{"id":83246,"date":"2022-04-26T08:33:33","date_gmt":"2022-04-26T06:33:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83246"},"modified":"2022-04-26T13:50:58","modified_gmt":"2022-04-26T11:50:58","slug":"am-ende-ist-es-wieder-niemand-gewesen-wenn-die-dinge-doch-kippen-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83246","title":{"rendered":"\u201eAm Ende ist es wieder niemand gewesen, wenn die Dinge doch kippen sollten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Als die in Bonn lehrende Politikwissenschaftlerin <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong> im Januar dieses Jahres ihrem &ouml;sterreichischen Verlag den Text f&uuml;r ihr neues Buch vorlegte, lehnte dieser es ab, das Buch zu ver&ouml;ffentlichen. Nicht weil der Text schlecht war, sondern weil der Verlag die Kritik der Medien f&uuml;rchtete. Gu&eacute;rot, die vor der Corona-Krise bei den Medien eine beliebte Expertin insbesondere f&uuml;r Europafragen war, hatte es n&auml;mlich gewagt, die Coronapolitik der Regierung zu kritisieren. Und das ist ja bekanntlich in den gro&szlig;en deutschen Medien so etwas wie ein Sakrileg. Gu&eacute;rot fand dann als Autorin Unterschlupf beim Frankfurter Westend Verlag. Dort ist ihr Buch unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/buecher\/gesellschaft\/wer-schweigt-stimmt-zu.html\">&bdquo;Wer schweigt, stimmt zu&ldquo;<\/a> erschienen. Unser Autor <strong>Udo Brandes<\/strong> hat es f&uuml;r die NachDenkSeiten gelesen und stellt es vor.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7583\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-83246-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220426-Am-Ende-ist-es-wieder-niemand-gewesen-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220426-Am-Ende-ist-es-wieder-niemand-gewesen-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220426-Am-Ende-ist-es-wieder-niemand-gewesen-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220426-Am-Ende-ist-es-wieder-niemand-gewesen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=83246-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220426-Am-Ende-ist-es-wieder-niemand-gewesen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220426-Am-Ende-ist-es-wieder-niemand-gewesen-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Das geplante Impfpflichtgesetz ist im Deutschen Bundestag gescheitert. Und wenn wir Gl&uuml;ck haben, ist es nun auch bald endg&uuml;ltig epidemiologisch betrachtet vorbei mit der Coronakrise. Au&szlig;erdem haben wir jetzt ein anderes dominierendes Thema: den Ukrainekrieg. Deshalb k&ouml;nnte man auf den Gedanken kommen, dass Gu&eacute;rots Buch als Lekt&uuml;re f&uuml;r die eigene politische Bildung oder Verortung vielleicht nicht mehr notwendig w&auml;re, &bdquo;weil ja alles vorbei ist&ldquo;. Weit gefehlt! Gu&eacute;rot hat in ihrem Buch am Beispiel der Coronapolitik sehr &uuml;berzeugend dargestellt, in was f&uuml;r einem schwer angeschlagenen Zustand sich unsere Demokratie mittlerweile befindet. Man bekommt in ihrem Buch noch einmal in geballter Form dargestellt, was da in den letzten zwei Jahren in unserer Gesellschaft passiert ist, wie sehr die Institutionen in Staat und Gesellschaft unter demokratischen Gesichtspunkten versagt haben. Und zu was f&uuml;r unzivilisierten und antidemokratischen Exzessen Journalisten, K&uuml;nstler, Politiker, Wissenschaftler und Intellektuelle in der Lage sind, die sich ansonsten &uuml;ber jede &bdquo;Mikroaggression&ldquo; hermachen. Wenn man dies alles in konzentrierter Form zur Kenntnis bekommt, kann einem angst und bange werden.<\/p><p><strong>Die Sprache f&ouml;rdert es zutage<\/strong><\/p><p>Einen Tiefpunkt demokratischer Kultur markierte dabei der ZDF-Comedian Jan B&ouml;hmermann. Ich finde, jeder sollte wissen, was f&uuml;r eine Geisteshaltung beim ZDF gepflegt wird. Er sagte folgenden Satz:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Was Ratten in der Zeit der Pest waren, sind Kinder zurzeit f&uuml;r Corona: Wirtstiere&ldquo; (Das Zitat findet sich in Gu&eacute;rots Buch auf Seite 55).\n<\/p><\/blockquote><p>Der Philologe Viktor Klemperer schrieb in seinem ber&uuml;hmten Buch &uuml;ber die Sprache des Dritten Reichs, dass die Sprache das Denken des Sprechers zutage f&ouml;rdere, auch das, was dieser nicht offen sagen wolle. Vergleiche mit Tieren und erst recht mit Ratten sind typisch f&uuml;r eine autorit&auml;re, faschistoide Geisteshaltung. Deshalb habe ich mich gefragt: Ist dieser Satz von B&ouml;hmermann einfach nur geschmacklos und dumm? Oder zeugt so ein Satz von einer faschistischen Einstellung? Diese Frage m&ouml;ge jeder selbst f&uuml;r sich beantworten.<\/p><p>Dass so ein Satz heute im &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen ohne Konsequenzen m&ouml;glich ist, sagt nicht nur viel &uuml;ber den Zustand der &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien aus, sondern auch &uuml;ber den Zustand unserer Gesellschaft.<\/p><p>&bdquo;<strong>Beifall von der falschen Seite&ldquo; ist ein totalit&auml;res Argument<\/strong><\/p><p>Ulrike Gu&eacute;rot, die sich schon vor ihrem Buch &ouml;ffentlich mit kritischen Einw&auml;nden zur Coronapolitik zu Wort gemeldet hatte, bekam dies bitter zu sp&uuml;ren:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich pers&ouml;nlich musste im August 2021 eine Rufmordkampagne &uuml;ber mich ergehen lassen, weil ich &ndash; wie viele andere &ndash; auf Ungereimtheiten in der offiziellen Corona-Berichterstattung, auf das <strong>Framing<\/strong> von Zahlen oder die rechtliche Problematik von 2G hingewiesen habe. Viele, die das taten, wurden &ndash; schlimm genug &ndash; von <strong>rechts<\/strong> vereinnahmt. Ich hingegen habe mich gewundert, warum nur die politische Rechte die Ma&szlig;nahmen als unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig kritisierte, w&auml;hrend die politische Mitte sie begr&uuml;&szlig;te und immer mehr davon forderte. Auf einmal konnte man die eigenen Argumente nur noch in Zeitungen oder auf Webseiten lesen, die man vorher nicht mal mit der Kneifzange angefasst h&auml;tte: in der BILD-Zeitung, der Achse des Guten oder in FP&Ouml;-Bl&auml;ttchen. Damit aber war die Frage auf dem Tisch: Ist man rechts, wenn man in einer konkreten Frage Argumente teilt, die man gerne woanders &ndash; etwa in der ZEIT oder in der FAZ &ndash; gelesen h&auml;tte? Und teilt man, wenn man <strong>ein<\/strong> Argument mit einer politischen Gruppierung teilt, die man ansonsten als ziemlich unertr&auml;glich erachtet, konsequenterweise alle anderen Positionen dieser Gruppierung? Nat&uuml;rlich nicht!&ldquo; (S.11).\n<\/p><\/blockquote><p>Gu&eacute;rot kommt mit Verweis auf Hans-Magnus Enzensberger zu dem Schluss, dass &bdquo;Beifall von der falschen Seite&ldquo; nicht nur ein falsches Argument sei, sondern es sei das totalit&auml;re Argument. Denn dann &uuml;berlasse man anderen die Kontrolle dar&uuml;ber, was man selber denken d&uuml;rfe.<\/p><p><strong>Warum es nicht &bdquo;die eine wissenschaftliche Wahrheit&ldquo; gibt <\/strong><\/p><p>Auch wenn es die Zeugen Coronas und ihre Priester in Medien, Politik und Universit&auml;ten vermutlich niemals begreifen werden: Wissenschaft ist keine Religion mit absoluten Wahrheiten. Und sie kann deshalb auch kein Erl&ouml;ser mit einer Frohen Botschaft sein. Anders ausgedr&uuml;ckt: Die <em>eine<\/em> wissenschaftliche Wahrheit gibt es nicht. Wissenschaftler und nat&uuml;rlich erst recht Politiker k&ouml;nnen bei ein und demselben Sachverhalt selbstverst&auml;ndlich zu vollkommen unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen. Gu&eacute;rot veranschaulicht dies sehr gut an zwei Beispielen. Sie erinnert daran,<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;dass Atomkraft in Deutschland lange Zeit von einer gro&szlig;en Mehrheit f&uuml;r sicher, sauber und mithin f&uuml;r eine gute Energiequelle gehalten worden ist. In vielen L&auml;ndern &ndash; etwa China und Frankreich &ndash; ist das noch heute so und es gibt daf&uuml;r durchaus gute, wissenschaftliche Argumente. Zum Beispiel ist die Kernenergie sehr klimafreundlich, weswegen Frankreich sie in der EU-Taxonomie als &sbquo;nachhaltig&lsquo; einstufen m&ouml;chte. Dass die Kernkraft unter dem Prisma der Klimaneutralit&auml;t nachhaltig ist, hei&szlig;t keineswegs, dass sie nicht anderweitig gef&auml;hrlich oder umweltsch&auml;digend ist, etwa mit Blick auf die Reaktorsicherheit oder die Endlager. Am Ende ist es eine Frage der Bewertung, auf welches Kriterium man schaut. Bis zur Reaktorkatastrophe von Fukushima &ndash; die Verl&auml;ngerung der Atomreaktoren war gerade im Bundestag beschlossen &ndash; galt Kernkraft trotz lauten Protestes einer Minderheit als sicher. Nach dem GAU in Japan 2011 &auml;nderte sich diese Bewertung. Im Handumdrehen wurde der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen, obgleich man gestern noch alles anders bewertet und durchgesetzt hatte, ganz einfach weil man jetzt <strong>erfahren<\/strong> hatte, dass Kernkraft vielleicht doch nicht so sicher ist, wie alle zuvor angestellten Wahrscheinlichkeitsrechnungen behaupteten&ldquo; (S. 63-64).\n<\/p><\/blockquote><p>Man k&ouml;nne daran zwei zentrale Dinge zeigen, so Gu&eacute;rot: Zum einen bilde eine Wahrscheinlichkeitsrechnung die Wirklichkeit nicht unbedingt ab. Und zum anderen hingen wissenschaftliche Begr&uuml;ndungen von Kriterien ab, die man so oder so bewerten und priorisieren k&ouml;nne. Das bedeute:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Bei Forschungsergebnissen und deren Interpretation geht es also selten um das, was <strong>die<\/strong> Wissenschaft sagt, sondern welche Bewertungskriterien eine Mehrheit bei wissenschaftlichen Erkenntnissen anlegt; und welche sie zu einem gegebenen Zeitpunkt als politisch relevant durchsetzen will&ldquo; (S. 64).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Was heute medizinischer Standard ist, wurde zun&auml;chst als Humbug abgetan<\/strong><\/p><p>Erg&auml;nzend m&ouml;chte ich hinzuf&uuml;gen (was auch Gu&eacute;rot an anderer Stelle im Buch sinngem&auml;&szlig; sagt): Was die Mehrheit f&uuml;r richtig h&auml;lt, ist noch lange nicht richtig. Mir f&auml;llt dazu folgendes Beispiel ein: Als der ungarische Arzt Ignaz Semmelweis im 19. Jahrhundert herausfand, dass so viele Frauen wegen mangelnder Hygiene nach der Geburt an Kindbettfieber starben, wurde er von der Mehrheit der &Auml;rzte und vor allem den medizinischen Machteliten (Professoren, Chef&auml;rzte) verlacht und seine Forderung nach verbesserter Hygiene als Humbug abgetan. Wikipedia beschreibt die weitere Entwicklung so: &bdquo;Sp&auml;ter wurde er &sbquo;Retter der M&uuml;tter&lsquo; genannt. Seine Studie von 1847\/48 gilt heute als erster praktischer Fall von evidenzbasierter Medizin (auf empirische Belege gest&uuml;tzte Heilkunde) in &Ouml;sterreich und als Musterbeispiel f&uuml;r eine methodisch korrekte &Uuml;berpr&uuml;fung wissenschaftlicher Hypothesen.&ldquo;<\/p><p>Gu&eacute;rot hat zum Thema &bdquo;wissenschaftliche Wahrheit&ldquo; noch ein weiteres sch&ouml;nes Beispiel: Sie schreibt, es gebe ungef&auml;hr 600 Studien zur Frage, ob Kaffee gut oder schlecht f&uuml;r die Gesundheit ist. Die Ergebnisse w&uuml;rden von <em>ganz schlecht<\/em> (Herzrasen) bis <em>sehr gut<\/em> (belebend) reichen.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Entscheidung dar&uuml;ber, welcher Studie Sie pers&ouml;nlich glauben, h&auml;ngt am Ende schlichtweg davon ab, ob Sie Kaffee m&ouml;gen oder nicht. Wenn ja, tendieren Sie ganz sicher dazu, dass Sie einer Studie glauben, die sagt, dass Kaffe <strong>gesund<\/strong> ist, und halten die anderen Studien f&uuml;r <strong>Quatsch<\/strong>&ldquo; (S. 64-65).\n<\/p><\/blockquote><p>Was sagt uns das? (und das ist jetzt mein Kommentar): Ausgerechnet diejenigen, die sich in der Corona-Krise so vehement auf die Wissenschaft berufen haben und jeden, der gegenteilige Auffassungen vertrat, als Schwurbler, Querdenker, Verschw&ouml;rungstheoretiker, Nazi usw. diffamierten, sind <em>erstens<\/em> meistens naiv wissenschaftsgl&auml;ubig. Und <em>zweitens<\/em> verhalten sie sich oft wie die fanatischen Anh&auml;nger einer Religion. Dies gilt zum Beispiel f&uuml;r rigide Impfsch&auml;denleugner.<\/p><p>So ein Denken ist im Grunde antiwissenschaftlich und steht in der Tradition einer antimodernen Gegenaufkl&auml;rung. Und der Witz dabei: Die Universit&auml;ten und wissenschaftlich Gebildeten stehen dabei an vorderster Front und sind die eifrigsten antimodernen Gegenaufkl&auml;rer. Doch zur&uuml;ck zum Buch: Gu&eacute;rot zieht aus den von ihr genannten Beispielen Atomkraft und Kaffee folgende Schlussfolgerung:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich pl&auml;diere daher f&uuml;r ein kleines bisschen Demut mit Blick auf den Wissenschaftsbegriff und geselle mich gerne zu jenen, die da sagen, wer klug ist, wei&szlig;, dass er nichts wei&szlig;. Das muss bedeuten, jede wissenschaftliche Erkenntnis zu hinterfragen, keine Wahrheit als immer g&uuml;ltig oder unver&auml;nderbar anzusehen, sondern immer auch das Gegenteil zu durchdenken&ldquo; (S. 66).\n<\/p><\/blockquote><p>Oder ganz einfach ausgedr&uuml;ckt: Es immer f&uuml;r m&ouml;glich zu halten, dass man selber irrt &ndash; und die, die zu anderen Schlussfolgerungen kommen und etwas anders sehen, recht haben k&ouml;nnten. Diese Haltung zeichnet Wissenschaftler aus. Sie ist aber auch die Grundlage von Demokratie. Das oberste Gesetz von Wissenschaft und Demokratie ist also: Es gibt keine absolute Wahrheit. Aber genau als solche, n&auml;mlich als absolute Wahrheit, wurde die regierungsamtliche Coronapolitik in der &Ouml;ffentlichkeit behandelt &ndash; und Menschen mit anderen Auffassungen nicht nur schlimm diffamiert, sondern sogar regelrecht daran gehindert, f&uuml;r ihre Sicht der Dinge in der &Ouml;ffentlichkeit zu streiten (Man denke an die vielen Demonstrationsverbote).<\/p><p>Im dritten Teil ihres Buches skizziert Gu&eacute;rot eine von ihr erhoffte Zukunftsvision. Ein Satz darin macht durch die Art seiner Formulierung meines Erachtens sehr sch&ouml;n deutlich, was wir uns selbst und vor allem den Kindern in unserem Land angetan haben. Dieser Satz lautet:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir h&ouml;ren auf, unseren Kindern fast t&auml;glich in der Nase herumzubohren, und bringen ihnen stattdessen bei, an Feldblumen zu riechen&ldquo; (S. 117).\n<\/p><\/blockquote><p>Pr&auml;gnanter kann man meines Erachtens nicht auf den Punkt bringen, was da in unserer Gesellschaft passiert ist.<\/p><p><strong>Res&uuml;mee<\/strong><\/p><p>Ulrike Gu&eacute;rots Buch ist ein &bdquo;Muss&ldquo; f&uuml;r jeden politisch wachen Zeitgenossen, und erst recht f&uuml;r jene, die meinen, dass die vergangenen Jahre doch gar nicht so schlimm gewesen seien. Es gibt nicht mehr viele Universit&auml;ts-Akademiker, die den Mut haben, so klar und deutlich zu sagen, was ist. Die meisten Professoren und Intellektuellen haben sich ganz im Gegenteil mit ihren Wortmeldungen zur Coronapolitik selber ein Armutszeugnis ausgestellt, wie es deren schlimmste Feinde nicht b&ouml;sartiger h&auml;tten formulieren k&ouml;nnen. Einige dieser skandal&ouml;sen Zitate findet man in Gu&eacute;rots Buch. Ich empfehle nicht zuletzt auch deshalb dieses Buch. Es ist ein hochwirksames Medikament gegen eine schleichende Entwicklung der Gesellschaft ins Totalit&auml;re. Und wie Gu&eacute;rot an einer Stelle sagt: &bdquo;Am Ende ist es wieder niemand gewesen, wenn die Dinge jetzt doch, langsam, aber merklich, kippen sollten&ldquo; (S. 131).<\/p><p>P.S.: &Uuml;brigens, die Autorin des Buches kommt zum n&auml;chsten Pleisweiler Gespr&auml;ch. Vormerken: 10.7.2022 14 Uhr. Einladung folgt.<\/p><p><em>Ulrike Gu&eacute;rot: Wer schweigt stimmt zu. &Uuml;ber den Zustand unserer Zeit und dar&uuml;ber, wie wir leben wollen, Westend Verlag 2022, 142 Seiten, 16,00 Euro.<\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/5b522f6ced85435e879b9d460c60bf47\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als die in Bonn lehrende Politikwissenschaftlerin <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong> im Januar dieses Jahres ihrem &ouml;sterreichischen Verlag den Text f&uuml;r ihr neues Buch vorlegte, lehnte dieser es ab, das Buch zu ver&ouml;ffentlichen. Nicht weil der Text schlecht war, sondern weil der Verlag die Kritik der Medien f&uuml;rchtete. 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