{"id":84021,"date":"2022-05-19T09:10:00","date_gmt":"2022-05-19T07:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84021"},"modified":"2022-05-19T09:40:51","modified_gmt":"2022-05-19T07:40:51","slug":"leserbriefe-zu-die-verbreitung-des-grundgefuehls-wir-sind-die-guten-ist-die-wirkungsvollste-methode-der-manipulation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84021","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDie Verbreitung des Grundgef\u00fchls \u201eWir sind die Guten\u201c ist die wirkungsvollste Methode der Manipulation\u201c"},"content":{"rendered":"<p>In diesem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83934\">Beitrag<\/a> stellt Albrecht M&uuml;ller Manipulationsmethode Nummer 18 seines Buches &bdquo;Glaube wenig &hellip;&ldquo; vor, das k&uuml;rzlich als erweiterte Neuauflage erschienen ist. Das Grundgef&uuml;hl, auf der Seite des Guten zu stehen, sei &bdquo;eine der ganz gro&szlig;en Leistungen des Westens&ldquo;. Dieses Grundgef&uuml;hl k&ouml;nne, ohne immer wieder neu erkl&auml;rt und begr&uuml;ndet werden zu m&uuml;ssen, benutzt werden. Jegliche Diskussion sei ausgeschlossen; so sei die Welt halt aufgeteilt. Die Konfrontation zwischen Westen und Osten werde neu aufgelegt. Dazu werde die Vorstellung der Systemkonkurrenz ben&ouml;tigt, &bdquo;um sich selbst herauszuputzen, sich &uuml;ber die Anderen zu erheben&ldquo;. 22931 im Mittelmeer ertrunkene Fl&uuml;chtlinge und tausende Tote durch von in Ramstein gesteuerte US-amerikanische Drohnenangriffe h&auml;tten es nicht geschafft, die Manipulationsmethode &bdquo;Wir sind die Guten&ldquo; zu ersch&uuml;ttern. Hierzu haben wir interessante Zuschriften erhalten. Danke. Hier sind sie. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>leider bin ich noch nicht dazu gekommenn Ihr Buch zu lesen, aber es steht ganz oben auf meiner Liste.<\/p><p>Beim Nachdenken &uuml;ber die &ldquo;Wir sind die Guten&rdquo; Methode fiel mir aber gleich eine weitere Methode ein, die damit Hand in Hand geht. Die Vermittlung des scheinbaren Sachverhalts in der &ldquo;bestm&ouml;glichen Welt&rdquo; zu leben. Es wird anerkannt das nicht alles Ideal ist, aber durch den permanenten Hinweis auf die Misst&auml;nde in anderen Weltregionen wird konntinuirlich der Eindruck vermittelt das unsere Gesellschaft von allenn doch die beste Alternative ist. Entsprechend ist dann auch alles &ldquo;alternativlos&rdquo;.<\/p><p>In diesem Zusammenhang wurde ich an Aldus Huxleys &ldquo;Brave new World&rdquo; erinnert. Auf denn ersten Blick scheint kein direkter Zusammenhang erkennbar. Huxley beschreibt eine Welt inn der alle Zufrieden sind weil sie durch genetische Selektion und Drogen dazu gebracht werden. Wenn ich aber dar&uuml;ber nachdenke scheinen die Manipulationen die heute allgegenw&auml;rtig sind und die Vermittlung der &ldquo;Best m&ouml;glichen Welt&rdquo; sogar noch effektiver zu sein.<\/p><p>Ich sage, h&uuml;tet euch vor jeder Utopie, auch wenn sie im Bettelgewand daherkommt.<\/p><p>lieben Gru&szlig;<br>\nGeorg Hopp<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, liebes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r diesen, wie ich finde, erhellenden Artikel &uuml;ber eine weitere Form der Manipulation. Zum letzten Punkt (der ertrunkenen Fl&uuml;chtlinge) m&ouml;chte ich anmerken, dass Anh&auml;nger der &Uuml;berzeugung, wir seien die Guten, diese grausamen Zahlen gerade als Beweis f&uuml;r ihre Sicht anf&uuml;hren w&uuml;rden. Denn warum sonst sollten Fl&uuml;chtlinge das Himmelfahrtskommando wagen, auf diesem Weg in &ldquo;unsere&rdquo; europ&auml;ischen Sph&auml;ren zu fliehen, wenn sie die hiesige Welt nicht f&uuml;r erstrebenswerter hielten als die, aus der sie fliehen &ndash; auch wenn sie nicht aus Russland oder China fliehen. Aber eben auch nicht NACH Russland oder China.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nTobias Theurer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Verehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>wie Recht Sie haben mit Ihrer These &bdquo;Die Verbreitung des Grundgef&uuml;hls &#715;Wir sind die Guten&#715; ist die wirkungsvollste Methode der Manipulation&ldquo;. Sie impliziert ja eben auch, dass die anderen die B&ouml;sen sind. Dabei bedenke man, dass bereits Altbundespr&auml;sident Gustav Heinemann erkannte und &auml;u&szlig;erte, dass immer drei Finger auf einen zur&uuml;ck zeigen, wenn man auf andere zeigt.<br>\nDas von Ihnen beschriebene Ph&auml;nomen wird in den Artikeln der NDS und auch in den Leserbriefen immer wieder allzu deutlich.<\/p><p>Man ist einer der wenigen Erleuchteten, die die Realit&auml;t erkennen. Selber ist man Pazifist, &bdquo;Kriegstreiber&ldquo; sind die anderen. Manipulieren tun die von Ihnen sogenannten &bdquo;Mainsteammedien&ldquo; und der viel gescholtene &ouml;ffentlich rechtliche Rundfunk, den NDS liegt nat&uuml;rlich Manipulation und Meinungsmache fern.<\/p><p>Die Autorinnen und Autoren und die Leserschaft der NDS geh&ouml;rt nat&uuml;rlich zu der von Ihnen beschriebenen &bdquo;Schar der Guten&ldquo; und Wissenden, die eben auch&ldquo;Realit&auml;ten ausblendet, verschweigt und verwischt&ldquo;, damit das Weltbild weiter stimmt.<\/p><p>Sie beklagen zurecht, dass die US Gesellschaft keine Gesellschaft der Gleichen ist und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Realit&auml;t der USA alles andere als werteorientiert sei. Wo bleiben eigentlich Zustandsbeschreibungen und Kritik der russischen Wirklichkeit. Wo bleibt die Kritik an der Situation der Menschenrechte, der Gleichschaltung der Presse und der Medienlandschaft, der Abschaffung des Demonstrationsrechts etc.. Auch in puncto &bdquo;Gleiche unter Gleichen&ldquo; suche ich kritische Betrachtungen zu Putin und seiner Oligarchenclique in den NDS seit langem vergeblich.<\/p><p>Stattdessen lese ich mantraartig immer wieder von den westlichen und europ&auml;ischen &bdquo;Kriegstreibern&ldquo;. Hier werden Tatsachen bewusst verdreht und durch st&auml;ndiges Wiederholen werden Behauptungen auch nicht wahrer.<\/p><p>Immerhin verwenden Sie in Ihren Texten das Wort &bdquo;Krieg&ldquo; und sprechen nicht linientreu von &bdquo;milit&auml;rischer Spezialoperation&ldquo;. Kritik an dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine liest man sp&auml;rlich, eher wird die Ukraine verunglimpft.<\/p><p>Zum Schluss ein Appell an die Leserinnen und die Leser der NDS: &bdquo;Glaube wenig! Hinterfrage alles! und vor allen Dingen &bdquo;Denke selbst!<\/p><p>J&uuml;rgen Simon<\/p><p><strong>Antwort: <\/strong><br>\nSehr geehrter Herr Simon,<br>\nauch mit einem solchen Leserbrief m&uuml;ssen wir leben. Trotz Distanz zu Ihren Behauptungen m&ouml;chte ich Ihnen zu bedenken geben, dass die NachDenkSeiten auch gegr&uuml;ndet worden sind, um ein Gegengewicht, eine Korrektur, eine andere Sicht zu dem zu bieten, was die herrschenden Medien Tag aus Tag ein verbreiten. Als wir 2003 die NachDenkSeiten gr&uuml;ndeten, war die Welt der etablierten Medien noch nicht so schlimm wie heute, aber sie war schlimm. Heute bekommen Sie die westliche Sicht des Geschehens in der Welt quasi st&uuml;ndlich eingeh&auml;mmert. Da macht es doch keinen Sinn, noch zus&auml;tzlich in die gleiche Kerbe zu hauen.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAlbrecht M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herrren,<\/p><p>zu dem interessanten Artikel von Albrecht M&uuml;ller von mir folgende Anmerkungen.<\/p><p>In meinem pers&ouml;nlichen Umfeld  (Ostdeutschland) kann ich feststellen, da&szlig; durchaus ein recht hoher Prozentsatz der Menschen die Manipulationsmethoden durchschaut. Warum wirkt sich das nicht st&auml;rker in der &ouml;ffentlichen Debatte aus ?<\/p><p>Nach meiner Meinung spielen dabei folgende Faktoren eine Rolle:<\/p><p>Viele Menschen sind durch die Anforderungen seitens des kapitalistischen Staates im Berufsleben durch wachsende Arbeitsverdichtung, im Kampf mit der B&uuml;rokratie, nicht zuletzt auch im Bildungswesen wenn Kinder da sind, so sehr in ihrer Zeit, ihren Kr&auml;ften gefordert. da&szlig; ihnen schlicht die Zeit und die Kraft fehlt, da irgendwie noch &ouml;ffentlichkeitswirksam zu werden. Im pers&ouml;nlichen Kreis wird das schon diskutiert. Die seltsamen Ma&szlig;nahmen, die der Bek&auml;mpfung des Corona-Virus dienen sollten haben das noch versch&auml;rft.<\/p><p>Hinzu kommt eine gewisse Resignation, angesichts der &Uuml;bermacht der herrschenden Politik und der Medien, die sich auf Desinteresse und, darf man das so sagen, Dummheit recht gro&szlig;er Bev&ouml;lkerungsanteile st&uuml;tzt.<\/p><p>Die letzte Wahl in NRW zeigt, dass bei einer Wahlbeteiligung von ca 56 % nach offiziellen Endergebnis die CDU mit ca. 36% der Stimmen also gerade mal ca. 18% der Wahlberechtigten vertritt. Die etablierten Parteien insgesamt ca. 43%.<\/p><p>Es wird wohl als wieder zu einer Regierung kommen, die von ca 57% der Wahlberechtigten nicht legitmiert ist, da von Demokratie zu sprechen ist schon aus diesem Grund fragw&uuml;rdig. Das es noch vilel andere schwerwiegendere Gr&uuml;nde gibt, brauche ich hier nicht darzulegen.<\/p><p>Zm Schlu&szlig; meiner vielleicht etwas ungeordneten Gedanken.<\/p><p>Eine Manipulationsmethode ist es meiner Meinung nach die Ersch&ouml;pfung der Kr&auml;fte der B&uuml;rger durch Ausbeutung und eine &uuml;berbordende B&uuml;rokratie herbeizuf&uuml;hren.<\/p><p>Dazu z&auml;hlt meiner Meinung nach z.B. ebenso die aggressive Werbung f&uuml;r st&auml;ndige Vergleiche und Wechsel bei Energieanbietern, Versicherungen etc. Alles soll  und Kr&auml;fte und Energie des B&uuml;rgers binden. der &Uuml;bergang zu Methoden der Bindung und Ablenkung der Aufmerksamkeit ist da flie&szlig;end, aber den Faktor Ersch&ouml;pfung der Energie, speziell der geistigen und nervlichen Energie sollte man nicht untersch&auml;tzen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en S. Wiehart<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Geehrter Herr M&uuml;ller<\/p><p>Hier einige Bemerkungen zu Ihren Artikel:                                                                                                                    <\/p><p>Die Verbreitung des Grundgef&uuml;hls &bdquo;Wir sind die Guten&ldquo; ist die wirkungsvollste Methode der Manipulation<\/p><p>Dieses &bdquo;Grundgef&uuml;hl&ldquo;, &bdquo;Wir sind die Guten und die andern sind die B&ouml;sen&ldquo;, begleitet uns doch schon von Kindheit an &ndash; ein Gef&uuml;hl des Mangels, erzeugt durch den Entzug von Erfahrungsm&ouml;glichkeiten, und st&auml;ndig versuchen wir, dieses Mangelgef&uuml;hl zu kompensieren, einmal durch die Identifikation mit Idealgestalten, und, meist zugleich auch mit der Herabsetzung bestimmter (&bdquo;wertloser&ldquo;) Menschengruppen. daher haben es die Manipulatoren so leicht, durch Angebote von S&uuml;ndenb&ouml;cken (&uuml;ber die man sich erheben kann), die Menschen in die gew&uuml;nschte Richtung zu lenken. Die Illusion der Intellektuellen besteht darin, dass sie meinen, rationale Erkl&auml;rungen k&ouml;nnten da etwas Wesentliches erreichen.  Denn im Grunde k&ouml;nnen &bdquo;aufgekl&auml;rte&ldquo; Menschen nur in dem Ma&szlig;e f&uuml;r Herrschaftszwecke manipuliert werden, als sie schon seit fr&uuml;h an von der herrschenden Ideologie indoktriniert wurden.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e horoli R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r die Vermittlung ihrer Sachkenntnisse &uuml;ber Demagogie und Manipulation. &ldquo;Wir sind die Guten&rdquo;, sollte bei mir zu dem Schluss f&uuml;hren, dass ich 33 Jahre meines Lebens in der DDR, im Land &ldquo;Wir sind die B&ouml;sen&rdquo; wohnte. Auch nach fast 33 Jahren in der Bundesrepublik lebend, habe ich immer noch nicht das Gef&uuml;hl im Lande &ldquo;Wir sind die Guten&rdquo; zu leben. Bin leider (f&uuml;r die Medien und die im &ldquo;Dunkeln&rdquo;) und f&uuml;r mich zum Gl&uuml;ck, kein Opfer dieser Manipulation geworden. Eigentlich verr&uuml;ckt, 33 Jahre Freundschaft mit der Sowjetunion (auch wenn staatlich verordnet) in der DDR gelebt, bin ich nun in einem Land das Russland zum Feind erkl&auml;rt. So schnell wird man vom Freund zum Feind und niemand hat gefragt, ob ich das will. Nat&uuml;rlich sind wir die &ldquo;Guten&rdquo;, mit den Guten ist ja wohl der gesamte &ldquo;Wertewesten&rdquo; gemeint. Auf der Seite der Guten war man im Vietnamkrieg (ich leider nicht) dort wollte man im &ldquo;Guten&rdquo; Vietnam in die &ldquo;Steinzeit&rdquo; zur&uuml;ck bombardieren und hatte deshalb mehr Bomben abgeworfen als im 2.WK. Trotzdem haben die &ldquo;Guten verloren&rdquo;. Die &ldquo;Guten&rdquo; habe auch sinnvolle und kluge Gedanken. In den 80er Jahren wurde auch dem d&uuml;mmsten guten Politiker in den USA klar, dass in einem Atom-Krieg alles zerst&ouml;rt wird, f&uuml;r das man eigentlich in den guten Krieg zieht. Da kamen kluge, gute Menschen auf die glorreiche Idee eine Bombe zu bauen, die nur die guten und die b&ouml;sen Menschen t&ouml;tet (sprich alle) (ich denke die Tiere ebenfalls, der Zusatz sei mir gestattet, falls &ldquo;Gr&uuml;ne&rdquo; das lesen), aber die Infrastruktur, Bauten, Industrie usw. &uuml;berwiegend heil l&auml;sst. Diese Bombe ist als &ldquo;Neutronenbombe&rdquo; in die Geschichte eingegangen. Europa entv&ouml;lkert, aber intakte Reicht&uuml;mer f&uuml;r die &ldquo;Guten&rdquo; jenseits des Atlantiks. Sollte von guten Politikern der CDU\/CSU, der SPD, der FDP und den Gr&uuml;nen die Neutronenbombe abgelehnt werden und lieber die &ldquo;gute alte Atombombe&rdquo; favorisiert werden, w&auml;re das sehr gut. Alles bliebe beim Alten, alles Gute was Menschen geschaffen haben w&auml;re zerst&ouml;rt und die Menschen w&auml;ren ebenfalls weg &ndash; Weg frei f&uuml;r &ldquo;America First&rdquo; in Europa. Ach ja, die Tiere, Massentierhaltung w&auml;re abgeschafft, das Wolfproblem in Deutschland w&auml;re z.B. auch gel&ouml;st.<\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, verzeihen sie mir meinen Zynismus, aber man kann gar nicht so viel fre&hellip;, wie man kot&hellip;. m&ouml;chte.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nW.H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>ach ja, sind wir die Guten? Sie haben die Manipulationsmethode entlarvt, ich mache mir Gedanken &uuml;ber den Geist, der dahintersteckt. &ldquo;Die Guten&rdquo; gibt es nicht ohne &ldquo;die B&ouml;sen&rdquo; und wenn das kollektive Begriffe sind, dann ist das der Totalit&auml;re Geist. Die Welt wird aufgeteilt, es wird ein S&uuml;ndenbock ausgemacht und Projektion beherrscht das kollektive Bewusstsein. Wenn dann noch der Vernichtungswille dazu kommt, ist das der Geist des Faschismus in Reinkultur. &ldquo;Russland vernichten&rdquo;, sagte Annalena &ldquo;Kobold&rdquo; Baerbock nicht so etwas? <\/p><p>Vor 90 Jahren waren &ldquo;wir&rdquo; die &ldquo;Germanische Herrenrasse&rdquo;, an der die Welt zu genesen hatte, 1945 gab es Kaugummi und Coca Cola (im Westen, die Ossies hat man nach 1990 nicht gefragt) und &ldquo;wir&rdquo; waren die Sieger und es ging gleich wieder 45 Jahre lang gegen den &ldquo;b&ouml;sen Russen&rdquo;. Und so weiter. Ich glaube nicht einmal, dass den meisten Menschen das klar ist, aber &ldquo;wir&rdquo; wollen halt unsere Ruhe haben. Der Dreiklang der politischen Agenda des Normaldeutschen: 1. Es geht uns gut, 2. Es darf sich nichts &auml;ndern, 3. Die Politik ist dazu da, die Punkte 1 und 2 zu best&auml;tigen. <\/p><p>Ich bin in einer (west)deutschen Familie aufgewachsen. Vor vielen Jahren hatte ich einmal einen Tagtraum, wie es da zugeht. Die Familie sitzt um den Wohnzimmertisch und spielt &ldquo;Mensch &auml;rger dich nicht&rdquo; oder &ldquo;Spitz pass auf&rdquo;. Alles ist normal, alle sind zufrieden. Nur eine Kleinigkeit k&ouml;nnte gelegentlich st&ouml;ren, aber man hat sich so daran gew&ouml;hnt, dass man sie nicht wahrnimmt. Alle sitzen so merkw&uuml;rdig geb&uuml;ckt &uuml;ber dem Tisch, damit sie sich nicht mit dem Kopf an der Zimmerdecke sto&szlig;en. Warum das? Der Teppich unter dem Tisch hat sich in den Jahren so um die 2 Meter &uuml;ber den Fu&szlig;boden erhoben, durch all das was man darunter gekehrt hat. <\/p><p>&ldquo;Es geht uns gut, es geht uns gut, es geht uns gut &ndash; Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept und keine Lust um aufzustehn&rdquo; (Marius M&uuml;ller-Westernhagen). <\/p><p>Verdr&auml;ngen, nicht wahrnehmen wollen, funktioniert auf die Dauer nicht. Das &ldquo;B&ouml;se&rdquo; meldet sich sp&auml;ter nur um so heftiger, eine der grundlegenden Erkenntnisse der Psychoanalyse. Wie sagte einmal ein gro&szlig;er deutscher Dichter (Werner Enke): &ldquo;Es wird b&ouml;se enden!&rdquo; Und mein guter Freund Wolfgang prophezeite einige Jahre sp&auml;ter: &ldquo;Dann kommt der gro&szlig;e Arsch und schei&szlig;t alles zu!&rdquo; Und noch ein Zitat, von einem anderen Wolfgang (Wolfgang Neuss): &ldquo;Was mache ich wenn der Atomkrieg ausbricht? Ich h&uuml;lle mich in ein wei&szlig;es Bettlaken und gehe gem&auml;chlich zum Friedhof. Warum gem&auml;chlich? Damit keine Panik ausbricht!&rdquo; So sind wir Deutschen, immer die Guten. <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hoch gesch&auml;tzter Albrecht M&uuml;ller, <\/p><p>ich m&ouml;chte noch auf einen Aspekt aufmerksam machen, der in meinen Augen diesem Grundgef&uuml;hl zu Grunde liegt und tief in der westlich abendl&auml;ndische DNS verwurzelt ist: der methodologische Individualismus. Im Gegensatz dazu ist in einer &Ouml;stlichen Philosophie das Individuum viel eher bereit, seine Individualinteressen dem Interesse der Gruppe unterzuordnen und so miteinander in Einklang zu bringen. <\/p><p>Es ist wohl unstrittig, Frieden als das wichtigste (Wirtschafts-)Gut zu betrachten, das die Menschheit kennt. Frau Ute Finckh-Kr&auml;mer hat in dem Vortrag &bdquo;Feindbilder abbauen &ndash; Entspannungspolitik jetzt!&ldquo;, der auch in euren Videohinweisen verlinkt war, recht sch&ouml;n herausgearbeitet. Frieden, interpretiert als System kollektiver Sicherheit, muss man &ndash; &ouml;konomisch gesehen &ndash; als Gemeingut betrachten. In einer konkurrenzkapitalistischen Wirtschaftsordnung kann dieses System kollektiver Sicherheit von jedem hinreichend m&auml;chtigen Akteur sabotiert werden. F&uuml;r mich pers&ouml;nlich war der NDS-Beitrag &bdquo;Krieg und Ohnmacht&ldquo; von Wolf WEtzel erhellend, zeigte er die Argumentation auf, wie man erfolgreich von seinem Grundrecht, den Dienst mit der Waffe zu verweigern, Gebrauch macht. Dies ist auch einer der wenigen F&auml;lle, in der manimhovom Einzelnen auf das Ganze schlie&szlig;en kann und zeigt auch, wie politisch wegweisend f&uuml;r die politische Praxis Egon Bahrs Formel &bdquo;Wandel durch Ann&auml;herung&ldquo; war und immer noch ist. Aber das brauche ich Ihnen als aktiver Mitgestalter dieser Politik nicht zu erz&auml;hlen. <\/p><p>Und hier ist in meinen Augen das Grundproblem einer postmodernen Linken zu sehen: Sie hat mit ihrer Identit&auml;tspolitik eine Spaltung in politische Gr&uuml;ppchen bef&ouml;rdert, die die Partikularinteressen h&ouml;her gewichten, dabei aber in Flachweltlehrmanier den Blick auf den Gesamtzusammenhang verliert. Die Quittung daf&uuml;r haben die Linken bei den letzten Landtagswahlen an der Wahlurne bekommen. <\/p><p>ich verbleibe mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en, <\/p><p>Gerhard Rinnberger <\/p><p>Und vor allem: Bleibt Eurer Linie treu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=83934\">Beitrag<\/a> stellt Albrecht M&uuml;ller Manipulationsmethode Nummer 18 seines Buches &bdquo;Glaube wenig &hellip;&ldquo; vor, das k&uuml;rzlich als erweiterte Neuauflage erschienen ist. Das Grundgef&uuml;hl, auf der Seite des Guten zu stehen, sei &bdquo;eine der ganz gro&szlig;en Leistungen des Westens&ldquo;. Dieses Grundgef&uuml;hl k&ouml;nne, ohne immer wieder neu erkl&auml;rt und begr&uuml;ndet werden zu m&uuml;ssen, benutzt werden.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84021\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-84021","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/84021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=84021"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/84021\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84031,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/84021\/revisions\/84031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=84021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=84021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=84021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}