{"id":81796,"date":"2022-03-11T08:59:44","date_gmt":"2022-03-11T07:59:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81796"},"modified":"2022-03-11T10:05:11","modified_gmt":"2022-03-11T09:05:11","slug":"wenn-sie-kein-brot-haben-dann-sollen-sie-doch-kuchen-essen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81796","title":{"rendered":"\u201eWenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Was ist los mit denen &bdquo;da oben&ldquo;? Drehen die v&ouml;llig am Rad? Und was ist los mit uns &bdquo;hier unten&ldquo;? Wir, die das Drehen am Rad mitmachen oder zu wenig aufstehen, erkennen und konstatieren w&uuml;tend und ohnm&auml;chtig, dass Fakt ist, Ihr Faktenchecker hergeh&ouml;rt, mitgelesen: Die Volksvertreter, Repr&auml;sentanten, die das Ruder in der Hand halten, vertreten die vielen Menschen, Volk genannt, nicht (mehr). Sie vertreten anderer Leute Interessen. M&auml;chtige. Verbal wird gerade (wiedermal) aufger&uuml;stet, dass man nur noch sprachlos ist. Baerbock, Lindner, Gauck, die Liste l&auml;sst sich lange fortsetzen &ndash; ihre Wortmeldungen formulieren sie alles andere als das Volk vertretend. Deren S&auml;tze stimmen uns alle vielmehr darauf ein, dass wir den G&uuml;rtel mehr als enger schnallen m&uuml;ssen. Eins verschweigen die Herrschaften indes: sie selbst m&uuml;ssen den G&uuml;rtel nicht enger schnallen. Eine Kritik von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6358\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-81796-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220310-Wenn-sie-kein-Brot-haben-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220310-Wenn-sie-kein-Brot-haben-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220310-Wenn-sie-kein-Brot-haben-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220310-Wenn-sie-kein-Brot-haben-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=81796-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20220310-Wenn-sie-kein-Brot-haben-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"20220310-Wenn-sie-kein-Brot-haben-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Und nebenbei: Warum muss es &uuml;berhaupt ein G&uuml;rtel-enger-Schnallen geben? Warum sollen wir uns hier und anderswo vom prallen Leben abwenden? Wir h&auml;tten es in der Hand, uns alle kraftvoll und opulent dem Leben, dem Frieden, dem Zusammensein zu widmen. Allein, es gibt Menschen, die sich dem in den Weg stellen, die Baerbocks und &hellip; <\/p><p>Ich kenne keinen Menschen in meinem Umfeld, welcher es Klasse findet, was gerade Leute in gehobenen Positionen in den letzten Tagen in die Mikrofone gesagt und in die Schreibbl&ouml;cke der f&uuml;hrenden Journalisten der f&uuml;hrenden Massenmedien des Landes diktiert haben. Drei nur mal so zur Auswahl.<\/p><p>Im Tagesspiegel (Berlin): <\/p><blockquote><p>\nBaerbock zur Ukraine-Krise: &bdquo;Deutschland ist &bdquo;bereit, einen hohen wirtschaftlichen Preis zu zahlen&ldquo;.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Spiegel (Hamburg):<\/p><blockquote><p>\nChristian Lindner sagt: &bdquo;Wir m&uuml;ssen gemeinsam erkennen, dass es auch unser Beitrag zur Solidarit&auml;t mit der Ukraine ist, negative Auswirkungen in Kauf zu nehmen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>ARD-Sendung Maischberger (Mainz):<\/p><blockquote><p>\nJoachim Gauck sieht hier auch die deutsche Bev&ouml;lkerung in der Pflicht, Einbu&szlig;en hinzunehmen. &bdquo;Wir k&ouml;nnen auch einmal frieren f&uuml;r die Freiheit und wir k&ouml;nnen auch einmal ein paar Jahre ertragen, dass wir weniger an Lebensgl&uuml;ck und Lebensfreude haben&ldquo;, sagte der fr&uuml;here Bundespr&auml;sident.\n<\/p><\/blockquote><p>Da geht&rsquo;s schon los: Wir. Aha. Wir ist eine sch&ouml;ne Einheit. Alle in einem Boot. Verstehe. Und ja, wir k&ouml;nnen nicht alle agieren, daf&uuml;r gibt es ja Entscheider. Wir sind also vertreten von Ministern, hier der Au&szlig;enministerin, dem Finanzminister, oder vom ehemaligen Bundespr&auml;sidenten mit seinen verbalen Erg&uuml;ssen. Die machen das schon. Ihre Mikrofone sind stets offen, Deutungshoheit inklusive. Gut, sie sind es und sie tun es, sie treten als unsere Vertreter auf und sie stellen sich hin und reden stets in Wir-Form. Doch da ist schon der Haken: die andere Seite des &bdquo;Wir&ldquo; sp&uuml;rt: Die Gesamtheit wird nicht vertreten. Der Teil des ganzen Wir, die einfachen Menschen, so auch die aus meiner pers&ouml;nlichen Umgebung, ich eingeschlossen, die sagen stets und immer ungeschminkt, offen, ehrlich, was los ist, weil sie jedes Recht dazu haben und stets und immer und ungeschminkt das pralle, wahre Leben leben und auszuhalten haben. Sie entgegnen den Ministern und W&uuml;rdentr&auml;gern: Nein, Ihr Baerbocks, Lindners, Gaucks &ndash; Ihr seid nicht Teil vom Wir, Ihr seid Ihr und drum so abgehoben, dass es schmerzt. <\/p><p>Schlimmer noch: Ihr k&ouml;nnt genau das sagen, was Ihr so sagt, und es tun. Was passiert, nutzt Euch und schadet uns. Ihr k&ouml;nnt die Menschen am Nasenring durch die Manege f&uuml;hren, Ihr k&ouml;nnt ohne Konsequenzen sagen, dass Ihr f&uuml;r alle sprecht, dass Ihr wisst, was Volkes Seele f&uuml;hlt. Nein, Ihr wisst es nicht, was Phase ist. Oder schlimmer: Ihr wisst es. Doch ist es Euch egal. Ihr habt eine enorme Macht und Ihr wisst um Eure Abgehobenheit, die der Macher, der Entscheider, der W&uuml;rdentr&auml;ger, der Amtstr&auml;ger, der Leute in der Kategorie &bdquo;Oben&ldquo; in unserer Gesellschaft. Die vielen Menschen, sie sind f&uuml;r Euch nur eine gro&szlig;e statistische Gr&ouml;&szlig;e. Hauptsache, jeden Monat ist Euer Honorar, sind Eure Pfr&uuml;nde gesichert, geh&ouml;rt Ihr dazu. <\/p><p>Der Amtseid lautet aber, sobald Ihr die Hand hebt, um Euren Job anzutreten, als Minister, als Pr&auml;sident:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich schw&ouml;re, da&szlig; ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erf&uuml;llen und Gerechtigkeit gegen jedermann &uuml;ben werde. So wahr mir Gott helfe.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Gegen&uuml;berstellung zu &bdquo;&hellip;Schaden abwenden&hellip;&ldquo; lautet bei Euch dann:<\/p><p>Baerbock: &bdquo;Deutschland ist &bdquo;bereit, einen hohen wirtschaftlichen Preis zu zahlen&ldquo;.&ldquo;<br>\nLindner: &bdquo;&hellip;negative Auswirkungen in Kauf zu nehmen.&ldquo;<br>\nGauck: &bdquo;&hellip;wir k&ouml;nnen auch einmal ein paar Jahre ertragen, dass wir weniger an Lebensgl&uuml;ck und Lebensfreude haben.&ldquo;<\/p><p>Die Leute, die f&uuml;r das &bdquo;Wir&ldquo; stehen, sind w&uuml;tend. Das steht fest. Nach zwei Jahren Pandemie-Katastrophe, die mit dem gleichem Personal, Euch, mit gleicher Arroganz und Machtherrlichkeit im Handeln samt all der Ma&szlig;nahmenorgien geschah und noch immer schwelt, nach dieser langen Zeit habt Ihr, die Entscheider, weiter die Frechheit, immer weiterzumachen und nun mit dem neuen Kapitel loszuschlagen: Krieg, kalter mit Option auf hei&szlig;er Krieg, Wirtschaftskrieg. Zum Nutzen f&uuml;r &ndash; wenige.   <\/p><p>Ja, es herrscht Krieg, ja, (noch) nicht hier, aber es wird schon so getan, es wird mobil gemacht mindestens, es wird der Krieg bef&ouml;rdert. Die vielen Kriege der Welt werden wenig besprochen, nicht in Zweifel gezogen, sonst w&uuml;rde man ja tagt&auml;glich neben der Ukraine vom Jemen, vom Sudan, von Libyen, von Mexiko, vom Gazastreifen, Syrien\/T&uuml;rkei und so weiter Neues erfahren und dazu vermeldet bekommen, dass Ihr, unsere Abgeordneten, Minister, Pr&auml;sidenten usw. innig und voller Tatendrang so agieren: Ich schw&ouml;re, da&szlig; ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden,&hellip;&ldquo; Also Friedenspl&auml;ne vorschlagen, Reisen, Zusammenarbeit, Solidarit&auml;t und denen Einhalt gebieten, die z&uuml;ndeln, hetzen, kaputtmachen.<\/p><p>So aber? Es f&auml;llt einem Historisches ein. Der Baerbocks, Lindners, Gaucks und weiteren Pers&ouml;nlichkeiten Worte klingen wie einst im sp&auml;ten Mittelalter. Die Not ist nicht zu verhehlen und doch&hellip; <\/p><p>&bdquo;Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Kuchen essen!&ldquo; Der Satz wird Marie Antoinette in den Mund gelegt, der damals 34 Jahre jungen K&ouml;nigin von Frankreich. Sie feierte luxuri&ouml;se Feste in Versailles, w&auml;hrend das Volk in Paris hungerte. Dieser Gegensatz f&uuml;hrte zum Sturm auf die Bastille, zur Franz&ouml;sischen Revolution. Der Satz steht daf&uuml;r, wie Welten auseinanderfallen, wenn es genug ist. Die Elite hatte keine Ahnung (mehr), wie die Gesellschaft au&szlig;erhalb ihrer Schl&ouml;sser aussah. Das Volk darbte, die K&ouml;nigin lebte im Prunk des K&ouml;nigshofs. Der Gegensatz war so gro&szlig;, dass es krachte. Lang ist das her, ja? Und heute? Die Gefahr schwillt an, Reich und Arm triften weiter auseinander. Parallelgesellschaften sind zu sehen, hier die einen im Luxus-Ghetto, dort die anderen im sozialen Brennpunkt-Viertel. Statistik zu bem&uuml;hen, ist leicht, im Internet kurz gesucht: &bdquo;Die britische Hilfsorganisation Oxfam hat vor kurzem ihren Bericht vorgelegt, wie Reichtum weltweit verteilt ist. Das Ergebnis ist dramatisch: Die 85 reichsten Menschen besitzen so viel wie die arme H&auml;lfte der Welt.&ldquo;<\/p><p>Was f&uuml;r die Welt gilt, ist auch hier zu beobachten. Das Handeln dazu von den bisher genannten Pers&ouml;nlichkeiten steht im Widerspruch zum Amtseid, ist voller Emp&ouml;rung zu sagen. Dabei w&auml;re es leicht, gut f&uuml;r ein Wir zu agieren. Es br&auml;uchte nur einen politischen Willen. Beispiel? Den Mindestlohn zu erh&ouml;hen, die Mieten zu senken, daf&uuml;r fehlt der Wille &ndash; also gibt es das nicht. Die R&uuml;stungsausgaben &ndash; sogar aus einem Sondertopf (wo hat diesen der Herr Scholz nur auf ein Mal her?) &ndash; werden angehoben, die Zahl, von 100 Mrd. Euro ist in aller Munde, daf&uuml;r ist der politische Wille da. Was ist politischer Wille? Der Wille der Herrschenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist los mit denen &bdquo;da oben&ldquo;? Drehen die v&ouml;llig am Rad? Und was ist los mit uns &bdquo;hier unten&ldquo;? Wir, die das Drehen am Rad mitmachen oder zu wenig aufstehen, erkennen und konstatieren w&uuml;tend und ohnm&auml;chtig, dass Fakt ist, Ihr Faktenchecker hergeh&ouml;rt, mitgelesen: Die Volksvertreter, Repr&auml;sentanten, die das Ruder in der Hand halten, vertreten<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81796\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":81797,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,165,11,132],"tags":[2665,764,675,687],"class_list":["post-81796","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-strategien-der-meinungsmache","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-baerbock-annalena","tag-gauck-joachim","tag-lindner-christian","tag-ungleichheit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/220311_eliten.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81796"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81803,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81796\/revisions\/81803"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/81797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}