{"id":82304,"date":"2022-03-25T12:05:27","date_gmt":"2022-03-25T11:05:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82304"},"modified":"2022-03-25T14:23:04","modified_gmt":"2022-03-25T13:23:04","slug":"der-freitag-auf-dem-rechten-auge-blind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82304","title":{"rendered":"\u201eder Freitag\u201c &#8211; auf dem rechten Auge blind?"},"content":{"rendered":"<p>In der &bdquo;Freitag Community&ldquo; k&ouml;nnen Kiew-Kritiker gejagt werden. Die Chefredaktion greift erst ein, wenn man &bdquo;Ukraine-Verteidigern&ldquo; freundliche Beziehungen zu ukrainischen Nazis nachweist. Von <strong>Ulrich Heyden<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_49\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-82304-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220325-Der-Freitag-auf-dem-rechten-Auge-blind-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220325-Der-Freitag-auf-dem-rechten-Auge-blind-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220325-Der-Freitag-auf-dem-rechten-Auge-blind-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220325-Der-Freitag-auf-dem-rechten-Auge-blind-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=82304-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220325-Der-Freitag-auf-dem-rechten-Auge-blind-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220325-Der-Freitag-auf-dem-rechten-Auge-blind-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Seit 1992 berichte ich f&uuml;r die Wochenzeitung &ldquo;der Freitag&rdquo; aus Moskau und anderen Orten Russlands und der Nachbarrepubliken (hier meine <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/ulrich-heyden\">Artikel und Posts<\/a>). Als ich am Mittwoch eine Mail vom Chefredakteur des &ldquo;Freitag&rdquo;, Philip Grassmann, bekam, traf mich das wie ein Schlag. &bdquo;der &bdquo;Freitag&ldquo; werde, so lange der Ukraine-Krieg andauert, keine Artikel mehr von mir ver&ouml;ffentlichen, schrieb Grassmann.  Auch eine Akkreditierung von mir in Moskau k&ouml;nne man nicht unterst&uuml;tzen. <\/p><p>Ich bin seit 2015 f&uuml;r den &bdquo;Freitag&ldquo; in Moskau akkreditiert. Diese Akkreditierung muss Jahr f&uuml;r Jahr vom Chefredakteur neu beantragt werden. Die Akkreditierung ist die Grundvoraussetzung f&uuml;r die Arbeit eines ausl&auml;ndischen Journalisten in Moskau und zugleich die Voraussetzung f&uuml;r die Beantragung eines Jahres-Visums. <\/p><p>Ich hatte seit 2014 schon mehrere Zeitungen als feste Abnehmer verloren, so die &bdquo;S&auml;chsische Zeitung&ldquo; und die Z&uuml;rcher &bdquo;Wochenzeitung&ldquo;, doch &bdquo;der Freitag&ldquo;, so schien mir, werde mein fester Begleiter durch alle St&uuml;rme bleiben, war er doch &ndash; bei aller konstruktiver Kritik &ndash; immer russland-freundlich.<\/p><p><strong>Kein Geld, keine Akkreditierung<\/strong><\/p><p>Das Schreiben vom Chefredakteur des &bdquo;Freitag&ldquo; kam mir &auml;u&szlig;erst ungelegen. An mein Konto in Deutschland komme ich aufgrund der Russland-Sanktionen nicht mehr ran und jetzt noch das &hellip; <\/p><p>Die Tr&auml;ume meiner geh&auml;ssigen Gegner im Internet, die frohlockten, bald m&uuml;sse ich &bdquo;mit einem Platz auf einer Parkbank im Gorki-Park&ldquo; vorliebnehmen, schienen sich zu realisieren, wenn nicht &ndash; zu meinem gro&szlig;en Gl&uuml;ck &ndash; Albrecht M&uuml;ller von den NachDenkSeiten sofort Unterst&uuml;tzung bei der Akkreditierung anbot. An dieser Stelle ein gro&szlig;es Dankesch&ouml;n!<\/p><p><strong>Hetzjagd im Forum Freitag.de<\/strong><\/p><p>Der sch&auml;bige Brief des &bdquo;Freitag&ldquo;-Chefredakteurs rief mir ein Ereignis in Erinnerung, welches sich vor zwei Jahren ereignete und welches mir in der aktuellen Situation wie ein Schl&uuml;sselereignis vorkommt. Deshalb m&ouml;chte ich dar&uuml;ber berichten. <\/p><p>Zun&auml;chst die Vorgeschichte: Seit acht Jahren werde ich in &laquo;der Freitag Community&raquo; &mdash; einem f&uuml;r alle Internet-User zug&auml;nglichen &ouml;ffentlichen Forum, wo jeder Interessierte seinen eigenen Blog f&uuml;hren kann &mdash; von drei deutschen &bdquo;Ukraine-Verteidigern&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/ulrich-heyden\/bei-kiewer-scharfschuetzen-ist-die-ard-blind\">regelrecht gejagt<\/a>. <\/p><p>Ich habe seit 2014 auf meinem Blog bei der Freitag-Community immer wieder Ereignisse in der Ukraine problematisiert, insbesondere wenn es um die Einschr&auml;nkung der Menschenrechte und der Medienfreiheit ging. <\/p><p><strong>Wie Scharfsch&uuml;tzen lagen sie auf der Lauer<\/strong><\/p><p>Nachdem ich in der &bdquo;Freitag Community&ldquo; aktiv wurde, fand sich sehr schnell eine Gruppe von drei Forenten (&bdquo;Kolobok&ldquo;, &bdquo;mber&ldquo; (Martin Dietze) und Wilfried Jonas), welche mich koordiniert aggressiv angriffen und alles, was ich schrieb, in ellenlangen Posts als &bdquo;Putin- und RT-Zeug&ldquo; runtermachten. <\/p><p>Die Zeit von der Ver&ouml;ffentlichung eines Posts von mir in der &bdquo;Freitag Community&ldquo; und dem Auftreten der drei &bdquo;Ukraine-Verteidiger&ldquo; dauerte nicht l&auml;nger als eine Stunde. Wie Scharfsch&uuml;tzen lagen sie auf der Lauer. Und das acht Jahre lang. Eine echte Leistung! <\/p><p>Die Drei wiesen jegliche Kritik an der Politik der Staatsstreich-Regierung in Kiew zur&uuml;ck. Sie behaupteten von sich, sie seien engstens mit der Ukraine verbunden, h&auml;tten das Land vielmals bereist, sie h&auml;tten dort viele Freunde und w&uuml;rden auch Opfer &bdquo;der russischen Aggression&ldquo; kennen. Ich dagegen s&auml;&szlig;e in Moskau und habe keine Ahnung von der Ukraine. Dass ich 2016 ein f&uuml;nfj&auml;hriges Einreiseverbot in die Ukraine bekam, war f&uuml;r die Drei der Beweis, dass ich kein Journalist, sondern ein Kreml-Propagandist sei.<\/p><p><strong>Die Forderung der Drei: &bdquo;der Freitag&ldquo; soll sich von seinem Autor distanzieren<\/strong><\/p><p>Immer wieder fragten die Drei auch, wie es denn sein k&ouml;nne, dass die Redaktion eines so angesehenen Blattes wie dem &bdquo;Freitag&ldquo; Artikel von einem &bdquo;Putin-Schreiberling&ldquo; in der gedruckten Ausgabe ver&ouml;ffentliche. <\/p><p>Es war eine regelrechte Hetzjagd. Nur noch selten wagten Forenten, die eine neutrale Haltung zur Ukraine hatten, sich an den &bdquo;Debatten&ldquo; zu beteiligen. Die Redaktion des &bdquo;Freitag&ldquo; griff nicht ein. Sie forderte die Drei auch nicht zu einem sachlichen Ton auf.<\/p><p>Erst dachte ich, ich k&ouml;nnte den drei &bdquo;Ukraine-Verteidigern&ldquo; mit Argumenten das Wasser abgraben, doch das stellte sich als Illusion heraus, da sie sich nicht auf meine Argumente einlie&szlig;en und stattdessen von mir forderten, ich m&uuml;sse mich zu ihren Argumenten &auml;u&szlig;ern. Sie stellten also Bedingungen, wie auf meinem Blog in der &bdquo;Freitag Community&ldquo; &uuml;ber die Ukraine zu diskutieren sei. <\/p><p><a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/ulrich-heyden\/wie-schuetzen-wir-unser-land-vor-putin\">Einmal<\/a> machte ich mich &uuml;ber sie lustig. Doch auch das half nicht. Die Jagd auf mich ging weiter.<\/p><p><strong>Ein Foto, welches sofort gel&ouml;scht wurde<\/strong><\/p><p>Anfang Mai 2020 postete ich dann ein Foto, auf dem Martin Dietze, einer der drei &bdquo;Ukraine-Verteidiger&ldquo; und Gr&uuml;nder des Deutsch-Ukrainischen <a href=\"https:\/\/ukrainer.net\/hamburg-ein-chor-der-menschen-verbindet\/\">Kulturvereins in Hamburg<\/a>, freundlich l&auml;chelnd neben Wasil Maruschinez, dem ukrainischen Konsul in Hamburg, zu sehen ist. Das Foto entstand am Rande einer Veranstaltung im Hamburger Konsulat der Ukraine. Die Veranstaltung hatte Dietze mitorganisiert. Doch kurz nachdem ich das Foto in meinem Blog auf der &bdquo;Freitag Community&ldquo; publiziert hatte, wurde es von Freitag.de gel&ouml;scht. <\/p><p>Ich hatte damals unter dem Foto kommentiert, dass es merkw&uuml;rdig ist, dass Martin Dietze im ukrainischen Konsulat in Hamburg eine Veranstaltung mit dem ukrainischen Konsul durchf&uuml;hrte, obwohl dieser Konsul <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57222\">ein eingefleischter Nazi ist<\/a>. Maruschinez wurde selbst f&uuml;r Kiew untragbar und im Mai 2018 vom ukrainischen Au&szlig;enministerium von seinem Posten <a href=\"https:\/\/taz.de\/Ukrainischer-Konsul-in-Hamburg\/!5506281\/\">abberufen<\/a>.  <\/p><p>Hatte denn Dietze bei der Vorbereitung der Veranstaltung in Hamburg rein gar nichts mitbekommen von der nazistischen Einstellung dieses Konsuls?, fragte ich in meinem Post zum Foto. <\/p><p>Wie wurde Maruschinez 2018 enttarnt? Der ukrainische Blogger <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75095\">Anatoli Schari<\/a> hatte sich Zugang zum Facebook-Account des Konsuls verschafft und dort eine gro&szlig;e Zahl pro-nazistischer und antisemitischer Fotos und Posts vorgefunden. All das hatte Schari am 12. Mai 2018 auf seinem Video-Kanal  publiziert (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xiB_iQ5RNq4\">Video mit deutschen Untertiteln<\/a>). Der Kanal hat 2,9 Millionen Abonnenten.<\/p><p><strong>Angebliche Verletzung journalistischer Standards<\/strong><\/p><p>Am 5. Mai 2020 erhielt ich vom Freitag-Chefredakteur Philip Grassmann einen Brief, in dem er erkl&auml;rte, er habe das Foto l&ouml;schen lassen, weil es eine Verleumdung sei. Er schrieb: &bdquo;Sehr geehrter Herr Heyden, uns erreichen Beschwerden &uuml;ber ihre Berichterstattung auf Freitag.de. Ich habe keine Sympathien f&uuml;r Rechtsextreme, aber es geht &uuml;ber eine sicherlich zul&auml;ssige Verdachtsberichterstattung weit hinaus, wenn Sie jemandem unterstellen, dass er mit Rechtsextremen oder Faschisten sympathisiert, nur weil er auf einem Foto mit einer entsprechenden Person abgelichtet worden ist. Sie sind Journalist und ich m&ouml;chte Sie bitten, dann Ihren Verdacht auch inhaltlich zu recherchieren &ndash; und zwar mit direkten Zitaten und nicht mit Unterstellungen oder Meinungen von anderen Personen.&ldquo;<\/p><p>Ich wunderte mich damals, dass der Freitag-Chefredakteur jahrelang schweigend zuguckt, wie ich, ein Autor, dessen Artikel im Freitag regelm&auml;&szlig;ig gedruckt werden, in der &bdquo;Freitag Community&ldquo; mit &uuml;belsten Unterstellungen angegriffen und in einem hetzerischen Tonfall gejagt wurde. Und dass dieser Chefredakteur erst eingriff, als ich das freundliche Verh&auml;ltnis zwischen Martin Dietze, einem der gegen mich in &uuml;blem Ton hetzenden &bdquo;Ukraine-Freunde&ldquo;, und dem ukrainischen Nazi-Konsul in Hamburg &ouml;ffentlich machte. <\/p><p>Daher meine Frage: Genie&szlig;en Verteidiger der Staatsstreich-Regierung in der Ukraine bei &bdquo;der Freitag&ldquo; besonderen Schutz?<\/p><p>Ulrich Heyden, Moskau, 24.03 22<\/p><p><strong>P.S. Erg&auml;nzungen der NachDenkSeiten-Redaktion: <\/strong><\/p><p>1. Hier ist &uuml;brigens der <a href=\"https:\/\/ulrich-heyden.de\/article\/eigener-sache\">Briefwechsel<\/a> zwischen dem Chefredakteur des Freitag und Ulrich Heyden. <\/p><p>2. Beim Freitag gibt es einige sehr gute und standhafte Redakteure. Dass der Verleger Augstein die von Ulrich Heyden geschilderten Aktionen des Chefredakteurs deckt, l&auml;sst allerdings tief blicken und bef&uuml;rchten, dass der Freitag seinen Vorg&auml;ngern taz und Bl&auml;tter folgen k&ouml;nnte. <\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/7e987cd399ec41929805de0d5bb0d7e9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der &bdquo;Freitag Community&ldquo; k&ouml;nnen Kiew-Kritiker gejagt werden. Die Chefredaktion greift erst ein, wenn man &bdquo;Ukraine-Verteidigern&ldquo; freundliche Beziehungen zu ukrainischen Nazis nachweist. 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