{"id":81704,"date":"2022-03-09T08:45:03","date_gmt":"2022-03-09T07:45:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81704"},"modified":"2022-03-09T16:58:02","modified_gmt":"2022-03-09T15:58:02","slug":"der-kollektive-schatten-deutschlands-oder-wieviel-faschismus-steckt-immer-noch-in-uns-deutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81704","title":{"rendered":"Der kollektive Schatten Deutschlands. Oder: Wieviel Faschismus steckt immer noch in uns Deutschen?"},"content":{"rendered":"<p>Ein Angriff auf das ruhige Gewissen unseres Volkes. Von <strong>Gotthilf Freudenreich<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81704#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] &ndash; Die ganze Welt besch&auml;ftigt sich mit dem v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg Russlands. Dazu kann ich nicht viel sagen &ndash; die Sachlage ist verworren, die Urteile scheinbar klar. Stattdessen m&ouml;chte ich die Situation gerne als Spiegel benutzen und meinen Blick auf Deutschland richten, um einen besonderen Aspekt psychologisch zu beleuchten: Wieso werden in den Medien und der Politik Deutschlands Russland und sein Pr&auml;sident derzeit d&auml;monisiert, wie es das noch nie seit dem 2. Weltkrieg einem kriegsf&uuml;hrenden Volk gegen&uuml;ber gab? Woher kommt dieser explosive, gesellschaftlich legitimierte Russenhass in Deutschland??? <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2043\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-81704-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220309-Der-kollektive-Schatten-Deutschlands-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220309-Der-kollektive-Schatten-Deutschlands-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220309-Der-kollektive-Schatten-Deutschlands-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220309-Der-kollektive-Schatten-Deutschlands-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=81704-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220309-Der-kollektive-Schatten-Deutschlands-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"20220309-Der-kollektive-Schatten-Deutschlands-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Es geht mir also nicht darum, was Russland tut, sondern was Deutschland tut und warum. Davon habe ich einfach mehr Ahnung. Au&szlig;erdem glaube ich, dass die Psychologie der aktuellen Diskussion eine Perspektive hinzuf&uuml;gen kann, zu der andere Sozialwissenschaften keinen Zugang haben.<\/p><p><strong>Redaktionelle Zwischenbemerkung:<\/strong><\/p><p>Der Text ist lang. Er ist spannend. Der psychologisch geschulte Autor vermittelt Einblicke in unser pers&ouml;nliches und gesellschaftliches Sein. Er bietet eine Analyse <strong>und<\/strong> eine Therapie.<\/p><p>Wenn Sie die M&ouml;glichkeit haben, dann k&ouml;nnten Sie auf der Basis dieses Textes eine Diskussion in Ihrem Freundes- und Familienkreis ansto&szlig;en. Dann einfach weiterleiten. &ndash; <\/p><p>Weiter im Text von Gotthilf Freudenreich:<\/p><p><em><strong>Vor&uuml;berlegungen<\/strong><\/em><\/p><p>F&uuml;r meine Gedanken baue ich auf 2 Pr&auml;missen auf:<\/p><ol>\n<li>Psychologische Abwehrmechanismen wirken nicht nur bei Einzelpersonen, sondern auch bei ganzen V&ouml;lkern. In meiner Betrachtung sind Abspaltung, Verdr&auml;ngung, Projektion und Wiederholungszwang besonders interessant.<\/li>\n<li>Asien und Westeuropa\/USA haben eine v&ouml;llig unterschiedliche Art ihres Verh&auml;ltnisses zur Welt. In Asien ist das Individuum in seine Mitwelt eingebunden &ndash; in Europa versucht es, seine Umwelt zu beherrschen, was sich in unterschiedlichen philosophischen Grundkonzepten niedergeschlagen hat. Ich m&ouml;chte sie hier vereinfacht <em>Kooperation<\/em> versus <em>Konkurrenz<\/em> nennen. Andere Worte daf&uuml;r w&auml;ren <em>kollektivistisch<\/em> versus <em>individualistisch<\/em>.<\/li>\n<\/ol><p>Als Einschr&auml;nkung muss ich vorausschicken, dass ich hier grundlegende Tendenzen beschreibe, die nat&uuml;rlich nicht f&uuml;r alle Menschen gelten, besonders nicht f&uuml;r die, die sich mit diesen Themen besch&auml;ftigen oder selbstreflexiv das eigene und kollektive Unbewusste erforscht haben. Diese d&uuml;rften ihren Anteil am Schatten weitgehend integriert haben und k&ouml;nnen daher aus einer Metaperspektive auf die Situation schauen. Die meisten Menschen sind jedoch mehr oder weniger unbewusst verwickelt. Das hei&szlig;t, sie glauben die Realit&auml;t einigerma&szlig;en objektiv abzubilden, befinden sich aber in Wirklichkeit im Spiegelkabinett ihrer Projektionen.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus gilt nat&uuml;rlich, dass jeder Mensch aufgrund seiner individuellen Vergangenheit und seines kulturellen Kontextes seine eigene, subjektive Wirklichkeitskonstruktion hat und jede Interpretation der aktuellen Situation immer nur mehr oder weniger subjektiv sein kann &ndash; das gilt auch f&uuml;r mich und die hier dargelegten Gedanken! Und als jemand, der selbst den Wehrdienst mit der Waffe verweigert hat, m&ouml;chte ich betonen, dass ich grunds&auml;tzlich dagegen bin, Konflikte als Krieg auszutragen. Allerdings habe ich inzwischen notgedrungen akzeptieren m&uuml;ssen, dass den Eliten weltweit dieser Wunsch, den ich mit den meisten einfachen Menschen teile, egal ist.<\/p><p><em><strong>Die aktuelle Situation<\/strong><\/em><\/p><p>In ganz Europa schl&auml;gt die moralische Emp&ouml;rung &uuml;ber den Einmarsch Russlands in die Ukraine derzeit hohe Wellen. Die von regierungsnahen Medien gesch&uuml;rte Ablehnung Russlands in den letzten 2 Dekaden ist in unserer liberalen, toleranten Gesellschaft innerhalb nur weniger Tage in einen offenen Russenhass umgeschlagen, der fast schon eine Pogromstimmung genannt werden muss. Immerhin werden in Europa seit einigen Tagen Russen k&ouml;rperlich bedroht, &ouml;ffentlich diffamiert, beruflich diskriminiert und ihr Besitz besch&auml;digt, eingefroren, beschlagnahmt oder sogar enteignet. Menschen, die vor 2 Wochen noch nicht wussten, wo die Ukraine liegt, schlagen pl&ouml;tzlich auf alles ein, was russisch ist. Aber der normale Russe kann ja nichts daf&uuml;r, wenn die Regierung Russlands die Entscheidung trifft, ein anderes Land anzugreifen. Auch Deutschland macht da keine Ausnahme &ndash; im Gegenteil: Es schreit mit am lautesten, fordert die h&auml;rtesten Sanktionen. Zur Begr&uuml;ndung wird selbst das eigentlich schon entsorgte V&ouml;lkerrecht wieder aus der Tonne gezogen. W&auml;hrend es vor wenigen Tagen noch als Sakrileg galt, gegen Corona zu demonstrieren, weil man sich dann mit den Nazis gemein machte, gibt es derzeit eine politisch abgesegnete Querfront mit ultranationalistischen Ukrainern, weil es ja gegen Russland geht &ndash; und da m&uuml;ssen alle rechtschaffenden Menschen, egal welcher politischer Coleur, zusammenstehen. In jedem anderen denkbaren Krieg &ndash; beispielsweise gegen Frankreich &ndash; w&uuml;rde man als zivilisiertes Land den Gegner immer noch als Mensch achten und ihm gegen&uuml;ber bestimmte soziale Umgangsregeln einhalten, doch Russland gegen&uuml;ber brechen alle D&auml;mme. Warum ist das so?<\/p><p>In fr&uuml;heren Jahrhunderten bis hin zum 1. Weltkrieg, speziell zur Oktoberrevolution, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland deutlich besser, mit einem regen personellen Austausch, gerade auch unter den Eliten. Katharina die Gro&szlig;e ist da nur die Spitze des Eisberges. Au&szlig;erdem hat Russland Deutschland nie angegriffen, seit Napoleons Russlandfeldzug aber mehrmals befreit und zuletzt in die Wiedervereinigung entlassen. Eigentlich m&uuml;sste Deutschland also dankbar sein und aufgrund seiner Geschichte alles daf&uuml;r tun, um den Konflikt friedlich zu l&ouml;sen. Stattdessen beschlie&szlig;en wir Sanktionen, die nicht nur Russland schaden, und liefern schwere Waffen an die Ukraine, die den Krieg vermutlich nur verl&auml;ngern und auf beiden Seiten viele zus&auml;tzliche Leben kosten werden. <\/p><p>Wie kommt es also, dass Medien und Regierung, die ansonsten permanent auf political correctness achten und Wert darauf legen, die kleinste Randgruppe zu inkludieren, gegen&uuml;ber Russland ganz andere Ma&szlig;st&auml;be anlegen? Pl&ouml;tzlich wird &uuml;ber Russland und Wladimir Putin in einer Art geredet, die jeden zivilisatorischen Anstand vermissen l&auml;sst. Dabei wird dieses vieldimensionale Land, das &auml;hnlich wie Deutschland eine tiefe Tradition in Kunst und Wissenschaft hat, auf eine einzige Person verk&uuml;rzt, die zu einem hitler&auml;hnlichen Diktator stilisiert und v&ouml;llig entmenschlicht wird. So mancher Journalist f&uuml;hlt sich berufen, eine psychopathologische Ferndiagnose &uuml;ber diese Person abzugeben, ohne jemals auch nur eine einzige Rede von ihm gelesen zu haben. Das alles sagt einem Psychologen mehr &uuml;ber Deutschland als &uuml;ber das besprochene Subjekt.<\/p><p>Nat&uuml;rlich war die Tendenz schon in den letzten Jahren vorhanden. Es begann in dem Moment, als klar wurde, dass der neue Pr&auml;sident der Auspl&uuml;nderung seines Landes, wie es unter seinem Vorg&auml;nger Boris Jelzin normal war, Einhalt gebieten w&uuml;rde. Ab diesem Moment sprach man vom demokratisch gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten Russlands als &bdquo;Machthaber&ldquo; oder &bdquo;nationalistischer Autokrat&ldquo;, der sein Volk &bdquo;unterdr&uuml;ckt&ldquo; und &auml;hnlich &ndash; so als ob er der neue Zar w&auml;re und es in Moskau kein Mehrparteien-Parlament nach westlichem Vorbild g&auml;be. Der Ton versch&auml;rfte sich mit der Sezession der Krim, die in den Medien &uuml;bereinstimmend als Annexion interpretiert wurde. Doch jetzt ist die latente Russophobie in offenen Hass umgeschlagen, angefeuert durch einen massiven Emp&ouml;rungsjournalismus, und schlie&szlig;t auch gro&szlig;e Teile der ehemals systemkritischen Linken mit ein. Man spricht vom &bdquo;irren Despoten&ldquo; und vom &bdquo;Massenm&ouml;rder&ldquo;, der &bdquo;eiskalt&ldquo; das V&ouml;lkerrecht gebrochen hat und jede Entscheidung selbstherrlich allein f&auml;llen w&uuml;rde. Man vergleicht den &Uuml;berfall auf die Ukraine mit dem &Uuml;berfall Nazi-Deutschlands auf die Welt. Unsere Au&szlig;enministerin versteigt sich dahin, Russland wirtschaftlich &bdquo;ruinieren&ldquo; zu wollen &ndash; das w&uuml;rde richtig &bdquo;teuer&ldquo; werden! Bundeskanzler Scholz nennt Putins V&ouml;lkermord-Vorwurf an den Russen in der Ukraine &bdquo;l&auml;cherlich&ldquo; und h&auml;lt mit dem Beifall aller(!) Parteien eine militaristische Erm&auml;chtigungsrede im Bundestag: &bdquo;Putin, der Kriegstreiber&ldquo;, &bdquo;skrupellos&ldquo;, der die Ukraine &bdquo;von der Weltkarte tilgen will&ldquo;. Als Sahneh&auml;ubchen zaubert er noch schnell 100 Milliarden f&uuml;r die R&uuml;stung aus dem Hut &ndash; was h&auml;tten sich die unterbezahlten Sozialberufe &uuml;ber einen Bruchteil dieser Summe gefreut! Damit liegt Deutschland mit seinen R&uuml;stungsausgaben nun noch vor Russland. Anstatt &bdquo;Von deutschem Boden soll nie wieder ein Krieg ausgehen!&ldquo; hei&szlig;t es jetzt: &bdquo;Ab morgen wird zur&uuml;ckgeschossen!&ldquo;. Und die EU &ouml;ffnet alle Grenzen f&uuml;r fl&uuml;chtende Ukrainer &ndash; wir werden auch das noch schaffen.<\/p><p><em><strong>Die Entwicklung der letzten zwei Dekaden<\/strong><\/em><\/p><p>Jeder, der das Kriegsgeschehen beobachtet, wei&szlig;, dass es im Gegensatz zu Fl&auml;chenbombardements der NATO in Jugoslawien und im Irak bisher noch zu keinem in der Ukraine gekommen ist, dabei w&auml;re es der russischen Luftwaffe sicher ein Leichtes, das Land in k&uuml;rzester Zeit einfach plattzumachen. Wladimir Putin hat angek&uuml;ndigt, dass es nicht um die Eingliederung der Ukraine in die Russische F&ouml;deration geht, sondern um eine begrenzte milit&auml;rische Aktion zur Demilitarisierung und Entnazifizierung. Er betonte auch, dass die Angriffe nur milit&auml;rischen Zielen dienen, die Zivilbev&ouml;lkerung geschont und ukrainische Soldaten achtungsvoll behandelt werden sollen &ndash; also Regeln, die f&uuml;r einen Krieg eigentlich nicht r&uuml;cksichtsvoller sein k&ouml;nnten. All das wird hierzulande bewusst ignoriert oder als Propaganda abgetan. Die Wahrheit stirbt im Krieg immer zuerst, das wei&szlig; man seit Lord Ponsonbys 10 Regeln der Kriegspropaganda. Dabei hat Europa &ndash; allen voran auch Deutschland &ndash; 8 Jahre lang weggeschaut, als ultranationalistische Kr&auml;fte aus der Ukraine einen Apartheidstaat gemacht haben und auch alle Bem&uuml;hungen hintertrieben, das Problem mit den abtr&uuml;nnigen selbsternannten Volksrepubliken auf diplomatischem Wege im Rahmen des Minsk-II-Vertrages zu l&ouml;sen. Einen Versuch, sich in das russische Gegen&uuml;ber hineinzuversetzen und seine Perspektive einzunehmen, gab es nur von denen, die keine Macht haben &ndash; vorzugsweise einigen Linken &ndash; w&auml;hrend von den herrschenden politischen Institutionen nur Forderungen an Russland formuliert wurden, was dieses tun m&uuml;sse, um vom Westen freundlich als Vasall akzeptiert zu werden.<\/p><p>Wenn es um milit&auml;rische Interventionen geht, m&uuml;ssten Europa und die USA eigentlich brav den Mund halten &ndash; immerhin haben sie in den letzten 20 Jahren selbst so viele v&ouml;lkerrechtswidrige Kriege gef&uuml;hrt, dass es ihnen nicht anstehen d&uuml;rfte, Putin schon nach 6 Tagen einen &bdquo;Massenm&ouml;rder&ldquo; und &bdquo;Kriegsverbrecher&ldquo; zu nennen: Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmei&szlig;en. Doch hat die Doppelmoral auch in Deutschland eine lange Tradition.<\/p><p>Seit der Gr&uuml;ndung der BRD hat dieses Land, obwohl es aufgrund seiner Geschichte aufs H&ouml;chste zum Frieden verpflichtet w&auml;re und das auch im Grundgesetz verankert ist, mit unterschiedlichen Ma&szlig;st&auml;ben gemessen: Kriege der eigenen Verb&uuml;ndeten, vor allem der &bdquo;Schutzmacht&ldquo; USA, wurden verharmlost, Kriege des politischen Gegners dramatisiert. Nat&uuml;rlich wird jeder die eigenen Untaten sch&ouml;nreden und die des Gegners deutlich schwerer gewichten, das tut man schon aus Gr&uuml;nden der Psychohygiene. In den letzten 20 Jahren wurde still und heimlich das V&ouml;lkerrecht aus dem westlichen Sprachgebrauch entsorgt und durch &bdquo;regelbasierte Ordnung&ldquo; ersetzt, ein Euphemismus f&uuml;r das &bdquo;Recht des St&auml;rkeren&ldquo;. Auch das Grundgesetz wurde Schritt f&uuml;r Schritt ausgeh&ouml;hlt. Das erm&ouml;glicht es, dass nun auch deutsche Soldaten wieder in aller Welt mitmarschieren d&uuml;rfen. Proteste gegen die Kriege des eigenen Lagers gab es von offizieller Seite kaum, von Sanktionen ganz abgesehen. Das &bdquo;Nein&ldquo; Gerhard Schr&ouml;ders zum Irakkrieg war schon das h&ouml;chste der Gef&uuml;hle, wozu sich (West-)Deutschland in seiner Nachkriegsgeschichte hat hinrei&szlig;en lassen (und das vermutlich vorrangig aus wahltaktischen Gr&uuml;nden). Dar&uuml;ber hinaus haben lediglich ein paar linke Intellektuelle immer mal den Finger gehoben und harmlos-hilflos &bdquo;dududu&ldquo; gemacht oder sind folgenlos zu Osterm&auml;rschen auf die Stra&szlig;e gegangen, wie bei allen westlichen V&ouml;lkerrechtsbr&uuml;chen seit dem Koreakrieg.<\/p><p>Seit 9\/11 hat der Opportunismus in der gesteuerten &ouml;ffentlichen Meinung noch einmal extrem zugenommen, der alles rechtfertigt, was man selbst tut, da man ja per se der &bdquo;Gute&ldquo; ist. Auf der anderen Seite wird jeder Schritt des politischen Gegners d&auml;monisiert, weil dieser ja sowieso zur &bdquo;Achse des B&ouml;sen&ldquo; geh&ouml;rt. Da darf man auch jenseits des V&ouml;lkerrechtes ungestraft draufhauen, wovon im Nahen Osten ausgiebig Gebrauch gemacht wurde. Doch war die Berichterstattung &uuml;ber Saddam Husseins Einmarsch in Kuwait oder Baschar al-Assads Krieg gegen die islamistischen Rebellen in Syrien harmlos gegen&uuml;ber dem Sturm, der gerade gegen Russland losgebrochen ist. Doch was ist der Grund jenseits der russischen Frechheit, es zu wagen, gegen die Verteidiger der &bdquo;westlichen Werte&ldquo; aufzubegehren, in Deutschland auf eine nie dagewesene Weise jedes Ma&szlig; zu verlieren und in eine kollektive Hetze gegen Russland zu verfallen? Wieso wird Wladimir Putin moralisch noch unter den Taliban angesiedelt? <\/p><p><em><strong>These 1: Abspaltung <\/strong><\/em><\/p><p><em><strong>Die alte BRD in den Grenzen der 3 westlichen Besatzungszonen hat den Faschismus nur unvollst&auml;ndig aufgearbeitet und den Rest abgespalten!<\/strong><\/em><\/p><p>W&auml;hrend sich bis heute jeder Linke daf&uuml;r sch&auml;mt, was Stalin, Mao und Pol Pot im Namen des Kommunismus angerichtet haben &ndash; immerhin wird es ihnen von ihren Gegenspielern bei jeder Gelegenheit als &bdquo;Bl&uuml;ten des Kommunismus&ldquo; unter die Nase gerieben &ndash; hat es die westliche Propaganda erfolgreich geschafft, so zu tun, als ob Kapitalismus und Faschismus nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun h&auml;tten! Als ob Nazideutschland die individuelle Erfindung eines Machtneurotikers namens Adolf Hitler und als solches eine zuf&auml;llige Entgleisung und nicht das Ergebnis imperialistischen Profitstrebens und westlicher Geopolitik gewesen w&auml;re. Die Propaganda geht teilweise sogar so weit, zu behaupten, dass der Name &bdquo;Nationalsozialismus&ldquo; es ja schon nahe lege, dass er eigentlich eine linke(!) Despotie w&auml;re. Es gibt also eine v&ouml;llige Abspaltung des Faschismus im bundesdeutschen, sp&auml;tkapitalistisch gepr&auml;gten Kollektivbewusstsein: Wir haben damit nichts zu tun! <\/p><p>In Wirklichkeit war das 3. Reich nat&uuml;rlich die Organisationsform des deutschen Gro&szlig;kapitals und m&uuml;sste daher &bdquo;Hitlerkapitalismus&ldquo;, &bdquo;Hitlerimperialismus&ldquo; oder &bdquo;Nationalkapitalismus&ldquo; hei&szlig;en, wie man richtigerweise auch von Mussolinikapitalismus, Francokapitalismus und &auml;hnlichem sprechen m&uuml;sste! Nach dem 2. Weltkrieg wurden ein paar Exponenten des 3. Reiches in den N&uuml;rnberger Kriegsverbrecherprozessen geopfert, aber die zweite Riege der NSDAP-Kader durfte mit Billigung der Besatzungsm&auml;chte die politischen Institutionen der Bundesrepublik (Justiz, Milit&auml;r, Politik) aufbauen. Die gesamte wirtschaftliche und politische Elite war mit ehemaligen Mitgliedern der NSDAP durchsetzt. Das Konterfei Hans Globkes, der Mitverfasser der N&uuml;rnberger Rassengesetze war und der erster Nachkriegs-Chef des Bundeskanzleramtes wurde, h&auml;ngt immer noch im Kanzleramt. &Auml;hnliche Beispiele gibt es viele. Lieber Altnazis als Linke! Banken und Konzerne, die von Faschismus und Krieg profitiert hatten, existierten in den westlichen Besatzungszonen weiter und wurden durch den Marshallplan wieder in Stellung gebracht. Und w&auml;hrend in Westdeutschland mit amerikanischem Geld das Wirtschaftswunder erbl&uuml;hte, &uuml;bernahm die DDR die Reparationszahlungen an Russland. <\/p><p>Dass die alten M&auml;chtigen in der neuen BRD alles tun w&uuml;rden, ihren eigenen Anteil an der Katastrophe des 2. Weltkrieges aus dem &ouml;ffentlichen Bewusstsein zu tilgen, sollte jedem einleuchten. Daf&uuml;r war die sprachliche und gedankliche Trennung von Faschismus und Kapitalismus ein &uuml;beraus n&uuml;tzliches Werkzeug unter vielen. So kann man es kaum dem normalen B&uuml;rger aus den Altbundesl&auml;ndern anlasten, wenn er unf&auml;hig ist, den Faschismus als die Extremform des Kapitalismus zu erkennen, sondern beide f&uuml;r zwei unvereinbare Pole h&auml;lt: hier die kapitalistische Freiheit &ndash; dort die faschistische Despotie (Sie d&uuml;rfen sich jetzt gerne selbstkritisch hinterfragen). In der DDR wurde die Verbindung zwischen beiden immer gesehen, doch seit der &bdquo;Wiedervereinigung&ldquo; wird in den Schulen nat&uuml;rlich auch das altbundesdeutsche Narrativ gelehrt. Selbst junge Linke im Osten glauben zunehmend, dass die USA Deutschland vom Faschismus befreit hat und der Russe (mit-)schuldig am Krieg war.<\/p><p><em><strong>These 2: Verdr&auml;ngung<\/strong><\/em><\/p><p><em><strong>Die deutsche D&auml;monisierung Russlands beruht auf einer Mischung aus Antikommunismus und der verdr&auml;ngten Schuld am V&ouml;lkermord an 27 Millionen Russen.<\/strong><\/em><em> <\/em><\/p><p>Heutzutage wird in der Bundesrepublik jedes Jahr und zu Recht dem Holocaust und der Vernichtung der Sinti und Roma gedacht. Dieser Teil der Schattenarbeit wurde also geleistet. Die Unterteilung in &Uuml;ber- und Untermenschen nach rassistischen Gesichtspunkten ist in einer globalisierten Welt allerdings schon lange nicht mehr cool &ndash; Kontostand und Bekenntnis zu westlichen Werten sind f&uuml;r die Sortierung von Oberschicht und Fu&szlig;volk v&ouml;llig ausreichend und die Eliten aller L&auml;nder verstehen sich bestens. <\/p><p>Was aus der Schuld- und Gedenkkultur v&ouml;llig herausf&auml;llt, sind zwei andere Zielgruppen der Nazis: Kommunisten und Slawen. Die Russen liefen bei Adolf Hitler unter &bdquo;slawische bolschewistische (= kommunistische) Barbaren&ldquo;, den Affen n&auml;her als den Menschen. Dieses Bild wurde von den Medien nach 1933 &uuml;berall verbreitet. Die Weiten Russlands waren das, was das &bdquo;Volk ohne Raum&ldquo; unter Ausrottung der dortigen Bev&ouml;lkerung erobern wollte. Dieses Ansinnen erf&uuml;llt &uuml;brigens ganz klar den Tatbestand des V&ouml;lkermordes, weshalb es nicht wundern darf, wenn Russland da sehr sensibel ist. <\/p><p>Die andere Komponente ist der Bolschewismus als der Versuch einer alternativen, kooperativen Wirtschaftsweise. Der Kommunismus hat eine Parallele im kooperativen Grundprinzip der &bdquo;asiatischen Produktionsweise&ldquo; (Rudolf Bahro), weshalb vermutlich ausgerechnet Russland und China zum Vorreiter des Sozialismus wurden, wenn es auch aufgrund des &ouml;konomischen Entwicklungsstandes dort nur zu einer feudalen Variante reichte. In seinem Anspruch, das auf Konkurrenz und Profit beruhende Wirtschaftssystem &uuml;berwinden zu wollen, ist der Kommunismus ab seiner Entstehung der Erzfeind des Kapitalismus weltweit. Dieses Feindbild pr&auml;gte auch die BRD seit ihrer Gr&uuml;ndung, wie das Verbot der KPD 1956 und sp&auml;ter die Berufsverbote f&uuml;r Linke sowie der Kalte Krieg gegen den Ostblock belegen.<\/p><p>Die Russen verbinden also zweierlei Feindbilder in Personalunion: eine &bdquo;minderwertige&ldquo; Rasse UND den Kommunismus, wobei Letzterer bis heute als Feindbild aktuell ist. Das verhinderte es, die versuchte Ausrottung der Russen wie andere Formen des V&ouml;lkermords anzuerkennen. Die Aussage unseres aktuellen Bundeskanzlers Olaf Scholz, es w&auml;re &bdquo;l&auml;cherlich&ldquo;, wenn Wladimir Putin von V&ouml;lkermord spricht, reiht sich l&uuml;ckenlos in diese Ignoranz ein, genauso wie die Entziehung der Gemeinn&uuml;tzigkeit f&uuml;r den VVN (Verein der Verfolgten des Naziregimes). W&auml;hrend andere rein rassische Feindbilder, beispielsweise gegen&uuml;ber den Franzosen oder dem j&uuml;dischen Volk, weitgehend aufgel&ouml;st werden konnten, blieb das Feindbild Russland unter der d&uuml;nnen T&uuml;nche einer demokratischen Umgestaltung bis heute im kollektiven Unbewussten Deutschlands bestehen: Unsere Regierung feiert j&auml;hrlich die Landung in der Normandie, gedenkt in Yad Vashem in Jerusalem der 6 Millionen ermordeten Juden &ndash; aber keine bundesdeutsche Regierungsdelegation fuhr jemals nach Moskau, wenn dort j&auml;hrlich der 27 Millionen Kriegstoten &ndash; &uuml;berwiegend Russen &ndash; gedacht wird. Willy Brandt hat es nur bis zum Kniefall in Warschau geschafft, mehr war ihm leider nicht verg&ouml;nnt. <\/p><p>Auch wenn Russland unter Boris Jelzin von US-Beratern schon l&auml;ngst an den neoliberalen Weltkapitalismus angepasst wurde, ist Kooperation immer noch tief im kollektiven Bewusstsein von Russland bis China verwurzelt. Das dr&uuml;ckte sich im immer wieder an Westeuropa ge&auml;u&szlig;erten Wunsch nach Zusammenarbeit auf Augenh&ouml;he zwischen Ost und West aus, von Gorbatschow, Jelzin und viele Jahre lang auch von Putin vorgetragen. Der Westen, sich als Sieger des Konkurrenzkampfes zwischen Ost und West w&auml;hnend, kann nur in Hierarchien denken, wo jedes Land seinen Platz unterhalb des Hegemons hat und Russland als &bdquo;Regionalmacht&ldquo; (Barack Obama) einordnete. Selbst die vielgepriesene Demokratie erzeugt eine Hierarchie zwischen Gewinnern und Verlierern einer Wahl. Eine Kooperation auf Augenh&ouml;he ist in diesem System nicht vorgesehen, auch nicht unter den westlichen Staaten. Demzufolge lie&szlig; der Westen die Russen abblitzen: &bdquo;Ihr d&uuml;rft Euch unterordnen, uns eure Rohstoffe schenken &ndash; eure Sicherheitsinteressen interessieren uns nicht!&ldquo; Und nach einer Schamfrist von einigen Jahren ordnete sich auch der frischvereinigte US-amerikanische Satellitenstaat Deutschland wieder in den westlichen Chor ein und mischte kr&auml;ftig mit bei der NATO-Osterweiterung, bei der Abwertung Putins f&uuml;r seine an russischen Interessen orientierte &bdquo;renitente&ldquo; Politik und beim Putsch in der Ukraine 2014. <\/p><p><em><strong>These 3: Projektion<\/strong><\/em><\/p><p><em><strong>Deutschland braucht die Projektion seiner eigenen Schatten zum Abbau innerer Spannungen.<\/strong><\/em><\/p><p>Wenn ich sehe, wie mit Schaum vor dem Mund Russland und sein Pr&auml;sident verbal immer weiter in die N&auml;he von Hitlerdeutschland geredet werden, dann ist das meines Erachtens nichts anderes als eine Projektion, um die Verdr&auml;ngung der eigenen Geschichte nicht wahrnehmen zu m&uuml;ssen! Man leugnet etwas bei sich selbst und unterstellt es dem Gegen&uuml;ber. Das entlastet. Der Sieger schreibt zwar die Geschichte in seinem Sinne &ndash; aber er darf nicht erwarten, dass seine Verbrechen auch aus dem (kollektiven) Unbewussten gel&ouml;scht werden. Und alles, was verdr&auml;ngt wird, bahnt sich irgendwann wieder auf irgendeine Weise den Weg ans Licht &ndash; zum Beispiel als Projektion. Die aktuelle D&auml;monisierung Russlands dient damit dem Abbau innerer Spannungen, die durch die Verdr&auml;ngung erzeugt wird, und gleichzeitig der nationalen Identit&auml;tssicherung: Wir sind besser als die!<\/p><p>In der Zusammenschau wird deutlich, dass Deutschlands Eliten aufgrund ihrer Siegerattit&uuml;den, ihrer wirtschaftlichen Interessen und ihrer transatlantischen Abh&auml;ngigkeit es nicht nur nicht verstehen WOLLEN, sondern aufgrund des Verdr&auml;ngens der eigenen Schuld vermutlich auch nicht verstehen K&Ouml;NNEN, dass ein Land, das das Trauma von 27 Millionen Toten tr&auml;gt, keine Lust hat, die NATO als westliches Milit&auml;rb&uuml;ndnis direkt vor der Haust&uuml;r zu haben. Stattdessen gehen sie in die Projektion und tun so, als ob ihre eigene Vergangenheit &ndash; der totalit&auml;re Aggressor &ndash; Russlands Gegenwart w&auml;re.<\/p><p>Dabei ist die Ablehnung der NATO durch Russland nicht unbegr&uuml;ndet. Immerhin hat der westliche Imperialismus in den letzten 20 Jahren mindestens 7 v&ouml;lkerrechtswidrige Kriege aus wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen gef&uuml;hrt. Nat&uuml;rlich hat der Wolf Kreide gefressen und kommt in seiner Selbstdarstellung als Friedensengel daher. Aber jeder, der Marx gelesen hat, wei&szlig;, dass der Kapitalismus zur Akkumulation des Kapitals 3 Hauptwege hat: billige Rohstoffe, billige Arbeitskr&auml;fte, neue Absatzm&auml;rkte. Daf&uuml;r schreckt er vor nichts zur&uuml;ck. Nachdem der Versuch des Westens, sich die Rohstoffe Sibiriens auf friedliche Weise einzuverleiben, dank Putin gescheitert ist, muss Russland davon ausgehen, dass er es sich mit Gewalt holt &ndash; daf&uuml;r ist sein Rohstoffreichtum einfach zu verlockend. Um das zu erkennen und darauf zu reagieren, muss man kein &bdquo;durchgeknallter Diktator&ldquo; sein &ndash; daf&uuml;r reicht rationales Denken und Verantwortungsbewusstsein im Interesse des Volkes, das man vertritt, v&ouml;llig aus. Das rechtfertigt nicht den Bruch des V&ouml;lkerrechts, den Russland nun seinerseits begangen hat, macht ihn aber nachvollziehbar. Obwohl Russland versucht, auf die westlichen Sanktionen symmetrisch zu antworten, h&auml;lt es sich in seiner Propaganda, die es nat&uuml;rlich auch betreibt, vornehm zur&uuml;ck: Verbale Entgleisungen &aacute; la &bdquo;Killer&ldquo;, &bdquo;Hitler&ldquo; oder &bdquo;Monster&ldquo; wird man bei Wladimir Putin und anderen russischen Pers&ouml;nlichkeiten &ndash; anders als bei unseren Politikern &ndash; nicht finden, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart, daf&uuml;r sind diese &bdquo;Barbaren&ldquo; dann doch zu kultiviert. <\/p><p><em><strong>These 4: Wiederholungszwang<\/strong><\/em><\/p><p><em><strong>Solange Deutschland den Faschismus nicht vollst&auml;ndig aufgearbeitet und integriert hat, l&auml;uft es Gefahr, immer wieder in dasselbe Muster zu geraten.<\/strong><\/em><\/p><p>Projektion ist nicht die einzige m&ouml;gliche Reaktion auf die Abspaltung und Verdr&auml;ngung der deutschen Geschichte. Ein anderer psychischer Mechanismus ist der Wiederholungszwang: Alles, was nicht integriert wurde, wird so lange wiederholt, bis es bewusst begriffen und integriert worden ist. So wundert es nicht, dass seit Corona der Totalitarismus in neuem Gewande aufersteht und Deutschland dabei den Scharfmacher in Europa gibt. Im Zuge dessen &auml;hnelt die deutsche Gesellschaft immer mehr dem, was sie Russland vorwirft: Untertanengeist und Blockwartmentalit&auml;t bl&uuml;hen, der Meinungskorridor verengt sich zunehmend, alternative Medien werden diffamiert oder verboten und die Ideologie einzelner Interessenvertreter bestimmen in offenbarungsreligi&ouml;ser Weise die &ouml;ffentliche Meinung, wogegen der rationale Diskurs der Meinungsvielfalt weitgehend unterdr&uuml;ckt wird. Die Gesellschaft wird holzschnittartig in Gut und B&ouml;se unterteilt und die Politik wird immer undemokratischer. Das Land wurde in den letzten Jahren haupts&auml;chlich von einer Einzelperson dominiert, die &auml;hnlich lange an der Macht war wie Wladimir Putin, und niemand kann garantieren, dass es unter Olaf Scholz anders wird. Dabei sollte man sich bewusst sein, dass es in der gesamten Weltpolitik niemals um die Willk&uuml;r einzelner Personen geht, sondern dass diese immer nur Repr&auml;sentanten derer sind, die wirklich die Macht haben, sowie Ausdruck systemischer Mechanismen und psychischer Verstrickungen. Das hei&szlig;t, dass der einzelne Politiker seiner Rolle verpflichtet ist und dieser nur eine individuelle Note verleihen, aber nicht v&ouml;llig ausbrechen kann. Das gilt f&uuml;r J. Biden und W. Putin genauso wie f&uuml;r unseren Bundeskanzler. Au&szlig;erdem wird das deutsche Volk schon seit vielen Jahren mental auf den n&auml;chsten Krieg vorbereitet und von nun an auch milit&auml;risch hochger&uuml;stet. Mit Jason Brennan gesagt: Die Hooligans marschieren, die Hobbits laufen mit, und ein paar Vulkanier erheben warnend die Stimme (J. Brennan: &bdquo;Gegen Demokratie: Warum wir die Politik nicht den Unvern&uuml;nftigen &uuml;berlassen d&uuml;rfen&ldquo;). Ein bisschen erinnert mich das an &bdquo;Das Bildnis des Dorian Gray&ldquo;: Der sch&ouml;ne Schein der Demokratie wird verbal noch gewahrt, doch hinter dem Schleier verzerrt sich das Gesicht immer mehr zur Fratze eines neuen (umgekehrten) Totalitarismus (nach Sheldon S. Wolin). Letztendlich ist es nichts anderes als die Wiederholung dessen, was Max Horkheimer treffend so zusammengefasst hat:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten mit den terroristischen Mitteln des Faschismus. Deshalb sollte vom Faschismus schweigen, wer nicht auch vom Kapitalismus reden will.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Erstaunlicherweise sind die (&auml;lteren) Ostdeutschen &ndash; selbst wenn sie Gegner des DDR-Systems waren &ndash; bei der D&auml;monisierung Russlands deutlich zur&uuml;ckhaltender und differenzierter. Vermutlich war die Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone zumindest auf Russland bezogen effektiver: Die Nazis und Kapitalisten waren vor den Russen, soweit es ihnen m&ouml;glich war, in die westlichen Besatzungszonen gefl&uuml;chtet. Ihr Besitz wurde eingezogen und verstaatlicht. Statt Altnazis &uuml;bernahmen Linke den Aufbau einer kooperativen Gesellschaft nach stalinistisch-russischem Vorbild. Daran kann man berechtigterweise viel kritisieren, was letztendlich auch zur Wende f&uuml;hrte, doch zumindest wurde der Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Faschismus niemals weggelogen. Jedes Kind wusste, welchen Blutzoll Russland im 2. Weltkrieg gebracht hatte und kannte das sowjetische Ehrenmal in Berlin-Treptow. Der Besuch einer KZ-Gedenkst&auml;tte geh&ouml;rte in den oberen Klassen zum Pflichtprogramm, wo aller Ermordeten gedacht wurde, auch der Kommunisten und Russen. Und nat&uuml;rlich kennen viele Menschen in der ehemaligen DDR Russland auch aus eigener Anschauung und wissen, dass ein Schwarz-Wei&szlig;-Bild zu kurz greift. M&ouml;glicherweise spielt es f&uuml;r den Unterschied in der Reaktion auf die aktuelle Situation auch eine Rolle, dass das Deutsche Reich als Ganzes vom Hitlerfaschismus von au&szlig;en befreit wurde, dass es die Ostdeutschen aber allein geschafft haben, sich von der autorit&auml;ren Bevormundung ihres Sozialfeudalismus zu l&ouml;sen. Das schafft Selbstbewusstsein. (Wer jetzt glaubt, die ostdeutschen Neo-Nazis als Gegenargument ins Feld f&uuml;hren zu k&ouml;nnen: Das sind &uuml;berwiegend Nachwendekinder, die in den von Helmut Kohl versprochenen &bdquo;bl&uuml;henden Landschaften&ldquo; der &ouml;stlichen Bundesl&auml;nder gro&szlig; geworden sind und von westdeutschen NPD-Kadern trainiert wurden!)<\/p><p><em><strong>Therapievorschlag<\/strong><\/em><\/p><p>Wenn ein Individuum schwere Verletzungen oder schuldhafte Handlungen abspaltet oder verdr&auml;ngt, wird es in Zukunft neben der Projektion auch viel psychische Energie daf&uuml;r aufwenden m&uuml;ssen, das Verdr&auml;ngte im Unbewussten zu halten, um es ja nicht bewusst werden zu lassen. Projektionen dienen dabei nur als kurzfristiger Blitzableiter um Spannung abzubauen, ohne die Verletzung wirklich zu heilen. Das hei&szlig;t, dass dieser Mensch nicht f&auml;hig ist, wirklich frei und selbstbestimmt zu leben. Psychotherapie versucht, diesen Prozess umzukehren, indem das Individuum sich dem Verdr&auml;ngten stellt, es bewusst werden l&auml;sst, die damit verbundenen Gef&uuml;hle f&uuml;hlt &ndash; meist Schmerz, Schuld und Scham &ndash; und das Verdr&auml;ngte als Teil seiner eigenen Lebensgeschichte integriert. Dadurch wird dieser Mensch selbstbewusster, freier und psychisch resistenter gegen&uuml;ber neuen Verletzungen. <\/p><p>Ich gehe davon aus, dass die gleichen Grundgesetze, die eine einzelne Person determinieren, grunds&auml;tzlich auch f&uuml;r die kollektive Psyche einer Gesellschaft gelten. Daraus l&auml;sst sich ableiten, dass auch Deutschland als Ganzes auf Dauer nicht umhinkommen wird, sich der oben beschriebenen Abspaltung und Verdr&auml;ngung zu stellen. Das hei&szlig;t, dieses Thema muss durch eine &ouml;ffentliche Auseinandersetzung in das eigene Bewusstsein geholt und als Teil der deutschen Geschichte anerkannt werden. Das betrifft nicht nur die Fehlinterpretation des Faschismus als zuf&auml;lliges Ereignis oder den V&ouml;lkermord an den Russen, sondern auch die jahrzehntelange Verdr&auml;ngung dieser beiden Fakten in der Nachkriegszeit. Neben den Medien h&auml;tte auch die Regierung eine Verantwortung, indem sie beispielsweise im eigenen Land die Gedenkst&auml;tten pflegt, den 8. Mai als Tag der Befreiung Deutschlands w&uuml;rdigt und mit einer offiziellen Delegation auch in Russland daran teilnimmt. Dar&uuml;ber hinaus sollte Deutschland anerkennen, dass es nicht nur Israel, sondern auch Russland gegen&uuml;ber eine besondere Verantwortung hat. Da das Thema ein Teil der j&uuml;ngeren deutschen Vergangenheit ist, sollte es &auml;hnlich wie der Holocaust Eingang in die Geschichtsb&uuml;cher erhalten, um auch nachwachsende Generationen dar&uuml;ber zu informieren, was ein rassisch begr&uuml;ndeter Faschismus anrichten kann. <\/p><p>Vermutlich wird es im ersten Moment schmerzhaft sein, mit so viel Schuld und Scham konfrontiert zu werden. Allerdings hat Deutschland es geschafft, seine Schuld und Scham dem j&uuml;dischen Volk gegen&uuml;ber anzunehmen, auch den Sinti und Roma, den Polen, Franzosen und allen anderen V&ouml;lkern gegen&uuml;ber, &uuml;ber das es sich erhoben hatte &ndash; warum sollte es Russland gegen&uuml;ber nicht gehen? Die DDR hat mit ihrer Erinnerungskultur bewiesen, dass man daran nicht zerbricht, sondern bewusster daraus hervorgeht. Solange das nicht geschehen ist, werden sich weiterhin sympathische Intellektuelle aus Ost und West streiten, weil sie nicht merken, dass bei aller &Auml;hnlichkeit des Wissens jeder von ihnen der Vertreter eines anderen gesellschaftlichen Kontextes und damit eines anderen kollektiven Unbewussten ist. Doch wenn das Drama des Faschismus allen(sic!) Deutschen in seiner vollst&auml;ndigen(sic!) Ganzheit bewusst geworden ist, wird es diesen Streit vermutlich nicht mehr geben.<\/p><p>Die Erkenntnis, dass der Faschismus die extremste Form des Kapitalismus ist, wird die Menschen der aktuellen Wirtschaftsweise gegen&uuml;ber kritischer werden lassen und zugleich dem Neofaschismus vorbeugen. Die Einsicht, dass eine auf Konkurrenz aufbauende Wirtschaftsform im Endeffekt niemals dem Leben als Ganzem dienen kann, w&uuml;rde zur Suche nach einer Alternative f&uuml;hren, die unter Ber&uuml;cksichtigung der Erfahrungen des Ostblocks ganz bestimmt nicht noch einmal in eine Zwangskollektivierung f&uuml;hren w&uuml;rde, sondern sich in eine Richtung bewegen k&ouml;nnte, die individuelle und kollektivistische Aspekte integriert, wie es beispielsweise die Gemeinwohl&ouml;konomie tut.<\/p><p>Deutschland ist zwar inzwischen wirtschaftlich wieder sehr stark, hat aber seine au&szlig;enpolitische Verantwortung weitgehend an die EU und die NATO delegiert oder l&auml;sst sich gleich ganz von den USA bevormunden\/vertreten. Eine vollst&auml;ndige Integration der Schatten der Vergangenheit w&uuml;rde auch dazu f&uuml;hren, wieder in die eigene Kraft zu kommen und ein gesundes nationales Selbstwertgef&uuml;hl zu entwickeln, fern v&ouml;lkischer &Uuml;berheblichkeit oder nationaler Selbstzerknirschung. Aus dieser Kraft heraus w&auml;re es m&ouml;glich, wirklich verbindend zwischen V&ouml;lkern zu wirken oder auch die eigenen Interessen gegen den Vormund USA selbstbewusst zu vertreten. Dazu geh&ouml;rt in erster Linie ein unbedingter Wille nach Frieden, der ganz sicher nicht mit einer hemmungslosen Aufr&uuml;stung zu erreichen ist. Au&szlig;erdem w&uuml;rde es &uuml;berfl&uuml;ssig, den eigenen Schatten auf andere V&ouml;lker oder deren Pr&auml;sidenten zu projizieren, sondern diesen selbst in Zeiten eines Konfliktes mit Achtung und rationaler Sachlichkeit zu begegnen. Nach der R&uuml;cknahme der Projektion k&ouml;nnte Deutschland das tun, was aus seiner Geschichte heraus im Moment seine vornehmste Aufgabe w&auml;re: zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Die Verletzungen zwischen diesen beiden L&auml;ndern scheinen deutlich &auml;lter und komplizierter zu sein als nur der Putsch von 2014. Die tats&auml;chliche Aufarbeitung der deutschen faschistischen Vergangenheit w&uuml;rde auch dazu f&uuml;hren, die Asow-Bataillone, die Bandera-Verehrung und die juristische und faktische Diskriminierung ethnischer Minderheiten in der Ukraine als das zu benennen, was es sind: faschistische Tendenzen &ndash; anstatt dieses von korrupten Oligarchen dominierte Land weiter als EU-tauglichen, demokratischen Musterstaat zu idealisieren. <\/p><p><em><strong>Aussichten f&uuml;r die nahe Zukunft<\/strong><\/em><\/p><p>Die Gegenwart sieht leider nicht so rosig aus. Deutschland als Ganzes hat meines Erachtens diese kollektive Selbstreflexion bisher noch nicht geleistet und stattdessen das, was in der DDR schon an Schattenarbeit geschehen ist, gleich mit verdr&auml;ngt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es bis heute keine eigenst&auml;ndige Politik macht, sondern genauso wie die Ukraine ein Spielball der USA ist. Getrieben durch seine transatlantischen Eliten, in denen &ndash; wie auch im Rest des Volkes &ndash; die faschistische deutsche Vergangenheit unbewusst weiter ihr Unwesen treibt, rennt es genau in die Gegenrichtung des Friedens: in einen neuen gro&szlig;en Krieg. Daf&uuml;r wirft unsere Regierung alle antimilitaristischen Grunds&auml;tze, die die V&auml;ter des Grundgesetzes nach zwei von Deutschland verursachten Weltkriegen nicht zuf&auml;llig in die Verfassung geschrieben hatten, &uuml;ber den Haufen. Christian Lindner (FDP) tr&auml;umt von der &bdquo;schlagkr&auml;ftigsten Armeen Europas&ldquo; und Friedrich Merz als aktueller CDU-Vorsitzender redet schon vom &bdquo;Einsatz der NATO gegen Russland&ldquo;. Wieder einmal soll durch Deutschland die Welt genesen &ndash; dieses Mal an westlichen Werten. Da kann ich nur hoffen, dass unsere politischen Eliten Bertold Brechts ber&uuml;hmtes Gedicht von den 3 Kriegen Karthagos noch im Hinterkopf haben &ndash; das w&auml;re dann der dritte!<\/p><p>Soweit ein paar &Uuml;berlegungen aus der psychologischen Perspektive &uuml;ber das Verh&auml;ltnis Deutschlands zu Russland. Aber m&ouml;glicherweise ist es alles ganz anders oder nur meine subjektive Wirklichkeitskonstruktion, um mir Unerkl&auml;rbares zu erkl&auml;ren &ndash; wer kann das schon genau wissen?<\/p><p>Titelbild: mentalmind \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>Gotthilf Freudenreich<\/strong> ist das Alter Ego eines unangepassten Menschen, der in der DDR aufwuchs, mit 16 gegen die Ausb&uuml;rgerung Biermanns protestierte und seitdem &mdash; in der Hoffnung auf einen besseren Sozialismus &mdash; als Dissident aktiv war. Die Wiedervereinigung erlebte er als Wechsel von sozialfeudalistischer Bevormundung zu egoistischem Irrsinn. Den Traum von einer gerechten Welt gibt er dennoch nicht auf &mdash; nur als &bdquo;links&ldquo; bezeichnet er sich heute nicht mehr.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Angriff auf das ruhige Gewissen unseres Volkes. Von <strong>Gotthilf Freudenreich<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81704#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] &ndash; Die ganze Welt besch&auml;ftigt sich mit dem v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg Russlands. Dazu kann ich nicht viel sagen &ndash; die Sachlage ist verworren, die Urteile scheinbar klar. Stattdessen m&ouml;chte ich die Situation gerne als Spiegel benutzen und meinen Blick auf Deutschland richten, um<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81704\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":81708,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,159,201,123,171],"tags":[2871,3058,1945,1917,2175,909,2250,466,2798,915,259,831,922,260,1703,966],"class_list":["post-81704","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-ideologiekritik","category-kampagnentarnworteneusprech","category-militaereinsaetzekriege","tag-antikommunismus","tag-diffamierung","tag-faschismus","tag-genozid","tag-interventionspolitik","tag-kapitalismus","tag-nachkriegszeit","tag-nato","tag-psychoanalyse","tag-putin-wladimir","tag-russland","tag-scholz-olaf","tag-totalitarismus","tag-ukraine","tag-voelkerrecht","tag-weltkrieg"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/shutterstock_2079815983.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81704"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81704\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81757,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81704\/revisions\/81757"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/81708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}