{"id":83827,"date":"2022-05-13T08:28:01","date_gmt":"2022-05-13T06:28:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83827"},"modified":"2022-05-13T10:18:31","modified_gmt":"2022-05-13T08:18:31","slug":"privatisierung-mit-pfiff-privatisierte-uniklinik-giessen-marburg-kostet-die-allgemeinheit-ein-vermoegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83827","title":{"rendered":"Privatisierung mit Pfiff. Ver\u00e4u\u00dferte Uniklinik Gie\u00dfen Marburg kostet die Allgemeinheit ein Verm\u00f6gen."},"content":{"rendered":"<p>Vor 16 Jahren verh&ouml;kerte Roland Koch das Uniklinikum Gie&szlig;en Marburg an die Rh&ouml;n AG. Sein Versprechen: Die Standorte stehen auf eigenen Beinen, der Privateigner baut sie aus und der Staat ist fein raus. Tats&auml;chlich flossen weiter Landesmittel in dreistelliger Millionenh&ouml;he, w&auml;hrend der Normalbetrieb den Bach runter ging, die Besch&auml;ftigten &auml;chzten und die Aktion&auml;re sich die Finger leckten. Die neuen Besitzer von Asklepios wollen jetzt noch mehr herausholen und legen der Politik die Damenschrauben an. Die Landesregierung m&uuml;sse den L&ouml;wenanteil an Investitionen stemmen und den Konzernbossen freie Hand beim Profitmachen geben. So wie es aussieht, kommen sie damit durch. <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nMit Privatisierungen ist das bekanntlich so eine Sache: Staatliches Eigentum geht in den Besitz von Unternehmen &uuml;ber, die damit Profite generieren. Aber nicht selten steckt der Staat weiter munter Geld in den Laden, der gar nicht mehr seiner ist, oder holt die Kastanien aus dem Feuer, wenn der Betrieb vor die Wand gefahren wird. Vor allem dann und sehr h&auml;ufig verh&auml;lt es sich so, wenn Bereiche der Daseinsvorsorge ber&uuml;hrt sind, etwa Stra&szlig;enbau oder die Gesundheitsversorgung. Am Ende muss die Politik ja doch immer irgendwie sicherstellen, dass Autos weiterfahren und Kranke wieder genesen k&ouml;nnen &ndash; wof&uuml;r dann eben die Steuerzahler einstehen m&uuml;ssen. Eine g&auml;ngige Parole, die das treffend beschreibt, lautet: Gewinne werden privatisiert, Verluste vergesellschaftet. <\/p><p>Bestes Anschauungsmaterial f&uuml;r derlei Vorg&auml;nge liefert das Universit&auml;tsklinikum Gie&szlig;en und Marburg (UKGM). Hessens fr&uuml;here Landesregierung unter Roland Koch (CDU) hatte die davor eigenst&auml;ndigen Krankenh&auml;user 2005 zun&auml;chst fusioniert und ein Jahr sp&auml;ter privatisiert. 95 Prozent der Gesch&auml;ftsanteile wurden an die Rh&ouml;n-Klinikum AG ver&auml;u&szlig;ert, zu einem Spottpreis von 112 Millionen Euro. F&uuml;nf Prozent verblieben beim Land, eher aus Scham denn aus materiellem Interesse, denn faktisch erw&auml;chst aus dem k&uuml;mmerlichen Mitbesitz keinerlei Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung. <\/p><p><strong>Noch schlimmer mit Asklepios<\/strong><\/p><p>Die Kritiker des Deals lie&szlig;en sich dadurch schon gar nicht bes&auml;nftigen. Die hierzulande erste und bislang einzige Privatisierung einer Uniklinik l&ouml;ste seinerzeit einen Sturm des Protests aus: Es gab B&uuml;rgerinitiativen, Demonstrationen, den Vorsto&szlig; zu einem Volksbegehren und Klagen bis hoch zum Bundesverfassungsgericht. Der Unmut unter den Besch&auml;ftigten hielt all die Jahre bis heute an, ohne dass sich dadurch an den miserablen Zust&auml;nden im Klinikbetrieb etwas ge&auml;ndert h&auml;tte. Im Gegenteil: Seit die Rh&ouml;n AG 2020 durch die Asklepios-Kliniken-Gruppe &uuml;bernommen wurde, ist es um die Stimmung in Belegschaft und Bev&ouml;lkerung noch schlechter bestellt. Jan Schalauske, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Wiesbadener Landtag, brachte die Situation am Donnerstag gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten auf den Punkt: &bdquo;Mit der Rh&ouml;n AG war es schlimm. Mit Asklepios ist es alles noch schlimmer.&ldquo;<\/p><p>Immerhin: Ein zu Jahresbeginn durch die schwarz-gr&uuml;ne Landesregierung und die Eigent&uuml;mer erarbeiteter Letter of Intent (LOI) sieht die M&ouml;glichkeit eines R&uuml;ckkaufs des UKGM vor, falls Asklepios die Kliniken wieder loswerden will. Allerdings ist die Verabredung dieser Tage unter heftigen Beschuss geraten. Die getroffene Absichtserkl&auml;rung vom 14. Januar war nur ein Eckpunktepapier, auf dessen Basis eine Vereinbarung zur Zukunftssicherung der Standorte bis Jahresmitte noch auszuverhandeln w&auml;re. Das noch g&uuml;ltige Regelwerk geht auf das Jahr 2017 zur&uuml;ck und l&auml;uft formell zum Jahresende aus. Vielleicht aber auch schon fr&uuml;her, denn der Rh&ouml;n-AG-Vorstand droht damit, die Vertr&auml;ge vorfristig zu annullieren. <\/p><p><strong>Erpressung<\/strong><\/p><p>In einer Mitteilung vom 9. Mai meldete <a href=\"https:\/\/www.rhoen-klinikum-ag.com\/presse\/pressemeldungen\/news\/article\/vorstand-der-rhoen-klinikum-ag-erachtet-zeitnahe-einigung-mit-dem-land-hessen-ueber-die-gewaehrung-von-foerdermitteln-fuer-das-ukgm-als-fraglich.html\">Vorstandschef Christian H&ouml;ftberger<\/a> Zweifel an, ob &bdquo;die in Aussicht gestellte Nachfolgeregelung wie geplant noch im zweiten Quartal 2022 erfolgreich abgeschlossen werden kann&ldquo;. Damit nicht genug: Wegen der Unw&auml;gbarkeiten werde man den Aufsichtsrat um Zustimmung zu einer vorzeitigen K&uuml;ndigung der seit 2017 bestehenden &Uuml;bereinkunft bitten. In dieser ist festgehalten, in welchem Umfang die &ouml;ffentliche Hand die beiden H&auml;user bis Jahresende finanziell unterst&uuml;tzt. Aber nicht nur das: Im Gegenzug sind betriebsbedingte K&uuml;ndigungen, &Uuml;bernahmegarantien f&uuml;r Auszubildende sowie Ausgliederungen von Betriebsteilen vertragsgem&auml;&szlig; ausgeschlossen. Diese Vorgaben sollten laut LOI auch im Nachfolgeabkommen fortwirken, stehen nun aber wieder in Frage. <\/p><p>Laut Linke-Politiker Schalauske zielt der Konzern darauf ab, &bdquo;mehr &ouml;ffentliche Investitionsmittel zu erpressen, um Profite aus dem UKGM zu quetschen&ldquo;. Zudem wollten die Asklepios-Eigner &bdquo;zu Gunsten ihres Renditestrebens alle aus ihrer Sicht l&auml;stigen politischen Vorgaben aus der alten Vereinbarung von 2017 loswerden&ldquo; und bei den Neuverhandlungen &bdquo;m&ouml;glichst viel herausholen&ldquo;. Damit gerieten die Besch&auml;ftigten zum Spielball der Auseinandersetzung, &bdquo;was nur die zynische, aber logische Konsequenz der Privatisierung ist, durch die das Land die Kontrolle &uuml;ber das UKGM an einen Konzern abgegeben hat&ldquo;. <\/p><p><strong>Vernachl&auml;ssigte Investitionen<\/strong><\/p><p>Seit 2006 hat das UKGM &ouml;ffentliche Mittel im Umfang von mehreren Hundert Millionen Euro eingestrichen. Allein das seit &uuml;ber f&uuml;nf Jahren laufende &bdquo;Zukunftspapier&ldquo; sieht Zusch&uuml;sse von j&auml;hrlich im <a href=\"https:\/\/www.bibliomedmanager.de\/news\/36590-rhoen-vereinbarung-zur-trennungsrechnung-bestaetigt\">Schnitt &uuml;ber 75 Millionen Euro<\/a> vor. Ein Gro&szlig;teil der Ausgaben betrifft Leistungen und Personalkosten im Bereich Forschung und Lehre. Die sind quasi von Staats wegen zu gew&auml;hrleisten, wobei Schalauske argw&ouml;hnt, Teile der Gelder k&ouml;nnten in andere profittr&auml;chtigere Bereiche geflossen sein. Mitenthalten sind in besagter Summe nach &Auml;u&szlig;erungen der gr&uuml;nen Wissenschaftsministerin Angela Dorn au&szlig;erdem j&auml;hrlich <a href=\"https:\/\/www.op-marburg.de\/Marburg\/Finanzspritze-fuer-Klinik-in-Not\">8,1 Millionen f&uuml;r Investitionen<\/a>, wozu es 2017 obendrauf noch einen einmaligen Zuschuss von 13 Millionen Euro &bdquo;f&uuml;r Investitionen und Beschaffungen&ldquo; gab. <\/p><p>Eigentlich sollte man meinen, dass ein eigenst&auml;ndiger Wirtschaftsbetrieb selbst die erforderlichen Investitionen t&auml;tigt. Schlie&szlig;lich bilden Investitionen die Grundlage, auf der sich k&uuml;nftige Gewinne erwirtschaften lassen. Und genau so lautete einst das Versprechen der Regierung Koch: Das privatisierte UKGM ist sein eigener Herr, sorgt f&uuml;r sich selbst, behebt den in Jahrzehnten aufget&uuml;rmten Investitionsstau und entlastet so den Landeshaushalt. Tats&auml;chlich hat die Rh&ouml;n AG nach 2006 durchaus Geld in die Hand genommen, zum Beispiel f&uuml;r ein neues Zentralklinikum und eine Kinderklinik in Gie&szlig;en sowie mehrere Neubauten in Marburg, darunter das Partikeltherapiezentrum zur Behandlung bestimmter Krebsarten. <\/p><p><strong>Gewinner und Verlierer<\/strong><\/p><p>Jedoch wurden diese Erweiterungen nicht aus R&uuml;cklagen finanziert, sondern &uuml;ber Bankkredite, deren Tilgung und Zinsen die Kliniken &uuml;bernehmen m&uuml;ssen. Laut Werner Seeger, &Auml;rztlicher Direktor des Standorts Gie&szlig;en, habe das neue Haushaltsjahr &bdquo;bei minus 40 Millionen Euro begonnen&ldquo;. Darunter leidet nat&uuml;rlich das medizinische Tagesgesch&auml;ft, was zuvorderst die Besch&auml;ftigten ausbaden m&uuml;ssen: mit Arbeitsverdichtung, Personalmangel, &Uuml;berstunden, k&ouml;rperlicher und psychischer &Uuml;berlastung, Krankheit, Burnout. Der Deutschlandfunk berichtete zuletzt &uuml;ber eine <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/steuergelder-unikliniken-giessen-marburg-100.html\">Kundgebung von Besch&auml;ftigten<\/a> vorm Klinikum in Marburg zu Jahresanfang und zitierte eine Rednerin mit den Worten: &bdquo;Es fehlt &uuml;berall, gerade an den Ger&auml;ten. Es fehlt an der Forschung, es fehlt an den Medizinern, es fehlt vor allen Dingen in der Pflege.&ldquo; Das merkten ebenso die Patienten, &bdquo;gerade auch in den ambulanten Bereichen hier. Wartezeiten von acht Stunden, zehn Stunden. Das ist nicht selten&ldquo;. <\/p><p>Woran es nicht fehlt: 2021 erwirtschaftete die Rh&ouml;n AG einen Gewinn von &uuml;ber 30 Millionen Euro, 106 Millionen Euro die Asklepios-Mutter &ndash; w&auml;hrend fast zeitgleich durch die Medien ein Raunen ging, ob das UKGM nicht vielleicht pleite ist. Die <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/rhein-main\/landespolitik\/gruen-war-die-hoffnung-91098008.html\">&bdquo;Frankfurter Rundschau&ldquo;<\/a> (FR) schrieb vor einem halben Jahr unter dem Titel &bdquo;Gr&uuml;ne stellen sich taub: Minister lassen die Unikliniken Gie&szlig;en und Marburg im Stich&ldquo;: &bdquo;W&auml;hrend bundesweit Krankenh&auml;user rote Zahlen schrieben, versprachen die Rh&ouml;n-Kliniken ihren Aktion&auml;ren eine Rendite von zehn Prozent. Und sie hielten ihr Versprechen!&ldquo; Wie geht das, fragte das Blatt und gab zur Antwort: &bdquo;Dazu muss man Tarifvertr&auml;ge mit F&uuml;&szlig;en treten, unrentable Abteilungen schlie&szlig;en, auf Teufel komm raus Personal einsparen und Fremdleistungen von Lohndr&uuml;ckerfirmen in Anspruch nehmen&ldquo;. <\/p><p><strong>Halbe Milliarde Euro extra<\/strong><\/p><p>Wohl auch das Ger&uuml;cht eines m&ouml;glichen Bankrotts half der Landesregierung schlie&szlig;lich auf die Spr&uuml;nge. Freilich nicht dahingehend, eine R&uuml;ckverstaatlichung in Angriff zu nehmen, sondern noch viel mehr Steuergeld in die UKGM zu schleusen. Besagte Absichtserkl&auml;rung vom Januar enth&auml;lt die Zusage &uuml;ber j&auml;hrlich 45 Millionen Euro f&uuml;r die kommende Dekade. Wohlgemerkt soll es das Geld nach Darstellung Schalauskes extra geben, also samt der per annum bewilligten schon &uuml;ber 70 Millionen Euro. Und dies ausdr&uuml;cklich f&uuml;r &bdquo;bauliche Investitionen und Medizinger&auml;te&ldquo;, Dinge also, die nach Aussage der SPD-Landtagsabgeordneten Daniela Sommer laut Privatisierungsvertr&auml;gen nicht l&auml;nger vom Land zu finanzieren sind. Der Deutschlandfunk zitierte sie wie folgt: &bdquo;Und trotzdem sieht sich die Landesregierung jetzt veranlasst, f&uuml;r eine Klinik, die zu 95 Prozent einem profitablen Konzern geh&ouml;rt, 500 Millionen auszugeben. Das ist beinahe das F&uuml;nffache dessen, was das Land damals bekommen hat.&ldquo;<\/p><p>Man sollte annehmen, dass die Ministerin die Kontrakte von 2006 eingesehen hat. &Uuml;ber die der &Ouml;ffentlichkeit verborgenen Inhalte herrscht n&auml;mlich gro&szlig;e Uneinigkeit zwischen Politik und Konzernf&uuml;hrung. Letztere macht geltend, wie jedes andere Plankrankenhaus Anrecht auf die &Uuml;bernahme der Investitionsmittel durch das jeweilige Bundesland zu haben. So schreibt dies das System der Dualen Krankenhausfinanzierung vor, es sei denn, vertraglich ist etwas anderes vereinbart. Der Standpunkt &ndash; zumindest der vorgetragene &ndash; der Regierung war es bis dato stets, der UKGM-Eigner h&auml;tte die Kosten auch wegen des g&uuml;nstigen Kaufpreises selbst zu tragen, und die Tatsache, dass die Rh&ouml;n AG erst in j&uuml;ngeren Jahren mit gr&ouml;&szlig;eren Begehrlichkeiten um die Ecke gekommen ist, k&ouml;nnte daf&uuml;rsprechen. <\/p><p><strong>&bdquo;Mehr Flexibilit&auml;t und Handlungsspielraum&ldquo;<\/strong><\/p><p>Andererseits brachte der Konzern wiederholt die M&ouml;glichkeit einer juristischen Pr&uuml;fung ins Spiel, um im n&auml;chsten Satz zu versichern, das eben nicht zu wollen. &bdquo;Eine gerichtliche Kl&auml;rung dieser wichtigen Frage w&uuml;rde viele Jahre in Anspruch nehmen und w&uuml;rde vom Land als <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/fragezeichen-hinter-landes-geld-fuer-uniklinikum-giessen-und-marburg-18018381.html\">unfreundlicher Akt<\/a> gesehen&ldquo;, zitierte am Dienstag die &bdquo;Frankfurter Allgemeine Zeitung&ldquo; (FAZ) aus einem Schreiben an die Belegschaft. Hier schwingt eine deutliche Drohung mit, was wiederum erahnen l&auml;sst, dass die Position von Schwarz-Gr&uuml;n nicht haltbar ist und sie die Menschen &uuml;ber die wahren Inhalte der Vertr&auml;ge t&auml;uscht. Denkbar auch, dass sich die Regierung Koch damals hat &uuml;ber den Tisch ziehen lassen &ndash; unwissentlich oder bereitwillig. <\/p><p>Auf alle F&auml;lle hat das weite Entgegenkommen der schwarz-gr&uuml;nen Koalition etwas von F&uuml;gung ins Unvermeidliche. Im Gegenzug f&uuml;r eine halbe Milliarde Euro mehr bis 2031 k&uuml;ndigte die Rh&ouml;n AG an, pro Jahr 22 Millionen Euro an &bdquo;Eigenmittelinvestitionen&ldquo; beizusteuern. Das ist eine wahrhaft &bdquo;gro&szlig;z&uuml;gige&ldquo; Geste vor dem Hintergrund, dass das Land als quasi Hauptinvestor das Doppelte schultern will und dennoch keine Aufstockung seines F&uuml;nf-Prozent-Anteils anstrebt. Aber selbst das reicht dem Rh&ouml;n-Vorstand nicht, beziehungsweise den Asklepios-Bossen. Das Land konfrontiere das Unternehmen &bdquo;mit deutlich weitergehenden Forderungen, die man nicht erf&uuml;llen k&ouml;nne&ldquo;, &auml;u&szlig;erte sich H&ouml;ftberger. Details nannte er keine, merkte aber an, man brauche &bdquo;mehr Flexibilit&auml;t und Handlungsspielraum&ldquo;, sowohl f&uuml;r die Verhandlungen als auch die Umsetzung von Bauma&szlig;nahmen. <\/p><p><strong>Kaum R&uuml;ckhalt f&uuml;r R&uuml;ckkauf<\/strong><\/p><p>Vermutlich geht es auch darum, die Zugest&auml;ndnisse an die Gewerkschaften &ndash; keine K&uuml;ndigungen, &Uuml;bernahme von Azubis und Ausgliederungsverbot &ndash; aufzuweichen. Die Asklepios-Kette ist bekannt f&uuml;r ihren rabiaten Umgang mit den Belegschaften und Ausgr&uuml;ndungen ganzer Abteilungen zwecks Kostensenkung und Spaltung der Kollegien. Letztlich steht &uuml;ber allem die Profitmaximierung, die unter 14-j&auml;hriger Rh&ouml;n-Leitung wohl noch nicht bis zum Letzten ausgereizt wurde. Was ein &bdquo;Vorzeigeprojekt&ldquo; werden sollte, habe sich zu einer &bdquo;Vorzeigekatastrophe&ldquo; entwickelt, befand schon 2012 Springers &bdquo;Welt&ldquo;. Auch Schalauske von Die Linke sieht &bdquo;wenigstens etwas Positives&ldquo; an den Vorg&auml;ngen: &bdquo;Danach hat keiner mehr Anstalten gemacht, eine Uniklinik zu privatisieren.&ldquo; Umso mehr brauche es deshalb &bdquo;eine entschlossene Initiative f&uuml;r die R&uuml;ckf&uuml;hrung unseres Klinikums in &ouml;ffentliches Eigentum&ldquo;. <\/p><p>Leider hapert es bisher auch daran. Eine entsprechende <a href=\"https:\/\/www.openpetition.de\/petition\/online\/petition-an-den-hessischen-landtag-zur-rueckueberfuehrung-des-ukgm-in-oeffentliches-eigentum\">Petition an den Landtag<\/a> schloss mit knapp &uuml;ber 18.000 Unterst&uuml;tzern ab. In puncto Widerstand gibt es augenscheinlich noch viel Luft nach oben. Und n&auml;chstes Jahr wird in Hessen gew&auml;hlt. <\/p><p>Titelbild: mipan\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/0045147b92b84cdf8f5e8f1479deda60\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 16 Jahren verh&ouml;kerte Roland Koch das Uniklinikum Gie&szlig;en Marburg an die Rh&ouml;n AG. Sein Versprechen: Die Standorte stehen auf eigenen Beinen, der Privateigner baut sie aus und der Staat ist fein raus. 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