{"id":83777,"date":"2022-05-11T14:32:20","date_gmt":"2022-05-11T12:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83777"},"modified":"2022-05-11T14:58:21","modified_gmt":"2022-05-11T12:58:21","slug":"tesla-ungewollt-veroeffentlichte-neuigkeiten-aus-einer-zu-grossen-fabrik-an-einem-falschen-ort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83777","title":{"rendered":"Tesla \u2013 ungewollt ver\u00f6ffentlichte Neuigkeiten aus einer zu gro\u00dfen Fabrik an einem falschen Ort"},"content":{"rendered":"<p>Elon Musk ist stets f&uuml;r eine Schlagzeile gut, klar, tr&auml;gt er doch den Titel &bdquo;Reichster Mensch der Welt&ldquo;. Dem Geldscheffler gelang gerade ein gigantischer Schachzug auf dem Feld des &bdquo;Investoren-Monopoly-ich-mach-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gef&auml;llt&ldquo;: Musk kaufte Twitter f&uuml;r zig Milliarden. Der US-Amerikaner sagt dazu via seiner Portale, er stehe f&uuml;r die Freiheit des Wortes, die freie Rede, die freie Meinung, die freien Gedanken, die frei sind &ndash; mittels seines Twitter-Dienstes. Nebenher ger&auml;t sein anderes Projekt, die gigantische GIGA-E-AUTO-FABRIK bei Berlin erneut ins Blickfeld. Es sind an sich keine schmeichelhaften Neuigkeiten: Die Fabrik ist nicht umweltfreundlich, braucht zuviel Wasser, beeintr&auml;chtigt neben der Natur auch die Lebensqualit&auml;t der Anwohner. Was soll&rsquo;s. Bei allem wirkt die Politik ja steigb&uuml;gelhalterisch mit, Musk freut es, er kann seine &bdquo;Visionen&ldquo; wie gew&uuml;nscht durchsetzen. Bei einem neuerlichen Vorfall in der Fabrik ist nun mindestens bemerkenswert, wie dieser das Licht der &Ouml;ffentlichkeit erblickte. &Uuml;ber Twitter geschah dies &ndash; nicht. Von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWas w&uuml;rde Tesla-Chef Elon Musk sagen, wenn auf seinem brandneu eigenen Portal Twitter, so wie er es ja will, v&ouml;llig frei und kritisch besprochen wird, dass seine Giga-Fabrik im Brandenburgischen keine wirklich lobend zu erz&auml;hlende Erfolgsgeschichte ist, dass diese hingegen als Beispiel f&uuml;r entfesselten Neoliberalismus, dass diese voller R&uuml;ckschritt, Wahnsinn und Verachtung steht? Er wird es gelassen zulassen. Am Werktor des Fabrikmonsters im Brandenburgischen aber, da gibt man wie &uuml;berall in Deutschland als Arbeitnehmer einige seiner b&uuml;rgerlichen Rechte ab, inklusive, dass man darauf verzichtet, Kritik zu &auml;u&szlig;ern, M&auml;ngel offen anzuzeigen. Dennoch zwitscherte es nun aus den Werkhallen Musks.   <\/p><p>Es geht um dieses Ereignis:<\/p><blockquote><p>\n15.000 Liter Chemikalien, das entspricht in etwa einer Lkw-Ladung, sind am 11. April in den Werkshallen der Lackiererei ausgelaufen. Das meiste davon wurde offenbar problemlos wieder beseitigt, allerdings liefen zwei bis drei Liter drau&szlig;en vor der Lackiererei aus &ndash; auch das noch eine Menge, die durchaus das Potenzial hat, Zehntausende Liter Trinkwasser zu verunreinigen. Fotos von dem Vorfall lassen Umweltsch&uuml;tzer bef&uuml;rchten, dass die Substanz ins Erdreich gelangt sein k&ouml;nnte. (Der Freitag)\n<\/p><\/blockquote><p>Im Land der Transparenz, der Demokratie und des Unternehmertums samt der Begleitung durch die Beh&ouml;rden kam dieser Vorfall nicht so, wie es sich f&uuml;r Transparenz und so weiter geh&ouml;rt, an die &Ouml;ffentlichkeit, sondern: <\/p><blockquote><p>\nBekannt geworden ist der Vorfall nur, weil ein Mitarbeiter des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE) zuf&auml;llig am 12. April auf dem Gel&auml;nde war, die ausgelaufenen Chemikalien mitsamt Bindemittel fotografierte und die Bilder sp&auml;ter von der &Ouml;DP und Umweltverb&auml;nden ver&ouml;ffentlicht wurden. Es war der Mitarbeiter, der die WSE-Zentrale &uuml;ber den Vorfall informierte, nicht die Beh&ouml;rden oder der Konzern. Dabei ist anzunehmen, dass ein Wasserversorger interessiert daran ist, zu erfahren, wenn im direkten Einzugsgebiet eines Trinkwasserbrunnens Chemikalien ausgelaufen sind, die das Grundwasser belasten k&ouml;nnten.  (Der Freitag)\n<\/p><\/blockquote><p>Das Handeln von Tesla und den Beh&ouml;rden stellt eine Best&auml;tigung dessen dar, was auch im Artikel &bdquo;Tesla und Musk &ndash; beides sind nicht die Zukunft. Oder doch?&ldquo; besprochen und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80011\">kritisiert wurde<\/a>.   <\/p><p>Es ist folgerichtig, nachdem dieses &uuml;berdimensionierte Unternehmen mitten in die Landschaft &bdquo;gezimmert&ldquo; wurde und inzwischen &bdquo;liefert&ldquo; (immerhin bis zu 500.000 Autos pro Jahr, produziert von bis zu 12.000 Mitarbeitern), dass Entscheidungen von Beh&ouml;rden wie von Musk weiterhin und stabil an den wirklichen Interessen der Bev&ouml;lkerung vorbei getroffen werden. Wie ist sonst zu erk&auml;ren, dass eine hartn&auml;ckige Salamitaktik zu erleben ist?  <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&hellip;von den Beh&ouml;rden und Tesla kamen nur scheibchenweise und ausschlie&szlig;lich auf Nachfrage oder in Reaktion auf ver&ouml;ffentlichtes Bildmaterial. &bdquo;Transparenz sieht anders aus&ldquo;, findet Thomas L&ouml;b, Landesvorsitzender der &Ouml;DP Brandenburg. &bdquo;Wir wissen nicht, welche Chemikalien in der Fabrik zum Einsatz kommen, wie sehr sie unser Grundwasser gef&auml;hrden k&ouml;nnten oder wie in einem gr&ouml;&szlig;eren St&ouml;rfall reagiert wird.&ldquo; Andere Unternehmen, auch Autohersteller, legen das offen. Bei Tesla sind die Informationen &uuml;ber die meisten Chemikalien dagegen ein Betriebsgeheimnis. (Der Freitag)\n<\/p><\/blockquote><p>Bis zum n&auml;chsten Unfall ist es wohl nur eine Frage der Zeit. Tesla und die Beh&ouml;rden &ndash; sie planen und praktizieren das Aussitzen, das Augen zu und durch. Der Grund: Tesla ist ein deutscher Industriestandort, Vorzeigeobjekt, Arbeitspl&auml;tze inklusive. Die Folgen tragen die Menschen, besch&auml;digen die Natur. Der Umgang der Macher wirft Fragen bei engagierten B&uuml;rgern auf:<\/p><blockquote><p>\nDem Landesamt f&uuml;r Umwelt (LfU) zufolge sei es durch den Vorfall nicht zu einer Belastung von B&ouml;den oder Grundwasser gekommen. &bdquo;Aber wenn es zu einem richtigen St&ouml;rfall kommt, beispielsweise einem Brand, was passiert dann?&ldquo;, fragt Steffen Schorcht von der B&uuml;rgerinitiative Gr&uuml;nheide. Schorcht lebt knapp 1.000 Meter Luftlinie entfernt vom Tesla-Werk. Er war beteiligt an der neuen Festlegung des Wasserschutzgebiets in der Region, das 2019 endg&uuml;ltig festgesetzt und ausgeweitet wurde. Das Gel&auml;nde, &uuml;ber das Tesla bereits zu der Zeit mit dem Land Brandenburg verhandelte, fiel damit in das neue Wasserschutzgebiet. (Der Freitag)\n<\/p><\/blockquote><p>Halten wir fest: Die riesengro&szlig;e Autofabrik steht dort, wo sie nicht stehen d&uuml;rfte, es werden Autos gebaut, die (noch) nicht wirklich zukunftstauglich sind, obwohl sie modern und chic aussehen und sogar elektrisch betrieben werden, also keine &bdquo;Verbrenner&ldquo; sind. Okay. Die Folgen der Standortwahl, der Dimension der Produktionsmenge, der Bulldozermentalit&auml;t der Beteiligten aber sind, dass zuviel an Fl&auml;che, an Ressourcen, vor allem an Wasser beansprucht wird und die B&uuml;rger der Region bedroht sind. <\/p><p>Man kann es sich nicht ausdenken, was gerade allen Ernstes diskutiert wird: eine Mengen-Limitierung des Verbrauchs von Wasser f&uuml;r private Haushalte. Also sparen, damit  bei Tesla das H2O munter und stabil pl&auml;tschern kann? Derlei &bdquo;Politik&ldquo; ist lediglich die logische Fortsetzung des &bdquo;wirtschaftsfreundlichen Kurses&ldquo; bis hinauf aus den ganz wichtigen Amtsstuben der Republik:   <\/p><blockquote><p>\nDoch die Fabrik wurde im Schnellverfahren durchgedr&uuml;ckt. Vorgezogene Genehmigungen, regelm&auml;&szlig;ige &Auml;nderungen der Planungen, kaum Informationen f&uuml;r Presse und &Ouml;ffentlichkeit. Nach Einwendungen von Umweltverb&auml;nden wurde die Batteriefabrik einfach vom Plan gestrichen und durch eine Lagerhalle ersetzt, die &ndash; &Uuml;berraschung &ndash; jetzt doch eine Batteriefabrik werden soll. Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Gr&uuml;ne) lobt die &bdquo;Tesla-Geschwindigkeit&ldquo;, mit der das Projekt umgesetzt wurde.\n<\/p><\/blockquote><p>Wie sollte es mit Tesla im Brandenburgischen weitergehen, wie aber geht es wohl weiter? Einem Minister Habeck k&ouml;nnte man wirklich folgen, w&uuml;rde der Gr&uuml;ne nicht den privaten Wasserverbrauch limitieren, sondern Musk in die Schranken verweisen, denn ein Unternehmen gut zu f&uuml;hren, hei&szlig;t nicht, nur auf Maximierung und Expansion zu bauen. 500.000 Fahrzeuge pro Jahr sind zu viel, eine geplante Batterieproduktion im Naturschutzgebiet unsinnig. Das muss der kluge, clevere, weltgewandte und vision&auml;re Elon Musk wissen, auch um seiner Willen. Er wei&szlig; es, aber er handelt anders. Er wird weiter ausbauen, weiter scheffeln, ihm wird weiter Teppich um Teppich ausgerollt. <\/p><p>Einhalt gebieten &ndash; das k&ouml;nnten mindestens Initiativen von B&uuml;rgern bewirken, wenn sie einen langen Atem haben, wenn sie hartn&auml;ckig bleiben und wenn sie von der kritischen &Ouml;ffentlichkeit, im Besonderen der Presse, begleitet und unterst&uuml;tzt werden. F&uuml;r Musk dient die &Ouml;ffentlichkeit, der Schwur auf die Freiheit des Wortes, der Rede, der Gedanken allenfalls als PR-Mittel. Tja, so ist er, der Moneymaker from US.    <\/p><p>Titelbild: Jatuporn Chainiramitkul\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elon Musk ist stets f&uuml;r eine Schlagzeile gut, klar, tr&auml;gt er doch den Titel &bdquo;Reichster Mensch der Welt&ldquo;. Dem Geldscheffler gelang gerade ein gigantischer Schachzug auf dem Feld des &bdquo;Investoren-Monopoly-ich-mach-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gef&auml;llt&ldquo;: Musk kaufte Twitter f&uuml;r zig Milliarden. Der US-Amerikaner sagt dazu via seiner Portale, er stehe f&uuml;r die Freiheit des Wortes, die freie Rede, die freie<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83777\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":80012,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[131,178,179],"tags":[2762,2763,2061,335],"class_list":["post-83777","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-oekonomie","category-ressourcen","category-schadstoffe","tag-musk-elon","tag-tesla","tag-umweltverschmutzung","tag-wasserversorgung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/shutterstock_1074713426.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/83777","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=83777"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/83777\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83783,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/83777\/revisions\/83783"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/80012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=83777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=83777"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=83777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}