{"id":84724,"date":"2022-06-12T09:00:30","date_gmt":"2022-06-12T07:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724"},"modified":"2022-06-10T14:08:38","modified_gmt":"2022-06-10T12:08:38","slug":"hinweise-der-woche-260","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h01\">Interview zur Bahnpolitik: &bdquo;Lokf&uuml;hrer sch&auml;men sich&ldquo;: Bahnkritiker Luik w&uuml;tet &uuml;ber die Farce auf den Schienen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h02\">Trotz westlicher Sanktionen: US-Medien geben Sahra Wagenknecht recht: Putin kassiert mehr als vor dem Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h03\">Wetten auf Hunger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h04\">Die ganz gro&szlig;e Koalition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h05\">Ukraine-Krieg: Drang zum eindeutigen Bekenntnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h06\">Nur ein Trostpflaster: Erh&ouml;hung des Mindestlohns<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h07\">Mit mieser Masche schnappen sich die Konzerne den Tankrabatt und f&uuml;hren die Ampel vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h08\">Der Panik-Minister Karl Lauterbach<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h09\">Warum Faktenchecker nicht einfach die Fakten checken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84724#h10\">Ein Moderator sieht rot<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Interview zur Bahnpolitik: &bdquo;Lokf&uuml;hrer sch&auml;men sich&ldquo;: Bahnkritiker Luik w&uuml;tet &uuml;ber die Farce auf den Schienen<\/strong><br>\nDurch das 9-Euro-Ticket r&uuml;ckt die Deutsche Bahn wieder mehr in den Fokus der &Ouml;ffentlichkeit. Der Journalist Arno Luik besch&auml;ftigt sich seit Jahren mit den Unternehmen. Im Interview erkl&auml;rt er, warum er so entt&auml;uscht von dessen Managern ist und was ihm leise Hoffnungen macht. [&hellip;]<br>\nDass es am Pfingstwochenende mehr St&ouml;rungen bei der Bahn gegeben hat als gew&ouml;hnlich, hat Sie also nicht &uuml;berrascht.<br>\nLuik: Ich bin &uuml;berhaupt nicht &uuml;berrascht. Seit mehr als 25 Jahren strengen sich die f&uuml;hrenden Bahnmanager an, die Bahn zu zerst&ouml;ren. Das begann 1994 mit der Bahn-Reform, die B&ouml;rsengang und  Privatisierung zum Ziel hatte. Von diesem Augenblick an wurde systematisch an allen Ecken und Enden gespart.<br>\nDie Verantwortlichen knapsten beim Personal und bei Reparaturen, allein im Frachtbereich wurde die Zahl der Mitarbeiter fast halbiert. Wichtige Funktionen lagerte das Unternehmen aus, heute gibt es kaum mehr bahneigene Planungsb&uuml;ros. Ein paar Jahre lang konnte man den schleichenden Verfall noch kaschieren, schlie&szlig;lich war die Bahn vorher ein sehr robustes System. Jetzt haben wir allerdings den Punkt des Kollapses erreicht. F&uuml;r den Technologie-Standort Deutschland ist diese heruntergewirtschaftete Bahn peinlich, im Grunde eine Schande.<br>\nDie ganze Situation ist auch deshalb traurig, weil Deutschland einmal ein Bahnland war. Die Deutsche Bahn war f&uuml;r viele andere L&auml;nder einmal ein Vorbild. Lang ist&rsquo;s her. Alle staunten, wie p&uuml;nktlich die Z&uuml;ge hierzulande waren. Heute ist die einzige Bahn, die rechtzeitig abf&auml;hrt, der Mainzer Rosenmontagszug.<br>\nWas Sie sagen, l&auml;sst sich auch an Zahlen belegen: 2021 war jeder vierte Zug im Fernverkehr zu sp&auml;t. Woran liegt es, dass die Bahn so ein schlechtes Bild abgibt?<br>\nLuik: Ein gro&szlig;es Problem der Deutschen Bahn ist in meinen Augen die Inkompetenz ihrer Manager. Ich habe mich immer gefragt, warum an die Spitze eines Konzerns, der f&uuml;r eine &ouml;kologische Verkehrswende stehen k&ouml;nnte und m&uuml;sste, Menschen aus der Luftfahrt- und Autoindustrie kamen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/interview-mit-bahnkritiker-selbst-lokfuehrer-schaemen-sich-fuer-die-deutsche-bahn_id_107950627.html\">Focus Online<\/a>\n<p>dazu: <strong>Frust mit der Deutschen Bahn: &bdquo;Kontrollverlust in allen Funktionsbereichen&ldquo;<\/strong><br>\nVersp&auml;tungen, Probleme mit dem 9-Euro-Ticket, jetzt auch noch ein schweres Zugungl&uuml;ck &ndash; alles Seiten derselben Medaille, sagt der Philosoph und Schriftsteller Wolfram Eilenberger: Die Bahn sei nicht nur nicht zuverl&auml;ssig, sondern auch nicht sicher. [&hellip;]<br>\nDerzeit vertraue man sich einem Unternehmen an, &bdquo;das die Kontrolle &uuml;ber seinen Auftrag vollkommen verloren hat&ldquo;, mit einem Personal &bdquo;zwischen Apathie und Scham&ldquo; und &bdquo;Kunden, die nicht einmal mehr die Energie finden, sich &uuml;ber die Absurdit&auml;ten, denen sie jeden Tag ausgesetzt sind, zu beschweren&ldquo;. Es gebe dramatische Entwicklungen, &uuml;ber die einfach gesprochen werden m&uuml;sse, weil dieses Verkehrsmittel nicht nur nicht mehr zuverl&auml;ssig sei, sondern auch nicht mehr sicher.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/deutsche-bahn-frust-verspaetung-9-euro-ticket-100.html\">Deutschlandfunk Kultur<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Warum die Schweiz kein Neun-Euro-Ticket ben&ouml;tigt<\/strong><br>\nDer Alpenstaat investiert pro Einwohner jedes Jahr umgerechnet 440 Euro in seine Bahn, Deutschland nur 88 Euro. Und noch ein weiterer Aspekt zeigt, was unsere s&uuml;dlichen Nachbarn bei der Verkehrswende besser machen<br>\nUnsere s&uuml;dlichen Nachbarn h&auml;ngen uns im &ouml;ffentlichen Verkehr glatt ab. Das ist der eigentliche Grund, weshalb hierzulande die Verkehrswende seit 40 Jahren stillsteht. Kann das &ldquo;Neun-Euro-Ticket&rdquo; in diesem Sommer helfen, diesen Abstand ein wenig aufzuholen?<br>\n&ldquo;Wir brauchen kein &sbquo;Neun-Euro-Ticket&rsquo;&rdquo;, sagt der Direktor des Schweizer Bundesamtes f&uuml;r Verkehr, Peter F&uuml;glistaler, und der f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Verkehr in der Schweiz zust&auml;ndig ist.<br>\nDennoch sieht F&uuml;glistaler das &ldquo;Neun Euro-Ticket&rdquo; bei seinen Nachbarn positiv, sagte er der S&uuml;ddeutschen Zeitung. Es sei ein starkes politisches Signal der deutschen Regierung, ein mutiger Preis, aber leider befristet.<br>\nBahnfahren geh&ouml;rt in der Schweiz zu den sch&ouml;nen Erlebnissen. Ich hatte bei den Eidgenossen an einem Tag einmal f&uuml;nf Termine. Alle Z&uuml;ge dorthin waren p&uuml;nktlich. Nur am Abend musste ich in Basel auf den deutschen ICE &uuml;ber eine halbe Stunde warten.<br>\nIn Deutschland hatten die Fernz&uuml;ge im Mai 2022 zu 59 Prozent mehr als f&uuml;nf Minuten Versp&auml;tung. Das ist in der Schweiz unvorstellbar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Warum-die-Schweiz-kein-Neun-Euro-Ticket-benoetigt-7135272.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Trotz westlicher Sanktionen: US-Medien geben Sahra Wagenknecht recht: Putin kassiert mehr als vor dem Krieg<\/strong><br>\nCNN und Bloomberg berechnen, dass Russland heute mehr durch den Verkauf von Gas und &Ouml;l einnimmt als 2021 &ndash; und pflichten damit der Linken-Politikerin bei.<br>\nDie Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht vertritt in der Frage der Russland-Sanktionen wegen des Angriffes auf die Ukraine eine kontroverse, aber nicht unbegr&uuml;ndete Position. Sie sagt, dass die Diskussion um Gas- und &Ouml;l-Embargos weder den v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine aufhalten k&ouml;nne, noch Russland wirtschaftlich zu schaden scheinen. Der Gro&szlig;teil der Welt beteilige sich ja nicht an Sanktionen. Daf&uuml;r w&uuml;rden die Sanktionen aber den Menschen in Europa schaden und die Inflation anheizen, so Wagenknecht.<br>\nF&uuml;r die Bundesregierung scheint der komplette oder wenigstens teilweise Verzicht auf die russische Energie zwar eine moralische, aber auch sicherheitspolitische Frage zu sein, denn die Abh&auml;ngigkeit von einem Land, das einen Angriffskrieg f&uuml;hrt, soll reduziert werden. Der russische &Ouml;l-Anteil in Deutschland ist etwa laut Wirtschaftsminister Robert Habeck (Gr&uuml;ne) bereits von 35 auf zw&ouml;lf Prozent gesenkt worden. Doch schadet diese Entscheidung dem russischen Oberbefehlshaber Wladimir Putin wirklich und hindert sie ihn daran, den Krieg weiterhin finanzieren zu k&ouml;nnen?<br>\nOffenbar nicht, wie zwei einflussreiche amerikanische Medien unabh&auml;ngig voneinander berichten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/us-medien-geben-sahra-wagenknecht-recht-russland-kassiert-mehr-fuer-energieexporte-li.232770\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>Milliardenschwerer Staatsfonds: Russlands Finanzpolster w&auml;chst rasant<\/strong><br>\nDer Wert des russischen Staatsfonds hat sich binnen eines Monats massiv erh&ouml;ht auf knapp 200 Milliarden Dollar. &Uuml;ber 40 Milliarden Dollar kamen zuletzt aus dem &Ouml;l- und Gasgesch&auml;ft hinzu. Geht Putins Rechnung auf?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft\/staatsfonds-russland-finanzen-putin-oel-gas-101.html%20\">tagesschau<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Sanktionen t&ouml;ten<\/strong><br>\nDer westliche Sanktionskrieg gegen Russland behindert die Ausfuhr von Weizen und D&uuml;ngemitteln, ohne die die n&auml;chste Ernte in vielen L&auml;ndern dramatisch einbrechen wird.<br>\nGetreidelieferungen aus der Ukraine und aus Russland, die zusammen zuletzt beinahe 30 Prozent der globalen Weizenexporte stellten, fallen zur Zeit zu einem erheblichen Teil aus.<br>\nDie Ursache? &raquo;Putins Krieg&laquo;, h&ouml;rt und liest man seit Wochen in den westlichen Medien. Das ist insofern nicht ganz falsch, als der russische Marineaufmarsch im Schwarzen Meer den Export aus denjenigen ukrainischen H&auml;fen hemmt, die nicht von russischen Truppen okkupiert sind. Es ist aber eben auch nur ein Teil der Wahrheit. Zu dieser geh&ouml;rt, dass die Ukraine das Seegebiet vor ihrer K&uuml;ste vermint und damit unpassierbar gemacht hat. Dar&uuml;ber hinaus behindert der westliche Sanktionskrieg gegen Russland, der unter anderem die Logistik und die Finanzbranche trifft, die russische Ausfuhr &ndash; nicht nur von Weizen, auch von D&uuml;ngemitteln, ohne die die n&auml;chste Ernte in vielen L&auml;ndern dramatisch einbrechen wird. Die UNO dringt deshalb seit Wochen darauf, beides zu tun: die Ausfuhr ukrainischen Getreides wieder in Gang zu bringen und den Sanktionsdruck zumindest von den russischen Nahrungs- und D&uuml;ngemittelexporten zu nehmen.<br>\nDie Afrikanische Union hat sich &ndash; anders als die westlichen Schreipropagandisten &ndash; die Position der UNO zu eigen gemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/427972.sanktionen-t%C3%B6ten.html\">junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Wetten auf Hunger<\/strong><br>\nKriege und D&uuml;rren werden von Spekulanten f&uuml;r perverse Profite genutzt. Die Politik muss das stoppen! (&hellip;)<br>\nDringend muss gehandelt werden, auch Deutschland ist in der Pflicht. Dabei gibt es ganz verschiedene Hebel. Zum einen muss daf&uuml;r gesorgt werden, dass das Weizen aus der Ukraine aus dem Hafen laufen kann und auch Putin seinen Ausfuhrstopp f&uuml;r Weizen und D&uuml;nger aufgibt. Diplomatie und Verhandlungsgeschick sind gefragt. Gewiss keine einfache Aufgabe, aber eben eine notwendige. Gleiches gilt nat&uuml;rlich f&uuml;r den abscheulichen Angriffskrieg an sich.<br>\nEbenso muss den L&auml;ndern, die besonders von Knappheiten und Preissteigerungen sind, pragmatisch geholfen werden. Schuldenerlasse, g&uuml;nstige Kredite, Weizenkontingente &ndash; alle Optionen geh&ouml;ren auf den Tisch.<br>\nDazu muss die Spekulation unterbunden werden, indem physische H&auml;ndler von Spekulanten getrennt und die H&ouml;he der Positionen noch st&auml;rker begrenzt werden. Die einfache Daumenregel muss sein: Wer nicht nachweisen kann, dass er Weizen anbauen, ernten, lagern oder transportieren kann, der ist ein Spekulant und hat am Markt nichts verloren. Es braucht hier harte Regeln. Das Problem l&ouml;st man au&szlig;erdem auch nicht mit einer Steuer auf B&ouml;rsenums&auml;tze &ndash; der sogenannten Finanztransaktionsteuer. Spekulation mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen geh&ouml;rt schlicht verboten, nicht besteuert.<br>\nLangfristig braucht es eine neue Entwicklungspolitik, die sich von der stumpfen Exportorientierung losl&ouml;st und vor allem in der Landwirtschaft auf nachhaltige Selbstversorgung setzt. Auch der internationale Handel muss sich &auml;ndern, hier h&auml;ngt wegen der Globalisierung eben vieles mit vielem zusammen. Weltbank und IWF werden ihrer Rolle nicht gerecht. Ausgaben f&uuml;r Entwicklungshilfe sollten in Deutschland von der Schuldenbremse ausgenommen und deutlich ambitionierter werden!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mauricehoefgen.substack.com\/p\/weizen-hunger-ukraine-putin-krise\">Maurice H&ouml;fgen<\/a>\n<p>dazu: <strong>Wir stehen kurz vor einer globalen Nahrungsmittelkrise<\/strong><br>\nDurch Spekulation an der B&ouml;rse treiben Investoren die Weizenpreise in die H&ouml;he &ndash; und machen gro&szlig;es Gesch&auml;ft. Damit sto&szlig;en sie die &auml;rmsten L&auml;nder der Welt in den Hunger.<br>\nAuch wenn wir es immer wieder h&ouml;ren: Nicht alle werden &auml;rmer. Mineral&ouml;lkonzerne und die R&uuml;stungsindustrie machen gerade offensichtlich hohe Profite. Doch auch Investoren, die seit Kriegsbeginn auf steigende Weizenpreise gewettet haben, fahren fette Gewinne ein. Die Rechnung daf&uuml;r zahlen Menschen in Entwicklungsl&auml;ndern, die nicht mehr satt werden. Der B&ouml;rsenpreis f&uuml;r Weizen ist seit Beginn des Krieges durch die Decke gegangen und befindet sich bis heute auf Rekordniveau.<br>\nSeit Ausbruch des Krieges ist der Weizenpreis um fast 50 Prozent angestiegen, zwischenzeitlich sogar um 70 Prozent. Das hat Folgen. Etliche L&auml;nder sind von Weizenimporten abh&auml;ngig. Einer der gr&ouml;&szlig;ten Weizenimporteure der Welt in absoluten Zahlen ist &Auml;gypten. Das Land importiert rund 12 Millionen Tonnen Weizen. Darauf folgen die T&uuml;rkei und Indonesien. Offensichtlich treffen die Weizenpreise diese Schwellenl&auml;nder besonders hart. Beim Preis f&uuml;r Mehl zeigt sich der Anstieg noch extremer. Ein B&auml;cker in &Auml;gypten berichtete etwa, dass der Preis sich mehr als verdoppelt habe. Wenn er diese Kosten an seine Kunden weiterg&auml;be, w&uuml;rden sie nicht mehr kommen und er m&uuml;sste schlie&szlig;en. Daher sollen die &auml;gyptischen B&auml;uerinnen und Bauern nun vermehrt Weizen anbauen und es dem &auml;gyptischen Staat unter Weltmarktpreis verkaufen. Auch ein Brotpreisdeckel wurde aufgesetzt.<br>\nAber nicht nur die Schwellenl&auml;nder sind betroffen. Auch die Entwicklungsl&auml;nder trifft es hart. Sie importieren zwar in absoluten Zahlen deutlich weniger, aber in Relation zum Weizenkonsum deutlich mehr. Burkina Faso, Nigeria und Madagaskar sind fast zu 100 Prozent von Importen abh&auml;ngig. Darauf folgen L&auml;nder wie Mexiko, Panama, Korea und Bangladesch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/wir-stehen-kurz-vor-einer-globalen-nahrungsmittelkrise-weizenpreise-mehlpreise-kornspeicher-ukraine-krieg-putin\/\">Maurice H&ouml;fgen und Lukas Scholle auf Jacobin<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die ganz gro&szlig;e Koalition<\/strong><br>\nMit dem Sonderverm&ouml;gen &uuml;ber 100 Milliarden Euro bildet sich eine ganz gro&szlig;e Koalition f&uuml;rs Aufr&uuml;sten. Genau das ist das Problem &ndash; nicht die Umgehung der Schuldenbremse. [&hellip;]<br>\nDie von Deutschland ma&szlig;geblich gepr&auml;gten europ&auml;ischen Fiskalregeln waren und sind ein Instrument der &ouml;konomischen Knechtung S&uuml;deuropas. Nun will man sich auch zu milit&auml;rischer Dominanz aufschwingen. Die Schuldenbremse ist aber nicht nur deshalb falsch, weil sie milit&auml;rische und andere Investitionen behindert. Sie hat auch in Deutschland dazu gef&uuml;hrt, dass die arbeitende Bev&ouml;lkerung durch die Sparpolitik bis aufs Letzte ausgepresst wurde. Bei diesem Instrument ging es immer darum, Umverteilung zu verhindern. Wir brauchen also nicht weitere Sonderverm&ouml;gen, sondern eine konsequent andere Investitions- und Umverteilungspolitik.<br>\nDer Widerstand der Wenigen in der Ampelregierung ist ein trauriges Zeugnis dar&uuml;ber, dass wir von der Ampelregierung nichts zu erwarten haben &ndash; auch wenn man noch so oft zum Umdenken appelliert. Den einzigen Ausweg bietet eine Machtverschiebung, die die Interessen der Menschen ins Zentrum r&uuml;ckt und eine demokratische Verst&auml;ndigung &uuml;ber eine neue Sicherheitspolitik &uuml;berhaupt erm&ouml;glicht. Tragisch ist, dass die Linke nicht von einem klaren antimilitaristischen und sozialen Kurs profitieren kann. Das liegt auch daran, dass sie selbst nicht immer genau argumentiert. So geht diese &raquo;Zeitenwende&laquo; schrecklich ger&auml;uschlos an einem Freitagnachmittag &uuml;ber die B&uuml;hne.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/die-ganz-grosse-koalition-zeitenwende-sondervermogen-bundeswehr-aufrustung-bellizismus-nato\/\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ukraine-Krieg: Drang zum eindeutigen Bekenntnis<\/strong><br>\nWarum nehmen so viele Deutsche gegenw&auml;rtig gern f&uuml;r &ldquo;die Ukraine&rdquo; Partei? Das Gute und das B&ouml;se erscheinen s&auml;uberlich getrennt. Kommentar und Hintergrund<br>\nDas Opfer gilt als absolut unschuldig und der T&auml;ter als absolut schuldig. Endlich mal an der Seite des Lichtes gegen &ldquo;die M&auml;chte der Finsternis&rdquo; stehen. Endlich gibt es eine Gelegenheit, bei der eine klare Parteinahme als m&ouml;glich erscheint.<br>\nNiemand muss sich beim Ukraine-Krieg vorwerfen lassen, selbst irgendwie beteiligt zu sein (wie an der Klimakrise). Was getan werden soll, erscheint als v&ouml;llig klar. Politik kann auf einmal so wohltuend unkompliziert sein. Niemand muss sich wie (z. B. bei der Umweltproblematik) &uuml;ber Konflikte zwischen &ldquo;Reform&rdquo; (&ldquo;Gr&uuml;ne&rdquo;) oder &ldquo;radikalem Widerstand&rdquo; (&ldquo;Ende Gel&auml;nde&rdquo;, &ldquo;Letzte Generation&rdquo; u. a. ) zerstreiten.<br>\nIm Kontrast zu aller sonst verwirrenden Komplexit&auml;t sowie zu allen sich &uuml;berlappenden und einander widersprechenden Konfliktfronten freuen sich viele dar&uuml;ber, dass wenigstens bei einem Thema (Ukraine) eine ganz gro&szlig;e Einigkeit existiert. Das neue Wir erkennt seine &Uuml;bereinstimmung beim Nicken anl&auml;sslich der Signalw&ouml;rter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Ukraine-Krieg-Drang-zum-eindeutigen-Bekenntnis-7131506.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Nur ein Trostpflaster: Erh&ouml;hung des Mindestlohns<\/strong><br>\nAm Freitag hat der Bundestag die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf zw&ouml;lf Euro brutto pro Stunde beschlossen. Dies w&auml;re ein Meilenstein im Kampf gegen die Armut, g&auml;be es nicht gewichtige Einw&auml;nde. Olaf Scholz hatte die Erh&ouml;hung des Mindestlohns auf diesen Betrag bereits unmittelbar nach der f&uuml;r die SPD desastr&ouml;sen Bundestagswahl im September 2017 gefordert. Seinerzeit lag der Mindestlohn noch bei 8,84 Euro. Ber&uuml;cksichtigt man die Preissteigerungen w&auml;hrend der vergangenen f&uuml;nf Jahre, sind zw&ouml;lf Euro im Oktober 2022 erheblich weniger wert als damals.<br>\nAuch ist der Sprung auf zw&ouml;lf Euro nicht so gewaltig, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn ab 1. Juli gelten nicht mehr 9,82 Euro wie heute, sondern 10,45 Euro. Zudem existieren die Ausnahmen &ndash; Jugendliche ohne Berufsausbildung und Kurzzeitpraktikanten erhalten den Mindestlohn nicht, Erwerbslose erst nach einem halben Jahr &ndash; fort. Noch problematischer ist aus Sicht der Besch&auml;ftigten, dass der Mindestlohn bald wieder hinter der Preisentwicklung herhinken d&uuml;rfte, weil seine gr&ouml;&szlig;te Schwachstelle bestehen bleibt: Er wird auch weiterhin nicht politisch, sondern aufgrund des Votums einer mit je drei Vertretern von Unternehmerverb&auml;nden und Gewerkschaften, einem &raquo;neutralen&laquo; Vorsitzenden und zwei nicht stimmberechtigten Wissenschaftlern besetzten Kommission festgelegt, die sich im wesentlichen nachlaufend an der Tariflohnentwicklung orientiert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/427762.nur-ein-trostpflaster.html\">Christoph Butterwegge in junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Mit mieser Masche schnappen sich die Konzerne den Tankrabatt und f&uuml;hren die Ampel vor<\/strong><br>\nFakt ist: Die drei Milliarden Euro, die der deutsche Staat in eine dreimonatige Senkung der Energiesteuer steckt, werden am Ende des Jahres in den Kassen der multinationalen Konzerne gelandet sein. Die Industrie erwartet in 2022 einen Rekordgewinn, den sie einer erprobten Zauberformel verdankt, bei der eigene Dreistigkeit durch die Naivit&auml;t der Politiker gehebelt wird.<br>\nDer Trick, der hier zur Anwendung kommt, ist so durchschaubar, dass man sich &uuml;ber die fehlende Professionalit&auml;t auf Seiten des Staates nur wundern kann.<br>\n1. Die Mineral&ouml;lkonzerne mit ihren riesigen Rechtsabteilungen haben sofort verstanden, dass ein Steuernachlass des Staates keineswegs eins zu eins an die Kunden weitergereicht werden muss. Auch die &ouml;rtlichen Tankstellenp&auml;chter k&ouml;nnen unverz&uuml;glich ausgehebelt werden. Die Preissetzungsgewalt liegt ausschlie&szlig;lich bei den Mineral&ouml;lkonzernen.<br>\n2. Damit es trotzdem so aussieht, als verhalte man sich verbraucherfreundlich und respektvoll gegen&uuml;ber der Bundesregierung, wurden die Preise f&uuml;r Diesel gestern durchschnittlich um 10 Cent und f&uuml;r Super E10 um 27 Cent gesenkt. Erwartungsgem&auml;&szlig; meldete dpa:<br>\n&bdquo;Spritpreise deutlich gesunken! &ldquo;<br>\n3. In Wahrheit waren die Preise f&uuml;r den Liter Benzin zuvor krass gestiegen, von 1,70 zum Jahresanfang auf bis zu 2,15 Euro kurz vor Einf&uuml;hrung des Tankrabatts. Laut ADAC kostete Super E10 am Montag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,13 Euro pro Liter und damit 4,3 Cent mehr als am Dienstag der Vorwoche. Diesel verteuerte sich im selben Zeitraum um 3,5 Cent auf 2,03 Euro pro Liter. Das w&uuml;rde bedeuten, die Konzerne h&auml;tten sich ein Preispolster zugelegt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/gastbeitrag-von-gabor-steingart-mit-mieser-masche-schnappen-sich-die-konzerne-den-tankrabatt-und-fuehren-ampel-vor_id_107937471.html\">Gabor Steingart in Focus Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der Panik-Minister Karl Lauterbach<\/strong><br>\nPer Twitter hat sich Karl Lauterbach eine gro&szlig;e Fangemeinde erarbeitet. Sie vertrauen ihm, der f&uuml;r jede seiner Positionen eine Studie parat hat. Dabei zitiert und interpretiert er falsch oder bruchst&uuml;ckhaft, sucht sich heraus, was er f&uuml;r seine Position braucht. Er warnt und macht Panik. Der neue Gesundheitsminister setzt nahtlos fort, was er als twitternder Abgeordneter schon getan hat. Mitte Mai ist ein kleines B&uuml;chlein erschienen, das einige der Aussagen Lauterbachs mit der Realit&auml;t und den eigenen Widerspr&uuml;chen konfrontiert. Wir haben im Folgenden Ausz&uuml;ge aus dem Buch zusammengestellt.<br>\nProf. Dr. med. Dr. sc. Karl Wilhelm Lauterbach befindet sich seit seiner Ernennung zum Gesundheitsminister am 8. Dezember 2021 auf dem H&ouml;hepunkt seiner politischen Karriere. Das B&uuml;chlein &bdquo;ApoKarlypse&ldquo; unterzieht &bdquo;Deutschlands beliebtesten Politiker&ldquo; (zumindest im Januar 2022 laut einer Meinungsumfrage von INSA) einer Kritik. Im ersten Teil dokumentiert Werner R&uuml;gemer den Lebensweg von Karl Lauterbach und zeigt ihn als einen bestens vernetzten Lobbyisten und Profiteur im Gesundheitssektor &ndash; ganz im Gegensatz zum medial vermittelten Bild in der &Ouml;ffentlichkeit. (&hellip;)<br>\nIm zweiten Teil dokumentiert der Verfasser Lauterbachs Agieren seit 2020. Die Grundaussage der verschiedenen Beispiele lautet: Lauterbach l&uuml;gt, informiert fehlerhaft und t&auml;tigt widerspr&uuml;chliche Aussagen. Er manipuliert und zieht Schlussfolgerungen aus Quellen, die nicht zul&auml;ssig sind. Er verbreitet unangemessene Panik und verst&ouml;&szlig;t &uuml;berhaupt gegen zentrale Grunds&auml;tze des Krisenmanagements.<br>\nDie Sammlung ist die Dokumentation eines Scheiterns, und zwar auch der Medien, die Lauterbach ungehemmt und weitgehend kritiklos multipliziert haben. Wie im dritten Teil an zwei Beispielen analysiert wird, entpuppt sich Lauterbach als Liebling, Ziehkind und Pr&uuml;gelknabe der Medien und zugleich als deren erfolgreichster Quotengenerator.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/politik\/inland\/der-panik-minister-karl-lauterbach\/\">Hintergrund<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Warum Faktenchecker nicht einfach die Fakten checken<\/strong><br>\nFakten, so legt der allgemeine Sprachgebrauch es nahe, sind einfach da: sich selbst genug, unabh&auml;ngig von Blick und Gedanken der Menschen, einmal vorhanden, ewig dieselben. Die &bdquo;harten Fakten&ldquo; setzen Diskutanten ins Recht und rechtfertigen Entscheidungen, &bdquo;alternative Fakten&ldquo; zu den &bdquo;tats&auml;chlichen&ldquo; Fakten gibt es nicht. &ndash; All diese Behauptungen klingen f&uuml;r die meisten wahr, und sie entsprechen auch einem unentbehrlichen Element aufkl&auml;rerischen Nachdenkens: Was gilt, das soll bei uns &bdquo;aus Gr&uuml;nden gelten&ldquo; (Hegel); blo&szlig;e Spekulation oder interessegeleitetes Fabulieren m&uuml;ssen wir durch die Frage nach den empirischen oder logischen Grundlagen des Behaupteten entlarven k&ouml;nnen. Das ist die Intention der Frage nach &bdquo;den Fakten&ldquo;.<br>\nDie Eingangsbehauptungen von den ewig stabilen, kontextfrei verf&uuml;gbaren Fakten sind aber bei n&auml;herer Betrachtung alle falsch. Wer diesem verkehrten Verst&auml;ndnis von Fakten anh&auml;ngt, k&ouml;nnte glauben, &bdquo;Faktenchecker&ldquo; seien schlicht Diener der Wahrheit gegen die T&auml;uschung, die in der Verbreitung &bdquo;erfundener&ldquo; oder &bdquo;falscher&ldquo; Fakten bestehe. Es gibt zwar den einfachen Fall der T&auml;uschung: Ein Autor, der sich &bdquo;Faktenchecker&ldquo; nennen mag, deckt eine L&uuml;ge, eine einzelne und bewusst get&auml;tigte Falschaussage, auf. Das vermag auch jemand, der sich nicht &bdquo;Faktenchecker&ldquo; nennt, deshalb ist dieser Fall f&uuml;r das Folgende nicht von Interesse. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Faktenchecker&ldquo; pr&uuml;fen Texte daraufhin, ob sie die bevorzugte Weltinterpretation ihrer Sponsoren st&uuml;tzen. Ihre Frage lautet: Ist der Gegenstand der Betrachtung vom Autor so konstituiert worden, wie meine Auftraggeber es sich w&uuml;nschen? Genauer formuliert: Zieht der Autor die richtigen Umst&auml;nde, Gegenst&auml;nde und Geschehnisse in Betracht (und l&auml;sst er die richtigen au&szlig;er Betracht)? Und beurteilt er diese dann auch richtig, in &Uuml;bereinstimmung mit den Interessen meiner Auftraggeber? Wo ein Autor diese Kriterien nicht erf&uuml;llt, wird seine handwerkliche Sorgfalt und journalistische Seriosit&auml;t angegriffen, was in regelrechte Rufmordkampagnen ausarten kann.<br>\nDie Institutionalisierung von hauptberuflichen &ldquo;Faktencheckern&rdquo; f&uuml;hrt zur Verengung des Meinungs- und Faktenkorridors in einem Diskursraum, und dies &ndash; mal deutlicher und mal undeutlicher &ndash; nach Ma&szlig;gabe der die Faktenchecker finanzierenden Gruppen. Sie schlie&szlig;en so den Diskurs und schotten das damit errichtete Biotop des rechten Glaubens und der Rechtgl&auml;ubigen gegen Kritik ab. Mit anderen Worten: Ein pluralistischer Diskurs wird durch strukturelle Einsch&uuml;chterung sabotiert und so weit m&ouml;glich unterdr&uuml;ckt. Die Aufkl&auml;rung soll suspendiert werden, damit die Profiteure des Status quo ihre Ruhe haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/faktenchecker-so-einfach-ist-es-nicht\">Michael Andrick in der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84508\">Faktencheck der Faktenchecker: Ein neues Projekt der NachDenkSeiten<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Ein Moderator sieht rot<\/strong><br>\nMarkus Lanz hatte am Donnerstag Ulrike Gu&eacute;rot in seine Talkshow zum Thema Ukraine eingeladen. Der Moderator verlor im Verlauf der Sendung rasch jede Contenance, verlie&szlig; seine journalistische Rolle und mutierte zum Angreifer, nachdem Gu&eacute;rot Fragen zu den Kriegszielen gestellt und einen Waffenstillstand statt Waffenlieferungen gefordert hatte.<br>\nDass Medien eine weitere Intensivierung des Krieges als notwendig darstellen, ist mittlerweile Alltag. Dennoch markierte die Lanz-Ausgabe vom 2. Juni 2022 einen besonderen H&ouml;hepunkt. Eingeladen waren unter anderem die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages und seit wenigen Wochen au&szlig;erdem Vizepr&auml;sidentin der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, einer Nato-Lobbyorganisation, sowie Frederik Pleitgen, Sohn des langj&auml;hrigen WDR-Intendanten Fritz Pleitgen und seit vielen Jahren Senior International Correspondent bei CNN. Als Gegenpart durfte die Professorin f&uuml;r Europapolitik Ulrike Gu&eacute;rot in der Runde Platz nehmen. [&hellip;]<br>\nDiese Konstellation ist in den letzten Jahren immer mehr zum Standard in den Medien geworden ist: Man l&auml;dt einen Menschen mit abweichender Meinung ein, f&auml;hrt dann aber eine Breitseite von Gegnern auf, die diesem Gast kollektiv und unmissverst&auml;ndlich klar machen, dass und warum er sich irrt. Darin liegt auch eine Belehrung des Publikums: Schau, so kann es auch Dir ergehen, wenn Du eine andere Meinung &ouml;ffentlich &auml;u&szlig;erst.<br>\nDas besondere hier: Als Chefankl&auml;ger in der von zwei Millionen Zuschauern verfolgten Sendung trat der Gastgeber pers&ouml;nlich auf.<br>\nDazu kommt vielfach die Ersetzung von Logik durch moralische Emp&ouml;rung. [&hellip;]<br>\nEinigkeit herrschte in der Gu&eacute;rot gegen&uuml;berstehenden Runde dar&uuml;ber, dass die USA alles versucht h&auml;tten, diesen Krieg zu verhindern. [&hellip;]<br>\nAls Gu&eacute;rot versuchte, an die Vorgeschichte des Krieges zu erinnern und dabei die Jahreszahlen 2008 und 2014 nannte, platzte dem Moderator der Kragen: &bdquo;Das hilft uns doch heute nicht weiter&ldquo;, was er mit einer Wiederholung des Satzes &bdquo;Da sterben Menschen&ldquo; erg&auml;nzte. Gu&eacute;rot entgegnete, die Frage sei, was vorher stattgefunden habe. Sie erw&auml;hnte den von der OSZE registrierten massiven Beschuss im Donbass ab Mitte Februar und fragte: &bdquo;Ist Putin das alleinige &Uuml;bel?&ldquo; &ndash; &bdquo;Die Antwort ist: ja!&ldquo;, platzte es da unvermittelt aus Lanz heraus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/ein-moderator-sieht-rot%20\">Multipolar<\/a>\n<p>dazu: <strong>Programmbeschwerde &ndash; Markus Lanz vom 2. Juni 2022<\/strong><br>\nSehr geehrte Damen und Herren Fernsehr&auml;te,<br>\nhiermit erheben wir formal Beschwerde gegen die Ausgabe des Talkformates Markus Lanz vom 2. Juni 2022 wegen Versto&szlig;es gegen die Programmrichtlinien des ZDF, gegen die Vorgaben des Staatsvertrages und gegen die eigenen internen Richtlinien in Programmangelegenheiten.<br>\n(&hellip;) Wird in einer Ihrer Grundregeln f&uuml;r die Zusammenarbeit im ZDF beispielsweise explizit ausgef&uuml;hrt, dass kein Mitarbeiter Sachangaben und Meinungen zu unterdr&uuml;cken habe, die zu einer angemessenen und wahrheitsgetreuen Information geh&ouml;ren, passierte in der beanstandeten Sendung das glatte Gegenteil.<br>\nLobbyismus (Strack-Zimmermann), Fanatismus (Pleitgen) und komplette Ahnungslosigkeit (Lanz) &uuml;ber Verlauf und Hintergr&uuml;nde des Ukrainekonfliktes trafen auf eine kritische Wissenschaftlerin (Gu&eacute;rot), die seit &uuml;ber 30 Jahren das Geschehen und die Geschicke Europas begleitet und in vielen Funktionen mitgestaltet hat.<br>\nDass es bei dieser intellektuell und reputativ ungleich ausgestatteten Runde dazu kommen konnte, dass eben diese Wissenschaftlerin von Moderator und o. g. G&auml;sten geradezu hyperaktiv sowohl an der Beantwortung eigens gestellter Fragen als auch an ihren Ausf&uuml;hrungen zum Thema gehindert wurde, spricht f&uuml;r Vorsatz. [&hellip;]<br>\nSeit geraumer Zeit ist eine Tendenz in der Berichterstattung und im Umgang mit abweichenden Meinungen zu beobachten, die den inneren Frieden im Land zerst&ouml;rt und die gesellschaftliche Spaltung vorantreibt. Gerade die politischen Talkshows der &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender verf&uuml;gen sowohl &uuml;ber die Infrastruktur als auch die Reichweite, um dem interessierten Publikum widerstreitende Meinungen abzubilden, die in einer funktionierenden Demokratie selbstverst&auml;ndlich sein sollten. Stattdessen versinken viele dieser Runden in einem surrealen Einheitsbrei, der eben nicht die Gesellschaft abbildet und von den journalistischen Kriterien Neutralit&auml;t, Objektivit&auml;t und Unparteilichkeit weiter denn je entfernt ist. [&hellip;]<br>\nDivergierende Meinungen zu brisanten Themen des Zeitgeschehens d&uuml;rfen in einer demokratisch und zivilisiert verfassten Gesellschaft nicht dazu f&uuml;hren, dass sich aus dem Austausch handfeste Feindschaften bis hin zur gesellschaftlichen &Auml;chtung einer Person entwickeln. Gerade diese unerfreuliche Entwicklung vollzieht sich nun seit &uuml;ber zwei Jahren mit besorgniserregender Dynamik. Frieden, Freiheit und Sicherheit sind dadurch gef&auml;hrdet, insbesondere der innere Friede steht bedrohlich auf der Kippe. Die Verst&auml;ndigung unter den V&ouml;lkern schlie&szlig;t zudem per Definition kein Volk aus, auch nicht das russische.<br>\nDas ZDF sollte dringend an diesen Defiziten arbeiten, oder seine Rechtsgrundlagen den gegebenen Umst&auml;nden anpassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=30&amp;t=3343&amp;p=10004#p10004%20\">St&auml;ndige Publikumskonferenz<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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