{"id":81848,"date":"2022-03-13T09:00:28","date_gmt":"2022-03-13T08:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848"},"modified":"2022-03-11T14:03:40","modified_gmt":"2022-03-11T13:03:40","slug":"hinweise-der-woche-247","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h01\">Historiker Tooze: &ldquo;Wir f&uuml;hren einen Wirtschaftskrieg gegen Russland&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h02\">Zeitenwende ohne Zukunftschancen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h03\">Deutscher Spitzendiplomat Ischinger: &laquo;Es ist sch&auml;dlich, wenn westliche Politiker &ouml;ffentlich dar&uuml;ber spekulieren, ob und wie man Putin eliminieren k&ouml;nnte&raquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h04\">How Zelensky Made Peace With Neo-Nazis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h05\">Washingtons Umgang mit Russland war ein politischer Fehler epischen Ausma&szlig;es<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h06\">Millionen Menschen auf der Flucht, die Aktivierung der &bdquo;Massenzustromrichtlinie&ldquo; und die zahlreichen Folgefragen mit Blick auf die in Deutschland ankommenden Opfer der russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h07\">Gr&uuml;ne Mogelpackung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h08\">Das RKI hat dem Impfpflicht-Gesetzentwurf die Grundlage entzogen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h09\">Ahrtal-Katastrophe: Das Umweltministerium h&auml;tte vor der Flut warnen k&ouml;nnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848#h10\">Die Folgen der Klimakrise auf Pflanzen und Tiere<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Historiker Tooze: &ldquo;Wir f&uuml;hren einen Wirtschaftskrieg gegen Russland&rdquo; <\/strong><br>\nSTANDARD: Erleben wir gerade eine Z&auml;sur in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen?<br>\nTooze: Es ist zu fr&uuml;h, das zu beantworten. Es gibt Pr&auml;zedenzf&auml;lle f&uuml;r das, was geschieht. Zum Einsatz gegen Russland kommen die gleichen Mittel wie gegen den Iran. Das Be&auml;ngstigende an der aktuellen Situation ist, dass Sanktionen als Strafma&szlig;nahmen konzipiert sind, innerhalb eines Systems von stabiler Ordnung. [&hellip;]<br>\nDie Iraner sollten durch Sanktionen daran gehindert werden, sich Atomwaffen zu beschaffen. Die Russen sitzen auf dem zweitgr&ouml;&szlig;ten Atomwaffenarsenal, und es ist, als ob diese Binsenweisheit uns abhandengekommen w&auml;re und als w&uuml;rde jetzt Europa den gro&szlig;en Volkskrieg gegen Russland feiern. Am vergangenen Wochenende freute man sich &uuml;ber jede neue Waffenlieferung an die Ukraine und verga&szlig; diese andere Dimension, an die uns dann am Sonntag Putin erinnerte, als er die Atomstreitkr&auml;fte in Alarmbereitschaft versetzte. [&hellip;]<br>\nWenn eine Zentralbank wie die russische einige Hundert Milliarden Euro in Europ&auml;ischen Zentralbanken lagern l&auml;sst, dann nicht unter der Pr&auml;misse, dass sie &uuml;ber Nacht entrechtet wird und den Zugang verliert. Man mag dar&uuml;ber urteilen, wie man will. Ich sehe die Gr&uuml;nde klar, warum hier eingegriffen wird. Aber das ist auf gewisse Weise im Finanzsystem ein Zivilisationsbruch. Man hat das mit Afghanistan, Iran, Venezuela gemacht. Aber es gibt in der Weltordnung eine Hierarchie, und das ist das erste Mal, dass ein G20-Land wie Russland getroffen wird. [&hellip;]<br>\nEuropa ist reicher, weil Russland mit angegliedert ist. Die Abkoppelung ist mit erheblichen Kosten verbunden. Das sollte man nicht untersch&auml;tzen, das war eine unattraktive Dimension des Aufruhrs am vergangenen Wochenende: diese Russophobie, die aufgekommen ist. Es gab fast so etwas wie ein Vergn&uuml;gen daran, sich den Schaden, der durch die Sanktionen angerichtet wird, vorzustellen. Das ist sehr unsch&ouml;n und auch dumm.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000133861105\/wirtschaftshistoriker-tooze-wir-fuehren-einen-wirtschaftskrieg-gegen-russland%20\">Der Standard <\/a>\n<p><strong>dazu: Nachruf auf die Friedensunion<\/strong><br>\nMit dem Ukraine-Krieg werden die Karten in Europa neu gemischt. Deutschland gibt nicht mehr den Ton an, das Europaparlament spielt nur noch eine Statistenrolle. Und die Wirtschaft? Wird f&uuml;r den Krieg eingespannt.<br>\nDie EU stand einmal f&uuml;r das Versprechen, dass es nie wieder Krieg in Europa geben d&uuml;rfe. Die europ&auml;ische Wirtschaft sollte, so die Grundidee der Montanunion, zum ewigen Frieden beitragen. Sp&auml;ter wurden Binnenmarkt und Euro zu Garanten einer stabilen Friedensordnung erkl&auml;rt.<br>\nSo richtig gestimmt hat das leider nie, wie schon der Jugoslawienkrieg gezeigt hat. Ausgerechnet Deutschland und Frankreich, die die EU f&uuml;hren wollten, heizten den Konflikt mit unvereinbaren Positionen an. Auch die Eurokrise war kein Meisterst&uuml;ck der Friedensunion.<br>\nDoch nun ist es wohl endg&uuml;ltig vorbei mit der guten alten EU und ihren Prinzipien. Seit der russischen Invasion in der Ukraine zeigt sie ein v&ouml;llig anderes Gesicht. Der Friedensnobelpreistr&auml;ger des Jahres 2012 f&uuml;hrt zehn Jahre sp&auml;ter den totalen Wirtschaftskrieg gegen Russland.<br>\nDer Handel, der noch gestern als Vorbote von Wandel und Ann&auml;herung galt, wird nun f&uuml;r Bestrafung und Isolierung genutzt. Der offene europ&auml;ische Markt, auf den die EU so stolz war, wird abgeschottet, um Kremlchef Wladimir Putin zu schaden. Was gestern richtig war, ist heute falsch.<br>\nFrappierend ist, wie schnell das alles geht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/09-2022\/nachruf-auf-die-friedensunion\/\">Eric Bonse auf Makroskop<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: &Ouml;sterreich will Fl&uuml;ssigerdgas aus Golfemiraten als Ersatz f&uuml;r russisches Gas<\/strong><br>\nBundeskanzler Karl Nehammer (&Ouml;VP) reist am Sonntag und Montag gemeinsam mit Energieministerin Leonore Gewessler (Gr&uuml;ne) und Rohstoffministerin Elisabeth K&ouml;stinger (&Ouml;VP) in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Katar. Bei den kurzfristig angesetzten Gespr&auml;chen geht es vor allem um die Lieferung von LNG (Fl&uuml;ssigerdgas) aus den Golfemiraten an &Ouml;sterreich, um k&uuml;nftig unabh&auml;ngiger von russischem Gas zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000133864292\/oesterreich-will-fluessigerdgas-aus-golfemiraten-als-ersatz-fuer-russisches-gas%20\">Der Standard <\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers MM:<\/strong> Die VAE sind aktive Kriegspartei im Jemen, wo sie unter anderem den sezessionistischen S&uuml;d&uuml;bergangsrat unterst&uuml;tzen und zwischenzeitlich die strategisch wichtigen Sokotra-Inseln besetzt hielten. Katar hat ma&szlig;geblich an der Destabilisierung Syriens mitgewirkt. Beide L&auml;nder sind absolute Monarchien und f&uuml;r ausgepr&auml;gte Menschenrechtsverletzungen bekannt. Wien &ndash; und wohl auch Berlin &ndash; scheinen sich an solchen Details nicht zu st&ouml;ren. Es sind eben &ldquo;wichtige Partner&rdquo; &ndash; und keine Russen. Keine weiteren Fragen euer Ehren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Zeitenwende ohne Zukunftschancen<\/strong><br>\nDas 100-Milliarden-R&uuml;stungspaket von Olaf Scholz schafft keinen Schutz, sondern birgt Gefahren. Es ist die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung seit dem Ende des Kalten Krieges<br>\nDie &ldquo;Zeitenwende&rdquo;, von der Kanzler Scholz im Bundestag am Sonntag, dem 27. Februar dieses Jahres gesprochen hat, wischt mit einem Handstreich &uuml;berlebenswichtige Anliegen der Friedens&ouml;kologie und der sozialen Bewegung insgesamt vom Tisch. Keine Kampfdrohnen, Stopp der nuklearen Bedrohung, Abr&uuml;stung statt Aufr&uuml;stung, Stopp der Umgestaltung der Bundeswehr zur weltweiten Interventionsarmee, ein Grundgesetz des Friedens &ndash; all das tat der Kanzler mit ein paar S&auml;tzen ab.<br>\nDas zun&auml;chst positive Echo aus den Ampel-Parteien und die einhellige Zustimmung aus der CDU l&auml;sst erwarten, dass die Gegenkr&auml;fte zumindest kurzfristig nicht den notwendigen Zulauf erhalten, den sie in fr&uuml;heren Jahren erfahren hatten und der im Interesse einer sozial-&ouml;kologischen Wende dringendes Gebot f&uuml;nfzig Jahre nach dem Club-of-Rome-Bericht ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Zeitenwende-ohne-Zukunftschancen-6535381.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu More of the same<\/strong><br>\nDer 100 Milliarden-Euro-Zuschlag f&uuml;r die Bundeswehr ist alles andere als eine &bdquo;Kehrtwende&ldquo;. Im Gegenteil setzt er die Merkel&rsquo;sche Politik der symbolischen Beschwichtigung von Unmut bei gleichzeitiger Problemverschleierung und Diskussionsverweigerung pr&auml;zise fort.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/08-2022\/more-of-the-same\/\">Wolfgang Streeck auf Makroskop<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: 100-Milliarden-Sonderverm&ouml;gen: SPD-Senioren gegen Aufr&uuml;stung der Bundeswehr<\/strong><br>\nBundeskanzler Scholz will als Reaktion auf den russischen &Uuml;berfall auf die Ukraine die Bundeswehr mit einem Sonderverm&ouml;gen von 100 Milliarden Euro ausstatten. Die Senioren-AG der Partei spricht von einem &raquo;Irrweg&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundeswehr-spd-senioren-gegen-aufruestungsplaene-a-5fae5579-2fcf-41da-b214-3cc5cd5c9f99\">DER SPIEGEL<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deutscher Spitzendiplomat Ischinger: &laquo;Es ist sch&auml;dlich, wenn westliche Politiker &ouml;ffentlich dar&uuml;ber spekulieren, ob und wie man Putin eliminieren k&ouml;nnte&raquo;<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here Chef der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt eindringlich davor, die Konfrontation mit dem Kreml eskalieren zu lassen. Dazu geh&ouml;re auch die Sprache. Russlands Pr&auml;sident sei weder geistig krank noch verr&uuml;ckt. [&hellip;]<br>\nWovor ich allerdings dringend warnen m&ouml;chte, sind Spekulationen, ob der russische Pr&auml;sident m&ouml;glicherweise von allen guten Geistern verlassen worden sei oder geistig krank sei. Ich halte Putin f&uuml;r einen scharf kalkulierenden Kopf, der sich allerdings, was die Geschwindigkeit der Eroberung der Ukraine angeht, mit seinen Gener&auml;len versch&auml;tzt hat.<br>\nDas ist freundlich formuliert.<br>\nAch, wissen Sie, ich erinnere mich an den M&auml;rz 1999. Damals sagten Vier-Sterne-Gener&auml;le der Nato, dass die Bombardierung Belgrads nach sp&auml;testens f&uuml;nf Tagen vorbei sei. Es dauerte 77 Tage. Und das war eine vergleichsweise &uuml;berschaubare Operation. Es &uuml;berrascht mich also &uuml;berhaupt nicht, dass in der Ukraine von russischer Seite milit&auml;rische Einsch&auml;tzungsfehler vorgekommen sind und weiterhin vorkommen. Das ist aber kein Hinweis darauf, dass hier, salopp gesagt, ein Verr&uuml;ckter agiert. Im Gegenteil, ich sehe nur kalte Entschlossenheit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/putin-eliminieren-spitzendiplomat-warnt-vor-westlichen-drohungen-ld.1673016%20\">NZZ<\/a>\n<p><strong>dazu: &Uuml;bersetzer Alexander Nitzberg: &ldquo;Es wird vielfach hysterisch reagiert&rdquo;<\/strong><br>\nDer russische Autor lebt seit geraumer Zeit in Wien. Angesichts des Ukraine-Krieges r&auml;t er zur M&auml;&szlig;igung: &ldquo;Man muss Distanz gewinnen&rdquo;<br>\nEine seiner meisterlichen &Uuml;bertragungen aus dem Russischen betrifft Michail Bulgakows weltber&uuml;hmten Ukraine-Roman Die wei&szlig;e Garde (1924). Eine Kiewer Familie, die Russisch spricht und b&uuml;rgerlich denkt, ger&auml;t zwischen die M&uuml;hlsteine des B&uuml;rgerkriegs, den die Bolschewiken gegen die &ldquo;Wei&szlig;en&rdquo; f&uuml;hren. Alexander Nitzberg, selbst das Kind russischer K&uuml;nstler, r&auml;t angesichts des jetzigen Krieges zu strikter &ldquo;Deeskalation&rdquo;. [&hellip;]<br>\nNitzberg: Unter den Literaten und &Uuml;bersetzern wird vielfach derart hysterisch reagiert, dass es mir regelrecht den Atem verschl&auml;gt, gerade in &Ouml;sterreich und Deutschland. Manche &Uuml;bersetzer geben sich ungemein martialisch. Jeder Versuch, etwas zu d&auml;mpfen, um in sich gehen zu k&ouml;nnen, um Distanz zu gewinnen, wird so verunm&ouml;glicht. Dabei w&auml;re es die angemessene Haltung eines Intellektuellen. Kriegszeiten sind Zeiten der Propaganda. Jeder Misserfolg wird dem Gegner in die Schuhe geschoben. Wenn Sie in einem Hochhaus sitzen und einen Granateneinschlag beobachten &ndash; woher wollen Sie wissen, von welcher Seite das Geschoss stammt? Hier in &Ouml;sterreich schwingen sich manche Leute nach zwei, drei Tagen zu Akteuren auf. Dabei r&uuml;hren sie die Kriegstrommel. Unser &ldquo;Job&rdquo; als Intellektuelle ist es doch, Zur&uuml;ckhaltung zu &uuml;ben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000133873183\/uebersetzer-alexander-nitzberg-es-wird-vielfach-hysterisch-reagiert%20\">der Standard<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.R.:<\/strong> Ich finde den Artikel insofern bemerkenswert, weil er aus einem Mainstreammedium stammt, das derzeit wie alle &uuml;blichen Verd&auml;chtigen nicht neutral berichtet und abweichende Ansichten und mahnende Stimmen auch hier unerw&uuml;nscht sind (auch der Standard ist ja schon seit Jahren stramm auf NATO-Linie). Vor dem Hintergrund der allseitigen, oftmals blindw&uuml;tigen Boykotte, auch in der Zivilgesellschaft spiegeln die &Auml;u&szlig;erungen von Herrn Nitzberg genau das wider, was ich auch dar&uuml;ber denke. Was mich deprimiert, sind die Kommentare zu diesem Artikel. Einige wenige weisen v&ouml;llig zu Recht darauf hin, dass es Akteure gibt, diesen Konflikt jahrelang massiv vorangetrieben haben und die Ukraine nur ein Spielball dieser Interessen ist. Der Rest der Standard-Community l&auml;uft sinnbildlich gesprochen mit Schaum vor dem Mund herum und pr&uuml;gelt verbal auf die Besonneren ein. Nat&uuml;rlich ist das nichts v&ouml;llig Neues, das haben wir die letzten zwei Jahre zur Gen&uuml;ge erlebt. Es erschreckt mich deshalb, weil die Akteure, die diesen Konflikt befeuert haben, auf dem besten Weg sind, ihr Ziel, die Spaltung zwischen Europa und Russland zu erreichen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>How Zelensky Made Peace With Neo-Nazis<\/strong><br>\nWhile Western media deploys Zelensky&rsquo;s heritage to refute accusations of neo-Nazis in Ukraine, the president now depends on them as front line fighters in the war with Russia, report Alex Rubinstein and Max Blumenthal.<br>\nBack in October 2019, as the war in eastern Ukraine dragged on, Ukrainian President Volodymyr Zelensky traveled to Zolote, a town situated firmly in the &ldquo;gray zone&rdquo; of Donbas, where over 14,000 had been killed, mostly on the pro-Russian side. There, the president encountered the hardened veterans of extreme right paramilitary units keeping up the fight against separatists just a few miles away.<br>\nElected on a platform of de-escalation of hostilities with Russia, Zelensky was determined to enforce the so-called Steinmeier Formula conceived by then-German Foreign Minister Walter Steinmeier which called for elections in the Russian-speaking regions of Donetsk and Lugansk.<br>\nIn a face-to-face confrontation with militants from the neo-Nazi Azov Battalion who had launched a campaign to sabotage the peace initiative called &ldquo;No to Capitulation,&rdquo; Zelensky encountered a wall of obstinacy.<br>\nWith appeals for disengagement from the frontlines firmly rejected, Zelensky melted down on camera. &ldquo;I&rsquo;m the president of this country. I&rsquo;m 41 years old. I&rsquo;m not a loser. I came to you and told you: remove the weapons,&rdquo; Zelensky implored the fighters.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2022\/03\/04\/how-zelensky-made-peace-with-neo-nazis\/%20\">Consortium News<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers C.M.:<\/strong> Falls sich jemand wirklich um die Ukraine k&uuml;mmern &ndash; und auch hinschauen &ndash; w&uuml;rde. Aber ich wei&szlig; nat&uuml;rlich: Russland ist an allem schuld.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Ukraine&rsquo;s Nazi problem is real, even if Putin&rsquo;s &lsquo;denazification&rsquo; claim isn&rsquo;t<\/strong><br>\nNot acknowledging this threat means that little is being done to guard against it. [&hellip;]<br>\nOn its face, Putin&rsquo;s smear is absurd, not least because Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy is Jewish and has said that members of his family were killed during World War II. There is also no evidence of recent mass killings or ethnic purges taking place in Ukraine. Moreover, labeling enemies Nazis is a common political ploy in Russia, especially from a leader who favors disinformation campaigns and wants to stir up feelings of national vengeance against a WWII foe to justify conquest.<br>\nBut even though Putin is engaging in propaganda, it&rsquo;s also true that Ukraine has a genuine Nazi problem &mdash; both past and present. Putin&rsquo;s destructive actions &mdash; among them the devastation of Jewish communities &mdash; make clear that he&rsquo;s lying when he says his goal is to ensure anyone&rsquo;s welfare. But important as it is to defend the yellow-and-blue flag against the Kremlin&rsquo;s brutal aggression, it would be a dangerous oversight to deny Ukraine&rsquo;s antisemitic history and collaboration with Hitler&rsquo;s Nazis, as well as the latter-day embrace of neo-Nazi factions in some quarters.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nbcnews.com\/think\/opinion\/ukraine-has-nazi-problem-vladimir-putin-s-denazification-claim-war-ncna1290946\">NBC<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Inbegriff der Nation<\/strong><br>\nGedankengut von Faschisten in ukrainischer Gesellschaft mehr und mehr normalisiert. Deren Bataillone heute in regul&auml;re Strukturen eingegliedert<br>\nMit dem zeitweisen R&uuml;ckgang der K&auml;mpfe im Donbass ab dem Fr&uuml;hjahr 2015 ist es relativ still um die wichtigsten Sturmtruppen der Ukraine geworden: die Faschisten, die sich zuvor auf dem Maidan als Avantgarde des Staatsstreiches und anschlie&szlig;end als kampff&auml;higster Teil der Kiewer Armee herausgestellt hatten. Das hatte mehrere Gr&uuml;nde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/422217.hintergrund-zum-krieg-inbegriff-der-nation.html%20\">junge Welt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin S.R.:<\/strong> &ldquo;Seit dem Zerfall der Sowjetunion konkurriert die Erinnerung an den Judenmord in der Ukraine mit dem Schicksal der Ukrainer. Im Nationsmythos des heutigen ukrainischen Staats wird die eigene Opferrolle zwischen Hitler und Stalin &auml;u&szlig;erst stark betont. OUN und UPA (Ukrainische Aufst&auml;ndische Armee) &uuml;bernehmen dabei die Rolle von Vork&auml;mpfern der freien Ukraine. Daher wird die Kollaboration entweder auf wenige einzelne Akteure beschr&auml;nkt oder teilweise komplett negiert&rdquo;, <a href=\"https:\/\/www.uni-augsburg.de\/de\/fakultaet\/philhist\/professuren\/kunst-und-kulturgeschichte\/europaische-ethnologie-volkskunde\/exkursionen\/ukraine-lemberg-czernowitz\/der-holocaust-der-ukraine\/\">stellt die Uni Augsburg in einem Beitrag von Vincent Hoyer fest<\/a>. Es ist f&uuml;r mich &auml;u&szlig;erst schockierend, dass eine Legalisierung und Institutionalisierung der faschistischen K&auml;mpfer und ihrer Verb&auml;nde stattgefunden hat, indem faschistische Verb&auml;nde der Nationalgarde der Ukraine angeschlossen wurden, die dem Innenministerium unterstehen, zugleich auch noch deutsche Neonazis zum Kampf gegen die Russen angeworben werden. In der einseitigen Berichterstattung deutscher Medien werden diese Fakten fast ausnahmslos verschwiegen. Der grausame Krieg ist verurteilenswert, aber das widerspricht nicht der absoluten Notwendigkeit, umfassend auch dar&uuml;ber zu berichten. Das ist eine nicht zu relativierende Verpflichtung gegen&uuml;ber der deutschen Geschichte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Washingtons Umgang mit Russland war ein politischer Fehler epischen Ausma&szlig;es<\/strong><br>\nUkrainekrieg Es war lange klar, dass die Expansion der Nato in den Osten zu einer Trag&ouml;die f&uuml;hren w&uuml;rde. Jetzt zahlen wir den Preis f&uuml;r die Arroganz der USA [&hellip;]<br>\nDie Regierung von Bill Clinton hatte bereits im Jahr zuvor die verh&auml;ngnisvolle Entscheidung getroffen, die Aufnahme einiger ehemaliger Warschauer-Pakt-L&auml;nder in die Nato voranzutreiben. Die Regierung w&uuml;rde bald vorschlagen, Polen, die Tschechische Republik und Ungarn als Mitglieder einzuladen &ndash; und der US-Senat stimmte 1998 der Aufnahme dieser L&auml;nder in den Nordatlantikvertrag zu. Dies sollte die erste von mehreren Erweiterungswellen sein. Schon diese erste Phase rief russischen Widerstand und &Auml;rger hervor. Madeleine Albright, Clintons Au&szlig;enministerin, r&auml;umt in ihren Memoiren ein: &bdquo;Der russische Pr&auml;sident Boris Jelzin und seine Landsleute lehnten die Erweiterung strikt ab, da sie darin eine Strategie sahen, die ihre Verwundbarkeit ausnutzen und die europ&auml;ische Trennlinie nach Osten verschieben w&uuml;rde, wodurch sie isoliert blieben.&ldquo;<br>\nStrobe Talbott, stellvertretender Au&szlig;enminister, beschrieb die russische Haltung in &auml;hnlicher Weise: &bdquo;Viele Russen sehen die Nato als ein &Uuml;berbleibsel des Kalten Krieges, das sich gegen ihr Land richtet. Sie verweisen darauf, dass sie den Warschauer Pakt, ihr Milit&auml;rb&uuml;ndnis, aufgel&ouml;st haben &ndash; und fragen, warum der Westen nicht das Gleiche tun sollte.&ldquo; Eine ausgezeichnete Frage, auf die weder die Clinton-Regierung noch ihre Nachfolger eine auch nur ann&auml;hernd &uuml;berzeugende Antwort geben konnten. [&hellip;]<br>\nIn seinen Memoiren erkl&auml;rte Robert M. Gates, der sowohl unter George W. Bush als auch unter Barack Obama als Verteidigungsminister fungierte, dass &bdquo;die Beziehungen zu Russland nach dem Ausscheiden von Bush (senior) aus dem Amt im Jahr 1993 schlecht gemanagt wurden&ldquo;. Neben anderen Fehltritten &bdquo;waren die US-Vereinbarungen mit der rum&auml;nischen und der bulgarischen Regierung &uuml;ber die Rotation von Truppen durch St&uuml;tzpunkte in diesen L&auml;ndern eine unn&ouml;tige Provokation&ldquo;. In einer impliziten R&uuml;ge an den j&uuml;ngeren Bush behauptete Gates, dass &bdquo;der Versuch, Georgien und die Ukraine in die Nato zu holen, wirklich zu weit ging&ldquo;. Dieser Schritt sei ein Fall von &bdquo;r&uuml;cksichtsloser Missachtung dessen, was die Russen als ihre eigenen vitalen nationalen Interessen betrachten&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/the-guardian\/warnungen-vor-nato-erweiterung-gen-russland-wurden-ignoriert\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Millionen Menschen auf der Flucht, die Aktivierung der &bdquo;Massenzustromrichtlinie&ldquo; und die zahlreichen Folgefragen mit Blick auf die in Deutschland ankommenden Opfer der russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine<\/strong><br>\nWie ist das mit der Verteilung der gefl&uuml;chteten Menschen? &raquo;Ebenso wie Asylbewerber werden auch tempor&auml;r Schutzberechtigte nach dem K&ouml;nigsteiner Schl&uuml;ssel auf die Bundesl&auml;nder verteilt. In den L&auml;ndern erfolgt dann eine weitere Verteilung auf die Kommunen, die nach &sect; 24 Abs. 5 AufenthG mit einer Wohnsitzauflage verbunden ist. Im Rahmen der M&ouml;glichkeiten kann dort sofort eine Privatwohnung bezogen werden, weil keine Pflicht besteht, in einer zentralen Aufnahmeeinrichtung zu wohnen. Das ist vor allem f&uuml;r diejenigen wichtig, die hier Freunde und Familie haben. Bei allen anderen wird man mit steigenden Zahlen &uuml;ber jede verf&uuml;gbare Unterkunft froh sein.&laquo;<br>\n&raquo;Gro&szlig;z&uuml;gig sind die Richtlinie und das deutsche Recht beim Familiennachzug. Alle Mitglieder der Kernfamilie d&uuml;rfen ohne Einschr&auml;nkung nachziehen, und selbst sonstige enge Verwandte k&ouml;nnen ber&uuml;cksichtigt werden, wenn sie finanziell von jemandem abh&auml;ngig sind, der schon hier lebt. Die gesamte Familie bekommt dann Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG), das nach &sect; 1 Abs. 3 Buchst. a f&uuml;r tempor&auml;r Schutzberechtigte gilt.&laquo;<br>\nDer Hinweis auf die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ist nicht trivial, wie Thym in seinem Beitrag ausf&uuml;hrt: &raquo;Rechtspolitisch ist das durchaus heikel, denn damit bekommen Ukrainerinnen und Ukrainer weniger als Syrerinnen und Syrer, deren Asylverfahren erfolgreich abgeschlossen wurde. Neben Geldleistungen bedeutet das vor allem eine Krankenversorgung, die jedoch prinzipiell auf eine Notfallversorgung beschr&auml;nkt ist. Die Ampelkoalition sollte hier eine Gesetzes&auml;nderung erw&auml;gen, um die regul&auml;ren Sozialleistungen anzuwenden.&laquo;<br>\nIn seinem Beitrag Wie der deutsche Sozialstaat mit Ukrainern umgeht weist Dietrich Creutzburg darauf hin: &raquo;Fl&uuml;chtlinge aus der Ukraine m&uuml;ssen kein Asyl beantragen, um ein Aufenthaltsrecht mit Zugang zu Sozialleistungen zu erhalten. Bei den Hilfen wird es sich dennoch zun&auml;chst um Asylbewerberleistungen handeln &ndash; und nicht etwa direkt Hartz IV.&laquo; Der bereits erw&auml;hnte &sect; 24 AufenthG sei mit dem Asylbewerberleistungsgesetz verkn&uuml;pft: &raquo;Damit erhalten Betroffene zun&auml;chst vorrangig Sachleistungen, falls sie in Erstaufnahmeeinrichtungen einquartiert werden; bei dezentraler Unterbringung sind es vorrangig Geldleistungen. Diese sind ein St&uuml;ck geringer als die Hartz-S&auml;tze: F&uuml;r eine Einzelperson gibt es derzeit 367 Euro statt 449 Euro im Monat, da einige Positionen herausgerechnet sind.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2022\/03\/05\/millionen-menschen-auf-der-flucht\/\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Krieg in der Ukraine: Dramatischer Anstieg von Dumpingl&ouml;hnen in Deutschland bef&uuml;rchtet<\/strong><br>\nDer Bundesverband f&uuml;r h&auml;usliche Betreuung und Pflege (VHBP) geht nach Recherchen des ARD-Politikmagazins REPORT MAINZ davon aus, dass ukrainische Betreuungskr&auml;fte durch die Umsetzung der &ldquo;Massenzustromrichtlinie&rdquo; der EU f&uuml;r einen Bruchteil des Lohnes arbeiten werden, den Osteurop&auml;erinnen aus der EU derzeit in Deutschland verg&uuml;tet bekommen.<br>\nDas sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Daniel Schl&ouml;r, im Interview mit REPORT MAINZ. &ldquo;Bis zu 300.000 Ukrainerinnen werden sch&auml;tzungsweisen f&uuml;r die H&auml;lfte des Honorars arbeiten, um ihre Familien zu ern&auml;hren&rdquo;, bef&uuml;rchtet der VHBP-Chef. Betreuerinnen aus Polen und Rum&auml;nien, die bislang vorwiegend in der h&auml;uslichen 24-Stunden-Versorgung bei pflegebed&uuml;rftigen Personen gearbeitet h&auml;tten, w&uuml;rden durch Ukrainerinnen vom Markt gedr&auml;ngt. Kriegsfl&uuml;chtlinge seien aufgrund ihrer Notlage bereit, auch f&uuml;r Niedrigl&ouml;hne zu arbeiten.<br>\n Durch die EU-Massenzustromrichtlinie sollen Fl&uuml;chtlinge aus der Ukraine f&uuml;r bis zu drei Jahre in der EU einen Schutzstatus erhalten &ndash; sowie Zugang zur Krankenversicherung und zum Arbeitsmarkt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/report\/presse\/pressemitteilung-4-krieg-in-der-ukraine-dramatischer-anstieg-von-dumpingloehnen-in-deutschland-befuerchtet\/-\/id=1197424\/did=25465880\/nid=1197424\/zfuhs2\/index.html\">SWR<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Gr&uuml;ne Mogelpackung<\/strong><br>\nLindner k&uuml;ndigt 200 Milliarden f&uuml;r Klimaschutz an, die Gr&uuml;nen bejubeln es als Erfolg. Schaut man aber genauer hin, bleibt au&szlig;er Marketing nicht viel &uuml;brig.<br>\nEs ist Sonntagabend. Die Nachrichten sind voll von den neuesten Ereignissen aus der Ukraine und neuen m&ouml;glichen Sanktionen. Am Rande wird h&ouml;chstens noch &uuml;ber die 100 Milliarden f&uuml;r die Bundeswehr diskutiert. So auch im ARD, wo am Sonntag Finanzminister Christian Lindner zu Gast ist und die Bundeswehrmilliarden rechtfertigt. Als Reporter Matthias Deiss ihn dann fragt, ob die Gr&uuml;nen jetzt nicht auch einen Nachschlag f&uuml;r Klimaausgaben fordern, wiegelt Lindner ab. Er wisse nichts von einem Nachschlag, er kenne nur seine eigenen Zahlen. Und die s&auml;hen vor, bis 2026 rund 200 Milliarden Euro f&uuml;r den klimafreundlichen Umbau Deutschlands bereitzustellen. So weit, so unspektakul&auml;r. Eigentlich!<br>\nDenn pl&ouml;tzlich wurden aus den 200 Milliarden eine Eilmeldung der Nachrichtenagenturen. Pl&ouml;tzlich wurden die 200 Milliarden als nennenswerte Neuigkeit und als zus&auml;tzliche Mittel interpretiert. Auf Twitter ging es gleich hoch her!<br>\nErst 100 Milliarden f&uuml;r die Bundeswehr, jetzt 200 Milliarden f&uuml;r den Klimaschutz &ndash; so die Botschaft. Gr&uuml;nen-Abgeordnete sprangen jubelnd auf den Zug auf und feierten sich im Netz f&uuml;r den Erfolg. Parteichef Nouripour sagte in der Pressekonferenz am Montag:\n<blockquote><p>\n&ldquo;Wenn man bedenkt, dass in den n&auml;chsten 4 Jahren 200 Milliarden f&uuml;r Klimaschutz ausgegeben werden sollen, [&hellip;] dann ist das so etwas wie eine Mondlandung&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Mondlandung? Das klingt gro&szlig;! Ja, die Meldung klang genau nach dem, was Gr&uuml;ne gebraucht h&auml;tten, um die 100 Bundeswehrmilliarden von vorher in den Schatten zu stellen. Zumal die Gr&uuml;nen bei hier von Olaf Scholz scheinbar nicht wirklich mit einbezogen und stattdessen bei der Verk&uuml;ndung im Plenum vor vollendete Tatsachen gesetzt wurden. Auf den zweiten Blick f&auml;llt die 200-Milliarden-Meldung allerdings in sich zusammen, weil l&auml;ngst beschlossenes Geld zusammengez&auml;hlt wurde, statt Finanzminister Lindner in nennenswerter H&ouml;he neues Geld aus den Rippen zu leiern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mauricehoefgen.substack.com\/p\/200-milliarden-klima-gruene-lindner?s=w\">Maurice H&ouml;fgen<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Das RKI hat dem Impfpflicht-Gesetzentwurf die Grundlage entzogen<\/strong><br>\nDer Gesetzentwurf von &uuml;ber 200 Abgeordneten zur Impf- und Boosterpflicht f&uuml;r alle ab 18 beruft sich zur Begr&uuml;ndung darauf, dass man durch Impfen andere vor Ansteckung sch&uuml;tze (Bev&ouml;lkerungsschutz). Doch die zust&auml;ndige Bundesbeh&ouml;rde RKI hat diese Behauptung unter dem Druck zunehmender Gegenevidenz vor kurzem sehr weitgehend aufgegeben. Die vorher schon wackelige Begr&uuml;ndung f&uuml;r eine Impfpflicht ist mit der Neueinsch&auml;tzung durch das RKI weggefallen. (&hellip;)<br>\nEinen letzten gro&szlig;en Schritt weg vom Fremdschutzargument f&uuml;r das Impfen und die Impfpflicht hat das RKI erst am 28.2. getan und damit der Argumentation der Impfpflichtbef&uuml;rworter sehr weitgehend die Grundlage entzogen. (&hellip;)<br>\nNeue Risikobeurteilung: \n<blockquote><p>\n&bdquo;Die Impfung bietet grunds&auml;tzlich einen guten Schutz vor schwerer Erkrankung und Hospitalisierung durch COVID-19, dies gilt auch f&uuml;r die Omikronvariante. (&hellip;) Die Schutzwirkung gegen&uuml;ber einer Infektion l&auml;sst allerdings nach wenigen Monaten nach, sodass angesichts der hohen Zahl von Neuinfektionen die konsequente Einhaltung der AHA+L-Regeln und eine Kontaktreduktion weiter zur Reduktion des Infektionsriskos erforderlich sind.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Impfung sch&uuml;tzt also nicht mehr vor Covid-19, sondern nur noch vor schweren Verl&auml;ufen von Covid-19.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/news\/rki-risikobewertung\/\">Norbert H&auml;ring <\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Der Impfpass als T&uuml;rsteher des autorit&auml;ren Kapitalismus<\/strong><br>\nDer Impfpass, so Andrew Bud, der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von iProov, einem Unternehmen f&uuml;r biometrische Zertifizierung, ist der Vorl&auml;ufer eines &ldquo;Digital Wallet&rdquo;, einer digitalen Brieftasche. Dieser Vorl&auml;ufer d&uuml;rfte den gesamten Bereich der digitalen Identifizierung vorantreiben.<br>\nAuf den Barcodes der gr&uuml;nen P&auml;sse kann ein gewisserma&szlig;en unentrinnbares Netz der &Uuml;berwachung etabliert werden, bei dem man Geolokalisierungsdaten eines jeden verfolgt: wer wann in welchem Restaurant, Hotel, Kino, Universit&auml;t oder Fitnessstudio ein- und auscheckt, ist dann alles &ldquo;traceable&rdquo; &ndash; nachverfolgbar. [&hellip;]<br>\nViele Menschen, die sich wegen der Sorge um ihre Existenz nach einem Ende der Einschr&auml;nkungen sehnten oder einfach ihren Job behalten wollten, haben sich resigniert in digitale Ausweisprogramme gef&uuml;gt, die eine Impfung gegen Corona bescheinigen und als Schl&uuml;ssel zur Wiederherstellung der pers&ouml;nlichen Freiheit bezeichnet wurden.<br>\nDie Umdrehung von Freiheit und Abh&auml;ngigkeit ist inzwischen so perfekt gelungen, dass einem nur noch die Spucke wegbleibt. Weltweit werden Nicht-Geimpften der Zugang zu &ouml;ffentlichen R&auml;umen sowie B&uuml;rgerrechte verwehrt: Sie sind von Einkaufzentren, Bibliotheken, Banken, Universit&auml;ten und teilweise sogar von station&auml;rer medizinischer Betreuung ausgegrenzt. Diese &ldquo;Politik der Verbannung&rdquo; ist l&auml;ngst in Europa angekommen.<br>\nDie Frage ist, ob es dabei wirklich nur um den Schutz vor Corona, Immunit&auml;t oder gar Gesundheit geht oder um die Installation von Bewegungs- und mithin &Uuml;berwachungssystemen, vorangetrieben, als n&auml;chstem Wertsch&ouml;pfungszyklus, von einer gigantischen Tech-Branche, deren Namen alle kennen &ndash; Google, Amazon &amp; Co. &ndash;, die wiederum auf das engste verbandelt ist mit Finanzgiganten wie Blackrock oder Vanguard. Beide zusammen &uuml;bernehmen jetzt den &ldquo;Sicherheitsrat&rdquo; des autorit&auml;ren Kapitalismus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Der-Impfpass-als-Tuersteher-des-autoritaeren-Kapitalismus-6542452.html\">Ulrike Gu&eacute;rot auf Telepolis<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Wissenschaftler: Darum ist die Impfpflicht verfassungswidrig<\/strong><br>\nIn einem Brief von 81 Wissenschaftlern an den Bundestag hei&szlig;t es: Eine Impfpflicht ist &bdquo;nicht erforderlich, nicht angemessen und damit verfassungswidrig&ldquo;.<br>\nAuf 70 Seiten hat eine Gruppe von 81 Wissenschaftlern eine These ausgearbeitet. Sie besagt: Eine Corona-Impfplicht ist verfassungswidrig. Unter den Wissenschaftlern sind unter anderem Juristen, Mediziner, Psychologen, Literaturwissenschaftler, Physiker und Chemiker. Sie kommen zu dem Schluss: &bdquo;Die Impfpflicht ist weder geeignet noch erforderlich noch angemessen, um die Zahl der schweren Erkrankungen effektiv zu senken und eine signifikante &Uuml;berlastung des Gesundheitswesens zu verhindern.&ldquo; Weiterhin sei die Impfpflicht &bdquo;nicht angemessen aufgrund eines hohen Risikopotentials&ldquo;. Die &bdquo;gegen&uuml;ber anderen Impfungen gemeldeten Nebenwirkungen sind enorm&ldquo;. Die Wissenschaftler rechnen zudem &bdquo;mit einer Quote von mindestens 80 Prozent nicht gemeldeter Verdachtsf&auml;lle auf Impfnebenwirkungen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/wissenschaftler-darum-ist-die-impfpflicht-verfassungswidrig-li.216116\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ahrtal-Katastrophe: Das Umweltministerium h&auml;tte vor der Flut warnen k&ouml;nnen<\/strong><br>\nBereits um 18 Uhr am Katastrophentag wusste das Ministerium in Mainz, dass es an der Ahr ein Extremereignis gab. Am Folgetag war die Umweltministerin &ndash; und heutige Bundesfamilienministern &ndash; Anne Spiegel vor allem besorgt, ihr k&ouml;nnte Verantwortung angelastet werden.<br>\nAm Morgen des 15. Juli bot sich an der Ahr ein Bild der Verw&uuml;stung: Die H&auml;user waren zerst&ouml;rt, in den B&auml;umen hingen Autos, im noch hoch stehenden Fluss trieben Gascontainer. Zu dem Zeitpunkt war das tats&auml;chliche Ausma&szlig; der Kata&shy;strophe unklar, doch es wurden bereits Dutzende Menschen vermisst, auch gab es Hinweise auf Tote.<br>\nBei der rheinland-pf&auml;lzischen Umweltministerin Anne Spiegel (Gr&uuml;ne) sowie einem ihrer Mitarbeiter stand jedoch offenbar vor allem die Sorge im Vordergrund, Spiegel k&ouml;nnte eine Verantwortung f&uuml;r die Kata&shy;strophe angelastet werden und sie k&ouml;nnte innerhalb der Landesregierung an den Rand gedr&auml;ngt werden. Das legen nicht&ouml;ffentliche Akten aus dem Untersuchungsausschuss zur Ahrtal-Katastrophe nahe, die der F.A.Z. vorliegen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/flutkatastrophe-im-ahrtal-umweltministerium-mainz-haette-warnen-koennen-17861639.html\">FAZ<\/a>\n<p><strong>dazu: SMS-Protokolle der Flutnacht: W&auml;hrend Flut w&uuml;tete, sorgte sich Gr&uuml;nen-Ministerin ums Image<\/strong><br>\nIn Rheinland-Pfalz starben 134 Menschen bei der Flutkatastrophe. Mit in der Regierungsverantwortung war damals die heutige Bundesfamilienministerin Anne Spiegel. FOCUS Online liegen nun SMS-Protokolle vor, die belegen, wie kaltschn&auml;uzig die Gr&uuml;ne und ihre Getreuen &uuml;ber das humanit&auml;re Drama hinweggingen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/perspektiven\/flutreporter\/heutige-familienministerin-anne-spiegel-sms-protokolle-der-flutnacht-waehrend-flut-wuetete-sorgte-sich-gruenen-ministerin-ums-image_id_64914774.html\">Focus Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Folgen der Klimakrise auf Pflanzen und Tiere <\/strong><br>\nDie Umweltstiftung WWF sieht in der Klimakrise eine gro&szlig;e Bedrohung f&uuml;r viele Pflanzen und Tiere. Bereits jetzt habe sie die Flora und Fauna auf allen Kontinenten ver&auml;ndert. Zwei Beispiele, die der WWF in einem neuen Bericht anf&uuml;hrt: Kuckucke und Hummeln. (&hellip;)<br>\nKlimabedingte Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, D&uuml;rren und Flutkatastrophen tr&auml;fen auf eine Pflanzen- und Tierwelt, die jetzt schon gro&szlig;e Schwierigkeiten habe, sich an die steigenden Temperaturen anzupassen. &bdquo;Je hei&szlig;er es wird, desto gr&ouml;&szlig;er wird der Druck.&ldquo; (&hellip;)<br>\nManch einem Kuckuck werde bereits jetzt seine spezielle Brutweise zum Verh&auml;ngnis. (&hellip;) Der Kuckuck finde bei seinem Eintreffen als relativer Sp&auml;tank&ouml;mmling kein Nest, in das er sein Ei legen k&ouml;nne und m&uuml;sse auf die Zweitbrut warten, die in der Regel Mitte Mai beginne. So wird der Vogel laut WWF seltener. (&hellip;)<br>\nHummeln hingegen sind laut WWF anf&auml;llig f&uuml;r &Uuml;berhitzung. Am st&auml;rksten betroffen seien die Hummeln aktuell in w&auml;rmeren L&auml;ndern wie Mexiko und Spanien.<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/science.orf.at\/stories\/3211875\/%20\">ORF<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/fileadmin\/fm-wwf\/Publikationen-PDF\/Klima\/WWF-Report-Feeling-the-heat-2022.pdf\">WWF<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81848\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-81848","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81848","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81848"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81848\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81850,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81848\/revisions\/81850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}