{"id":82073,"date":"2022-03-19T14:00:52","date_gmt":"2022-03-19T13:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82073"},"modified":"2022-03-19T20:59:30","modified_gmt":"2022-03-19T19:59:30","slug":"allmachtwahn-vernichtungsphantasien-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82073","title":{"rendered":"Allmachtwahn &amp; Vernichtungsphantasien (I\/II)"},"content":{"rendered":"<p><em>Randnotizen zu Doppelmoral, Heuchelei, Sprachverluderung und zum Schwinden einer Diskussionskultur in Zeiten coronaler Kriegsstimmung.<\/em><br>\nAuf diesen Seiten erschien von unserem Autor <strong>Rainer Werning<\/strong> am 2. M&auml;rz sein letzter Text mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81430\">&bdquo;Im Amnesie-Taumel einer &sbquo;Zeitenwende&lsquo;&ldquo;<\/a>. Seitdem haben sich die Dinge im Kriegsschatten der Ukraine nochmals &ndash; mehr zum Schlechten als zum Guten &ndash; so sehr gewendet, dass er im folgenden zweiteiligen Beitrag alles Revue passieren l&auml;sst und in historische Zusammenh&auml;nge einbettet. Der zweite Teil folgt am morgigen Sonntag.<br>\n<!--more--><\/p><div style=\"text-align:center\"><strong>*<\/strong><\/div><p>Lang ist&rsquo;s her! Als sich Deutschland noch als ein <strong>&bdquo;Land der Denker und Dichter&ldquo;<\/strong> w&auml;hnte und u.a. einen Mann wie Johann Wolfgang von Goethe wie eine Monstranz vor sich hertrug und ihn allzu gern als Leuchtboje in s&auml;mtlichen Weltmeeren verankert gesehen h&auml;tte, schien in Teutonia die Welt noch in Ordnung zu sein. Von diesem einst verehrten S&auml;ulenheiligen stammt u.a. der Satz: &bdquo;Da&szlig; Gl&uuml;ck ihm g&uuml;nstig sei, was hilft&rsquo;s dem St&ouml;ffel, denn regnet&rsquo;s Brei, fehlt ihm der L&ouml;ffel.&ldquo; Und heute, da in diesem Land kaum noch gedichtet wird und sich Denker immer rarer machen, gilt es, das wehleidige Klagelied anzustimmen: &bdquo;Da&szlig; Gl&uuml;ck ihr g&uuml;nstig sei, was n&uuml;tzt&rsquo;s Frau Baerbock, denn regnet&rsquo;s Blei, ist sie dabei.&ldquo;<\/p><div style=\"text-align:center\"><strong>*<\/strong><\/div><p>Dass ausgerechnet olivgr&uuml;ne Politikerinnen und Politiker nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen zweiten Tabubruch vollzogen &ndash; im Zuge der Jugoslawien-Zerst&uuml;ckelung Krieg wieder &bdquo;hoff&auml;hig&ldquo; zu machen und heute <em>offen<\/em> das Entsenden von R&uuml;stungsg&uuml;tern in ein Kriegsgebiet abzunicken &ndash; ist eine &bdquo;Leistung&ldquo;, die dem Bellizismus in der &Auml;ra Post-Goethe&lsquo;scher Belletristik Ehre verleiht. Kein bundesdeutscher Chefdiplomat hat jemals so ungeschminkt einem anderen Land qua Sanktionspaketen &bdquo;den Ruin&ldquo; gew&uuml;nscht, wie das von dieser &bdquo;gelernten V&ouml;lkerrechtlerin&ldquo; am 1. M&auml;rz geschah. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Und leider haben wir es hier mitnichten mit einer vom Tugendpfad barsch abgedrifteten Einzelperson zu tun; sie ist nur eine Stimme im anschwellenden Chor von Kriegsgelaunten.<\/p><p>W&auml;hrend ihrer Rede vor den Vereinten Nationen in New York f&uuml;hrte die bekennende Transatlantikerin Baerbock am 1. M&auml;rz aus:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ihre (russischen &ndash; RW) Panzer bringen kein Wasser, keine Babynahrung, keinen Frieden. (&hellip;) Die Grunds&auml;tze der Vereinten Nationen bilden den Rahmen f&uuml;r unseren Frieden: f&uuml;r eine Ordnung auf der Grundlage von gemeinsamen Regeln, dem V&ouml;lkerrecht, Zusammenarbeit und friedlicher Konfliktbeilegung. Russland hat diese Ordnung brutal angegriffen. Und deshalb geht es in diesem Krieg nicht nur um die Ukraine, nicht nur um Europa, sondern um uns alle.&ldquo; [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Nachdem sie das auch und gerade im Namen der kleinen Mia (s. den Redetext) erkl&auml;rte, sattelte sie bei <em>&bdquo;Anne Will&ldquo;<\/em> am 6. M&auml;rz noch drauf und sagte mit Blick auf den russischen Pr&auml;sidenten: &bdquo;Was er tut, ist <strong>Aggression hoch Tausend<\/strong>&ldquo;. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Wer so redet und das noch mit patziger Gestik unterstreicht, sollte tunlichst die politische B&uuml;hne verlassen, weil damit s&auml;mtliche Gespr&auml;chsf&auml;den mit der anderen Seite gekappt sind und sich Diplomatie selbst ad absurdum f&uuml;hrt. Anstatt mit Contenance und Besonnenheit bei strikter Abw&auml;gung des gesprochenen Wortes unbedingt auf Deeskalation hinzuwirken!<\/p><p>Zudem: So viel &uuml;berbordender Zynismus und aufgeplusterte Doppelmoral\/Heuchelei waren noch nie. Kein kritisches Sterbensw&ouml;rtchen dieses Kalibers ward jemals aus dem Munde hochrangiger deutscher Politiker und Diplomaten zu vernehmen, als US-amerikanische &bdquo;Friedenskrieger&rdquo; weitaus zerst&ouml;rerische Aggressionen gegen Afghanistan, Irak, Syrien, Somalia, Libyen, Jemen u.a. entfesselten. In diesen &bdquo;Friedenskriegen&ldquo; wurde alles &bdquo;umgepfl&uuml;gt&ldquo;, was sich den Besatzern in den Weg stellte. Von &bdquo;humanit&auml;ren Korridoren&ldquo; war nicht einmal die Rede. Ganz im Gegenteil: Es wurden Streubomben mit verheerender Wirkung f&uuml;r Mensch und Natur eingesetzt, denen zynische Milit&auml;rstrategen den Namen &bdquo;G&auml;nsebl&uuml;mchenschneider&ldquo; verpasst hatten. Da h&auml;tten eine kleine Fatimah oder ein kleiner Hassan noch so laut schreien k&ouml;nnen; keiner h&auml;tte diese Hilferufe auch nur h&ouml;ren wollen!<\/p><div style=\"text-align:center\"><strong>*<\/strong><\/div><p>Es ist augenf&auml;llig, dass ausgerechnet Staatsm&auml;nner, Gener&auml;le und Politiker im Westen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs so unverbl&uuml;mt in Kategorien von Allmacht bei gleichzeitigem Vernichtungswahn schwelgten. Man h&ouml;re sich beispielsweise die Rede von US-Pr&auml;sident Harry S. Truman an, wie der Einsatz der ersten Atombomben &uuml;ber Hiroshima und Nagasaki gerechtfertigt wurde. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Die St&auml;dte wurden bewusst f&auml;lschlich als &bdquo;Milit&auml;rbasis&ldquo; bezeichnet. Der Atombombeneinsatz diente eher Testzwecken &bdquo;an lebendigen Objekten&ldquo;, was das Massensterben unschuldiger Zivilisten in Kauf nahm, und dem Aufbau einer Drohkulisse gegen&uuml;ber der damaligen Sowjetunion. Milit&auml;risch war Japan l&auml;ngst besiegt und ein Einsatz solch t&ouml;dlicher Waffen strategisch g&auml;nzlich belanglos, was selbst unter hochrangigen US-amerikanischen Milit&auml;rs unstrittig ist. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Bereits sechs Jahre sp&auml;ter befand sich die Welt tats&auml;chlich am Abgrund eines Dritten Weltkrieges. W&auml;hrend des Koreakrieges (1950-53) hatte der fr&uuml;here Oberbefehlshaber der Alliierten in Fernost und im Pazifik, General Douglas MacArthur, allen Ernstes erwogen, grenznahe chinesische St&auml;dte zu &bdquo;<strong>pulverisieren<\/strong>&ldquo;, d.h., sie durch den gezielten Einsatz atomarer Waffen dem Erdboden gleichzumachen. Auf diese Weise wollte der General den Krieg verk&uuml;rzen und sein Ego in noch gr&ouml;&szlig;erem Glanze erstrahlen lassen.<\/p><div style=\"text-align:center\"><strong>*<\/strong><\/div><p>Dazu schrieb der ausgewiesene Korea-Kenner und emeritierte Historiker an der University of Chicago, Bruce Cumings:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In postum ver&ouml;ffentlichten Interviews behauptete MacArthur, einen Plan ausgearbeitet zu haben, mit dem er den Krieg innerhalb von zehn Tagen gewonnen h&auml;tte: &sbquo;Ich h&auml;tte mehr als 30 Atombomben &uuml;ber das gesamte Grenzgebiet zur Mandschurei abgeworfen.&lsquo; Anschlie&szlig;end h&auml;tte er am Yalu, dem Grenzfluss zwischen Nordkorea und China, eine halbe Million nationalchinesischer Soldaten &ndash; die sich nach ihrer Niederlage 1949 aus dem kommunistischen China nach Taiwan abgesetzt hatten &ndash; eingesetzt und dann zwischen dem Japanischen und dem Gelben Meer einen mit radioaktivem Kobalt verseuchten Landg&uuml;rtel geschaffen. Da Kobalt zwischen 60 und 120 Jahre aktiv bleibt, w&auml;re dann &sbquo;mindestens 60 Jahre lang keine Invasion &uuml;ber Land nach S&uuml;dkorea von Norden aus m&ouml;glich gewesen&lsquo;. MacArthur war &uuml;berzeugt davon, dass die Russen angesichts dieser extremen Strategie nichts unternommen h&auml;tten: &sbquo;<strong>Mein Plan war bombensicher<\/strong>.&lsquo;&ldquo; [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Das ging Pr&auml;sident Truman dann doch zu weit. Am 11. April 1951 musste MacArthur seinen Hut nehmen, was in seiner Heimat, wo er als Kriegsheld gefeiert wurde, zu betr&auml;chtlichen Protesten und Demonstrationen f&uuml;hrte. Der Historiker Niall Ferguson verglich die seinerzeit innenpolitisch aufgew&uuml;hlte Stimmung mit der r&ouml;mischen Geschichte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;1951 war wohl der einzige Moment in der Geschichte, in dem Amerika kurz davorstand, das Schicksal der R&ouml;mischen Republik zu teilen. Der Mann, der die Rolle C&auml;sars gespielt h&auml;tte, war General Douglas MacArthur. [&hellip;] Er &uuml;berschritt gewisserma&szlig;en den Rubikon, als er Truman auch &ouml;ffentlich kritisierte. Die Herausforderung des Pr&auml;sidenten fand nicht nur den Beifall, sondern auch die Unterst&uuml;tzung der F&uuml;hrung der Republikaner im Kongress sowie eines beachtlichen Teils der konservativen Presse. Als Truman ihn abl&ouml;sen lie&szlig; und er zu Hause als Held empfangen wurde, schien die Verfassung zur Disposition zu stehen.&ldquo; [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Vom 25. Juni 1950 bis zum 27. Juli 1953 (die Zeit des Koreakrieges &ndash; RW) kamen nach konservativen westlichen Sch&auml;tzungen &uuml;ber 4,6 Millionen Koreaner ums Leben, einschlie&szlig;lich drei Millionen Zivilisten im Norden und 500.000 Zivilisten im S&uuml;den der Halbinsel&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>hie&szlig; es in dem am 23. Juni 2001 in New York verk&uuml;ndeten Urteil des <em>Korea International War Crimes Tribunal <\/em>unter dem Vorsitz des ehemaligen US-Justizministers Ramsey Clark. Weiter hie&szlig; es in diesem Verdikt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Beweise f&uuml;r die US-Kriegsverbrechen, die diesem Tribunal pr&auml;sentiert wurden, lieferten Augenzeugenberichte und Dokumente &uuml;ber Massaker an Tausenden Zivilisten, die von den US-amerikanischen Milit&auml;rstreitkr&auml;ften w&auml;hrend des Krieges im S&uuml;den Koreas ver&uuml;bt wurden. Dar&uuml;ber hinaus gab es erdr&uuml;ckende Beweise der kriminellen, teils genozidm&auml;&szlig;ig betriebenen US-Politik im Norden Koreas, wo systematisch die meisten H&auml;user und Geb&auml;ude durch US-Artilleriefeuer und Luftangriffe in Schutt und Asche gelegt (&hellip;) und ge&auml;chtete Waffen sowie biologische und chemische Kampfmittel im Krieg gegen seine Bev&ouml;lkerung eingesetzt wurden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><div style=\"text-align:center\"><strong>*<\/strong><\/div><p>Der Koreakrieg wird mitunter auch als &bdquo;der Krieg vor Vietnam&ldquo; bezeichnet. Eine zutreffende Beschreibung, was das Ausma&szlig; des Gemetzels betraf, in deren Verlauf auch und gerade manifester Rassismus und Antikommunismus als schmutzige Schaumkronen an die Oberfl&auml;che gesp&uuml;lt wurden. Vernichtungsphantasien hegten vor allem solche Milit&auml;rs wie Curtis E. LeMay, der sein Todes&bdquo;handwerk&ldquo; als Kommandeur des <em>XXI. Bomber Command<\/em> und Oberbefehlshaber des strategischen Luftkriegs gegen Japan begann. LeMay war &uuml;berdies verantwortlich f&uuml;r den Einsatz von Napalmbomben gegen japanische St&auml;dte, die w&auml;hrend des Koreakrieges erstmalig fl&auml;chendeckend und landesweit eingesetzt wurden. Allein Tokio wurde in den Monaten von Dezember 1944 bis August 1945 &uuml;ber 30-mal das Ziel US-amerikanischer Bombenangriffe, in deren Verlauf die Stadt zur H&auml;lfte in Schutt und Asche gelegt wurde und weit &uuml;ber 100.000 Menschen ums Leben kamen. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde LeMay im Pentagon stellvertretender Leiter des <em>Air Staff for Research and Development<\/em> und 1947 nach Europa beordert, wo er die Position des Kommandeurs der <em>US Air Forces in Europe (USAFE)<\/em> &uuml;bernahm. In dieser Funktion war er ma&szlig;geblich an der Organisation, Planung und Durchf&uuml;hrung der Berliner Luftbr&uuml;cke 1948\/49 beteiligt. Als eingefleischter Antikommunist pl&auml;dierte er f&uuml;r atomare Schl&auml;ge gegen die Sowjetunion, bevor diese &uuml;berhaupt &uuml;ber ein nennenswertes Arsenal solcher Waffen verf&uuml;gte. Und bereits in der Fr&uuml;hphase des Vietnamkrieges machte er sich f&uuml;r eine zu der Zeit noch unpopul&auml;re massive milit&auml;rische Intervention stark:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;LeMay wird das sinngem&auml;&szlig;e Zitat unterstellt, man solle &sbquo;Vietnam zur&uuml;ck <strong>in die Steinzeit bomben<\/strong>&lsquo;. Obwohl LeMay ab Februar 1965 nicht mehr im Amt war, wirkte sich seine milit&auml;rische Doktrin insbesondere im nunmehr zum Krieg eskalierten Vietnamkonflikt nachhaltig aus. Seine Strategie massiver taktischer und strategischer Luftangriffe wurde alsbald von der US Air Force umgesetzt und als generelle Doktrin lange Zeit beibehalten. Die hieraus resultierenden Fl&auml;chenbombardements S&uuml;d- sowie Nordvietnams, von Laos und Kambodscha forderten bei relativ geringer milit&auml;rischer Wirkung hunderttausende zivile Todesopfer.&ldquo; [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><div style=\"text-align:center\"><strong>*<\/strong><\/div><p>Als in den 1990er Jahren der einstige US-Verb&uuml;ndete Irak, der zuvor als Aggressor gegen Iran in Washington gesch&auml;tzt war, zu einem unerbittlichen Gegner und Feind avancierte, wurde das Regime Saddam Husseins mit Bombenkampagnen ersch&uuml;ttert, mit schwerwiegenden Sanktionen abgestraft und &uuml;ber das Land Flugverbotszonen eingerichtet. F&uuml;r den damaligen US-Pr&auml;sidenten Bill Clinton stand ein Regimewechsel in Bagdad hoch auf der politischen Agenda.<\/p><p>Am 12. Mai 1996 strahlte <em>CBS News<\/em> im Rahmen der von Leslie Stahl moderierten Sendung <em>60 Minutes<\/em> ein Interview mit Madeleine Albright aus, die zu dieser Zeit Clintons UN-Botschafterin in Washington war. Die Interviewerin verwies in diesem Zusammenhang auf das bis dato verheerendste Sanktionsregime der Geschichte, das nach Sch&auml;tzungen der Vereinten Nationen bis zu einer Million Iraker das Leben kostete, die &uuml;berwiegende Mehrheit von ihnen Kinder. Dann fragte Frau Stahl die Botschafterin: &bdquo;Wir haben geh&ouml;rt, dass eine halbe Million Kinder gestorben sind. Ich meine, das sind mehr Kinder, als in Hiroshima starben. Und &ndash; und, wissen Sie, ist der Preis es wert?&ldquo; Madeleine Albright antwortete w&ouml;rtlich: &bdquo;Ich denke, das ist eine sehr schwierige Entscheidung, aber der Preis &ndash; wir denken, <strong>der Preis ist es wert<\/strong>.&ldquo; [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Halten Sie hier bitte einen Moment inne. Dann stellen Sie sich vor, heute tauchte ein hochrangiger russischer Diplomat in der Talkshow eines namhaften russischen Senders auf und erkl&auml;rte en passant, 500.000 ukrainische Kinder &bdquo;seien den Preis&ldquo; der &bdquo;Sonderoperationen&ldquo; seines Landes gegen das Nachbarland wert &ndash; nicht auszudenken, welchen medialen Amoklauf ein solches Statement im &bdquo;Westen&ldquo; provozieren w&uuml;rde!<\/p><p>Dieses ungeheuerliche Statement von Frau Albright, die ja immerhin nach ihrem Job als UN-Botschafterin als erste Frau zur Au&szlig;enministerin der Vereinigten Staaten avancierte, fand seinerzeit in den westlichen Leit- oder Mainstream-Medien auff&auml;llig wenig Beachtung, von Emp&ouml;rung ganz zu schweigen. Zwar nahm, dass sei fairerweise hinzugef&uuml;gt, diese Dame sp&auml;ter ihre Bemerkung in <em>60 Minutes<\/em> zur&uuml;ck und verwies darauf, dass sie sich seitdem bereits tausendfach entschuldigt habe. Das freilich klang wenig glaubw&uuml;rdig aus dem Munde einer Person, die auch sp&auml;ter s&auml;mtliche Aggressionskriege ihres Landes vollumf&auml;nglich bef&uuml;rwortete und unterst&uuml;tzte. [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><div style=\"text-align:center\"><strong>*<\/strong><\/div><p>Anders klang die &bdquo;Entschuldigung&ldquo; des Ex-&bdquo;Falken&ldquo; und fr&uuml;heren Verteidigungsministers Robert S. McNamara, der auf dem H&ouml;hepunkt des Vietnamkrieges Mitte der 1960er Jahre als Verteidigungsminister im Pentagon das Zepter f&uuml;hrte und in seinen Memoiren konstatierte: &bdquo;Mit Blick auf Vietnam haben wir uns geirrt, <strong>schrecklich geirrt<\/strong>.&ldquo; [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]<\/p><p>In dem von Errol Morris gedrehten Dokumentarfilm <em>The Fog of War<\/em> [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] gesteht McNamara, wie Andreas Busche in seiner Rezension im <em>Freitag<\/em> anmerkte, aber gerade so viel an moralischer Verantwortung ein, wie f&uuml;r seinen Seelenfrieden vertr&auml;glich ist:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Morris, zweifellos ein technisch hervorragender Filmemacher, degradiert sich dabei zum Erf&uuml;llungsgehilfen. Gemeinsam mit McNamaras Autobiographie In Retrospect fungiert Fog of War als Lebenszeugnis eines Mannes, dem es angesichts der politischen Reichweite seiner Entscheidungen entschieden an kritischer Distanz mangelt. Er ringt sich schwerwiegende Selbsteinsch&auml;tzungen ab wie die, dass, h&auml;tten die USA den Zweiten Weltkrieg verloren, er und General Curtis E. LeMay ganz sicher der Kriegsverbrechen angeklagt worden w&auml;ren &ndash; um etwas sp&auml;ter im Film, bei der Frage der Verantwortung f&uuml;r die Napalmteppiche, wieder in den Nebel des Vergessens abzutauchen. Die Antwort auf Morris&lsquo; Frage, wer denn letztendlich die politische Verantwortung f&uuml;r den Vietnam-Krieg getragen habe, f&auml;llt eindeutig aus: Der Pr&auml;sident.&ldquo; [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Busche weiter:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Morris&lsquo; dokumentarische Haltung erweist sich als schwammige Schein-Objektivit&auml;t, wenn seine auff&auml;lligsten journalistischen Eingriffe in affirmativen Zurufen aus dem Kamera-Off bestehen. Aber nicht nur verbal gibt Morris seinem Gegen&uuml;ber moralische Steilp&auml;sse. Die gesamte Bildmontage zielt darauf ab, McNamara zur historischen Autorit&auml;t zu erheben. Ein Anspruch, der moralisch nicht gerechtfertigt ist. (&hellip;) Die Selbstsicherheit, mit der McNamara vor die Kamera tritt, ist von der ersten Sekunde an frappierend. Selbst wenn er von Brandbombenteppichen auf Tokio und schwerwiegenden milit&auml;rischen Entscheidungen zu Zeiten des Vietnamkriegs spricht, nimmt er vor der Kamera jene autorit&auml;re Haltung ein, die ihm schon in den f&uuml;nfziger Jahren den Ruf eines arroganten Machtmenschen eingebracht hat. (&hellip;) &sbquo;Sei darauf vorbereitet, deine Erfahrung stets neu zu hinterfragen&lsquo; lautet die achte Lehre aus dem Leben des Robert S. McNamara. Einem Mann jedoch, der den Krieg als Schicksalsgebilde versteht, als eine Art Naturph&auml;nomen und nicht als einen von Menschenhand geschaffenen Umstand, will man solche Einsichten nicht so recht abkaufen.&ldquo; [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><div style=\"text-align:center\"><strong>*<\/strong><\/div><p>Erinnern Sie sich noch an Mr. Jamie Shea? Das war jener Mann, der als Sprecher der NATO w&auml;hrend des v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen Jugoslawien im Jahre 1999 jeden Morgen mit verschmitztem Grinsen vor dem internationalen Pressekorps die letzten Kriegsmeldungen verk&uuml;ndete und kommentierte. Und das in einer Manier, als h&auml;tte der Mann mal wieder erfolgreich einen Reifenwechsel hinter sich gebracht. Shea ward der Prototyp ebenso verschlagenen wie knallharten Verdrehens, Abwiegelns, L&uuml;gens und gleichzeitig <em>der<\/em> Verk&uuml;nder des &bdquo;Kollateralschadens&ldquo;, ein Wort, das bis dahin eigentlich nur in der Medizin und Biologie bekannt war. [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] Mr. Shea geb&uuml;hrt u.a. das &bdquo;Verdienst&ldquo;, dass in jenem Kriegsjahr als &bdquo;Unwort des Jahres&ldquo; das Wort &bdquo;<strong>Kollateralschaden<\/strong>&ldquo; gek&uuml;rt wurde. Eine Entscheidung, welche die Jury seinerzeit wie folgt begr&uuml;ndete:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Dieser in deutschen Medien nur halb &uuml;bersetzte Begriff aus der NATO-offiziellen Berichterstattung &uuml;ber den Kosovo-Krieg vernebelte auf doppelte Weise die T&ouml;tung vieler Unschuldiger durch NATO-Angriffe. &sbquo;Kollateralschaden&rsquo; lenkte mit seiner imponierenden Schwerverst&auml;ndlichkeit vom schlimmen Inhalt dieser Benennung ab und verharmloste &ndash; auch und gerade wenn man den Begriff w&ouml;rtlich nimmt &ndash; die milit&auml;rischen Verbrechen in diesem nicht erkl&auml;rten Krieg als belanglose Nebens&auml;chlichkeit.&ldquo; [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/em>\n<\/p><\/blockquote><div style=\"text-align:center\"><strong>*<\/strong><\/div><p>Bis zur Jahreswende 2017\/18 galt die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK &ndash; Nordkorea) als weltweit ideeller Gesamtschurke, der sich anma&szlig;te, sogar Interkontinentalraketen zu testen und internationalen Sanktionen die Stirn zu bieten. Um diesen &bdquo;Schurken&ldquo; zurechtzuweisen und dem &bdquo;Raketenmann&ldquo; &ndash; wie Nordkoreas Staatschef Kim Jong-Un von dem damaligen Machthaber im Wei&szlig;en Haus gern karikiert wurde &ndash; Einhalt zu gebieten, holte US-Pr&auml;sident Donald Trump Mitte September 2017 zu einem Rundumschlag aus und drohte der DVRK in seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung in New York mit der &bdquo;<strong>v&ouml;lligen Vernichtung<\/strong>&ldquo;. [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>] Sollte die Regierung Nordkoreas mit ihren Atomwaffen die USA oder amerikanische Verb&uuml;ndete bedrohen, so Trump, bliebe seinem Land keine andere Wahl, als einen noch nie dagewesenen Sturm von <em>&bdquo;Feuer und Zorn&ldquo;<\/em> gegen die DVRK zu entfachen. Der Machthaber in Washington &uuml;bte in seiner etwa 45-min&uuml;tigen Rede gleichzeitig harsche Kritik an Iran, dessen Regime er einen Export von Gewalt und Extremismus vorwarf. Er deutete einen Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit Teheran an.<\/p><p>Meines Wissens war dies das erste Mal, dass der weltweit m&auml;chtigste Politiker vor einem weltweiten Plenum offen die Vernichtung eines anderen Landes mitsamt seiner Bev&ouml;lkerung androhte. Eine angemessene Reaktion darauf &ndash; n&auml;mlich sofort den Plenarsaal der Vereinten Nationen als Protest darauf zu verlassen &ndash; unterblieb! Anders viereinhalb Jahre sp&auml;ter: Als der russische Au&szlig;enminister Sergei Lawrow inmitten des Krieges gegen die Ukraine zugeschaltet wurde, verlie&szlig;en gleich scharenweise die Anwesenden den Saal.<\/p><p>Lindsey Graham, wie Trump Mitglied der Republikanischen Partei und seit 2003 Senator des US-Bundestaates South Carolina, vertrat mit Blick auf Nordkorea dieselbe Position, unterst&uuml;tzte vorbehaltlos die letzten Angriffskriege der USA und setzt sich heute f&uuml;r den massiven Einsatz von Drohnen zwecks &Uuml;berwachung der Landesgrenzen ein. Anfang M&auml;rz machte er erneut auf sich aufmerksam, als er via Twitter Russen dazu aufrief, Pr&auml;sident Putin zu t&ouml;ten. [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]<\/p><p>Titelbild: zef art\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/ukraine-krieg-baerbock-ueber-sanktionen-das-wird-russland-ruinieren-RZDYS2DEPRK5OST7ZGGRZ6UN4I.html\">rnd.de\/politik\/ukraine-krieg-baerbock-ueber-sanktionen-das-wird-russland-ruinieren-RZDYS2DEPRK5OST7ZGGRZ6UN4I.html<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/dpa\/wirtschaft-handel-und-finanzen-baerbock-sanktionen-werden-russland-ruinieren\/28107296.html?ticket=ST-10052798-jzLHWtSUjqN2A6jqegIc-ap4\">handelsblatt.com\/dpa\/wirtschaft-handel-und-finanzen-baerbock-sanktionen-werden-russland-ruinieren\/28107296.html?ticket=ST-10052798-jzLHWtSUjqN2A6jqegIc-ap4<\/a> <em>&amp;<\/em> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Beschlossenes-Sanktionspaket-wird-Russland-ruinieren-article23155892.html\">n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Beschlossenes-Sanktionspaket-wird-Russland-ruinieren-article23155892.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <em>Rede von Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock bei der Notstandssondertagung der VN-Generalversammlung zur Ukraine<\/em> <em>&ndash; Ausw&auml;rtiges Amt *<\/em> <a href=\"https:\/\/kiew.diplo.de\/ua-de\/-\/2514782\">kiew.diplo.de\/ua-de\/-\/2514782<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <em>Baerbock kritisiert Putin und verteidigt Nato-Politik: &bdquo;Was er tut, ist Aggression hoch Tausend&ldquo; &ndash; Politik &ndash; Tagesspiegel *<\/em> <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/baerbock-kritisiert-putin-und-verteidigt-nato-politik-was-er-tut-ist-aggression-hoch-tausend\/28137068.html\">tagesspiegel.de\/politik\/baerbock-kritisiert-putin-und-verteidigt-nato-politik-was-er-tut-ist-aggression-hoch-tausend\/28137068.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <em>Pr&auml;sident Trumans Radioansprache zur Atombombe auf Hiroshima &ndash; SWR2 *<\/em> <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/wissen\/archivradio\/praesident-truman-august-1945-radioansprache-atombombe-auf-hiroshima-100.html\">swr.de\/swr2\/wissen\/archivradio\/praesident-truman-august-1945-radioansprache-atombombe-auf-hiroshima-100.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <em>Rainer Werning: &bdquo;Regen der Zerst&ouml;rung aus der Luft&ldquo;<\/em> * <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63618\">nachdenkseiten.de\/?p=63618<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <em>Bruce Cumings: Napalm &uuml;ber Nordkorea *<\/em> <a href=\"https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!662464\">monde-diplomatique.de\/artikel\/!662464<\/a> <em>&amp;<\/em> Du-Yul Song\/Rainer Werning: <em>Korea: Von der Kolonie zum geteilten Land.<\/em> Wien 2012: Promedia<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <em>Niall Ferguson:<\/em> <em>Das verleugnete Imperium. Chancen und Risiken amerikanischer Macht.<\/em> Berlin 2004: Propyl&auml;en <em>&amp;<\/em> <em>William Manchester: American Caesar: Douglas MacArthur, 1880-1964. Boston <\/em>1978: Little, Brown and Co.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <em>Johann Althaus: Curtis LeMay: Die US-Version von &bdquo;Bomber&ldquo; Harris &ndash; WELT *<\/em> <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/kopf-des-tages\/article233173517\/Curtis-LeMay-Die-US-Version-von-Bomber-Harris.html\">welt.de\/geschichte\/kopf-des-tages\/article233173517\/Curtis-LeMay-Die-US-Version-von-Bomber-Harris.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Curtis_E._LeMay\">de.wikipedia.org\/wiki\/Curtis_E._LeMay<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FbIX1CP9qr4\">youtube.com\/watch?v=FbIX1CP9qr4<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] <em>David Marchese: Madeleine Albright Thinks It&rsquo;s Good When America Gets Involved &ndash; The New York Times *<\/em> <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/interactive\/2020\/04\/20\/magazine\/madeline-albright-interview.html\">nytimes.com\/interactive\/2020\/04\/20\/magazine\/madeline-albright-interview.html<\/a> <em>&amp;<\/em> <em>Amy Goodman: Democracy Now! Confronts Madeleine Albright on the Iraq Sanctions: Was It Worth the Price? | Democracy Now! * <\/em><a href=\"https:\/\/www.democracynow.org\/2004\/7\/30\/democracy_now_confronts_madeline_albright_on\">democracynow.org\/2004\/7\/30\/democracy_now_confronts_madeline_albright_on<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] <em>Robert S. McNamara with Brian Van De Mark<\/em>: <em>In Retrospect. The Tragedy and Lessons of Vietnam<\/em>, New York 1995: Random House, Inc. \/ deutsche Ausg.: Robert S. McNamara: <em>Vietnam &ndash; Das Trauma einer Weltmacht<\/em>, M&uuml;nchen 1997: Goldmann &ndash; Kernpassagen daraus: &bdquo;<em>Wir haben uns schrecklich geirrt (&hellip;) Amerikanische Spr&uuml;haktionen haben zu keiner Zeit zu irgendeiner tats&auml;chlichen und dauerhaften Sicherheit S&uuml;dvietnams gef&uuml;hrt (&hellip;).&ldquo; <\/em>Die damals angenommene &bdquo;nordvietnamesische Gefahr&ldquo; sei w&auml;hrend des Kalten Krieges vollkommen &uuml;berbewertet worden. Der Vietnamkrieg, so McNamaras r&uuml;ckblickendes Res&uuml;mee, war <em>&bdquo;ein furchtbarer Irrtum.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] <em>Errol Morris: The Fog of War (2003):<\/em> <a href=\"https:\/\/www.errolmorris.com\/film\/fow.html\">errolmorris.com\/film\/fow.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] <em>Andreas Busche: Im Kino &#448; Geschichte nach Art des Strategen &ndash; der Freitag * <\/em><a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/andreas-busche\/geschichte-nach-art-des-strategen\">freitag.de\/autoren\/andreas-busche\/geschichte-nach-art-des-strategen<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Ebd.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] <em>Lutz Kinkel: Sprache der Politik (I): Jamie Shea und der Kollateralschaden | STERN.de * <\/em><a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/sprache-der-politik--i--jamie-shea-und-der-kollateralschaden-3497804.html\">stern.de\/politik\/deutschland\/sprache-der-politik&ndash;i&ndash;jamie-shea-und-der-kollateralschaden-3497804.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Ebd.<em> &amp; eine kritische W&uuml;rdigung Sheas liefert u.a. Ann Talbot: NATO-Sprecher Jamie Shea: Die Erziehung eines Kriegspropagandisten &ndash; World Socialist Web Site * <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/1999\/06\/shea-j22.html\">wsws.org\/de\/articles\/1999\/06\/shea-j22.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] <em>Thomas Seibert: Rede vor Vereinten Nationen: Trump droht Nordkorea mit &bdquo;v&ouml;lliger Vernichtung&rdquo; &ndash; Politik &ndash; Tagesspiegel *<\/em> <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/rede-vor-vereinten-nationen-trump-droht-nordkorea-mit-voelliger-vernichtung\/20348626.html\">tagesspiegel.de\/politik\/rede-vor-vereinten-nationen-trump-droht-nordkorea-mit-voelliger-vernichtung\/20348626.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] <em>US-Senator ruft zur Ermordung von Putin auf *<\/em> <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/welt-nationen\/us-senator-ruft-zur-ermordung-von-putin-auf-li.215394\">berliner-zeitung.de\/welt-nationen\/us-senator-ruft-zur-ermordung-von-putin-auf-li.215394<\/a><\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/27ae1241700542cd9aad34a2535293dc\" alt=\"\" title=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><em>Randnotizen zu Doppelmoral, Heuchelei, Sprachverluderung und zum Schwinden einer Diskussionskultur in Zeiten coronaler Kriegsstimmung.<\/em><br \/> Auf diesen Seiten erschien von unserem Autor <strong>Rainer Werning<\/strong> am 2. M&auml;rz sein letzter Text mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81430\">&bdquo;Im Amnesie-Taumel einer &sbquo;Zeitenwende&lsquo;&ldquo;<\/a>. Seitdem haben sich die Dinge im Kriegsschatten der Ukraine nochmals &ndash; mehr zum Schlechten als zum Guten &ndash;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82073\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":82075,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[171,11,161],"tags":[1457,1519,2665,2020,641,462,2703,304,3207,1485,259,1800,1556,357,1019,2360],"class_list":["post-82073","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","category-wertedebatte","tag-albright-madeleine","tag-atomwaffen","tag-baerbock-annalena","tag-biochemische-waffen","tag-irak","tag-jugoslawien","tag-korea","tag-kriegsverbrechen","tag-mcnamara-robert","tag-nordkorea","tag-russland","tag-trump-donald","tag-usa","tag-vietnam","tag-wirtschaftssanktionen","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/shutterstock_2133193871.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/82073","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=82073"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/82073\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82102,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/82073\/revisions\/82102"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/82075"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=82073"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=82073"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=82073"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}