{"id":83379,"date":"2022-05-01T11:45:22","date_gmt":"2022-05-01T09:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83379"},"modified":"2022-05-01T12:43:33","modified_gmt":"2022-05-01T10:43:33","slug":"schicksals-wahlen-in-den-philippinen-der-marcoses-bleierne-erblast-teil-i-von-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83379","title":{"rendered":"\u201eSchicksals\u201c-Wahlen in den Philippinen: Der Marcoses bleierne Erblast (Teil I von II)"},"content":{"rendered":"<p>Keine andere Familie &ndash; pr&auml;ziser: kein anderer politischer Clan &ndash; hat seit der Gr&uuml;ndung der Republik der Philippinen am 4. Juli 1946 so dauerhaft und tiefgreifend das politische Geschehen in dem s&uuml;dostasiatischen Inselstaat bestimmt wie die aus der n&ouml;rdlichen Ilocos-Region stammende Marcos-Familie. Ferdinand E. Marcos sen. konnte sich von Ende 1965 bis zum Februar 1986 an der Macht halten, wobei er von September 1972 bis Januar 1981 qua landesweit verh&auml;ngtem Kriegsrecht regierte. [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83379#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Am 9. Mai nun will sein Sohn, Ferdinand Marcos jr., besser bekannt als &bdquo;Bongbong&ldquo;, das v&auml;terliche Erbe antreten und hofft, als 17. Pr&auml;sident des Landes in die Annalen der Geschichte einzugehen. Zwar gilt auch in den Philippinen der Grundsatz, dass jeder vor dem Recht gleich sei. Doch die Marcoses genossen aus vielf&auml;ltigen Gr&uuml;nden stets das Privileg extraterritorialer Immunit&auml;t jenseits von Recht und Gesetz. Der erste Teil einer zweiteiligen Analyse von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p><p>Vor reichlich 36 Jahren &ndash; vom 22. bis zum 25. Februar 1986 &ndash; dominierte &bdquo;People Power&ldquo; das Stadtbild der Metropole Manila und besiegelte unter weltweiter Anteilnahme das Ende der Marcos-Diktatur. Mit Hilfe des Milit&auml;rs und unter US-&Auml;gide garantierte die neue Pr&auml;sidentin, Corazon C. Aquino, eine R&uuml;ckkehr zur Eliten-Demokratie &ndash; letztlich gegen das Volk.<\/p><p>Im August 1983 war Marcos&rsquo; sch&auml;rfster politischer Rivale, der Oppositionspolitiker Benigno S. &bdquo;Ninoy&ldquo; Aquino (Ehemann der sp&auml;teren Pr&auml;sidentin), nach seiner R&uuml;ckkehr aus zeitweiligem Asyl in den USA auf dem Rollfeld des Flughafens von Manila erschossen worden. Seitdem verging kaum ein Tag, an dem sich nicht irgendwo in wie au&szlig;erhalb der Hauptstadt Protest regte. Diesem schlossen sich zunehmend auch Mitglieder der Mittel- und Oberschichten an. Bis diese als &bdquo;Parlament der Stra&szlig;e&ldquo; in die Landesgeschichte eingegangene, breite antidiktatorische Protestbewegung schlie&szlig;lich am 22. Februar 1986 zum &bdquo;letzten Gefecht&ldquo; blies. Drei Tage sp&auml;ter, am Abend des 25. Februar, hatte sie ihr Ziel erreicht. Die euphorisch als Demokratie-Ikone und Hoffnungstr&auml;gerin gefeierte Witwe des einstigen Marcos-Herausforderers, Corazon C. Aquino &ndash; liebevoll und allerorten kurz &bdquo;Cory&ldquo; genannt &ndash; war nunmehr die neue Chefin im Pr&auml;sidentenpalast Malaca&ntilde;ang.<\/p><p><strong>Marcos &ndash; engster Verb&uuml;ndeter der USA und deren Hoffnungstr&auml;ger in S&uuml;dostasien<\/strong><\/p><p>J&auml;h endete somit die &Auml;ra eines Mannes, der langj&auml;hrig als Washingtons verl&auml;sslichster Verb&uuml;ndeter in S&uuml;dostasien zur Zeit des Vietnamkrieges und in der &Auml;ra des Kalten Krieges galt. Als Ferdinand E. Marcos Ende 1965 in den Malaca&ntilde;ang-Palast zu Manila einzog, beseelten den jungen Staatschef zwei Dinge. Innen- und wirtschaftspolitisch wollte er seinen Wahlkampfslogan <em>&bdquo;We shall be a great nation again&ldquo;<\/em> (&bdquo;Wir werden wieder eine gro&szlig;e Nation sein&ldquo;) schnellstm&ouml;glich umsetzen. Au&szlig;en- und sicherheitspolitisch ging es ihm darum, der einstigen Kolonialmacht USA (1898-1946) treu zur Seite zu stehen und Washingtons Hegemonialstellung in S&uuml;dost- und Ostasien mit der fortgesetzten Bereitstellung der seinerzeit weltweit gr&ouml;&szlig;ten US-St&uuml;tzpunkte au&szlig;erhalb des nordamerikanischen Kontinents, der <em>Subic Naval Base<\/em> und dem <em>Clark Air Field<\/em>, aufrechtzuerhalten. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Eine gezielte Anreizpolitik f&uuml;r ausl&auml;ndisches Kapital sollte dem vorwiegend agrarisch ausgerichteten, durch Feudalstrukturen gepr&auml;gten Land den Anschluss an die westlichen Industriestaaten erm&ouml;glichen &ndash; quasi im Zeitraffer. An US-amerikanischen politik- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakult&auml;ten ausgebildete Kader standen bereit, sich Marcos anzudienen, wie denn auch seine Regierung verst&auml;rkt auf die Expertise solcher Technokraten zur&uuml;ckgriff. Exportorientierung, lautete beider Credo, f&uuml;hre zu erh&ouml;hten Kapitalinvestitionen, schaffe Arbeitspl&auml;tze und Wohlstand, der schlie&szlig;lich allen zugutek&auml;me.<\/p><p>F&uuml;r Gro&szlig;grundbesitzer und Gesch&auml;ftsleute b&ouml;te sich eine vielversprechende Chance, in Verbindung mit ausl&auml;ndischem Kapital das zur allseitigen Entwicklung notwendige Know-how zu erwerben. Dabei dienten Anrainer wie Singapur, Hongkong und S&uuml;dkorea als Vorbilder. Diese Strategie bedurfte, um praktisch umgesetzt werden zu k&ouml;nnen, verl&auml;sslicher Steuerungsinstanzen. <em>Zentralisierung und Konzentrierung staatlicher Macht(apparate) waren die Folge.<\/em> Wirtschaftliche Planungsbeh&ouml;rden (wie beispielsweise die <em>Nationale Wirtschafts- und Entwicklungsbeh&ouml;rde, NEDA<\/em>) entwarfen konkrete Schritte zur &bdquo;nationalen Erneuerung&ldquo;, w&auml;hrend politisch und milit&auml;risch ein Prozess in Gang gesetzt wurde, um die neue Wirtschafts- und Entwicklungsstrategie gegen m&ouml;gliche St&ouml;rungen (Protest, Streiks, Widerstand) zu feien.<\/p><p>Der Ausbau der Infrastruktur war ebenfalls ein zentraler Bestandteil der Aufstandsbek&auml;mpfungsstrategie, welche ab Ende 1966 seitens der US-amerikanischen Entwicklungsbeh&ouml;rde (USAID) initiiert wurde. Diese erwirkte die Aufstockung der philippinischen Milit&auml;r- und Polizeieinheiten sowie Ausbildungskurse f&uuml;r philippinische Offiziere an US-Milit&auml;rakademien. Zus&auml;tzlich wurden <em>civic-action-Programme<\/em> entworfen, welche in Vietnam &bdquo;verfeinert&ldquo; wurden. Dabei handelte es sich um b&uuml;rgernahe Projekte (z.B. Verteilen von Lebensmitteln und Medikamenten sowie (zahn-)&auml;rztliche Reihenuntersuchungen), um &bdquo;die Herzen und Hirne der Bev&ouml;lkerung zu gewinnen&ldquo; &ndash; vor allem die der b&auml;uerlichen Bev&ouml;lkerung im Hinterland, wo gro&szlig;angelegte Infrastrukturma&szlig;nahmen (Bau von Stra&szlig;en, Br&uuml;cken, H&auml;fen) geplant waren.<\/p><p>In Manila war bis zu Beginn der 1970er Jahre ein eigens f&uuml;r Aufstandsbek&auml;mpfung gedrilltes und vom US-amerikanischen <em>Office for Public Safety (OPS)<\/em> unterst&uuml;tztes Hauptstadtkommando <em>(METROCOM)<\/em> entstanden. Damit verf&uuml;gte das Marcos-Regime &uuml;ber schlagkr&auml;ftige Instrumente, um politischem Protest jedweder Art &bdquo;effizient&ldquo; zu begegnen. Denn es regte sich bereits zu der Zeit massiver Widerstand gegen die ersten Auswirkungen der neuen Wirtschaftspolitik aus den Reihen st&auml;dtischer Transportarbeiter, von Studierenden, Kleinunternehmern sowie Teilen der nationalen Bourgeoisie. Dar&uuml;ber hinaus waren zwischenzeitlich mit der <em>Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP)<\/em> und ihrer Guerilla, der <em>Neuen Volksarmee (NPA)<\/em>, sowie mit der im S&uuml;den des Landes f&uuml;r Unabh&auml;ngigkeit k&auml;mpfenden<em> Moro Nationalen Befreiungsfront (MNLF) <\/em>milit&auml;rische Formationen entstanden, welche die staatlichen Sicherheitskr&auml;fte herausforderten.<\/p><p><strong>Kriegsrecht &ndash; Repression &ndash; (bewaffneter) Widerstand<\/strong><\/p><p>Um die innenpolitischen Rahmenbedingungen der Wirtschaftspolitik zu sichern und die Philippinen angesichts des sich abzeichnenden US-Debakels in Vietnam nicht, wie von US-Strategen bef&uuml;rchtet, als weiteren &bdquo;Dominostein&ldquo; umkippen zu lassen, verh&auml;ngte Marcos im September 1972 landesweit das Kriegsrecht. In US-Kongresshearings hie&szlig; es dazu sp&auml;ter, es sei im Falle der Philippinen mehr um die Wahrung strategischer und Sicherheitsinteressen der USA als um die Wahrung von Demokratie und Menschenrechten auf dem Archipel gegangen. Eine Position, die der fr&uuml;here CIA-Chef und damalige US-Vizepr&auml;sident George Bush sen. noch Anfang 1981 anl&auml;sslich seiner Staatsvisite in Manila ausdr&uuml;cklich unterstrichen hatte, als er in einem Toast seinen Gastgeber Marcos ausdr&uuml;cklich &bdquo;f&uuml;r sein Festhalten an demokratischen Prozessen&ldquo; dankte!<\/p><p>Das Kriegsrecht bescherte Marcos eine betr&auml;chtliche Machtf&uuml;lle, die er weidlich nutzte, um politische Widersacher auszuschalten und hinter Gitter zu sperren, Gewerkschaften und freie Medien zu verbieten und gewaltsam gegen alles vorzugehen, was sich seinem Herrschaftsanspruch widersetzte. Eine Militarisierung von Staat und Gesellschaft war die Folge. Allein das Milit&auml;r wurde von 1972 bis Mitte der 1980er Jahre von 62.000 auf ann&auml;hernd 285.000 Mann aufgestockt. Ebenso wurde die Integrierte <em>Nationalpolizei\/Philippinische Constabulary<\/em> (Vorl&auml;uferin der heutigen <em>Philippinischen Nationalpolizei, PNP<\/em>) ausgebaut und es entstand eine Vielzahl paramilit&auml;rischer B&uuml;rgerwehren und bewaffneter, stramm antikommunistisch orientierter religi&ouml;ser Sekten.<\/p><p>Des Weiteren wurden Offiziere an regierungseigenen sowie ausl&auml;ndischen Unternehmen beteiligt. Zu Beginn der 1980er Jahre rekrutierten sich &uuml;ber die H&auml;lfte aller h&ouml;heren Pr&auml;sidialbeamten f&uuml;r regionale Entwicklungsvorhaben aus den Reihen des Milit&auml;rs. Der gleichzeitig zur g&uuml;ltigen Milit&auml;rstrategie erhobene <em>Oplan Katatagan (Operationsplan Stabilit&auml;t)<\/em> zielte vorrangig auf die Zerschlagung der Infrastruktur und Logistik der &bdquo;kommunistischen Subversion&ldquo; und &bdquo;muslimischer Sezessionsbestrebungen&ldquo; im S&uuml;den des Landes. Integrale Bestandteile des Oplan Katatagan bildeten die Errichtung &bdquo;strategische Wehrd&ouml;rfer&ldquo;, <em>Salvaging <\/em>(au&szlig;ergerichtliche Hinrichtungen verd&auml;chtigter &bdquo;Rebellen&ldquo;) [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>], das Durchk&auml;mmen ganzer Wohnviertel und H&auml;userblocks, in denen &bdquo;Aufst&auml;ndische&ldquo; vermutet wurden, die gezielte Bombardierung bestimmter Gebiete, um NPA-Guerilleros potenzielle Basen beziehungsweise R&uuml;ckzugsgebiete zu &bdquo;verwehren&ldquo; sowie Massaker, Folter und Brandschatzung. Nach Sch&auml;tzungen des <em>Philippinischen Roten Kreuzes <\/em>wurden auf diese Weise von 1972 bis Mitte der 1980er Jahre 5,7 Millionen Menschen, &uuml;ber ein Zehntel der Bev&ouml;lkerung, Opfer von Vertreibungen. Betroffen waren vorwiegend st&auml;dtische Arme, Slumbewohner, Bauern, ethnische Minderheiten und Moslems im S&uuml;den. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p><strong>Staatsterror &ndash; Aquino-Mord (1983) &ndash; unaufhaltsame politische Polarisierung<\/strong><\/p><p>All diese Ma&szlig;nahmen zielten vorrangig darauf ab, der seinerzeit weltweit schnellstwachsenden NPA-Guerilla (mit ann&auml;hernd 30.000 Kombattanten) den N&auml;hrboden zu entziehen. Als Teil des 1973 im Untergrund formierten Oppositionsb&uuml;ndnisses der <em>Nationalen Demokratischen Front der Philippinen (NDFP<\/em>), die zu der Zeit etwa eine Million Mitglieder hatte und &uuml;ber eine Massenbasis von ca. zehn Millionen Menschen verf&uuml;gte, operierten NPA-Verb&auml;nde in 62 von damals insgesamt 73 Provinzen &ndash; mancherorts bereits in Bataillonsst&auml;rke. Neurekrutierungen hatten ein Ausma&szlig; angenommen, dass eine unter Vorsitz des US-amerikanischen Senators David Durenburger erstellte Studie des Geheimdienstausschusses des US-Senats bef&uuml;rchtete, die NPA k&ouml;nnte innerhalb von drei Jahren ein &bdquo;strategisches Patt&ldquo; herstellen.<\/p><p>Ideologisch verbr&auml;mte Marcos das Kriegsrecht, das er als &bdquo;konstitutionellen Autoritarismus&ldquo; verstanden wissen wollte, mit dem gleichzeitigen Beginn einer &bdquo;Neuen Gesellschaft&ldquo;: <em>Isang Bansa, Isang Diwa (Eine Nation, ein Geist)<\/em> hie&szlig; fortan der Regime-Slogan.<\/p><p>Die Ermordung des f&uuml;hrenden Oppositionspolitikers und sch&auml;rfsten Marcos-Rivalen &bdquo;Ninoy&ldquo; Aquino auf dem Rollfeld des Flughafens in Manila (21. August 1983) war <em>der<\/em> entscheidende Ausl&ouml;ser einer sich rapide zuspitzenden sozialen, politischen und wirtschaftlichen (Legitimations-)Krise des Regimes, von der es sich nicht mehr erholte. Bis zu dessen endg&uuml;ltigem Sturz im Fr&uuml;hjahr 1986 verging kein Tag ohne Protestkundgebungen, Demonstrationen und Streiks. Schroffe gesellschaftliche Polarisierung schlug um in einen Prozess der fortschreitenden Isolierung von Marcos und seinen <em>&bdquo;cronies&ldquo;<\/em>, womit seine Getreuen aus der Wirtschafts-, Finanz- und Gesch&auml;ftswelt gemeint waren.<\/p><p>Ein qualitativ neues Element in der wachsenden Anti-Marcos-Front bildete fortan das st&auml;dtische B&uuml;rgertum. Lange Zeit hatte es sich politisch abstinent verhalten und auf einen friedlichen Wandel gehofft. Mit den Sch&uuml;ssen auf seine Galionsfigur Aquino war diese Option geschwunden. Aquino, Spross einer beg&uuml;terten Grundbesitzerfamilie, war ein gewiefter Politiker, der seine politische Blitzkarriere in Zentralluzon (n&ouml;rdlich von Manila) begonnen hatte. Bis Mitte der 1960er Jahre waren er und Marcos in der <em>Liberalen Partei<\/em> politisch vereint, bis Letzterer ins Lager der oppositionellen <em>Nationalistischen Partei<\/em> ausscherte und als deren Pr&auml;sidentschaftskandidat bei den Wahlen im Jahre 1965 das Rennen machte.<\/p><p>Aquinos eigene pr&auml;sidiale Ambitionen wurden durch die Verh&auml;ngung des Kriegsrechts j&auml;h durchkreuzt. Acht Jahre lang verbrachte er &ndash; wiewohl unter privilegierten Bedingungen &ndash; im Gef&auml;ngnis, bis Marcos ihn wegen einer Bypassoperation in die USA ausreisen lie&szlig;. Nach dreij&auml;hrigem Selbstexil kehrte er nach Manila zur&uuml;ck, befl&uuml;gelt von der Hoffnung, gemeinsam mit dem politisch umtriebigen Kardinal Jaime Sin, dem Erzbischof von Manila und Oberhaupt der katholischen Kirche im Lande, Marcos am Gr&uuml;nen Tisch zur nationalen Ver- und Auss&ouml;hnung umzustimmen, um die &bdquo;wachsende kommunistische Gefahr&ldquo; zu bannen. Opposition bedeutete in Aquinos Sicht einen politischen Elitentausch, keinen Strukturwandel.<\/p><p>Eine massive Kapitalflucht infolge des Aquino-Mords erfasste die Metropole Manila. Das Regime musste ein zeitweiliges Schuldenmoratorium verk&uuml;nden, w&auml;hrend die Weltbank und der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) immer kr&auml;ftiger ihre Daumenschrauben anzogen. Um &uuml;berhaupt noch dringend ben&ouml;tigte &Uuml;berbr&uuml;ckungskredite zu bekommen, musste sich Manila zur strikten Einhaltung des IWF-Diktats im Rahmen diverser Strukturanpassungsprogramme verpflichten.<\/p><p>Doch anstelle einer vom IWF prognostizierten Exporterh&ouml;hung sanken die Ausfuhrerl&ouml;se und gleichzeitig verringerten sich die Einfuhren, was angesichts der extremen Importlastigkeit im Verarbeitungssektor zu immer mehr Firmenschlie&szlig;ungen f&uuml;hrte. Allein 1984 mussten 1.500 Betriebe Bankrott anmelden und die Werkstore schlie&szlig;en. Im Gro&szlig;raum Manila grassierte die Arbeitslosigkeit. Die Situation auf dem Lande war um keinen Deut ertr&auml;glicher. 1985 verloren &uuml;ber 200.000 Saisonarbeiter auf den Zuckerrohrfeldern der Insel Negros in den Zentralphilippinen ihre Einkommensquelle, was dort zu einer akuten Hungersnot f&uuml;hrte. Die Zuckerpreise waren derma&szlig;en in den Keller gesackt, dass nicht einmal die Produktionskosten gedeckt werden konnten. Derweil schnellte die Auslandverschuldung in die H&ouml;he und klomm auf umgerechnet ann&auml;hernd 29 Mrd. US-Dollar. Zu Beginn von Marcos&lsquo; Amtszeit hatte diese gerade einmal die Zwei-Milliarden-Dollar-Marke erreicht.<\/p><p><strong>Gewieftes US-Krisenmanagement<\/strong><\/p><p>Durch solche Ereignisse alarmiert, bereiste seit Herbst 1983 &ndash; mit Ausnahme von US-Pr&auml;sident Ronald Reagan &ndash; alles, was in Washington Rang und Namen hatte, die Philippinen, um vor Ort das Ausma&szlig; der Unruhen zu studieren. Konkreter Ausdruck des Bestrebens, diesen Einhalt zu gebieten und der &bdquo;kommunistischen Guerilla den Teppich unter den F&uuml;&szlig;en wegzuziehen&ldquo;, war die Schaffung der <em>Intergovernmental Task Force on the Philippines. <\/em>Hierbei handelte es sich um ein noch im selben Jahr aus der Taufe gehobenes, beh&ouml;rden&uuml;bergreifendes Gremium aus Repr&auml;sentanten des Pentagon, State Department, der CIA, des US-Schatzamtes, des Wei&szlig;en Hauses und internationalen Bankiers. Diese Runde sollte eine vis-&agrave;-vis Manila klar abgestimmte Politik formulieren.<\/p><p>Doch in dieser Runde tauchten Unstimmigkeiten auf, die zeitweilig eine konsistente Philippinen-Politik erschwerten. Verk&uuml;rzt lie&szlig;en sich die Friktionen wie folgt charakterisieren: Das Finanzministerium, der IWF sowie das Wei&szlig;e Haus waren prim&auml;r an der &bdquo;wirtschaftlichen Gesundung&ldquo; Manilas interessiert und konzentrierten sich erst in zweiter Linie auf die &Uuml;berwindung der politischen und Legitimationskrise des Regimes. In einem wie auch immer gearteten Aufwertungsversuch von Marcos erblickte hingegen das State Department ein politisch kontraproduktives Unterfangen. Angesichts der gesellschaftlichen Widerspr&uuml;che, so die Einsch&auml;tzung seiner Beamten, gliche das dem Bem&uuml;hen, &bdquo;Zahnpasta zur&uuml;ck in die Tube zu pressen&ldquo;.<\/p><p>Das State Department favorisierte die &bdquo;gem&auml;&szlig;igte&ldquo; b&uuml;rgerliche Opposition mit Salvador H. Laurel als Galionsfigur und Generalleutnant Fidel V. Ramos, einem an der US-Milit&auml;rakademie West Point ausgebildeten Korea- und Vietnamkriegsveteranen. Dieser h&auml;tte eigentlich gem&auml;&szlig; Seniorit&auml;tsprinzip und milit&auml;rischem Ehrenkodex zum Generalstabschef bef&ouml;rdert werden m&uuml;ssen. Doch diesen Posten hatte Marcos kurzerhand einem Verwandten und dem fr&uuml;heren Chef seiner Leibgarde, General Fabian C. Ver, zugeschanzt. So musste sich Ramos damit begn&uuml;gen, lediglich als Vize des Marcos-Intimus zu fungieren.<\/p><p>Eine umfassende &ouml;konomische, politische und milit&auml;rische Lageeinsch&auml;tzung legte das State Department schlie&szlig;lich im November 1984 vor. Diese 26 Seiten umfassende Studie trug den Titel<em> &bdquo;U.S. Policy Towards the Philippines&ldquo; <\/em>und diente US-Pr&auml;sident Ronald Reagan als Grundlage f&uuml;r seine im Januar 1985 unterschriebene Nationale Sicherheitsdirektive. Diese beinhaltete ein B&uuml;ndel von 16 &bdquo;hohe Priorit&auml;t genie&szlig;enden Ver&auml;nderungen&ldquo;, um die Gefahr zu bannen, dass eine Radikalisierung in den Philippinen &bdquo;die gesamte Region destabilisiert&ldquo;. Sibyllinisch hie&szlig; es in diesem Dokument: &bdquo;<em>Marcos ist Teil des Problems, notwendigerweise aber auch ein Teil dessen L&ouml;sung.&ldquo;<\/em><\/p><p><strong>Vorgezogene Wahl &ndash; Revolte im Milit&auml;r &ndash; &bdquo;Rosenkranzrevolution&ldquo; mit &bdquo;R&uuml;ckenwind der Mutter Gottes&ldquo;<\/strong><\/p><p>Im Klartext: Marcos war demnach nur noch taktisch haltbar. Von strategischem Interesse &ndash; im Sinne einer &bdquo;geordneten Nachfolgeregelung&ldquo; &ndash; war indes eine Allianz aus weniger korrupten, auf Effizienz bedachten Milit&auml;rs unter Ramos und Politikern aus dem gem&auml;&szlig;igten b&uuml;rgerlichen Spektrum. W&auml;hrend Washington zu der &bdquo;Stimme seines Herrn&ldquo; auf Distanz ging und sein langj&auml;hriger Proteg&eacute; durch den eigens nach Manila gereisten CIA-Chef William Casey und Reagans Sonderbeauftragten, Senator Paul Laxalt, im Mai beziehungsweise Oktober 1985 zu vorgezogenen Pr&auml;sidentschaftswahlen <em>(snap elections)<\/em> gedr&auml;ngt wurde, blieb Marcos nichts anderes &uuml;brig, als sich diesem Oktroi zu beugen. Ende November 1985 k&uuml;ndigte er in Interviews mit US-Fernsehsendern den 7. Februar 1986 als Termin solcher Wahlen an. So wich man in Washington auff&auml;llig von der zuvor kategorisch verfolgten Linie ab, wonach es galt, seine Vasallen &ndash; wie beispielsweise zuvor in Nikaragua oder im Iran &ndash; bis zur bitteren Neige zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p>Das Endergebnis der Wahl spielte letztlich keine Rolle mehr, als sich just am 22. Februar mit Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile und dem damaligen stellvertretenden Generalstabschef, Generalleutnant Fidel V. Ramos zwei vormals engste Vertraute des Pr&auml;sidenten von eben diesem abwandten und sich in den jeweiligen Hauptquartieren von Polizei und regul&auml;ren Streitkr&auml;ften verschanzten. Lange bevor das Wort &bdquo;Wendehals&ldquo; kreiert und hoff&auml;hig wurde, waren es eben Enrile und Ramos, die als dessen prototypische Verk&ouml;rperungen Geschichte schreiben sollten.<\/p><p>In jenen Tagen glich Manila einer gigantischen B&uuml;hne eines noch gigantischeren politischen Open-Air-Festivals. Mehr noch: Als r&ouml;misch-katholische Bastion in S&uuml;dostasien, wo tiefe Religiosit&auml;t vielfach mit hoch dosiertem Aberglauben ein wundersames Amalgam bildet, sahen sich zahlreiche himmlisch f&uuml;hlende Festivalbesucher so sehr von Rosenkr&auml;nzen, Wundern und der Jungfrau Maria umgeben, dass Letzterer zu Ehren im Jahre 1989 eigens ein Schrein nebst &uuml;berdimensionaler Statue eingeweiht wurden. So verstand es sich quasi von selbst, dass die Tage des Marcos-Sturzes im Lande selbst alternierend als <em>&bdquo;Rosenkranz-&ldquo;, &bdquo;Wunder-&ldquo; <\/em>und\/oder<em> &bdquo;People-Power-Revolution&ldquo;<\/em> in die Annalen eingingen. Da das Land auch noch in dieser (End-)Phase des Kalten Krieges der verl&auml;sslichste und bedeutsamste Br&uuml;ckenkopf Washingtons in der Asien-Pazifik-Region war, verwunderte es nicht, dass weit &uuml;ber tausend eingejettete Korrespondenten wochenlang f&uuml;r eine breite internationale Medienberichterstattung sorgten.<\/p><p><strong>Bizarre Wende &ndash; von hartgesottenen Marcos-Vertrauten zu umjubelten Volkshelden<\/strong><\/p><p>Enrile, publicitytr&auml;chtig in Kampfuniform auftretend, seine Finger am Abzug einer Uzi-Maschinenpistole, war mit Marcos seit dessen erstem Wahlsieg 1965 durch dick und d&uuml;nn gegangen. Bevor er Verteidigungsminister wurde, war er Chef der Zollbeh&ouml;rde sowie Finanz- und Justizminister und diente dem Marcos-Regime als Korsettstange. Als dessen enger Kumpan, von 1972 bis 1981 gar oberster Kriegsrechtsverwalter, hatte er, sich vom Adoptivkind zum Juristen zielstrebig nach oben arbeitend, Abermillionen aus einem von der Kokosnussindustrie und Holzeinschlag zusammengezimmerten Wirtschaftsimperium gescheffelt. Ramos, der sich gern in Machomanier mit Zigarrenstummel im Mundwinkel pr&auml;sentierte, Absolvent der US-Milit&auml;rakademie in West Point, Korea- und Vietnamkriegsveteran sowie passionierter Fallschirmspringer, stand mit der<em> Integrierten Nationalpolizei\/Philippinischen Constabulary<\/em>, der Vorl&auml;uferin der heutigen <em>Philippine National Police<\/em>, einer Truppe vor, die wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen wiederholt national wie international scharf in die Kritik geraten war.<\/p><p>&Uuml;ber den katholischen Rundfunksender <em>Radio Veritas<\/em>, der mit Geldmitteln aus den USA, seitens des <em>Opus Dei<\/em> [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] und von bundesdeutscher Seite durch die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung gesegnet war, rief der medial gewandte Kardinal zu einem Massenspaziergang der besonderen Art auf. Treffpunkt: die beiden Hauptquartiere der Nationalpolizei und der Streitkr&auml;fte (Camp Crame und Camp Aguinaldo) entlang Manilas Hauptverkehrsader <em>Epifanio de los Santos Avenue (EDSA).<\/em> Jene Orte, wo sich Ramos und Enrile mit einer st&uuml;ndlich angewachsenen Schar von Meuterern und Gefolgsleuten verbarrikadiert hatten und dort mit einem Angriff der nach wie vor loyal zu Marcos stehenden Generalit&auml;t rechneten.<\/p><p>Doch ein solcher Angriffsbefehl aus dem Pr&auml;sidentenpalast blieb aus. Zu gro&szlig; war mittlerweile die auf und entlang der EDSA versammelte Menschenmenge, dass ein gewaltsames, gar offen milit&auml;risches Eingreifen ein Massaker ungeheuerlichen Ausma&szlig;es bedeutet h&auml;tte. Welch&lsquo; ein Umschwung und Gesinnungswandel! Da waren die staatlichen Ordnungsh&uuml;ter jahrelang im Volksmund hinter vorgehaltener Hand als <em>buwaya<\/em> (Krokodile) bezeichnet worden, zu denen man tunlichst Distanz wahrte. Und nun suchte das Volk eben die N&auml;he zu diesen &bdquo;Krokodilen&ldquo;, ja beschenkte sie nebst Blumen und Rosenkr&auml;nzen mit Speis&lsquo; und Trank, die noch Stunden zuvor als knallharte Vertreter eines vermaledeiten Despoten gegolten hatten. Camp Crame und Camp Aguinaldo, einst Schaltzentralen gef&uuml;rchteten Staatsterrors, glichen nunmehr einem Heerlager der Friedfertigkeit. In einer solchen Situation wollten die &uuml;ber Nacht zu Rebellen mutierten Soldaten nicht schie&szlig;en. Und die zerbr&ouml;ckelnde Phalanx der Marcos-Getreuen konnte nicht (mehr) schie&szlig;en.<\/p><p><strong>Unzeremonieller Abgang &hellip;<\/strong><\/p><p>Es waren schlie&szlig;lich US-Milit&auml;rhubschrauber, die die Marcos-Familie im Schutz der Dunkelheit des 25. Februar 1986 aus dem Pr&auml;sidentenpalast in die n&ouml;rdlich von Manila gelegene US-Luftwaffenbasis Clark Air Field ausflogen. Von dort aus erfolgte der Weitertransport mit einer US-Milit&auml;rmaschine ins Exil auf Hawaii. Dabei hatte sich Marcos noch am Morgen desselben Tages auf dem Balkon des Malaca&ntilde;ang-Palasts am tr&uuml;ben Pasig-Fluss von Claqueuren als Wahlsieger feiern lassen. Doch der langj&auml;hrige Magier der Macht, einst bewundert, jetzt geschm&auml;ht, hatte ausgespielt. Sein Gesicht &ndash; aschfahl und aufgedunsen wegen regelm&auml;&szlig;iger Cortison-Behandlung infolge eines Nierenleidens &ndash; wirkte schlapp, als starrte es, bereits in einer verstaubten Ecke von Madame Tussauds in Wachs modelliert, auf deren ausdrucksst&auml;rkere Kabinettsfiguren.<\/p><p>&bdquo;Machen Sie Schluss, einen sauberen Abgang&ldquo;, hatte ihm Augenblicke zuvor US-Pr&auml;sident Ronald Reagans Sonderemiss&auml;r, Senator Paul Laxalt, telefonisch beschieden. Der Mohr hatte seine Pflicht und Schuldigkeit getan, nun konnte &ndash; nein: musste &ndash; er von der politischen B&uuml;hne abtreten. Was jedoch nicht hie&szlig;, dass Marcos, seine Familie mitsamt loyaler Klientel so ein f&uuml;r allemal in der Versenkung verschwanden.<\/p><p>&hellip; <strong>mit wundersamer Wiederkehr<\/strong><\/p><p>Nachdem Marcos am 28. September 1989 auf Hawaii verstarb, gestattete die neue Pr&auml;sidentin in Manila, Corazon C. Aquino, seiner Familie bereits im Jahre 1991 die R&uuml;ckkehr in die Heimat. Und das aus zweierlei Gr&uuml;nden: Alte Narben sollten schnell verheilen und ein bedeutsamer Zweig ihrer eigenen Familie, die <em>Cojuangcos<\/em>, geh&ouml;rten als bedeutsame Gesch&auml;ftsleute selbst zum Lager des Ex-Pr&auml;sidenten. Das passte ins Bild der neuen politischen Konstellation, wo sich letztlich der Machtwechsel als Rochade zwischen alten und neuen politischen und wirtschaftlichen Eliten erwiesen hatte und Amnesie sowie Amnestie zum Programm der neuen Pr&auml;sidentin geh&ouml;rten. Aquino &uuml;berlebte ihre sechsj&auml;hrige, von Coups und Putschversuchen alter Marcos-Loyalisten &uuml;berschattete Amtszeit pikanterweise nur dank der tatkr&auml;ftigen Unterst&uuml;tzung von General Ramos, des einstigen Marcos-Intimus. Ramos genoss nach wie vor R&uuml;ckhalt in den staatlichen Sicherheitsapparaten und avancierte vom Generalstabschef zum Verteidigungsminister. Bis Aquino ihn aus <em>utang na loob<\/em>, der auf den Inseln quasi sakral gepflegten Dankbarkeitsschuld, zu ihrem Nachfolger erkor und dieser tats&auml;chlich bis 1998 als 12. Pr&auml;sident des Landes im Pr&auml;sidentenpalast Malaca&ntilde;ang residierte.<\/p><p>Juan Ponce Enrile wiederum blieb zun&auml;chst unter Aquino Chef des Verteidigungsministeriums, wenngleich er sp&auml;ter auf Distanz zur neuen Pr&auml;sidentin ging und sie gerne weggeputscht h&auml;tte. Was seiner Karriere indes keinen Abbruch tat. Weiterhin machte er als steinreicher Gesch&auml;ftsmann von sich reden, wurde Mitglied des Senats, um sp&auml;ter ins Repr&auml;sentantenhaus zu wechseln. Seit Juni 2004 geh&ouml;rte der im Februar 2022 98 Jahre alt gewordene Enrile erneut dem Senat an, als dessen Pr&auml;sident er zeitweilig fungierte. Dort parlierte er gern &ndash; als h&auml;tte es 1986 keinerlei Zerw&uuml;rfnis gegeben! &ndash; mit Ferdinand &bdquo;Bongbong&rdquo; Marcos Junior, der seinerseits 2010 von 44 Prozent der W&auml;hler zum Senator gew&auml;hlt worden war. Nur knapp unterlag Marcos als Aspirant f&uuml;r den Posten des Vizepr&auml;sidenten bei den Wahlen im Mai 2016. Was ihn nicht daran hinderte, zielstrebig sein diesj&auml;hriges politisches Comeback vorzubereiten.<\/p><p>Die 1929 geborene Marcos-Witwe, Imelda Romu&aacute;ldez Marcos, war auf dem politischen H&ouml;hepunkt ihres Gatten in Personalunion Gouverneurin von Metropolitan Manila, Siedlungsministerin und Marcos&lsquo; politisch-diplomatische Sonderemiss&auml;rin. In dieser Eigenschaft bereiste die First Lady u.a. die Volksrepublik China, wo sie mit Mao Zedong zusammentraf, die einstige Sowjetunion, Osteuropa, den Nahen und Mittleren Osten sowie Jugoslawien und Kuba, wo sie jeweils gern mit ihren prominenten Gastgebern posierte &ndash; immerfort auf der Pirsch nach Bildstrecken f&uuml;r ihr eigenes Poesiealbum. Mit Verve hatte sich die First Lady f&uuml;r sogenannte Stadtversch&ouml;nerungsprogramme eingesetzt und daf&uuml;r gesorgt, dass neben einem extravagant gepflegten Lebensstil im Malaca&ntilde;ang ab Mitte der 1970er Jahre auch eine Reihe von F&uuml;nf-Sterne-Hotels, Kongress- und Kulturzentren entlang des Roxas Boulevard in der Metropole Manila hochgezogen wurden, wo sich die Eliten des Landes gern mitsamt internationaler Jetset-Schickeria selbst zelebrierten. Ein eigens f&uuml;r internationale Filmvorf&uuml;hrungen errichteter Bau, der in Eile aus dem Boden gestampft werden musste, kostete mehrere Bauarbeiter das Leben, deren Leichen in aufgesch&uuml;ttetem Beton nicht allesamt geborgen werden konnten.<\/p><p>Mitte der 1970er Jahre war auch die Zeit, in der sich die First Lady pers&ouml;nlich daf&uuml;r einsetzte, dass bedeutsame internationale Treffen wie die Jahrestagung der Weltbank und des Internationalen W&auml;hrungsfonds in Manila stattfanden. Ganz zu schweigen vom sogenannten <em>&bdquo;Thrilla in Manila&ldquo;<\/em>, als am 1. Oktober 1975 im Araneta Coliseum in Quezon City der mittlerweile legend&auml;re dritte Showdown im Schwergewichtsboxen zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier stattfand &ndash; ein Sportereignis par excellence.<\/p><p>Diese Jahre waren aus Sicht der Marcos-Familie Jahre von Grandeur und Glamour. Sie stand im Zenit politischer Macht und w&auml;hnte sich fest im Sattel. Und auf eben diese Zeit, die von den Marcoses als <em>&bdquo;Goldene &Auml;ra&ldquo;<\/em> gepriesen wurde, greift deren Clan bis heute zur&uuml;ck und verkl&auml;rt sie tremoloartig als <em>die<\/em> Glanzzeit seit Bestehen der Republik 1946. Das neugepr&auml;gte Wort &bdquo;Imeldific&ldquo; machte erstmalig die Runde. Gemeint ist damit bis heute ein ausschweifender, extravaganter (Lebens-)Stil &agrave; la Imelda Marcos. &Uuml;berliefert sind zig Videos, in denen das Pr&auml;sidentenpaar samt Kindern ausgelassen feiert und vor allem die Kinder des Paares auf der pr&auml;sidialen Yacht <em>Ang Pangulo<\/em> Partys schmei&szlig;en. Zu Ges&auml;ngen wie<em> &bdquo;We are the World&ldquo; <\/em>entspringt auf einer Geburtstagsfeier f&uuml;r Irene, der j&uuml;ngeren der beiden Marcos-T&ouml;chter, ein beleibter Junge mit einer bunten Windel und &bdquo;Mama, Mama&ldquo; rufend einer Riesentorte. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p><strong>Unbehelligte Neugruppierung<\/strong><\/p><p>Aus dem Hawaiier Exil in Manila retour, kn&uuml;pfte Imelda umgehend zielstrebig und nahtlos alte Bande, die die Familie nach ihrem Sturz nie gekappt hatte und die selbst s&auml;mtliche Regierungen nach 1986 unangetastet lie&szlig;en. Es begann ihre zweite Karriere in Politik und im Showbusiness. Wo immer sie auftauchte, scharten sich Menschen um sie, weil w&auml;hrend ihrer Auftritte, auf denen sie gern sang, stets kleine und gro&szlig;e Geldscheine verteilt wurden. Im Jahre 1995 wurde sie als Abgeordnete des ersten Distrikts ihrer Heimatprovinz Leyte in das Repr&auml;sentantenhaus, die untere Kammer des Kongresses, gew&auml;hlt und kandidierte &ndash; doch letztlich erfolglos &ndash; 1992 und 1998 bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen. Ende Juni 2010 wurde Frau Marcos erneut als Kongressabgeordnete best&auml;tigt und vertrat dort den zweiten Distrikt in Ilocos Norte, der Heimatprovinz ihres Mannes &ndash; ein Posten, den zuvor die &auml;lteste Tochter Imee innehatte.<\/p><p>Zwei der drei leiblichen Marcos-Kinder traten beherzt in die Fu&szlig;stapfen ihrer Eltern. Die 1955 geborene &auml;lteste Marcos-Tochter Imee Marcos, einst ihrerseits Kongressabgeordnete, war seit dem 30. Juni 2010 Gouverneurin von Ilocos Norte, w&auml;hrend ihr zwei Jahre j&uuml;ngerer Bruder, Ferdinand &bdquo;Bongbong&rdquo; Marcos Junior, von 2010 bis 2016 dem Senat angeh&ouml;rte. Zuvor hatte &bdquo;Bongbong&rdquo; just jene Posten inne, die sp&auml;ter seine Schwester beziehungsweise seine Mutter bekleideten. W&auml;hrend &bdquo;Bongbong&ldquo; bei der Pr&auml;sidentschaftswahl 2016 als Vizeaspirant nur knapp der noch amtierenden Vizepr&auml;sidentin und nunmehrigen Pr&auml;sidentschaftskandidatin Maria Leonor &bdquo;Leni&ldquo; Robredo unterlag, eine Niederlage, die er jahrelang juristisch bitter anfocht, gelang Schwester Imee bei den letzten Zwischenwahlen im Sommer 2019 der Sprung in den insgesamt 24-k&ouml;pfigen Senat. Allein in der v&auml;terlichen Heimatprovinz Ilocos Norte sind s&auml;mtliche politisch bedeutsamen Posten (vom Gouverneur &uuml;ber den B&uuml;rgermeister der Hauptstadt Laoag sowie Kongress- und St&auml;dteratssitze) vom Marcos-Clan besetzt, zu dem in dieser Region auch die einflussreichen Araneta-, Keon- und Manotoc-Familien geh&ouml;ren. In der m&uuml;tterlichen zentralphilippinischen Provinz Leyte z&auml;hlen seit jeher die Romu&aacute;ldezes zu den big shots in Wirtschaft und Politik. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Vor allem Mutter Imelda blieb Zeit ihres Lebens ihrer eigenen (Schein-)Welt verhaftet. Zig gegen sie angestrengte Prozesse verliefen im Sande, wurden verschleppt oder konnten nach Zahlung einer Kaution abgewehrt werden &ndash; mit der Konsequenz, dass sie und kein anderes Mitglied der Marcos-Familie jemals auch nur einen Tag hinter Gittern verbrachten. Nachdem zuletzt im Herbst 2018 das Anti-Korruptionsgericht <em>Sandiganbayan<\/em> in Manila Frau Marcos in einem halben Dutzend von Verfahren f&uuml;r schuldig befand und sie zu einer langj&auml;hrigen Haftstrafe &bdquo;verdonnert&ldquo; hatte &ndash; ja sogar bereits die umgehende Inhaftierung angeordnet hatte &ndash; wurde diese durch eine Kautionszahlung in H&ouml;he von maximal 300.000 Peso (umgerechnet gerade einmal ca. 5.000 Euro) im letzten Moment abgewendet.<\/p><p>Ein Jahrzehnt nach dem Sturz ihres Mannes antwortete die Ex-First-Lady in einem Interview mit einem Reporterteam der BBC auf die Frage, ob sie mit etwa sechs Milliarden US-Dollar noch immer die weltweit drittreichste Frau sei, w&ouml;rtlich:<\/p><p>&bdquo;Ich wei&szlig; nicht, ob ich die Erste oder die Letzte bin. Die Marcoses haben dem Land nichts genommen, sondern alles gegeben. Ich wollte stets nur das Gute und das Sch&ouml;ne (&hellip;) Ich bin eine Bettlerin; ich wei&szlig; nicht einmal, woher ich meine n&auml;chste Mahlzeit bekomme.&ldquo; [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Titelbild: Mirt Alexander\/shutterstock.com<\/p><p><strong><em>Dr. Rainer Werning<\/em> ist u.a. Ko-Herausgeber, Autor und Ko-Autor der drei folgenden Philippinen-B&uuml;cher: <a href=\"https:\/\/www.regiospectra.de\/buecher\/handbuch-philippinen-detail\">Handbuch Philippinen<\/a><em> <\/em>* <a href=\"https:\/\/www.neuerweg.de\/bucher\/krone-kreuz-und-krieger-europaeische-vermaechtnisse-in-den-philippinen\/krone-kreuz-und-krieger-europaeische-vermaechtnisse-in-den-philippinen\">Krone, Kreuz und Krieger &ndash; Europ&auml;ische Verm&auml;chtnisse in den Philippinen<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/neuerweg.de\/bucher\/ein-leben-im-widerstand-gespraeche-ueber-imperialismus-sozialismus-und-befreiung\">Ein Leben im Widerstand &ndash; Gespr&auml;che &uuml;ber Imperialismus, Sozialismus und Befreiung<\/a><\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Da im Februar 1981 ein Besuch von Papst Johannes Paul II. in Manila anstand, hatte Marcos am 17. Januar 1981 das Kriegsrecht de jure aufgehoben, wenngleich die damit verbundenen pr&auml;sidialen Machtbefugnisse de facto bis Ende Februar 1986 intakt blieben.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Clark Air Field war das Hauptquartier der 13. US-Luftwaffe, w&auml;hrend die Subic Naval Base der im weit gespannten G&uuml;rtel vom Pazifik &uuml;ber Japan, Australien, dem S&uuml;dchinesischen Meer, dem Indischen Ozean (Diego Garcia) und Persischem Golf bis hin zum Roten Meer operierenden 7. US-Flotte als Dreh- und Angelpunkt diente. Dort waren auch die bedeutsamsten C3I (Kommando-, Kontroll-, Kommunikations- und nachrichtendienstlichen Installationen) sowie land- und seegest&uuml;tzte Land- und Mittelstreckenraketen disloziert.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] &bdquo;Salvaging&ldquo; meint eigentlich die Rettung\/Bergung von in (See-)Not Geratenen. W&auml;hrend der Marcos-Diktatur war der euphemistische Begriff &bdquo;salvaging&ldquo; gleichbedeutend mit systematisch begangenen Menschenrechtsverletzungen unterschiedlichster Art.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Zur Lage der Menschenrechte w&auml;hrend des Kriegsrechts siehe nebst <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org.ph\/1982\/09\/amnesty-international-mission-reports-during-martial-law-in-the-philippines\/\">den entsprechenden Jahresberichten von <em>Amnesty International<\/em><\/a> folgende Analysen: <a href=\"https:\/\/scholarspace.manoa.hawaii.edu\/bitstream\/10125\/19386\/1\/MartialLawAll.pdf\">scholarspace.manoa.hawaii.edu\/bitstream\/10125\/19386\/1\/MartialLawAll.pdf<\/a> <em>&amp;<\/em> <a href=\"https:\/\/digitalcommons.wcl.american.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=2728&amp;context=facsch_lawrev\">digitalcommons.wcl.american.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=2728&amp;context=facsch_lawrev<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Opus_Dei\">Opus Dei (Wikipedia)<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.latimes.com\/archives\/la-xpm-1986-03-11-mn-3131-story.html\">Filipinos Shocked, Disbelieving: Marcos&rsquo; Video Collection Reveals Wild Disco Parties &ndash; Los Angeles Times<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ODYt9Gm8N-0\">Marcos Party We Are The World &ndash; YouTube<\/a> <em>&amp; <\/em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DfwwikuMJ-E\">Ruby Wax meets Imelda Marcos &ndash; BBC COMEDY SHOW &ndash; Will She Find the Shoes? &ndash; YouTube<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Marcos_family\">Marcos family (Wikipedia)<\/a> \/ Feliz Solomon: <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/a-former-dictators-family-stages-a-stunning-political-comeback-11649941200\/\">A Former Dictator&rsquo;s Family Stages a Stunning Political Comeback<\/a> Die <em>Intelligence Unit<\/em> der Londoner Wirtschaftszeitschrift <em>The Economist<\/em> bezifferte das Marcos-Verm&ouml;gen auf umgerechnet zwischen f&uuml;nf bis sechs Milliarden US-Dollar, w&auml;hrend es laut anderen Quellen ann&auml;hernd zehn Milliarden US-Dollar betrug. \/ Nick Davies: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2016\/may\/07\/10bn-dollar-question-marcos-millions-nick-davies\">The $10bn question: what happened to the Marcos millions?<\/a> \/<em> <\/em>Julie McCarthy: <a href=\"https:\/\/www.npr.org\/2022\/04\/12\/1090802987\/philippines-elections-ferdinand-bongbong-marcos-junior?t=1650622344432\">A dictator&rsquo;s son runs for Philippines president in a bid to revive his family&rsquo;s power<\/a> <em>&amp;<\/em> im Leitartikel des <em>Philippine Daily Inquirer<\/em> vom 5. Oktober 2021 hei&szlig;t es:<br>\n&bdquo;<em>(&hellip;) die US-Zollbeh&ouml;rden haben die Beute, die die Marcoses ins Exil brachten, akribisch aufgeschl&uuml;sselt. Ein Teil der Beute bestand sogar aus Bargeld: Laut dem (an der Ateneo de Manila University lehrenden &ndash; RW) Historiker Ambeth Ocampo befanden sich im beschlagnahmten Gep&auml;ck eines zweiten Frachtflugzeugs, das die Marcoses begleitete, &sbquo;22 Pappkartons mit Bargeld &ndash; B&uuml;ndel philippinischer Peso-Noten in allen St&uuml;ckelungen (P100, P50, P20, P10 und P5), einige davon in braunen Papiert&uuml;ten&hellip;&lsquo; Allein das Bargeld belief sich auf umgerechnet 1,2 Millionen Dollar.<\/em><br>\n<em>Die Pr&auml;sidialkommission f&uuml;r gute Regierungsf&uuml;hrung (PCGG), die gebildet wurde, um die in Banken auf der ganzen Welt versteckten Marcos-Milliarden wiederzufinden (&hellip;), erkl&auml;rte letzte Woche bei der Anh&ouml;rung des Repr&auml;sentantenhauses zum Haushalt 2022, dass die philippinische Regierung bis Ende 2020 174,2 Milliarden Peso von Marcos&rsquo; unrechtm&auml;&szlig;ig erworbenem Verm&ouml;gen wiedererlangt habe (&hellip;). Doch im August 2021 (&hellip;) ist die PCGG immer noch hinter 125,9 Mrd. Peso aus dem Marcos-Verm&ouml;gen her, darunter 1.856 Immobilien und pers&ouml;nliches Eigentum, die bis heute Gegenstand von Gerichtsverfahren sind. Dazu geh&ouml;ren Grundst&uuml;cke, Eigentumswohnungen, Appartements, Ferienh&auml;user, Schmuck, Gem&auml;lde und Aktienanteile.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] O-Ton aus dem Film: <em>Der eiserne Schmetterling<\/em>. Buch\/Regie: Michael Brauner. Produktion: ORF\/3sat. Erstsendetermin: 3sat, 28. Februar 1996 &ndash; 21:00-21:45 Uhr<\/p>\n<div class=\"footnote\"><\/div>\n<p><em><strong>Am Ende des abschlie&szlig;enden 2. Teils befindet sich nebst dem Quellenmaterial eine Auflistung weiterf&uuml;hrender Literatur.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/cb344a92d0ac489aa3d6869b0328d782\" alt=\"\" title=\"\" widht=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine andere Familie &ndash; pr&auml;ziser: kein anderer politischer Clan &ndash; hat seit der Gr&uuml;ndung der Republik der Philippinen am 4. Juli 1946 so dauerhaft und tiefgreifend das politische Geschehen in dem s&uuml;dostasiatischen Inselstaat bestimmt wie die aus der n&ouml;rdlichen Ilocos-Region stammende Marcos-Familie. Ferdinand E. Marcos sen. konnte sich von Ende 1965 bis zum Februar 1986<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83379\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":83380,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,126,20,190],"tags":[2280,3038,282,380,2539,3037,305,893,2520,1971,2283,1177,1556],"class_list":["post-83379","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-erosion-der-demokratie","category-landerberichte","category-wahlen","tag-amnestie","tag-aquino-corazon","tag-buergerproteste","tag-export","tag-kriegsrecht","tag-marcos-ferdinand","tag-menschenrechte","tag-militarisierung","tag-mord","tag-philippinen","tag-revolution","tag-rezession","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/shutterstock_2037458597-1.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/83379","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=83379"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/83379\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83383,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/83379\/revisions\/83383"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/83380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=83379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=83379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=83379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}