirsche-auf-dem-Kuchen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"20220307-Freiheit-ist-keine-Zugabe-oder-Kirsche-auf-dem-Kuchen-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Frau Gu&eacute;rot, Sie haben ein kleines Essay geschrieben, in dem ziemlich viel drinsteht: Es geht um Macht, Herrschaft, Freiheit, Selbstbestimmung, Demokratie, Medien, Journalismus&hellip; habe ich etwas vergessen? <\/strong><\/p><p>Vielleicht noch um Propaganda, Verschw&ouml;rungstheorien, Gesellschaftskritik, Transhumanismus und Utopien?<\/p><p><strong>Sie haben Ihr Buch verfasst unter dem Eindruck und den Entwicklungen in der Corona-Krise. Zugleich geht es aber immer wieder um das Grunds&auml;tzliche. Was ist das f&uuml;r eine Zeit, wenn &uuml;ber so viel &bdquo;Grunds&auml;tzliches&ldquo; diskutiert und verhandelt werden muss? <\/strong><\/p><p>Das Grunds&auml;tzliche ist das Verh&auml;ltnis zwischen Freiheit und Sicherheit in unseren westlichen Demokratien, das wir w&auml;hrend der Corona-Krise ziemlich deutlich in Richtung Sicherheit verschoben haben. Ich finde, dieses Verh&auml;ltnis m&uuml;ssen wir als Gesellschaft neu verhandeln. Demokratie ist keine Vollkasko-Versicherung und Freiheit keine Zugabe f&uuml;r B&uuml;rger, die man erst oder nur dann bekommt, wenn alle sicher sind.<\/p><p>Diese grunds&auml;tzliche Freiheit betrifft vor allem die Medienfreiheit, Wahrzeichen einer jeden Demokratie. Hier konnte man w&auml;hrend der Corona-Pandemie den Eindruck gewinnen, dass diese partiell au&szlig;er Kraft gesetzt war: Es durften, vor allem zu Beginn, keine kritischen Fragen gestellt werden, der Raum f&uuml;r legitime Kritik an den Ma&szlig;nahmen ging verloren, andere Stimmen wurden aus dem Diskurs verbannt, ja, geschasst und es wurde <em>eine <\/em>Deutungshoheit des pandemischen Geschehens zementiert, in einer Art und Weise, wie ich es in der Bundesrepublik noch nie erlebt habe.<\/p><p><strong>Gestatten Sie mir ein paar Worte zu Ihrer Person f&uuml;r die Leser, die Sie vielleicht nicht kennen. Sie sind bekannt als gl&uuml;hende Europ&auml;erin. Ihr Herz h&auml;ngt sozusagen an Europa, am europ&auml;ischen Einigungsprozess. Sie waren oft &ndash; auch als streitbare &ndash; Vertreterin eines gemeinsamen Europas im Fernsehen, Talkshows wie &bdquo;Maybrit Illner&ldquo;, aber auch im Radio und anderen Medien vertreten.<\/strong><\/p><p>Verzeihen Sie mir, wenn ich das so sage, aber Sie waren sozusagen &bdquo;Mainstream&ldquo;. Oder ordne ich Sie falsch ein? <\/p><p>Also zun&auml;chst: Ich mag den Begriff der &bdquo;gl&uuml;henden Europ&auml;erin&ldquo; eigentlich nicht, obgleich er in der Tat oft mit Blick auf meine Person benutzt wird. Aber ich gl&uuml;he nicht f&uuml;r Europa, und ich m&ouml;chte schon gar nicht an der EU vergl&uuml;hen. Ich w&uuml;nsche mir nur einfach &ndash; wie viele &ndash; ein funktionierendes Europa, weil dieser Kontinent immer wieder einen hohen Preis daf&uuml;r bezahlt, dass er politisch nicht geeint ist.<\/p><p>Dar&uuml;ber forsche, schreibe und spreche ich eigentlich in verschiedenen beruflichen Funktionen und Stationen seit drei&szlig;ig Jahren und versuche dar&uuml;ber nachzudenken, wie man das verbessern k&ouml;nnte.<\/p><p>Und ja, in vielen dieser Positionen war ich absolut &bdquo;Mainstream&ldquo;, wie Sie sagen bzw. wie es heute hei&szlig;t, da ich zum Beispiel in sogenannten Think Tanks gearbeitet habe, wie etwa dem German Marshall Fund (GMF) oder dem European Council on Foreign Relations (ECFR), die politik- bzw. regierungsnah sind und sogenannte <em>&bdquo;Applied Policy<\/em> <em>Studies<\/em>&ldquo; zu Europa, also konkrete Politikempfehlungen machen. Als Direktorin dieser Think Tanks war ich oft zu europ&auml;ischen Themen in Talkshows eingeladen oder auch auf Foren wie etwa der M&uuml;nchener Sicherheitskonferenz und vielen anderen Konferenzformaten, zum Beispiel von Stiftungen, auf denen sich Politiker, Journalisten und Analysten die Klinke in die Hand geben, also diejenigen, die eine sogenannte &bdquo;Diskurskoalition&ldquo; bilden, wie man in den Sozialwissenschaften sagt.<\/p><p><strong>Und dann kam Corona. Viele bekannte Gesichter aus den Medien haben sich hinter die Politik gestellt. Viele prominente Pers&ouml;nlichkeiten, aber auch B&uuml;rger, haben die Politik mitgetragen.<br>\nBei Ihnen war das aber anders. Gab es einen Schl&uuml;sselmoment?<\/strong><\/p><p>Naja, der Schl&uuml;sselmoment, sich aus einer &bdquo;Diskurskoalition&ldquo; herauszubewegen und ihre Argumente oder Meinungen nicht mehr mitzutragen, war eigentlich gar nicht Corona, sondern schon viel fr&uuml;her, n&auml;mlich die Bankenkrise von 2008, die in den Jahren danach dann zur Eurokrise umgedeutet wurde. Das war ein Moment, wo man vom System, in diesem Fall dem europ&auml;ischen Governance System, ganz andere L&ouml;sungen erwartet h&auml;tte und die wurden ja auch alle diskutiert: die Notwendigkeit von Eurobonds zum Beispiel oder einer Finanz-, Haushalts- und politischen Union, wie etwa in dem EU-Ratspapier vom Dezember 2012 zur GMEU (Genuine Economic &amp; Monetary Union) vorgeschlagen. Aber das kam dann alles nicht zustande.<\/p><p><strong>Warum?<\/strong><\/p><p>Weil es politisch nicht gewollt war. F&uuml;r mich war das wie ein Schlag ins Gesicht, mitanzusehen, dass sich auf einmal ganz viele Bekannte und Freunde und Freundinnen in diesem historischen Moment nicht intuitiv auf die Seite weitreichender europ&auml;ischer Reformideen geschlagen haben. Sondern auf einmal gab es eine deutsche Hegemonie in Europa, die im Ausland beklagt, in Deutschland aber gefeiert wurde. Dann gab es &bdquo;Austerit&auml;tspolitik&ldquo;, eine verheizte europ&auml;ische Jugend, PIIGS, also europ&auml;ische &bdquo;Schweine&ldquo; und gute und schlechte Europ&auml;er, &bdquo;flei&szlig;ige&ldquo; Deutsche und &bdquo;faule&ldquo; Griechen.<\/p><p><strong>War das noch &bdquo;Ihr&ldquo; Europa? <\/strong><\/p><p>Nein, war es nicht. Und auf einmal war ich mit der EU entfremdet, und damit mit einem politischen System, an das ich immer geglaubt und f&uuml;r das ich jahrelang gearbeitet hatte.<\/p><p>Damit will ich sagen, dass ich schon vor Corona von einer gewissen Diskurskoalition des sogenannten &bdquo;Mainstreams&ldquo; entfremdet war, als ich Grund zur Annahme hatte bzw. beobachten konnte (oder musste), dass viele, die gestern noch von Europa sprachen, es dann nicht verfolgten oder politische Verve dahinter setzten, als es ernst wurde. Dieser intellektuelle Bruch mit vielen aus meiner beruflichen Community, de facto meinem Bekanntenkreis, war damals eine wichtige und schwierige Erfahrung. Auf einmal stand ich mehr oder weniger allein da. Ich war nicht nur marginalisiert mit meiner Meinung, zum Beispiel meiner Kritik an der deutschen Europapolitik. Sondern ich habe zum ersten Mal die Erfahrung gemacht, dass meine Meinung einfach nicht mehr gew&uuml;nscht war. Und musste dann eben auch erleben, was passiert, wenn eine Meinung nicht mehr gew&uuml;nscht ist: n&auml;mlich faktischer Ausschluss. Man wird einfach nicht mehr eingeladen oder gedruckt.<\/p><p>Als Reaktion darauf habe ich in meinem Buch &bdquo;Warum Europa eine Republik werden muss. Eine politische Utopie&ldquo; ein Europa entworfen, wie es sein m&uuml;sste und wie es funktionieren k&ouml;nnte. Damit wollte ich mich eigentlich von der Diskurskoalition verabschieden. Aber das Buch wurde zum Bestseller. Und wahrscheinlich weil das so war, wurde ich wieder eingeladen. Das war dann auch merkw&uuml;rdig.<\/p><p><strong>Das ist jetzt eine lange Vorgeschichte. <\/strong><\/p><p>Ja, aber sie zeigt auf, dass der Schl&uuml;sselmoment bei Corona nicht der erste war, indem ich erfahren oder erlebt habe, dass man sich intuitiv in einer gedanklichen oder intellektuellen Position wiederfindet, die kontr&auml;r zur Mehrheit steht. Oder, wenn Sie wollen: die kontr&auml;r zum politischen Establishment oder zum &bdquo;Mainstream&ldquo; ist, dessen Teil man kurz zuvor noch war.<\/p><p><strong>Aber bei Corona hatte das eine andere Dimension?<\/strong><\/p><p>Absolut. Es war viel massiver, weil das Thema eben &ndash; im Gegensatz zur Bankenkrise, die ja kaum jemanden interessiert hat &ndash; einfach alles &uuml;berlagert hat. Und weil die &ndash; nennen wir es mal &ndash; &bdquo;mediale Schlie&szlig;ung&ldquo;, also die Gleichf&ouml;rmigkeit der Presse bei Corona noch viel massiver war. Zu Beginn konnte man ja kaum irgendetwas sagen oder kritische Fragen zu den Ma&szlig;nahmen stellen.<\/p><p><strong>Erz&auml;hlen Sie uns bitte: Wie haben Sie dann auf Corona, die Ma&szlig;nahmen usw. geblickt? Was war oder ist Ihre Sorge? <\/strong><\/p><p>Naja, mit Corona war es dann eigentlich &auml;hnlich, also mein Gef&uuml;hl, dass ein System und seine Werte, als es mal ernst wurde, eben nicht verteidigt, sondern au&szlig;er Kraft gesetzt wurden, diesmal Freiheit und Demokratie. So wie man Europa de facto w&auml;hrend der Bankenkrise au&szlig;er Kraft gesetzt hatte &ndash; alle europ&auml;ischen Mechanismen haben damals versagt &ndash; so hat man im M&auml;rz 2020, zu Beginn des ersten Lockdowns, als die Corona-Gefahr ja noch eine sehr abstrakte war und niemand so richtig gewusst hat, was eigentlich los ist, ein politisches System zugedreht wie einen Wasserhahn. Das hat mich gleich zu Beginn sehr irritiert und ich fand es falsch. Von Anfang an habe ich gedacht, wir bek&auml;mpfen oder reagieren auf ein Virus <em>mit<\/em> unserem freiheitlichen, demokratischen System, und nicht <em>ohne<\/em> es.<\/p><p><strong>Wer kritisch auf die &bdquo;Corona-Politik&ldquo; der vergangenen zwei Jahre schaut, landet zwangsl&auml;ufig bei Themen wie Macht, Herrschaft, Freiheit und Medien, oder? <\/strong><\/p><p>Zwangsl&auml;ufig, ja. Eine so &bdquo;herrschende Meinung&ldquo;, einen so zementierten Diskurs wie in der Corona-Politik, in der praktisch alles alternativlos gesetzt wurde, hat es wohl in der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Aus der &ndash; vermeintlichen &ndash; Not heraus wurde Grundfesten der Demokratie ma&szlig;geblich verschoben, das politische Geschehen zu Beginn entparlamentarisiert, die Entscheidungsgewalt ausschlie&szlig;lich auf die Exekutive verlagert, zumal, einen Ministerrat, den es so in der Verfassung eigentlich nicht gibt, und vieles andere mehr. Auf einmal waren wir in den Worten von Bundeskanzler Scholz in einem Zustand ohne &bdquo;rote Linien&ldquo; f&uuml;r die Politik, was ja eigentlich einem Zustand der politischen Willk&uuml;r &ndash; und mithin der absoluten Macht &ndash; gleichkommt. Ich fand das sehr besorgniserregend.<\/p><p>Man muss schon viel Macht oder Herrschaft bzw. Souver&auml;nit&auml;t haben, um das einfach so zu machen bzw. durchzusetzen, also &uuml;ber den Ausnahmezustand im Wortsinn zu entscheiden. Und es konnte nur geschehen, weil niemand widersprochen hat bzw. widersprechen durfte. Alle kritischen Stimmen zum Beispiel aus der Wissenschaft wurden buchst&auml;blich abger&auml;umt und aus dem Diskurs verjagt. Wissenschaftler, die sich der &bdquo;herrschenden Meinung&ldquo; nicht f&uuml;gten, wurden aus politischen Beir&auml;ten, Expertengremien oder der Leopoldina entlassen.<\/p><p><strong>Eine surreale Situation.<\/strong><\/p><p>Es war geradezu abenteuerlich und man konnte sich nur die Augen reiben, dass so etwas in der Bundesrepublik &uuml;berhaupt passieren konnte &ndash; und auch noch widerspruchsfrei ohne gro&szlig;en Protest von Presse oder der Gesellschaft. Was wiederum auch nur gelingen konnte, weil der Protest bzw. die Opposition gegen die Corona-Ma&szlig;nahmen erstickt beziehungsweise stigmatisiert wurde. Sp&auml;testens seit der gro&szlig;en Demonstration im August 2020, an der Zehntausende teilgenommen haben, die aber mit der &bdquo;Erst&uuml;rmung&ldquo; der Treppen des Reichstags durch wenige radikalisierte Personen endete, war Protest gegen die Ma&szlig;nahmen verp&ouml;nt und wurde unisono in die rechte Ecke gestellt. Niemand Vern&uuml;nftiges aber m&ouml;chte mit Reichsb&uuml;rgern etc. in einen Topf geworfen werden. Das &bdquo;Kontaktschuld&ldquo;-Argument wurde so zu einem sehr m&auml;chtigen Argument, um den Protest oder doch zumindest die Unbill der b&uuml;rgerlichen Mitte zu neutralisieren. Besser schweigen, als da dazu gez&auml;hlt zu werden. Darum hei&szlig;t mein Essay ja auch: <em>Wer schweigt, stimmt zu&ldquo;<\/em>.<\/p><p><strong>Wie ist Ihre Betrachtung: Reichen die Probleme, die es im Hinblick auf Demokratie, Freiheitsrechte oder Journalismus gibt, &uuml;ber Corona hinaus? <\/strong><\/p><p>Eher w&uuml;rde ich sagen, dass es schon vor Corona Tendenzen gab, in den westlichen Demokratien das Verh&auml;ltnis von Freiheit zugunsten von Sicherheit zu verschieben. Offenbar ist das Sicherheitsbed&uuml;rfnis in postmodernen Gesellschaften stets gestiegen. Schauen wir zum Beispiel auf die Ma&szlig;nahmen gegen Terrorangriffe, unter denen ganz Europa in den letzten beiden Dekaden gelitten hat. Im Zuge des Schutzes vor Terror wurden Kontroll- und &Uuml;berwachungssysteme ausbaut: ganz London, jede U-Bahn, jeder Zug ist zum Beispiel unter CCTV. Mit jedem neuen Terroranschlag kam eine neue Forderung nach noch mehr Ma&szlig;nahmen, ein bisschen wie bei Corona. Oder es kam &ndash; auch &auml;hnlich Corona &ndash; die Frage nach &bdquo;Schuldigen&ldquo;, wenn etwas passiert ist und dann muss, siehe Breitscheidtplatz, ein &bdquo;Verantwortlicher&ldquo; gefunden und entlassen werden. <\/p><p>Offenbar ist postmodernen Gesellschaften, denen eine Exposition mit Gefahren praktisch abhandengekommen ist, auch das Gef&uuml;hl oder das Verst&auml;ndnis daf&uuml;r abhandengekommen, dass tragische Dinge passieren k&ouml;nnen &ndash; und trotzdem niemand <em>individuell<\/em> daf&uuml;r verantwortlich ist. Auch wenn es bei Unf&auml;llen oder Terrorangriffen z.B. menschliches Versagen gibt, dann ist menschliches Versagen eben keine Schuld. Als es im Winter 2020 in Wien die schrecklichen Terrorattentate gab, flackerte kurzfristig in &Ouml;sterreich eine Diskussion &uuml;ber Vorbeugehaft auf, also dar&uuml;ber, ob man potentiell gef&auml;hrlich aussehende Personen nicht pr&auml;ventiv inhaftieren solle.<\/p><p><strong>Eine gef&auml;hrliche Entwicklung im Hinblick auf das Recht, oder?<\/strong><\/p><p>Entscheidungen dieser Art stehen v&ouml;llig kontr&auml;r zu einer jahrhundertealten Rechtstradition, n&auml;mlich <em>in dubio pro reum<\/em>: Es kann keine Anklage und mithin keine pr&auml;ventive Festnahme geben, wenn nichts geschehen ist. Auch das erinnert ein bisschen an Corona, indem gesunde, aber ungeimpfte Personen de facto grundlos als &bdquo;gef&auml;hrlich&ldquo; (also &bdquo;Gef&auml;hrder&ldquo;) bezeichnet wurden, und zum Beispiel in &Ouml;sterreich im Winter 2021 auch einen &bdquo;gesonderten&ldquo; Lockdown bekamen, de facto auch eine Art Vorbeugehaft.<\/p><p><strong>Und Beispiele dieser Art sind es, die bei Ihnen die &bdquo;Warndetektoren&ldquo; anschlagen lassen?<\/strong><\/p><p>Es ist doch so: Wir scheinen in j&uuml;ngerer Zeit in Gefahrensituationen schnell dabei zu sein, Grundfesten unserer politischen und rechtlichen Ordnung &uuml;ber Bord zu werfen. Demokratie aber ist keine Vollkaskoversicherung und Freiheit ein unver&auml;u&szlig;erliches Prinzip, nicht etwas, das in Tranchen zugeteilt wird wie ein Bausparvertrag.<\/p><p>Ein anderes Beispiel, wenn ich das noch kurz ausf&uuml;hren kann, ist Frankreich.<\/p><p><strong>Gerne. Welches Beispiel meinen Sie? <\/strong><\/p><p>Dort gab es nach den Anschl&auml;gen unter anderem auf das Bataclan im November 2016 eine Notstandsgesetzgebung, die &uuml;ber ein Jahr lang in Kraft blieb und die Dinge wie etwa Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss, pr&auml;ventive Versammlungsverbote und &auml;hnliches m&ouml;glich machte. Bevor die Notstandsgesetze im Winter 2017 von Emmanuel Macron aufgehoben wurden, wurden ma&szlig;gebliche Bestimmungen der Notstandsgesetzgebung in ordin&auml;res, also normales Recht integriert. De facto kann jetzt jede Demonstration in Frankreich mit Verweis auf eine potenzielle Gef&auml;hrdung der &ouml;ffentlichen Ordnung und Sicherheit pr&auml;ventiv, also im Vorfeld, unterbunden werden. Jeder Pr&auml;fekt kann damit zum Beispiel eine Demo der &bdquo;Gelbwesten&ldquo; unterbinden, wenn er die Sorge artikuliert, es k&ouml;nne Ausschreitungen geben, sozialer Protest als Kernbestand jeder Demokratie ist damit praktisch nicht mehr m&ouml;glich. Man stelle sich mal vor, man h&auml;tte Jean-Paul Sartre die Proteste vor den Peugeot-Werken untersagt oder die Mai-Proteste der Studenten-Unruhen 1968?<\/p><p>Wenn wir also feststellen, dass all diese Tendenzen weit vor Corona da waren, dann ist die Frage, wie sehr sich diese nach Corona verstetigen, jetzt, wo wir weiten Teilen der Bev&ouml;lkerung beigebracht haben, dass Freiheit konditionierbar ist oder gleichsam von gutem Benehmen &ndash; &bdquo;Impfen&ldquo; &ndash; abh&auml;ngig gemacht wird. Es ist dringend erforderlich, diese Debatte zu f&uuml;hren. Freiheit ist keine Zugabe oder Kirsche auf dem Kuchen, sondern ein Prinzip, dass prinzipiell immer gelten muss, ganz egal wie gro&szlig; die Gefahr ist. &bdquo;Wer die Freiheit f&uuml;r die Sicherheit einschr&auml;nkt, verliert am Ende beides&ldquo;, diesen Satz von Benjamin Franklin zitiere ich ja, denn er stimmt! Wir haben nachweislich nichts dadurch gewonnen, dass wir f&uuml;r Corona die Freiheit eingeschr&auml;nkt haben. Die vulnerablen Gruppen wurden durch einen Lockdown nicht besser gesch&uuml;tzt. Wir haben lediglich riskiert, der Trag&ouml;die eines Virus ein System hinterherzuschmei&szlig;en &ndash; und das sollten wir nicht tun!<\/p><p><strong>Womit wir nochmal beim &bdquo;Grunds&auml;tzlichen&ldquo; w&auml;ren. Wir haben schon kurz dar&uuml;ber gesprochen, aber lassen Sie uns n&auml;her darauf eingehen. Wo liegen aus Ihrer Sicht die gr&ouml;&szlig;ten Probleme und Herausforderungen im Hinblick auf grunds&auml;tzliche Fragen von Demokratie, Freiheit, Medien in unserer Gesellschaft? <\/strong><\/p><p>Die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung scheint zu sein, daf&uuml;r zu sorgen, dass das Internet der Demokratie und der Medienfreiheit dient und diese nicht zerst&ouml;rt. <em>The Medium is the message, <\/em>das sagten die Kommunikationswissenschaftler der 1970er Jahre. Das Internet ist also heute beides, die kybernetische Steuerung der Kommunikation und Nachricht zugleich. Die digitale Kommunikation hat <em>&ndash; for the worse or for the better<\/em> &ndash; durch Corona extrem zugenommen. Zeitgleich konnte beobachtet werden, dass das Internet extrem polarisiert und spaltet, indem kommunikative Blasen gebildet wurden, die f&uuml;r die jeweiligen Empf&auml;nger selbstverst&auml;rkend wirken: Jeder ist nur noch da, wo er liest, was er lesen will. Diese Blasen &ndash; w&auml;hrend Corona die sogenannten Leitmedien und die alternativen Medien &ndash; waren beinah komplett voneinander getrennt.<\/p><p><strong>Sie haben sich beide Seiten angeschaut. Was haben Sie festgestellt? <\/strong><\/p><p>In den einen Medien wurde ein herrschender Diskurs zementiert; in den anderen, also den alternativen Medien, wurde dieser Diskurs angegriffen und demontiert. In dem Moment, wo die legitime Kritik an den Ma&szlig;nahmen in den Leitmedien nicht mehr zugelassen war bzw. der mediale Meinungspluralismus nicht mehr vorhanden war, musste die Kritik abwandern in die alternativen Medien &ndash; wie Wasser, das sich einen anderen Weg sucht &ndash; und zur Systemkritik werden. Das ist vielleicht die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung f&uuml;r die Demokratie heute, dieses: Wer nicht f&uuml;r die &bdquo;herrschende Meinung&ldquo; ist, ist gleich gegen das System. Das ist hochgradig gef&auml;hrlich! Es bedeutet n&auml;mlich die Gefahr einer &bdquo;autorit&auml;ren Schlie&szlig;ung&ldquo;, wie ich es in dem Essay nenne. Kritische Elemente werden ausgegrenzt. Die Lebensader der Demokratie aber ist es gerade, Kritik zuzulassen und mithin als System korrekturf&auml;hig zu bleiben. Wenn das nicht mehr gelingt, wird ein System notwendigerweise totalit&auml;r, denn nur totalit&auml;re Systeme brauchen Kritik nicht ernst zu nehmen: sie lassen sie nicht zu bzw. beseitigen die Kritiker.<\/p><p>Auf der anderen Seite &ndash; um zum Positiven der Entwicklung zu kommen &ndash; haben wir ja m&ouml;glicherweise gerade durch das Internet die &bdquo;autorit&auml;re Schlie&szlig;ung&ldquo; unserer Demokratien verhindert. Es gab schon vor Corona sogenannte &bdquo;alternative&ldquo; Online-Medien &ndash; die NachDenkSeiten geh&ouml;ren ja selber dazu &ndash; und w&auml;hrend oder wegen Corona sind zahlreiche solcher Online-Formate hinzugekommen. Ohne das Internet w&auml;ren weder der Blog von Boris Reitschuster, Kaiser TV oder Milosz Matuschek &ndash; um nur drei von ganz vielen zu nennen &ndash; noch die zahlreichen Signal- oder Telegram-Gruppen m&ouml;glich gewesen, in denen die ma&szlig;nahmenkritischen Argumente ausgetauscht und diskutiert wurden, also jene Arenen b&uuml;rgerlichen Aktivismus, die jetzt so m&auml;chtig bzw. raumgreifend wurden, so dass sie &ndash; dieser Moment ist genau jetzt &ndash; von den Leitmedien nicht mehr ignoriert werden k&ouml;nnen. <\/p><p>Es gab also die M&ouml;glichkeit &ndash; und das ist absolut positiv und entscheidend &ndash; eine breite Gegen&ouml;ffentlichkeit zum leitmedialen Raum zu organisieren, und zwar ganz demokratisch! Das ist doch ein wichtiger Unterschied z.B. zu den Zeiten &ndash; oder auch M&uuml;hen &ndash; der Charta 77 im Ostblock und der sogenannten Samisdat-Presse, wo man einen Kopierer f&uuml;r Flugbl&auml;tter brauchte, und &uuml;berhaupt am gleichen Ort wohnen musste, um heimlich in einem Wohnzimmer zusammen zu kommen. W&auml;hrend Corona hingegen konnte sich der Protest, obwohl wir physisch voneinander getrennt und teilweise in Lockdowns waren, de facto europaweit suchen, sammeln und verbinden, und das ist in vielerlei Hinsicht ja auch geschehen. Nach zwei Jahren &ouml;ffnen nun auch die Leitmedien wieder den Raum f&uuml;r legitime Kritik und wir haben eine Chance, die beiden Debatten-R&auml;ume zu synthetisieren und aus der Polarisierung zu f&uuml;hren.<\/p><p><strong>Das Internet war also in diesem Fall eher ein Segen f&uuml;r die Demokratie? Diejenigen, die die Sicht des Mainstreams vertreten, sehen das anders. <\/strong><\/p><p>Wie jede Technik ist das Internet an sich erst einmal kein &bdquo;Segen&ldquo;, sondern neutral &ndash; gesteuert von Algorithmen, die wiederum &ndash; die Werbung l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en &ndash; weitgehend von &ouml;konomischen und damit (neuro-)psychologischen Kriterien gesteuert werden. Das Internet kann &ndash; wie alles &ndash; gebraucht oder missbraucht werden, es hat gute und schlechte Seiten. &Auml;hnlich wie bei der Atombombe, wo wir damals unterschieden haben zwischen milit&auml;rischer Nutzung, die wir auf internationaler Ebene rechtlich eingehegt und die wir geahndet haben, w&auml;hrend wir die sogenannte zivile Nutzung der Kernenergie zumindest bisher zugelassen haben. Das war der Versuch, bei einer Technologie zwischen einer guten und einer verwerflichen Nutzung zu unterscheiden.<\/p><p>Das Internet war oder ist also einerseits das Medium bzw. die Technologie &ndash; <em>the medium is the message<\/em> &ndash; die das mediale Herrschaftsmonopol durchbrochen und mithin im konkreten Fall den regierungsamtlichen Corona-Diskurs konterkariert hat, weil heute jeder <em>senden<\/em> kann und nicht nur <em>zuh&ouml;ren<\/em> muss. Podcasts, YouTube-Clips, neue Online-Zeitschriften, Video-Gespr&auml;chsrunden etc. sind w&auml;hrend Corona wie Pilze aus dem Boden gesprossen. Jeder hatte gleichsam &bdquo;sein&ldquo; Fernsehen. Die Funktionen von &bdquo;Fokus &amp; Filter&ldquo;, die fr&uuml;her die Zeitungsredaktionen &uuml;bernommen haben oder diejenigen, die hinter einem Mikrofon in einem Funkhaus sa&szlig;en, konnten von den journalistischen Funktionseliten nicht mehr gew&auml;hrleistet werden. <\/p><p>Wahrscheinlich hat das leitmediale System auch deswegen teilweise so panisch reagiert, zum Beispiel mit &bdquo;Faktencheckern&ldquo; oder Nachzensur, zum Beispiel dem L&ouml;schen von YouTube-Clips oder Beitr&auml;gen aus Mediatheken der &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, denn es hatte auf einmal keine Kontrolle mehr. Die Leitmedien waren ja nicht gewohnt, mit Widerspruch oder Gegenrede umgehen zu m&uuml;ssen. Was ihnen blieb, war eben, unliebsame Informationen aus dem Internet zu &bdquo;s&auml;ubern&ldquo;, was indes undemokratisch ist, weil es den Meinungspluralismus unterbindet und im &Uuml;brigen auf der problematischen Annahme beruht, die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger k&ouml;nnten nicht selbst beurteilen, was sie lesen und was gut oder glaubhaft ist. Institutionen wie etwa das &bdquo;Correctiv&ldquo;, also NGOs (Non-Governmental Organisation), deren Finanzierungsstrukturen im &Uuml;brigen fragw&uuml;rdig sind und die w&auml;hrend Corona in etwa so funktioniert haben wie der &bdquo;W&auml;chterrat&ldquo; &agrave; la Iran, indem sie &bdquo;unliebsame&ldquo; Informationen aus dem Internet gefischt, blockiert oder als &bdquo;fake news&ldquo; verunglimpft haben, sind ja w&auml;hrend Corona zum ersten Mal massiv aufgetreten und ins &ouml;ffentliche Bewusstsein ger&uuml;ckt. Auch der &bdquo;ARD-Faktenchecker&ldquo; ist ein Novum der Corona-Krise.<\/p><p><strong>Unsere Demokratie scheint mehr von innen unter Druck zu geraten als von au&szlig;en. Stimmen Sie dieser Aussage zu? Und wenn ja: Wie ist das zu verstehen? <\/strong><\/p><p>Definitiv haben wir eine Krise der politischen Repr&auml;sentation und des Parlamentarismus &ndash; also eine Erosion der Form der Demokratie, wie wir sie kannten &ndash; mehr denn eine &auml;u&szlig;ere Bedrohung unserer Demokratie, wenn wir jetzt den Ukraine-Russland-Konflikt einmal au&szlig;en vor lassen. Deswegen wird in der Politikwissenschaft derzeit viel von partizipativer oder diskursiver Demokratie gesprochen. Beispiele sind die vielen B&uuml;rgerforen, zum Beispiel die Klimar&auml;te in Frankreich oder Gro&szlig;britannien oder die aktuelle &bdquo;Konferenz zur Zukunft Europas&ldquo; der EU. Die Form der Demokratie &auml;ndert sich also. Das macht Sorge, muss aber nicht unbedingt schlecht sein. Denn vielleicht &ndash; das scheint mir noch nicht ausgemacht &ndash; erleben wir gerade einen massiven Push von neuen Formen demokratischer Teilhabe, also eine Art Neuorientierung der Demokratie in Richtung b&uuml;rgerlicher Partizipation. Wenn ja, dann w&auml;re dies wohl durch die oben beschriebene &bdquo;Demokratisierung&ldquo; der Medien &ndash; jeder kann im Internet &bdquo;senden&ldquo;, Hierarchien wurden abgeschafft &ndash; ausgel&ouml;st worden.<\/p><p><em>Den zweiten Teil des Interviews <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81655\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: Gts#\/shutterstock.com<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/wer-schweigt-stimmt-zu.html\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220307-Guerot.jpg\" alt=\"Wer schweigt, stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit. Und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen\" title=\"Wer schweigt, stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit. Und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen\"><\/a><\/div><p><em><strong>Lesetipp: Ulrike Gu&eacute;rot. <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/wer-schweigt-stimmt-zu.html\">&bdquo;Wer schweigt, stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit. Und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen&ldquo;, Westend, 7. M&auml;rz 2022, 144 S., 16 Euro. <\/a><\/strong><\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/3d2d69b641074952b49860cc3d63efd8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon vor Corona gab es Tendenzen &bdquo;in den westlichen Demokratien, das Verh&auml;ltnis von Freiheit zugunsten von Sicherheit zu verschieben.&ldquo; Das sagt <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong> im Interview mit den NachDenkSeiten. Die Politikwissenschaftlerin hat gerade ein Essay unter dem Titel <em><a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/wer-schweigt-stimmt-zu.html\">&bdquo;Wer schweigt, stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit. Und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen&ldquo;<\/a><\/em> ver&ouml;ffentlicht. 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