{"id":82702,"date":"2022-04-06T11:30:54","date_gmt":"2022-04-06T09:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82702"},"modified":"2022-04-06T16:59:49","modified_gmt":"2022-04-06T14:59:49","slug":"es-ist-hoechste-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82702","title":{"rendered":"Es ist h\u00f6chste Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Seit Beginn der Corona-Pandemie stirbt die Veranstaltungsbranche einen langsamen, aber inzwischen in weiten Teilen kaum mehr aufzuhaltenden Tod. Verschiebungen, Absagen, der Wegfall von Veranstaltern und Veranstaltungsorten sind dabei nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen K&uuml;nstler, Agenten und meist freiberufliche Selbstst&auml;ndige im Technik- und Service-Bereich, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit der Verknappung und dem Wegfall Ihrer Auftritts- und Arbeitsm&ouml;glichkeiten zu k&auml;mpfen haben. Viele sind schon pleite oder in andere Branchen abgewandert und es werden mehr werden. Das stille Sterben geht weiter und vollzieht sich jeden Tag. Von <strong>Michael Fitz<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5643\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-82702-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Es_ist_hoechste_Zeit_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Es_ist_hoechste_Zeit_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Es_ist_hoechste_Zeit_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Es_ist_hoechste_Zeit_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=82702-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210406_Es_ist_hoechste_Zeit_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210406_Es_ist_hoechste_Zeit_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>K&uuml;nstler, die sich &uuml;ber die vergangenen Jahre durch Ihre Tourneet&auml;tigkeit ein Publikum erspielt haben, m&uuml;ssen, ob sie wollen oder nicht, nun wieder von vorne anfangen. Selbstst&auml;ndige, die sich m&uuml;hevoll einen Kundenstamm in der Veranstaltungsbranche erarbeitet haben und gut von ihren Eink&uuml;nften leben konnten, haben &auml;hnliche, wenn nicht noch gravierendere Probleme. Hinzu kommt, dass der nun seit Jahren durch die best&auml;ndige Angst-Propaganda unserer Leit-Medien komplett ver&auml;ngstigte Zuschauer entweder lieber gleich zu Hause bleibt oder sich nun, trotz Aufhebung der Maskenpflicht, nur mit Maske in Konzerte und Kulturveranstaltungen traut. <\/p><p>Die individuelle Umsetzung der eigentlich inzwischen obsoleten Ma&szlig;nahmen &uuml;berl&auml;sst man nun den Kommunen und erzeugt so einen Flickenteppich unterschiedlichster Voraussetzungen f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung von Kulturveranstaltungen im Land, der allm&auml;hlich nicht mehr zu durchblicken ist. In Baden-W&uuml;rttemberg z.B. kommen Sie ohne digitalen Impfpass und entsprechenden QR-Code in kein Hotel und streng genommen in keinen Auftrittsort mehr hinein oder Sie lassen sich vorher, nat&uuml;rlich auf eigene Kosten, testen. In verschiedenen Kommunen werden trotz bundesweitem Auslaufen aller Regelungen immer noch Abstandsregeln, Maskenpflicht und Limitierungen bei der Bestuhlung und dem Publikumsaufkommen aufrechterhalten, w&auml;hrend ein paar Kilometer weiter etwas ganz anderes gilt, obgleich Konzerte und Kulturveranstaltungen sich im gesamten Verlauf der Pandemie meines Wissens noch nie als Super-Spreader-Ereignisse hervorgetan haben. Soweit die Realit&auml;t. <\/p><p>Es gibt von Seiten der Verantwortlichen auf Bundesebene derzeit keine realistische und wirklich evidenzbasierte Risikoeinsch&auml;tzung und hier&uuml;ber keine verl&auml;sslichen Informationen, die dem neuesten Kenntnisstand entsprechen. Stattdessen wird lieber Kaffeesatz gelesen und auf fragw&uuml;rdigste Art und Weise das Gespenst neuer, supergef&auml;hrlicher und f&uuml;r den Herbst dr&auml;uender Virusvarianten an die Wand gemalt. Da soll dann die Erst- oder Nachimpfung per Impfpflicht mit einem Stoff helfen, der seine Untauglichkeit, beispielsweise gegen Omikron, l&auml;ngst bewiesen hat. Wirklich evidenzbasierte Warnungen und Zwischenrufe von ausgewiesenen Fachleuten im Bezug auf Impfsch&auml;den werden von staatlichen Instituten und Verantwortungstr&auml;gern und &ouml;ffentlich-rechtlichen sogenannten &bdquo;Fakten-Checkern&ldquo; ignoriert oder schlimmer, Mahner werden in immer drastischerer Weise diskreditiert und mundtot gemacht.  <\/p><p>Wie soll man als Kulturschaffender, egal ob als Agent, K&uuml;nstler oder Veranstalter, unter diesen Voraussetzungen normale Veranstaltungen planen und durchf&uuml;hren? Nachdem unsere Volksvertreter im Gegensatz zu vielen Nachbarl&auml;ndern derzeit immer noch unerm&uuml;dlich an einem fraktions&uuml;bergreifenden Impflicht-Kompromiss basteln, ohne dass f&uuml;r einen solch drastischen Schritt wirkliche Evidenzen und reale, belastungsf&auml;hige Zahlen zugrunde gelegt werden, ist mit einer weiteren Dauerverunsicherung des Konsumenten und potentiellen Zuschauers zu rechnen. K&uuml;nstler, Veranstalter und Techniker haben nach wie vor keine verl&auml;ssliche Grundlage, um mittel- oder gar langfristig zu planen. Hinzu kommen enorme Preissteigerungen, die auch die Kulturbranche treffen. Wir m&uuml;ssen Instrumente und Technik transportieren und das k&ouml;nnen wir alle fast ausschlie&szlig;lich nur mit PKWs, Bussen und Lastwagen. Inzwischen kostet jeder Kilometer Fahrt doppelt so viel wie noch vor einem Jahr.<\/p><p>Schon klar, mit diesem Problem sind wir nicht allein, aber im Gegensatz zu anderen Branchen k&ouml;nnen wir diese Kosten nicht einfach dem Kunden oder Vertragspartner aufschlagen. Die meisten Vertr&auml;ge, die aufgrund von inzwischen mehrfachen Verschiebungen momentan abgearbeitet werden, sind teilweise 2 bis 3 Jahre alt und k&ouml;nnen nicht einfach auf die aktuelle Situation angepasst werden.   <\/p><p>Ich habe bereits im Juli des vergangenen Jahres einen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/220406_Verehrter-Herr-Aiwanger_1572021.pdf\">ausf&uuml;hrlichen Brief zur Situation an den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger geschickt<\/a> und im Januar dieses Jahres eine <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/220406_Liebe-Claudia-Roth.pdf\">ausf&uuml;hrliche E-Mail an die neue Bundes-Staatsministerin f&uuml;r Kultur, Frau Claudia Roth, geschickt<\/a>, hierauf aber in beiden F&auml;llen keinerlei Antwort erhalten, wobei ich zumindest bei Herrn Aiwanger sicher sein kann, dass mein Schreiben bei ihm angekommen ist. Beide Texte liegen als PDF bei.<\/p><p>Wir brauchen endlich ein bundesweit geltendes Hilfsangebot f&uuml;r K&uuml;nstler, Solo-Selbstst&auml;ndige in allen Bereichen der Kultur-Branche, das sich nach dem tats&auml;chlichen Verdienst- oder Umsatzausfall der sich durch die Ma&szlig;nahmenpolitik der Verantwortlichen in der echten, real existierenden und aktuellen Welt unseres Berufsfeldes ergeben hat. <\/p><p>Das w&auml;re eigentlich einfach und unb&uuml;rokratisch, so wie in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern auch, nach Ma&szlig;gabe vorgelegter Gastspielvertr&auml;ge zu bewerkstelligen. Allerdings m&uuml;ssten sich die Herrschaften in der Verwaltung und die Verantwortlichen mal auf Augenh&ouml;he und ausf&uuml;hrlich mit Betroffenen auseinandersetzen, um zu erfahren, was wirklich notwendig ist. Ansonsten sieht es f&uuml;r eine farbige, vielf&auml;ltige Kulturszene, der man es hierzulande ohnehin noch nie sonderlich leicht gemacht hat, f&uuml;r die Zukunft d&uuml;ster aus.<\/p><p>Mit Almosen und minimalen Pauschalhilfen, die man dann auch noch gerne besteuern m&ouml;chte, ist das nicht zu machen. Bisher fehlt hier offenbar die Absicht.<\/p><p>Wenn ich sehe, wie schnell und reibungslos unsere Parlamentarier einen Sonderfond in H&ouml;he von 100.000.000.000 &euro; f&uuml;r die Aufr&uuml;stung und quasi als Subvention f&uuml;r die damit befasste Industrie absegnen und durchwinken, kann es ja wohl am Geld nicht fehlen. <\/p><p>Es ist allerh&ouml;chste Zeit.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMichael Fitz<\/p><p>Titelbild: &copy; Susi Knoll<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Beginn der Corona-Pandemie stirbt die Veranstaltungsbranche einen langsamen, aber inzwischen in weiten Teilen kaum mehr aufzuhaltenden Tod. 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