{"id":84394,"date":"2022-06-01T10:00:35","date_gmt":"2022-06-01T08:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84394"},"modified":"2022-06-01T13:42:02","modified_gmt":"2022-06-01T11:42:02","slug":"muehen-des-denkens-zu-den-hintergruenden-des-konflikts-um-die-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84394","title":{"rendered":"M\u00fchen des Denkens &#8211; zu den Hintergr\u00fcnden des Konflikts um die Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Wie so oft reagieren fast alle Medienredaktionen und die meisten Politiker auf die Ereignisse in der Ukraine auf Grund ihrer Pr&auml;gung <strong>reflexiv<\/strong> statt <strong>reflektiert<\/strong>. Reflexion kostet Zeit und Anstrengung, w&auml;hrend die reflexiven Schnellsch&uuml;sse einem wenig abverlangen. (Siehe Daniel Kahnemann, <em>Schnelles Denken und Langsames Denken, <\/em>2011) Was ist die f&uuml;r die Medien und Politiker*innen hier relevante Pr&auml;gung? Wie Howard Gardner in seinem wegweisenden Buch <em>The Unschooled Mind<\/em> (1992) dargestellt hat, neigen erwachsene Menschen dazu, in spontan auftretenden Situationen auf vorschulische, kindliche Verstehensmuster zur&uuml;ckzugreifen. Bezeichnenderweise verwendete er als ein Beispiel die Reaktion eines US-amerikanischen Historikers, der sich intensiv mit der Entstehungsgeschichte des Ersten Weltkriegs <strong>be<\/strong>fasst und dessen Komplexit&auml;t jenseits einfacher Schuldzuschreibungen <strong>er<\/strong>fasst hatte, auf den Irakkrieg des Bush Seniors. Statt auch da die gebotene wissenschaftliche Vorsicht walten zu lassen, urteilte dieser Historiker nach Kinderart mit schneller Unterscheidung zwischen absolut B&ouml;sem (Saddam Hussein) und absolut Gutem (den Absichten und Taten der USA). Wie alle klassischen M&auml;rchen bedient ein solches eindeutiges Urteil den Kinderwunsch nach einfacher und eindeutiger Erkennung und Bestrafung des B&ouml;sen und Belohnung des Guten. Von <strong>Alfred Weber<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDieses Muster pr&auml;gt im Augenblick auch die westliche Berichterstattung und das medial vorgeschriebene Urteil zum Krieg in der Ukraine, ein Urteil, das vor lauter Selbstgerechtigkeit ein Eingreifen in den Krieg fordert, das durchaus das Zeug hat, eine atomare Apokalypse auszul&ouml;sen.<\/p><p><strong>Statt diesem Muster nachzugeben und in den Ruf nach mehr Waffen f&uuml;r die Ukraine einzustimmen, m&ouml;chte ich uns der M&uuml;he unterwerfen, die Entstehungsgeschichte des Krieges genauer zu betrachten. Sie f&auml;ngt n&auml;mlich eigentlich schon an mit Afghanistan und Pr&auml;sident Carters Sicherheitsberater Brzezinski.<\/strong><\/p><p>Als 1978 die s&auml;kulare Demokratische Volkspartei unter der F&uuml;hrung von Nur Mohammad Taraki in einem Putsch in Afghanistan die Macht &uuml;bernahm und sich bei der Sowjetunion auch milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Durchsetzung seiner Bodenreform und der Enteignungen der feudalen Oberschicht suchte, sah Brzezinski die Chance, die Sowjetunion in die &ldquo;afghanische Falle&rdquo; tappen zu lassen, indem er die Mudschaheddin mit modernen Waffen ausstattete. Zun&auml;chst lehnte die Sowjetunion milit&auml;rische Hilfe jedoch ab. Erst nach der Ermordung Tarakis und nachdem Hafizulla Amin die Macht &uuml;bernommen hatte und drohte, sich an den Westen anzulehnen, um mit NATO-Truppen seine Macht zu sichern, entschied sich die Sowjetunion, Afghanistan zu besetzen. Damit waren sie in die Falle gegangen, denn in den folgenden 8 Jahren f&uuml;hrten die Mudschaheddin mit der Unterst&uuml;tzung und Finanzierung ihres Kampfes (gegen die von der Sowjetunion an der Macht gehaltenen Regierungen &ldquo;sozialistischer Orientierung&rdquo;) durch die USA einen Guerillakrieg, der die Sowjetunion &uuml;berstrapazierte und letzten Endes zu ihrem Niedergang f&uuml;hrte &mdash; so wie es Brzezinski geplant\/erhofft hatte. (Modernste US-Waffen waren z.B. Stinger-Raketen gegen die russischen Transporthubschrauber.)<\/p><p>Derjenige, der schon 1985 mit dem Versprechen zur Wahl als Generalsekret&auml;r der kommunistischen Partei angetreten war, den Krieg in Afghanistan zu beenden, war Michail Gorbatschow. Er war es dann auch, der mit Mohammed Nadschibullah einen Regierungschef in Kabul einsetzte, der zu Verhandlungen zur Beendigung des Krieges bereit war. Am 15. Februar 1989 verlie&szlig;en die letzten russischen Truppen schlie&szlig;lich das Land. Danach bek&auml;mpften die von den USA mit Waffen ausgestatteten unterschiedlichen Mudschaheddin-Gruppen die Regierung Nadschibullahs bis zu dessen Abdankung im April 1992, worauf die Gruppen sich gegenseitig bis zur fast v&ouml;lligen Zerst&ouml;rung Kabuls und dem Sieg der Taliban und der Errichtung eines Gottesstaates brachial bek&auml;mpften.<\/p><p><strong>Was hat das mit dem heutigen Krieg in der Ukraine zu tun?<\/strong><\/p><p>Als Folge der &ouml;konomischen, moralischen und milit&auml;rischen Schw&auml;chung der Sowjetunion durch den Afghanistankrieg entschied sich Gorbatschow f&uuml;r die &Ouml;ffnung nach innen und nach au&szlig;en. Dies f&uuml;hrte zu der L&ouml;sung der sogenannten Satellitenstaaten des Warschauer Paktes, einschlie&szlig;lich der DDR, aus dem sowjetischen Machtbereich, und au&szlig;enpolitisch f&uuml;hrte es zu den Abr&uuml;stungsabkommen zwischen Gorbatschow und Reagan.<\/p><p>F&uuml;r das von der Sowjetunion gew&auml;hrte Geschenk der Einheit Deutschlands gab es im Gegenzug das Versprechen seitens der anderen drei Siegerm&auml;chte, also der USA, Gro&szlig;britanniens und Frankreichs, dass die NATO nicht nach Osten, und damit an die Grenzen der UdSSR, expandieren w&uuml;rde. (Weil das immer noch angezweifelt wird, gibt es hier die wohl nicht linker Tendenzen zu bezichtigende <a href=\"https:\/\/nsarchive.gwu.edu\/briefing-book\/russia-programs\/2017-12-12\/nato-expansion-what-gorbachev-heard-western-leaders-early\">Quelle der National Security Archives<\/a>.)<\/p><p>Noam Chomsky, der ber&uuml;hmte Linguist und Forscher auf den Gebieten der Logik, Mathematik, Computer Science, Philosophie und Politik, beschreibt die <strong>drei m&ouml;glichen Entwicklungen<\/strong> nach 1990[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]:<\/p><p><strong>Die erste<\/strong> wurde von Gorbatschow vorgeschlagen: ein eurasisches Sicherheitssystem, das vom Atlantik bis Wladiwostok gegangen w&auml;re und keine Milit&auml;rbl&ouml;cke mehr notwendig gemacht h&auml;tte. Diesen Vorschlag haben die USA nie als Option in Erw&auml;gung gezogen &mdash; und damit auch nicht die Europ&auml;er in ihrer Unterw&uuml;rfigkeit gegen&uuml;ber den USA.<\/p><p><strong>Der zweite <\/strong>Vorschlag war der von George Bush Senior und seinem Au&szlig;enminister James Baker angebotene, den auch Deutschland unterst&uuml;tzte. Ihm zufolge sollte sich die NATO &ldquo;keinen Zoll weit nach Osten&rdquo; bewegen.<\/p><p><strong>Der dritte <\/strong>Vorschlag war der von Clinton verfolgte, dem zufolge die NATO bis direkt an die Grenze Russlands vorr&uuml;cken, Milit&auml;rman&ouml;ver in den an Russland angrenzenden Staaten abhalten und Waffen an die russische Grenze stellen w&uuml;rde, die die USA selbst auf jeden Fall als Offensivwaffen betrachten w&uuml;rden, falls sie &uuml;berhaupt irgend etwas nur entfernt Vergleichliches in ihrer Nachbarschaft tolerierten.<\/p><p>Von den drei M&ouml;glichkeiten war es die letzte, die umgesetzt wurde und unter dem Namen Clinton Doktrin firmierte. Nachdem der Senat die von Clinton verfolgte Ausdehnung der NATO nach Polen, Tschechien und Ungarn im Mai 1998 ratifiziert hatte, war f&uuml;r George Kennan, den Architekten der US-Politik ab 1947 des Containment der Sowjetunion, klar, dass dies einen neuen Kalten Krieg ausl&ouml;sen w&uuml;rde. In einem Interview sagte er w&ouml;rtlich: <\/p><blockquote><p>&ldquo;Ich denke, die Russen werden nach und nach sehr negativ reagieren, und es wird ihre politischen Entscheidungen beeinflussen. Ich denke, es ist ein tragischer Fehler. Es gab &uuml;berhaupt keinen Grund daf&uuml;r. Niemand hat irgend jemanden bedroht&hellip;.Was mir Sorge bereitet, ist, wie oberfl&auml;chlich und schlecht informiert die ganze Debatte im Senat war. Mich st&ouml;rten insbesondere die Verweise auf Russland als ein Land, welches unbedingt Westeuropa angreifen wolle. Verstehen denn die Leute nicht, dass unsere Differenzen im Kalten Krieg mit dem sowjetischen kommunistischen Regime bestanden und wir jetzt genau die Menschen br&uuml;skieren, die die gr&ouml;&szlig;te unblutige Revolution in der Geschichte gemacht haben, indem sie das sowjetische Regime beseitigten? Und Russlands Demokratie ist mindestens genauso fortschrittlich wie die der L&auml;nder, die wir gegen Russland zu verteidigen uns jetzt verpflichtet haben. Es zeugt von so wenig Kenntnis der russischen und der sowjetischen Geschichte. Nat&uuml;rlich wird es eine schlechte Reaktion Russlands geben, und dann werden die NATO-Erweiterer sagen, dass sie schon immer gesagt h&auml;tten, dass die Russen so w&auml;ren &mdash; aber das ist einfach nur falsch.&rdquo; [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><\/blockquote><p>George Kennan war mit dieser Einsch&auml;tzung nicht allein, &ldquo;Paul Nitze, ein Falke, der in der Reagan-Regierung diente; der Harvard-Russlandprofessor Richard Pipes, ein weiterer Hardliner; Senator Sam Nunn, eine der einflussreichsten Stimmen zu nationaler Sicherheit im Kongress; Senator Daniel Patrick Moynihan, ein ehemaliger U.S.-UN-Botschafter; und Robert McNamara, Lyndon Johnsons Verteidigungsminister, alle warnten, dass die NATO-Expansion die Beziehungen zu Russland vergiften und gleichzeitig dort autorit&auml;re und nationalistische Kr&auml;fte f&ouml;rdern w&uuml;rde.&rdquo;[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Es ist dabei wichtig zu bedenken, dass Clinton diesen Schritt tat, obwohl Jelzin noch Pr&auml;sident Russlands war und obwohl ihn dieser schon 1994 gewarnt hatte, dass der Schritt der NATO, einige ehemalige Warschauer-Pakt-Staaten mit NATO-Sicherheitsgarantien auszustatten, die &ldquo;Saat des Misstrauens&rdquo; s&auml;en und die Gefahr mit sich bringen w&uuml;rde, Europa &ldquo;in einen Kalten Frieden zu st&uuml;rzen.&rdquo; (Daniel Williams, <em>Yeltsin, Clinton Clash over Nato&rsquo;s Role<\/em> in The Washington Post, December 8, 1994). Dass Jelzin noch Pr&auml;sident war, verdankte er im &Uuml;brigen einer US-amerikanischen PR-Intervention und finanziellen Unterst&uuml;tzung (in Kooperation mit korrupten Oligarchen) im Wahlkampf von 1996. Vor allem in dieser zweiten Amtsperiode Jelzins sorgte der US-amerikanische, neoliberale Druck auf Russland daf&uuml;r, dass die sozialen Sicherungssysteme, wie die &ouml;ffentliche Gesundheitsversorgung sowie staatliche Arbeitsstellen, drastisch abgebaut wurden. In den 90er Jahren sank so das BIP um fast 40%, w&auml;hrend die Arbeitslosigkeit stieg und die Inflation 1999 86% betrug und, vor allem, die Lebenserwartung der russischen M&auml;nner um fast 10 Jahre sank.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Statt also diesem auch durch die &ldquo;freie&rdquo; globale Finanzwirtschaft geschw&auml;chten Russland die angebotene Hand zu geben, setzten sich in Washington die Bef&uuml;rworter einer unipolaren, von den USA beherrschten Welt durch und missachteten alle Warnungen, dass dies Europa erneut teilen w&uuml;rde. Der republikanische Nachfolger von Clinton, George W. Bush, setzte die Politik hegemonialer Dominanz in der ganzen Welt fort &mdash; selbst nachdem Putin sich nach den Anschl&auml;gen von Al Quaida am 11. September 2001 mit den USA solidarisch erkl&auml;rte und Europa und den USA eine Allianz gegen den islamistischen Terror anbot. So k&uuml;ndigte Bush im Dezember 2001 den ABM-Vertrag und wies das Pentagon an, ein neues Raketensystem in Osteuropa an der Grenze zu Russland aufzubauen &mdash; und zwar unter dem Vorwand, dieses sch&uuml;tze gegen Raketen aus dem Iran. Trotzdem schlug Putin im Jahre 2002 erneut vor, dass Russland der EU und NATO beitrete, und wurde erneut zur&uuml;ckgewiesen. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p><strong>Bukarest 2008: NATO f&uuml;r Mitgliedschaft von Georgien und der Ukraine<\/strong><\/p><p>Als die NATO 2008 in der rum&auml;nischen Hauptstadt Bukarest ein Gipfeltreffen abhielt, war die NATO von 16 L&auml;ndern im Kalten Krieg bereits auf 26 L&auml;nder angewachsen und hatte mit den baltischen Staaten die Grenze Russlands direkt erreicht. Dennoch lobte der Abschlussbericht des Treffens das &ldquo;Streben nach Mitgliedschaft&rdquo; seitens Georgiens und der Ukraine und hielt fest, dass &ldquo;wir heute &uuml;bereinstimmten, dass diese L&auml;nder Mitglieder der NATO werden werden.&rdquo;<\/p><p>Angesichts des heutigen Resultats dieser Politik ist es interessant zu lesen, was der damalige US-Botschafter in Moskau, William Burns, in einem Kabel warnend &auml;u&szlig;erte. Unter anderem verstand er, dass f&uuml;r Russland die Expansion der NATO in diese beiden L&auml;nder neben der geographischen N&auml;he US-amerikanischer Waffensysteme auch deshalb eine Gefahr darstellen w&uuml;rde, weil sie in diesen L&auml;ndern Kr&auml;fte dazu motivieren k&ouml;nnte, einen B&uuml;rgerkrieg zu provozieren, der ein Eingreifen Russlands bzw. der NATO zur Folge haben k&ouml;nnte. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Und genau das geschah am 7. August 2008, als der Pr&auml;sident von Georgien, Michael Saakashvili, in &Uuml;bersch&auml;tzung seiner milit&auml;rischen M&ouml;glichkeiten (und der Wahrscheinlichkeit einer Unterst&uuml;tzung durch die NATO) S&uuml;dossetien angriff, um es wieder in das georgische Staatsgebiet zur&uuml;ckzuerobern, obwohl dort russische Friedenstruppen stationiert waren. Saakashvili hatte den Milit&auml;rhaushalt von 1,1% des BIP und 74 Millionen Dollar im Jahr 2003 auf 9,2% und 923 Millionen Dollar erh&ouml;ht, unter anderem mit finanzieller Hilfe seitens der USA. Putin reagierte auf den Angriff Georgiens milit&auml;risch machtvoll und schlug den Angreifer in f&uuml;nf Tagen zur&uuml;ck. In einer sehr langen und offenen Rede auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz von 2007 [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] hatte Putin vor dem Versuch der USA und der NATO, eine unipolare Weltherrschaft zu errichten, gewarnt und als Gegenentwurf ein Verst&auml;rken der Bem&uuml;hungen um globale Vereinbarungen (wie den Vertrag &uuml;ber konventionelle Milit&auml;rkr&auml;fte von 1999, den Russland und drei weitere L&auml;nder, aber nicht die Nato-Staaten unterzeichneten) und eine St&auml;rkung der UNO angeregt (und darauf hingewiesen, wie viele Schritte in Richtung Integration in eine globale Ordnung, z.B. durch Beitritt in die WTO, Russland schon unternommen hat).<\/p><p><strong>Der Sturz der Regierung Janukowitsch<\/strong><\/p><p>Statt die Sicherheitsbedenken Russlands wenigstens ab dem Krieg um S&uuml;dossetien und Abchasien ernst zu nehmen, verst&auml;rkten die USA und die NATO die milit&auml;rische Aufr&uuml;stung der Ukraine und die politische Einflussnahme in Richtung Anbindung der Ukraine an die EU. Wie Victoria Nuland am 13. Dezember 2013 prahlte, gaben die USA 5 Milliarden Dollar aus, um die Ukraine f&uuml;r EU und NATO fit zu machen.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Zwischen 2004 und 2013 gab die EU zus&auml;tzliche 500 Millionen &euro; f&uuml;r die Subventionierung von &ldquo;Frontgruppen&rdquo; aus.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Und Carl Gershman, der Leiter des CIA-&auml;hnlichen NED (National Endowment for Democracy) erkl&auml;rte schon im September 2013, dass &ldquo;<strong>die Ukraine die gr&ouml;&szlig;te Beute (the biggest prize)<\/strong>&rdquo; sei, und &ldquo;Putin sich auf der Verliererseite nicht nur im nahen Ausland, sondern in Russland selbst wiederfinden k&ouml;nnte.&rdquo;[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>All diese Anstrengungen gipfelten schlie&szlig;lich in dem Sturz von Janukowitsch. Dieser war 2010 mit knapper Mehrheit (48,95%) als Wahlsieger aus der demokratischen Wahl hervorgegangen. Seine Gegnerin, Julia Timoschenko, hatte 45,47% der Stimmen geholt. Die folgende Graphik zeigt, wie die Stimmen im Land verteilt waren: Die blauen Distrikte w&auml;hlten mit 50 bzw. &uuml;ber 50 Prozent Janukowitsch, die roten Timoschenko. In den dunkelblauen Landesteilen wurde Janukowitsch mit &uuml;ber 80% der Stimmen gew&auml;hlt, w&auml;hrend Timoschenko in den dunkelroten mit einer solchen Mehrheit gew&auml;hlt wurde.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220601_Muehen.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220601_Muehen.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Es wird deutlich, dass der haupts&auml;chlich russisch-sprachige Teil der Ukraine gegen die sich nach Westen orientierenden Nationalisten um Timoschenko stimmte, w&auml;hrend die Bev&ouml;lkerung vor allem des &ouml;stlichen Galizien den Zug nach Westen bef&uuml;rwortete.<\/p><p>Bei 3,56% Stimmenvorsprung f&uuml;r Janukowitsch zog Timoschenko ihre anf&auml;ngliche Anfechtung der Wahl zur&uuml;ck, und somit wurde Janukowitsch der unumstrittene Gewinner der Wahl. Als im Dezember 2013 Zehntausende Ukrainer friedlich gegen die Regierungskorruption auf dem Maidanplatz protestierten und die Integration mit Europa forderten, bot dies dem Westen die Gelegenheit, die von Carl Gershman beschworene &ldquo;Beute&rdquo; einzuheimsen. Ausschlag f&uuml;r die Maidan-Proteste war die Entscheidung Janukowitschs, ein von der EU und dem Internationalen W&auml;hrungsfond angebotenes Handelsabkommen erst mal nicht abzuschlie&szlig;en, obwohl Janukowitsch am 4. September bei einem von ihm einberufenen Treffen seiner Partei noch jene, die engere Bindungen an Russland verlangten, mit einem &ldquo;Vergesst es &hellip; f&uuml;r immer!&rdquo; und dem Satz, &ldquo;Wir werden die Integration mit Europa verfolgen&rdquo;, abgekanzelt hatte.[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p>Was lie&szlig; ihn zwei Monate sp&auml;ter seine Haltung revidieren? Es war vor allem das Feingedruckte in dem Abkommensangebot der EU und des IWF, demzufolge die Ukraine nicht nur seine tiefen kulturellen und &ouml;konomischen Bindungen zu Russland einschr&auml;nken sollte, sondern auch harte Austerit&auml;tsma&szlig;nahmen wie die Anhebung des Rentenalters und das Einfrieren von Pensionen und L&ouml;hnen hinzunehmen h&auml;tte. Statt das Leben durchschnittlicher B&uuml;rger zu verbessern, h&auml;tten diese Forderungen ihnen nur Entbehrungen gebracht und f&uuml;r Janukowitsch das politische Aus bedeutet.<\/p><p>Um Janukowitsch aus der schwierigen Lage zu helfen, bot Putin der Ukraine einen 15-Milliarden-Dollar-Kredit und stark reduzierte Erdgaspreise an. Ausdr&uuml;cklich stellte er keine Forderungen nach Austerit&auml;tsma&szlig;nahmen und verlangte auch keine Festlegung, einer russisch gef&uuml;hrten Zollunion beizutreten. Russland bestand auch nicht darauf, dass die Ukraine ihre europ&auml;ischen Ambitionen aufgebe. Aber Janukowitschs weiterhin ge&auml;u&szlig;ertes Interesse, ein Abkommen mit der EU zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt abzuschlie&szlig;en, stie&szlig; auf Aussagen aus Br&uuml;ssel, dass &ldquo;solche Diskussionen abgebrochen worden seien.&rdquo; [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]<\/p><p>Anstatt an diesem Punkt dazu beizutragen, dass ein Kompromiss mit IWF, EU und der Ukraine zustandek&auml;me, unterst&uuml;tzten die USA offen die rechtsextremen Gruppen, die das Kommando auf dem Maidan &uuml;bernommen hatten: Republikanische und demokratische Kalte Krieger flogen ein, um die &ldquo;Beute&rdquo; zu beanspruchen. Die Senatoren John McCain und Chris Murphy lie&szlig;en sich auf dem Maidan neben Oleh Tyahnuybok, dem F&uuml;hrer der ultrarechten Svoboda-Partei, feiern, und Murphy lie&szlig; die Katze aus dem Sack, als er auf CNN erkl&auml;rte, dass es ihre Mission sei, &ldquo;hier einen friedlichen &Uuml;bergang herbeizuf&uuml;hren.&rdquo;[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p>Eine wichtige und zwielichtige Rolle spielte auch Victoria Nuland, eine hohe Beamtin des Au&szlig;enministeriums. Wie aus einem zugespielten Gespr&auml;ch von ihr mit Geoffrey Pyatt, dem US-Botschafter in der Ukraine, hervorgeht, legten sich sie und Pyatt darauf fest, den von den Europ&auml;ern gemachten Kompromissvorschlag, der Janukowitsch im Amt belassen h&auml;tte, zu unterlaufen &mdash; &ldquo;Fuck the EU&rdquo; ist ihr bekannter Kommentar &mdash; und eine neue Regierung unter von ihnen ausgesuchten Politikern zu unterst&uuml;tzen. In dem Gespr&auml;ch wird der antisemitische Russenfeind Tyahnuybok wegen seiner fehlenden Akzeptanz im russisch-sprachigen Teil der Ukraine zwar erwogen, ihm aber dann doch Jatseniuk vorgezogen. &ldquo;Yats is the guy.&rdquo; Was noch ausstand, wurde im Gespr&auml;ch ebenfalls ausgef&uuml;hrt: die Zustimmung von Vizepr&auml;sident Joe Biden und seinem Berater Jake Sullivan, &ldquo;um die Details (&ldquo;deets&rdquo;) festzuklopfen.&rdquo;[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><p>Am 20. Februar war es dann so weit, Scharfsch&uuml;tzen erschossen Dutzende Demonstranten auf dem Maidan-Platz. Dieses Massaker wurde auf Janukowitschs Kr&auml;fte geschoben, was eine neue Gewaltspirale und Drohungen gegen Janukowitschs Leben ausl&ouml;ste. In einem weiteren abgefangenen Telefongespr&auml;ch informierte der estnische Au&szlig;enminister Urmas Paet die damalige EU Au&szlig;enministerin Catherine Ashton, &ldquo;dass es immer deutlicher werde, dass hinter den Scharfsch&uuml;tzen nicht Janukowitsch, sondern Provokateure der neuen Koalition standen.&rdquo;[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] Ivan Katchanovski von der Universit&auml;t von Ottawa, der eine ersch&ouml;pfende Untersuchung des Massakers durchgef&uuml;hrt hat, best&auml;tigt Paets urspr&uuml;nglichen Verdacht: <\/p><blockquote><p>&ldquo;Den Aussagen von &uuml;ber 100 verwundeten Demonstrant*innen, mehreren Dutzend Zeug*innen der Anklage sowie forensischen ballistischen und medizinischen Untersuchungen durch Regierungsexperten zufolge wurde das Massaker an den absolut meisten der Demonstrant*innen und Polizisten auf dem Maidan am 20. Februar haupts&auml;chlich von Mitgliedern der Maidan-Opposition, insbesondere ihren rechtsextemen Elementen ver&uuml;bt.&rdquo;[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/p><\/blockquote><p>Dazu passt, dass zwei f&uuml;hrende Mitglieder der rechtsextremen Svoboda-Partei in separaten Interviews angaben, dass ein Regierungsvertreter des Westens ihnen und anderen F&uuml;hrern der Maidan-Bewegung bedeutet h&auml;tte, dass westliche Regierungen Janukowitsch nicht mehr anerkennen w&uuml;rden, wenn die Todesopfer unter den Demonstranten die 100 erreichten. Nicht zuf&auml;llig wurden die get&ouml;teten Demonstrierenden die &ldquo;himmlischen Hundert&rdquo; genannt, selbst nachdem eine offizielle Untersuchung herausfand, dass 48 an diesem Tag starben.<\/p><p>Am 21. Februar einigten sich Janukowitsch und die Opposition auf einen von der EU vermittelten Kompromiss, der die Bildung einer neuen Koalitionsregierung und fr&uuml;he Neuwahlen vorsah. Daraufhin zogen sich Janukowitschs Sicherheitskr&auml;fte sofort vom Maidan-Gebiet zur&uuml;ck. Aber die rechtsgerichtete Basis des Maidan-Lagers war an einem Kompromiss nicht interessiert. Wladimir Parasiuk, ein Maidan-Staffelf&uuml;hrer, erkl&auml;rte, dass &ldquo;wir Janukowitsch nicht an der Macht sehen wollen &hellip; und dass, wenn ihr nicht verlangt, dass er zur&uuml;cktritt, wir zu den Waffen greifen und losgehen werden, das schw&ouml;re ich.&rdquo; Janukowitsch, der sich nicht mehr durch seine Sicherheitskr&auml;fte gesch&uuml;tzt und unter schwerer Bedrohung sah, verstand die Botschaft und floh nach Russland.<\/p><p>Trotz fehlender ausreichender parlamentarischer Mehrheit und damit verfassungswidrig wurde schnell eine neue Regierung gebildet. Mit dem von Nuland erw&auml;hlten Jatseniuk als Premierminister bekamen die USA ihren &ldquo;guy&rdquo;.<\/p><p>Die zentrale Rolle der rechtsextremen nationalistischen Elemente am Erfolg des Maidaner Coups posaunte am 27. Februar dieses Jahres Jevgen Karas von der Neonazi-Bande C14 bei einer &ouml;ffentlichen Veranstaltung in Kiew aus, indem er sagte, dass der &ldquo;Maidan ein Sieg f&uuml;r die nationalistischen Kr&auml;fte war&rdquo;, und diejenigen als LBGT und ausl&auml;ndische Botschaften l&auml;cherlich machte, die behaupteten, es h&auml;tte nicht viele Nazis auf dem Maidan gegeben. &ldquo;H&auml;tte es nicht jene 8 Prozent [Neo-Nazis] gegeben, w&auml;re die Wirksamkeit [des Coups] um 90 Prozent gesunken.&rdquo;[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/p><p>So war es auch nicht verwunderlich, dass die ukrainische Regierung nach dem Coup von rechtsgerichteten Kr&auml;ften dominiert wurde. Mindestens f&uuml;nf wichtige Kabinettsposten, unter anderem f&uuml;r die nationale Sicherheit, Verteidigung und Justiz, gingen an die extrem rechten Parteien Svoboda und Rechter Sektor. Und w&auml;hrend Jatseniuk f&uuml;r die IWF-Gelder der ukrainischen Bev&ouml;lkerung unter anderem 47 bis 66% h&ouml;here Einkommenssteuern, 50% h&ouml;here Erdgasrechnungen und 40% h&ouml;here Erdgastarife f&uuml;r Heizkraftwerke auferlegte, nahm das Nachputsch-Parlament als eine der ersten Ma&szlig;nahmen die R&uuml;cknahme eines Gesetzes vor, das Regionen die Vollmacht gew&auml;hrte, neben Ukrainisch eine zweite Sprache als offizielle zu erkl&auml;ren.<\/p><p>Schon vor dem Coup oder Putsch hatte die NATO mit der Ukraine zusammengearbeitet. Der Verteidigungsminister unter Janukowitsch, Pavlow Lebedev, unterzeichnete so eine Absichtserkl&auml;rung, eine Fregatte und Hubschrauber f&uuml;r die Operation der NATO vor der somalischen K&uuml;ste zur Verf&uuml;gung zu stellen. Auch im Kosovo und in Afghanistan beteiligte sich die Ukraine. Die NATO ihrerseits lieferte Unterst&uuml;tzung in der Ausbildung vor allem ehemaliger Offiziere.[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]<\/p><p>Die russische Annexion bzw. R&uuml;cknahme der Krim kann vor diesem Hintergrund sowohl als Schutzma&szlig;nahme vor rechts-nationalistischen &Uuml;bergriffen der ukrainischen Regierung gegen die russische Mehrheit der Krimbev&ouml;lkerung gesehen werden, als auch als geostrategisch motiviert, um vor allem einen russischen Zugang zum Schwarzen Meer zu sichern. <\/p><p>So st&uuml;tzt einerseits das &ldquo;Referendum &uuml;ber den Status der Krim&rdquo; vom 16. M&auml;rz 2014 die Sicht des Kreml, dass sich die russische Bev&ouml;lkerung der Krim von der neuen ukrainischen Regierung bedroht f&uuml;hlte. Denn bei einer Wahlbeteiligung von 82% stimmten 85,5% f&uuml;r einen Anschluss an Russland, w&auml;hrend nur 3,5% f&uuml;r den Verbleib der Krim in der Ukraine stimmten.<\/p><p>Auch war die Angst vor der rechtslastigen Regierung in Kiew nicht unberechtigt. So kulminierte die von der neuen Regierung verbreitete antirussische Stimmung in einem Massaker in Odessa. Am 2. Mai griff ein rechter Mob ein Anti-Maidan-Camp an und trieb die Demonstrant*innen in ein nahes Gewerkschaftsgeb&auml;ude. Darin gefangen, wurden die Anti-Maidan-Demonstrant*innen bei lebendigem Leibe verbrannt. Diejenigen, die den Flammen entfliehen wollten, wurden brutal angegriffen. Offiziell gab es 48 Tote, aber Sch&auml;tzungen zufolge waren es bis zu 200. Wie bez&uuml;glich der Maidan-Scharfsch&uuml;tzen gab es auch hierzu keine glaubhafte, offizielle Untersuchung, was m&ouml;glicherweise damit zu tun hatte, dass Parubiy an dem Tag des Massakers nach Odessa gereist war, um das Anti-Maidan-Camp mit Hunderten seiner Rechten-Sektor-Partei zu konfrontieren.[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]<\/p><p>Was andererseits die russische Sorge um einen Verlust des Zugangs zum Schwarzen Meer betrifft, so war diese ebenfalls nicht aus der Luft gegriffen, sondern entsprach den Vorstellungen und Pl&auml;nen der USA und NATO, eine unipolare, weltweite Hegemonie herzustellen. <strong>Nicht zuf&auml;llig ist es wieder Brzezinski<\/strong>, der Kopf hinter der Aufr&uuml;stung der Mujaheddin in Afghanistan, um der Sowjetunion &ldquo;ihr Vietnam zu bereiten&rdquo;, der in seinem Buch <em>The Grand Chessboard<\/em> diese geostrategischen Absichten beschreibt. Die folgende Zusammenfassung dieser Absichten ist Malte Lehmings Artikel <em>Ohne die Ukraine ist Russland keine Gro&szlig;macht <\/em>im Tagesspiegel vom 22.02.2022 entnommen:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Ziel seines Buches, schreibt Brzezinski in der Einleitung, sei es, &ldquo;im Hinblick auf Eurasien eine umfassende und in sich geschlossene Geostrategie zu entwerfen. Hauptakteur sind die Vereinigten Staaten, die in den Bereichen Milit&auml;r, Wirtschaft, Technologie und Kultur die &ldquo;einzige globale Supermacht&rdquo; seien. Als solche m&uuml;ssten sie ihre Vorherrschaft auf dem &ldquo;gro&szlig;en Schachbrett&rdquo; Eurasien sichern, um langfristig eine neue Weltordnung zu erm&ouml;glichen (&hellip;).<\/p>\n<p>Eurasien erstreckt sich, laut Brzezinski, von Lissabon bis Wladiwostok. &bdquo;Eurasien ist der gr&ouml;&szlig;te Kontinent der Erde und geopolitisch axial. Eine Macht, die Eurasien beherrscht, w&uuml;rde &uuml;ber zwei der drei h&ouml;chstentwickelten und wirtschaftlich produktivsten Regionen reichen. (&hellip;) Nahezu 75 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung leben in Eurasien, und in seinem Boden wie auch seinen Unternehmen steckt der gr&ouml;&szlig;te Teil des materiellen Wachstums der Welt. (&hellip;) Als Ganzes genommen stellt das Machtpotenzial dieses Kontinents das der USA weit in den Schatten.<\/p>\n<p>Amerikas Vorrangstellung in Eurasien sieht Brzezinski bedroht, falls sich die Staaten der ehemaligen Sowjetunion zusammenschlie&szlig;en und dem Westen eine Abfuhr erteilen. Deshalb m&uuml;sse das Aufkommen einer &bdquo;dominierenden, gegnerischen Macht&ldquo; unbedingt verhindert werden.<\/p>\n<p>Ein zentrales Mittel dazu sei die Osterweiterung der Nato. Sollte diese scheitern, w&uuml;rde die &lsquo;amerikanische F&uuml;hrungsrolle deskreditiert, der Plan eines expandierenden Europa zunichte gemacht, die Mitteleurop&auml;er w&uuml;rden demoralisiert und m&ouml;glicherweise die gegenw&auml;rtig schlummernden oder verk&uuml;mmernden geopolitischen Gel&uuml;ste Russlands in Mitteleuropa neu entz&uuml;ndet&rsquo;.<\/p>\n<p>Dreh- und Angelpunkt sei die Entwicklung in der Ukraine. Sie sei &lsquo;der kritische Punkt&rsquo;. Nur mit der Ukraine k&ouml;nne Russland zu einem eurasischen Reich werden und seine beherrschende Position am Schwarzen Meer behaupten. Ohne die Ukraine seien die Russen gezwungen, ihre eigene politische und ethnische Identit&auml;t zu &uuml;berdenken, schreibt Brzezinski.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Karl Rove<\/strong>, stellvertretender Stabschef der Bush-Administration und ein f&uuml;hrender politischer Ideologe der Republikaner, hatte im Oktober 2004 gegen&uuml;ber Ron Suskind in Bezug auf die Tatsache, dass der Irak nicht, wie von der US-Regierung behauptet, &uuml;ber &ldquo;Massenvernichtungswaffen&rdquo; verf&uuml;gte, erkl&auml;rt, dass Leute wie Suskind &ldquo;in was wir die realit&auml;tsbasierte Gemeinschaft nennen&rdquo; lebten, dass aber &ldquo;die Welt nicht mehr so funktioniert. <strong>Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, schaffen wir unsere eigene Realit&auml;t. Und w&auml;hrend Sie diese Realit&auml;t studieren &mdash; so sorgf&auml;ltig, wie Sie wollen &mdash; handeln wir schon wieder und schaffen andere neue Realit&auml;ten, die Sie dann auch studieren k&ouml;nnen, und das ist, wie die Dinge sich ergeben werden. Wir sind die Akteure der Geschichte &hellip; und Ihnen, Ihnen allen, bleibt nichts anderes &uuml;brig, als blo&szlig; zu studieren, was wir tun.&rdquo;[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]<\/strong><\/p><p>Bei dieser geostrategischen Einsch&auml;tzung der spezifischen Bedeutung der Ukraine f&uuml;r die USA (und der generellen Anma&szlig;ung der USA, bestimmen zu k&ouml;nnen, was Realit&auml;t ist) ist es klar, weshalb Janukowitsch unbedingt gest&uuml;rzt werden musste, als er das durch die IWF-Auflagen vergiftete Angebot der EU ablehnte und von den Russen eine viel gro&szlig;z&uuml;gigere Offerte bekam.<\/p><p><strong>Obama<\/strong> stufte dementsprechend auf CNN die Rolle der USA als &ldquo;unumg&auml;ngliches Gesch&auml;ft der Nation&rdquo; ein. Man hatte einfach nur ein weiteres &ldquo;Aufbl&uuml;hen von Demokratie&rdquo; ermutigt und zu diesem Zweck &ldquo;&hellip;brokered a deal to transition power in Ukraine&rdquo; (&hellip;eine Vereinbarung &uuml;ber einen Machtwechsel vermittelt).[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>] Das hei&szlig;t, das Postfaktische ist nicht erst von Trump als Methode der US-Au&szlig;enpolitik erfunden worden.<\/p><p>Seit der russischen Zur&uuml;cknahme der Krim und der Besetzung von Teilen von Donbass und Lugansk haben die USA General Hodges, dem Kommandeur der US-Army in Europa, zufolge 1,5 Milliarden $ an Milit&auml;rhilfe an die Ukraine geliefert, einschlie&szlig;lich der Lieferung von Humvees, Patrouillenbooten, Artillerieabwehrradarsystemen und t&ouml;dlichen Waffen wie den <a href=\"https:\/\/text.npr.org\/788874844\">Javelin-Panzerabwehrraketen<\/a>. Die separatistischen Besetzer der &ouml;stlichen Ukraineregion wurden von Anfang an von rechten ukrainischen, von amerikanischen Ausbildern ausgebildeten Truppeneinheiten, wie den Asow-Batallionen, attackiert.[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>] Bis Februar 2022 weigerte sich Russland, der Bitte der Separatisten nachzukommen und die von ihnen besetzten Gebiete als unabh&auml;ngige Staaten anzuerkennen oder sie Russland wie die Krim einzugliedern, obwohl die Zahl der auf der pro-russischen Seite durch ukrainische Milizen seit 2018 get&ouml;teten zivilen Opfer und auch die der Verwundeten die Zahl der auf der ukrainischen Seite um das Vierfache &uuml;berwog und bis 2021 zunahm.[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]<\/p><p>Der mit Hilfe von Merkel und Macron zwischen Russland, den Separatisten im Donbass und in Lugansk sowie der Ukraine ausgehandelte Waffenstillstand, der als Minsk-II-Abkommen auch vom UN-Sicherheitsrat, also mit der Zustimmung der USA, bef&uuml;rwortet wurde, ist wie das erste Minsker Abkommen nie umgesetzt worden. Von Anfang an waren die ultrarechten Parteien einschlie&szlig;lich ihrer starken milit&auml;rischen Vertretung an der Grenze zu den Separatisten in der Ukraine dagegen. Als das ukrainische Parlament im August 2015 den im Minsker Abkommen vorgesehenen Autonomie-Status f&uuml;r Donbass und Lugansk in erster Lesung beriet, kam es zu von der Radikalen Partei und der Svoboda-Partei angef&uuml;hrten Protesten, bei denen die Demonstranten nicht nur den ihnen entgegentretenden Polizisten ihre Schilde und Helme abnahmen und sie schlugen, sondern schlie&szlig;lich sogar Granaten zum Explodieren brachten, was 11 Schwerverletzte zur Folge hatte.[<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>]<\/p><p>W&auml;hrend Obama sich zumindest bei der Bewaffnung der ukrainischen Armee mit schweren Waffen entgegen den Stimmen seiner meisten au&szlig;enpolitischen Berater zur&uuml;ckhielt, triumphierte nach dem Ende seiner Regierungszeit wieder das russenfeindliche au&szlig;enpolitische Establishment der USA. Es sorgte daf&uuml;r, dass Minsk II sabotiert wurde und der Krieg der Ukraine gegen die Separatisten eskalierte. W&auml;hrend eines Besuchs der Ukraine im Dezember 2016 seitens der republikanischen Senatoren John McCain und Lindsay Graham erkl&auml;rte Graham ukrainischen Soldaten auf einer Milit&auml;rbase, &ldquo;Euer Kampf ist unser Kampf. 2017 wird das Jahr der Offensive sein. Wir alle werden zur&uuml;ck nach Washington gehen und die Sache gegen Russland vorantreiben. Es ist Zeit, dass sie einen h&ouml;heren Preis zahlen.&rdquo;[<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>] Und McCain sagte im ukrainischen Staatsfernsehen, &ldquo;Wir stehen an Eurer Seite, Euer Kampf ist unser Kampf, und wir werden zusammen gewinnen &hellip; 2017 werden wir die Invasoren dorthin zur&uuml;ckschicken, wo sie hergekommen sind.&rdquo;[<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>]<\/p><p><strong>Fuck the EU oder &ldquo;It&rsquo;s the economy, stupid!&rdquo;<\/strong><\/p><p>Wenn es, wie von US-Politikern selbst immer wieder angedeutet bzw. auch offen gefordert wird, um hegemoniale US-Kontrolle der ganzen Welt geht, was sind die Motive daf&uuml;r? Und welche Rolle spielt die Ukraine?<\/p><p>Der US-amerikanische &Ouml;konom Michael Hudson stellt in seinem langen Essay <em>America&rsquo;s Real Adversaries are Its European and other Allies<\/em> vom 11. Februar 2022 vier Thesen dazu auf, von denen ich drei n&auml;her erl&auml;utern m&ouml;chte. [<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>]<\/p><ol>\n<li>Die US-Wirtschaft hat sich im Zuge neoliberaler Politik entindustrialisiert und ist weitgehend eine <em>Rentier-<\/em>Wirtschaft geworden, die ihr Handelsdefizit haupts&auml;chlich durch Waffen- und Agrarexporte und die Kontrolle des weltweiten &Ouml;lhandels reduziert bzw. ausgleicht.<\/li>\n<li>Die US-Wirtschaft braucht die Konfrontation mit Russland und China als &ldquo;Feinden&rdquo;, um weiterhin das &uuml;berteuerte und daher profitable R&uuml;stungsgesch&auml;ft sowohl im eigenen Land als auch als Exporteur betreiben zu k&ouml;nnen. Die Nato spielt dabei die Rolle des Treibriemens: Durch ihre Expansion an Russlands Grenzen provoziert sie Russland, rote Linien zu ziehen, die dann ihrerseits wieder als europafeindlich propagandistisch ausgeschlachtet werden, um so europ&auml;ische L&auml;nder und vor allem Deutschland zur Erh&ouml;hung ihrer Milit&auml;rhaushalte zu bewegen.<\/li>\n<li>Schon durch die Sanktionen gegen Russland als Reaktion auf die Besetzung der Krim und erst recht durch die nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erfolgten wird die EU und vor allem die BRD wirtschaftlich geschw&auml;cht und in gr&ouml;&szlig;ere Abh&auml;ngigkeit von den USA gebracht sowie ein Ausweiten von Handel und Investitionen Europas mit Russland verhindert.<\/li>\n<\/ol><p>zu 1) Wie Michael Hudson ausf&uuml;hrt, haben Fabrikationsbetriebe der USA im Zuge der neoliberalen Politik, die Produktionskosten soweit wie m&ouml;glich zu senken, ihre Produktion in Niedriglohnl&auml;nder ausgelagert. Selbst die Demokratische Partei war an diesem Klassenkampf gegen gewerkschaftlich organisierte Arbeiter aktiv beteiligt. Unter Bill Clinton wurde mit NAFTA die s&uuml;dliche Grenze f&uuml;r den Export von Arbeitspl&auml;tzen ge&ouml;ffnet. Eine Kette von sogenannten &ldquo;Maquiladora&rdquo; wurden entlang der Grenze und im Inneren Mexikos eingerichtet. (Als Maquila oder Maquiladora werden Montagebetriebe im Norden Mexikos und in Mittelamerika bezeichnet, die importierte Einzelteile oder Halbfertigware zu Dreiviertel- oder Fertigware f&uuml;r den Export zusammensetzen. Sie sind das Ziel zahlreicher Migranten und ein stark wachsender Wirtschaftszweig in Niedriglohn-Gebieten. (Quelle: Wikipedia) Diese und die &Ouml;ffnung Mexikos f&uuml;r amerikanische Agrarprodukte (so wurde US-Gen-Mais in Mexiko billiger angeboten als der heimische Mais und die heimischen Maissorten zum Teil durch Importmais kontaminiert) erh&ouml;hten die Gewinne der Konzern derma&szlig;en, dass Clinton am Ende seines Terms darauf dr&auml;ngte, China in die Welthandelsorganisation aufzunehmen, damit China ein &auml;hnliches Profitzentrum f&uuml;r US-Investoren werden w&uuml;rde wie Mexiko, indem es f&uuml;r US-Gesellschaften produzieren und seine Investitionen und Regierungsausgaben durch Dollarkredite finanzieren w&uuml;rde. Auch hoffte die US-Regierung, dass China seine Industrie in einem Aktienmarkt organisieren w&uuml;rde, der, wie der Russlands in den Jahren 1994-1996, eine Hauptquelle f&uuml;r Finanzkapitalgewinne f&uuml;r US- und andere ausl&auml;ndische Investoren w&auml;re.<\/p><p>Allerdings folgte China nicht der Politik der Weltbank, die L&auml;nder dazu (ver)f&uuml;hrt, Dollarkredite aufzunehmen, um US-Firmen zu beauftragen, f&uuml;r die Exportinfrastruktur zu sorgen. Stattdessen industrialisierte China sich wie es die USA oder Deutschland im sp&auml;ten 19. Jahrhundert taten: durch starke &ouml;ffentliche Infrastrukturinvestitionen, um Grundbed&uuml;rfnisse (von Gesundheit und Bildung bis zu Transport und Kommunikation) zu subventionierten Preisen oder sogar umsonst zu befriedigen, um so die Lebenshaltungskosten, die Arbeitgeber und Exporteure bezahlen mussten, zu minimieren. Vor allem aber vermied China fremden Schuldendienst, indem es sein eigenes Geld schuf und die wichtigsten Produktionsst&auml;tten in den eigenen H&auml;nden behielt.<\/p><p>Da die USA die Entindustrialisierung und ihre Abh&auml;ngigkeit von chinesischer und anderer asiatischer billiger Arbeit nicht einfach umkehren k&ouml;nnen, da die USA zu hohe <em>rentier<\/em> Fixkosten in ihre Wirtschaft eingebaut haben (d.h. Einkommen, die durch Mieten und Aktien und subventionierte Produktion bzw. Exporte, wie bei Waffen und Agrarprodukten, zustande kommen) und ohne Finanzspritzen durch das Dollarmonopol im Welthandel den Lebensstandard ihrer Bev&ouml;lkerung angesichts hoher Wohn- und Immobilienkosten, hoher Privatverschuldung, hohen Bildungs- und Krankenversicherungskosten und den Preisen f&uuml;r privatisierte Infrastrukturdienstleistungen nicht aufrechterhalten k&ouml;nnen, ist es den USA nicht m&ouml;glich, die Entindustrialisierung und Abh&auml;ngigkeit von chinesischer und anderer asiatischer billiger Arbeit einfach r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Deshalb k&ouml;nnen die USA ihre internationalen Finanzen nur ausgeglichen halten, indem sie ihre R&uuml;stungsg&uuml;ter dank ihres Monopols &uuml;berteuert verkaufen, patentierte pharmazeutische und informationstechnologische Produkte exportieren und die Kontrolle &uuml;ber Produktions- und Rentenextraktionssektoren im Ausland erwerben, d.h. neoliberale &ouml;konomische Politik in die ganze Welt so verbreiten, dass andere L&auml;nder zur Abh&auml;ngigkeit von US-Krediten und Investitionen verpflichtet werden.<\/p><p>zu 2 und 3) Hierzu zitiere ich den US-amerikanischen &Ouml;konom Michael Hudson w&ouml;rtlich:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Was amerikanischen Diplomaten Sorge macht, ist, dass Deutschland und andere NATO-Nationen und L&auml;nder entlang der &ldquo;Seidenstra&szlig;en&rdquo;-Route die Vorteile verstehen, die sich realisieren lassen, wenn sie sich friedlichem Handel und Investitionsaustausch &ouml;ffnen. Wenn es keinen russischen oder chinesischen Plan gibt, sie zu erobern oder zu bombardieren, wozu noch die NATO? Wozu die teuren Anschaffungen von U.S.-R&uuml;stungsg&uuml;tern durch die reichen Alliierten Amerikas? Und wenn es keine grunds&auml;tzlich feindliche Beziehung mehr gibt, warum sollen andere L&auml;nder ihren eigenen Handel und ihre finanziellen Interessen opfern?&hellip;<\/p>\n<p>Dies sind die Bedenken, die Macron dazu brachten, den Geist de Gaulles zu beschw&ouml;ren und Europa dazu zu dr&auml;ngen, sich von dem, was er den &ldquo;hirntoten&rdquo; Kalten Krieg der NATO nennt, abzuwenden und mit den Handelsarrangements mit den USA zu brechen, da sie Europa steigende Kosten aufzwingen und gleichzeitig potenzielle Gewinne aus dem Handel mit Eurasien verbieten w&uuml;rden&hellip;<\/p>\n<p>Die Bedrohung f&uuml;r die Dominanz der USA besteht darin, dass China und Russland &hellip; bessere Handels- und Investitionsbedingungen anbieten als die USA mit ihren zunehmend verzweifelten Opferforderungen von seinen NATO- und anderen Verb&uuml;ndeten.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Nachdem Michael Hudson den Streit um Nord Stream 2 als krassestes Beispiel der Bem&uuml;hungen der USA, ihre Dominanz zu behaupten, angef&uuml;hrt hat, f&auml;hrt er wie folgt fort:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Der einzige Weg, der US-Diplomaten &uuml;brig bleibt, um europ&auml;ische [Gas-]K&auml;ufe zu blockieren, besteht darin, Russland zu einer milit&auml;rischen Reaktion zu reizen und dann zu behaupten, dass diese Reaktion zu bestrafen Vorrang haben muss vor allen rein nationalen &ouml;konomischen Interessen. Wie Victoria Nuland in einem Presse-Briefing des [amerikanischen] Au&szlig;enministeriums erkl&auml;rte: &lsquo;Wenn Russland die Ukraine auf die eine oder andere Weise angreift, wird Nord Stream 2 nicht vorangehen.&rsquo; Das Problem ist es, einen passend offensiven Zwischenfall zu schaffen und dann Russland als Aggressor darzustellen.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Michael Hudson schrieb dies am 11. Februar 2022. Wie wir heute wissen, hat er sich in diesem Punkte leider get&auml;uscht. Russland ist auf den Erlass 117\/2021 der ukrainischen Regierung vom 24. M&auml;rz 2021, die Krim zur&uuml;ckzuerobern [<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>], und auf den Ausbau der ukrainischen Streitkr&auml;fte auf eine St&auml;rke von 246.445 bei gleichzeitig mit der NATO unternommenen multinationalen Man&ouml;vern [<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>] reingefallen und steckt jetzt in dem Sumpf eines Krieges, der nur einem kurzfristig n&uuml;tzt, den USA. Ihre R&uuml;stungsindustrie kann sich &uuml;ber durch europ&auml;ische, vor allem deutsche, gef&uuml;llte Auftragsb&uuml;cher freuen und die US-Wirtschaft &uuml;ber die Schw&auml;chung der europ&auml;ischen, vor allem der deutschen, Konkurrenz. Und nat&uuml;rlich k&ouml;nnen sie jetzt ihr Fracking-Gas in gro&szlig;en Mengen und hohen Preisen nach Europa verkaufen.<\/p><p>Warum haben sich die Europ&auml;er nicht gegen die Politik der USA gewandt? Warum scheint die Au&szlig;enpolitik der Europ&auml;er nicht von ihnen, sondern von der NATO diktiert, obwohl sie ganz offensichtlich haupts&auml;chlich ihnen schadet?<\/p><p>Wie das Beispiel von Kanzler Scholz zeigt, der vor dem Krieg Putin zwar wie Macron besuchte, ihm aber nur versichern konnte, dass das Thema NATO &ldquo;jetzt&rdquo; nicht anst&uuml;nde (was Putin mit Recht mit &ldquo;und was ist mit morgen?&rdquo; kommentierte). Wie von Steinmeier, der sich f&uuml;r seine Russlandpolitik vor kurzem sogar entschuldigte, kam von Scholz (und erst recht von Frau Baerbock) nie eine &ouml;ffentliche Kritik an der Verweigerung der Ukraine, das Minsker Abkommen zu erf&uuml;llen und dem Donbass und Lugansk einen Autonomie-Status zu gew&auml;hren, geschweige denn eine Kritik an dem Ansinnen der Ukraine, mit milit&auml;rischen Mitteln die Separatistengebiete und die Krim zur&uuml;ckzuerobern und an der Grenze mit immer mehr und schwereren Waffen den vereinbarten Waffenstillstand zu brechen.<\/p><p>Am Fall von Steinmeier wird deutlich, wie sehr die deutsche Presse u.a. mit ihrer Dauerpr&auml;sentation des ultrarechten Botschafters Melnyk in allen Talkshows die &ouml;ffentliche Meinung derma&szlig;en einseitig bearbeitete, dass bald jede Person, die sich nicht f&uuml;r die L&ouml;sung des Konfliktes durch milit&auml;rischen oder wirtschaftlichen Krieg und Sieg (der Ukraine) aussprach, als Putinhelfer diffamiert oder, wie im Falle Gerhard Schr&ouml;ders, praktisch als Landesverr&auml;ter behandelt wurde. Praktisch alle &ouml;ffentlich-rechtlichen, aber auch fast alle Printmedien ergriffen Partei f&uuml;r den Krieg &mdash; und zwar mit einer Intoleranz gem&auml;&szlig;igteren Positionen gegen&uuml;ber, die einen an die hysterische Begeisterung f&uuml;r den Krieg, die Deutsche, &Ouml;sterreicher und Franzosen beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs befiel, erinnern konnte.<\/p><p><strong>Und was ist das Ende vom Kriegslied? Es ist und war Zerst&ouml;rung, Tod, menschliches Leid und traumatisierte Bev&ouml;lkerungen. Und in unserer Zeit ist es zus&auml;tzlich das Aussetzen der erforderlichen globalen und gemeinsamen Anstrengungen aller Nationen im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe.<\/strong><\/p><p>Ich kann angesichts der dramatischen, viele Todesopfer fordernden Hitzewelle in Indien und der extrem hohen Mai-Temperaturen auch hier nicht begreifen, wieso Europa nicht Druck auf die USA ausge&uuml;bt hat, Russland die Zusagen schriftlich zu geben, um die es damals schriftlich gebeten hatte. Noch verstehe ich angesichts unseres Wissens um kriegerische Auseinandersetzungen und deren unberechenbare Ausg&auml;nge, warum nicht vom europ&auml;ischen Westen Druck auf die Ukraine ausge&uuml;bt wurde, den Autonomie-Status der abtr&uuml;nnigen Regionen zu garantieren (was die Ukraine ja nur ablehnt, weil damit diese Region ein Veto gegen einen NATO-Beitritt einlegen k&ouml;nnte, der aber sowieso unterlassen werden sollte).<\/p><p>Aber genauso kann ich angesichts der drohenden Klimakatastrophe nicht verstehen, weshalb Putin sein durchaus berechtigtes Sicherheitsinteresse mit einem Angriffskrieg wahren wollte. Selbst wenn er damit einem ukrainischen Angriff, um die verlorenen Gebiete zur&uuml;ckzugewinnen, zuvorkommen wollte, w&auml;re es doch viel schlauer gewesen, diesen Angriff zuzulassen und dann der Welt als Beweis f&uuml;r die aggressiven Absichten der Ukraine (und der USA und Nato) vorzulegen. Auch h&auml;tte eine solche milit&auml;rische Offensive gegen die russisch-sprachigen Ukrainer in den Separatistengebieten eher zur Solidarisierung der in der Ukraine lebenden Ostukrainer gegen einen solchen Angriff beigetragen. Und auf jeden Fall w&auml;re in Europa damit in der &ouml;ffentlichen Meinung die Ukraine als NATO-Mitglied unm&ouml;glich geworden.<\/p><p>Was die Zaptistas aus Chiapas &uuml;ber die Menschen, die in der Ukraine und in Russland gegen den Krieg protestieren bzw. desertieren, in ihrem Kommuniqu&eacute; zum Krieg schreiben, sollte auch f&uuml;r uns gelten: &ldquo;In Mitten der Verwirrung und des Chaos auf beiden Seiten halten sie ihre &Uuml;berzeugungen aufrecht: ihr Kampf f&uuml;r die Freiheit, ihre Ablehnung von Grenzen und ihrer Nationalstaaten, die jeweiligen Unterdr&uuml;ckungen, die lediglich die Fahnen wechseln.&rdquo;[<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>]<\/p><p>Titelbild: Leremy\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/truthout.org\/articles\/chomsky-outdated-us-cold-war-policy-worsens-ongoing-russia-ukraine-conflict\/\">truthout.org\/articles\/chomsky-outdated-us-cold-war-policy-worsens-ongoing-russia-ukraine-conflict\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/1998\/05\/02\/opinion\/foreign-affairs-now-a-word-from-x.html\">nytimes.com\/1998\/05\/02\/opinion\/foreign-affairs-now-a-word-from-x.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Quelle: <em>NATO Expansion: &lsquo;A Policy Error of Historic Importance&rsquo; <\/em>in Review of International Studies, Vol. 24, No.1 (Jan., 1998), pp.23-24<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Quellen: <a href=\"https:\/\/tomdispatch.com\/how-did-we-get-here\/\">tomdispatch.com\/how-did-we-get-here\/<\/a> und: <a href=\"https:\/\/www.rferl.org\/a\/russia-demographic-data-dip-as-small-1990s-generation-comes-of-age\/30373049.html\">rferl.org\/a\/russia-demographic-data-dip-as-small-1990s-generation-comes-of-age\/30373049.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Quellen: 1.) <a href=\"https:\/\/scheerpost.com\/2022\/02\/24\/not-one-inch-eastward-how-the-war-in-ukraine-could-have-been-prevented-decades-ago\/\">scheerpost.com\/2022\/02\/24\/not-one-inch-eastward-how-the-war-in-ukraine-could-have-been-prevented-decades-ago\/<\/a> 2.) <a href=\"https:\/\/tomdispatch.com\/how-did-we-get-here\/\">tomdispatch.com\/how-did-we-get-here\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Quelle f&uuml;r das Kabel: <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/plusd\/cables\/08MOSCOW265_a.html\">wikileaks.org\/plusd\/cables\/08MOSCOW265_a.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/aldeilis.net\/english\/putins-historical-speech-munich-conference-security-policy-2007\/\">aldeilis.net\/english\/putins-historical-speech-munich-conference-security-policy-2007\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/2009-2017.state.gov\/p\/eur\/rls\/rm\/2013\/dec\/218804.htm\">2009-2017.state.gov\/p\/eur\/rls\/rm\/2013\/dec\/218804.htm<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Richard Sakwa (2014), <em>Frontline <\/em><em>Ukraine<\/em><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Carl Gershman, <em>Former Soviet states stand up to Russia. Will the U.S.? <\/em>in The Washington Post, September 26, 2013<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Elizabeth Piper, <em>Special Report: Why Ukraine spurned the EU and embraced Russia<\/em>, Reuters, December 19, 2013<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] David M. Herszenhorn und Andrw E. Kramer, <em>Russia Offers Cash Infusion for Ukraine,<\/em> New York Times, Dec.17, 2013<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2013\/dec\/15\/john-mccain-ukraine-protests-support-just-cause\">theguardian.com\/world\/2013\/dec\/15\/john-mccain-ukraine-protests-support-just-cause<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WV9J6sxCs5k&amp;t=60s\">youtube.com\/watch?v=WV9J6sxCs5k&amp;t=60s<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=r0EWMg91CU0\">youtube.com\/watch?v=r0EWMg91CU0<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Ivan Katchanovski, <em>The hidden origin of the escalating Ukraine-Russia conflict,<\/em> Canadian Dimension, January 22, 2022<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DOBntnuYCMA\">youtube.com\/watch?v=DOBntnuYCMA<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/cps\/en\/natohq\/news_98730.htm\">nato.int\/cps\/en\/natohq\/news_98730.htm<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Aaron Mat&eacute;, <em>By using Ukraine to fight Russia, the US provoked Putin&rsquo;s war<\/em><em><strong>, <\/strong><\/em>March 5, 2022 <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.snopes.com\/fact-check\/karl-rove-empire\/\">snopes.com\/fact-check\/karl-rove-empire\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Quellen: David Stockman, <em>The Land Where History Died<\/em>, The Unz Review, Feb. 24, 2022; und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bmUNCsT8Tj\">youtube.com\/watch?v=bmUNCsT8Tj<\/a>)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Christopher Harrass, <em>Us Paratroopers Arrive in Ukraine, Train National Guard Soldiers To Fight Pro-Russian Rebels, <\/em>International Business Times, <em>April17, 2015 &mdash; <\/em><a href=\"https:\/\/www.ibtimes.com\/us-paratroopers-arrive-ukraine-train-national-guard-soldiers-fight-pro-russian-rebels-1886413\">ibtimes.com\/us-paratroopers-arrive-ukraine-train-national-guard-soldiers-fight-pro-russian-rebels-1886413<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Quelle: Aaron Mat&eacute;, <a href=\"https:\/\/mate.substack.com\/p\/by-using-ukraine-to-fight-russia?s=r\">mate.substack.com\/p\/by-using-ukraine-to-fight-russia?s=r<\/a>; die offfiziellen Uno-Zahlen kann man sehen unter: <a href=\"https:\/\/ukraine.un.org\/sites\/default\/files\/2022-02\/Conflict-related%20civilian%20casualties%20as%20of%2031%20December%202021%20%28rev%2027%20January%202022%29%20corr%20EN_0.pdf\">ukraine.un.org\/sites\/default\/files\/2022-02\/Conflict-related%20civilian%20casualties%20as%20of%2031%20December%202021%20%28rev%2027%20January%202022%29%20corr%20EN_0.pdf<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-europe-34105925\">bbc.com\/news\/world-europe-34105925<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bmaakY-PIAc\">youtube.com\/watch?v=bmaakY-PIAc<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/mate.substack.com\/p\/urging-regime-change-in-russia-biden?s=w\">mate.substack.com\/p\/urging-regime-change-in-russia-biden?s=w<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.counterpunch.org\/2022\/02\/11\/americas-real-adversaries-are-its-european-and-other-allies\/\">counterpunch.org\/2022\/02\/11\/americas-real-adversaries-are-its-european-and-other-allies\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/www.telesurenglish.net\/news\/Ukraine-To-Regain-Occupied-Territory-in-Crimea-and-Sevastopol-20210402-0005.html\">telesurenglish.net\/news\/Ukraine-To-Regain-Occupied-Territory-in-Crimea-and-Sevastopol-20210402-0005.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Armed_Forces_of_Ukraine#Military_industrial_complex\">en.wikipedia.org\/wiki\/Armed_Forces_of_Ukraine#Military_industrial_complex<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>] Quelle: <a href=\"https:\/\/enlacezapatista.ezln.org.mx\/2022\/03\/04\/nach-der-schlacht-wird-es-keinerlei-landschaft-geben-uber-die-invasion-der-russischen-armee-in-die-ukraine\/\">enlacezapatista.ezln.org.mx\/2022\/03\/04\/nach-der-schlacht-wird-es-keinerlei-landschaft-geben-uber-die-invasion-der-russischen-armee-in-die-ukraine\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie so oft reagieren fast alle Medienredaktionen und die meisten Politiker auf die Ereignisse in der Ukraine auf Grund ihrer Pr&auml;gung <strong>reflexiv<\/strong> statt <strong>reflektiert<\/strong>. Reflexion kostet Zeit und Anstrengung, w&auml;hrend die reflexiven Schnellsch&uuml;sse einem wenig abverlangen. (Siehe Daniel Kahnemann, <em>Schnelles Denken und Langsames Denken, <\/em>2011) Was ist die f&uuml;r die Medien und Politiker*innen hier relevante<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84394\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":84397,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,126,20,171],"tags":[351,423,1206,379,1093,3004,1645,2102,1426,1329,1277,1313,911,2840,466,3011,663,906,1418,259,2147,1319,260,1556],"class_list":["post-84394","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-erosion-der-demokratie","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-afghanistan","tag-austeritaetspolitik","tag-brzezinski-zbigniew","tag-china","tag-clinton-bill","tag-donbass","tag-georgien","tag-geostrategie","tag-hegemonie","tag-janukowitsch-viktor","tag-jazenjuk-arsenij","tag-krim","tag-maidan","tag-massenmord","tag-nato","tag-nuland-victoria","tag-putsch","tag-ruestungsindustrie","tag-regime-change","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-timoschenko-julia","tag-ukraine","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/shutterstock_489341485.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/84394","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=84394"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/84394\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84431,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/84394\/revisions\/84431"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/84397"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=84394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=84394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=84394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}