{"id":82548,"date":"2022-04-01T12:16:28","date_gmt":"2022-04-01T10:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82548"},"modified":"2022-04-01T18:46:27","modified_gmt":"2022-04-01T16:46:27","slug":"auswirkungen-der-corona-politik-auf-die-kulturbranche-sind-katastrophal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82548","title":{"rendered":"Auswirkungen der Corona-Politik auf die Kulturbranche sind katastrophal"},"content":{"rendered":"<p>Ab April gibt es in der Kulturbranche so gut wie keine Beschr&auml;nkungen mehr. Die Veranstalter d&uuml;rfen ihre Pforten f&uuml;r alle &ouml;ffnen &ndash; unabh&auml;ngig von ihrem Gesundheitsstatus und ohne Abstandsregeln beachten zu m&uuml;ssen. F&uuml;r die Kultureinrichtungen d&uuml;rfte das genauso eine gute Nachricht sein wie f&uuml;r die K&uuml;nstler. Doch die zeigen sich gar nicht so euphorisch, insbesondere die Freischaffenden unter ihnen. F&uuml;r sie waren die letzten zwei Jahre der reinste Horror. W&auml;hrend ihre angestellten Kollegen selbst in den Lockdown-Phasen weiterbezahlt wurden oder Kurzarbeitergeld bezogen, mussten freischaffende K&uuml;nstler von einem Tag auf den anderen ein Berufsverbot hinnehmen, mit dem sich alle Einnahmen der n&auml;chsten Monate in Luft aufl&ouml;sten. Von <strong>Eugen Zentner<\/strong>. <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9995\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-82548-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220401_Auswirkungen_der_Corona_Politik_auf_die_Kulturbranche_sind_katastrophal_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220401_Auswirkungen_der_Corona_Politik_auf_die_Kulturbranche_sind_katastrophal_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220401_Auswirkungen_der_Corona_Politik_auf_die_Kulturbranche_sind_katastrophal_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220401_Auswirkungen_der_Corona_Politik_auf_die_Kulturbranche_sind_katastrophal_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=82548-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220401_Auswirkungen_der_Corona_Politik_auf_die_Kulturbranche_sind_katastrophal_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220401_Auswirkungen_der_Corona_Politik_auf_die_Kulturbranche_sind_katastrophal_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Im M&auml;rz 2020 kam auf sie eine in vielerlei Hinsicht schwierige Zeit zu, sowohl finanziell als auch psychisch. Sie war gepr&auml;gt von Unsicherheit, Ungewissheit, Zukunfts&auml;ngsten und Phasen, in denen selbst der kleinste Hoffnungsschimmer immer wieder in Entt&auml;uschung &uuml;berging. Auf minimale Lockerungen folgten erneut Ma&szlig;nahmen, manchmal sogar in h&auml;rterer Form als zuvor. Wenn der Kulturbetrieb jetzt also wieder hochf&auml;hrt, bleiben freischaffende K&uuml;nstler weiterhin skeptisch. Sie trauen weder der Regierung noch den Veranstaltern, die bisweilen in vorauseilendem Gehorsam ein Engagement selbst dann an den 2G-Status kn&uuml;pften, als er gesetzlich nicht vorgeschrieben war. Die w&auml;rmere Jahreszeit hat erst angefangen; was im Herbst passiert, vermag niemand vorherzusagen. Die Regierung kann die Daumenschrauben jederzeit anziehen, so viel haben die freischaffenden K&uuml;nstler aus den letzten zwei Jahren gelernt. <\/p><p>Ein Wechselbad der Gef&uuml;hle erlebte unter anderem die Violinistin Marta Murvai. Vor Corona war sie gut ausgelastet. Die 42-j&auml;hrige Berlinerin mit rum&auml;nischen Wurzeln spielte mal solo, mal in gr&ouml;&szlig;eren Orchestern, mal in Deutschland, mal im Ausland, mal auf Privatveranstaltungen, mal im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Zwanzig bis drei&szlig;ig Auftritte absolvierte sie im Monat, so viel, als h&auml;tte sie eine volle Stelle. Doch dann wurde sie wie viele Kollegen auf die Stra&szlig;e gesetzt. S&auml;mtliche Orchester unterbrachen ihren Betrieb und verpflichteten keine Freischaffenden mehr. F&uuml;r Murvai fielen alle Engagements aus, genauso wie Solo-Konzerte, die sie nicht einmal im Ausland geben konnte, weil unterschiedliche Reisebestimmungen und Quarant&auml;neregeln eine vern&uuml;nftige Planung unm&ouml;glich machten. <\/p><p>Als im Sp&auml;tfr&uuml;hling 2020 die Regierung zu lockern begann, sch&ouml;pfte die Violinistin wieder Hoffnung. Nach langer Pause taten sich die ersten M&ouml;glichkeiten auf, meistens im Freien. Murvai ergatterte einige Open-Air-Gigs, stellte ein eigenes Programm auf die Beine und ging damit unter anderem auf eine Tour in Rum&auml;nien. Es waren kleine Schritte in Richtung Normalit&auml;t, steinig und beschwerlich, auch weil nur wenige Veranstalter es wagten, Events zu realisieren. Dennoch hatte die Violinistin das Gef&uuml;hl, dass es wieder vorangeht. Sie sammelte sich, plante neue Auftritte und versuchte zu spielen, wo es nur ging. Doch dann kam im November der zweite Lockdown, mit dem erneut s&auml;mtliche Termine gestrichen wurden. <\/p><p><strong>Gef&uuml;hl dauerhafter Stagnation<\/strong><\/p><p>Sp&auml;testens zu diesem Zeitpunkt stellte sich in der Kulturbranche eine L&auml;hmung ein. So bezeichnet es der Chansons&auml;nger Boris Steinberg, der seit knapp 30 Jahren auf Kleinkunstb&uuml;hnen auftritt. Wenn jemand die Szene kennt, dann er. F&uuml;r ihn und seine Kollegen sind die letzten zwei Jahre eine Zeit dauerhafter Stagnation und fehlender Einnahmen. &bdquo;Es ist sehr schwer geworden zu &uuml;berleben&ldquo;, sagt der Berliner. &bdquo;Der Begriff Hungerk&uuml;nstler kehrt wieder zur&uuml;ck.&ldquo; Um finanziell &uuml;ber die Runden zu kommen, &uuml;ben freischaffende K&uuml;nstler allerlei Nebenjobs aus, die fernab ihres eigentlichen Metiers liegen. Auch Steinberg hat sich mit Privatunterricht und Auftr&auml;gen als Sprecher &uuml;ber die Zeit gerettet. Seine Kollegen arbeiteten an der Supermarktkasse, nahmen an Umschulungsma&szlig;nahmen des Arbeitsamtes teil oder hingen ihre k&uuml;nstlerische T&auml;tigkeit ganz an den Nagel. <\/p><p>Es gab aber auch Kulturschaffende, die ihr Gl&uuml;ck im Internet versuchten. W&auml;hrend zum Beispiel bildende K&uuml;nstler ihre Werke vermehrt auf Portalen wie Instagram ausstellten, spielten Musiker sogenannte Streaming-Konzerte. Auch die Violinistin Murvai entschloss sich zu diesem Schritt, als sich der zweite Lockdown &uuml;ber mehrere Monate hinzog. Doch wie viele Kollegen fand sie in dieser Alternative nicht die gew&uuml;nschte Befriedigung. Es fehlt der direkte Kontakt zum Publikum, die Resonanz, die Interaktion. Und Einnahmen lassen sich dadurch allenfalls nur bedingt erzielen. &bdquo;Wer kein soziales Netz hat, kann momentan nicht von der eigenen Kunst leben&ldquo;, erkl&auml;rt sie den gegenw&auml;rtigen Zustand freier Kulturschaffender. <\/p><p>Die Politik scheint ihre Sorgen kaum wahrzunehmen. Als Boris Steinberg im letzten Jahr Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und die ehemalige Kulturbeauftragte Monika Gr&uuml;tters (CDU) auf die N&ouml;te der Kleink&uuml;nstler aufmerksam machte, erhielt er eine nichtssagende Antwort mit dem Verweis auf Hilfsgelder. Doch die waren lange Zeit schwer zu beantragen. In manchen F&auml;llen dauerte es eine Weile, bis sie &uuml;berhaupt ausgezahlt wurden. Mittlerweile soll sich die Situation gebessert haben. Doch das gr&ouml;&szlig;te Problem bleibt: Die Hilfsgelder sind meistens an die Bedingung gekn&uuml;pft, dass sie f&uuml;r Betriebskosten ausgegeben werden m&uuml;ssen. So war es zumindest bei der sogenannten &laquo;Soforthilfe&raquo;, wie sich Murvai erinnert. &bdquo;Nun haben freischaffende Musiker kaum Betriebskosten&ldquo;, sagt die Violinistin. <\/p><p>Viele konnten die Hilfsgelder somit erst gar nicht beantragen, selbst wenn sie wollten. Doch die meisten, das kann Chansons&auml;nger Steinberg best&auml;tigen, ziehen es vor, wieder ihren k&uuml;nstlerischen Beruf auszu&uuml;ben. Sie wollen sich nicht vom Staat abh&auml;ngig machen, die Hand aufhalten und abwarten, sondern wie vor Corona in vollem Umfang arbeiten. Sie wollen ihrer Leidenschaft nachgehen und das machen, was sie erf&uuml;llt. K&uuml;nstler sind sensible Wesen, die den kreativen Prozess brauchen, um seelisch ausgeglichen zu sein &ndash; und umgekehrt. Allerdings ist den freischaffenden K&uuml;nstlern nach zwei Jahren Corona-Politik die innere Ruhe abhandengekommen. Stattdessen herrscht weitestgehend eine depressive Stimmung. Alexandra Barone wei&szlig; davon zu berichten. Die 51-j&auml;hrige Galeristin arbeitet eng mit bildenden K&uuml;nstlern zusammen und hat aus erster Hand erfahren, wie sie sich f&uuml;hlen. <\/p><p><strong>Ungewissheit hemmt die Kreativit&auml;t<\/strong><\/p><p>Nicht wenige versp&uuml;rten eine Blockade, erz&auml;hlt Barone. &bdquo;In manchen F&auml;llen geht es sogar so weit, dass die K&uuml;nstler sich fragen, ob sie je wieder malen k&ouml;nnen.&ldquo; Die Einnahmeausf&auml;lle und die Angst davor, dass die Regierung jederzeit zu &auml;hnlichen Ma&szlig;nahmen greifen k&ouml;nnte, hemmt ihre Kreativit&auml;t. Andere versuchen hingegen, ihre Erfahrungen der letzten zwei Jahre zu verarbeiten. Sie setzten sich in ihren Bildern mit der Corona-Politik auseinander. Doch es gebe K&uuml;nstler, sagt Barone, die ihre Bilder anschlie&szlig;end wieder zerst&ouml;ren, weil die fertigen Produkte zu viele Erinnerungen weckten und sie psychisch mitn&auml;hmen. Wie in jedem gesellschaftlichen Bereich leiden auch die Kulturschaffenden unter der politisch induzierten Spaltung. Einen gro&szlig;en Beitrag dazu leistete die Stigmatisierung und Ausgrenzung von Ungeimpften. <\/p><p>Barone kennt sogar K&uuml;nstler, die ihre Bilder in einigen Galerien nicht ausstellen durften, nur weil sie nicht geimpft waren. Die Violinistin Marta Murvai hat &auml;hnliche Erfahrungen gemacht. Sie durfte nicht im Orchester spielen, weil einige Veranstalter auf 2G pochten, obwohl zu dem Zeitpunkt noch die 3G-Regeln galten. An dieser Diskriminierung wollte sich die Galeristin Barone nicht beteiligen. Als der Zutritt zu Kulturveranstaltungen an den Gesundheitsstatus gebunden wurde, schloss sie ihre T&uuml;ren. Dabei war die Galerie erst Anfang 2020 an den Start gegangen. <\/p><p>F&uuml;r das Familienunternehmen, das sich auf Gegenwartskunst konzentriert, fiel das erste Corona-Jahr weniger dramatisch aus, weil sich die Galerie Bottega Barone erst im Aufbau befand. Ausgestellt wurden zun&auml;chst die Bilder des Vaters Rocco Barone. Sp&auml;ter kamen die Werke anderer K&uuml;nstler hinzu. Parallel dazu veranstalteten die Inhaber diverse Events, Musikabende und Podiumsdiskussionen. Einnahmen wurden zwar nicht generiert, aber man war hoffnungsvoll und schaute optimistisch in die Zukunft. Im November 2020 startete schlie&szlig;lich eine neue Ausstellung der Werke von Philipp Sonntag. Doch die Galerie musste sofort schlie&szlig;en. Als sie ihre Pforten wieder &ouml;ffnen konnte, sorgten die G-Regeln f&uuml;r neue Probleme. Die Barones versuchten, sie so gut es geht zu umgehen. Als nicht weniger herausfordernd erwies sich der Versuch, den interessierten Passanten die Angst zu nehmen. Die Laufkundschaft, die normalerweise immer gerne eintrat, ging erst gar nicht hinein. Sie schaute sich die Bilder lieber von drau&szlig;en an, um das Risiko einer m&ouml;glichen Ansteckung zu vermeiden. <\/p><p><strong>2G gleicht Zensur<\/strong><\/p><p>Wie 2020 schloss die Galerie auch das Jahr danach ohne Einnahmen ab. Seit Dezember ist sie nun geschlossen &ndash; wegen der 2G-Regelung, sagt Alexandra Barone. Als der Druck wuchs, schloss sie lieber den Betrieb, als sich an der Diskriminierung zu beteiligen. F&uuml;r Boris Steinberg stellt 2G sogar eine Form der Zensur dar. &bdquo;Sie f&auml;ngt schon dort an, wo nicht alle zu meinen Konzerten kommen d&uuml;rfen&ldquo;, sagt er. Eine &auml;hnliche Meinung vertritt der Stand-up-Comedian Nikolai Binner. W&auml;hrend der ganzen Zeit trat er nicht ein einziges Mal unter 2G-Bedingungen auf. Er f&uuml;hlte sich selbst dann unwohl, als f&uuml;r den Besuch seiner Show zumindest ein negativer Corona-Test notwendig war. Deswegen belustigte der 30-j&auml;hrige Berliner sein Publikum lieber bei Privatveranstaltungen oder verlagerte seine Arbeit ins Internet, wo er mit kurzen Videos eine immer gr&ouml;&szlig;ere Reichweite erzielte.<\/p><p>Tats&auml;chlich geh&ouml;rt Binner zu den freischaffenden K&uuml;nstlern, die sich verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gut &uuml;ber die Zeit gerettet haben. Zwar konnte auch er kaum Auftrittsgagen generieren, wurde jedoch finanziell von seiner stets wachsenden Fangemeinde unterst&uuml;tzt. Das liegt unter anderem an dem Inhalt seiner Gags. Anders als viele seiner Kollegen hat sich der Stand-up-Comedian nicht gescheut, die Corona-Politik, deren Protagonisten und die vielen Widerspr&uuml;che ihrer Aussagen humoristisch anzugreifen &ndash; manchmal sehr bissig und provokativ. Seine Comedy kommt als klassische Satire daher, die gesellschaftliche Missst&auml;nde kritisiert. Mit ihr hat er den Nerv der Zeit getroffen, weshalb sich viele B&uuml;rger verstanden f&uuml;hlen, wenn sie Binners Show sehen. <\/p><p>Allerdings ist ein Stand-up-Comedian wie er auf Live-Auftritt angewiesen. Er braucht die B&uuml;hne wie der Bodybuilder die Schwergewichtshantel. Zwar halten ihn Online-Videos fit, doch kann Binner seine Kunst nur dann weiterentwickeln, wenn er direkt vor einem Publikum performt. Dass er das schon so lange nicht kann, st&ouml;rt ihn durchaus. Doch der Berliner l&auml;sst sich nicht entmutigen und arbeitet flei&szlig;ig an seinem neuen Programm, mit dem er auftreten m&ouml;chte, sobald das Kulturleben uneingeschr&auml;nkt stattfinden darf. Seine erste Show soll am 14. Mai in Freiburg stattfinden. Doch bis dahin kann noch viel passieren, wie Binner aus den vergangenen 24 Monaten wei&szlig;. So ganz traut auch er der Politik nicht und w&auml;re keineswegs &uuml;berrascht, wenn man Kulturveranstaltungen mit kurzfristig verh&auml;ngten Ma&szlig;nahmen doch noch erschweren w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Parallele Strukturen<\/strong><\/p><p>Um sich gegen erneute Berufsverbote und m&ouml;gliche Terminausf&auml;lle zu wappnen, nehmen einige freischaffende K&uuml;nstler nun die Dinge selber in die Hand. Sie ziehen eine Lehre aus den letzten zwei Jahren voller Willk&uuml;r, Ungewissheit und moralischer Anfeindungen. Ihnen schweben parallele Strukturen vor, innerhalb derer Kulturschaffende aus den verschiedensten Bereichen zusammenarbeiten und sich gegenseitig Auftrittsm&ouml;glichkeiten verschaffen. Aus Entt&auml;uschung wollen sie selber in die Rolle der Veranstalter schl&uuml;pfen und darauf achten, dass niemand aufgrund des Gesundheitsstatus diskriminiert wird. Die Violinistin Marta Murvai macht sich derzeit selbstst&auml;ndig und arbeitet daran, einen Ort f&uuml;r offene Kultur zu schaffen.<\/p><p>Bis die neuen Strukturen stehen, wird es jedoch Jahre brauchen. Momentan liegt der Kulturbetrieb in Scherben. F&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere und kleinere Veranstaltungen sind Spezialisten notwendig, die einzelne Gewerke &uuml;bernehmen &ndash; Auf- und Abbauer, Ton- und Lichttechniker, Back-up-S&auml;nger und Moderatoren, Dekorateure und Gestalter. Sie alle konnten in den letzten zwei Jahren genauso wenig ihrer Arbeit nachgehen wie die K&uuml;nstler, weshalb nicht wenige mittlerweile in ganz anderen Berufsfeldern besch&auml;ftigt sind. Sie m&uuml;ssen ersetzt und zur&uuml;ckgeholt werden. Doch das l&auml;sst sich nur schwer bewerkstelligen, wenn das Vertrauen in die Politik fehlt. Das Risiko, wieder unverhofft auf der Stra&szlig;e zu landen, drosselt die Motivation. Damit der Kulturbetrieb wieder so bl&uuml;ht wie vor Corona, muss den K&uuml;nstlern diese Angst genommen werden. Unsicherheit und Ungewissheit als Dauerzustand sind f&uuml;r sie keine Option. <\/p><p>Titelbild: VanoVasaio\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab April gibt es in der Kulturbranche so gut wie keine Beschr&auml;nkungen mehr. Die Veranstalter d&uuml;rfen ihre Pforten f&uuml;r alle &ouml;ffnen &ndash; unabh&auml;ngig von ihrem Gesundheitsstatus und ohne Abstandsregeln beachten zu m&uuml;ssen. F&uuml;r die Kultureinrichtungen d&uuml;rfte das genauso eine gute Nachricht sein wie f&uuml;r die K&uuml;nstler. 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