{"id":83833,"date":"2022-05-13T09:32:49","date_gmt":"2022-05-13T07:32:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83833"},"modified":"2022-05-13T11:27:01","modified_gmt":"2022-05-13T09:27:01","slug":"klimabahn-statt-betonbahn-14-alternativer-geschaeftsbericht-deutsche-bahn-ag-202122-von-winfried-wolf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83833","title":{"rendered":"KlimaBahn statt BetonBahn \u2013 14. Alternativer Gesch\u00e4ftsbericht Deutsche Bahn AG 2021\/22. Von Winfried Wolf"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;KlimaBahn statt BetonBahn&ldquo; &ndash; so lautet der Titel einer bundesweiten Konferenz, die am kommenden Wochenende (14. und 15. Mai) in Stuttgart veranstaltet wird &ndash; unter anderem mit prominenten Verkehrspolitikern, Bahnkritikern und Klimaexperten wie Prof. Hermann Knoflacher (Wien), Prof. Helge Peukert (Siegen) und Prof. Wolfgang Hesse (M&uuml;nchen).<br>\n<!--more--><br>\nEinen Hintergrund f&uuml;r diese Tagung bildet der 14. Alternative Gesch&auml;ftsbericht Deutsche Bahn AG, der am 30. M&auml;rz 2022 auf einer Pressekonferenz in Berlin von der Bahnfachleutegruppe &bdquo;B&uuml;rgerbahn statt B&ouml;rsenbahn&ldquo; und von Aktiven aus dem B&uuml;ndnis &bdquo;Bahn f&uuml;r Alle&ldquo; vorgestellt wurde und der auf der genannten Konferenz als Print erh&auml;ltlich ist.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Das Schlagwort &bdquo;BetonBahn&ldquo; charakterisiert die Realit&auml;t in unserem Land. Die Behauptungen der Ampel-Regierung, des f&uuml;r Klimaschutz verantwortlichen gr&uuml;nen Wirtschaftsministers Habeck und des f&uuml;r die Bahn verantwortlichen FDP-Verkehrsministers Wissing, wonach die Bahn in der aktuellen Legislaturperiode ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten werde, sind Schall und Rauch. Die Deutsche Bahn &ndash; dabei faktisch unterst&uuml;tzt von dem Alleineigent&uuml;mer Bundesregierung &ndash; verfolgt weiterhin einen Kurs, mit dem die gesteckten Ziele weit verfehlt werden. Dazu drei Beispiele, die gleichzeitig einen Einblick in den genannten Alternativen Gesch&auml;ftsbericht Deutsche Bahn AG bieten.<\/p><p><em><strong>Beispiel 1. Die Verdopplung der Zahl der Fahrg&auml;ste. <\/strong><\/em><\/p><p>Das Ziel einer Verdopplung der Fahrg&auml;ste im Schienenverkehr findet sich im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung vom November 2021. Das hei&szlig;t im Fall des Fernverkehrs: In knapp einem Jahrzehnt soll es nach diesem Plan 300 Millionen Fahrg&auml;ste geben. Nicht eindeutig ist, inwieweit sich diese Zielsetzung auch auf den Schienenpersonennahverkehr bezieht. Wenn das der Fall ist, w&auml;re die Kraftanstrengung eine nochmals wesentlich gr&ouml;&szlig;ere, denn der Schienenpersonennahverkehr ist nochmals deutlich gr&ouml;&szlig;er und wichtiger als der Schienenpersonenfernverkehr.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Wie auch immer: Das Ziel &bdquo;Verdopplung im Schienenverkehr&ldquo; fand in allen Medien ein breites positives Echo.<\/p><p>Tats&auml;chlich handelt es sich um eine Zielsetzung mit wiederholter Ansage. Und mit fortgesetztem Scheitern. So verk&uuml;ndete am 18. M&auml;rz 2015 der damalige DB-Vorstand f&uuml;r den Personenverkehr, Ulrich Homburg, &bdquo;eine nie dagewesene Ausweitung des Fernverkehrsangebots&ldquo; und damit die &bdquo;gr&ouml;&szlig;te Kundenoffensive in der Geschichte des DB Fernverkehrs&ldquo;. Zugesagt wurde, dass die &bdquo;kostenlose Sitzplatzreservierung k&uuml;nftig in allen Fernverkehrstickets enthalten&ldquo; sei. Damals sollte die Zahl der Fernverkehrsreisenden um 50 Prozent gesteigert werden. Auf rund 225 Millionen Fahrg&auml;ste bis 2030. <\/p><p>Auch damals griffen die Medien die Charmeoffensive der Bahn dankbar auf. Bald darauf erwies sich jedoch, dass diese Zielsetzungen nicht so ernst gemeint &ndash; und aus Sicht des Bahnkonzerns unrealistisch &ndash; sind. Ulrich Homburg wurde mit Goldenem Handschlag (und, wie sich sp&auml;ter herausstellte, erg&auml;nzt um geheime Beratervertr&auml;ge) entlassen. Reservierungen in den Fernverkehrsz&uuml;gen sind auch heute noch kostenpflichtig; sie sind l&auml;ngst eine Art zweiter Ticketpreis. <\/p><p>Und &auml;hnlich, wie dies fr&uuml;her in der DDR der Fall war, hat man schlicht die alten Ziele, die nicht erreicht wurden, ersetzt durch neue Ziele, die noch unrealistischer sind. Bereits 2019 hie&szlig; es unter der Regierung Merkel, Ziel sei jetzt &bdquo;100 Prozent mehr Fahrg&auml;ste im Fernverkehr bis 2030&ldquo;. Zwei Jahre sp&auml;ter wiederholt also die Ampel dieses Ziel. Obgleich es in den vergangenen Jahren zu der entgegengesetzten Fahrgastentwicklung kam. <\/p><p>Denn wie sieht die Realit&auml;t &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg aus? Im Jahr 1997 gab es im Schienenpersonenfernverkehr einen bisherigen Rekord mit 152 Millionen Fahrg&auml;sten. Danach sank diese Zahl auf bis zu 119 Millionen im Jahr 2007 ab, vor allem weil die Zuggattung Interregio eingestellt wurde und weil Bahnchef Mehdorn und Autokanzler Schr&ouml;der mit Sparprogrammen die Bahn an die B&ouml;rse bringen wollten. Seither gab es einen weitgehend kontinuierlichen Anstieg auf 151 Millionen im Jahr 2019, was damit jedoch immer noch knapp unter dem 1997er Niveau lag. Die Deutsche Bahn behauptete in den Jahren 2016 bis 2019 immer wieder wahrheitswidrig, man habe einen &bdquo;Rekord&ldquo; im Schienenpersonenfernverkehr erreicht. Das wurde in den Qualit&auml;ts-Medien nachgeplappert &ndash; und von uns in den Alternativen Gesch&auml;ftsberichten Deutsche Bahn AG Jahr um Jahr korrigiert.<\/p><p><em><strong>Weniger Fahrg&auml;ste = p&uuml;nktlichere Z&uuml;ge &ndash; ausgefallene Z&uuml;ge = 100 Prozent p&uuml;nktlich<\/strong><\/em><\/p><p>2020 sank &ndash; corona-bedingt &ndash; die Zahl der Fernverkehrsfahrg&auml;ste auf 79 Millionen. Im vergangenen Jahr 2021 waren es mit 82 Millionen Fahrg&auml;sten nicht viel mehr. Also nur 54 Prozent des Werts von 2019 oder des Werts von 1997. Oder auch 27,3 Prozent des Ziels von 2030. 2022 d&uuml;rfte erstmals wieder ein Wert von mehr als 100 Millionen Fahrg&auml;sten erreicht werden. <\/p><p>Wobei fatalerweise die P&uuml;nktlichkeit exakt parallel mit dem neuen Wachstum der Fahrgastzahlen sinkt: 2020 jubelte die Deutsche Bahn AG, die P&uuml;nktlichkeit sei auf 81,8 Prozent gestiegen &ndash; bei fast halbierten Fahrgastzahlen schien es da einen Zusammenhang zu geben. 2021, nach dem beschriebenen bescheidenen Anstieg, sank dann die P&uuml;nktlichkeitsquote erneut auf 75,2 Prozent ab. Im April 2022 &ndash; die Fahrgastzahlen waren im ersten Quartal erneut deutlich gestiegen &ndash; lag die Quote mit 69,1 Prozent sogar unter der 70-Prozent-Marke. Das ist ein Negativ-Rekord.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Dabei ist sind zwei Dinge zu beachten: Erstens gilt bei der Deutschen Bahn ein Zug nur dann als unp&uuml;nktlich, wenn die planm&auml;&szlig;ige Ankunftszeit um mehr als sechs Minuten &uuml;berschritten wird. In der Schweiz liegt dieser Wert bei der H&auml;lfte. Und trotz dieser deutlich strengeren Definition von P&uuml;nktlichkeit wurde dort 2021 eine P&uuml;nktlichkeitsquote von 91,9 Prozent erreicht. Zweitens finden Z&uuml;ge, die komplett ausfallen, in der Statistik keinerlei Ber&uuml;cksichtigung. In den Zeiten vor Gr&uuml;ndung der Deutschen Bahn AG gab es so gut wie keine ausgefallenen Z&uuml;ge; inzwischen spielen solche Ausf&auml;lle jedoch eine erhebliche Rolle. Es gibt hier also den grotesken Effekt, dass ein ausgefallener Zug als &bdquo;100 Prozent p&uuml;nktlich&ldquo; gewertet wird. Womit ein Anreiz darin besteht, einen erst deutlich versp&auml;teten einsetzbaren Zug gleich ganz ausfallen zu lassen.<\/p><p>Die katastrophale P&uuml;nktlichkeitsstatistik der Deutschen Bahn AG f&uuml;hrt inzwischen dazu, dass in einer von der Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung herausgegebenen Zeitschrift ernsthaft argumentiert wird, man m&ouml;ge &bdquo;Versp&auml;tungsminuten&ldquo; nicht mehr &bdquo;als Hochverrat an den Idealen der Moderne auslegen&ldquo; und pr&uuml;fen, ob man nicht stattdessen durch &bdquo;Serviceeinrichtungen im Zug und am Bahnhof Anreize f&uuml;r eine allgemein erh&ouml;hte Zeittoleranz im Bahnverkehr schaffen und [damit] den Beschleunigungskreislauf durchbrechen&ldquo; k&ouml;nne.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Sicher ist: Von dem aktuellen Niveau aus binnen acht Jahre auf 300 Millionen zu kommen, ist unter den gegebenen Bedingungen v&ouml;llig unrealistisch. Zumal es, siehe der folgende Punkt, daf&uuml;r keine entsprechenden Anstrengungen gibt. Sprich: Die Zielsetzung &bdquo;Verdopplung&ldquo; ist nicht materiell untersetzt. <\/p><p><em><strong>Beispiel 2. Die fortgesetzte R&uuml;ckw&auml;rts-Entwicklung der Kapazit&auml;ten. <\/strong><\/em><\/p><p>Die Zielsetzung einer massiven Steigerung der Fahrg&auml;ste m&uuml;sste sich widerspiegeln in einem Ausbau des Netzes, in mehr Sitzpl&auml;tzen und mehr Z&uuml;gen. Vergleichbares behauptet die Deutsche Bahn auch. So hei&szlig;t es in der April-Ausgabe der Zeitschrift &bdquo;mobil&ldquo;, die in allen Fernverkehrsz&uuml;gen ausliegt: &bdquo;Die DB macht viele stillgelegte Gleisabschnitte im Land wieder befahrbar. Gut f&uuml;r die Verkehrswende.&ldquo; In dem Beitrag hei&szlig;t es auch: &bdquo;Und so wird das Schienennetz nicht mehr schrumpfen, sondern dem gestiegenen Bedarf entsprechend wachsen.&ldquo;[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] J&uuml;ngst konnte man dem Berliner &bdquo;Tagesspiegel&ldquo; die Aussage entnehmen: &bdquo;Innerhalb der n&auml;chsten f&uuml;nf Jahre soll das Angebot (im Schienenpersonennahverkehr im Land Brandenburg; W.W.) wie nie zuvor in der j&uuml;ngeren Geschichte des Landes ausgeweitet werden; n&auml;mlich um ein Viertel.&ldquo;[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Doch wie sieht die Realit&auml;t aus? In der folgenden Tabelle finden sich wichtige Parameter f&uuml;r die materielle Entwicklung von Infrastruktur und Kapazit&auml;ten. <\/p><p><em>Tabelle: Grunddaten Personenverkehr der Deutschen Bahn 1994 bis 2021[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/em><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/2200513-W-Wolf.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/2200513-W-Wolf.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><em>* Ab 1998 = DB Regio \/\/ ** 1993 (= letztes Jahr vor der Bahnreform waren es noch 1368 Z&uuml;ge je Tag \/\/<\/em><\/p><p><em>*** 1993 1.288 Mio<\/em><\/p><p>Tats&auml;chlich gibt es seit 1994 einen fortgesetzten Abbau des Schienennetzes in Quantit&auml;t und Qualit&auml;t. Der Schienenverkehr selbst konnte im Vergleich zum Jahr 2000 und bis vor der pandemie-bedingten Krise nur im Nahverkehr gesteigert werden. Gleichzeitig wurden die Kapazit&auml;ten im gesamten Personenverkehr reduziert &ndash; weniger Sitzpl&auml;tze und weniger Z&uuml;ge sind die Realit&auml;t. Jeder Zugreisende bekommt das hautnah zu sp&uuml;ren.<\/p><p>Konkret: Die Betriebsl&auml;nge des Netzes wurde im gesamten 27-Jahres-Zeitraum 1994 bis 2021 um 19 Prozent oder um ein F&uuml;nftel abgebaut.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Die &bdquo;L&auml;nge aller Gleise&ldquo;, die auch die Neben- und Ausweichgleise einschlie&szlig;t, wurde im gleichen Zeitraum um 21,1 Prozent gekappt. Hier gab es selbst im Verlauf des Jahres 2021 noch einen Abbau um 41 Kilometer. Einen Stillstand von Z&uuml;gen vor Bahnh&ouml;fen, begr&uuml;ndet mit Durchsagen wie &bdquo;der Gleisabschnitt vor uns ist noch belegt&ldquo;, gab es bis Ende der 1990er Jahre so gut wie nie &ndash; eben weil es ausreichend Schienenkapazit&auml;ten gab.<\/p><p>Nimmt man die Angaben zur Zahl der &bdquo;Weichen und Kreuzungen&ldquo; im Netz, so wurden diese im genannten Zeitraum sogar um 54 Prozent &ndash; also auf weniger als die H&auml;lfte &ndash; abgebaut. Auch hier gab es 2021 einen neuen Abbau; im Verlauf dieses letzten Jahres wurden weitere 182 Weichen aus dem Netz genommen. W&auml;hlt man als letzten Parameter die Gleisanschl&uuml;sse &ndash; das sind die Anschl&uuml;sse von Unternehmen und Gewerbeparks an das Schienennetz, also die direkten Zug&auml;nge zum Schieneng&uuml;terverkehr &ndash; so liegt hier die Reduktion bei mehr als 80 Prozent; im 27-Jahres-Zeitraum gab es also einen R&uuml;ckbau auf weniger als ein F&uuml;nftel. Und erneut das fatale Ergebnis f&uuml;r 2021: 15 Gleisanschl&uuml;sse wurden allein im vergangenen Jahr aus dem Netz genommen.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p>Immer wieder verk&uuml;ndet die DB, man habe neue Z&uuml;ge gekauft, man habe in besseres Wagenmaterial investiert und es w&uuml;rden zus&auml;tzliche Z&uuml;ge eingesetzt. Die Statistik weist aus, dass im Gesamtkontext diese Behauptungen zu einem erheblichen Teil irref&uuml;hrend sind. Die Zahl der Sitzpl&auml;tze im Fernverkehr liegt 2021 leicht unter dem 2000er Niveau (bei 95,7%). Im Nahverkehr liegt sie gar um ein F&uuml;nftel unter dem 2000er Niveau, bei 80,3 Prozent. Und auch die Zahl der je Tag eingesetzten Z&uuml;ge liegt im Nahverkehr um fast ein Viertel unter dem Niveau von vor 21 Jahren. Im Fernverkehr hat sie das 2000er Niveau noch nicht wieder erreicht.<\/p><p>Weiter oben wurde die Nahverkehrsoffensive zitiert, die f&uuml;r das Bundesland Brandenburg angek&uuml;ndigt wurde. Fatalerweise gab es jedoch in den neuen Bundesl&auml;ndern, und nicht zuletzt in Brandenburg, in den 1990er Jahren einen fatalen R&uuml;ckbau. So wurde in Brandenburg das Schienennetz bis 2021 und im Vergleich zu 1990 um mehr als ein Drittel gekappt. In dem genannten Bundesland wurden seit der Wende und bis 2021 42 Streckenabschnitte auf insgesamt 26 Bahnlinien komplett stillgelegt. Die zitierte &bdquo;Nahverkehrsoffensive&ldquo; der kommenden Jahre 2022 bis 2027 wird damit zumindest deutlich relativiert.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Wohlgemerkt: Genannt werden hier immer die offiziellen Zahlen der Deutschen Bahn AG. Diese widersprechen eindeutig den Behauptungen des Bahnkonzerns von einem Ausbau oder vom gestoppten Abbau bei der Netzqualit&auml;t oder von einem verbesserten Angebot.<\/p><p>Man muss sich einmal vorstellen, was in Deutschland einig Autoland los w&auml;re, wenn Vergleichbares im Stra&szlig;enverkehr stattfinden w&uuml;rde, wenn Herr Wissing verk&uuml;nden w&uuml;rde: &bdquo;Im letzten Jahr wurde die Zahl der Autobahnabfahrten um 22 gekappt; gleichzeitig wurde die Zahl der Autobahn-Rastst&auml;tten und Tankstellen um 35 reduziert. 2500 Kilometer Stra&szlig;en wurden in Schienenstrecken umgewidmet.&ldquo;<\/p><p>Tats&auml;chlich findet hierzulande Jahr f&uuml;r Jahr ein Ausbau des Stra&szlig;ennetzes in L&auml;nge, also Quantit&auml;t, und vor allem in der Qualit&auml;t: noch breitere Stra&szlig;en, noch mehr Fahrbahnen, noch mehr Auf- und Abfahrten an Autobahnen, noch mehr Lkw-Abstellpl&auml;tze, noch mehr Versiegelung, statt. All das &ndash; der Abbau von Kapazit&auml;ten im Bereich Schiene und der fortgesetzte Ausbau der Kapazit&auml;ten im Bereich Stra&szlig;e &ndash; ist ein einziger Klimaskandal! <\/p><p>Eine KlimaBahn ben&ouml;tigt nat&uuml;rlich eine Entwicklung, die der aktuellen und realen entgegengesetzt ist. <\/p><p>Wir ben&ouml;tigen einen <strong>Ausbau<\/strong> des Netzes in Quantit&auml;t und Qualit&auml;t. Und in diesem Zusammenhang auch einen realistischen Plan f&uuml;r ein 100 Prozent elektrifiziertes Schienennetz. Aktuell liegt der Elektrifizierungsgrad erst bei 61 Prozent. Geht es im bisherigen Tempo mit der Elektrifizierung weiter, dann ist das Netz in exakt 93 Jahren komplett elektrifiziert.[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Das ist grotesk &ndash; eine Klimabahn muss schnellstm&ouml;glich mit 100 Prozent &Ouml;kostrom betrieben werden. Ein solches Ziel sollte in zw&ouml;lf Jahren umsetzbar sein.<em><strong> <\/strong><\/em><\/p><p><em><strong>Beispiel 3. Das Fahrpreissystem und das 9-Euro-Ticket <\/strong><\/em><\/p><p>P&uuml;nktlich zum letzten Fahrplanwechsel, im Dezember 2021, wurden die Fahrpreise der Bahn erneut erh&ouml;ht. Diese liegen damit im Fernverkehr um 38 Prozent &uuml;ber dem Niveau von 2003; im Nahverkehr liegen sie sogar um 59 Prozent &uuml;ber dem Stand von 2003. Diese nominellen Erh&ouml;hungen &uuml;bersteigen die Inflationsrate deutlich. Die BahnCard50 wurde im vergangenen Dezember um f&uuml;nf Euro verteuert &ndash; auf aktuell 234 Euro. 2002 kostete sie noch 138 Euro. Exakt am Tag der Bilanzpressekonferenz des Bahnkonzerns, am 31. M&auml;rz 2022, wurde das Angebot einer PartnerBahnCard eingestellt. Damit verloren mehr als 100.000 Stammkundinnen und Stammkunden dieses einigerma&szlig;en g&uuml;nstige Angebot. <\/p><p>All das unterstreicht: Ausgerechnet in Zeiten des Klimanotstands setzt die Deutsche Bahn einen Kurs fort, der die Kundschaft vor den Kopf st&ouml;&szlig;t, der massiv fahrgastfeindlich ist.<\/p><p>Nun wird es in wenigen Tagen und f&uuml;r den begrenzten Zeitraum von drei Monaten das 9-Euro-Ticket pro Monat geben. Es soll f&uuml;r fast alle &ouml;ffentlichen Verkehrsmittel G&uuml;ltigkeit haben; im Schienenverkehr auch f&uuml;r die regionalen Z&uuml;ge (und nicht f&uuml;r den Fernverkehr). Grunds&auml;tzlich geht das in die richtige Richtung &ndash; und es d&uuml;rfte auch einen Run auf diese Tickets geben. Zumal es diese in der Haupt-Ferien- und Urlaubszeit gibt. <\/p><p>Doch auch auf diesem Gebiet gibt es zu Recht erhebliche Kritik. <em>Erstens <\/em>&auml;ndert das nichts daran, dass grunds&auml;tzlich die Standard-Bahnpreise zu hoch sind. Das Nebeneinander von relativ teuren Flex-Preisen &ndash; also den Normal-Preisen &ndash; und den Schn&auml;ppchen-Preisen, die dann oft nicht nachvollziehbar billig sind, &uuml;berzeugt nicht. <em>Zweitens<\/em> gibt es kaum Vorbereitungen f&uuml;r den zu erwartenden Run auf diese Spottpreis-Tickets. Es k&ouml;nnte damit zu chaotischen &Uuml;berlastungen kommen, was abschreckend wirken w&uuml;rde. <\/p><p>Grunds&auml;tzlich und <em>drittens<\/em> ist und bleibt das Tarifsystem <em>systemisch falsch<\/em>: Mit der <em>Zugbindung<\/em>, die es dann wieder ab September bei fast allen Schn&auml;ppchenpreisen gibt, wurde ein entscheidender Systemvorteil der Schiene aufgeben &ndash; der, dass man mit einer normalen Fahrkarte &ndash; dem vorherrschenden Ticket zum Normal-Tarif &ndash; <em>einfach einsteigen und losfahren <\/em>konnte. <\/p><p>Mehr als ein Jahrhundert lang war das ein Grundprinzip im Schienenverkehr: Mit der Fahrkarte kann man in einem relativ gro&szlig;en Zeitraum mit jedem Zug &bdquo;einfach so&ldquo; eine Bahnfahrt machen. Das wurde unter Hartmut Mehdorn mit dem 2002\/2003 neu eingef&uuml;hrten Bahnpreissystem &bdquo;PEP&ldquo; grundlegend ge&auml;ndert &ndash; mit einer Anlehnung am Lufthansa-Ticketing; ausgef&uuml;hrt von einem Ex-Lufthansa-Manager &ndash; und mit einem gravierenden Abbau von Fahrgastfreundlichkeit. <\/p><p>Ich erinnere an eine ausgezeichnete Werbung der Bundesbahn von Mitte der 1980er Jahre. Man m&uuml;sste das entsprechende Bild nochmals aus den Tiefen der Bahn-Archive hervorholen: Auf einem gro&szlig;en Foto sah man eine junge Frau und einen jungen Mann, die auf einer Bank auf einem Bahnhof sitzen und sich k&uuml;ssen. Dar&uuml;ber eine gro&szlig;e Tafel mit dem Text: &bdquo;Macht nichts. Der Intercity f&auml;hrt zu jeder Stunde. 9.23 Uhr &hellip; 10.23 Uhr&hellip; 11.23 Uhr &hellip;&ldquo;<\/p><p>Diese Zeiten sind vorbei. Doch das Programm einer KlimaBahn-Initiative wird genau diese Wiedereinf&uuml;hrung von allgemein g&uuml;ltigen Tickets und insbesondere die Einf&uuml;hrung von Mobilit&auml;tskarten, die immer und &uuml;berall g&uuml;ltig sind, bei denen man wieder &bdquo;einfach losfahren kann&ldquo;, enthalten m&uuml;ssen. In diesem Sinn ver&ouml;ffentlichte am 9. Mai die Bahn-Initiative &bdquo;Prellbock Altona&ldquo;, die am kommenden Wochenende auf der &bdquo;KlimaBahnKonferenz&ldquo; in Stuttgart pr&auml;sent sein wird, eine Presseerkl&auml;rung, in der es hei&szlig;t: &bdquo;Das 9-Euro Ticket muss kommen, kann aber nur der Einstieg sein. Es muss sofort im Anschluss an die Einmalaktion in ein Klimaticket f&uuml;r den gesamten Bahn- und &ouml;ffentlichen Nahverkehr &uuml;berf&uuml;hrt werden. Im Zeichen des Klimawandels m&uuml;ssen zur St&uuml;tzung attraktiver Ticketpreise entsprechende Bundesmittel zur Verf&uuml;gung gestellt werden.&ldquo;[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]<\/p><p>Seit Oktober 2021 gibt es im Nachbarland &Ouml;sterreich ein solches Klimaticket. Es kostet dort 1095 Euro im Jahr (oder drei Euro pro Tag). Es berechtigt dann im gesamten Jahr zur freien Fahrt auf <em>allen <\/em>&ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln &ndash; im gesamten Land, mit Bus, Tram, Bahn, ohne jede Einschr&auml;nkung (Nachtz&uuml;ge und Linienschiffe ausgenommen). Seniorinnen und Senioren und Jugendliche zahlen nur 821 Euro im Jahr. Wer 110 Euro zus&auml;tzlich bezahlt, kann bis zu vier Kinder jeweils mitnehmen. Das &ouml;sterreichische Klimaticket ist ein voller Erfolg.<\/p><p>&Uuml;bertr&auml;gt man ein solches Ticket auf das in der Fl&auml;che deutlich gr&ouml;&szlig;ere Deutschland, dann sollte ein solches Klimaticket hierzulande f&uuml;r 1460 (vier Euro pro Tag) oder f&uuml;r maximal 1825 (f&uuml;nf Euro pro Tag) machbar sein. Nat&uuml;rlich m&uuml;sste der Bund daf&uuml;r erg&auml;nzende Mittel bereitstellen. Doch diese erg&auml;nzenden Bundesmittel w&uuml;rden real keine Nettokosten darstellen, da parallel vor allem der Autoverkehr r&uuml;ckl&auml;ufig w&auml;re, womit die enormen volkswirtschaftlichen und Klima-Kosten des Stra&szlig;enverkehrs reduziert werden w&uuml;rden.<\/p><p><em><strong>Hochr&uuml;stung &ndash; auch im Bereich Schiene<\/strong><\/em><\/p><p>Dass diese Mittel vorhanden sind, zeigt die L&auml;ssigkeit, mit der die Bundesregierung derzeit eine Hochr&uuml;stung sondergleichen betreibt: 100 Milliarden Euro extra als Sonderfonds plus die st&auml;ndige Erh&ouml;hung des j&auml;hrlichen R&uuml;stungsetats um rund 35 bis 40 Prozent &ndash; Stichwort: zwei Prozent des BIP f&uuml;r R&uuml;stung. Damit wird ein spezifischer Sektor &ndash; das Milit&auml;r &ndash; gef&ouml;rdert, was nicht nur brandgef&auml;hrlich ist und die Gefahr eines europaweiten Kriegs steigert. In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass das Milit&auml;r weltweit der gr&ouml;&szlig;te institutionelle Klimas&uuml;nder ist &ndash; mit den h&ouml;chsten CO2-Emissionen &uuml;berhaupt. <\/p><p>Das Thema R&uuml;stung hat auch direkt etwas mit der Schiene und dem Bahnkonzern zu tun. Seit 2016 gibt es das EU-Programm &bdquo;Connnecting Europe Facility&ldquo;. Diese Bezeichnung &ndash; &bdquo;Europas F&auml;higkeiten zu verbinden&ldquo; &ndash; ist bereits George-Orwell-Sprech. Es handelt sich um ein EU-Programm, mit dem europaweit die Schieneninfrastruktur f&uuml;r schnelle Milit&auml;rtransporte ausgebaut wird. Unter anderem gibt es den Ausbau des sogenannten &bdquo;740-Meter-Netzes&ldquo;. Gemeint ist damit ein spezifisches milit&auml;risch zu nutzendes Netz, auf dem G&uuml;terz&uuml;ge in einer L&auml;nge von 740 Metern L&auml;nge, also einem Dreiviertelkilometer, beladen mit Panzern und anderem milit&auml;rischen Ger&auml;t, verkehren k&ouml;nnen. <\/p><p>Dabei geht es einerseits um innereurop&auml;ische Milit&auml;rtransporte. Andererseits und vor allem geht es dabei um Transporte von US-Kriegsger&auml;t, das in den (deutschen, niederl&auml;ndischen und belgischen) Nordseeh&auml;fen anlandet und von dort nach Osten zu transportieren ist &ndash; vor allem nach Polen und in die baltischen Staaten. Und das sind immer Transporte mit einem Deutschland-Transit. <\/p><p>Zwei interessante Spezifika dabei sind: <em>Erstens<\/em>, dass dieses Netz f&uuml;r Milit&auml;rtransporte nach den entsprechenden EU-Vorgaben <em>komplett elektrifiziert <\/em>sein muss. Hier will die Deutsche Bahn also schnell das umsetzen, was sie im Gesamtnetz nicht oder nur z&ouml;gerlich angeht bzw. argumentiert, man k&ouml;nne auf Wasserstoff-Antriebe bzw. auf Akku-Z&uuml;ge setzen. <em>Zweitens<\/em> m&uuml;ssen an vielen Stellen in dem so definierten Netz die Tunnelprofile deutlich geweitet werden, damit dort Z&uuml;ge mit Panzern verkehren k&ouml;nnen. Hier findet also das Gegenteil dessen statt, was bei den Tunnelbauten unter Stuttgart im Rahmen von Stuttgart 21 gemacht wurde, wo die Deutsche Bahn im Wortsinn eine brandgef&auml;hrliche Verengung der Tunnelprofile vorgenommen hat. <\/p><p>Zur&uuml;ck zur Klimabahn: Zu fordern ist ein <em>Sonderfonds im Kampf gegen den Klimanotstand.<\/em> Mit einer spezifischen Finanzierung f&uuml;r eine KlimaBahn und f&uuml;r eine echte Verkehrswende in diesem Bereich. <\/p><p>Wobei dazu neben einem KlimaTicket auch die Umsetzung von Tempolimits 120 &ndash; 80 &ndash; 30 geh&ouml;ren. Es gibt keinen einzigen anderen Bereich in der Gesellschaft, wo man nicht mit einer einfachen Ma&szlig;nahme und ohne jegliche Kosten sofort bis zu 10 Prozent Energie im Verkehrssektor einsparen kann. <\/p><p><em><strong>Deutsche Bahn w&auml;chst &ndash; mit Luft- und Seefracht und in Toronto<\/strong><\/em><\/p><p>Laut dem neuem Gesch&auml;ftsbericht Deutsche Bahn AG stieg im vergangenen Jahr der Gesamtumsatz um 18 Prozent auf 47 Milliarden Euro. Das klingt gut. Tats&auml;chlich war es in erster Linie das Auslandsgesch&auml;ft, das deutlich wuchs. Und hier war es vor allem die See- und Luftfracht, die dieses Wachstum generierten. Konkret wuchs der Umsatz bei der Tochter Schenker um 33 Prozent, und hier die See- und Luftfracht sogar um 58 Prozent auf 13 Milliarden Euro. Damit machen allein der Schifftransport und die Luftfracht bereits mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes des Bahnkonzerns aus. Nimmt man die Bereiche Logistik und Lkw-Transporte hinzu, dann entf&auml;llt bereits die H&auml;lfte des Gesamtumsatzes auf Nicht-Schienen-Bereiche, teilweise auch auf Sektoren, die in Konkurrenz zum Schienenverkehr stehen.<\/p><p>Dabei soll es in den n&auml;chsten Jahren noch zu einer deutlichen Expansion der DB-Engagements im Ausland kommen. W&auml;hrend die DB-Tochter DB Regio im Schienenpersonennahverkehr in Deutschland immer wieder Anteile verliert und unter anderem in der Drei-Millionen-Metropole Berlin in B&auml;lde wohl den S-Bahn-Verkehr insgesamt oder zum Teil aufgeben wird, t&auml;tigte der Konzern im April in Kanada einen gewaltigen Deal. F&uuml;r die Dauer eines Vierteljahrhunderts wird die Deutsche Bahn f&uuml;r einen zweistelligen Milliardenbetrag den gesamten Schienenpersonennahverkehr in der Drei-Millionen-Metropole Toronto &uuml;bernehmen.<\/p><p>Auch hier erleben wir eine Entwicklung, die in offenem Widerspruch steht zur Bahn- und Verkehrspolitik, wie sie angeblich vom Bahnvorstand oder dem Bundesverkehrsministerium betrieben wird. Seit vielen Jahren ist davon die Rede, die Deutsche Bahn werde sich zuk&uuml;nftig &bdquo;auf das Kerngesch&auml;ft konzentrieren&ldquo;. Man werde die Auslandsbeteiligungen ganz oder teilweise verkaufen. Doch das Gegenteil findet statt. Das Argument, die gr&ouml;&szlig;te Auslandsbeteiligung, Schenker, sei doch &bdquo;profitabel&ldquo;, &uuml;berzeugt dabei nicht. Erstens, weil Vergleichbares jahrelang auch von der zweitgr&ouml;&szlig;ten Auslandstochter, Arriva, behauptet wurde. Inzwischen musste der Bahnkonzern auf Arriva eine Abschreibung in H&ouml;he von 1,4 Milliarden Euro vornehmen. Ein Verkauf von Arriva wird aktuell erst gar nicht mehr versucht, da diese Tochter inzwischen als &bdquo;unverk&auml;uflich&ldquo; gilt. Insgesamt, so rechnet Prof. Christian B&ouml;ttger vor, musste die Deutsche Bahn in den vergangenen 12 Jahren mehr als drei Milliarden Euro Verluste bei den Auslandsengagements hinnehmen. Demnach d&uuml;rften diese Gesch&auml;fte auf l&auml;ngere Frist gesehen auch rein betriebswirtschaftlich unrentabel sein.[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p>Zweitens und vor allem geht es nicht prim&auml;r um die Frage, ob diese Auslandsbeteiligungen teilweise profitabel oder am Ende doch unprofitabel sind. Es geht vor allem darum, dass das Top-Management der DB AG sich seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten prim&auml;r als Vertretung eines Global Players versteht, dass diese Bahn-Oberen einen erheblichen Teil ihrer Kapazit&auml;ten auf die Global-Player-Entwicklung konzentrieren und vor allem ein Denken in diesen globalen Sph&auml;ren favorisieren. F&uuml;r dieses Top-Management, das sich bevorzugt in schweren Mercedes-, Audi- und BMW-Limousinen bewegt, ist die Schiene vor allem altes Eisen.<\/p><p>Nur ein grundlegender Neuanfang bei der Bahn kann im Bereich Schiene die Potentiale heben, die f&uuml;r die Verkehrswende essentiell sind. <\/p><p>Titelbild: Chris Redan \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Das pdf des Alternativen Gesch&auml;ftsberichts Deutsche Bahn ist &uuml;ber die Website <a href=\"http:\/\/www.klimabahn-initiative.de\/\">klimabahn-initiative.de<\/a> abrufbar; <a href=\"https:\/\/klimabahn-initiative.de\/2022\/03\/30\/alternativer-geschaeftsbericht-deutsche-bahn-2020-21\/\">hier<\/a> auf dieser Website findet sich auch das Programm der genannten Stuttgarter Konferenz &bdquo;Klimabahn statt Betonbahn&ldquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] 2019 &ndash; im letzten aussagekr&auml;ftigen Jahr vor der Pandemie &ndash; gab es im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) 2780 Millionen Fahrg&auml;ste; im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) waren es, wie erw&auml;hnt, 151 Millionen. Nimmt man die Leistung &ndash; gemessen in Personenkilometern (= Zahl der Fahrg&auml;ste multipliziert mit der zur&uuml;ckgelegten Entfernung) &ndash; dann waren es 2019 55,7 Milliarden Personenkilometer im SPNV und 44,7 Milliarden Pkm im SPFV. Der SPFV machte damit 44,5 Prozent der gesamten Verkehrsleistung im Schienenpersonenverkehr aus. Oder auch: Der SPNV &uuml;berwog mit 55,5 Prozent deutlich. Angaben nach: Verkehr in Zahlen 2020\/21, herausgegeben vom Bundesministerium f&uuml;r Verkehr und digitale Infrastruktur, S.216ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] U.a. nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Mai 2022 und vom 1. April 2022; jeweils nach Angaben der Deutschen Bahn AG. Danach gilt ein Zug als &bdquo;versp&auml;tet&ldquo;, wenn er seine planm&auml;&szlig;ige Ankunftszeit am Zielbahnhof um weniger als sechs Minuten unterschreitet. Komplett oder teilweise ausgefallene Z&uuml;ge gehen groteskerweise nicht in diese Rechnung ein.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Robin Kellermann, Warten auf die Bahn &ndash; eine Bau- und Kulturgeschichte, in: Aus Politik und Gesellschaft &ndash; Die Bahn, Beilage der Wochenzeitung &bdquo;Das Parlament&ldquo;, herausgegeben von der Bundeszentrale f&uuml;r Politische Bildung, 8-9\/2022, 21. Februar 2022.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Arne Matzanke in Mobil 04\/2022, Seite 77.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Thorsten Metzner, Bahn frei &ndash; Brandenburg pr&auml;sentiert einen neuen Nahverkehrsplan, in: Der Tagesspiegel vom 11. Mai 2022.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Alle Angaben nach Daten und Fakten, Deutsche Bahn AG (bis einschlie&szlig;lich Ausgabe 2021 vom April 2022).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Mit &bdquo;Betriebsl&auml;nge&ldquo; wird der Umfang des Schienennetzes bezeichnet, auf dem es fahrplanm&auml;&szlig;igen Schienenverkehr (Personenverkehr und\/oder Schieneng&uuml;terverkehr) gibt. Die Betriebsl&auml;nge lag 1994 noch bei 41.300 km. Ende 2021 waren es 33.401 km.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Die exakten Zahlen f&uuml;r die letzten drei Parameter: L&auml;nge der Gleise 1994 = 78.073 &ndash; Ende 2021 = 60.928. Zahl der Weichen und Kreuzungen 1994 = 131.968; Ende 2021 = 65.550. Zahl der Gleisanschl&uuml;sse 1994 = 11.742; Ende 2021 = 2.314. Alle Angaben nach: Daten und Fakten, herausgegeben von der Deutschen Bahn AG; letzte Ausgabe f&uuml;r 2021.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Dieter Doege und Winfried Wolf, Auf dem falschen Gleis &ndash; Schienenpersonennahverkehr in Brandenburg, herausgegeben vom Landesverband Berlin-Brandenburg von PRO BAHN, Februar 2012.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Siehe Alternativer Gesch&auml;ftsbericht Deutsche Bahn AG 2021\/22, a.a.O., S. 36ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Presseerkl&auml;rung Prellbock Altona vom 9. Mai 2022; hier mit einem Zitat des Pressesprechers dieser Bahn-Initiative, Michael Jung.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Christian B&ouml;ttger, &bdquo;Problemkind&ldquo; Deutsche Bahn? Strukturen und Reformbedarf des deutschen Schienenverkehrs, in: Aus Politik und Gesellschaft &ndash; Die Bahn, Beilage der Wochenzeitung &bdquo;Das Parlament&ldquo;, herausgegeben von der Bundeszentrale f&uuml;r Politische Bildung, 8-9\/2022, 21. Februar 2022.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;KlimaBahn statt BetonBahn&ldquo; &ndash; so lautet der Titel einer bundesweiten Konferenz, die am kommenden Wochenende (14. und 15. 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