{"id":83289,"date":"2022-04-27T11:00:51","date_gmt":"2022-04-27T09:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83289"},"modified":"2022-04-27T15:29:53","modified_gmt":"2022-04-27T13:29:53","slug":"der-ukrainekrieg-deckt-die-massiven-fehleinschaetzungen-der-us-regierung-im-endlosen-krieg-nach-911-auf-eu-europa-muss-handeln-von-michael-bildhalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83289","title":{"rendered":"Der Ukrainekrieg deckt die massiven Fehleinsch\u00e4tzungen der US-Regierung im endlosen Krieg nach 9\/11 auf, EU-Europa muss handeln. Von Michael Bildhalter"},"content":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Schreitet das Imperium USA zu neuen H&ouml;hen, wie man z.B. angesichts der Einladung nach Ramstein und des Auftretens der US-Vertreter in Ramstein denken k&ouml;nnte, oder geht es abw&auml;rts, wie viele Zeitgenossen meinen. Unser Autor beschreibt, was er sieht: Niedergang. Albrecht M&uuml;ller.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3457\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-83289-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220427-Ukrainekrieg-deckt-die-massiven-Fehleinschtaezungen-der-US-Regierung-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220427-Ukrainekrieg-deckt-die-massiven-Fehleinschtaezungen-der-US-Regierung-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220427-Ukrainekrieg-deckt-die-massiven-Fehleinschtaezungen-der-US-Regierung-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220427-Ukrainekrieg-deckt-die-massiven-Fehleinschtaezungen-der-US-Regierung-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=83289-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220427-Ukrainekrieg-deckt-die-massiven-Fehleinschtaezungen-der-US-Regierung-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220427-Ukrainekrieg-deckt-die-massiven-Fehleinschtaezungen-der-US-Regierung-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Der endlose Krieg<\/strong><\/p><p>In der Ukraine versucht Wladimir Putin mit milit&auml;rischen Mitteln die Ergebnisse eines weiteren in einer endlosen Reihe amerikanischer Regimewechsel-Kriege am Rande Eurasiens &ndash; von Osteuropa &uuml;ber den Nahen Osten bis Zentralasien &ndash; umzukehren. Diese Bem&uuml;hungen der USA begannen nach den Anschl&auml;gen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. Um den damaligen Staatssekret&auml;r im US-Verteidigungsministerium, Paul Wolfowitz, damals mit Blick auf den Nahen Osten, zu zitieren, dienten die Kriege dort dazu, &ldquo;ehemalige sowjetische Klientelstaaten in der Region auszuschalten, bevor die n&auml;chste Supermacht kommt&rdquo;. Diese potenzielle Supermacht ist, wie sich inzwischen herausgestellt hat, China.<\/p><p>In den USA wuchs schon lange vor dem Ukrainekonflikt erheblicher Widerstand gegen den endlosen Krieg heran. Dieser wird aber nach wie vor durch die Unterst&uuml;tzung eines Gro&szlig;teils des politischen Spektrums erm&ouml;glicht und vorangetrieben. Insbesondere ist hier die Demokratische Partei zu nennen, die sich unter der F&uuml;hrung von Barack Obama, Joe Biden und Hillary Clinton inhaltlich von den klassischen Zielen der politischen Linken &ndash; Internationalismus, universelle Menschenrechte, Abmilderung der sozialen Folgen des Kapitalismus &ndash; distanziert hat. Heute treibt die Partei die Neuaufteilung der Welt in &ldquo;wir gegen sie&rdquo; voran, f&uuml;hrt Regimewechsel-Kriege unter dem Deckmantel der Menschenrechte und lehnt historische sozialdemokratische Politik in wesentlichen Teilen ab. Die Partei John F. Kennedys schwang sich auf bizarre Weise zur F&uuml;hrerin dessen, was viele Beobachter als &ldquo;Kriegspartei&rdquo; bezeichnen, auf.<\/p><p>Die Verschiebung der ehemaligen amerikanischen politischen linken Mitte nach rechts ist ein direktes Ergebnis des wachsenden Einflusses dessen, was Pr&auml;sident Dwight D. Eisenhower den milit&auml;risch-industriellen Komplex nannte. Nach dem 11. September erfuhr dieses Amalgam von Milit&auml;r, Geheimdiensten, B&uuml;rokratien und Industrien durch George W. Bush eine extreme Steigerung seines Budgets, das heute dasjenige aller restlichen L&auml;nder der Erde zusammengenommen &uuml;bertrifft. Beg&uuml;nstigt wurde diese Remilitarisierung der USA trotz des Endes des Kalten Krieges dadurch, dass alle US-Pr&auml;sidenten seit Ronald Reagan, mit Ausnahme von Donald Trump, enge Verbindungen zu Milit&auml;r oder Geheimdiensten pflegten. Nach 2001 wurde von jeder neu das Amt antretenden Regierung unabh&auml;ngig von der Parteizugeh&ouml;rigkeit des Pr&auml;sidenten erwartet, die vorgezeichnete Agenda des endlosen Krieges weiter zu verfolgen und damit das zugewiesene Budget zu rechtfertigen. Diese Kontinuit&auml;t der Regierung erkl&auml;rt beispielsweise, warum heute in der Biden-Regierung Victoria Nuland arbeitet, eine Neokonservative, die bereits unter George W. Bushs Vizepr&auml;sident Dick Cheney den Irak-Krieg mitinitiiert hatte. <\/p><p>Es war Frau Nuland, die 2014 als Unterstaatssekret&auml;rin im State Department unter Obama den Kiewer Putsch gegen den gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten Wiktor Janukowytsch s&auml;te und nun unter Biden 2022 einen ausgewachsenen Krieg um die Ukraine erntet. Und ein Putsch war es und keine demokratische Entscheidung der Ukrainer, wie unter vielen der Chef der &bdquo;privaten CIA&ldquo; Stratfor, George Friedman, einr&auml;umte. Man mag argumentieren, dass ein offener Krieg mit Russland bereits damals einkalkuliert war. Allerdings weist der aktuell offenbarte mangelhafte Ausbildungs- und Ausr&uuml;stungsstand der Kiewer Armee darauf hin, dass man auf dieses Szenario seitens der USA nicht wirklich vorbereitet war. Der Fall Ukraine zeigt deutlich auf, wie sehr die Washingtoner B&uuml;rokratie inzwischen mit den Herausforderungen des endlosen Kriegs &uuml;berfordert ist. Allzu offensichtlich sind die R&uuml;ckschl&auml;ge, verursacht durch einerseits zunehmenden wirtschaftlichen, politischen und milit&auml;rischen Widerstand seitens der Ziell&auml;nder und andererseits eine br&ouml;ckelnde Phalanx der Allierten. <\/p><p><strong>Zunehmender Widerstand<\/strong><\/p><p>Ohne den Einmarsch Putins in die Ukraine in irgendeiner Weise aufzuwerten oder zu rechtfertigen, w&auml;re jede russische Regierung letztlich gezwungen gewesen, auf die Bedrohung durch den endlosen Krieg in Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen und der Ukraine milit&auml;risch zu reagieren. Was das US-Verteidigungsministerium und Denkfabriken wie RAND heute als ein wiedererstarktes, aggressives Russland beschreiben, ist das Ergebnis ihrer eigenen Taktik der letzten 20 Jahre. In einer RAND-Studie aus dem Jahr 2019 werden beispielsweise sechs regionale Angriffsrichtungen auf Russland in einem Zerm&uuml;rbungskrieg beschrieben.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Putins Invasion in der Ukraine dient nun dazu, drei von ihnen auszuschalten: die wirtschaftliche Strangulierung der ethnisch russischen Bev&ouml;lkerung in Transnistrien (einem Teil der Republik Moldau in der N&auml;he von Odessa), den Regimewechsel in Weissrussland und den f&uuml;r M&auml;rz 2022 geplanten finalen Angriff im ukrainischen B&uuml;rgerkrieg auf die in Abspaltung befindliche Region des Donbass. <\/p><p>Dieser letztere, von der ukrainischen Regierung mit verdeckter Unterst&uuml;tzung der USA haupts&auml;chlich gegen ethnische Russen und russischsprachige Ukrainer gef&uuml;hrte Krieg hatte zwischen dem Kiewer Regimewechsel 2014 und dem russischen Einmarsch im Februar 2022 wahrscheinlich mehr als zehntausend zivile Opfer gefordert. Die Bev&ouml;lkerung zwischen Mariupol, Donezk und Lugansk, die sich 2014 in einem Referendum f&uuml;r den Anschluss an Russland ausgesprochen hatte, wurde faktisch seinerzeit vom neu in Kiew installierten Regime zum Feind erkl&auml;rt und seitdem entsprechend feindselig behandelt. Hat irgendjemand in den zust&auml;ndigen amerikanischen Regierungsstellen ernsthaft erwartet, dass Russland eine drohende ethnische S&auml;uberung einer so gro&szlig;en Bev&ouml;lkerungsgruppe als Konsequenz des geplanten Angriffs akzeptieren w&uuml;rde? Putin wird in Russland daf&uuml;r kritisiert, dass er zu lange gewartet und versucht hat, einen Ausweg aus dem B&uuml;rgerkrieg durch das Minsker Abkommen auszuhandeln, das sowohl Kiew als auch Washington nie umsetzen wollten.<\/p><p>Die Frage der NATO-Erweiterung wurde von Russland vor langer Zeit auf den Tisch gelegt. Das State Department hat sich entschieden, die offensichtliche historische Vorlage f&uuml;r eine L&ouml;sung bez&uuml;glich der Ukraine zu ignorieren, n&auml;mlich den Vertrag von 1955, durch den &Ouml;sterreich nach dem Zweiten Weltkrieg in die EU, nicht aber in die NATO aufgenommen wurde. Und hat man im Pentagon ernsthaft geglaubt, dass Russland mehrere Dutzend von ihm gesponserte Biolabore mit dubioser Aufgabenstellung in einem instabilen Staat vor seiner Haust&uuml;r akzeptieren w&uuml;rde, der in einen langj&auml;hrigen internen Konflikt verwickelt ist? Scheinbar haben die US-Regierungsbeamten vergessen, dass die Ukraine als Nachfolgestaat der Sowjetunion die drittgr&ouml;&szlig;te Atommacht der Welt war, bevor sie im Budapester Memorandum von 1994 auf diese Waffen verzichtete. Im Februar 2022 hatte das Land jedenfalls die technischen Voraussetzungen, um binnen kurzer Zeit Atomwaffen zu entwickeln, und dazu noch vor aller Welt eine m&ouml;gliche Absicht dazu angedeutet. Auch wenn Putin diese Probleme &uuml;bertrieben dargestellt haben mag, so erinnert der Irak-Krieg 2003 doch daran, wie stark die USA auf die &ndash; dort gr&ouml;&szlig;tenteils unwesentlichen &ndash; Bedrohungen durch Massenvernichtungswaffen reagiert haben. Leider verkennt Washington auch, dass eine voll bewaffnete Ukraine au&szlig;erhalb der NATO auch f&uuml;r die nationale Sicherheit der USA eine Gefahr gewesen w&auml;re.<\/p><p>Der Weg vom verdeckten zum offenen Ukrainekrieg, beg&uuml;nstigt durch diese vielen Fehleinsch&auml;tzungen, wurde durch das fast vollst&auml;ndige Versagen der Kontrolle &uuml;ber die Regierung geebnet. Amerikas Kongress mit seiner sehr begrenzten parlamentarischen Opposition gegen die &bdquo;Kriegspartei&ldquo; ist angesichts einer zunehmenden Neigung, abweichende Meinungen zu zensieren, inzwischen weitgehend dieser Funktion enthoben. Echte politische Opposition findet au&szlig;erparlamentarisch oder auf Ebene der Bundesstaaten statt, wo oft die au&szlig;en- und milit&auml;rpolitische Kompetenz fehlt. Insbesondere der ebenfalls verdeckt gef&uuml;hrte, und am Ende gegen den Widerstand Russlands verlorene, Syrienkrieg Obamas wurde nicht aufgearbeitet. Ein v&ouml;lliger Verlust der Ukraine, der immer noch im Raum steht, w&uuml;rde die endg&uuml;ltige Niederlage f&uuml;r dieses zunehmend verkrustete und unbewegliche Regierungssystem bedeuten. Selbst die neue, umfassendere Aufteilung der Ukraine, die einige Gesichter wahrt und von Russland offenbar mit Vorrang verfolgt wird, wird die Probleme offenlegen.<\/p><p><strong>Br&ouml;ckelnde Allianzen<\/strong><\/p><p>Diese Gr&uuml;nde f&uuml;r die Konfrontation mit Russland liegen f&uuml;r den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Welt offen. Einzig die massiv propagandisierten Bev&ouml;lkerungen und politischen Systeme in Nordamerika und Europa sind kaum in der Lage, sie zu erkennen und zu ihnen eine kritische Diskussion zu f&uuml;hren. Eine Koalition von Schwellenl&auml;ndern hat sich herausgebildet, die konkret den alternativ zur direkten milit&auml;rischen Intervention gef&uuml;hrten Finanz- und Wirtschaftskrieg des Westens gegen Russland ablehnt. Zu allererst steht hier China hinter Russland, weil es wei&szlig;, dass es das langfristige Ziel der Regimewechsel-Kriege ist. China wirft den USA offiziell eine Mentalit&auml;t des Kalten Krieges vor. Aber auch das geopolitisch zunehmend gewichtige Indien beteiligt sich nicht an den Sanktionen. Der ehemalige indische Botschafter in Russland, D. Bala Venkatesh Varma, steht f&uuml;r die dortige Mainstream-Politik, wenn er sagt: &ldquo;Dies ist kein Konflikt, den wir geschaffen haben&rdquo;. <\/p><p>Besonders bitter ist, dass die USA in weiten Teilen des Nahen Ostens ihre Unterst&uuml;tzung verloren haben, nachdem sie Billionen an Staatsgeldern f&uuml;r Kriege in der Region ausgegeben haben. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate br&uuml;skieren Washington mit ihrer Ablehnung von Sanktionen, w&auml;hrend sich die T&uuml;rkei, der historische Erzfeind Russlands, in einer neutralen Vermittlerrolle wiederfindet. Selbst Israel schwankt in seiner Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Haltung der USA in der Ukraine. Die Versuche, die Regimewechsel-Zielstaaten von gestern, den Iran und Venezuela, dazu zu bewegen, mehr &Ouml;l zu f&ouml;rdern, sehen erbarmungsw&uuml;rdig aus. Schlie&szlig;lich werden sich Lateinamerika, darunter Schwergewichte wie Mexiko und Brasilien, Afrika einschlie&szlig;lich S&uuml;dafrika und die meisten anderen asiatischen L&auml;nder, mit Ausnahme der westlichen Exklaven am Rand des Pazifiks, den Sanktionen gegen Russland nicht anschlie&szlig;en. Das rohstoffarme und auf Handel angewiesene Europa hat in dieser Konstellation die Wahl, entweder wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen oder die Sanktionen so weit zu verw&auml;ssern, dass es sich dem Rest der Welt anschlie&szlig;t. <\/p><p><strong>EU-Europa muss handeln<\/strong><\/p><p>Die derzeitige Priorit&auml;t der US-Regierung scheint darin zu bestehen, diese eklatante geopolitische Schw&auml;chung zu ignorieren und sich auf die Konsolidierung seiner politischen Allianz mit Gro&szlig;britannien und seinen osteurop&auml;ischen Verb&uuml;ndeten zu konzentrieren. Das hei&szlig;t, die Ukraine weiter zu bewaffnen und einen Stellvertreterkrieg gegen Russland bis zum letzten Ukrainer zu f&uuml;hren. Gleichzeitig k&ouml;nnte sie als Reaktion auf den fehlschlagenden Finanz- und Wirtschaftskrieg einen offenen Krieg um die Ukraine beginnen, einschlie&szlig;lich direkter Angriffe auf Russland. Anzeichen f&uuml;r Letzteres gibt es bereits, wie die mysteri&ouml;se Versenkung des russischen Kriegsschiffes Moskva und Anschl&auml;ge auf Versorgungseinrichtungen tief im russischen Hinterland zeigen. Eine Ausweitung selbst &sbquo;nur&lsquo; zu einem regional begrenzten konventionellen Krieg mit dieser neuerlichen Koalition der Willigen &ndash; nach Vorbild des russischen B&uuml;rgerkriegs Wei&szlig;e gegen Rote Anfang der 1920er Jahre &ndash; w&uuml;rde den Westen politisch zerrei&szlig;en und Europa um Jahrzehnte zur&uuml;ckwerfen.<\/p><p>Viele in Europa und insbesondere in Deutschland haben sich der &ouml;ffentlichen Emp&ouml;rung &uuml;ber die russische Invasion angeschlossen. Darunter sind aber nicht wenige, die insgeheim hoffen, dass die Einsicht in die mit dem Konflikt in der Ukraine offenbar gewordenen Fehleinsch&auml;tzungen der US-Regierung w&auml;chst und im Wahljahr 2022 eine kritische Diskussion der Risiken des endlosen Krieges innerhalb der USA zustande kommt. Ein republikanisch dominierter Kongress k&ouml;nnte den notwendigen Druck auf die Regierung erh&ouml;hen, wieder der Diplomatie und dem Handel Vorrang vor milit&auml;rischer Intervention und Wirtschaftssanktionen einzur&auml;umen und so den Krieg so rasch wie m&ouml;glich zu beenden sowie akut bedrohte Allianzen mit Schwellenl&auml;ndern wieder zu st&auml;rken. <\/p><p>Mit einer solchen Taktik w&uuml;rde man auf strategischer Ebene den seit 22 Jahren regierenden und wahrscheinlich amtsm&uuml;den Putin mangels Bedrohung russischer Interessen &uuml;berfl&uuml;ssig machen und die russische Bindung an China aufweichen. Aber eine rein inner-amerikanische Diskussion wird angesichts der Schw&auml;chung des politischen Systems nach &uuml;ber 20 Jahren des endlosen Krieges f&uuml;r das Heranreifen neuer Ans&auml;tze nicht mehr ausreichen: vor allem EU-Europa muss, anstatt sich unter dem Trommelwirbel der Propaganda wegzuducken, im Eigeninteresse auf einen kurzfristigen Wandel in Washington dr&auml;ngen, um die dem Kontinent drohende wirtschaftliche, politische und vielleicht sogar milit&auml;rische Katastrophe noch abzuwenden.<\/p><p><em>Der Autor ist finanz- und wirtschaftspolitischer sowie geopolitischer Analyst mit 30 Jahren Berufserfahrung in &uuml;ber 50 L&auml;ndern weltweit, darunter fast allen Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Er schreibt unter Pseudonym.<\/em><\/p><p>Titelbild: Claudine Van Massenhove \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/media.washtimes.com\/media\/misc\/2019\/04\/24\/RAND_RR3063.pdf\">media.washtimes.com\/media\/misc\/2019\/04\/24\/RAND_RR3063.pdf<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Schreitet das Imperium USA zu neuen H&ouml;hen, wie man z.B. angesichts der Einladung nach Ramstein und des Auftretens der US-Vertreter in Ramstein denken k&ouml;nnte, oder geht es abw&auml;rts, wie viele Zeitgenossen meinen. Unser Autor beschreibt, was er sieht: Niedergang. 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