{"id":8186,"date":"2011-02-02T09:14:49","date_gmt":"2011-02-02T08:14:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8186"},"modified":"2011-02-04T09:23:25","modified_gmt":"2011-02-04T08:23:25","slug":"hinweise-des-tages-1315","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8186","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Friedliche Revolution in &Auml;gypten; Armut; Merkel plant Euro-Regierung; Mythos &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo;; DIW-Chef Zimmermann tritt zur&uuml;ck; EU-Kommissar Barnier will Banken unterwerfen; neue Schattenbanken im Keim ersticken; Ihr k&ouml;nntet Supermacht sein; Britische Familien bangen um ihre Existenz; Steuerparadiese; Arbeitsmarkt; Obamas Gesundheitsreform verfassungswidrig; Monfrini &ndash; der Potentatenj&auml;ger; Risse in der Glitzerfassade; Berlin wirbt um Anerkennung der Putschisten; China als Vorbild f&uuml;r Bildung?; Industrie trifft Krieg; zu Guter Letzt &ndash; Crisis of Capitalism (JB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Friedliche Revolution in &Auml;gypten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Armut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Merkel plant Euro-Regierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Hohe und steigende Lohnnebenkosten? Ein Irrglaube<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">DIW-Chef Zimmermann tritt zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">EU-Kommissar Barnier will Banken unterwerfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Neue Schattenbanken im Keim ersticken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Ihr k&ouml;nntet Supermacht sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Britische Familien bangen um ihre Existenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Mit offenen Karten &ndash; Steuerparadiese<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Arbeitsmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Obamas Gesundheitsreform verfassungswidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Swift-Vertrag: US-Einblick in europ&auml;ische Bankdaten untersch&auml;tzt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Monfrini &ndash; der Potentatenj&auml;ger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Risse in der Glitzerfassade<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Berlin wirbt um Anerkennung der Putschisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">China als Vorbild f&uuml;r Bildung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Sagen, was gut l&auml;uft in diesem Land<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Industrie trifft Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">zu Guter Letzt &ndash; Crisis of Capitalism<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=8186&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Friedliche Revolution in &Auml;gypten<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Vertraut dem Volk, ihr Demokraten!<\/strong><br>\nSollen wir uns f&uuml;r &Auml;gypten wirklich Demokratie w&uuml;nschen? Was, wenn Islamisten das Land in ein zweites Iran verwandeln? Trotz dieses Risikos muss der Westen sich von Pr&auml;sident Mubarak lossagen.<br>\nDie arabische Welt erlebt einen historischen Moment. Erst verjagten die Tunesier den Despoten Zine El Abidine Ben Ali, jetzt rebellieren die &Auml;gypter. Junge, Alte, M&auml;nner im Anzug, ebenso wie Frauen mit Kopftuch, Liberale ebenso wie Islamisten &ndash; aus allen Schichten protestieren sie auf den Stra&szlig;en Kairos. Ein Land steht auf gegen das autorit&auml;re Regime Hosni Mubaraks, das Menschenrechte grob verletzt und das Land mit seiner Cliquenwirtschaft verkommen hat lassen. Hosni Mubarak muss weg, fordern sie, genauso wie seine Strohm&auml;nner.<br>\nUnd der Westen? Die USA? Europa? Deutschland? Seit einer Woche wird gez&ouml;gert, geeiert, gezaudert. Denn nein, dass wissen alle, Mubarak war zwar nie ein lupenreiner Demokrat, aber, dennoch, auch das wissen alle, ein verl&auml;sslicher Freund der USA und Israels in dieser brandgef&auml;hrlichen Region, in der Freunde so selten sind. [&hellip;]<br>\nNur: All das ist zu wenig, wenn der Westen sich den &Auml;gyptern als echtes Vorbild, als echter Partner andienen will. Denn nun ist keine Zeit f&uuml;r wortreiches Gedruckse, sondern f&uuml;r klare Bekenntnisse. Der Westen steht f&uuml;r Demokratie, f&uuml;r die Herrschaft des Volkes. Deshalb m&uuml;ssen westliche Spitzenpolitiker Mubarak nun auch zum R&uuml;cktritt auffordern. Das krampfhafte Festhalten an realpolitischen Vorstellungen, die zum Teil noch auf Zeiten des Kalten Krieges datieren, muss ein Ende haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/ausland\/aufruhr-in-aegypten-vertraut-dem-volk-ihr-demokraten-1649022.html#utm_source=standard&amp;utm_medium=rssfeed&amp;utm_campaign=politik\">Stern<\/a><\/li>\n<li><strong>Zu viel &Uuml;bung im Weggucken<\/strong><br>\nGewiss, Au&szlig;enpolitik ist immer auch Realpolitik. Doch es gibt Alternativen zum Kuscheln mit Despoten wie in &Auml;gypten.<br>\nEs ist immer das gleiche Muster: Ein Diktator beutet das eigene Volk aus, l&auml;sst die Menschen verarmen, unterdr&uuml;ckt Oppositionelle brutal. Trotz alledem muss der Despot so lange keine nennenswerte Kritik aus dem Ausland f&uuml;rchten, wie er den jeweiligen Regierungen n&uuml;tzlich erscheint. Er bleibt unbehelligt, wenn sein Land geostrategisch gut liegt, er ein wichtiger Handelspartner ist oder man in Washington, Br&uuml;ssel, Berlin und anderswo f&uuml;rchtet, dass seine potenziellen Nachfolger weniger handzahm w&auml;ren. Das Weggucken und Wegducken l&auml;sst erst dann nach, wenn die Macht des Unterdr&uuml;ckers br&ouml;ckelt und man sich mit denen gut stellen will, die k&uuml;nftig das Sagen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/zu-viel-uebung-im-weggucken\/-\/1472602\/7144558\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Hier demonstriert keine islamische Sekte<\/strong><br>\nDer in &Auml;gypten geborene Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad hat schon als Jugendlicher gegen das dortige Regime demonstriert. Als die Unruhen ausbrachen, flog er sofort nach Kairo. Er spricht &uuml;ber eine Generation, die anders leben will.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C\/Doc~EB7A2381F6BFC446CA81D7329EAB21991~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Ein ganzes Volk steht auf<\/strong><br>\nSeit den fr&uuml;hen Morgenstunden dr&ouml;hnt laute Musik aus gro&szlig;en Lautsprechern vor dem &auml;gyptischen Au&szlig;enministerium an der Corniche Al-Nil im Zentrum von Kairo. Als kurz nach acht, dem Ende der Ausgangssperre, die ersten Autos und Fu&szlig;g&auml;nger den Nil von Zamalik her in Richtung Innenstadt &uuml;berqueren, meldet sich zus&auml;tzlich ein Redner per Lautsprecher zu Wort. Er verspricht, da&szlig; die Regierung die Sorgen der Menschen kennt und sie l&ouml;sen wird, damit dem Land Frieden und Wohlstand erhalten bleiben. Ein Mann h&auml;lt ein T-Shirt in die Luft, von dem Pr&auml;sident Hosni Mubarak entr&uuml;ckt l&auml;chelnd herabsieht. Gut drei Dutzend M&auml;nner schwenken die &auml;gyptische Fahne und blicken verunsichert, einige auch d&uuml;ster den Menschen hinterher, die z&uuml;gig an ihnen vorbei die Uferstra&szlig;e entlang in Richtung Tahrir-Platz laufen, dem Platz der Befreiung. W&auml;hrend die einen &ndash; vermutlich aus Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes &ndash; das Mubarak-Regime hochleben lassen, werden die anderen auch an diesem Tag den R&uuml;cktritt des Mannes fordern, der seit 30 Jahren &Auml;gypten regiert. Nur selten entsteht zwischen den zwei Lagern ein kurzes Wortgefecht, das rasch von Soldaten beendet wird, die seit Tagen das Nilufer zwischen dem Au&szlig;enministerium und dem Tahrir-Platz gesperrt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/02-02\/046.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Wir sind Teil des Protests<\/strong><br>\nKorrespondent Aktham Suliman &uuml;ber das Verbot von Al Dschasira in &Auml;gypten &ndash; und warum sein Sender keine Revolutionen ausl&ouml;st.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/wir-sind-teil-des-protests\/3788632.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Blackout am digitalen Suezkanal<\/strong><br>\nDas hat es in der Geschichte noch nicht gegeben: In der Nacht zum Freitag ging ein Land offline. Die Preise f&uuml;r Telefon und Internet sind im Land am Nil seit Jahren niedrig, etliche Telekom-Unternehmen tummeln sich auf dem Markt. Die achtzig Millionen &Auml;gypter besitzen mehr als f&uuml;nfundf&uuml;nfzig Millionen Mobiltelefone. Extrem h&auml;ufig genutzt, oft mit Schmuckanh&auml;ngern versehen und in farbenfrohe H&uuml;llen gekleidet, sind die Telefone ein Alltagsgegenstand &ndash; selbst in &auml;rmeren Schichten und auch f&uuml;r die vielen Analphabeten. Eine Stunde im Internetcaf&eacute; kostet etwa so viel wie ein Falafel beim Stra&szlig;enh&auml;ndler. Facebook und Twitter geh&ouml;ren f&uuml;r Jugendliche genauso zum Alltag wie f&uuml;r ihre Altersgenossen im Westen.<br>\nAm Dienstagabend war es damit erst einmal vorbei. Die Regierung versuchte zun&auml;chst, durch Blockieren der IP-Adressen der Server f&uuml;r die wichtigsten sozialen Netzwerke, Oppositionszeitungen und gro&szlig;en Webforen der Unruhe Herr zu werden. Das Sperren dieser Adressen, die benutzt werden, um den Netzverkehr auf den unteren Ebenen des Internets zu lenken, ist eine drastische Ma&szlig;nahme &ndash; die aber nur bedingt erfolgreich sein kann. Die Nutzer verwendeten Weiterleitungsdienste &ndash; sogenannte Proxies und VPNs &ndash; im Ausland.&nbsp; Und die Nutzer fanden massenweise heraus, dass der genau f&uuml;r solche Situationen konstruierte freie Anonymisierungsdienst Tor weiterhin relativ einfach und sicher den Zugang zu ihren Lieblingsseiten erm&ouml;glichte. Invasivere Netzblockade-Methoden wurden angeordnet. Zuerst bekamen Nutzer des staatlichen Anbieters Telecom Egypt keine Daten mehr &uuml;ber ihre Internet-Anschl&uuml;sse. Mobiltelefonnetze wurden in den kritischen Vierteln der St&auml;dte abgeschaltet. Die &Auml;gypter reagierten, indem Caf&eacute;s, Firmen und Gesch&auml;fte, die noch &uuml;ber funktionierende Internet-Anschl&uuml;sse von anderen Anbietern verf&uuml;gten, ihre WLAN-Drahtlosnetze f&uuml;r jeden frei zug&auml;nglich machten.<br>\nUm kurz nach Mitternacht von Donnerstag auf Freitag schlie&szlig;lich geschah etwas, das in der Welt des Internets so noch nie beobachtet wurde. &Auml;gypten ging offline. Im Abstand von wenigen Minuten konfigurierten die &auml;gyptischen Internetanbieter ihre Router, &uuml;ber die aller Datenverkehr im Land flie&szlig;t, so, dass sie keine Informationspakete mehr weiterleiten. Die Order scheint um Mitternacht ergangen zu sein, der Abstand zwischen den einzelnen Abschaltungen weist auf eine sequentielle &Uuml;bermittlung der Anweisungen per Telefon oder Fax hin. Ohne Androhung von erheblichem Unbill schaltet kein Internetanbieter freiwillig sein Netz ab. Auch die Mobilfunkanbieter standen offenbar unter unmittelbarem Zwang.<br>\nDie Versuche zur Informationsblockade machen die Menschen in &Auml;gypten erst recht w&uuml;tend. Die Proteste am Freitag wurden dann auch mit Hilfe einer anderen Technologie-Revolution koordiniert, die sich nicht zentral unterbinden l&auml;sst: billige Drucker und Kopierer, auf denen professionell gemachte Anleitungen f&uuml;r Demonstrationstaktik und Slogans vervielf&auml;ltigt wurden. Die Flyer wurden dann bei den Freitagsgebeten verteilt. Die Netzabschaltung hatte offenbar noch einen anderen Effekt: Pl&ouml;tzlich gab es keinen Grund mehr, vor dem Bildschirm zu sitzen und dort zu lesen, wie sich die Proteste entwickeln. Um mitzubekommen, was los ist, muss man auf die Stra&szlig;e gehen. Und wenn man schon dort ist, kann man auch gleich mitdemonstrieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E\/Doc~E33BB3DD9EC894148BD1AB067EFD47BEA~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein sehr informativer Artikel, der zun&auml;chst einmal auch klar macht, dass Mobiltelefone in &Auml;gypten nicht nur von einer kleinen Schicht Besserverdienender genutzt wird. Zu erw&auml;hnen w&auml;re vielleicht noch, dass inzwischen auch der letzte der gr&ouml;&szlig;eren Internet-Anbieter in &Auml;gypten, die Noor-Gruppe, offline ist. Da die &auml;gyptische B&ouml;rse und die Logistiksysteme vieler, auch ausl&auml;ndischer Unternehmen an Noor h&auml;ngen, d&uuml;rfte sich der wirtschaftliche Schaden um ein Betr&auml;chtliches steigern. Allgemein kann man immer noch &uuml;ber die Festnetz-Telefonlinien ins Ausland in Kombination mit einem herk&ouml;mmlichen Modem die Blockade umgehen. Allerdings soll bereits eine Konferenz zur Koordinierung einer Abschaltung des Festnetzes stattgefunden haben. &ndash; Nur so nebenbei: China hat die Internet-Suche nach dem Stichwort &ldquo;&Auml;gypten&rdquo; blockiert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&Auml;gyptens Wirtschaft boomte jahrelang dank Reformen. Nun droht ein Einbruch durch die Massenproteste<\/strong><br>\nNichts geht mehr am Nil, die Proteste gegen Pr&auml;sident Mubarak haben &Auml;gyptens Wirtschaft lahmgelegt. (&hellip;)  Und auch aus deutschen Diplomatenkreisen hie&szlig; es, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Proteste seien offensichtlich. Bisher war &Auml;gypten nach S&uuml;dafrika das am st&auml;rksten industrialisierte Land Afrikas. Zwar leben 40 Prozent der rund 80 Millionen &Auml;gypter in Armut, doch haben wirtschaftsfreundliche Reformen in der Finanzkrise f&uuml;r ein Wachstum von f&uuml;nf Prozent pro Jahr gesorgt.<br>\nNun drohen die Proteste jedoch dieses Wachstum nachhaltig zu schm&auml;lern. Das ING Investment Management sch&auml;tzt, dass die Proteste mindestens einen halben Prozentpunkt Wachstum kosten. F&uuml;r 2011 sei man von 5,5 Prozent Wachstum ausgegangen, nun seien maximal f&uuml;nf Prozent drin, sagte eine Sprecherin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:delle-fuer-die-wirtschaft-der-musterschueler-baut-ab\/60006297.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Es ist f&uuml;r die FTD mehr als bedauerlich, dass es den &auml;gyptischen Massenprotestierern scheinbar v&ouml;llig wurscht ist, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr wegen ihrer unverantwortlichen Massenproteste statt 5,5 Prozent nur 5,0 Prozent betragen wird. Wie uns der Artikel mitteilt, ist dieser &auml;u&szlig;erst bedauerliche Negativeffekt dieser Massenproteste auch unseren deutschen Diplomaten bereits ins Auge gesprungen. Sollte es denn tats&auml;chlich so sein, dass die kleptokratische &ldquo;Elite&rdquo; &Auml;gyptens wegen der 0,5 prozentigen Wachstumseinbu&szlig;e weniger Kohle in ihre Taschen schaufeln kann? Diese Wachstumseinbu&szlig;e wird &ldquo;den M&auml;rkten&rdquo; &uuml;berhaupt nicht gefallen. Hat denn niemand die Massenprotestierer &uuml;ber das Ungehaltensein &ldquo;der M&auml;rkte&rdquo; aufgekl&auml;rt?<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Man achte einmal darauf welcher &bdquo;Reform&ldquo;-Begriff dem Beitrag zugrunde liegt: &Auml;gyptens Wirtschaft boomte dank Reformen? Dass dabei gefoltert und Menschenrechte brutal unterdr&uuml;ckt wurden und das fast die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung in Armut lebt ist f&uuml;r diese Art von &bdquo;Reformern&ldquo; v&ouml;llig gleichg&uuml;ltig. Egal ob Despotie oder Demokratie, Hauptsache die Wirtschaft boomt. Ein klassisches Beispiel, dass f&uuml;r diese &bdquo;Reformer&ldquo; Kapitalismus und Despotie durchaus zusammengehen k&ouml;nnen und dass demokratischer Umbruch die Wirtschaft nur st&ouml;rt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Was europ&auml;ische Eliten von tunesischen Kleptokraten lernen k&ouml;nnen<\/strong><br>\nNur auf den ersten Blick m&ouml;gen Aufst&auml;nde, Revolten und anderes illegales Verhalten Ausdruck von Unzufriedenheit mit Demokratien sein, die am besten wissen, was gut f&uuml;r das Land ist &ndash; Gatte Ben Ali etwa ging in Tunesien bei der gro&szlig;z&uuml;gigen Ansiedlungsf&ouml;rderung internationaler Konzerne einen mit westlichen Vorstellungen durchaus vereinbaren Weg, der allen &ndash; Firmen und Ben Alis Freunden &ndash; zugute kam. Es steht deshalb vielmehr zu bef&uuml;rchten, dass es sich bei den Ersch&uuml;tterungen in der arabischen Welt gar nicht um eher harmlose Islamisten handelt, die vielleicht eine schmutzige Bombe bauen wollen, oder um gef&auml;hrliche &ldquo;Kopftuchm&auml;dchen&rdquo;, vor denen sich deutsche Eugeniker f&uuml;rchten, sondern um die schlimmste aller Gefahren: Ein Aufstand der Massen gegen die Eliten, die diese L&auml;nder bisher zu unser aller Wohl stabilisiert haben. Nachdem in Tunesien bislang auch keine Synagogen angez&uuml;ndet wurden, muss die reiche, von den bisherigen Regierungen bevorzugte Oberschicht nun einsehen: Noch nicht mal die &uuml;blichen S&uuml;ndenb&ouml;cke der Region, sondern sie selbst sind mit der Emp&ouml;rung von Leuten, die ihre T&ouml;chter nicht in Paris einkleiden lassen, wohl gemeint.<br>\n&nbsp;Und w&auml;hrend sich nun alle Augen auf &Auml;gypten richten, wo die Polizei endlich Gelegenheit hat, die im Krieg gegen den Terrorismus vom Westen erlernten Strategien und Tr&auml;nengase an gemeingef&auml;hrlichen, lautstark singenden und sogar Blumen tragenden Gegnern der wohlsituierten Kreise anzuwenden, denken wir &ndash; hoffentlich rechtzeitig &ndash; zu unser aller Wohle das Undenkbare: Kann der tunesische Hass auf die Leistungseliten und ihre zu unser aller Wohle gefestigte Stellung auch nach Europa hin&uuml;berschwappen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/faz-community.faz.net\/blogs\/stuetzen\/archive\/2011\/01\/29\/was-europaeische-eliten-von-tunesischen-kleptokraten-lernen-koennen.aspx\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Jordanischer K&ouml;nig setzt Regierung ab<\/strong><br>\nDer jordanische K&ouml;nig Abdullah hat angesichts von anhaltenden Protesten in seinem Land die Regierung von Ministerpr&auml;sident Samir Rifai abgesetzt. Wie der k&ouml;nigliche Palast mitteilte, wurde ehemalige General Maruf al-Bakhit mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. K&ouml;nig Abdullah habe al-Bakhit aufgefordert, schnelle Schritte f&uuml;r echte politische Reformen zu unternehmen, &laquo;die unsere Vision f&uuml;r eine umfassende Modernisierung und Entwicklung in Jordanien widerspiegeln&raquo;, hiess es in einer Stellungnahme des Palastes. &Ouml;konomische Reformen seien notwendig, um das Leben der Menschen zu verbessern, &laquo;aber wir werden das nicht ohne echte politische Reformen erreichen&raquo;. Die Menschen m&uuml;ssten st&auml;rker an den Entscheidungen beteiligt werden. Der K&ouml;nig forderte auch eine &Uuml;berarbeitung der Gesetze, die Politik und B&uuml;rgerrechte regeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/jordanischer_koenig_setzt_regierung_ab_1.9307803.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Armut<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Das Problem der Schere zwischen Arm und Reich<\/strong><br>\nUngleichheit zwischen Arm und Reich war Volkswirten lange egal. Die meisten &Ouml;konomen hielten die Einkommensunterschiede gar f&uuml;r eine wichtige Voraussetzung f&uuml;r eine funktionierende Marktwirtschaft. Jetzt entdecken sie die Verteilungsfrage neu.<br>\nDie gro&szlig;e Mehrheit der Wirtschaftswissenschaftler hat solche Unterschiede lange Zeit kaltgelassen. Einkommensungleichheit war in der modernen Volkswirtschaftslehre nur ein Nischenthema. Die meisten &Ouml;konomen sahen in der deutlichen Kluft zwischen Arm und Reich nicht nur eine Folge von hohem Wirtschaftswachstum. Sie hielten solch ein Gef&auml;lle gar f&uuml;r eine wichtige Voraussetzung daf&uuml;r, dass die Marktwirtschaft gut funktionieren kann. [&hellip;]<br>\nInzwischen denken viele Volkswirte um. Denn es mehren sich die Belege daf&uuml;r, dass krasse Gegens&auml;tze zwischen Arm und Reich nicht nur eine moralische Dimension haben, sondern handfesten &ouml;konomischen Schaden anrichten. Einige Forscher sehen in der drastisch gestiegenen Einkommensungleichheit gar eine Ursache f&uuml;r die Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009.<br>\n&bdquo;Gro&szlig;e Einkommensungleichheit verursacht in reichen, hochentwickelten Volkswirtschaften zahlreiche Probleme&ldquo;, ist zum Beispiel Adair Turner, Chef der britischen Finanzmarktaufsicht FSA, &uuml;berzeugt. Die Ignoranz f&uuml;r Einkommensungleichheit sei einer der entscheidenden Fehler, den das Fach in den vergangenen Jahrzehnten gemacht habe. &bdquo;Ungleichheit&ldquo;, betont auch der Mannheimer &Ouml;konom Hans Peter Gr&uuml;ner, &bdquo;ist eine ganz zentrale volkswirtschaftliche Gr&ouml;&szlig;e. &Uuml;ber die d&uuml;rfen wir nicht einfach hinwegsehen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/nachrichten\/oekonomie-das-problem-der-schere-zwischen-arm-und-reich;2743555\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Stefan Hradil: Der deutsche Armutsdiskurs &ndash; Essay<\/strong><br>\nAm Thema Armut scheiden sich die Geister, aber nicht erst seit heute. Sp&auml;testens seit dem Aufkommen des B&uuml;rgertums sahen die Kassenwarte und jene, die T&uuml;chtigkeit und Leistung f&uuml;r sich in Anspruch nahmen, Armut anders als die Armen selbst und kirchliche, sp&auml;ter auch sozialstaatliche Instanzen. Insofern ist ein kontroverser Armutsdiskurs nichts Neues. Manches spricht aber daf&uuml;r, dass sich die Debatte in den vergangenen Jahren polarisiert hat und extreme Meinungen zunehmen. Sowohl in privaten Stellungnahmen als auch in der &ouml;ffentlichen und der ver&ouml;ffentlichten Meinung werden die T&ouml;ne sch&auml;rfer. In diesem Essay sollen diese kontroversen Meinungs&auml;u&szlig;erungen zur Armut in Deutschland dargestellt, eingeordnet und, soweit wissenschaftlich begr&uuml;ndbar, vorsichtig beurteilt werden. Es geht hier also weniger um die Meinung des Verfassers als um die Inhalte des aktuellen Meinungskonflikts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2010\/51-52\/Beilage\/001.html\">Aus Politik und Zeitgeschichte<\/a><\/li>\n<li><strong>Olaf Groh-Samberg: Armut verfestigt sich &ndash; ein missachteter Trend<\/strong><br>\nSeit &uuml;ber zehn Jahren l&auml;sst sich ein in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie dagewesener dramatischer Anstieg der Armut beobachten. Wie im Folgenden gezeigt werden soll, vollzieht sich dieser in Form einer zunehmenden Verfestigung von Armut bzw. einer zunehmenden Abkopplung eines &bdquo;untersten&ldquo; Bev&ouml;lkerungsteils. Es f&auml;llt denen, die einmal in Armut geraten sind bzw. bereits l&auml;nger in Armut leben, immer schwerer, aus der Armut wieder herauszukommen. Diese abnehmende Aufstiegsmobilit&auml;t, nicht jedoch eine Zunahme der Abstiege in Armut hinein, kennzeichnet und treibt den beschriebenen Trend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2010\/51-52\/Beilage\/002.html\">Aus Politik und Zeitgeschichte<\/a><\/li>\n<li><strong>Karl August Chass&eacute;: Kinderarmut in Deutschland<\/strong><br>\nNach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989 und der Deutschen Vereinigung 1990 haben die weltweiten Globalisierungstendenzen auch im nationalen Rahmen Spuren hinterlassen, am deutlichsten in Ostdeutschland. Unter anderem durch Deregulierungen und die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes ist es zu einer allgemeinen Labilisierung von Erwerbsbiografien und Lebensl&auml;ufen gekommen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist auch ein Anstieg der Armut, vor allem der Kinderarmut, nicht zu &uuml;bersehen. In den Sozialwissenschaften verbinden sich mit der Diskussion &uuml;ber diese Entwicklungen Begriffe wie Prekarit&auml;t, Ausgrenzung, Exklusion oder sozialer Abstieg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2010\/51-52\/Beilage\/003.html\">Aus Politik und Zeitgeschichte<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Unl&auml;ngst haben die NDS auf den Bericht des Statistischen Bundesamts zur Armutsgef&auml;hrdung in Europa hingewiesen, in welchem Deutschland nur deshalb unter dem europ&auml;ischen Durchschnittswert liegt, weil <a href=\"\/?p=8137#h04\">das Ergebnis durch einige bettelarme Mitgliedsstaaten verzerrt wird<\/a>.<br>\nWer sich intensiver mit der steigenden Armut in Deutschland, wie auch immer man diesen Begriff definiert, besch&auml;ftigen m&ouml;chte, findet im Beiheft der Zeitschrift &ldquo;Das Parlament&rdquo; vom 20.12.2010 gutes Material. Auch wenn man nicht jede Aussage teilen muss &ndash; so d&uuml;rfte der Zusammenhang zwischen Globalisierung und Deregulierungen sowie die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes nicht zwingend sein &ndash; vertiefen die Aufs&auml;tze unsere Kenntnisse.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Anschreiben lassen beim Staat<\/strong><br>\nWenn es f&uuml;r ein neues Bett oder unentbehrliche Kleidung einfach nicht reicht: Knapp 200.000 Hartz-IV-Empf&auml;nger mussten den Staat anpumpen &ndash; f&uuml;r zus&auml;tzliche Darlehen.<br>\nImmer mehr Hartz-IV-Empf&auml;nger sind auf Darlehen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) angewiesen. Dies geht aus Statistiken der Beh&ouml;rde in N&uuml;rnberg hervor, die der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegen. Hochgerechnet beantragten danach im vergangenen Jahr knapp 200.000 Hilfebed&uuml;rftige bei den zust&auml;ndigen Jobcentern einen Kredit. Das sind 20.000 mehr als vor zwei Jahren. 2006 war die Zahl der Darlehensbezieher sogar um mehr als 100.000 niedriger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/hartz-iv-bezieher-brauchen-oft-mehr-geld-anschreiben-lassen-beim-staat-1.1053597\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Merkel plant Euro-Regierung<\/strong><br>\nZum Schutz vor neuen Euro-Krisen treibt Bundeskanzlerin Merkel die Vereinheitlichung von Steuern, L&ouml;hnen und Renten in der Euro-Zone voran. Erste Details einer engeren Regierungszusammenarbeit im Euro-Raum konzipierte das Kanzleramt in einem Strategiepapier f&uuml;r einen &ldquo;Pakt f&uuml;r Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo;.<br>\nDies wurde am Wochenende bekannt. Das Konzept soll bis zum EU-Gipfel Ende der Woche fertiggestellt werden und dort als Diskussionsgrundlage dienen. Zu den Pl&auml;nen f&uuml;r eine politische Verzahnung der 17 Euro-Mitgliedsl&auml;nder geh&ouml;ren die Verankerung einer Schuldenbremse nach deutschem Vorbild, die Anpassung des Renteneintrittsalters an die demografische Entwicklung sowie eine Angleichung der K&ouml;rperschaftsteuer. Die Verbindlichkeit des Paktes solle durch Sanktionen untermauert werden, hie&szlig; es in Regierungskreisen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:kurswechsel-nach-der-krise-merkel-plant-euro-regierung\/60005304.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Prinzipiell ist diese &bdquo;Wirtschaftsregierung&ldquo; sicherlich eine sehr sinnvolle Weiterentwicklung der Eurozone. Die Bundesregierung hatte auch lange Zeit einen &bdquo;guten Grund&ldquo; die nun geforderten Abstimmungsmechanismen abzulehnen, da sie bef&uuml;rchtete, dass die angebotsorientierte deutsche Wirtschaftsdoktrin durch die Hintert&uuml;r ausgehebelt werden k&ouml;nnte. Die Euro-Krise hat die Vorzeichen umgekehrt. Noch nie war Deutschland politisch so dominant. Wenn die deutsche Regierung nun pl&ouml;tzlich eine &bdquo;Wirtschaftsregierung&ldquo; plant, so kann dies nur hei&szlig;en, dass der Widerstand der Vernunft bei unseren Nachbarn aus dem Weg ger&auml;umt wurde und es eine &bdquo;Wirtschaftsregierung&ldquo; nach deutschen Bedingungen geben wird. Doch wer soll &bdquo;unsere&ldquo; Produkte kaufen, wenn die gesamte Eurozone den angebotsorientierten deutschen Kurs geht? Europa stehen harte Zeiten bevor und auch Deutschland hat bei dieser zu erwartenden Angleichung auf das jeweils arbeitgeberfreundlichste Niveau noch einiges zu bef&uuml;rchten. Aber es ist nat&uuml;rlich leichter, unpopul&auml;re Reformen auf &bdquo;Europa&ldquo; zu schieben. Wer hinter diesen Reformen steckt, hat der W&auml;hler dann ohnehin schon vergessen und die Vergesslichkeit der Medien ist legend&auml;r.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Hohe und steigende Lohnnebenkosten? Ein Irrglaube<\/strong><br>\nDie Ende 2010 vom Statistischen Bundesamt ver&ouml;ffentlichten Daten &uuml;ber die Arbeitskosten und Lohnnebenkosten im Jahr 2008 lassen (hier f&uuml;r das produzierende Gewerbe) erkennen, dass\n<ul>\n<li>der Anteil der Lohnnebenkosten an den gesamten Arbeitskosten seit 2004 nicht gestiegen, sondern von 33,2% auf 32,1% gesunken ist,<\/li>\n<li>die Arbeitgeberbeitr&auml;ge zur Sozialversicherung 15,1% der gesamten Arbeitskosten ausmachen (2004: 15,6%),<\/li>\n<li>eine Erh&ouml;hung der Arbeitgeberbeitr&auml;ge zur Sozialversicherung um beispielsweise um 0,5% Prozentpunkte (so bei einer Anhebung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung von 19,9 % auf 20,9 %) nur zu einer minimalen Anstieg der Arbeitskosten f&uuml;hrt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hintergrund<br>\nDie These einer &Uuml;berforderung der Unternehmen durch zu hohe und zudem steigende Lohnnebenkosten, insbesondere durch die Arbeitgeberbeitr&auml;ge zur Sozialversicherung, beherrscht seit Jahren die besch&auml;ftigungs- und sozialpolitische Debatte. Bef&uuml;rchtet wird, dass der Faktor Arbeit zu stark belastet wird, die Wettbewerbsf&auml;higkeit der Unternehmen sinkt und die Besch&auml;ftigungschancen zur&uuml;ckgehen. Die Entlastung der Betriebe durch ein Einfrieren der Arbeitgeberbeitr&auml;ge und eine entsprechende Mehrbelastung der Versicherten pr&auml;gt die Entwicklung in der Rentenversicherung (Finanzierung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge allein durch die Arbeitnehmer) wie in der Krankenversicherung (Finanzierung<br>\nder Sonderbeitr&auml;ge und Zusatzbeitr&auml;ge bzw. Kopfpauschalen allein durch die Versicherten).<br>\nDie empirischen Befunde aus der Arbeitskostenerhebung des Statistischen Bundesamtes zeigen hingegen, dass der Anteil der Lohnnebenkosten an den gesamten Arbeitskosten keinesfalls &uuml;berm&auml;&szlig;ig hoch ist und im Verlauf der letzten Jahre leicht gesunken ist. <\/p>\n<p><a href=\"\/upload\/bilder\/110202_hohe_und_steigende_lohnnebenkosten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110202_hohe_und_steigende_lohnnebenkosten_small.jpg\" alt=\"Hohe und steigende Lohnnebenkosten?\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Finanzierung\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbII15.pdf%20\">Sozialpolitik aktuell in Deutschland [PDF &ndash; 103 KB]<\/a><\/p>\n<p><strong>Hinweis: Auf dieser Webseite der Uni Duisburg-Essen finden Sie wieder viele neue Beitr&auml;ge, Statistiken und Studien<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/arbeitsmarkt-berichte.html#berichte-von-forschungsinstituten522\">Sozialpolitik aktuell in Deutschland<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>DIW-Chef Zimmermann tritt zur&uuml;ck<\/strong><br>\nVergraulte Mitarbeiter und Geldverschwendung &ndash; der Ruf des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung hat arg gelitten. Mit einem Wechsel an der Spitze soll das DIW aus der Krise kommen. Doch ein Nachfolger f&uuml;r Zimmermann steht noch nicht fest.<br>\nDer wegen seines F&uuml;hrungsstils in die Kritik geratene Pr&auml;sident des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, wirft das Handtuch: Der Institutschef wird sein Amt bis zur Jahresmitte zur Verf&uuml;gung stellen. Das teilte der DIW-Kuratoriumsvorsitzende und Ex-Wirtschaftsweise Bert R&uuml;rup mit. Zimmermann steht seit elf Jahren an der Spitze des Instituts. &Uuml;ber die Nachfolge werde das Gremium &ldquo;in aller Besonnenheit&rdquo; entscheiden, hei&szlig;t es in R&uuml;rups Erkl&auml;rung.<br>\nZur Begr&uuml;ndung schrieb R&uuml;rup, die wissenschaftlichen Arbeiten und Beratungserfolge des DIW m&uuml;ssten &ldquo;wieder st&auml;rker ins Zentrum der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung ger&uuml;ckt werden&rdquo;. Denn das Institut sei trotz &ouml;ffentlichen Kritik, &ldquo;die oft verzerrt und &uuml;berzogen&rdquo; ausgefallen sei, nach wie vor eines der f&uuml;hrenden Wirtschaftsforschungsinstitute.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kritik-an-fuehrungsstil-diw-chef-zimmermann-tritt-zurueck\/60005903.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/politik\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Auch die Nachdenkseiten nehmen mit einer Tr&auml;ne im Knopfloch Abschied von einem der linientreusten Vertreter seiner Zunft. Bert R&uuml;rup (<a href=\"?p=549\">siehe schon hier<\/a>), Mitbegr&uuml;nder der Maschmeyer-R&uuml;rup AG, wird es sicher nicht schwer fallen, einen auf seiner Linie liegenden &bdquo;w&uuml;rdigen&ldquo; Nachfolger zu finden.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Klaus F. Zimmermanns pers&ouml;nliche, ideologische und institutspolitische Differenzen zur Konjunkturabteilung, welche &uuml;ber ein Gef&auml;lligkeitsgutachten des liberalen Humboldt-Professors Michael Burdas im Rausschmiss Gustav Horns gipfelten, hatte die Kompetenz dieser Abteilung nachhaltig geschw&auml;cht. Die Orientierung auf eine keynesianisch ausgerichtete Wirtschaftspolitik war das Markenzeichen des DIW, welches auch der Wissenschaftsrat bei fr&uuml;heren Bewertungen als St&auml;rke anerkannt hat. Es war zu erwarten, dass das angebotstheoretisch unge&uuml;bte DIW gegen&uuml;ber dem Kieler IfW in seinen Empfehlungen zur&uuml;ckfallen musste.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>EU-Kommissar Barnier will Banken unterwerfen<\/strong><br>\nMarkige Worte von Michel Barnier: Der EU-Binnenmarktkommissar will den globalen Bankensektor streng regulieren, Ma&szlig;nahmen, die die G-20-L&auml;nder l&auml;ngst abgeschmettert haben, will er doch noch durchsetzen. Die Banken m&uuml;ssten sich &ldquo;dem neuen System unterwerfen&rdquo;, fordert er. [&hellip;]<br>\n&ldquo;Wir brauchen kluge Gesetze und eine strenge Aufsicht, in Europa und am besten weltweit&rdquo;, sagte er. &ldquo;F&uuml;r die Banken gibt es kein business as usual mehr.&rdquo; Die Geldh&auml;user sollten verstehen, dass sie sich &ldquo;dem neuen System unterwerfen m&uuml;ssen&rdquo;, erkl&auml;rte der franz&ouml;sische Politiker. &ldquo;Ich appelliere an das Verantwortungsbewusstsein und die M&auml;&szlig;igkeit der Banken.&rdquo;<br>\nDem EU-Kommissar zufolge arbeitet die Beh&ouml;rde an weit reichenden Vorschriften, um die interne und externe Aufsicht zu verbessern. Sie wolle zudem Regeln vorschreiben, wie eine Bank aufzul&ouml;sen oder abzuwickeln ist, wenn sie in eine finanzielle Schieflage ger&auml;t. Auch an der weiteren Regulierung von Rating-Agenturen, Hedgefonds und Verg&uuml;tungen werde gearbeitet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,742789,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Gut gebr&uuml;llt, L&ouml;we!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Neue Schattenbanken im Keim ersticken<\/strong><br>\nDie Politik hat mittlerweile erkannt: Die Finanzbranche muss sich neuen Spielregeln unterwerfen. Allerdings greifen die bisherigen Regulierungen nicht weit genug. Dank starker Lobby blieben bisher Hedgefonds, Private-Equity-Firmen oder bankeneigene au&szlig;erbilanzielle Zweckgesellschaften von strengen Regulierungen weitestgehend verschont. Ein neues unreguliertes Schattenbankensystem ist im Entstehen begriffen. Organisiert von Banken, um Regulierungen zu umgehen. Falls sich dies nicht &auml;ndert, bliebe am Ende alles beim Alten. Nur der Schauplatz w&auml;re ein anderer.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110202_schattenbanken_auf_dem_vormarsch.jpg\" alt=\"Schattenbanken auf dem Vormarsch\"><br>\n(Verbindlichkeiten von Gesch&auml;fts- und Schattenbanken in den USA. Grafik: DGB; Zahlen: FED, Wirtschaftswoche, Handelsblatt)<\/p>\n<p>Schattenbanken sind Finanzinstitute, die banken&auml;hnliche Funktionen aus&uuml;ben, ohne jedoch wie Banken ad&auml;quat reguliert zu sein. Sie unterliegen keinen Eigenkapitalvorschriften und ben&ouml;tigen keine gr&ouml;&szlig;eren Liquidit&auml;tspuffer. Hingegen m&uuml;ssen herk&ouml;mmliche Banken gem&auml;&szlig; internationaler Eigenkapitalvorschriften des Basel III-Ausschusses in Zukunft mehr Eigenkapital f&uuml;r ihre Gesch&auml;fte hinterlegen und gr&ouml;&szlig;ere Liquidit&auml;tspuffer bilden. Zudem muss der Gro&szlig;teil der Verbriefungsgesch&auml;fte in den B&uuml;chern ausgewiesen werden. Verg&uuml;tungsregeln m&uuml;ssen sich nunmehr an l&auml;ngerfristigen Erfolgen orientieren. Strengere Anforderungen schm&auml;lern aber die Rendite. Ausweg gesucht!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++9c2e927e-2e19-11e0-783d-00188b4dc422\/@@index.html?tab=Artikel\">DGB<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ihr k&ouml;nntet Supermacht sein<\/strong><br>\nDer griechische &Ouml;konom Yannis Stournaras versteht nicht, warum die Deutschen Angst haben, Eurostaaten zu helfen: Die Kosten seien gering, die Vorteile enorm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/ihr-koenntet-supermacht-sein\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Britische Familien bangen um ihre Existenz<\/strong><br>\nDen Briten steht der h&auml;rteste Sparkurs seit 1945 bevor. Die geplante K&uuml;rzung von Kinder- und Wohngeld entsetzt besonders die Familien.<br>\n[&hellip;] Denn Gro&szlig;britanniens Schatzkanzler George Osborne hat im Herbst das h&auml;rteste Sparpaket der der Nachkriegsgeschichte vorgestellt.<br>\nUmgerechnet 91 Milliarden Euro will er bis zum Ende der Legislaturperiode 2015 k&uuml;rzen. Einer der gr&ouml;&szlig;ten Posten auf der Streichliste kommen aus dem Sozialbudget. Kindergeld, Wohnzusch&uuml;sse, Betreuungsgeld und Steuererleichterungen f&uuml;r Familien werden je nach Einkommensklasse gestrichen oder gek&uuml;rzt. Die meisten &Auml;nderungen treten zu Beginn des britischen Steuerjahres im April in Kraft. Marshall treibt die Angst um, wie sie ihr Leben und das ihrer Tochter k&uuml;nftig finanzieren soll. Damit steht sie nicht allein da in der zweitgr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaft Europas.<br>\nNach einer aktuellen Umfrage der Meinungsforscher von YouGov denken 74 Prozent aller Briten, von den K&uuml;rzungen betroffen zu sein. Fast ebenso viele Menschen haben Angst um ihren Job. Die Verbraucherzuversicht ist auf dem niedrigsten Stand seit 1994. Mehr als jeder zweite Brite h&auml;lt es f&uuml;r wahrscheinlich, dass Gro&szlig;britannien in diesem Jahr zur&uuml;ck in eine Rezession rutschen wird. Sp&auml;testens seit in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass Gro&szlig;britanniens Wirtschaft im vierten Quartal 2010 geschrumpft ist, geht die Angst um auf der Insel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article12398328\/Britische-Familien-bangen-um-ihre-Existenz.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nur nebenbei bemerkt, das britische K&uuml;rzungspaket von 91 Milliarden ist nicht viel kleiner als unser sog. &bdquo;Sparpaket&ldquo; mit einem Volumen von 80 Milliarden Euro. Beide L&auml;nder greifen vor allem in das Sozialbudget ein. Zudem wurde in Deutschland seit Schr&ouml;ders Agenda schon massiver Sozialabbau betrieben. Weder zum deutschen &bdquo;Sparpaket&ldquo; noch zum vorherigen Sozialabbau hat man allerdings in der Welt lesen k&ouml;nnen, dass unsere Familien um ihre Existenz bangen oder dass bei uns &bdquo;die Angst&ldquo; umgeht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Mit offenen Karten &ndash; Steuerparadiese<\/strong><br>\nDie f&uuml;r die Weltwirtschaftskrise mitverantwortlich gemachten Steueroasen spielen eine wichtige Rolle in der Globalisierung des Handels und gef&auml;hrden gleichzeitig die Stabilit&auml;t der Weltwirtschaft. MIT OFFENEN KARTEN zeigt auf, wie relativ der Begriff &bdquo;Steuerparadies&ldquo; ist und wie schwierig es w&auml;re, diese &bdquo;Offshore-Finanzpl&auml;tze&ldquo; abzuschaffen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/ARTE\/Mit-Offnen-Karten---Archiv\/422.html\">arte<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/Die-Welt-verstehen\/mit-offenen-karten\/392,CmC=396,view=maps.html\">Karten<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Alte im Abseits<\/strong><br>\nDie Zahlen sprechen f&uuml;r sich: Immer mehr &auml;ltere Menschen sind arbeitslos. Trotzdem scheint das Ausma&szlig; gr&ouml;&szlig;er als bisher von der &Ouml;ffentlichkeit wahrgenommen: Mit Tricks wird die Arbeitslosenstatistik gesch&ouml;nt &ndash; mit weitreichenden Konsequenzen. Unter den 55- bis 64-J&auml;hrigen gibt es ohnehin sehr viele Jobsuchende &ndash; und im Jahresvergleich ist ihre Zahl sogar noch gestiegen. So waren im Januar fast 600.000 &auml;ltere Menschen als arbeitslos registriert &ndash; 41.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote ist damit auf 9,7 Prozent gestiegen. Damit haben &Auml;ltere deutlich schlechtere Jobchancen als J&uuml;ngere.<br>\nSchaut man genauer hin, ist die Lage noch schwieriger. Denn ein Teil der &auml;lteren Jobsuchenden taucht seit einiger Zeit gar nicht mehr in der Statistik auf. Die Gro&szlig;e Koalition hat Folgendes beschlossen: Arbeitslosengeld-II-Bezieher, die mindestens 58 Jahre als sind und denen seit mehr als einem Jahr kein Jobangebot gemacht wurde, gelten nicht mehr als arbeitslos. Genauso k&ouml;nnte man alle Blau&auml;ugigen aus der Statistik rausnehmen, schimpft Karl Brenke vom Forschungsinstitut DIW.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/alte-im-abseits\/-\/1472780\/7144908\/-\/view\/asFirstTeaser\/-\/index.html\">fr-online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Das statistische Sch&ouml;nrechnen der Arbeitslosenzahlen &auml;lterer Menschen ist nur eine der zahlreichen in den vergangenen 20 Jahren Schritt f&uuml;r Schritt umgesetzten statistischen Manipulationen der allmonatlich berichteten Arbeitslosendaten. Diese statistischen Manipulationen sind mit ein Grund daf&uuml;r, dass es sich bei der von Politik und Medien immer wieder gestreuten Behauptung, die heutige Arbeitslosigkeit befinde sich auf dem niedrigsten Stand seit Anfang der 90er Jahre, um eine propagandistische Sch&ouml;nf&auml;rberei der tats&auml;chlichen Arbeitsmarktlage handelt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gute Arbeit statt Angstjobs<\/strong><br>\nDie Zahlen sind mehr als eine Winterdelle am Arbeitsmarkt. Sie sind ein Warnzeichen, das die Regierung h&ouml;ren muss. Der Aufschwung geht nach wie vor an Millionen Menschen vorbei, weil sie immer noch arbeitslos sind, zu Dumpingl&ouml;hnen arbeiten m&uuml;ssen oder Angst um ihren Job haben. Die offizielle Statistik verschleiert die wirkliche Lage am Arbeitsmarkt. (&hellip;) Die Trickserei muss endlich ein Ende haben. Wir verlangen ab sofort eine ehrliche Statistik, die alle Menschen erfasst, die in Deutschland Arbeit suchen. Seit Jahren boomen vor allem schlecht bezahlte Teilzeitjobs, die Leiharbeit und Minijobs. Eine Politik der ruhigen Hand ist in dieser Situation zu wenig. Wir brauchen in Deutschland 2011 eine Offensive f&uuml;r gute Arbeit. Es muss endlich einen gesetzlichen Mindestlohn geben. Die Leiharbeit, Minijobs und Befristungen m&uuml;ssen gesetzlich einged&auml;mmt werden. Der Erfolg dieser Regierung misst sich daran, ob es wieder mehr regul&auml;re Arbeitspl&auml;tze und weniger Angstjobs ohne Rechte f&uuml;r die Besch&auml;ftigten gibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/die-linke.de\/nc\/presse\/presseerklaerungen\/detail\/zurueck\/presseerklaerungen\/artikel\/gute-arbeit-statt-angstjobs\/\">Die Linke<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Es mutet seltsam an, dass nahezu alle Medien die von offizieller Seite vorgegebene Parole nachplappern, der &ldquo;strenge Winter&rdquo; sei die Ursache f&uuml;r den starken Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar 2011. Zumindest im Vergleich zum Januar 2010 zieht diese Behauptung nicht, denn der Januar 2010 war gepr&auml;gt von K&auml;lte und Schnee, w&auml;hrenddessen der Januar 2011 seit Mitte der ersten Januarwoche &uuml;berdurchschnittlich milde Temperaturen aufweist.<br>\nSelbst BA-Chef Weise d&auml;mpft die Erwartungen an die k&uuml;nftige Arbeitsmarktentwicklung: Er erkl&auml;rte in einem Interview, dass es nach seiner Einsch&auml;tzung keinen gro&szlig;en Stellenzuwachs geben wird und dass sich die Arbeitnehmer zudem tendenziell sogar auf niedrigere L&ouml;hne einzustellen h&auml;tten. Die Gering- und Durchschnittsverdiener sollen wohl schon im Vorfeld auf die Folgen des Lohndrucks eingestimmt werden, der aus der im Mai dieses Jahres anstehenden &Ouml;ffnung des Arbeitsmarktes f&uuml;r Arbeitnehmer aus osteurop&auml;ischen EU-Beitrittsl&auml;ndern zu erwarten ist.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Obamas Gesundheitsreform verfassungswidrig<\/strong><br>\nIn den Vereinigten Staaten hat erneut ein Bundesrichter die vor einem Jahr beschlossene Gesundheitsreform f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt. Der vom fr&uuml;heren Pr&auml;sidenten Reagan ernannte Jurist gab in Florida einer Klage von 26 republikanisch regierten Bundesstaaten statt. [&hellip;] Mit der Entscheidung von Bezirksrichter Roger Vinson in Pensacola vom Montag steht praktisch fest, dass der Streit um die Reform vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten landen wird. Insgesamt haben jetzt zwei niedrigere Instanzen das Gesetz gest&uuml;tzt, zwei entschieden dagegen. Das Wei&szlig;e Haus zeigte sich aber optimistisch, dass es am Ende siegen wird.<br>\nIm Mittelpunkt des Rechtsstreits steht die Frage, ob die Washingtoner Regierung die Befugnis hat, jedem einzelnen B&uuml;rger eine Krankenversicherung vorzuschreiben. Das Gesetz enth&auml;lt eine solche Regelung, die aber erst 2014 in Kraft treten soll. Dabei sollen Bed&uuml;rftige Zusch&uuml;sse erhalten, damit sie sich eine Krankenversicherung leisten k&ouml;nnen. Wer sich trotzdem nicht versichert, dem droht eine Strafe.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~E757D46697F534859896D4753898CD4D1~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2011\/02\/01\/us\/01ruling.html?_r=2&amp;ref=us\">Federal Judge Rules That Health Law Violates Constitution aus der New York Times<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die bisherigen Urteil zur Gesundheitsreform sind vermutlich nicht nur der Tatsache zu verdanken, dass die Richter ganz gezielt von Reagan oder Bush ernannt wurden, sie zeigen auch, dass der amerikanischen Verfassung ein anderes Staatsverst&auml;ndnis zugrunde liegt. Man darf nicht vergessen, dass die wesentlichen Elemente der amerikanischen Verfassung aus dem Jahre 1787 stammen also den liberalen und fr&uuml;hkapitalistischen Geist (vor allem aus England) atmet. Unser Grundgesetz hat aus den unmenschlichen Erfahrungen des Fr&uuml;hkpatalismus und aus dem &ndash; wesentlich aus der Spaltung zwischen Arm und Reich verursachten &ndash;  Zusammenbruch der Weimarer Republik und der Macht&uuml;bernahme der Nazis Schl&uuml;sse gezogen und den &bdquo;Sozialstaat&ldquo; mit Verfassungsrang ausgestattet. Au&szlig;erdem hat es in Amerika nie eine so starke soziale Bewegung wie in Deutschland gegeben, die den konservativen Bismarck zur Abwehr der &bdquo;Sozialisten&ldquo; veranlasste ein allgemeinverpflichtendes Sozialversicherungssysem einzuf&uuml;hren.<br>\nDiese Unterschiede sollte man im &Uuml;brigen nie vergessen, wenn die &bdquo;Wertegemeinschaft&ldquo; mit den USA beschworen wird. Bei vielen sog. &bdquo;Atlantikern&ldquo; die das tun, steckt dahinter auch der Versuch die deutsche Tradition des Sozialstaats an die angels&auml;chsische wirtschaftsliberale Geschichte anzugleichen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man sollte allerdings nicht au&szlig;er Acht lassen, dass zwei fr&uuml;here Klagen abgewiesen wurden. Insgesamt haben 26 US-Staaten gegen die Gesundheitsreform geklagt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Swift-Vertrag: US-Einblick in europ&auml;ische Bankdaten untersch&auml;tzt<\/strong><br>\n&nbsp;Das transatlantische Bankdatenabkommen Swift gew&auml;hrt US-Terrorfahndern tiefere Einblicke in die Finanzen Tausender Europ&auml;er als bekannt. Der Vertrag erlaubt den USA Zugriff auf Bank&uuml;berweisungen in der EU. Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) etwa hatte behauptet, innereurop&auml;ische &Uuml;berweisungen w&uuml;rden vom Swift-Vertrag generell nicht erfasst. Der unterschiedliche Umgang mit den Daten &uuml;berrascht auch EU-Abgeordnete. Die Verhandlungsf&uuml;hrer der Sozialisten und Liberalen, Birgit Sippel und Alexander Alvaro, hatten ihr Ja zu dem lange umstrittenen Swift-Abkommen unter anderem damit begr&uuml;ndet, dass den USA innereurop&auml;ische &Uuml;berweisungen vorenthalten w&uuml;rden. Entdeckt hat die Datenl&uuml;cke der unabh&auml;ngige EU-Parlamentarier Martin Ehrenhauser. Auf seine Anfrage hin hatte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmstr&ouml;m die Differenzierung zwischen Sepa- und Swiftnet-Fin-Daten angedeutet. &ldquo;Die Bedingung Europas, dass innereurop&auml;ische &Uuml;berweisungen ausgenommen sind, ist nicht erf&uuml;llt&rdquo;, sagte Ehrenhauser. &ldquo;Die Verhandlungen m&uuml;ssen neu gestartet werden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:swift-vertrag-us-einblick-in-europaeische-bankdaten-unterschaetzt\/60005765.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Monfrini &ndash; der Potentatenj&auml;ger<\/strong><br>\nEnrico Monfrini fahndet seit Jahren nach den geheimen Milliarden ausl&auml;ndischer Diktatoren. Nun darf er triumphieren. Von nun an kann das Blutgeld aus der Schweiz an die ausgebeuteten L&auml;nder zur&uuml;ckgezahlt werden. [&hellip;]<br>\nSeitdem ist Monfrini auf der Jagd nach den veruntreuten Milliarden, die auf Schweizer Konten liegen. &ldquo;Ich wei&szlig; inzwischen, wie man solche F&auml;lle l&ouml;st&rdquo;, sagt er lapidar. Zuletzt hat er f&uuml;r die Millionen gek&auml;mpft, die der haitianische Ex-Diktator Jean-Claude &ldquo;Baby Doc&rdquo; Duvalier in die Schweiz geschafft hatte. Die Jagd ist l&auml;ngst Monfrinis Lebensaufgabe geworden. Heute feiert er einen Erfolg, der auch f&uuml;r sein Land eine Z&auml;sur ist.<br>\nAn diesem Dienstag tritt in der Schweiz das &ldquo;Bundesgesetz &uuml;ber die R&uuml;ckerstattung unrechtm&auml;&szlig;ig erworbener Verm&ouml;genswerte politisch exponierter Personen&rdquo; in Kraft. Erstmals k&ouml;nnen nach klarer Systematik veruntreute Gelder konfisziert und zur&uuml;ckgezahlt werden. Es kann ein machtvolles Instrument werden, ein weltweites Vorbild im Kampf gegen Ausbeutung und Korruption. &ldquo;Das Gesetz ist das erste seiner Art&rdquo;, sagt Valentin Zellweger, der Leiter der Direktion V&ouml;lkerrecht im Berner Au&szlig;enministerium. Er hat es mitentworfen. Es habe eine abschreckende Wirkung auf die Despoten in der Welt, sagt er. &ldquo;Es dokumentiert den Willen der Schweizer Regierung, gegen Potentaten vorzugehen.&rdquo;<br>\nJedes Jahr werden weltweit 20 bis 40 Mrd. Dollar veruntreut, sch&auml;tzt die Weltbank. In den vergangenen Jahren sind davon gerade mal 4,5 Mrd. Dollar zur&uuml;ckgegeben worden, die H&auml;lfte kam aus der Schweiz. Gerade erst hat das Land die Konten des gest&uuml;rzten tunesischen Staatschefs Zine El Abidine Ben Ali und des abgew&auml;hlten ivorischen Pr&auml;sidenten Laurent Gbagbo eingefroren. Das neue Gesetz wird wohl auf diese F&auml;lle angewendet werden. Ohne Monfrini w&auml;re es nie so weit gekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:agenda-monfrini-der-potentatenjaeger\/60005721.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/politik\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Risse in der Glitzerfassade<\/strong><br>\nVon Weitem sieht alles prima aus im Boomland des 21. Jahrhunderts. Erst k&uuml;rzlich setzte das Londoner Wirtschaftsmagazin Economist  einen rennenden Tiger auf die Titelseite und orakelte: &ldquo;Wie Indiens Wachstum das chinesische &uuml;berholen wird&rdquo;. Prompt legte die Weltbank jetzt mit Zahlen nach: Schon im Jahr 2012 werde Indiens Volkswirtschaft mit 8,7 Prozent um 0,3 Prozentpunkte schneller wachsen als der gro&szlig;e Konkurrent im Norden. [&hellip;]<br>\nDoch das ist nur der Blick von au&szlig;en. In Indien selbst rumort es. Inmitten des Wirtschaftsbooms hat sich ein politisches Unbehagen eingeschlichen, in dem manche Beobachter mehr als nur ein vor&uuml;bergehendes Stimmungstief sehen. Die Rede ist von einer politischen Systemkrise, die dem Wirtschaftswachstum langfristig ein j&auml;hes Ende bereiten und Indiens Weltmachtambitionen um Jahrzehnte zur&uuml;ckwerfen k&ouml;nnte. Im Zentrum der Kritik steht der Vorwurf: Korruption.<br>\nGerade in Indien klingt das banal, man hat den Vorwurf oft geh&ouml;rt. Und bl&uuml;ht Korruption nicht &uuml;berall, auch in den Erfolgs&ouml;konomien Chinas und Brasiliens? Doch in Indien hat sich ein ungeheurer politischer Frust aufgestaut, die ersten Risse in der bislang heilen politischen Fassade der Kongresspartei werden sichtbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/risse-in-der-glitzerfassade\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Berlin wirbt um Anerkennung der Putschisten<\/strong><br>\nTrotz eindeutiger Position der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der Mehrheit der lateinamerikanischen Regierungen dr&auml;ngt die deutsche Bundesregierung auf eine Anerkennung der De-facto-Regierung in Honduras. Zudem hat Berlin 47 Millionen Euro Entwicklungshilfe f&uuml;r das mittelamerikanische Land bewilligt, das sich seit einem Putsch gegen die letzte demokratisch gew&auml;hlte Regierung und Pr&auml;sident Manuel Zelaya Ende Juni 2009 in einer tiefen und anhaltenden Krise befindet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/amerika21.de\/nachrichten\/2011\/02\/22317\/berlin-anerkennung-honduras\">Portal amerika21.de Berlin wirbt um Anerkennung der Putschisten<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>China als Vorbild f&uuml;r Bildung?<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wie viel Drill braucht ein Kind?<\/strong><br>\nWo sich der Westen gegen&uuml;ber China auf dem Abstieg glaubt, kommen Zweifel an der Qualit&auml;t der eigenen P&auml;dagogik auf. Die Sinoamerikanerin Amy Chua pl&auml;diert f&uuml;r H&auml;rte und kritisiert die liberale Methode als zu weich &ndash; w&auml;hrend man in China dabei ist, die eiserne Disziplin als kreativit&auml;tst&ouml;tend in Frage zu stellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/aktuell\/wie_viel_drill_braucht_ein_kind_1.9283215.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das wird aber Herrn Sarrazin &uuml;berhaupt nicht gefallen, der anl&auml;sslich des Buches von Amy Chua meinte, das strenge chinesische Bildungssystem loben zu m&uuml;ssen und empfiehlt, &ldquo;sich seine positiven Wirkungen anzusehen&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Amy Chua und die Angst des Besitzb&uuml;rgers<\/strong><br>\nKein Zufall, sondern kluge Verlagsplanung war es , dass ausgerechnet nach dem Besuch des chinesischen Pr&auml;sidenten in Washington ein Buch erschien, das die ohnehin verunsicherte US-amerikanische Nation weiter beunruhigt: Amy Chuas &ldquo;Schlachtruf einer chinesischen Mutter&rdquo;, einer US-amerikanischen B&uuml;rgerin, in dem sie bekennt, wie sie ihre T&ouml;chter bedrohte und drangsalierte, damit sie Geige spielen lernen.<br>\nIn Deutschland ist das Thema der p&auml;dagogischen Sache nach seit Bernhard Buebs &ldquo;Lob der Disziplin&rdquo; schon durch, interessanter wird der Hype als Symptom einer nicht ganz neuen westlichen, das hei&szlig;t besitzb&uuml;rgerlichen Angst vor der Dekadenz, f&uuml;r die immer neue Ursachen gesucht werden. Hierzulande war es Guido Westerwelle, der den nachsorgenden Sozialstaat mit &ldquo;sp&auml;tr&ouml;mischer Dekadenz&rdquo; assoziierte, dann schob Thilo Sarrazin die Schuld am drohenden Niedergang Deutschlands ungen&uuml;gend integrierten muslimischen Immigranten zu und jetzt fragt man sich im Westen verunsichert, ob wir am Ende von den Chinesen mit ihrer neuen protestantischen, nein konfuzianischen Ethik &uuml;berfl&uuml;gelt werden.&nbsp; Tats&auml;chlich handelt es sich jedoch nach wie vor nur um die Stimmungen eines von Abstiegs&auml;ngsten notorisch geplagten B&uuml;rgertums.<br>\nIn den USA, wo man besser nicht von &ldquo;Holidays&rdquo; sprechen soll, sondern kommerziell korrekt von &ldquo;PTO&rdquo; (&ldquo;payed time off&rdquo;) und man &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; den Spruch &ldquo;Holiday is for whimps&rdquo; (&ldquo;Urlaub ist was f&uuml;r Schw&auml;chlinge&rdquo;) bem&uuml;ht, musste Chuas Buch den calvinistischen Phantomschmerz verst&auml;rken. Und nicht nur den calvinistischen: Vor Jahren schon beobachteten j&uuml;dische Magazine mit Sorge, dass Studenten aus Ostasien im Leistungsbereich jungen Juden an den Universit&auml;ten den Rang abliefen. W&auml;hrend Samuel Huntington noch die katholischen Hispanics mit ihrem angeblichen Schlendrian f&uuml;r den Leistungsabfall der Nation verantwortlich machte, wird jetzt &ndash; Identifikation mit dem vermeintlichen Aggressor &ndash; Meister Kung als Allheilmittel gepriesen. Die damit verbundenen offenen Fragen bleiben freilich unbeantwortet: Warum in China eigentlich eine Revolution gegen die alte, die konfuzianische Ordnung ausbrach und warum die konfuzianische Lehre im Kaiserreich den notleidenden und (ver)hungernden chinesischen Bauern nicht geholfen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=ku&amp;dig=2011%2F02%2F01%2Fa0101&amp;cHash=30b646f84e\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Chinesische Sch&uuml;ler: Auswendiglernen sehr gut, Phantasie ungen&uuml;gend<\/strong><br>\nChinas Sch&uuml;ler sind die besten &ndash; zumindest wenn es nach dem Pisa-Ranking geht. Shanghai landete auf Platz eins, Hongkong dicht dahinter auf Platz vier. Doch hinter dem Erfolg verbirgt sich ein Problem: Chinas Kinder k&ouml;nnen zwar gut auswendig lernen, doch ihre Kreativit&auml;t und Phantasie verk&uuml;mmern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/wissen\/0,1518,734775,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Sagen, was gut l&auml;uft in diesem Land<\/strong><br>\nWo sind die linken Denker in der Debatte &uuml;ber das Buch von Thilo Sarrazin? Erstarrt in Schockstarre und Selbstblockade, sagt der Berliner Migrationsforscher Klaus J. Bade:<br>\n&ldquo;Unverkennbar gab es eine Schockstarre, als die ersten Artikel mit der Vorank&uuml;ndigung von aggressiven sozialbiologistischen Denunziationen &uuml;ber &ldquo;die&rdquo; Integration &ldquo;der&rdquo; Muslime platziert wurden. Und das, nachdem der Sachverst&auml;ndigenrat erst drei Monate zuvor nachgewiesen und belegt hatte, dass Integration viel besser ist als ihr Ruf. Viele konnten einfach nicht glauben, dass so ein Text im Jahr 2010 so eine Breitenwirkung erzielt. &hellip; Viele dachten, jetzt entlarvt sich das b&uuml;rgerliche Milieu in seinem eigenen Zerrspiegel. Mit diesen &ldquo;neorassistischen Thesen&rdquo; ist doch kein Staat zu machen, jetzt zerfleischen die sich selber. Das war eine Fehleinsch&auml;tzung. &hellip; Alle wollten mit Sarrazin ihre Auflagen steigern. Journalistische Sorgfaltspflicht war da oft nur l&auml;stig. Die bekannten Verd&auml;chtigen der publizistischen Desintegrationsindustrie und viele Trittbrettfahrer w&auml;hnten sich an der Spitze einer neuen b&uuml;rgerlichen Bewegung, die mal wieder die schweigende Mehrheit repr&auml;sentiert. Die sogenannte Linke wurde &uuml;berrollt, reagierte eher mit dem R&uuml;cken an der Wand, anstatt das Thema offensiv f&uuml;r sich zu besetzen &hellip; Es wurde Denunziation gegen Denunziation gestellt. Man hat Sarrazin mit der Rassismuskanone wegzublasen versucht. Dann hat man mit Entsetzen festgestellt, dass das Wasser auf die M&uuml;hlen der rechtspopulistischen Agitation war, erkennbar an dem Satz: &ldquo;Man wir doch wohl noch sagen d&uuml;rfen &hellip;&rdquo; Thilo Sarrazin ist eben weder ein Rassentheoretiker reinsten Wassers noch ein dumpfer Neonazi. &hellip; Nein, das nur selten bediente K&ouml;nigsargument der sogenannten Linken h&auml;tte die soziale Lage der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sein m&uuml;ssen. &hellip; Bildung und Ausbildung, im weitesten Sinne soziales Kapital und Chancengleichheit bei seinem Einsatz, das sind die entscheidenden Dimensionen. Muslimische Migranten in der neuen Unterschicht sind doch genau so eine soziale Realit&auml;t wie die ebenfalls muslimische Elitenzuwanderung aus dem Iran oder aus Afghanistan. Das hat alles nichts mit Religion zu tun. Und auch Sarrazins scheindemografische These von der gef&auml;hrlichen muslimischen Lendenst&auml;rke im Innern und der muslimischen Invasion von au&szlig;en ist doch Unsinn. Da hat er die Statistik gezielt &ldquo;get&uuml;rkt&rdquo;; denn die Geburtenkurve flacht ab, und die Abwanderung aus Deutschland in die T&uuml;rkei ist seit Jahren viel st&auml;rker als die Zuwanderung von dort. All diese Fakten h&auml;tte man von Beginn an st&auml;rker betonen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=tz&amp;dig=2011%2F02%2F01%2Fa0122&amp;cHash=d6d0070dc3\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Industrie trifft Krieg<\/strong><br>\nAm kommenden Freitag beginnt in M&uuml;nchen die 47. Sicherheitskonferenz. Im Mittelpunkt der Proteste gegen das Treffen von Staatschefs, Milit&auml;rs und R&uuml;stungsindustrie wird die Forderung nach dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan stehen.<br>\nTrotz der erneuten Bewilligung durch den Bundestag werde der Einsatz der Bundeswehr von der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung abgelehnt, erkl&auml;rte Claus Schreer vom &raquo;Aktionsb&uuml;ndnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz&laquo; auf einer Pressekonferenz am Montag. Das B&uuml;ndnis wird von mehr als 90 Organisationen und Personen getragen und hat f&uuml;r den kommenden Samstag zu einer Gro&szlig;demonstration gegen die 47. Sicherheitskonferenz (Siko) in M&uuml;nchen aufgerufen. Unter dem Motto &raquo;Bundeswehr raus aus Afghanistan&laquo; erwarten die Organisatoren um die 5000 Teilnehmer zur Demonstration, die um 13 Uhr auf dem M&uuml;nchner Marienplatz starten wird.<br>\nDie Auftaktveranstaltung werde auch angesichts der K&auml;lte kurz sein, der Demonstrationszug diesmal nicht um den &raquo;Bayerischen Hof&laquo;, dem Tagungsort der Siko herumf&uuml;hren, sondern durch die Altstadt und wieder zur&uuml;ck zum Marienplatz. Als Redner der Abschlusskundgebung sind der Theologe Eugen Drewermann, die Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Sevim Dagdelen, und der Friedensaktivist Tobias Pfl&uuml;ger vorgesehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/189785.industrie-trifft-krieg.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>zu Guter letzt &ndash; Crisis of Capitalism<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/comment.rsablogs.org.uk\/2010\/06\/28\/rsa-animate-crisis-capitalism\/\">RSA<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Friedliche Revolution in &Auml;gypten; Armut; Merkel plant Euro-Regierung; Mythos &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo;; DIW-Chef Zimmermann tritt zur&uuml;ck; EU-Kommissar Barnier will Banken unterwerfen; neue Schattenbanken im Keim ersticken; Ihr k&ouml;nntet Supermacht sein; Britische Familien bangen um ihre Existenz; Steuerparadiese; Arbeitsmarkt; Obamas Gesundheitsreform verfassungswidrig; Monfrini &ndash; der Potentatenj&auml;ger; Risse in der Glitzerfassade; Berlin wirbt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8186\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-8186","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8186"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8192,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8186\/revisions\/8192"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}