{"id":81655,"date":"2022-03-08T08:56:27","date_gmt":"2022-03-08T07:56:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81655"},"modified":"2026-01-27T11:40:57","modified_gmt":"2026-01-27T10:40:57","slug":"ulrike-guerot-zum-kampf-um-die-deutungshoheit-abwehr-stigmatisierung-und-ausgrenzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81655","title":{"rendered":"Ulrike Gu\u00e9rot zum Kampf um die Deutungshoheit: \u201eAbwehr, Stigmatisierung und Ausgrenzung\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie reagieren Eliten, wenn sie feststellen, dass ihr Deutungsmonopol aufgebrochen wird? Im zweiten Teil des NachDenkSeiten-Interviews mit <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong> spricht die Politikwissenschaftlerin dar&uuml;ber, was der Verlust der Deutungshoheit f&uuml;r jene bedeutet, die daran gew&ouml;hnt waren, zu bestimmen, welche Themen diskutiert werden und wie die Diskussionen akzentuiert sind. Gu&eacute;rot, die gerade ein streitbares Essay unter dem Titel <em><a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/wer-schweigt-stimmt-zu.html\">&bdquo;Wer schweigt, stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit. Und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen&ldquo;<\/a><\/em> ver&ouml;ffentlicht hat, betont, wie wichtig f&uuml;r eine Demokratie das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Standpunkte ist: &bdquo;Demokratie ist &ouml;ffentlicher Streit, nicht zur Schau gestellter Konsens.&ldquo; In dem Interview verr&auml;t Gu&eacute;rot, was &bdquo;politische M&uuml;ndigkeit&ldquo; f&uuml;r sie bedeutet, spricht &uuml;ber &bdquo;Konformit&auml;tsdruck&ldquo; und was es mit dem &bdquo;Schweigen der Funktionseliten&ldquo; auf sich hat. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2720\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-81655-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220308-Ulrike-Guerot-zum-Kampf-um-die-Deutungshoheit-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220308-Ulrike-Guerot-zum-Kampf-um-die-Deutungshoheit-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220308-Ulrike-Guerot-zum-Kampf-um-die-Deutungshoheit-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220308-Ulrike-Guerot-zum-Kampf-um-die-Deutungshoheit-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=81655-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220308-Ulrike-Guerot-zum-Kampf-um-die-Deutungshoheit-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"20220308-Ulrike-Guerot-zum-Kampf-um-die-Deutungshoheit-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Lesen Sie auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81609\">den ersten Teil<\/a> des Interviews mit Ulrike Gu&eacute;rot, der gestern bei uns erschienen ist.<\/em><\/p><p><strong>Wir sprechen jetzt &uuml;ber die positive Seite des Internets. Was bedeutet sie? <\/strong><\/p><p>Im Kern k&ouml;nnte es bedeuten, dass die meritokratischen Elemente unserer Demokratien in Zukunft nicht mehr so viel Macht haben. Anders formuliert: dass eingespielte Diskurskoalitionen von Funktionseliten nicht mehr so reibungslos funktionieren wie fr&uuml;her und mithin bestimmte Deutungshoheiten &uuml;ber das Zeitgeschehen nicht ohne Weiteres &ndash; bzw. ohne Widerspruch &ndash; zum allgemeinen Glaubenssatz erkl&auml;ren k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Durch das Internet wurde eben das Deutungsmonopol aufgebrochen. <\/strong><\/p><p>Ja, und das w&uuml;rde auch erkl&auml;ren, warum w&auml;hrend Corona so viel von Verschw&ouml;rungen die Rede war. Eine irritierte Diskurskoalition, die ihre Macht, eine bestimmte Deutungshoheit durchzusetzen, schwinden sieht, reagiert mit Abwehr, Stigmatisierung und Ausgrenzung, indem sie die Gegenmeinung ins Reich der Verschw&ouml;rung verweist. Das Kaschieren der eigenen Machtposition (und ihres Missbrauchs) gelingt immer weniger. Deswegen finde ich das jetzt in Frankreich bei den <em>&Eacute;ditions du Seuil<\/em>, einem sehr seri&ouml;sen Mittelinks-Verlag, &auml;hnlich Suhrkamp, erschienene <em>&bdquo;Manifeste Conspirationiste&ldquo;<\/em> (Das Manifest der Verschw&ouml;rer&ldquo;) aus anonymer Feder sehr interessant. Es beginnt mit dem Satz: <em>&bdquo;Nous sommes conspirationnistes, comme tous les gens sens&eacute;s d&eacute;sormais.&ldquo; <\/em>(&bdquo;Wir sind die Verschw&ouml;rer, wie alle vern&uuml;nftigen Leute heute&ldquo;). Das hei&szlig;t, man schleudert den Leitmedien und der durch sie organisierten politischen &Ouml;ffentlichkeit heute jenes gro&szlig;e und vehemente <em>&bdquo;Wir glauben euch nicht<\/em>&ldquo; entgegen, von dem die katalanische Philosophin Marina Garc&egrave;s 2019 in ihrer kleinen Schrift &bdquo;F&uuml;r eine radikale Aufkl&auml;rung&ldquo; schon sprach.<\/p><p><strong>W&uuml;rden Sie das bitte etwas n&auml;her erl&auml;utern? Was meinen Sie damit? <\/strong><\/p><p>Ich formuliere es anders: Es w&uuml;rde bedeuten, dass das sogenannte &bdquo;Establishment&ldquo;, also die liberalen Funktionseliten, nicht mehr so viel entscheiden und auf Dauer keine Herrschaftsdiskurse mehr zementieren k&ouml;nnten, die alle brav und unbestritten glauben. Damit w&uuml;rden Erz&auml;hlungen, die letztlich die Macht- oder auch Einkommensstrukturen meritokratischer Eliten kaschieren und legitimieren, nicht mehr so gut funktionieren. Wir w&auml;ren dann einem politischen System der b&uuml;rgerlichen <em>Auto-Gestion <\/em>oder Selbstverwaltung, von der seit Simone Weil und (auch schon vorher) viele getr&auml;umt haben, ein St&uuml;ck n&auml;her ger&uuml;ckt.<\/p><p>Die Tatsache, dass w&auml;hrend Corona &ndash; aber nicht erst da &ndash; alle Informationen oder Thesen, die in alternativen Medien kursierten, vom Establishment als &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; abgetan werden mussten, spr&auml;che daf&uuml;r, dass ein leitmediales System und Regierende, die sich auf dieses System st&uuml;tzen, tats&auml;chlich Angst haben, sie k&ouml;nnten ihre Diskurshoheit verlieren und mithin politische Mehrheiten nicht mehr kontrollieren.<\/p><p><strong>Was bedeutet diese Entwicklung im Hinblick auf das Verhalten der Funktionseliten?<\/strong><\/p><p>Diese Bewegung werden wir beobachten m&uuml;ssen, denn es ist ja nicht ausgemacht, was meritokratische Eliten tun, wenn sie das Gef&uuml;hl haben, sie verlieren die Kontrolle &uuml;ber die politischen Geschehnisse: Werden sie dem Druck der Stra&szlig;e nachgeben? Oder eher Gewalt anwenden, um diese zu kontrollieren?<\/p><p>Genau darum erleben wir ja heute eine gewisse politische Zuspitzung, die da lautet, dass liberale Eliten Gefahr laufen, tendenziell ins Autorit&auml;re abzurutschen &ndash; zum Beispiel indem sie zentralisierte &Uuml;berwachungs- und Kontrollsysteme des &ouml;ffentlichen Raums mittels Impfp&auml;ssen und Barcodes durchzusetzen versuchen &ndash; w&auml;hrend andererseits das sogenannte &bdquo;Volk&ldquo; auf Montagsspazierg&auml;ngen auf der Stra&szlig;e protestiert und die Freiheit verteidigt, aber als &bdquo;rechts&ldquo; gebrandmarkt wird. Eine der fatalsten Konsequenzen der Corona-Krise ist, dass die sogenannte &bdquo;Rechte&ldquo; jetzt kulturelle Hegemonie &uuml;ber den Freiheitsbegriff hat: Wer Freiheit will, ist jetzt rechts. Die Wahl ist also zwischen autorit&auml;rer Schlie&szlig;ung einer einst liberalen, aber inzwischen extremisierten Mitte oder freiheitlichem Populismus. Niemand kann das wollen! Der Freiheitsbegriff muss von der liberalen, b&uuml;rgerlichen Mitte zur&uuml;ckerobert werden.<\/p><p><strong>Sie beziehen sich in Ihrem Buch auf Giorgio Agamben. Wer ist das und warum sind seine Aussagen wichtig f&uuml;r Sie? <\/strong><\/p><p>Nun, zum einen zeigt sich an Agamben jene Verschiebung klassisch liberaler oder sogar linker Positionen nach rechts. Agamben selbst war ja vor nicht allzu langer Zeit, zu Beginn der 2000er-Jahre, mit seinem Homo-Sacer-Projekt ein Star der Linksintellektuellen, bevor er jetzt auch als rechter Philosoph verschrien ist, weil er sich &ndash; anders als zum Beispiel Noam Chomsky oder Slavoi Zizek &ndash; nicht auf die Seite der hochgradig moralisierten Politik der unmittelbaren Lebensrettung w&auml;hrend der Corona-Krise geschlagen hat.<\/p><p>Aus dem Homo-Sacer-Projekt ist f&uuml;r mein kleines Essay die Schnittstelle zwischen Hannah Arendt und Agamben &uuml;ber den Begriff der Souver&auml;nit&auml;t wichtig, der ja ein politischer ist, weswegen eine Politik der verabsolutierten Lebensrettung, die &bdquo;nur&ldquo; auf das sogenannte <em>nackte<\/em>, also unpolitische Leben zielt, eigentlich kein Gegenstand von Politik sein kann.<\/p><p><strong>Agamben spricht von einem &bdquo;geltenden, aber bedeutungslosen Recht&ldquo;. Das spielt in Ihrem Essay eine Rolle. Was ist damit gemeint? <\/strong><\/p><p>Agambens Hinweis auf das, was er das &bdquo;geltende, aber bedeutungslose Recht&ldquo; nennt, ist tats&auml;chlich zentral f&uuml;r mein Essay. Agamben meint damit, wenn Recht um jeden Preis eingehalten werden muss, es notwendigerweise para-totalit&auml;r wird. Hier liegt die Ber&uuml;hrung zu Hannah Arendts &bdquo;Banalit&auml;t des B&ouml;sen&ldquo;. Denn eine Demokratie beruht auf Normenakzeptanz, und nicht darauf, dass man irgendetwas Willk&uuml;rliches oder Beliebiges (oder eben, wie Agamben sagt: Bedeutungsloses) &ndash; wie etwa Maskentragen im Freien &ndash; einfach nur macht, weil man es gesagt bekommt oder <em>weil das jetzt einfach so ist<\/em>.<\/p><p>Das zweite wichtige Buch von Agamben, erst k&uuml;rzlich erschienen, ist &bdquo;Die Politik der K&ouml;rper&ldquo;, worauf ich in Teil III des Essays eingehe. Da geht es um das, was ich die kapitalistische Landnahme der K&ouml;rper nenne, also die Einbeziehung des K&ouml;rpers in das politische Geschehen &ndash; die Impfpflicht, also die &bdquo;Hergabe&ldquo; des eigenen K&ouml;rpers f&uuml;r die Gemeinschaft, ist ein gutes Beispiel daf&uuml;r. Das ist nat&uuml;rlich mit Kernbegriffen der politischen Theorie wie etwa Individuum, Autonomie, Souver&auml;nit&auml;t, Identit&auml;t, M&uuml;ndigkeit oder Freiheit nicht vereinbar. Insofern versuche ich in Teil III die Skizze einer politischen Theorie in Zeiten einer biopolitisch-digitalen Wende der Politik.<\/p><p><strong>In Ihrem Buch geht es auch um &bdquo;Schweigen&ldquo; und in der Konsequenz auch um Widerstand. Sagen Sie uns bitte: Was meinen Sie mit &bdquo;Schweigen&ldquo;? <\/strong><\/p><p>Nun, Schweigen hei&szlig;t, etwas, das passiert, nicht gut zu finden, aber &ouml;ffentlich, also nach au&szlig;en &ndash; etwa im Bekannten- und Familienkreis oder unter Kollegen &ndash; nichts zu sagen. Kurz: zu privatisieren, die Gardine zuzumachen und der Wut oder Ablehnung nur am heimischen Tisch Raum zu geben. Das habe ich in Zeiten von Corona oft erlebt, &uuml;brigens am meisten in eher hochb&uuml;rgerlichen H&auml;usern von Funktionseliten in M&uuml;nchen, Frankfurt oder Hamburg. Da hat man in geschlossener Runde auf das Heftigste den Kopf gesch&uuml;ttelt, aber bei allen Ma&szlig;nahmen mitgemacht und nichts gesagt, also geschwiegen.<\/p><p><strong>Es gab auch einen ziemlichen Konformit&auml;tsdruck. <\/strong><\/p><p>Ja, der war au&szlig;erordentlich gro&szlig;, die meisten hatten Angst, sie k&ouml;nnten, w&uuml;rden sie ihre Meinung offen sagen, gesellschaftlich anecken und stigmatisiert werden. Dabei h&auml;tten die Corona-Ma&szlig;nahmen in dieser drastischen Form gar nicht durchgesetzt, geschweige denn durchgehalten werden k&ouml;nnen, wenn sich die b&uuml;rgerlichen Funktionseliten ihnen widersetzt h&auml;tten. So aber hat man das &bdquo;Laut-Werden&ldquo; &ndash; also das Nicht-Schweigen &ndash; der Stra&szlig;e &uuml;berlassen, dem sogenannten &bdquo;Volk&ldquo;, dass dann f&uuml;r seinen Protest, zum Beispiel bei Demonstrationen oder sp&auml;ter bei den Montagsspazierg&auml;ngen, als &bdquo;rechts&ldquo; diskreditiert wurde. Der Schweigespirale bei Corona entspricht also auch eine soziale Spaltung durch die Ma&szlig;nahmen und das benenne ich in meinem Essay: Geschwiegen haben die, die von den Ma&szlig;nahmen letztlich weder finanziell noch existenziell betroffen waren, sondern sich w&auml;hrend des Lockdowns mit einem MacBook in irgendein Ferienhaus fl&uuml;chten konnten. Den &ndash; diskreditierten bzw. diffamierten &ndash; Widerstand haben diejenigen geleistet, die entweder kleine Wohnungen, Existenz&auml;ngste oder einen finanziellen Schaden durch die Ma&szlig;nahmen hatten.<\/p><p><strong>Was bedeutet f&uuml;r Sie politische M&uuml;ndigkeit? Wie sollte ein Staatsb&uuml;rger handeln, der &bdquo;politisch m&uuml;ndig&ldquo; ist?<\/strong><\/p><p>M&uuml;ndigkeit ist zun&auml;chst ein inneres und &auml;u&szlig;eres Verm&ouml;gen der Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, zum Beispiel auch die Tatsache, selbst auf mich aufpassen und eine ad&auml;quate Risikoabsch&auml;tzung machen zu k&ouml;nnen. Es hei&szlig;t, f&uuml;r sich selbst sprechen und sorgen zu k&ouml;nnen. &Auml;lteren Leuten beispielsweise zu verbieten, ihre Enkel zu sehen, war darum tendenziell entm&uuml;ndigend. Es hei&szlig;t zum Beispiel auch zu wissen, wie viel anderthalb Meter sind, ohne daf&uuml;r an jedem &ouml;ffentlichen Ort Klebestreifen auf dem Boden zu brauchen. In meinem Essay nenne ich das eine Politik der b&uuml;rgerlichen Verdummung.<\/p><p>Ein m&uuml;ndiger B&uuml;rger im Kant&rsquo;schen Sinne ist aber auch einer, der immer das &ouml;ffentliche Ganze, also das Gemeinwohl, im Blick hat und der nicht irgendeinem Egoismus fr&ouml;nt. Hier sind w&auml;hrend der Corona-Krise indes die meisten begrifflichen Umdeutungen passiert. Freiheit &ndash; n&auml;mlich sich eigenverantwortlich zu bewegen und dabei die Risiken zu schultern &ndash; war auf einmal Egoismus, w&auml;hrend es &bdquo;Freiheit&ldquo; war, von <em>anderen<\/em> Solidarit&auml;t einzufordern (z.B. eine Impfung). Eine Demokratie ist aber keine Vollkasko-Versicherung, jeder tr&auml;gt sein Lebensrisiko. Nur so kann eine Demokratie unter m&uuml;ndigen B&uuml;rgern funktionieren.<\/p><p><strong>Sie haben nicht geschwiegen. Sie haben sich eingemischt, ihren Mund aufgemacht, auf Twitter, in Medien. Was ist dann passiert? <\/strong><\/p><p>Zum einen ist es emotional anstrengend gewesen, denn es gab wirklich eiskalten Gegenwind, wenn man sich &ouml;ffentlich ma&szlig;nahmenkritisch ge&auml;u&szlig;ert hat. Zum anderen wurde man &ndash; teilweise geniert &ndash; darauf angesprochen, warum man sich denn bei Corona so &auml;u&szlig;ern w&uuml;rde; oder gefragt, wann man denn wieder aus dem &bdquo;Kaninchenbau&ldquo; herausk&auml;me. Es gab auch radikalere Reaktionen, zum Beispiel die Nicht-Bewilligung von Projektantr&auml;gen wegen der &bdquo;Meinung&ldquo; zu Corona oder Cancel Culture, also die Ausladung von Veranstaltungen. Es gab aber auch &ndash; und das war eigentlich das Neue und viel Wichtigere &ndash; von ganz vielen Personen, die man gar nicht kannte, einen unglaublichen Zuspruch via E-Mails oder Postings auf sozialen Medien. Sprich: Auch hier gab es &ndash; wie oben schon beschrieben &ndash; &Ouml;ffentlichkeit und Gegen&ouml;ffentlichkeit. Das beschreiben ja alle, die sich &ouml;ffentlich kritisch ge&auml;u&szlig;ert haben, ich bin da ja wahrlich nicht die Einzige, es gibt viel bedeutendere Personen. F&uuml;r das gleiche (positive) Interview zum Beispiel &uuml;ber die Aktion #Allesdichtmachen im April 2021 hat man auf Twitter einen Shitstorm bekommen, aber zugleich unz&auml;hlige begeisterte E-Mails. Publikum wie &Ouml;ffentlichkeit waren also (oder sind es noch?) zutiefst polarisiert.<\/p><p>Sicher aber wollen Sie mit Ihrer Frage auf diese Rufmordkampagne hinaus, die mir Ende Juli 2021 angek&uuml;ndigt wurde und die dann tats&auml;chlich mit anonymisierten IP-Adressen ab August 2021 meine ganzen Social Media Accounts in den rechten Schmutz, die Verschw&ouml;rer-Ecke oder die sogenannte &bdquo;Schwurbelei&ldquo; gezogen hat. Darum habe ich zum 1. September 2021 alle Accounts f&uuml;r sechs Monate deaktiviert und bin erst jetzt wieder zur&uuml;ckgekehrt. Das war eine sehr merkw&uuml;rdige &ndash; um nicht zu sagen: unterirdische! &ndash; Erfahrung, zumal die ganzen Angriffe oder Anw&uuml;rfe immer pers&ouml;nlich und nie mit Blick auf Argumente erfolgten, die man postete.<\/p><p><strong>Der Spiegel hatte &uuml;ber Sie und Ihre Positionierung zum Thema Corona ein mehrseitiges Portr&auml;t verfasst. Das macht der Spiegel in der Regel nur bei Leuten, die eine ziemliche &bdquo;Flugh&ouml;he&ldquo; erreicht haben. Was waren Ihre Gedanken, als Sie den Beitrag gelesen haben? <\/strong><\/p><p>Naja, am Ende war das wohl ein ziemlich fairer Beitrag und in der Tat haben die meisten Leute mir gesagt: Drei Seiten im SPIEGEL, was willst du mehr? Obgleich ich das wiederum fast lakonisch fand, denn es geht ja nicht um das Portr&auml;t an sich, sondern um den Inhalt, mit dem ich eine Debatte ausl&ouml;sen wollte. Nat&uuml;rlich ist man als &bdquo;Portr&auml;tierte&ldquo; immer &uuml;berrascht davon, was dann genau in so einem Artikel steht, wenn man mehrmals mehrere Stunden mit einem Journalisten gesprochen hat. Man kennt ja nur selbst die Differenz zwischen dem Erz&auml;hlten und dem Geschriebenen. Immerhin war es der Versuch des SPIEGELS, die problematische Diskussionskultur zu Zeiten von Corona zu thematisieren. Nur: Daf&uuml;r, dass der SPIEGEL eigentlich ja so viel Geld haben soll, habe ich mich ge&auml;rgert, dass er Jahre alte Fotos genommen hat ;-)<\/p><p><strong>Haben Sie damit gerechnet, dass Sie so in die Kritik geraten w&uuml;rden? <\/strong><\/p><p>Nein, wirklich nicht. Ich bin ja auch erst im Winter 2020\/2021 so richtig in die &ouml;ffentliche Diskussion zu Corona eingestiegen. Vorher habe ich noch im September 2020 ein kleines Buch &uuml;ber Europa nach der Corona-Krise verfasst und war dann sehr mit meiner Bewerbung bzw. Berufung an die Universit&auml;t Bonn besch&auml;ftigt. Als dann im Herbst\/Winter 2020 die Corona-Diskussion bzw. die Ma&szlig;nahmen mit dem zweiten Lockdown einfach weitergingen &ndash; obgleich schon zum Sommer 2020 eigentlich klar war, dass viele der Ma&szlig;nahmen &uuml;berzogen waren &ndash; habe ich mich mit gro&szlig;er Naivit&auml;t &ouml;ffentlich ge&auml;u&szlig;ert, in der Annahme, ich w&uuml;rde eigentlich Banalit&auml;ten sagen: Zum Beispiel, dass das Ziel aller Ma&szlig;nahmen die Beendigung aller Ma&szlig;nahmen sein m&uuml;sse. Oder dass Grundrechte unteilbar und unver&auml;u&szlig;erlich sind, und nicht <em>zur&uuml;ckgegeben <\/em>werden, wie es hie&szlig;. Einfache, selbstverst&auml;ndliche Dinge eigentlich. Da hatte ich aber untersch&auml;tzt, wie sehr sich die Dinge bereits verfestigt hatten, wie sehr die &ouml;ffentliche Diskussion schon buchst&auml;blich verbogen war und wie feindselig reagiert wurde, wenn man aus den eng gesetzten Leitplanken der Diskussion ausscheren wollte. Dass so scharf zur&uuml;ckgeschossen wurde &ndash; um es einmal so zu formulieren &ndash; das habe ich mir im Leben nicht vorstellen k&ouml;nnen. Es war wirklich sehr auff&auml;llig, zumal ich ja weder Amt noch Mandat habe, also eigentlich nicht wichtig oder einflussreich bin.<\/p><p><strong>Was bedeutet es f&uuml;r das politische Klima und f&uuml;r die Meinungsfreiheit in einem Land, wenn Menschen wie Sie, wenn B&uuml;rger sich inhaltlich anders positionieren als der &bdquo;Mainstream&ldquo; und dann so angegangen werden? <\/strong><\/p><p>Die freie Meinungs&auml;u&szlig;erung ist die Grundlage jeder Demokratie. Wenn sie nicht mehr gew&auml;hrt ist, ist die Demokratie eben in problematischem Fahrwasser. Deswegen ist es so wichtig und richtig, die Verformung unserer Diskussionskultur jetzt im Nachgang der Corona-Krise zu thematisieren, um daraus hoffentlich Lehren f&uuml;r die Zukunft zu ziehen. Der Meinungspluralismus muss unbedingt erhalten bleiben, er ist die Lebensader, ja, er <em>ist<\/em> die Demokratie. Demokratie ist Streit, nicht Einigkeit, das scheinen wir vergessen zu haben.<\/p><p><strong>Ich beobachte immer wieder einen moralischen Rigorismus, der seinesgleichen sucht. Wenn sich jemand zu weit bei einem wichtigen politischen oder gesellschaftlichen Thema von &bdquo;der&ldquo; Wahrheit des Mainstreams entfernt, ja, auch wenn Akteure sich zu sehr gegen die Machtpole in Opposition bringen, ist der Shitstorm nicht weit. Dann geht es nicht mehr um die Kraft der Argumente, um Rationalit&auml;t, um Respekt und eine gepflegte Diskussion im Sinne des demokratischen Gedankens, dann geht es um Ausschluss aus der Gemeinschaft, es geht um &Auml;chtung, es geht um die Vernichtung der beruflichen Existenz. Wie sehen Sie das?<\/strong><\/p><p>Ich w&uuml;rde die Beobachtung eines zunehmend geschlossenen, moralischen Imperativs teilen und finde das auch bedenklich. Sahra Wagenknecht spricht in ihrem Buch &bdquo;Die Selbstgerechten&ldquo; von einer liberalen Mitte, die zunehmend versucht, ihre eigenen normativen Setzungen, egal in welchem Bereich oder Diskurs, zu verabsolutieren. Daraus wird de facto schon eine Art &bdquo;Bekenntniskultur&ldquo;, die zunehmend mit Symbolen unterlegt werden muss. Diese normative Schlie&szlig;ung um das <em>eine moralisch Gute<\/em> herum ist hochgradig problematisch, denn sie verweist auf eine Unterteilung in Gut &amp; B&ouml;se und wer dabei nicht mitmacht, ist drau&szlig;en, also gesellschaftlich bzw. politisch ausgegrenzt. Ausschluss oder &Auml;chtung &ndash; ich nenne es in meinem Essay die &bdquo;Politik der Verbannung&ldquo; &ndash; sind tats&auml;chlich neue <em>Features,<\/em> die sich in unsere Gesellschaften hineingeschlichen haben, und die &ndash; schlimmer noch! &ndash; von Mehrheiten gutgehei&szlig;en, also als moralisch richtig empfunden werden.<\/p><p>Eine Demokratie aber ist eine <em>offene Gesellschaft<\/em>, und keine <em>geschlossene Gemeinschaft<\/em> um eine bestimmte Moral herum &ndash; zumal um eine, die man nicht kritisieren oder hinterfragen darf. Wir haben die moralische &Uuml;berh&ouml;hung und den konsekutiven Ausschluss gruppenspezifischer Personen w&auml;hrend Corona mit Blick auf die Nicht-Geimpften erlebt, die auf perfide Art und Weise von der Gesellschaft ausgegrenzt und entrechtet wurden. Wir erleben wegen des Konfliktes in der Ukraine derzeit mit Blick auf Russen und Russinnen eine moralisch &uuml;berh&ouml;hte und inakzeptable gruppenspezifische Ausgrenzung (bis hin zu der Tatsache, dass zum Beispiel &Auml;rzte sich weigern, Russen zu behandeln!) und verteilen gleichzeitig Solidarit&auml;ts-Sticker mit den ukrainischen Landesfarben, obgleich es eigentlich zum Wertekanon Europas auch zu Kriegszeiten geh&ouml;rt, zwischen Staatschefs und ihren Strategien oder Aggressionen und der Bev&ouml;lkerung eines Landes zu unterscheiden. Putin steht nicht f&uuml;r <em>die Russen<\/em>!<em> <\/em>Das alles sind meines Erachtens Verformungen unserer gesellschaftlichen bzw. demokratischen Grundfesten, ja, es ist eigentlich eine Abwendung von aufkl&auml;rerischen Prinzipien &ndash; Freiheit, Gleichheit, W&uuml;rde, Rechte &ndash; die ich f&uuml;r h&ouml;chst bedenklich halte. Moral, Ordnung, Nationalismus oder Pflicht sind Begriffe oder Kategorien, die man eher nicht mit Demokratien assoziiert.<\/p><p><strong>Politische Entscheidungen bauen auch mehr und mehr auf das vorgeblich &bdquo;Moralische&ldquo;. <\/strong><\/p><p>Ich beobachte, wie in j&uuml;ngerer Zeit unter eindeutigem moralischen Imperativ und dem Zugzwang einer immanenten Krise oder Bedrohung sofort und alternativlos gehandelt werden musste, wobei in atemberaubendem Tempo Dinge politisch entschieden wurden, von denen immer gesagt wurde, sie w&uuml;rden nie gehen. Wegen des &bdquo;Krieges gegen ein Virus&ldquo; wurden &uuml;ber zwei Jahre Grundfesten von Demokratie, Freiheit und Gerichtsbarkeit abger&auml;umt und 1,8 Milliarden der EZB fielen f&uuml;r Europa einfach vom Himmel. Wegen des Krieges in der Ukraine gibt es jetzt im Handumdrehen ein Sonderverm&ouml;gen f&uuml;r die Bundeswehr, beendet die Bundesrepublik ihre Tradition der Zur&uuml;ckhaltung in milit&auml;rischen Konflikten und bricht ihr Gel&ouml;bnis, keine Waffen in Kriegsgebiete zu liefern &ndash; und zwar ausgerechnet durch eine Regierung von SPD und Gr&uuml;nen.<\/p><p>Au&szlig;er unserer Moral scheint es keinen <em>Curser<\/em> mehr f&uuml;r unser Handeln zu geben. Alle einstigen roten Linien sind abger&auml;umt und Krieg ist jetzt gleichsam die ultimative Rechtfertigung f&uuml;r fast alles. Ich glaube nicht, dass das gut ist. Ich glaube im Gegenteil, dass das hochgradig gef&auml;hrlich ist, denn eigentlich sind wir schon l&auml;ngt in einem politischen Zustand und dazu in einem psychologischen <em>Mindset<\/em>, so dass jetzt quasi alles politisch m&ouml;glich erscheint.<\/p><p><strong>Wie kann es sein, dass es mittlerweile kaum noch m&ouml;glich ist, zwei Personen, die eine fundamental andere Auffassung haben, &ouml;ffentlich diskutieren zu lassen? <\/strong><\/p><p>Ja, das ist wirklich ein gro&szlig;es Problem, das ich selbst schmerzhaft erlebt habe und zutiefst bedauere, denn ich wiederhole: Demokratie ist &ouml;ffentlicher Streit, nicht zur Schau gestellter Konsens. Vor allem habe ich w&auml;hrend der Corona-Krise bedauert, dass wir unsere Meinungsverschiedenheiten nicht mehr &ouml;ffentlich mit Argumenten ausgefochten haben, sondern nur noch mit personalisierten Angriffen &uuml;ber soziale Medien. Eben weil die Diskussion so extrem polarisiert war &ndash; bzw. einige Argumente oder Fragen ja gar nicht zugelassen waren &ndash; so dass beide Seiten nicht mehr miteinander reden wollten, da von vorneherein klar war, dass man sich nicht von der anderen Seite &uuml;berzeugen lassen w&uuml;rde. Das aber ist die Grundlage jeder Hermeneutik, n&auml;mlich davon auszugehen, dass der andere grunds&auml;tzlich recht haben k&ouml;nnte. Dies war umso trauriger, als dass ich viele meiner Kritiker oder &bdquo;Gegner&ldquo; in dieser Diskussion pers&ouml;nlich kenne, zum Teil sogar sehr gut.<\/p><p>Wenn ich jetzt Namen nenne und damit ein Gebot der Anonymisierung durchbreche, dann, weil ich mir erhoffe, dass wir diese argumentative Auseinandersetzung jetzt in Zeiten des diskursiven Tauwetters in Sachen Corona nachholen und uns im besten Fall dar&uuml;ber vers&ouml;hnen k&ouml;nnen. Vielleicht gibt es ja eine Stiftung oder Akademie, die als &bdquo;Conveyer&ldquo; so eine Diskussion ausrichten w&uuml;rde? Zum Beispiel Armin Nassehi und ich haben uns mehrfach auf Twitter m&auml;chtig &bdquo;bekriegt&ldquo;, oder auch Patrick Bahners oder Robert Misik aus &Ouml;sterreich. Da wir uns alle duzen und die Handynummern voneinander haben, war das umso merkw&uuml;rdiger, denn eigentlich h&auml;tte man doch zum Handy greifen und fragen sollen oder m&uuml;ssen, <em>sag mal, was ist denn los?<\/em> Warum k&ouml;nnen wir auf einmal nicht mehr miteinander reden, uns gegenseitig ernst nehmen oder respektieren? Nur mit Aleida Assmann konnte ich einen solchen Streit &uuml;ber Corona beilegen bzw. ihn von unseren anderen akademischen Diskussionen &uuml;ber Nation und Europa trennen und daf&uuml;r m&ouml;chte ich ausdr&uuml;cklich danken, denn so sollte es sein.<\/p><p><strong>Sie haben sich in den vergangenen Monaten etwas zur&uuml;ckgezogen, Sie haben Ihren Twitter-Kanal geschlossen und das Buch verfasst. Nun melden Sie sich mit der Ver&ouml;ffentlichung dieses Buches zur&uuml;ck &ndash; auch auf Twitter. Haben Sie eine Art Botschaft nach dem R&uuml;ckzug?<\/strong><\/p><p>Mit einem Buch hat man immer ein Interesse, n&auml;mlich dass es sich gut verkauft. Vor allem aber, dass die Gedanken oder Anregungen m&ouml;glichst aufgegriffen und breit diskutiert werden. Ich habe das Essay ja geschrieben, weil ich finde, dass wir als Gesellschaft oder in Europa &uuml;ber sehr, sehr vieles nachzudenken und zu diskutieren haben, n&auml;mlich genau dar&uuml;ber: Wie wollen wir leben? So, wie die letzten zwei Jahre, wollen ja hoffentlich die Wenigsten leben&hellip; Und angesichts der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine ist es meines Erachtens dringender denn je, jetzt wirklich einmal ernsthaft &ndash; aber ernsthaft (!) &ndash; &uuml;ber eine konsequente politische Einigung und strategische Emanzipation des europ&auml;ischen Kontinentes nachzudenken, und wie diese aussehen k&ouml;nnte. Das ist ja mein Leib-und-Magen-Thema: die Idee einer Europ&auml;ischen Republik&hellip;<\/p><p>Insofern sollten wir eine gemeinsame R&uuml;ckschau machen und die gemeinsame Zukunft, die wir wollen, ausdiskutieren, damit hier nicht viele das Gef&uuml;hl haben, im Zuge des Imperativs einer Krise von als alternativlos vorgestellten Transformationsprozessen, die aber vor zwei Jahren keiner bestellt oder auch nur diskutiert hat &ndash; z.B. einer Impfpflicht oder eines digitalen Impfpasses &ndash; politisch &uuml;berrollt zu werden, ohne dass wir unsere Zustimmung zu diesen Transformationsprozessen gegeben haben. Das ist das Diskussionsangebot meines Essays. Und um das breit zu bewerben, habe ich mich wieder in die sozialen Medien begeben. Wobei ich schon nach wenigen Tagen gemerkt habe: Twitter kann man leider echt vergessen&hellip;..<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/wer-schweigt-stimmt-zu.html\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220307-Guerot.jpg\" alt=\"Wer schweigt, stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit. Und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen\" title=\"Wer schweigt, stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit. Und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen\"><\/a><\/div><p><em><strong>Lesetipp: Ulrike Gu&eacute;rot. &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/wer-schweigt-stimmt-zu.html\">Wer schweigt, stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit. Und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen&ldquo;<\/a>, Westend, 7. M&auml;rz 2022, 144 S., 16 Euro. <\/strong><\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/8c2b7a20e24246a59efdbaf256321beb\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie reagieren Eliten, wenn sie feststellen, dass ihr Deutungsmonopol aufgebrochen wird? Im zweiten Teil des NachDenkSeiten-Interviews mit <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong> spricht die Politikwissenschaftlerin dar&uuml;ber, was der Verlust der Deutungshoheit f&uuml;r jene bedeutet, die daran gew&ouml;hnt waren, zu bestimmen, welche Themen diskutiert werden und wie die Diskussionen akzentuiert sind. 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