{"id":82683,"date":"2022-04-06T08:57:47","date_gmt":"2022-04-06T06:57:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82683"},"modified":"2022-04-06T17:00:08","modified_gmt":"2022-04-06T15:00:08","slug":"corona-geht-nicht-der-krieg-kommt-und-bleibt-kriegsprotokoll-ueber-viele-kriegsfronten-teil-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82683","title":{"rendered":"Corona geht (nicht), der Krieg kommt \u2026 und bleibt &#8211; Kriegsprotokoll \u00fcber viele Kriegsfronten, Teil IV"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Tagebuch geht es nicht darum, m&ouml;glichst alles zu dokumentieren. In Kriegen ist das gro&szlig;e Drehbuch immer gleich: Wenn man die &bdquo;gute&ldquo; und die &bdquo;b&ouml;se&ldquo; Seite markiert hat, dann sieht man immer dieselbe Rollenverteilung: Auf der Seite der &bdquo;B&ouml;sen&ldquo; stehen M&auml;nner in Glanz und Pose, auf der Seite der &bdquo;Guten&ldquo; Menschen, die alles verloren haben. Aalglatte, reglose Gesichter auf Seiten der &bdquo;B&ouml;sen&ldquo;, auf Seiten der &bdquo;Guten&ldquo; schaut man in viele traurige, niedergeschlagene Gesichter. Auf der Seite der &bdquo;B&ouml;sen&ldquo; kalt Planende, die viel Raum einnehmen, auf Seiten der &bdquo;Guten&ldquo; hilflose und schutzlose Menschen, m&ouml;glichst eng beieinander. F&uuml;r die &bdquo;B&ouml;sen&ldquo; sprechen emotionslose Menschen und f&uuml;r die &bdquo;Guten&ldquo; d&uuml;rfen Menschen etwas sagen, die man ansonsten gar nicht h&ouml;ren w&uuml;rde. In diesem Tagebuch geht es also vielmehr darum, auf die &sbquo;Kleinigkeiten&lsquo;, Besonderheiten zu achten, die weit &uuml;ber den Tag hinaus von Bedeutung sind, also aus dem Kriegsnebel hervorscheinen. Von <strong>Wolf Wetzel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7813\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-82683-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Corona_geht_nicht_der_Krieg_kommt_und_bleibt_Teil_IV_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Corona_geht_nicht_der_Krieg_kommt_und_bleibt_Teil_IV_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Corona_geht_nicht_der_Krieg_kommt_und_bleibt_Teil_IV_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Corona_geht_nicht_der_Krieg_kommt_und_bleibt_Teil_IV_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=82683-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Corona_geht_nicht_der_Krieg_kommt_und_bleibt_Teil_IV_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210406_Corona_geht_nicht_der_Krieg_kommt_und_bleibt_Teil_IV_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><ul>\n<li><em>Teil I dieses Kriegsprotokolls (Tag 1-7) findet sich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81540\">hier<\/a><\/em><\/li>\n<li><em>Teil II dieses Kriegsprotokolls (Tag 8-16) findet sich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81965\">hier<\/a><\/em><\/li>\n<li><em>Teil III dieses Kriegsprotokolls (Tag 17-29) findet sich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82313\">hier<\/a><\/em><\/li>\n<\/ul><p><strong>25.3.2022 | Tag 30<\/strong><\/p><p>Joe Lauria wertete f&uuml;r <em>Consortiumnews <\/em>&bdquo;geleakte&ldquo; Informationen aus dem US-Verteidigungsministerium (Pentagon) aus, die sich mit den Einsch&auml;tzungen zum Ukraine-Krieg besch&auml;ftigen. Gehen wir von der Echtheit dieser geleakten Informationen aus, dann kann man von einem gewollten &bdquo;Leak&ldquo; sprechen. Das w&auml;re nicht erstaunlich, denn es gibt nicht nur konkurrierende Bl&ouml;cke in Ost und West, sondern auch innerhalb des US-Staatsapparats. In diesem Fall geht es um die Sicht des Pentagons (Verteidigungsministerium) und dem Au&szlig;enministerium. Liest man die geleakten Aussagen in diesem (internen) Spannungsfeld, will man dem medial-gesteuerten Narrativ entgegenarbeiten, das dabei ist, sich zu verselbstst&auml;ndigen.<\/p><p>Im Pentagon hat man die berechtigte Sorge, dass das Narrativ vom irren, unberechenbaren Putin geradezu danach schreit, einen 3. Weltkrieg zu beginnen, indem die NATO direkt milit&auml;risch eingreift. Dazu dienen die st&auml;ndigen diffus im Raum gehaltenen Vorw&uuml;rfe, Russland werde chemische Waffen einsetzen oder f&uuml;hre einen &bdquo;Vernichtungskrieg&ldquo;. Im Pentagon wei&szlig; man, dass man mit beiden Narrativen Angriffskriege begr&uuml;ndet hatte: In der Ex-Republik Jugoslawien (1999), als man Serbien in 70 Tagen in Schutt und Asche legte, um die &bdquo;ethnische S&auml;uberung&ldquo; bis hin zu einem &bdquo;zweiten Auschwitz&ldquo; zu verhindern. Und mit dem Vorwurf, der Irak w&uuml;rde chemische Waffenvernichtungswaffen einsetzen, begr&uuml;ndete man den Angriffskrieg (2003).<\/p><p><strong>26.3.2022 | Tag 31<\/strong><\/p><p>Der israelische Journalist und executive director of &bdquo;972 &ndash; Advancement of Citizen Journalism&ldquo;, Haggai Matar, hat einen interessanten Artikel geschrieben, mit der &Uuml;berschrift: &bdquo;<em>From Israel to Russia, occupiers are remaking the world order<\/em>&ldquo;. Denn man fragt sich nat&uuml;rlich, warum die israelische Regierung mit Blick auf den russischen Einmarsch in der Ukraine so auffallend zur&uuml;ckhaltend reagiert. Sind dort &bdquo;Putinversteher&ldquo; am Werk? Warum unterst&uuml;tzen sie nicht die Sanktionspolitik? Haggai Matar hat daf&uuml;r eine einleuchtende Erkl&auml;rung: Wenn man die Besetzung fremder Territorien, die gewaltsame Verschiebung von Grenzen umfassend thematisieren w&uuml;rde, m&uuml;sste man zwingend auch die israelische Besatzungspolitik zur Sprache bringen. Das will man weder in Israel noch im Westen, die Besatzungspolitik und Angriffskriege f&uuml;r selbstverst&auml;ndlich halten und dauerhaft beweisen, dass das internationale Recht f&uuml;r sie nicht gilt. Sie bestimmen die Weltordnung und degradieren das V&ouml;lkerrecht zum Wackelhund. Am Ende seines Beitrages zitiert er den Ex-Premier Netanyahu:<\/p><p>&bdquo;<em>They [the world] will become more like us than we will become like them.&rdquo; <\/em><\/p><p>The great tragedy is that he was right.<\/p><p><strong>27.3.2022 | Tag 32<\/strong><\/p><p>Die ARD-Moderatorin Anne Will hatte in ihrer Talkshow nur einen Gast: Onkel Scholz, den deutschen SPD-Bundeskanzler. Es war ein einziges Torwandschie&szlig;en, wobei die Torwand eine einzige Aussparung darstellte. Anne Will legte den Ball auf den Punkt und Onkel Scholz machte das Tor. Bemerkenswert war in dieser absolut ausgewogenen Sendung zweierlei: Anne Will hakte s&uuml;ffisant nur dann nach, wenn es um den &bdquo;Nachweis&ldquo; einer SPD-Appeasementpolitik ging. Laut Anne Will habe man zulange Putin geglaubt, sich zu lange in die Irre f&uuml;hren lassen, habe zu lange die Strategie &bdquo;<em>Wandel durch Handel<\/em>&ldquo; betrieben. Dieses Bild vom gutgl&auml;ubigen Deutschland, das die Zeichen der Zeit nicht begriffen habe, durfte nicht durch eigenes Wissen gest&ouml;rt werden. Denn all das, was in den letzten 20 Jahren an Ostpolitik betrieben wurde, ist alles anderes als naiv und blau&auml;ugig gewesen. Man ist mit der NATO Zug um Zug in Richtung Russland vormarschiert, hat die NATO-Grenzen systematisch verschoben und gleichzeitig mit (Gas-)Gesch&auml;ften gehofft, ein Beruhigungsmittel geschaffen zu haben, mit dem sich die russische Elite zudr&ouml;hnen kann. In den anderthalb Stunden war also kein einziges Wort &uuml;ber die Osterweiterung der NATO geredet worden, &uuml;ber die gebrochenen Zusagen im Rahmen der 2-plus-4-Verhandlungen. Das hat nichts mit Journalismus zu tun, schon gar nicht, wenn man den Auftrag der &bdquo;&ouml;ffentlich-rechtlichen Anstalten&ldquo; in Erinnerung ruft.<\/p><p>Ein so m&auml;tressenhafter Journalismus verdient eine Pointe: Onkel Scholz erkl&auml;rt uns allen zum Schluss, dass er eine leibhaftige Erscheinung hat: &bdquo;Die R&uuml;ckkehr des Imperialismus&ldquo;.<\/p><p><strong>28.3.2022 | Tag 33<\/strong><\/p><p>Wenn man die Bilder der letzten Wochen Revue passieren l&auml;sst, dann sind es im Wesentlichen zivile Einrichtungen, die Ziel russischer Angriffe sind. Bl&auml;ttert man in Gedanken vier Wochen zur&uuml;ck, dann wurden ein Flugplatz und ein Tankdepot als milit&auml;rische Ziele getroffen. Ansonsten nur Wohnh&auml;user, Schulen, Krankenhauseinrichtungen, Br&uuml;cken und ganze Stadtteile. Die hoch ger&uuml;stete ukrainische Armee, die gewaltig ausgebaute milit&auml;rische Infrastruktur ist den Bildern folgend gar nicht das Ziel russischer Angriffe. Dass dieser Bilder-Krieg geradezu dazu aufruft, einen &bdquo;V&ouml;lkermord&ldquo; milit&auml;risch zu verhindern, hat selbst das amerikanische Verteidigungsministerium (Pentagon) auf den Plan gerufen. Eine in die &Ouml;ffentlichkeit lancierte Analyse der Defense Intelligence Agency (DIA) des Pentagon kommt zu dem Schluss: &bdquo;<em>Das Zentrum von Kiew wurde bisher kaum ber&uuml;hrt. Und nahezu alle Langstreckenangriffe hatten milit&auml;rische Ziele<\/em>.&ldquo;<\/p><p>Das &auml;ndert nichts an dem Leid all der Menschen, die diesem Krieg ausgesetzt sind. Es zeigt aber, dass die Bild-Regie selbst Teil des Krieges ist, in der die (Un-)Sichtbarmachung der Opfer des Krieges dem Erlangen von Kriegszielen untergeordnet ist. Exakt die umgekehrte Bild-Regie war im Krieg gegen die ehemalige Bundesrepublik Jugoslawien 1999 am Werk: Man sah nur gr&uuml;nlich schimmernde Fadenkreuze und getroffene &bdquo;milit&auml;rische Ziele&ldquo; (aus gro&szlig;er Distanz), die visualisieren sollten, dass es sich um einen &bdquo;chirurgischen&ldquo; Krieg handelt, der keine zivilen Opfer in Kauf nimmt.<\/p><p><strong>29.3.2022 | Tag 34<\/strong><\/p><p>Beim Talk von Markus Lanz kommt u.a. die Leiterin des &sbquo;taz&lsquo;-Parlamentsb&uuml;ros, Anna Lehmann, zu Wort. Sie &uuml;berbot auf ganz weibliche Weise alle m&auml;nnlichen Weicheier in der Runde. Sie stellte klar, dass nat&uuml;rlich ein Regime Change in Russland das Richtige sei, dass Joe Biden sich gar nicht versprochen habe, sondern einfach nur Klartext rede. Au&szlig;erdem sei es doch egoistisch, wenn die M&auml;nner in der Runde die wirtschaftlichen Folgen eines sofortigen Stopps der Gaslieferungen aus Russland ins Feld f&uuml;hren und davon abraten. Recht verfroren fehle es den Deutschen an &bdquo;Bereitschaft zum Verzicht&ldquo;.<\/p><p><strong>30. 3.2022 | Tag 35<\/strong><\/p><p>Jetzt erreicht auch die Gleichschaltung der ukrainischen Medien die freie Welt. Bereits am 21.3.2022 erlie&szlig; der ukrainische &bdquo;Sicherheitsrat&ldquo; ein Dekret, wonach alle Fernsehsender &bdquo;vereinheitlicht&ldquo; werden. Die Fernsehsender werden fortan zu einem Programm unter dem Titel &bdquo;<em>Ukraine-zusammen-Marathon<\/em>&ldquo; zusammengedampft.<\/p><p>ARTE berichtet auf eine Weise, die geradezu besch&auml;mend ist. Zuerst erw&auml;hnt ARTE, dass ausl&auml;ndische Beobachter eine Einschr&auml;nkung der Pressefreiheit &bdquo;bef&uuml;rchten&ldquo;, was an Selbstverbl&ouml;dung nicht zu &uuml;berbieten ist. Gleich danach kommt eine &bdquo;vereinheitlichte&ldquo; TV-Moderatorin zu Wort, die uns wissen l&auml;sst, dass jetzt &bdquo;viel mehr Verantwortung&ldquo; auf ihr laste. Man f&uuml;hlt sofort ganz tief mit ihr. Und zu guter Letzt l&auml;sst ARTE uns wissen, dass ganz viele Journalisten in der Ukraine diese Zensurma&szlig;nahmen unterst&uuml;tzen. Also alles halb so schlimm. So langsam bekommt die Freiheit, die in der Ukraine verteidigt werden soll, eine Gr&ouml;&szlig;e, die unter einen Fingerhut passt.<\/p><p><strong>31.3.2022 | Tag 36<\/strong><\/p><p>Man muss schon sehr weit reisen, um eine Stimme zu h&ouml;ren, die den russischen Einmarsch in der Ukraine nicht als Einmaligkeit einordnet, sondern so:<\/p><p>&bdquo;Der saudische Au&szlig;enpolitikexperte Mansour Almarzoqi best&auml;tigt, er k&ouml;nne &sbquo;absolut keinen Unterschied&lsquo; zwischen den Kriegen gegen den Irak (USA, 2003) und gegen die Ukraine (Russland, 2022) erkennen; er wirft dem Westen &sbquo;Heuchelei&lsquo; vor. (&hellip;) Mit Blick darauf, dass der US-Angriffskrieg gegen den Irak gebilligt wurde, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine nun aber aufs Sch&auml;rfste bestraft werden soll, dass der Westen sich gegen arabische und afrikanische Fl&uuml;chtlinge erbittert abschottet, europ&auml;ische Fl&uuml;chtlinge aus der Ukraine aber willkommen hei&szlig;t, urteilt Almarzoqi, &sbquo;<em>verborgen unter der d&uuml;nnen Fassade des Diskurses von Menschenrechten und Demokratie<\/em>&lsquo; liege weiter &sbquo;<em>das koloniale Erbe des Westens<\/em> &sbquo;<em>der Neokolonialismus, der kapitalistische Expansionismus<\/em>&lsquo;. Europa habe in der &Auml;ra des Kolonialismus seinen Expansionismus, sein Streben nach Reichtum und Hegemonie, gegen&uuml;ber den kolonisierten L&auml;ndern stets mit einem Anspruch vermeintlicher &sbquo;moralischer &Uuml;berlegenheit&lsquo; begr&uuml;ndet. Dies geschehe bis heute. Almarzoqi warnt: &sbquo;<em>Wenn Sie &hellip; glauben, wir w&uuml;rden uns nicht wehren, nicht zur&uuml;ckschlagen, dann irren Sie sich&lsquo;<\/em>.&ldquo; (german-foreign-policy.com vom 31.3.2022)<\/p><p><strong>1.4.2022 | Tag 37<\/strong><\/p><p>Es findet ein virtueller Gipfel zwischen der EU und China statt. EU-Ratspr&auml;sident Charles Michel machte klar, worum es geht: &bdquo;<em>China kann den V&ouml;lkerrechtsversto&szlig; Russlands nicht ignorieren.<\/em>&ldquo; Die chinesische F&uuml;hrung m&uuml;sse den Angriffskrieg Russlands eindeutig verurteilen und jede Form der &bdquo;<em>R&uuml;ckendeckung Russlands im Krieg gegen die Ukraine<\/em>&ldquo; unterlassen. EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen f&uuml;gte in ganzer F&uuml;rsorge hinzu: &bdquo;<em>Das w&uuml;rde China hier in Europa einen gro&szlig;en Reputationsschaden zuf&uuml;gen.<\/em>&ldquo;<\/p><p>Die chinesische Regierung zeigte sich ger&uuml;hrt. Chinas Staats- und Parteichef Xi erkl&auml;rte, dass sie gerne zu diesen erw&uuml;nschten Schritten bereit sei. Die EU m&uuml;sse sich jedoch ihrerseits deutlich von allen V&ouml;lkerrechtsverst&ouml;&szlig;en distanzieren, an denen EU-Mitglieder beteiligt sind. Zugleich erwarte die chinesische Regierung, dass die EU nicht l&auml;nger R&uuml;ckdeckung f&uuml;r Aggressoren biete. Alles andere w&uuml;rde der EU in China einen gro&szlig;en Reputationsschaden zuf&uuml;gen.<\/p><p>Die EU antwortete prompt. Das w&uuml;rde zu lange dauern, all diesen W&uuml;nschen im Detail nachzukommen. Daf&uuml;r sei jetzt keine Zeit (mehr).<\/p><p><strong>2.4.2022 | Tag 38<\/strong><\/p><p>Der Pressesprecher des russischen Pr&auml;sidialamtes Dmitri Peskow gibt ein Interview. Zu den Aussichten auf eine Besserung der Beziehungen zu Europa sagte der Pr&auml;sidentensprecher, dass diese nur langfristig zu erwarten seien: &bdquo;<em>Doppelte Standards im Westen gab es immer und wird es immer geben. Das ist die Ideologie (der Europ&auml;er), das ist der Arbeitsstil unserer Widersacher. <\/em>(&hellip;) Es hilft nur eins: Geduldig und standhaft die eigenen Interessen zu vertreten.&ldquo; Gas f&uuml;r Rubel sei, so der Sprecher des russischen Pr&auml;sidenten, nur der Beginn, der erste Schritt einer gr&ouml;&szlig;eren Entwicklung: &bdquo;<em>Der Prozess der Dedollarisierung l&auml;sst sich nicht mehr aufhalten<\/em>.&ldquo; (rtde vom 3.4.2022)<\/p><p><strong>3.4.2022 | Tag 39<\/strong><\/p><p>&bdquo;<em>Gr&auml;ueltaten im Kiewer Vorort Butscha<\/em>.&ldquo; Das ist die Hauptnachricht in den staatsnahen Medien. Man sieht tote Zivilisten auf der Stra&szlig;e, einige mit gefesselten H&auml;nden auf dem R&uuml;cken. Man spricht von &bdquo;V&ouml;lkermord&ldquo; und die deutsche Bundesregierung ist sich einig, dass man keine Beweise daf&uuml;r braucht, dass man nichts &uuml;berpr&uuml;fen muss, sondern das n&auml;chste Sanktionspaket auf den Weg bringen werde. In der &bdquo;Tagesschau&ldquo; berichtet man, dass keine Journalisten vor Ort gelassen werden k&ouml;nnen, da es vermintes Gebiet sein k&ouml;nnte. In der Sondersendung danach sieht man Soldaten durch die Stra&szlig;e laufen, um die Gr&auml;ueltaten zu zeigen. Warum russische Soldaten Zivilisten t&ouml;ten (sollen), wenn sie sich zur&uuml;ckziehen, erkl&auml;rt niemand. Ein paar Tage zuvor mussten die Staatsmedien ein Video zeigen, das es bereits Tage zuvor gab: Auf diesem wird gefangenen russischen Soldaten in die Beine geschossen. Das medial inszenierte Verh&auml;ltnis von (m&ouml;glichen) Kriegsverbrechen von russischer und ukrainischer Seite wird auf 100: 1 getunt.<\/p><p><strong>4.4.2022 | Tag 40<\/strong><\/p><p>Bei ARTE gibt es das Kriegsdrama &bdquo;<em>Zeit zu leben und Zeit zu sterben<\/em>&ldquo; aus dem Jahr 1958 zu sehen. John Gavin und Liselotte Pulver erleben in Douglas Sirks Kriegsmelodram Liebesfreud und -leid. Man k&ouml;nnte meinen, dass sich die Programmmacher bei dieser Auswahl etwas gedacht haben. Oberste Priorit&auml;t: Politische Hintergr&uuml;nde ausblenden, alles in menschliche Schicksale ertr&auml;nken: &bdquo;<em>Liebe als &sbquo;Hoffnungstr&auml;ger&lsquo; in einer zerst&ouml;rten Welt, darum ging es Regisseur Detlef Sierck (&hellip;) in seinem letzten Film, nicht um Kritik am Hitler-Regime<\/em>.&ldquo; (ARTE)<\/p><p><em>Wolf Wetzel<\/em><\/p><p><strong>Quellen und Hinweise:<\/strong><\/p><ul>\n<li><em><a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2022\/03\/23\/pentagon-drops-truth-bombs-to-stave-off-war-with-russia\/\">Pentagon Drops Truth Bombs to Stave Off War With Russia, Joe Lauria<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.972mag.com\/edition\/russia-israel-occupiers\/\">From Israel to Russia, occupiers are remaking the world order<\/a><\/em>, Haggai Matar vom 27.3.2022<\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2022\/03\/23\/der-erste-angriffskrieg-in-europa\/\">Der erste Angriffskrieg in Europa &hellip; fand nicht in der Ukraine 2022 statt<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8886\">&bdquo;Russland isolieren&rdquo; (III)<\/a><\/em> vom 31.3.2022<\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/rtde.site\/international\/135325-peskow-wahrend-europa-sich-in-die-knie-schiesst\/\">Peskow: &bdquo;W&auml;hrend Europa sich in die Knie schie&szlig;t, scheffelt Washington Geld&rdquo;<\/a><\/em><\/li>\n<\/ul><p>Titelbild: santoelia\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Tagebuch geht es nicht darum, m&ouml;glichst alles zu dokumentieren. In Kriegen ist das gro&szlig;e Drehbuch immer gleich: Wenn man die &bdquo;gute&ldquo; und die &bdquo;b&ouml;se&ldquo; Seite markiert hat, dann sieht man immer dieselbe Rollenverteilung: Auf der Seite der &bdquo;B&ouml;sen&ldquo; stehen M&auml;nner in Glanz und Pose, auf der Seite der &bdquo;Guten&ldquo; Menschen, die alles verloren<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82683\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":81966,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,171,11],"tags":[379,3212,1055,2175,304,915,1418,259,260,1556,1703,1536,1019,2360],"class_list":["post-82683","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","tag-china","tag-doppelte-standards","tag-fluechtlinge","tag-interventionspolitik","tag-kriegsverbrechen","tag-putin-wladimir","tag-regime-change","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa","tag-voelkerrecht","tag-will-anne","tag-wirtschaftssanktionen","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/shutterstock_1697738131.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/82683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=82683"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/82683\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82727,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/82683\/revisions\/82727"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/81966"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=82683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=82683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=82683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}