{"id":83640,"date":"2022-05-09T09:52:50","date_gmt":"2022-05-09T07:52:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83640"},"modified":"2022-05-09T10:50:16","modified_gmt":"2022-05-09T08:50:16","slug":"schicksals-wahlen-in-den-philippinen-der-marcoses-bleierne-erblast-teil-ii-von-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83640","title":{"rendered":"\u201eSchicksals\u201c-Wahlen in den Philippinen: Der Marcoses bleierne Erblast (Teil II von II)"},"content":{"rendered":"<p>Keine andere Familie &ndash; pr&auml;ziser: kein anderer politischer Clan &ndash; hat seit der Gr&uuml;ndung der Republik der Philippinen am 4. Juli 1946 so dauerhaft und tiefgreifend das politische Geschehen in dem s&uuml;dostasiatischen Inselstaat bestimmt wie die aus der n&ouml;rdlichen Ilocos-Region stammende Marcos-Familie. Ferdinand E. Marcos sen. konnte sich von Ende 1965 bis zum Februar 1986 an der Macht halten, wobei er von September 1972 bis Januar 1981 qua landesweit verh&auml;ngtem Kriegsrecht regierte. Am 9. Mai nun will sein Sohn, Ferdinand Marcos jr., besser bekannt als &bdquo;Bongbong&ldquo;, das v&auml;terliche Erbe antreten und hofft, als 17. Pr&auml;sident des Landes in die Annalen der Geschichte einzugehen. Zwar gilt auch in den Philippinen der Grundsatz, dass jeder vor dem Recht gleich sei. Doch die Marcoses genossen aus vielf&auml;ltigen Gr&uuml;nden stets das Privileg extraterritorialer Immunit&auml;t jenseits von Recht und Gesetz. Eine Analyse von <strong>Rainer Werning<\/strong>, deren ersten Teil Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83379\">hier nachlesen k&ouml;nnen<\/a>.<br>\n<!--more--><br>\nFast auf den Tag genau ein Vierteljahrhundert nach dem Marcos-Sturz machten gewichtige politische Kr&auml;fte im Jahre 2011 inner- wie au&szlig;erparlamentarisch mobil und forderten lautstark, den Ex-Diktator endlich als &bdquo;Held&ldquo; anzukennen und ihm im Nachhinein ein Staatsbegr&auml;bnis erster Klasse auf Manilas <em>National Heroes Cemetery<\/em> zu bescheren. Tats&auml;chlich sollte ihnen das f&uuml;nf Jahre sp&auml;ter gl&uuml;cken, als der Oberste Gerichtshof der Philippinen entschied, dass es keinerlei Gesetzesverst&ouml;&szlig;e im Falle eines solchen Begr&auml;bnisses g&auml;be. Ohne eine entsprechende Intervention des seit dem 1. Juli 2016 amtierenden Pr&auml;sidenten Rodrigo R. Duterte w&auml;re ein solcher Akt undenkbar gewesen. Duterte, wie schon sein Vater ein bekennender Marcos-Verehrer, profitierte in seinem Wahlkampf von der politischen und finanziellen Unterst&uuml;tzung seitens der Marcoses und gestattete schlie&szlig;lich unter Aufgebot eines etwa 2.000 Mann starken Milit&auml;r- und Polizeiaufgebots die staatliche &Uuml;berf&uuml;hrung des einbalsamierten Marcos-Leichnams in einem gek&uuml;hlten Glassarg von Batac [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] nach Manila. Dort schlie&szlig;lich fand der Ex-Diktator in einer buchst&auml;blichen Nacht-und-Nebel-Aktion am 18. November 2016 die lang ersehnte letzte Ruhest&auml;tte auf dem Heldenfriedhof &ndash; abgeschottet von Medienvertretern und Zuschauern, lediglich im Kreise von Marcos&lsquo; engsten Verwandten.<\/p><p>Diesen &bdquo;ewigen Sommer der Marcoses&ldquo; kommentierte der Ethnologe Gideon Lasco in seiner Kolumne vom 9. August 2018 im <em>Philippine Daily Inquirer<\/em> wie folgt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Es begann am 25. Februar 1986, als die Marcoses nicht inhaftiert und verhaftet, sie stattdessen von der US-Regierung in Sicherheit gebracht wurden &ndash; deren letzter Gefallen f&uuml;r einen starken Mann, den sie jahrzehntelang unterst&uuml;tzt hatte. Es ging weiter, als den Marcoses im Exil auf Hawaii erlaubt wurde, abzuwarten und ihre R&uuml;ckkehr zu planen, w&auml;hrend das kurze Ged&auml;chtnis der Filipinos verblasste. Mit den besten Anw&auml;lten und unbegrenzten Mitteln, die ihnen zur Verf&uuml;gung standen, wurden die Verbrechen der Marcoses zum Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten und ihr Verrat der Politik zugeschrieben. Wie eine moderne Kleopatra wurde Imelda nicht zum Objekt des Abscheus, sondern der Faszination, und ihre Tausende von Schuhen und ihre m&auml;rchenhaften Fantasien trugen nur noch mehr zu ihrer Mystik in den Augen der Welt bei.&ldquo; (diese &amp; nachfolgende &Uuml;bersetzungen: RW)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Aufwind im Sog des Dutertismo<\/strong><\/p><p>Der neue Pr&auml;sident Rodrigo R. Duterte war so etwas wie ein Wiederk&auml;uer Marcos&lsquo; &ndash; zumindest aber das Beste, was deren politischem Clan jemals widerfahren konnte. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Duterte sorgte daf&uuml;r, dass der Humus aufgesch&uuml;ttet wurde, auf dem der Marcos-Clan und das ihm loyal ergebene, engmaschig gekn&uuml;pfte soziale Netzwerk zu gedeihen vermochte.<\/p><p> Pikanterweise verdankte Duterte als politischer Parven&uuml; und Nicht-Mitglied eines m&auml;chtigen Politclans seinen Aufstieg ausgerechnet Pr&auml;sidentin Corazon C. Aquino (1986-92). Sie hatte den jungen Juristen und Staatsanwalt im Jahre 1987 als Vizeb&uuml;rgermeister der s&uuml;dlichen Metropole Davao City zum <em>officer-in-charge (OIC)<\/em> ernannt, ein Posten, den der pfiffige Duterte ein Jahr darauf als Sprungbrett zur Wahl f&uuml;r das B&uuml;rgermeisteramt nutzte. Nur einmal durch die Wahrnehmung eines Kongressmandats unterbrochen, hielt sich Duterte auf diesem Posten bis zu seinem Einzug in Manilas Pr&auml;sidentenpalast Malaca&ntilde;ang Ende Juni 2016.<\/p><p>F&uuml;r Duterte bedeuteten die pr&auml;sidialen Amtszeiten von &bdquo;Cory&ldquo; Aquino (1986-92) und ihrem Sohn Benigno S. <em>&bdquo;Noynoy&ldquo; Aquino <\/em>III. (2010-16) ein besonderes Grauen, verbindet er doch mit diesem Gro&szlig;grundbesitzer-Clan alle Negativ-Etiketten, die einem von ihm verhassten Oligarchentross anhaften &ndash; Arroganz, Elitismus, Snobismus und <em>&bdquo;Trapo&ldquo;<\/em>-tum. Aus dem Spanischen &uuml;bersetzt bedeutet &bdquo;trapo&ldquo; &bdquo;Schmutzlappen&ldquo; oder &bdquo;Schmierlappen&ldquo;, ein in den Philippinen gel&auml;ufiger Ausdruck f&uuml;r &bdquo;traditioneller Politiker&ldquo;. Womit Leute gemeint sind, die, haben sie einmal die B&uuml;hne nationaler Politik betreten, zwangsl&auml;ufig als korrupte Kreaturen des &bdquo;imperialen Manila&ldquo; enden. Kein Wunder, dass einer der beliebtesten Wahlkampfslogans Dutertes darin bestand, &bdquo;solche Elemente&ldquo; (gemeint waren nebst &bdquo;trapos&ldquo; vor allem Drogenbarone und Gro&szlig;kriminelle) im Falle seines Sieges &bdquo;den Fischen in der Manila-Bucht zum Fra&szlig; vorzuwerfen&ldquo;.<\/p><p>Und unter Duterte wurde das Wort <em>&bdquo;dilawan&ldquo;<\/em> (&bdquo;gelb&ldquo; beziehungsweise die Gefolgschaft des &bdquo;gelben&ldquo; Lagers) nachgerade zum Schimpfwort par excellence. &bdquo;Gelb&ldquo; ist die Farbe Aquinos und ihrer politischen Partei, der <em>Liberal Party<\/em>. Dutertes sch&auml;rfster Rivale im Wahlkampfjahr 2016 war mit Manuel &bdquo;Mar&ldquo; Araneta Roxas II. als Kandidat der Liberal Party ebenfalls der Spross einer m&auml;chtigen Familiendynastie und eines weiteren bedeutsamen Politclans. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Dass ausgerechnet zu Dutertes Vize die jetzt amtierende Pr&auml;sidentschaftskandidatin Maria Leonor &bdquo;Leni&ldquo; Robredo gew&auml;hlt worden war (gem&auml;&szlig; philippinischer Verfassung m&uuml;ssen der Pr&auml;sident und sein Stellvertreter nicht derselben Partei angeh&ouml;ren), behagte Duterte gar nicht. &bdquo;Leni&ldquo; galt in seiner frauenfeindlichen Machosicht als &bdquo;Fremdk&ouml;rper&ldquo; in der Regierung und er schnitt und br&uuml;skierte sie, wann und wo immer sich dazu Gelegenheiten bot.<\/p><p>F&uuml;r die Marcoses sind die &bdquo;dilawan&ldquo; aus anderen Gr&uuml;nden verhasst. Diese traten die Nachfolge des 1986 unzeremoniell gest&uuml;rzten Marcos an und &bdquo;unterbrachen&ldquo; so laut Lesart der Marcoses eine Regentschaft, die angeblich das Potenzial gehabt h&auml;tte, die Philippinen im Glanze eines &bdquo;zweiten Singapur&ldquo; erscheinen zu lassen. In diesem Zusammenhang schrieb der Politologe und Kolumnist Antonio Contreras am 19. Februar 2022 in der <em>Manila Times<\/em>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Der EDSA-Aufstand (gemeint ist der Marcos-Sturz Ende Februar 1986 &ndash; RW) war nicht nur ein unvollst&auml;ndiges politisches Projekt, sondern beschr&auml;nkte sich auch weitgehend auf Metro Manila und einige st&auml;dtische Gebiete. Er war nur deshalb erfolgreich, weil das Milit&auml;r seinen Machtanspruch an die zivilen Beh&ouml;rden abtrat, die bewaffneten Rebellen beschlossen, sich aus den politischen Entwicklungen herauszuhalten, und die Filipinos einfach nicht gewaltbereit sind. Aber es gibt keine hegemoniale Pr&auml;senz, die unsere politische Landschaft durchdrungen und ver&auml;ndert hat. Und ohne ein ideologisches R&uuml;ckgrat haben die politischen Eliten, von denen viele noch immer von der Marcos&rsquo;schen Politik gepr&auml;gt sind, einfach die Farbe gewechselt und die Macht &uuml;bernommen. Leider gelang es den Anti-Marcos-Narrativen nicht, Wurzeln zu schlagen und das Bewusstsein der meisten Menschen zu ver&auml;ndern. Die ganze Zeit &uuml;ber blieben die von Marcos aufgebauten Schatten, Strukturen und Netzwerke entweder intakt oder wurden lediglich umgestaltet. Und sie befanden sich im organischen Bewusstsein der Menschen, in den Erinnerungen der Alten, die allm&auml;hlich zu den Jungen durchgesickert sind, insbesondere zu denen, die au&szlig;erhalb der Eliteschulen in Manila und anderen st&auml;dtischen Zentren leben. Das ist der Grund, weshalb Anti-Marcos-Kr&auml;fte bis heute darum k&auml;mpfen, ihre Narrative zu popularisieren, einfach weil diese nie vollst&auml;ndig ins Bewusstsein der Menschen gelangt sind.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Der Marcoses M&auml;r indes, die Philippinen h&auml;tten Mitte der 1980er Jahre unter ihrer fortgesetzten F&uuml;hrung zu einem &bdquo;zweiten Singapur&ldquo; aufsteigen k&ouml;nnen, zerpfl&uuml;ckte ausgerechnet dessen langj&auml;hriger Premierminister Lee Kuan Yew selbst. Dieser verwarf eine solche verkl&auml;rende Sichtweise mit der kritischen Bemerkung:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Der Unterschied liegt in der Kultur des philippinischen Volkes. Es ist eine weiche, nachsichtig-vergebende Kultur. Nur in den Philippinen konnte ein F&uuml;hrer wie Ferdinand Marcos, der sein Land &uuml;ber 20 Jahre lang ausgepl&uuml;ndert hat, noch f&uuml;r ein nationales Begr&auml;bnis in Betracht gezogen werden. Unbedeutende Teile der Beute wurden wiedergefunden, doch seine Frau und seine Kinder durften zur&uuml;ckkehren und sich in der Politik engagieren. Sie unterst&uuml;tzten die siegreichen Pr&auml;sidentschafts- und Kongresskandidaten mit ihren betr&auml;chtlichen Mitteln und traten nach den Pr&auml;sidentschaftswahlen von 1998, aus denen Joseph Estrada als Sieger hervorging, wieder ins politische und gesellschaftliche Rampenlicht.&rdquo; [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Lee betrachtete Marcos nicht nur als Kleptokraten; in seinen Memoiren &auml;u&szlig;erte er sich &uuml;berdies absch&auml;tzig &uuml;ber Manilas B&uuml;rokraten und Technokraten und lehnte nach dem Aquino-Mord im August 1983 seitens des Marcos-Regimes ge&auml;u&szlig;erte Kreditw&uuml;nsche rundweg ab. Dennoch tischt die Wahlkampfmaschinerie von Marcos Junior immerfort und unerm&uuml;dlich die M&auml;r von einem &bdquo;zweiten Singapur&ldquo; auf &ndash; offenbar in der Hoffnung, dass nach st&auml;ndigen Wiederholungen wenigstens etwas h&auml;ngenbleiben werde. Vor allem, so das Kalk&uuml;l, unter jungen Filipinos, die nicht nur den L&ouml;wenanteil der diesj&auml;hrigen W&auml;hler ausmachen und die &bdquo;Marcos-&Auml;ra&ldquo; nur aus Erz&auml;hlungen &bdquo;kennen&ldquo;, sondern die diesmal von einer niemals dagewesenen Desinformations-Welle qua <em>Social Media<\/em> und &auml;hnlicher Foren geradezu &uuml;berschwappt werden. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p><strong>Tr&uuml;be Bilanz des sechsj&auml;hrigen Dutertismo (2016-22)<\/strong><\/p><p>Gemessen an den vollkehlig verk&uuml;ndeten Versprechungen und hochtrabenden Zielen, die Rodrigo R. Duterte im Fr&uuml;hjahr 2016 w&auml;hrend der hei&szlig;en Phase seines Wahlkampfs proklamierte, bedeutete die Amtszeit des 16. Pr&auml;sidenten nicht nur ein Scheitern auf ganzer Linie. Seine Amtszeit war dar&uuml;ber hinaus von einer tiefen gesellschaftlichen Polarisierung und politischen Antagonisierung gekennzeichnet, die neben st&auml;ndig gesch&uuml;rter Angst und Furcht Narben hinterlassen hat, deren Heilungsprozess reichlich Zeit in Anspruch nehmen wird.<\/p><p>Hier seien nur einige, wiewohl markante und von Duterte selbst als priorit&auml;r eingestufte Eckpunkte seiner Administration hervorgehoben und mit der Wirklichkeit konfrontiert.<\/p><p><em>Antidrogenkrieg und unerbittlicher Kampf gegen Kriminalit&auml;t und Korruption:<\/em> Drei bis maximal sechs Monate brauche er zur Ausrottung dieser &Uuml;bel, hatte der Pr&auml;sident zum Auftakt seiner Amtszeit verk&uuml;ndet. Sollte er dieses ehrgeizige Ziel verfehlen, so Duterte weiter, verdiene er es, selbst umgebracht zu werden! Der Antidrogenkrieg mit seinen Abertausenden an Opfern &ndash; die Zahlen schwanken zwischen &bdquo;offiziell&ldquo; &uuml;ber 7.000 bis &uuml;ber 30.000 Toten &ndash; entpuppte sich sehr rasch als gnadenloser Feldzug gegen st&auml;dtische Arme und Marginalisierte, die selbst &bdquo;koksten&ldquo; oder als Kleinkriminelle mit Drogen handelten. Gegen sie galt die pr&auml;sidiale <em>&bdquo;shoot to kill&ldquo;-<\/em>Order, wobei Duterte die Exekutoren dieses Befehls, Mitglieder der<em> Nationalpolizei (PNP)<\/em>,<em> <\/em>mehrfach &ouml;ffentlich vor Strafverfolgung sch&uuml;tzte, die PNP als nationale Institution aber auch wiederholt als &bdquo;bis ins Mark korrupt&ldquo; brandmarkte. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Kein &bdquo;gro&szlig;er Fisch&ldquo; ist jemals w&auml;hrend Dutertes Amtszeit gefasst worden. PNP-Chefs gaben sich die Klinke in die Hand und zumindest einer von ihnen musste demissionieren, da er selbst in dubiose Drogengesch&auml;fte verwickelt war. Eine Rehabilitation von Drogens&uuml;chtigen ward unter Duterte nie und nimmer auch nur ansatzweise erwogen!<\/p><p><em>Erster sozialistischer Pr&auml;sident der Philippinen, der die ann&auml;hernd f&uuml;nf Jahrzehnte w&auml;hrende kommunistische Rebellion im Lande durch Friedensverhandlungen mit dem im politischen Untergrund agierenden B&uuml;ndnis der Nationalen Demokratischen Front der Philippinen (NDFP) &ndash; mitsamt ihren bedeutsamsten Mitgliedsorganisationen der Kommunistischen Partei (CPP) und ihrer Guerillaorganisation in Gestalt der Neuen Volksarmee (NPA) &ndash; ein f&uuml;r alle Mal beendet:<\/em> Da er ausgerechnet als einen seiner vormaligen Lehrer den Gr&uuml;ndungsvorsitzenden der CPP und seit Ende der 1980er Jahre im niederl&auml;ndischen Utrecht im Exil lebenden Jos&eacute; Maria Sison hatte, br&uuml;stete sich Duterte mit seiner N&auml;he zu den Linken und versprach ihnen sogar Kabinettsposten. Die NDFP lehnte dies ab und empfahl stattdessen Personen aus dem fortschrittlichen politischen Lager, die allerdings nach nur kurzer Amtszeit ihre Posten aufgeben mussten, weil die zust&auml;ndige Ernennungskommission des Kongresses ihre Bestallung hintertrieb.<\/p><p>W&auml;hrend Duterte die Linke(n) vereinnahmen wollte, ging\/en Letztere davon aus, den Pr&auml;sidenten ihrerseits f&uuml;r ihre Agenda zu gewinnen, ein Poker, den Duterte eindeutig zu seinen Gunsten entschied. So euphorisch Friedensverhandlungen zwischen beiden Seiten unter der &Auml;gide des norwegischen Au&szlig;enministeriums in Oslo im Sommer 2016 wieder aufgenommen wurden, so harsch endeten sie bereits im Fr&uuml;hjahr 2017 im niederl&auml;ndischen Noordwijk aan Zee. Nunmehr zieh Duterte die NDFP-Verhandlungsf&uuml;hrung des Vertragsbruchs und warf NPA-Kommandeuren &Uuml;bergriffe gegen &bdquo;seine&ldquo; Soldaten vor. Es geh&ouml;rt zum auff&auml;lligen Markenzeichen Dutertes, dass er in der &Ouml;ffentlichkeit stets in der Manier eines Feudalherrn von &bdquo;meinen Soldaten&ldquo; und &bdquo;meinen Polizisten&ldquo; redet. Mit seiner Unterschrift unter <em>Presidential Proclamation 360 <\/em>beendete Duterte am 23. November 2017 formell die Friedensgespr&auml;che mit der NDFP.<\/p><p> Ende 2018 dann der Donnerschlag, als am 4. Dezember dieses Jahres qua pr&auml;sidialer Exekutivorder Nr. 70 die <em>Nationale Task Force zur Beendigung lokaler kommunistischer bewaffneter Konflikte (NTF-ELCAC)<\/em> gebildet wurde, die einen &bdquo;gesamtnationalen&rdquo; Ansatz der Regierung bei der Bek&auml;mpfung der anhaltenden kommunistischen Rebellion im Lande unter F&uuml;hrung der CPP\/NPA\/NDFP institutionalisierte. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Dieser Ansatz steht in scharfem Kontrast zur fr&uuml;heren Politik, die (wiewohl unregelm&auml;&szlig;ige) Friedensgespr&auml;che mit den kommunistischen Rebellen bevorzugte. Die <em>NTF-ELCAC<\/em>-Durchf&uuml;hrungsverordnung wurde am 10. Dezember 2018 publik gemacht. Seitdem ward eine landesweite <em>Counterinsurgency<\/em> (Aufstandsbek&auml;mpfung) exekutiert, die in einem Klima aufgepeitschten Antikommunismus&lsquo; <em>red-tagging<\/em> &ndash; das gezielte Denunzieren von Sozialaktivisten unterschiedlicher Couleur als &bdquo;Kriminelle&ldquo; und\/oder &bdquo;Terroristen&ldquo; &ndash; zur Tagesordnung werden lie&szlig;.<\/p><p>So sind unter Duterte mehr Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten, kritische Journalisten und &Auml;rzte sowie F&uuml;hrer indigener Gemeinschaften, die sich f&uuml;r ihre eigenen Belange und\/oder gegen umweltsch&auml;dliche Gro&szlig;projekte wandten, ums Leben gekommen als w&auml;hrend der gesamten Marcos-&Auml;ra (1965-86). Schlie&szlig;lich unterzeichnete Duterte am 3. Juli 2020 das Republikgesetz Nr. 11479, besser bekannt unter dem Namen <em>Anti-Terrorism Act of 2020 (ATA)<\/em>, das drakonische Ma&szlig;nahmen gegen Verst&ouml;&szlig;e vorsieht <em>&ndash;<\/em> u.a. eine bis zu 24-t&auml;gige Inhaftierung verd&auml;chtiger Personen ohne Haftbefehl und Zugang zu einem Rechtsbeistand. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Durch die Schaffung eines eigenen Antiterror-Rates wird staatlichen &bdquo;Sicherheits&ldquo;organen ein Persilschein ausgestellt, wodurch diese quasi im rechtsfreien Raum nach eigenem Gutd&uuml;nken schalten und walten k&ouml;nnen. Mittlerweile sind zwar s&auml;mtliche 18 Mitgliedsorganisationen der NDFP (darunter die CPP und NPA) als &bdquo;terroristische Organisationen&ldquo; eingestuft, aber eben nicht besiegt. [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] In diesem Sinne scheiterte Duterte ebenso wie alle seine Vorg&auml;nger.<\/p><p><em>Abkehr von Washington und stattdessen die Formierung einer neuen Achse Manila-Beijing-Moskau:<\/em> Diese zu Beginn seiner Amtszeit verk&uuml;ndete au&szlig;enpolitische Kehrtwende zielte ebenfalls darauf ab, linke und fortschrittliche Kr&auml;fte an sich zu binden. Dabei bediente sich Duterte zeitweilig einer antiimperialistischen Rhetorik, indem er US-Kolonialmassaker in den S&uuml;dphilippinen zu Beginn des 20. Jahrhunderts anprangerte und US-Pr&auml;sident Barak Obama einen &bdquo;Hurensohn&ldquo; schalt. Gemeinsame philippinisch-US-amerikanische Truppenman&ouml;ver, die unter der harmonischen Bezeichnung <em>&bdquo;Balikatan&ldquo;<\/em> (&bdquo;Schulter an Schulter&ldquo;) firmieren, erkl&auml;rte Duterte w&auml;hrend seines ersten Staatsbesuchs in der Volksrepublik China im Herbst 2016 f&uuml;r pass&eacute;. Am Ende seiner Amtszeit hat Duterte in punkto Moskau so gut wie nichts vorzuweisen, China profitierte im bilateralen Verh&auml;ltnis ungleich mehr als die Philippinen (von wiederholten milit&auml;rischen Provokationen im S&uuml;dchinesischen Meer und dort verst&auml;rkt errichteten Milit&auml;rinstallationen ganz zu schweigen) und letztlich fanden ausgerechnet die gr&ouml;&szlig;ten Balikatan-Man&ouml;ver just Ende M&auml;rz\/Anfang April 2022 statt! [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Kein Wunder, denn Ausbildung und Trainings philippinischer F&uuml;hrungskader im Milit&auml;r und in der Polizei erfolgten seit Jahrzehnten in US-amerikanischen Milit&auml;rakademien. Der verschlagene Duterte wusste von Anfang an nur zu gut, dass ein auch nur erwogenes Kappen solch traditioneller Bande ihn rasch Kopf und Kragen kosten w&uuml;rde.<\/p><p><em>Keine Kontraktarbeit mehr, Lohnerh&ouml;hungen, verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen inklusive k&uuml;rzere Anfahrwege zu Arbeitspl&auml;tzen durch ein effizienteres Transportsystem:<\/em> Publicitytr&auml;chtig lud Duterte zu Beginn seiner Amtszeit schon mal Arbeiter- und Gewerkschaftsf&uuml;hrer in den Pr&auml;sidentenpalast ein, um sie dort bei Coca Cola und Donuts zu bewirten und jovial bei Laune zu halten. Hinterlassen wurde ein Scherbenhaufen, da sich alle Versprechungen als Worth&uuml;lsen entpuppten. Duterte fuhr einen knallharten neoliberalen Kurs, Kontraktarbeit bl&uuml;ht &ndash; erst recht im Schatten der Covid-19-Pandemie &ndash; wie eh und je, ein effektives staatliches Gesundheitswesen war f&uuml;r diese W&auml;hlerklientel nicht vorhanden und zu guter Letzt versprach der Pr&auml;sident dem internationalen Big Business, sogar hundertprozentiger Eigner philippinischer Unternehmen, Firmen und dergleichen zu werden. Derweil &ouml;ffnete sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter und z&auml;her werdende Verkehrsstaus in der Metropole Manila stellen Passagiere in &ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln t&auml;glich auf die Geduldsprobe, um das einmal in sehr vornehmer Zur&uuml;ckhaltung zu formulieren.<\/p><p>Dazu erkl&auml;rte Sonny Africa, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der in Manila beheimateten <em>Ibon Foundation<\/em>, eines regierungskritischen Rechercheinstituts, k&uuml;rzlich im Interview mit diesem Autor:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Allein die 50 reichsten Filipinos verf&uuml;gen &uuml;ber ein gesch&auml;tztes Nettoverm&ouml;gen in H&ouml;he von 4,1 Billionen Peso (79 Milliarden US-Dollar), eine Summe, die dem Verm&ouml;gen der &auml;rmsten 70 Millionen Filipinos zusammen entspricht. Die &auml;rmsten 11,3 Millionen Familien (46 Prozent aller Familien) haben ein monatliches Einkommen von h&ouml;chstens 22.000 Peso (460 US-Dollar) im Vergleich zu den reichsten 143.000 Familien (den obersten 0,6 Prozent), die &uuml;ber ein monatliches Einkommen ab zehn Millionen Peso (210.000 US-Dollar) beziehungsweise weit dar&uuml;ber hinaus verf&uuml;gen. Selbst dies verschleiert jedoch, wie tief die Armut f&uuml;r die &auml;rmsten Filipinos tats&auml;chlich ist &ndash; die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung verdient weniger als 22.000 Peso monatlich und die &auml;rmsten 12 Prozent (2,9 Millionen Familien) k&auml;mpfen mit 11.000 Peso (230 US-Dollar) oder noch weniger ums nackte &Uuml;berleben. Diese Zahlen messen jedoch nur die Einkommensarmut. Zur Situation der &uuml;berw&auml;ltigenden Mehrheit der Filipinos geh&ouml;ren au&szlig;erdem aber auch das Fehlen angemessener Arbeitspl&auml;tze, mangelnde Bildung, schlechte Gesundheitsversorgung und miserable Wohnverh&auml;ltnisse mit chronischer struktureller Gewalt, Verletzlichkeit und Ausbeutung. Die National Capital Region (NCR), das Ballungszentrum rund um die Metropole Manila, beherbergt 13 der am st&auml;rksten verstopften St&auml;dte der Welt, und die H&auml;lfte der Familien quetscht sich dort in H&auml;user, die gerade mal die Gr&ouml;&szlig;e von knapp zweieinhalb Parkpl&auml;tzen aufweisen. [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Marcos &ndash; Duterte &amp; retour?!<\/strong><\/p><p>Ist also der Sieg des von &bdquo;Bongbong&ldquo; Marcos mit der Duterte-Tochter, Sara Duterte-Carpio, geschmiedeten <em>UniTeam<\/em> programmiert? [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Dreierlei spricht sehr stark daf&uuml;r: Die geballte Kraft finanzieller Ressourcen, die R&uuml;ckendeckung dieses ohnehin schon gewichtigen Tandems seitens zahlreicher Gouverneure und der Gefolgschaften zweier Ex-Pr&auml;sidenten (Gloria Macapagal-Arroyo [2001-10] sowie ihres Vorg&auml;ngers Joseph Estrada [1998-2001]) und das Einspannen staatlicher Apparate in den Wahlkampf &ndash; einschlie&szlig;lich der M&ouml;glichkeit grober Wahlf&auml;lschungen, da die entsprechend automatisierte Maschinerie im Besitz eines Duterte treu ergebenen Gesch&auml;ftsmanns ist. Ganz zu schweigen von den seit Jahresbeginn ver&ouml;ffentlichten Ergebnissen aller im Lande relevanten Meinungsforschungsinstituten. Die n&auml;mlich sahen und sehen Marcos mit weitem Abstand vor seiner Herausforderin &bdquo;Leni&ldquo; Robredo und diese wiederum mit eben solchem Abstand gegen&uuml;ber den anderen acht verbleibenden Kandidaten. Einige philippinische Kommentatoren veranlasste das zu der Bemerkung, das Wahlergebnis stehe eh fest, da sich Marcos bereits in Stratosph&auml;ren bewegte, in die vorzusto&szlig;en es keinem seiner Rivalen gl&uuml;cke.<\/p><p>Unter den zehn Pr&auml;sidentschaftskandidaten war Marcos der Einzige, der sich seitens der staatlichen Wahlkommission (Comelec) ausgerichteten Fernsehdebatten entzog. Sein Standardargument lautete, er werde nicht fair behandelt, die Moderatoren seien voreingenommen und man wolle in seinem Falle zu sehr in die Vergangenheit schauen. Es gehe aber darum, so Marcos, im Sinne seines <em>UniTeam <\/em>den Blick in die Zukunft zu richten und f&uuml;r Einheit im Lande zu sorgen. Interviews gew&auml;hrte Marcos nur handverlesenen Personen. Ansonsten folgte seine Wahlkampfstrategie strikt der Partitur: &Ouml;ffentliche Auftritte en masse, Medienauftritte nach strenger Auswahl, stetiges Erinnern an &bdquo;die goldene &Auml;ra&ldquo; unter seinem Vater, striktes Leugnen eigener Verstrickung w&auml;hrend dessen Amtszeit [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] und immer wieder &ndash; gerade mit Blick auf die jugendlichen W&auml;hler &ndash; die Aufforderung, den Blick in eine harmonische Zukunft zu richten und endlich den unn&ouml;tigen Ballast der Vergangenheit abzuwerfen.<\/p><p>Randy David, emeritierter Soziologieprofessor und Kolumnist des <em>Philippine Daily Inquirer<\/em> <em>(PDI)<\/em>, sprach in diesem Zusammenhang von einem messianischen Element bei den Marcos-Auftritten im vorwiegend katholischen Land, wo sich auf eigent&uuml;mliche Weise tiefe Fr&ouml;mmigkeit mit virulentem Aberglauben verschr&auml;nkt. In der PDI-Ausgabe vom 19. Dezember 2021 betitelte David seine Kolumne denn auch mit <em>&bdquo;Das messianische Motiv in der philippinischen Politik&ldquo;:<\/em><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Darin liegt meiner Meinung nach die heimt&uuml;ckische Kraft von Bongbong Marcos&rsquo; derzeitiger Kampagne f&uuml;r die Pr&auml;sidentschaft. Sie ist unterschwellig in eine messianische Zeit eingebettet. Innerhalb dieses Rahmens werden vergangene Ereignisse ausgeblendet und nur das Bild des Erl&ouml;sers steht im Vordergrund. &sbquo;Alle Dinge sind im Messias zusammengefasst&lsquo;, hei&szlig;t es im Paulusbrief an die Epheser (1,10). Es w&uuml;rde mich nicht &uuml;berraschen, wenn jemand oder eine Gruppe, die sich der Macht dieses messianischen Fadens bewusst ist, hinter der Gestaltung der pr&auml;zisen Botschaften der Marcos-Pr&auml;sidentschaftskampagne steckt. Die Projektion von Bongbong Marcos als einigende Figur ist das Schl&uuml;sselelement in dieser geschickten Aneignung des messianischen Motivs. Er verspricht, alle zu vereinen &ndash; Freunde und Feinde gleicherma&szlig;en &ndash; und alles im Himmel und auf Erden zu vereinen. Noch wichtiger ist, dass er in der Rolle desjenigen erscheint, der alles Vergangene &sbquo;rekapituliert&lsquo; und sich &uuml;ber die Fragmente der Geschichte erhebt, um eine verst&auml;ndliche Vision zu liefern, die sein Vater unerf&uuml;llt lie&szlig;. Dementsprechend unterwirft er sich allen Beleidigungen, die ihm entgegengeschleudert werden, w&auml;hrend er nach au&szlig;en hin unempfindlich gegen&uuml;ber diesen Angriffen bleibt. Er wird sich nicht verteidigen, denn seine Mission ist h&ouml;her und edler: Er vereint alle in sich &ndash; wie der Messias.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Und David f&auml;hrt fort:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Dieses messianische Narrativ erlaubt es ihm, die Vergangenheit zu besch&ouml;nigen und sich denjenigen zu verweigern, die mit der Wahrheit der Fakten argumentieren wollen. Denn die Wahrheit, die er repr&auml;sentieren soll, ist die h&ouml;here Wahrheit der Erl&ouml;sung &ndash; die Befreiung des philippinischen Volkes von Armut, Unterdr&uuml;ckung, Dem&uuml;tigung und Hoffnungslosigkeit. Wenn man die Pr&auml;sidentschaft mit diesen mystisch-religi&ouml;sen Begriffen umschreibt, erscheint jede Debatte &uuml;ber Qualifikationen, Erfahrungen und Leistungsnachweise fast belanglos &ndash; pulitika lang (nur Politik). (&hellip;) Bevor er in die Regierung eintrat, musste er nie seinen Lebensunterhalt verdienen. Als er es schlie&szlig;lich tat, vers&auml;umte er es, Steuern zu zahlen, als ob dies unter seiner W&uuml;rde w&auml;re. Er hat sich nie f&uuml;r eine soziale Sache oder f&uuml;r etwas eingesetzt, das &uuml;ber pers&ouml;nliche oder famili&auml;re Interessen hinausgeht. Er scheint keine Affinit&auml;t zum Heldentum zu haben, weder zum echten noch zum erfundenen. Absolut nichts qualifiziert ihn dazu, eine Vision von Gr&ouml;&szlig;e zu vertreten.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Besonderheiten des Wahlkampfs 2022 oder reichlich Schotter und aufgewirbelter Goldstaub<\/strong><\/p><p>Eine der herausragenden Besonderheiten dieses Wahlkampfs bestand darin, dass politische Parteien so gut wie gar keine Rolle spielten. Das ging gar so weit, dass selbst die herrschende Partei des Pr&auml;sidenten, die <em>Partido Demokratiko Pilipino &ndash; Lakas ng Bayan (Philippinische Demokratische Partei &ndash; St&auml;rke des Volkes, <\/em>kurz: PDP &ndash; Laban), nicht einmal einen eigenen Pr&auml;sidentschaftskandidaten aufzustellen vermochte. Die Partei verfing sich stattdessen in erbitterte Fl&uuml;gelk&auml;mpfe und raffte sich gerade mal auf, die Duterte-Tochter als Vizepr&auml;sidentschaftskandidatin abzusegnen. Immerhin gilt es, hier in Erinnerung zu rufen, dass die Urspr&uuml;nge eben dieser Partei in den 1970er und 1980er Jahren liegen und sie sich explizit als anti-diktatoriales Sprachrohr gegen Marcos&lsquo; Herrschaft in Stellung brachte. Gut vorstellbar, dass sich die Partei schon bald vollends selbst zerlegt oder diverse Lager derselben unter neuen Namen firmierend von m&auml;chtigen Provinzf&uuml;rsten geleitet werden. [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><p>Ein beeindruckender Beweis daf&uuml;r, dass auf den Inseln auch Anno Domini 2022 Personen beziehungsweise Pers&ouml;nlichkeiten weitaus bedeutsamer sind als glatt formulierte politische Programme und politische Clans \/ dominante Familiendynastien eine Manifestation tief verwurzelten Feudalismus sind. Aufs Engste damit verbunden ist das sogenannte <em>hakot-<\/em>Ph&auml;nomen. &bdquo;Hakot&ldquo; bedeutet eigentlich &bdquo;Abholung&ldquo; (z.B. &bdquo;M&uuml;llabfuhr&ldquo;), meint aber im Kontext von Wahlen die eigens von den Kandidaten in Bussen herangekarrten Massen, die mit mehr oder weniger gro&szlig;en Geldscheinen, <em>&bdquo;tsinellas&ldquo;<\/em> (Gummischlappen), Sandwiches und Softdrinks begl&uuml;ckt werden und als Staffage dienen &ndash; f&uuml;r nicht wenige Menschen eine h&ouml;chst willkommene Gelegenheit, wenigstens f&uuml;r Augenblicke dem irdischen Jammertal zu entfliehen.<\/p><p>Dazu &auml;u&szlig;erte sich der auch international renommierte philippinisch-amerikanische Intellektuelle E. San Juan jr. [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] in einem ausf&uuml;hrlichen Interview mit diesem Autor wie folgt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Filipinos, sowohl im In- als auch im Ausland, wurden dazu erzogen, sich mit dem wei&szlig;en ethnischen Normenkodex zu identifizieren, so dass die meisten Filipinos in den USA weiterhin Trump und seine skrupellose rassistische Politik unterst&uuml;tzen. Sie sehen sich nicht als Opfer der imperialen Vorherrschaft der USA. Sie sind dankbar daf&uuml;r, dass sie als Teil des hegemonialen Konsens toleriert oder akzeptiert werden, denn sie sehen sich als Individuen, nicht als unterdr&uuml;ckte Gruppe, die f&uuml;r ihre Anpassungsbem&uuml;hungen belohnt werden. Wir brauchen ein neues Zeitalter der Aufkl&auml;rung mit angemessener P&auml;dagogik, und wir m&uuml;ssen das giftige Erbe des Feudalismus und seiner postmodernen Varianten beseitigen &ndash; ein Virus, das schlimmer ist als SARS-CoV-2 und durch imperialistische Patronage und Wohlt&auml;tigkeit gen&auml;hrt wird.&ldquo; [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>In seiner mit <em>&bdquo;Flohmarkt der Ideen&ldquo;<\/em> betitelten Kolumne im <em>Philippine Daily Inquirer<\/em> schrieb Joel Ruiz Butuyan am 28. April 2022 &uuml;ber die Pr&auml;sidentschaftskandidatin und deren Gefolgschaft:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Das Besondere an Robredo ist, dass sie ihre Anh&auml;nger zu uneigenn&uuml;tzigem und patriotischem Handeln inspirieren kann. Robredos Kandidatur hat eine Art von Freiwilligenarbeit ausgel&ouml;st, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben. Als Cory Aquino gegen Ferdinand Marcos Sr. kandidierte, gab es Ankl&auml;nge an diese Art von Freiwilligkeit, die jedoch aufgrund der Gewaltbereitschaft der Marcos-Diktatur ged&auml;mpft wurden. Zehn- oder sogar Hunderttausende von Robredo-Wahlkampfhelfern haben sich &uuml;ber das ganze Land verstreut. Die Haus-zu-Haus-Kampagne, die f&uuml;r Robredo gef&uuml;hrt wird, ist beispiellos f&uuml;r einen Pr&auml;sidentschaftswahlkampf. Alle anderen vergangenen und gegenw&auml;rtigen Pr&auml;sidentschaftskampagnen konnten nur Kundgebungen durchf&uuml;hren, bei denen sich die Menschen versammelten, um Reden zu h&ouml;ren. Es ist auch beispiellos, dass die Unterst&uuml;tzer eines Kandidaten (Robredo) ihr eigenes Geld ausgeben, um Wahlkampfutensilien zu kaufen, die sie selbst verteilen. Selbst bei dem riesigen Vorsprung, den Ferdinand Marcos Jr. als Spitzenkandidat in den Umfragen genie&szlig;t, sehen wir nicht, dass seine Anh&auml;nger auch nur einen Bruchteil davon tun.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Zu Recht sehen zahlreiche politische Beobachter, Analysten und Medienleute in den Philippinen in den Wahlen am 9. Mai <em>den<\/em> Lackmustest f&uuml;r einen grundlegenden Wandel in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur. Ginge das Marcos-Duterte-Tandem aus ihnen siegreich hervor, bedeutete das die Kontinuit&auml;t von dynastischer Erbfolge, Despotie und einer desolaten Menschenrechtslage und lie&szlig;e das Land innerhalb des s&uuml;dostasiatischen Staatenbundes <em>ASEAN<\/em> [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] &ndash; makro&ouml;konomisch betrachtet &ndash; zum Schlusslicht werden. In diesem Zusammenhang sind die folgenden Zeilen aus der Feder des politischen Kommentators und Kolumnisten Richard Heydarian im <em>Philippine Daily Inquirer<\/em> vom 26. April 2022 als aufr&uuml;ttelnder Appell zum <em>not-<\/em>wendigen Kurswechsel zu lesen, den er mit dem Namen Robredo verkn&uuml;pft, weil diese Kandidatin noch am ehesten die Versprechen von 1986 einzul&ouml;sen verm&ouml;chte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Dank der aufrichtigen F&uuml;hrung von Corazon Aquino, einer Witwe ohne Erfahrung in der Politik, gelang es uns, eine bankrotte Diktatur zu &uuml;berwinden. Die Realit&auml;t ist jedoch, dass das Post-Edsa-Regime (gemeint ist die &Auml;ra nach dem Marcos-Sturz Ende Februar 1986 &ndash; RW), das den Marcos&rsquo;schen Albtraum abl&ouml;ste, erb&auml;rmlich mangelhaft blieb und die gro&szlig;en republikanischen Ideale, die die Volksmachtrevolution vor drei Jahrzehnten befl&uuml;gelten, weitgehend nicht verk&ouml;rperte. In Ermangelung radikaler Reformen und einer umgestaltenden F&uuml;hrung wurden in der &Auml;ra nach Marcos mehr als 80 Prozent der gew&auml;hlten legislativen &Auml;mter von selbsts&uuml;chtigen politischen Dynastien beherrscht. Gleichzeitig erm&ouml;glichte eine einseitige Wirtschaftspolitik den 40 reichsten Familien, bis zu 76 Prozent des neu geschaffenen Reichtums der j&uuml;ngeren Geschichte an sich zu rei&szlig;en. Dies ist ein erstaunliches Ausma&szlig; an Ungleichheit und Verm&ouml;genskonzentration, was unsere demokratischen Bestrebungen zum Gesp&ouml;tt gemacht hat. Kein Wunder also, dass eine Umfrage des Pew Research Center [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>] aus dem Jahr 2020 ergab, dass fast die H&auml;lfte der Filipinos der Meinung ist, dass die meisten gew&auml;hlten Vertreter sich nicht um die normalen B&uuml;rger k&uuml;mmern, w&auml;hrend eine fr&uuml;here Pew-Umfrage ergab, dass nur 15 Prozent der Filipinos sich voll und ganz f&uuml;r eine liberale demokratische Politik einsetzen. Vor dem Hintergrund dieser weit verbreiteten Unzufriedenheit und Mutlosigkeit besteht die einzige M&ouml;glichkeit, unsere Demokratie zu retten, darin, f&uuml;r eine echte Demokratie einzutreten. Lenis historische Kandidatur stellt wohl die zweite Chance f&uuml;r das philippinische Volk dar, die wahren Bestrebungen der Edsa-People-Power-Revolution von 1986 zu verwirklichen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Dr. Rainer Werning<\/strong> ist u.a. Ko-Herausgeber, Autor und Ko-Autor der drei folgenden Philippinen-B&uuml;cher: <a href=\"https:\/\/www.regiospectra.de\/buecher\/handbuch-philippinen-detail\">Handbuch Philippinen<\/a> * <a href=\"https:\/\/www.neuerweg.de\/bucher\/krone-kreuz-und-krieger-europaeische-vermaechtnisse-in-den-philippinen\/krone-kreuz-und-krieger-europaeische-vermaechtnisse-in-den-philippinen\">Krone, Kreuz und Krieger &ndash; Europ&auml;ische Verm&auml;chtnisse in den Philippinen<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/neuerweg.de\/bucher\/ein-leben-im-widerstand-gespraeche-ueber-imperialismus-sozialismus-und-befreiung\">Ein Leben im Widerstand &ndash; Gespr&auml;che &uuml;ber Imperialismus, Sozialismus und Befreiung<\/a><\/p><p><em><strong>Quellen &amp; weiterf&uuml;hrende Lekt&uuml;re<\/strong><\/em><\/p><p>Belinda A. Aquino (1999): <em>Politics of Plunder: The Philippines Under Marcos<\/em>. Quezon City (2^nd ed. with an epilogue)<\/p><p>Naomi B. Arata\/Ador R. Torneo\/Antonio P. Contreras (2020): <em>Partisanship, Political Support, and Information Processing Among President Rodrigo Duterte&rsquo;s Supporters and Non-Supporters<\/em>, in: Philippine Political Science Journal 41, no. 1-2 (2020): 73-105 * <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Ador-Torneo\/publication\/346796007_Partisanship_Political_Support_and_Information_Processing_Among_President_Rodrigo_Duterte's_Supporters_and_Non-Supporters\/links\/60a0746892851cfdf33807d2\/Partisanship-Political-Support-and-Information-Processing-Among-President-Rodrigo-Dutertes-Supporters-and-Non-Supporters.pdf?origin=publication_detail\">researchgate.net\/&hellip;\/Partisanship-Political-Support-and-Information-Processing-Among-President-Rodrigo-Dutertes-Supporters-and-Non-Supporters.pdf?origin=publication_detail<\/a><\/p><p>Walden Bello (2017): <em>Duterte fascism and naked force ruling Philippines<\/em> | Asia Pacific Report * <a href=\"https:\/\/asiapacificreport.nz\/2017\/03\/08\/walden-bello-duterte-fascism-and-naked-force-ruling-philippines\/\">asiapacificreport.nz\/2017\/03\/08\/walden-bello-duterte-fascism-and-naked-force-ruling-philippines\/<\/a><\/p><p>Raymond Bonner (1987): <em>Waltzing with a Dictator: The Marcoses and the Making of American Policy<\/em>. New York<\/p><p>Center for People Empowerment in Governance (CenPEG &ndash; 2021):<em> Clash of Political Dynasties accents May 2022 Elections<\/em> * <a href=\"https:\/\/www.cenpeg.org\/2021\/12-DEC-2021\/CLASH_OF_POLITICAL_DYNASTIES_ACCENTS_MAY_2022_ELECTIONS.html\">cenpeg.org\/2021\/12-DEC-2021\/CLASH_OF_POLITICAL_DYNASTIES_ACCENTS_MAY_2022_ELECTIONS.html<\/a><\/p><p>Richard Javad Heydarian (2018): <em>The Rise of Duterte: A Populist Revolt against Elite Democracy.<\/em> Singapore<\/p><p><em>International Coalition for Human Rights in the Philippines<\/em> ((ICHRP &ndash; 2022) * <a href=\"https:\/\/ichrp.net\/iom\/\">ichrp.net\/iom\/<\/a><\/p><p><em>International Coalition for Human Rights in the Philippines<\/em> (2022): International Observer Mission (IOM) Bulletin No. 1 * <a href=\"https:\/\/ichrp.net\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IOM-Bulletin-1-German.pdf\">ichrp.net\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IOM-Bulletin-1-German.pdf<\/a><\/p><p>Tim Kuschnerus\/Rainer Werning (1987): <em>Die Philippinen unter Aquino &ndash; Facetten eines Machtwechsels<\/em>. Frankfurt a.M.<\/p><p>Lee Kuan Yew (2000): <em>From Third World to First. The Singapore Story: 1965&ndash;2000. Memoirs.<\/em> Singapore<\/p><p>Alfred W. McCoy (Ed. &ndash; 2009): <em>An Anarchy of Families: State and Family in the Philippines<\/em>. Madison<\/p><p>Primitivo Mijares (2017): <em>The Conjugal Dictatorship of Ferdinand and Imelda Marcos<\/em> (2nd rev. Edition). Quezon City<\/p><p>Jonathan Miller (2018): <em>Duterte Harry &ndash; Fire and Fury in the Philippines. <\/em>Melbourne\/London<\/p><p>Philippinische Wahlkommission (COMELEC) &ndash; <em>Liste der Pr&auml;sidentschafts- und Vizepr&auml;sidentschaftskandidaten sowie der sich f&uuml;r einen Senatssitz bewerbenden Personen<\/em> am 9. Mai 2022 * <a href=\"https:\/\/comelec.gov.ph\/php-tpls-attachments\/2022NLE\/TentativeListsofCandidates\/NATIONAL_01112022.pdf\">comelec.gov.ph\/php-tpls-attachments\/2022NLE\/TentativeListsofCandidates\/NATIONAL_01112022.pdf<\/a><\/p><p>Susan F. Quimpo and Nathan Gilbert Quimpo foreword by Vicente L. Rafael (2016): <em>Subversive Lives: A Family Memoir of the Marcos Years.<\/em> Athens, OH<\/p><p>Joel Rocamora (2021): <em>Duterte&rsquo;s Time Could Be Running Out<\/em> &ndash; Rosa-Luxemburg-Stiftung * <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/en\/news\/id\/45179\/dutertes-time-could-be-running-out\">rosalux.de\/en\/news\/id\/45179\/dutertes-time-could-be-running-out<\/a><\/p><p>Joel Rocamora (2022): <em>[OPINION] The May elections are near<\/em> \/ Rappler * <a href=\"https:\/\/www.rappler.com\/voices\/thought-leaders\/opinion-the-may-elections-are-near\/\">rappler.com\/voices\/thought-leaders\/opinion-the-may-elections-are-near\/<\/a><\/p><p>David A. Rosenberg (Ed. &ndash; 1979): <em>Marcos and Martial Law in the Philippines<\/em>. Ithaca, NY<\/p><p>Rainer Werning (1986): <em>Marcos am Ende der Sackgasse? Die Philippinen vor den Februarwahlen<\/em>, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik. Jg. 31, H 1, S. 74 &ndash; 86. Bonn<\/p><p>Rainer Werning\/J&ouml;rg Schwieger (Hg. &ndash; 2019): <em>Handbuch Philippinen: Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur<\/em> (6., akt. &amp; erw. Auflage). Berlin<\/p><p>David Wurfel (1977): <em>Martial Law in the Philippines: The Methods of Regime Survival,<\/em> in: <em>Pacific Affairs,<\/em> Vol. 50, No. 1, pp. 5-30 * <a href=\"https:\/\/davidwurfel.ca\/martial-law-in-the-philippines-the-methods-of-regime-survival\">davidwurfel.ca\/martial-law-in-the-philippines-the-methods-of-regime-survival<\/a><\/p><p>David Wurfel (1988): <em>Filipino Politics &ndash; Development and Decay<\/em>. Ithaca: Cornell University Press<\/p><p>Daniel B. Schirmer\/Stephen Rosskamm Shalom (Eds. &ndash; 1987): <em>The Philippines Reader: A History of Colonialism, Neocolonialism, Dictatorship, and Resistance<\/em>. Boston<\/p><p>Sterling Seagrave (1988): <em>The Marcos Dynasty: The Corruption of Ferdinand and Imelda Marcos.<\/em> New York<\/p><p>Robert B. Stauffer (1986): <em>The Philippines under Marcos: Failure of Transnational Developmentalism<\/em>. Sydney<\/p><p>Bobby M. Tuazon (2022): <em>A Race for Power of Political Dynasties<\/em> * <a href=\"https:\/\/www.cenpeg.org\/2022\/01-JAN-2022\/A_Race_for_Power_of_Political_Dynasties.html\">cenpeg.org\/2022\/01-JAN-2022\/A_Race_for_Power_of_Political_Dynasties.html<\/a> <em>&amp;<\/em> <a href=\"https:\/\/www.manilatimes.net\/2022\/05\/02\/opinion\/editorial\/political-dynasties-set-to-overwhelm-senate\/1842008\">manilatimes.net\/2022\/05\/02\/opinion\/editorial\/political-dynasties-set-to-overwhelm-senate\/1842008<\/a><\/p><p>Titelbild: Mirt Alexander\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Dort befand sich auf einem Privatgrundst&uuml;ck der Marcos-Familie das Marcos-Mausoleum. Heute ist dort noch immer ein Marcos-Museum untergebracht, das regelm&auml;&szlig;ig von Schulklassen besucht wird und quasi als Hort der Marcos-Verehrung gilt. Als ich diesen Ort im Fr&uuml;hjahr 2016 das letzte Mal besuchte, begr&uuml;ndeten die Lehrer\/innen ihre Schulklassenvisite damit, dass Marcos &bdquo;der gr&ouml;&szlig;te Ilocano und unser bester Pr&auml;sident&ldquo; gewesen sei.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Ausf&uuml;hrlich in: Rainer Werning: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40495\">15 Monate Dutertismo &ndash; Ann&auml;herungen an ein philippinisches Ph&auml;nomen<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Andrew J. Masigan: <a href=\"https:\/\/www.philstar.com\/opinion\/2022\/04\/27\/2177023\/why-most-dynasties-oppose-robredo-presidency\">philstar.com\/opinion\/2022\/04\/27\/2177023\/why-most-dynasties-oppose-robredo-presidency<\/a> &ndash; Roxas&lsquo; Gro&szlig;vater war der erste Pr&auml;sident der am 4. Juli 1946 ausgerufenen Republik der Philippinen und sein Vater Senatspr&auml;sident * <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Mar_Roxas\">en.wikipedia.org\/wiki\/Mar_Roxas<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Satur C. Ocampo: <a href=\"https:\/\/www.philstar.com\/opinion\/2016\/04\/15\/1573342\/lee-kuan-yew-marcos-and-politics-elite%20\/\"><em>Lee Kuan Yew on Marcos and the politics of the elite<\/em><\/a> * <a href=\"https:\/\/www.esquiremag.ph\/long-reads\/features\/lee-kuan-yew-ferdinand-marcos-a00203-20211006-lfrm\/\">esquiremag.ph\/long-reads\/features\/lee-kuan-yew-ferdinand-marcos-a00203-20211006-lfrm \/<\/a> <a href=\"https:\/\/pressone.ph\/fact-check-singapores-lee-kuan-yew-said-marcos-pillaged-ph-during-20-year-rule\/\">pressone.ph\/fact-check-singapores-lee-kuan-yew-said-marcos-pillaged-ph-during-20-year-rule\/<\/a> <em>&amp;<\/em> <a href=\"https:\/\/newsinfo.inquirer.net\/byline\/kurt-dela-pena\">Kurt Dela Pe&ntilde;a<\/a>: <a href=\"https:\/\/newsinfo.inquirer.net\/1490968\/marcos-martial-law-golden-age-for-corruption-abuses\"><em>Marcos&rsquo; martial law: Golden age for corruption, abuses | Inquirer News<\/em><\/a> *<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Ausf&uuml;hrlich in: Marina Wetzlmaier: <a href=\"https:\/\/www.asienhaus.de\/public\/user_upload\/Asienhaus_Blickwechsel_22-04_phibue_Desinformation_FINAL.pdf\">asienhaus.de\/public\/user_upload\/Asienhaus_Blickwechsel_22-04_phibue_Desinformation_FINAL.pdf<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/news.abs-cbn.com\/news\/09\/17\/16\/duterte-tells-troops-in-drug-war-i-will-protect-you\">news.abs-cbn.com\/news\/09\/17\/16\/duterte-tells-troops-in-drug-war-i-will-protect-you<\/a> <em>&amp; <\/em><a href=\"https:\/\/news.abs-cbn.com\/focus\/01\/30\/17\/you-are-corrupt-to-the-core-duterte-tells-cops\">news.abs-cbn.com\/focus\/01\/30\/17\/you-are-corrupt-to-the-core-duterte-tells-cops<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/National_Task_Force_to_End_Local_Communist_Armed_Conflict\">en.wikipedia.org\/wiki\/National_Task_Force_to_End_Local_Communist_Armed_Conflict<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Anti-Terrorism_Act_of_2020\">en.wikipedia.org\/wiki\/Anti-Terrorism_Act_of_2020<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Laut einem Bericht in der Tageszeitung <em>Philippine Star<\/em> vom 18. April 2022 r&auml;umte Duterte ein, dass die Kommunisten mit ihrer Behauptung, in den Philippinen herrsche immer noch Feudalismus, Recht haben, und er erinnerte daran, als B&uuml;rgermeister von Davao City &bdquo;ein Freund der Rebellen&ldquo; gewesen zu sein. Gleichzeitig musste er jedoch sein Scheitern, die CPP\/NPA\/NDFP noch w&auml;hrend seiner Amtszeit &bdquo;auszuschalten&ldquo;, mit den Worten konzedieren: <em>&bdquo;Aber ich hoffe, dass derjenige, der nach mir an die Macht kommt, versuchen wird, sich wieder anzun&auml;hern, und ich bete, dass es gelingen wird. Ich bin nur f&uuml;r die Nation da. Bei allem, was ich tue, bei allem, was ich sage, geht es wirklich um mein Land, um nichts anderes&rdquo;. &ndash; <\/em>Siehe dazu auch:<em> <\/em>Kurt Dela Pe&ntilde;a: <em>Breaking the promise of peace, Duterte turns from rebel &lsquo;friend&rsquo; to worst foe<\/em> * <a href=\"https:\/\/newsinfo.inquirer.net\/1462040\/breaking-the-promise-of-peace-duterte-turns-from-rebel-friend-to-worst-foe\">newsinfo.inquirer.net\/1462040\/breaking-the-promise-of-peace-duterte-turns-from-rebel-friend-to-worst-foe<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Francis Earl Cueto: <em>Biggest Balikatan war exercises kick off,<\/em> in: <em>The Manila Times<\/em> vom 29. M&auml;rz 2022 * <a href=\"https:\/\/www.manilatimes.net\/2022\/03\/28\/news\/biggest-balikatan-exercises-kick-off\/1837925\">manilatimes.net\/2022\/03\/28\/news\/biggest-balikatan-exercises-kick-off\/1837925<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Ausf&uuml;hrlich in: <a href=\"https:\/\/www.asienhaus.de\/public\/user_upload\/Asienhaus_Blickwechsel_22-04_phibue_R._Werning.pdf\">Rainer Werning im Gespr&auml;ch mit Sonny Africa<\/a>. -&ndash; Siehe ferner: <a href=\"https:\/\/www.manilatimes.net\/2022\/05\/01\/news\/national\/labor-day-demands-wage-hike-end-endo\/1841924\">manilatimes.net\/2022\/05\/01\/news\/national\/labor-day-demands-wage-hike-end-endo\/1841924<\/a> <em>&amp;<\/em> der Leitartikel des <em>Philippine Daily Inquirer<\/em> vom 1. Mai 2022 * <a href=\"https:\/\/opinion.inquirer.net\/152535\/dignity-of-work\">opinion.inquirer.net\/152535\/dignity-of-work<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Zum bizarren Hickhack im Vorfeld und w&auml;hrend der Kandidatenaufstellungen Ende vergangenen Jahres siehe Rainer Werning: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79354\">Kakophonie der Schamlosigkeiten<\/a> &ndash; Zur endg&uuml;ltigen Kandidatenliste siehe unter <em>Quellen<\/em> den Eintrag ad <em>Philippinische Wahlkommission (COMELEC).<\/em><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Jeannette I. Andrade: <em>Marcos Jr. defends father&rsquo;s rule<\/em> | Inquirer News * <a href=\"https:\/\/newsinfo.inquirer.net\/1589037\/marcos-defends-fathers-rule\">newsinfo.inquirer.net\/1589037\/marcos-defends-fathers-rule<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Unexplained_wealth_of_the_Marcos_family\">Unexplained wealth of the Marcos family &ndash; Wikipedia<\/a> *  <em>&amp; <\/em> <a href=\"https:\/\/mb.com.ph\/2022\/03\/26\/all-in-the-family-sandro-says-hes-inspired-by-dad-trained-by-uncle\/\">mb.com.ph\/2022\/03\/26\/all-in-the-family-sandro-says-hes-inspired-by-dad-trained-by-uncle\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Ana Marie Pamintuan: <em>Quo vadis, PDP-Laban?<\/em> | Philstar.com * <a href=\"https:\/\/www.philstar.com\/opinion\/2021\/05\/31\/2101961\/quo-vadis-pdp-laban\">philstar.com\/opinion\/2021\/05\/31\/2101961\/quo-vadis-pdp-laban<\/a> <em>&amp; <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/PDP%E2%80%93Laban\">en.wikipedia.org\/wiki\/PDP%E2%80%93Laban<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/E._San_Juan_Jr.\">en.wikipedia.org\/wiki\/E._San_Juan_Jr<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] <a href=\"https:\/\/fisch-und-vogel.de\/2022\/01\/wir-muessen-das-giftige-erbe-des-feudalismus-beseitigen\/\">fisch-und-vogel.de\/2022\/01\/wir-muessen-das-giftige-erbe-des-feudalismus-beseitigen\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/ASEAN\">de.wikipedia.org\/wiki\/ASEAN<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Pew_Research_Center\">en.wikipedia.org\/wiki\/Pew_Research_Center<\/a> <em>&amp;<\/em> <a href=\"https:\/\/www.pewresearch.org\/\">pewresearch.org\/<\/a><\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/97467bcf34504fc1af13f20f3dbfe701\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine andere Familie &ndash; pr&auml;ziser: kein anderer politischer Clan &ndash; hat seit der Gr&uuml;ndung der Republik der Philippinen am 4. Juli 1946 so dauerhaft und tiefgreifend das politische Geschehen in dem s&uuml;dostasiatischen Inselstaat bestimmt wie die aus der n&ouml;rdlichen Ilocos-Region stammende Marcos-Familie. Ferdinand E. Marcos sen. konnte sich von Ende 1965 bis zum Februar 1986<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83640\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":83380,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,126,20,127,132,190],"tags":[2871,1740,1092,2183,1760,3228,3037,2840,1337,1971,687,1556,1347,467],"class_list":["post-83640","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-erosion-der-demokratie","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wahlen","tag-antikommunismus","tag-arbeitsbedingungen","tag-drogen","tag-duterte-rodrigo","tag-kriminalitaet","tag-marcos-jr-ferdinand","tag-marcos-ferdinand","tag-massenmord","tag-oligarchen","tag-philippinen","tag-ungleichheit","tag-usa","tag-wahlkampf","tag-wahlprognose"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/shutterstock_2037458597-1.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/83640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=83640"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/83640\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83643,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/83640\/revisions\/83643"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/83380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=83640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=83640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=83640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}