{"id":83181,"date":"2022-04-23T11:45:25","date_gmt":"2022-04-23T09:45:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83181"},"modified":"2022-04-23T13:20:08","modified_gmt":"2022-04-23T11:20:08","slug":"nato-die-gruendungs-luege-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83181","title":{"rendered":"NATO: Die Gr\u00fcndungs-L\u00fcge"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem 2. Weltkrieg 1945 wussten die USA: Von der geschw&auml;chten Sowjetunion geht keine Gefahr aus. Aber mit dem Zangengriff von Marshall-Plan und NATO integrierten die USA die west-, nord- und s&uuml;deurop&auml;ischen Staaten in ihre &ouml;konomische und milit&auml;rische Expansion. Ex-Nazis und Ex-Nazikollaborateure wurden gef&ouml;rdert, dagegen wurden antifaschistische Parteien, Bewegungen, Personen ausgeschaltet, infiltriert, gekauft. Gleichzeitig halfen die USA den Regierungen auch beim Kampf gegen Befreiungsbewegungen in den Kolonien &ndash; auch wegen der Rohstoffe f&uuml;r US-Konzerne. Nach 1990 wurde die Gr&uuml;ndungsl&uuml;ge und damit der milit&auml;risch-kapitalistische Zangengriff mit der &bdquo;Ost-Erweiterung&ldquo; fortgef&uuml;hrt. Dazu geh&ouml;rt, dass Wohlstand und Freiheit f&uuml;r die Mehrheitsbev&ouml;lkerungen abgebaut werden: Die EU und immer mehr US-Konzerne, Investoren und Berater organisieren die Amerikanisierung mit working poor, working sick sowie legalisierter wie illegaler Arbeitsmigration &ndash; gleichzeitig wird die Militarisierung und Feindhetze gegen Russland ausgebaut: Die Beherrschung Eurasiens von Lissabon bis Wladiwostok war von Anfang an der Plan. Wir bringen ein Kapitel aus dem Buch von <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/buecher\/wirtschaft\/imperium-eu.html?listtype=search&amp;searchparam=werner%20r%C3%BCgemer%20Imperium%20EU\">Imperium EU &ndash; ArbeitsUnrecht, Krise, neue Gegenwehr<\/a>. K&ouml;ln 2020. Der Krieg in der Ukraine spielt darin nat&uuml;rlich noch keine Rolle, wird aber in einigem erkl&auml;rbar. Quellenangaben wurden weggelassen.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6149\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-83181-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220423_NATO_Die_Gruendungsluege_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220423_NATO_Die_Gruendungsluege_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220423_NATO_Die_Gruendungsluege_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220423_NATO_Die_Gruendungsluege_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=83181-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220423_NATO_Die_Gruendungsluege_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220423_NATO_Die_Gruendungsluege_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>&bdquo;<strong>Russland&ldquo; nach dem 2. Weltkrieg: Keine Gefahr<\/strong><\/p><p>Im Vorfeld der NATO-Gr&uuml;ndung wussten die Verantwortlichen in den USA: Die Sowjetunion bedeutet keine milit&auml;rische Gefahr. Einen Angriff auf Westeuropa k&ouml;nne die geschw&auml;chte Macht, selbst wenn sie wollte, nicht durchhalten: Die Wirtschaft der Sowjetunion ist gro&szlig;enteils zerst&ouml;rt und technologisch veraltet; ihr Transportsystem ist zu primitiv; ihre &Ouml;lindustrie ist leicht anzugreifen. Auch verf&uuml;gt die Sowjetunion nicht &uuml;ber die Atombombe. &bdquo;Die M&auml;nner im Kreml sind kluge Tyrannen, die ihre innere Macht nicht durch milit&auml;rische Abenteuer im Ausland aufs Spiel setzen. Sie wollen den Kampf um Deutschland und Europa gewinnen, aber nicht durch milit&auml;rische Aktion,&ldquo; so urteilte der Chefplaner im State Department, George Kennan, 1948 f&uuml;r State Department-Chef Marshall, f&uuml;r Pr&auml;sident Truman und f&uuml;r die US-Botschafter in diversen Memoranden.<\/p><p>Warum aber gr&uuml;ndeten die USA und ihre damals noch wenigen B&uuml;ndnispartner trotzdem das ausdr&uuml;cklich gegen die Sowjetunion gerichtete Milit&auml;rb&uuml;ndnis NATO?<\/p><p><strong>Die Legende vom &bdquo;Kalten Krieg&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die Legende besagt, die NATO sei ein &bdquo;Produkt des Kalten Krieges&ldquo; nach dem Ende des 2. Weltkriegs. In Wirklichkeit ist die NATO ein Produkt der US-Expansion, die schon vor dem milit&auml;rischen Eingriff der USA in den zweiten Weltkrieg imgange war. <\/p><p>Der &bdquo;kalte Krieg&ldquo; ist eines der findigsten ideologischen Konstrukte, mit denen die US-Meinungsmaschine die US-Praktiken seit dem 2. Weltkrieg bis heute verschleiert. Der Begriff wurde vom wichtigsten US-Ideologen des 20. Jahrhunderts popularisiert: Walter Lippmann, Vater des &bdquo;Neoliberalismus&ldquo;.<\/p><p>&bdquo;Kalter Krieg&ldquo; soll bedeuten: Nach dem 2. Weltkrieg ist der milit&auml;rische Krieg zu Ende, und es beginnt die Phase der nicht-milit&auml;rischen Auseinandersetzung zwischen dem &bdquo;freien Westen&ldquo; und dem &bdquo;kommunistischen Ostblock&ldquo;. Doch w&auml;hrend des &bdquo;kalten Krieges&ldquo; f&uuml;hrten die USA und die ersten NATO-Staaten hei&szlig;e, sehr hei&szlig;e Kriege wie z.B. in Griechenland, Korea, den Philippinen, in Afrika und Indochina &ndash; darauf wird zur&uuml;ckzukommen sein. <\/p><p>In Wirklichkeit begann der &bdquo;kalte&ldquo; Krieg schon kurz nach Kriegsbeginn, etwa 1941. Roosevelt und Churchill griffen &ndash; trotz mehrmaliger Aufforderung ihres Alliierten Stalin &ndash; milit&auml;risch so sp&auml;t wie m&ouml;glich in den Krieg ein: Die Rote Armee und die deutsche Wehrmacht sollten sich so weit wie m&ouml;glich gegenseitig zerst&ouml;ren. Die US- und die britische Regierung lehnten auch jeden inneren Widerstand gegen Hitler prinzipiell ab. Wall Street-Anwalt Allen Dulles als Chef des Geheimdienstes Office of Stragic Services (OSS) mit Sitz in der Schweiz, wollte keinen Erfolg der Attent&auml;ter vom 20. Juli 1944 &ndash; einen vorzeitigen Waffenstillstand mit der Sowjetunion wollten die US-Milit&auml;rs unbedingt verhindern. Die Rote Armee sollte im weitere Kampf gegen Hitlers Wehrmacht m&ouml;glichst hohe Verluste erleiden.<\/p><p><strong>Die &bdquo;Verteidigungs&ldquo;linie der USA nach Europa vorschieben<\/strong><\/p><p>Der zun&auml;chst sich links und sozialistisch verstehende Harvard-Absolvent Walter Lippmann hatte im 1. Weltkrieg f&uuml;r das US-Kriegsministerium die Propaganda f&uuml;r den Kriegseintritt der USA mitorganisiert (Committee on Public Information, CPI): 1917 sollte das pazifistische Neutralit&auml;ts-Versprechen des US-Pr&auml;sidenten Woodrow Wilson umgedreht, der Kriegseintritt der USA sollte nun gerechtfertigt werden.<\/p><p>Danach hatte Lippmann an prominenter Stelle die globale Expansion der USA &ndash; v.a. Europa und Japan betreffend &ndash; theoretisch begr&uuml;ndet und publizistisch begleitet. 1938 hatte er als Gegner des Roosevelt&rsquo;schen Reformkurses (New Deal) die sp&auml;teren Gurus der &bdquo;neoliberalen&ldquo; Wirtschaftslehre wie Friedrich Hayek, Alexander R&uuml;stow und Raymond Aron zusammengef&uuml;hrt: Hier wurde der besch&ouml;nigende Begriff des &bdquo;Neoliberalismus&ldquo; f&uuml;r die globale, antigewerkschaftlich und antikommunistisch ausgesch&auml;rfte Kapitalismus-Doktrin gepr&auml;gt. <\/p><p>Im M&auml;rz 1943 schrieb Lippmann: Nach der Eroberung Nordamerikas, Mittelamerikas, der Karibik, der Philippinen und mehrerer Inseln im Pazifik (Wake, Guam, Hawai, japanische Mandatsinseln) sind die USA gezwungen gewesen, &bdquo;zwei Drittel der Erdoberfl&auml;che von unserer kontinentalen Basis in Nordamerika aus zu verteidigen.&ldquo; Jetzt aber er&ouml;ffne sich mit der absehbaren Niederlage der Achsenm&auml;chte Deutschland, Japan, Italien und ihrer B&uuml;ndnispartner und Kollaborateure ein viel breiterer Zugriff. <\/p><p>Die USA werden ihre bisher eroberten Gebiete, so der Geostratege, nun nicht mehr allein von ihrem nordamerikanischen Territorium und den verstreuten Inseln im Pazifik aus &bdquo;verteidigen&ldquo; k&ouml;nnen. Vielmehr k&ouml;nne und m&uuml;sse Amerika jetzt seine &bdquo;Verteidigungs&ldquo;linie entscheidend erweitern, &bdquo;indem wir unsere Au&szlig;enpolitik auf zuverl&auml;ssige B&uuml;ndnisse in der alten Welt gr&uuml;nden.&ldquo; In Europa und Japan k&ouml;nnten nun neue US-St&uuml;tzpunkte errichtet werden. Damit k&ouml;nnten die USA von der bisherigen passiven zur aktiven &bdquo;Verteidigung&ldquo; ihrer nationalen Interessen &uuml;bergehen.<\/p><p><strong>USA 1947: Aus &bdquo;Kriegs&ldquo;- wird &bdquo;Verteidigungs&ldquo;ministerium<\/strong><\/p><p>Zu dieser Strategie geh&ouml;rten ideologische Kunstgriffe: Die antiliberal und antidemokratisch versch&auml;rfte Kapitalismusdoktrin wurde als &bdquo;Neoliberalismus&ldquo; bezeichnet. <\/p><p>Und die versch&auml;rfte milit&auml;rische Expansion wurde als &bdquo;Verteidigung&ldquo; ausgegeben: Von 1789 an, seit ihrer Gr&uuml;ndung, hatten die USA faktengem&auml;&szlig; ein Kriegsministerium (War Department): Durch Kriege wurde der nordamerikanische Kontinent in das Staatsgebiet integriert, dann wurden Mittelamerika, die Karibik, Kuba, dann die Philippinen, Puerto Rico, China usw. milit&auml;risch durchdrungen, zeitweise besetzt, wurden Vasallenregierungen installiert, wurden Inseln okkupiert und als dauerhafte Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte ausgebaut. <\/p><p>Aber gerade auf der bis dahin h&ouml;chsten Stufe ihrer auch milit&auml;rischen Expansion wurde das Kriegsministerium 1947 besch&ouml;nigend und faktenwidrig in Verteidigungsministerium (Defense Department) umbenannt. Deshalb lief dann auch die aggressive NATO unter &bdquo;Verteidigungs&ldquo;B&uuml;ndnis.<\/p><p><strong>Der Zwilling: Marshall-Plan und NATO<\/strong><\/p><p>Die 1949 gegr&uuml;ndete NATO war Zwillingsgesch&ouml;pf des Marshall-Plans. Den milit&auml;risch-zivilen Doppelcharakter verk&ouml;rperte George Marshall selbst: W&auml;hrend des 2. Weltkriegs koordinierte er als Chief of Staff das US-Milit&auml;r auf allen Kriegsschaupl&auml;tzen zwischen Nordafrika, Europa und Asien. Nach dem Krieg organisierte er als Au&szlig;enminister von 1947 bis 1949 den Marshall-Plan. Und 1950 schl&uuml;pfte der Wendige in die Rolle des US-Verteidigungsministers und organisierte brutale Interventionen einschlie&szlig;lich Napalm-Bombardements gegen Befreiungsbewegungen rund um den Globus, in Korea genauso wie in Griechenland. <\/p><p>Ab 1947 erhielten alle sp&auml;teren NATO-Gr&uuml;ndungsmitglieder Hilfen aus dem Marshall-Plan: Gro&szlig;britannien, Frankreich, Portugal, Niederlande, Belgien, Luxemburg, D&auml;nemark, Island, Italien, Norwegen. Dies ging auch nach der NATO-Gr&uuml;ndung bis zum Ende des Marshall-Plans 1952 weiter. Zus&auml;tzlich beschloss der US-Kongress 1949 eine Milliarde US-Dollar an Hilfen f&uuml;r die Aufr&uuml;stung der NATO-Mitgr&uuml;nder-Staaten. Teilweise wurden Marshall-Plan-Hilfen milit&auml;risch umgewidmet. <\/p><p>Alle diese Staaten &ndash; au&szlig;er Luxemburg, Italien und Norwegen &ndash; waren zudem aktive Kolonialm&auml;chte. Die meisten waren zudem Monarchien und kein Ausbund an Demokratie. Die USA selbst unterhielten in neokolonialer Art zahlreiche abh&auml;ngige Territorien rund um den Globus und beherrschten Staaten in Mittelamerika und in der Karibik mit Hilfe von Diktatoren &ndash; am bekanntesten in Kuba. <\/p><p><strong>Vorstufe Br&uuml;sseler Pakt: &bdquo;Deutsche&ldquo; und &bdquo;kommunistische Gefahr&ldquo;<\/strong><\/p><p>Vor der NATO-Gr&uuml;ndung durften die zuverl&auml;ssigsten europ&auml;ischen Staaten, die als Gr&uuml;ndungsmitglieder vorgesehen waren, ihr Vorspiel machen. Im M&auml;rz 1948 beschlossen die vom Marshall-Plan hochsubventionierten Regierungen Gro&szlig;britanniens, Frankreichs und der drei kleinen Benelux-Monarchien den &bdquo;Br&uuml;sseler Pakt&ldquo;: Er verstand sich als Milit&auml;rb&uuml;ndnis gegen eine erneute deutsche Aggression und gegen eine drohende sowjetische Aggression. <\/p><p>Diese US-gef&uuml;hrten Verschw&ouml;rungspraktiker simulierten Gefahren, die es nicht gab: Deutschland war vollst&auml;ndig abger&uuml;stet und stand unter milit&auml;rischer Kontrolle der Alliierten, also auch der Br&uuml;sseler Pakt-Mitglieder selbst &ndash; Frankreich, Gro&szlig;britannien, Belgien und die Niederlande waren Besatzungsm&auml;chte in Westdeutschland; und sie konnten dar&uuml;ber mitentscheiden, ob Westdeutschland bzw. die Bundesrepublik Deutschland neu aufger&uuml;stet wird oder nicht. Die Sowjetunion war zu einem Angriff auf Westeuropa weder f&auml;hig noch willens, zu einer dauerhaften Besetzung noch weniger &ndash; diese Einsch&auml;tzung der US-Regierung war auch den Br&uuml;sseler Pakt-Staaten gel&auml;ufig. <\/p><p>Im Br&uuml;sseler Pakt kamen neben Gro&szlig;britannien die Staaten zusammen, deren Regierungen und Wirtschaftseliten keinen Widerstand gegen die Besetzung der Wehrmacht geleistet, sondern mit Nazi-Deutschland kollaboriert und ebenfalls im &bdquo;Kommunismus&ldquo; die Hauptgefahr gesehen hatten. Sie alle f&uuml;rchteten nach dem Krieg Bestrafung, Entflechtung oder gar Enteignung, die Milit&auml;rs und Geheimdienste f&uuml;rchteten Einflussverlust. Aber die USA hielten die sch&uuml;tzende Hand &uuml;ber sie.<\/p><p>Am 4. April 1949 &ndash; einige Monate vor der Gr&uuml;ndung der Bundesrepublik Deutschland &ndash; wurde in Washington das Milit&auml;rb&uuml;ndnis North Atlantic Treaty Organisation, NATO gegr&uuml;ndet. Es wurde als &bdquo;Verteidigungs&ldquo;-B&uuml;ndnis ausgegeben und folgte damit der US-Sprachregelung. Alle anderen Mitglieder waren von den USA abh&auml;ngig, nicht nur durch den Marshall-Plan, sondern auch durch zus&auml;tzliche Kredite, Milit&auml;rhilfen und Investitionen. Der Sitz der NATO war bis 1952 in Washington.<\/p><p><strong>Auch dabei: Diktator Franco mit Sonderstatus<\/strong><\/p><p>Die herrschenden Kreise der USA hatten Mussolinis Faschismus bewundert: Er hatte gezeigt, wie man im Westen die &bdquo;kommunistische Gefahr&ldquo; besiegt. Mussolini wurde von der Wall Street mit Krediten &uuml;berh&auml;uft, US-Investoren kauften Anteile an italienischen Unternehmen, etwa an Fiat. Mit Mussolini und Hitler belieferten US-Konzerne den Faschisten Franco, der die Republik im brutalen B&uuml;rgerkrieg vernichtete.<\/p><p>Franco hatte am 1.4.1939 seinen Sieg erkl&auml;rt &ndash; schon zwei Wochen sp&auml;ter hatte die Roosevelt-Regierung ihren Botschafter in Madrid ernannt. Nur Mussolini, Hitler, Papst Pius XII. und die britischen Faschistenf&ouml;rderer K&ouml;nig George VI. mit Premierminister Neville Chamberlain waren schneller gewesen, um die Diktatur diplomatisch anzuerkennen. <\/p><p>Aus kosmetischen Gr&uuml;nden wurde Spanien zun&auml;chst, solange Franco herrschte, kein NATO-Mitglied. Aber die USA bezogen Spanien auch ohne formelle Mitgliedschaft in ihre europ&auml;ische Expansion ein. Sie betrieben hier Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte und f&ouml;rderten den wirtschaftlichen Aufbau, etwa den Tourismus. Faschismus war mit &bdquo;freedom and democracy&ldquo; und NATO vereinbar.<\/p><p><strong>Krieg gegen Befreiungsbewegungen in den europ&auml;ischen Kolonien<\/strong><\/p><p>Mit der NATO, mit zus&auml;tzlichen US-Milit&auml;rst&uuml;tzpunkten in den NATO-Mitgliedsstaaten und zus&auml;tzlichen Partnerschaften wie mit Spanien schoben die USA nicht nur im Sinne Lippmanns ihre &bdquo;Verteidigungs&ldquo;linie nach Westeuropa vor. Sie unterst&uuml;tzten auch die Kriege, die die europ&auml;ischen Kolonialm&auml;chte gegen die nach dem Krieg erstarkten Befreiungsbewegungen in den Kolonien f&uuml;hrten. Und die USA verschafften sich dabei auch Zugang zu Rohstoffen in diesen Kolonien.<\/p><p><em>Gro&szlig;britannien<\/em> <\/p><p>Gro&szlig;britannien war w&auml;hrend des Krieges von den USA durch R&uuml;stung, Schiffe und Nahrungsmittel beliefert worden und war nun bei den USA hochverschuldet. Die USA sorgten daf&uuml;r, dass der von ihnen 1944 gegr&uuml;ndete und beherrschte Internationale W&auml;hrungsfonds IWF 1947 den ersten gro&szlig;en Kredit an Gro&szlig;britannien vergab: Damit wurde die Labour-Regierung vers&ouml;hnt und erpresst. <\/p><p>Gro&szlig;britannien war auch in weiterer Hinsicht geschw&auml;cht: Die wichtigsten Kolonien wie Indien gingen verloren. Schon im Krieg hatte Gro&szlig;britannien den USA mehrere Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte im Commonwealth &uuml;berlassen (<em>land lease program<\/em>). Zur Zeit der NATO-Gr&uuml;ndung bek&auml;mpfte die Labour-gef&uuml;hrte Regierung die Befreiungsbewegung in Ghana, bezeichnete den Vorsitzenden der Convention People&rsquo;s Party, Kwane Nkrumah, als &bdquo;little local Hitler&ldquo; und steckte ihn 1950 ins Gef&auml;ngnis. Erst 1957 konnte Ghana mit Nkrumah selbst&auml;ndig werden. <\/p><p>Die USA, die mit ihrem Geheimdienst OSS schon ab 1943 in Griechenland und der T&uuml;rkei pr&auml;sent waren, l&ouml;sten 1948 dort das Milit&auml;r und den Geheimdienst Gro&szlig;britanniens ab und &uuml;bernahmen den Krieg gegen die antifaschistische Befreiungsbewegung in Griechenland. <\/p><p><em>Kanada<\/em><br>\nKanada als Mitglied des Commonwealth war doppelt abh&auml;ngig: Seit Ende des 19. Jahrhunderts war das Land eine Wirtschaftskolonie der USA. Die kanadischen Truppen und ihr Geheimdienst hatten unter britischem Kommando gestanden, und die britischen Truppen sowie die gesamte britische Kriegswirtschaft waren den USA unterstellt gewesen.<\/p><p><em>Frankreich<\/em><br>\nDas zweitwichtigste NATO-Mitglied nach Gro&szlig;britannien war Frankreich. Die US-Army hatte das Land, zusammen mit Briten und Kanadiern, 1944 von den Nazis und der Vichy-Kollaborationsregierung unter Marschall P&eacute;tain befreit. Die linke R&eacute;sistance, die vom US-Geheimdienst OSS unterwandert worden war, wurde schrittweise ausgeschaltet. <\/p><p>Den ungeliebten General Charles de Gaulle, der gegen Hitler gek&auml;mpft hatte und ein unabh&auml;ngiges Frankreich vertrat, musste man bei der Siegesparade auf den Champs Elys&eacute;es in Paris mitlaufen und dann eine provisorische Regierung bilden lassen; in ihr war auch die in der R&eacute;sistance f&uuml;hrende kommunistische Partei vertreten. Aber diese Regierung wurde von den USA nie anerkannt. Die Weltbank unter Pr&auml;sident John McCloy vergab noch vor dem Marshall-Plan einen Kredit an Frankreich, unter der Bedingung: De Gaulle und die Kommunisten m&uuml;ssen raus aus der Regierung! US-Au&szlig;enminister Byrnes, Vorg&auml;nger von Marshall, versprach einen 650 Millionen-Kredit und die zus&auml;tzliche Lieferung von 500.000 Tonnen Kohle.<\/p><p>Christlich lackierte Politiker wie George Bidault, enger Freund des CDU-Vorsitzenden und zuk&uuml;nftigen bundesdeutschen Kanzlers Konrad Adenauer und wie dieser mit CIA-Chef Allen Dulles im Kontakt, wurden in die Regierung man&ouml;vriert. De Gaulle wurde rausgeworfen. Der Kredit wurde gew&auml;hrt. Die USA r&uuml;steten 1948 zudem drei franz&ouml;sische Divisionen auf, damit Frankreich in seinem Besatzungsgebiet in Westdeutschland &uuml;berhaupt als ernstzunehmende Besatzungsmacht auftreten konnte.<\/p><p>Algerien war nicht nur franz&ouml;sische Kolonie, sondern galt als Teil Frankreichs, allerdings mit einem rassistischen Apartheitssystem. Das st&ouml;rte die NATO keineswegs: Algerien wurde sofort in das NATO-Vertragsgebiet einbezogen. Der brutale Kolonialkrieg der franz&ouml;sischen Regierung ging verst&auml;rkt weiter. Bis zur Unabh&auml;ngigkeit t&ouml;tete das franz&ouml;sische Milit&auml;r hunderttausende Unabh&auml;ngigkeitsk&auml;mpfer und Zivilisten. <\/p><p>Gleichzeitig verlangte die franz&ouml;sische Regierung milit&auml;rische Hilfe gegen den &bdquo;Kommunismus&ldquo; in der Kolonie Indochina: Die im September 1945 von der Unabh&auml;ngigkeitsbewegung Vietminh unter Ho Chi Minh ausgerufene Demokratische Republik Vietnam sollte vernichtet werden &ndash; die USA halfen Frankreich mit Milit&auml;rberatern, Nahrungsmitteln und R&uuml;stungsg&uuml;tern. McCloy als Pr&auml;sident der Weltbank genehmigte im NATO-Gr&uuml;ndungsjahr 1949 auch daf&uuml;r einen Kredit. <\/p><p><em>Belgien, Niederlande, Luxemburg<\/em><br>\nDie drei Benelux-Staaten hatten keinen milit&auml;rischen Beitrag gegen Hitler-Deutschland geleistet. Ihre Regierungen und Konzerne hatten im Krieg mit den Nazis kollaboriert. Aber Belgien und die Niederlande wurde NATO-Mitglieder und durften aus US-Gnaden als Besatzungsm&auml;chte nach Westdeutschland einr&uuml;cken. <\/p><p>Auch dem K&ouml;nigreich Niederlande gestand McCloy im NATO-Gr&uuml;ndungsjahr 1949 einen Kredit der Weltbank zu, damit die Unabh&auml;ngigkeitsbewegung in der Kolonie Indonesien bek&auml;mpft werden konnte. Gegen die 1945 nach der japanischen Besetzung gegr&uuml;ndete Republik Indonesien gingen die 145.000 niederl&auml;ndischen Milit&auml;rs mit der Bombardierung von St&auml;dten vor, ermordeten zehntausende Widerstandsk&auml;mpfer und andere Einheimische und nahmen die Regierung gefangen.<\/p><p><em>Belgien<\/em><br>\nDas K&ouml;nigreich Belgien hielt seine rohstoffreiche Kolonie Kongo auch nach 1945 mit US-Zustimmung weiter unter der Knute. Die USA hatten das f&uuml;r ihre Atombomben entscheidende Uran aus der belgischen Kolonie bezogen. Der Bergwerkskonzern Union Mini&egrave;re du Haut Katanga &ndash; die Rockefellers waren daran beteiligt &ndash; hatte schon 1939 seine Zentrale von Br&uuml;ssel nach New York verlegt. <\/p><p>Nach 1945 wurde der antikoloniale Widerstand im Kongo gnadenlos bek&auml;mpft: Gewerkschaften waren verboten, Streikende wurden erschossen oder &ouml;ffentlich ausgepeitscht. Sp&auml;ter, 1961, wurde in belgisch-US-amerikanischer Komplizenschaft (K&ouml;nig Baudouin, US-Pr&auml;sident Eisenhower, CIA, einheimische Kollaborateure) der erste Premierminister des unabh&auml;ngig gewordenen Kongo, Patrice Lumumba, nach kurzer Zeit bestialisch ermordet.<\/p><p><em>Portugal<\/em><br>\nDas faschistische Portugal war im Krieg neutral geblieben und deshalb wirtschaftlich f&uuml;r Nazi-Deutschland umso wichtiger gewesen: Als wichtigster Staat lieferte Portugal das kriegsentscheidende Edelmetall Wolfram f&uuml;r die Stahlh&auml;rtung, n&ouml;tig etwa f&uuml;r Gewehrl&auml;ufe und Kanonenrohre. In Portugal wurden Raubaktien und Raubgold f&uuml;r die Finanzierung der deutschen Kriegsf&uuml;hrung gewaschen.<\/p><p>Die USA gaben nach 1945 die asiatischen Kolonien Timor und Macau, die von Japan besetzt worden waren, an Portugal zur&uuml;ck. In den afrikanischen Kolonien Mosambik und Angola herrschte kolonialistische Zwangs- und Plantagenwirtschaft (Kaffee, Baumwolle). Die Kommunistische Partei als wichtigste Befreiungsorganisation war verboten und wurde verfolgt. <\/p><p>Und die USA und die NATO konnten nun die Atlantikinseln Portugals, die Azoren, als Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte nutzen. <\/p><p><strong>Kleine Staaten und sp&auml;tere NATO-Mitglieder<\/strong><\/p><p><em>Island, <\/em>eine d&auml;nische Kolonie, war 1940 von Gro&szlig;britannien und den USA besetzt worden. Das Land hatte 1944 gegen&uuml;ber D&auml;nemark seine Unabh&auml;ngigkeit erkl&auml;rt. Deshalb bekam Island Marshall-Plan-Gelder und stimmte seiner NATO-Mitgliedschaft zu. Das kleine Land unterhielt kein eigenes Milit&auml;r, diente aber als US- und NATO-St&uuml;tzpunkt. <\/p><p><em>D&auml;nemark: <\/em>Hier wurde nach der Nazizeit eine antifaschistische Regierung gebildet. Zu ihr geh&ouml;rte auch die Kommunistische Partei, die Widerstand gegen die Nazis geleistet hatte. Auch hier trieben die USA mithilfe der Sozialdemokratie und des Marshall-Plans die urspr&uuml;nglich gewollte Blockfreiheit aus. <\/p><p>In der d&auml;nischen Kolonie Gr&ouml;nland hatten die USA schon 1941 Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte errichtet. Die d&auml;nische Regierung, die sich die au&szlig;en- und sicherheitspolitische Herrschaft &uuml;ber Gr&ouml;nland vorbehalten hatte, stimmte zu: Gr&ouml;nland wurde 1951 zum NATO-Verteidigungsgebiet erkl&auml;rt. Der US-Milit&auml;rst&uuml;tzpunkt Thule in Gr&ouml;nland wurde als vorgeschobener Spionagestandort gegen die Sowjetunion und dann gegen Russland zu einem der gr&ouml;&szlig;ten ausl&auml;ndischen US-St&uuml;tzpunkte ausgebaut und bestimmt die d&auml;nische Au&szlig;enpolitik.<\/p><p><em>Norwegen: <\/em>Hier wollte die sozialdemokratische Regierung nach der deutschen Besetzung blockfrei bleiben. Aber mithilfe des Marshall-Plans und zus&auml;tzlicher Aufr&uuml;stungshilfen man&ouml;vrierten die USA auch Norwegen in die NATO.<\/p><p><em>Griechenland<\/em>: Im NATO-Gr&uuml;ndungsjahr bombardierten US-Sturzkampfflieger die Stellungen der schon siegreichen antifaschistischen Befreiungsbewegung in Griechenland mit Napalm und r&uuml;steten das monarchietreue Milit&auml;r aus, das mit den Nazis kollaboriert hatte. Nur so konnte die Befreiungsbewegung besiegt werden. Als die USA hier wie in der benachbarten T&uuml;rkei f&uuml;r eine US-abh&auml;ngige Regierung gesorgt hatten, holten sie 1952 die beiden Staaten in die NATO.<\/p><p><strong>Bundesrepublik Deutschland: Gr&ouml;&szlig;te US-Festung in Europa<\/strong><\/p><p>Die USA wollten vor allem die westlichen Besatzungszonen Deutschlands in die NATO holen. Doch erstens war dieses Westdeutschland noch kein Staat; und zweitens sperrten sich zun&auml;chst die Regierungen Frankreichs und Gro&szlig;britanniens wegen der kritischen &Ouml;ffentlichkeit in beiden Staaten gegen die Wiederbewaffnung der Deutschen. <\/p><p>Aber kurz nach der Gr&uuml;ndung des neuen Staates Bundesrepublik Deutschland (BRD) sagte dessen christlich lackierter Kanzler Konrad Adenauer 1950 die Wiederbewaffnung zu (heimlich). Er lie&szlig; die Friedens- und Neutralit&auml;tsbewegungen bek&auml;mpfen und als &bdquo;kommunistisch&ldquo; verhetzen. Die USA f&ouml;rderten schon ab 1950 die R&uuml;stungsproduktion in der BRD f&uuml;r den Bedarf des Krieges gegen die Volksbefreiungsbewegung in Korea. Die bundesdeutschen R&uuml;stungsindustriellen setzten sich f&uuml;r die NATO ein. Und schon im September 1950 schloss die NATO die BRD in das NATO-Verteidigungsgebiet ein &ndash; f&uuml;nf Jahre vor dem formellen NATO-Beitritt. <\/p><p>Heute im 21. Jahrhundert beherbergt kein anderer Staat auf dem Planeten soviele zus&auml;tzliche US-Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte wie das NATO-Mitglied Bundesrepublik Deutschland. <\/p><p><strong>Die USA dringen in die europ&auml;ischen Kolonien ein<\/strong><\/p><p>Die NATO war somit ein B&uuml;ndnis gegen die nach- und antifaschistische Demokratisierung in Europa und gegen die nationale Selbstbestimmung in den Kolonien. Und der neokoloniale NATO-F&uuml;hrungsstaat USA drang in die alten Kolonien der Europ&auml;er ein. <\/p><p>In den franz&ouml;sischen Kolonien Indochinas (Vietnam, Laos, Kambodscha) und Afrikas (ein gutes Dutzend Kolonien v.a. Frankreichs, dann auch Belgiens und Portugals) lagerten wichtige Rohstoffe. An diese wollten US-Unternehmen nun m&ouml;glichst g&uuml;nstig herankommen. Die Beh&ouml;rde des Marshall-Plans in Paris unterhielt unter Evan Just die Abteilung &bdquo;Strategische Rohstoffe&ldquo;. Sie erkundete und inventarisierte in den Kolonien der europ&auml;ischen Kolonialm&auml;chte z.B. Mangan und Graphit in Madagaskar; Blei, Kobalt und Mangan in Marokko; Kobalt, Uran und Cadmium im Kongo; Zinn in Kamerun; Chrom und Nickel in Neu-Kaledonien; Kautschuk in Indochina; &Ouml;l in Indonesien; daneben Industriediamanten, Asbest, Beryllium, Tantalit und Colombit. <\/p><p>Die Marshall-Plan-Beh&ouml;rde und das State Department organisierten ab 1948 Rohstoff-Kaufvertr&auml;ge etwa zugunsten der US-Konzerne United Steel, Bethlehem Steel und Newmont Mining. Investmentbanken wie Morgan Stanley und Lazard Fr&egrave;res bildeten gemeinsame Holdings zur Modernisierung von Bergwerken in den Kolonien. F&uuml;r die Atombomben brauchten die USA nach dem Krieg ohnehin noch mehr Uran als w&auml;hrend des Krieges.<\/p><p><strong>Endlich, endlich Russland erobern? Widerstand!<\/strong><\/p><p>F&uuml;r die NATO ging es bei der Gr&uuml;ndung nicht um die Besiegung des &bdquo;Kommunismus&ldquo;, das war nur eine Vorstufe. Es ging und geht um die US-gef&uuml;hrte Eroberung und Nutzung Europas, insbesondere Russlands, also ganz Eurasiens von Lissabon bis Wladiwostok (so der US-Pr&auml;sidentenberater Zbigniew Brzezinski) und zwar unabh&auml;ngig davon, ob es kommunistisch oder kapitalistisch ist. <\/p><p>Die NATO war und ist ein B&uuml;ndnis, das die UNO-Charta, Artikel 1 &bdquo;Selbstbestimmung der Nationen&ldquo;, von Anfang an prinzipiell und dauerhaft verletzte und weiter verletzt. NATO-Mitglieder &ndash; und auch assoziierte Mitglieder wie die Schweiz und &Ouml;sterreich &ndash; zogen in unterschiedlicher Weise mit in die von den USA angef&uuml;hrten, zahlreichen Kriege des zu Unrecht so genannten &bdquo;Kalten Krieges&ldquo;, angefangen im Korea-Krieg, zuletzt z.B. zwei Jahrzehnte lang in Afghanistan und lie&szlig;en verarmte, zerst&ouml;rte L&auml;nder zur&uuml;ck, mit hohen Gewinnen f&uuml;r die R&uuml;stungs-, Energie-, Zuliefer- und private Milit&auml;rdienstleistungs-Industrien.<\/p><p>Und selbst unter dem ansonsten ein bisschen kritisierten Pr&auml;sidenten Donald Trump folgten die europ&auml;ischen NATO-Partner der NATO-F&uuml;hrungsmacht bei der antirussischen Hetze und Aufr&uuml;stung zur Eroberung des eurasischen Gro&szlig;raums, die endlich, endlich gelingen soll, wenn es sein muss wieder mit Krieg, und diesmal auch mit Atombomben. <\/p><p>Mit der Ost-Erweiterung der NATO wurde die Gr&uuml;ndungsl&uuml;ge fortgesetzt. Die EU-Mitgliedschaft der ex-sozialistischen Staaten folgte immer erst ein paar Jahre nach der NATO-Mitgliedschaft. Die EU ist weiter ein Anh&auml;ngsel der NATO. Die relative wirtschaftliche F&ouml;rderung durch den Marshall-Plan brachte nur einen relativen Wohlstand &ndash; und er war nur ein Zugest&auml;ndnis auf Zeit. Die endete 1990. Die EU zusammen mit US-Konzernen, Investoren und Beratern baut seitdem den relativen Wohlstand ab, schrittweise, erst in Osteuropa, aber sp&auml;testens seit der &bdquo;Finanzkrise&ldquo; 2008 immer schneller auch in den &bdquo;reichen&ldquo; Staaten Westeuropas.<\/p><p>Es geht um viel. Das jahrzehntelang gen&auml;hrte NATO-L&uuml;gengeb&auml;ude ist br&uuml;chiger denn je. Der Widerstand dagegen muss und kann eine neue Kraft annehmen, auf allen Kontinenten. Die rechtlich-politische Grundlage ist mit dem UN-V&ouml;lkerrecht und den UNO-Menschenrechten, zu denen auch die Arbeits- und Sozialrechte geh&ouml;ren, l&auml;ngst gekl&auml;rt. Und dass das Milit&auml;r nicht nur die Umwelt sch&auml;digt, k&ouml;nnen auch Umweltfreunde noch lernen.<\/p><p>Titelbild: Pavlo Lys\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem 2. Weltkrieg 1945 wussten die USA: Von der geschw&auml;chten Sowjetunion geht keine Gefahr aus. Aber mit dem Zangengriff von Marshall-Plan und NATO integrierten die USA die west-, nord- und s&uuml;deurop&auml;ischen Staaten in ihre &ouml;konomische und milit&auml;rische Expansion. Ex-Nazis und Ex-Nazikollaborateure wurden gef&ouml;rdert, dagegen wurden antifaschistische Parteien, Bewegungen, Personen ausgeschaltet, infiltriert, gekauft. 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