{"id":85175,"date":"2022-06-25T14:00:46","date_gmt":"2022-06-25T12:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85175"},"modified":"2022-06-25T15:24:34","modified_gmt":"2022-06-25T13:24:34","slug":"leserbriefe-zu-der-gruene-sarrazin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85175","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDer gr\u00fcne Sarrazin\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Jens Berger weist <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84980\">hier<\/a> darauf hin, dass es anl&auml;sslich der Empfehlung des damaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin, wegen steigender Energiepreise einfach die Heizung runterzudrehen und sich einen dicken Pullover anzuziehen, einen Aufschrei gegeben habe. Im aktuellen Wirtschaftskrieg gegen Russland reagiere Bundeswirtschaftsminister Habeck, &bdquo;wie es sich nicht einmal ein Satiriker h&auml;tte ausdenken k&ouml;nnen&ldquo;, und lasse z.B. pr&uuml;fen, ob eine Herabsetzung der Mindesttemperatur in den Wohnungen umsetzbar  sei. Abschlie&szlig;end wird auf Alternativen hingewiesen: &bdquo;Man k&ouml;nnte Nord Stream 2 &ouml;ffnen und halb Europa mit &uuml;bersch&uuml;ssigem Gas versorgen. Die Gr&uuml;nen k&ouml;nnten dann eifrig das Klima retten und selbst &auml;rmere Menschen m&uuml;ssten nicht frieren, die Industrie k&ouml;nnte zu wettbewerbsf&auml;higen Preisen produzieren und das Inflationsgespenst w&auml;re vom Hof gejagt. Nur die Idee mit dem &bdquo;Russland ruinieren&ldquo; m&uuml;sste man dann wohl aufgeben&ldquo;. Wir danken f&uuml;r die hierzu erhaltenen E-Mails. Es folgen nun die Leserbriefe. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>es bleibt mir ein ewig R&auml;tsel: Wie kann es sein, dass sich die gesamte politische Elite dieses Landes, allen voran die Gr&uuml;nen, derart einseitig von transatlantischer Gesinnung bestimmen l&auml;sst? Allein die ganz simple Weisheit, die man bereits Kindern vermittelt, man solle immer alle Seiten bedenken, m&uuml;sste sie diese Einseitigkeit erkennen und relativieren lassen. Doch sie tun es nicht, obwohl sie damit unser Land an die Wand fahren. Warum? Sind sie wirklich so vernagelt, dass sie an all das glauben und gar nicht wahrnehmen, wie manipuliert sie sind? Werden sie, wie auch immer subtil, erpresst? Oder gar, wie auch immer subtil, gekauft?  <\/p><p>Im Fall von &bdquo;vernagelt&ldquo; bleibt nur die Frage: Wie k&ouml;nnen hierzulande derart tumbe Menschen an politische Macht gelangen? Im Fall von &bdquo;erpresst&ldquo; oder &bdquo;gekauft&ldquo; stellt sich die Frage: Was denkt sich etwa der &bdquo;gr&uuml;ne Sarrazin&ldquo;, wenn er abends f&uuml;r sich allein das von ihm angerichtete Desaster und seine Doppelb&ouml;digkeit &uuml;berdenkt? Oder wenn Frau Baerbock, die sich vor ihrer Wahl f&uuml;r Assange stark machte und sich nun wegduckt, an die Auslieferung Assanges denkt? Hier ist die Doppelb&ouml;digkeit offensichtlich, sie m&uuml;sste eigentlich Beklemmungen bekommen. <\/p><p>Oder ist es einfach nur Wohlstandsverwahrlosung, die aus dem &bdquo;gut beheizten Home Office im Eigenheim&ldquo;, wie Jens Berger schreibt, hervorquillt, sich &uuml;ber die Realit&auml;t ergie&szlig;t, sie verschwinden l&auml;sst, sodass die tats&auml;chlichen politischen Notwendigkeiten gar nicht mehr erkannt werden &ndash; von unserer politischen Elite?<\/p><p>Fragen &uuml;ber Fragen &hellip;       <\/p><p>Dr. Petra Braitling<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>die Antwort auf die Frage, die Sie im letzten Satz Ihres wie immer brillianten Artikels gestellt haben, w&uuml;rde mich in der Tat sehr interessieren. &ldquo;Nur die Idee mit dem &bdquo;Russland ruinieren&ldquo; m&uuml;sste man dann wohl aufgeben. Aber was w&uuml;rden dann unsere lieben Freunde aus Washington sagen?&rdquo;<\/p><p>Ja, was w&uuml;rden sie wohl sagen, unsere &ldquo;lieben Freunde und Verb&uuml;ndeten&rdquo;? W&uuml;rden Sie Deutschland bombardieren, um einen regime change herbeizuf&uuml;hren? Vielleicht zu diesem Zweck die K&ouml;nigstreuen in Bayern mit Geld und Waffen versorgen, um eine Sezession Bayerns zu unterst&uuml;tzen? Werden sie uns mit Sanktionen belegen? (kein &Ouml;l und kein Gas aus den USA, vielleicht &ndash; um Himmels willen! &ndash; auch keine Kampfflugzeuge mehr &ndash; was machen wir dann mit den 100 Mrd. Sonderverm&ouml;gen?). <\/p><p>Aufgrund der immer noch g&uuml;ltigen &ldquo;Feindstaatenklausel&rdquo; k&ouml;nnten sie ja auch jederzeit in Deutschland einmarschieren, brauchen sie aber nicht, sie sind ja ohnehin schon hier.<\/p><p>Vermutlich w&uuml;rden aber nur die derzeit regierenden Einflussagenten gegen andere ausgetauscht. Ersatz steht ja bereit &ndash; z. B. der Blackrock-Merz von der CDU&hellip;<\/p><p>Wenns nicht zum Weinen w&auml;re, k&ouml;nnte man lachen&hellip;<\/p><p>Es gr&uuml;&szlig;t Sie Ihr treuer Leser<br>\nH.K.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes NDS-Team, <\/p><p>ich habe seit &uuml;ber einem halben Jahr ein Bauger&uuml;st incl. Spritzschutz vor der Wohnung. Dadurch ist es dunkel und kalt, weil keine Sonne reinkommt. Leider stellt mein Vermieter Anfang Mai die Heizung aus, so dass ich zu den Eisheiligen wirklich nur 16 &ndash; 18 Grad in der Wohnung hatte. Ein dicker Pullover war da sehr hilfreich. Nur die Hausarbeit wollte mir mit dicken Handschuhen einfach nicht gelingen. Da half nur noch sehr viel sp&uuml;len, um die H&auml;nde wieder aufzuw&auml;rmen. Gibt es eigentlich schon Pl&auml;ne, wie hei&szlig; das warme Wasser in Zukunft sein darf? Oder m&uuml;ssen wir uns auch noch auf Eisbaden einstellen? Gesund soll es ja sein. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nNatascha H&uuml;bner <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>das Thema Absenkung der Mindesttemperatur in Heizungsanlagen erregt mich sehr. Warum? Weil ich es bereits kenne. <\/p><p>Mein Vermieter hat unsere Heizungsanlage bereits vor Jahren auf 20 Grad im Winter gedrosselt. Grund daf&uuml;r ist ein g&uuml;nstiger Energiepass f&uuml;r das Haus. Darin ist der Gas- bzw. Energieverbrauch je Quadratmeter vermerkt. Wenn durch die Drosselung weniger verbraucht wird, dann gilt das wenig isolierte Haus als energiesparend und die Wohnungen lassen sich so besser vermieten.<\/p><p>Praktisch bedeutet das, dass man im Winter in der Wohnung h&auml;ufig friert und kalte F&uuml;&szlig;e hat. Man traut sich kaum zu L&uuml;ften, da es ewig dauert, bis die Ausgangstemperatur wieder erreicht ist. Die Heizk&ouml;rper werden am Tag nur ca. 48 Grad warm. Selbst wenn diese 24 Stunden voll ge&ouml;ffnet sind, wird es nicht w&auml;rmer. Mag es f&uuml;r das Schlafzimmer, K&uuml;che und Flur noch eine akzeptable Temperatur ein, so h&ouml;rt im Bad oder im Wohnzimmer der Spa&szlig; auf. Auch wenn ich bereit bin, f&uuml;r eine w&auml;rmere Wohnung mehr zu zahlen &ndash; es ist praktisch nicht m&ouml;glich.<\/p><p>Wir hatten vor Jahren im Winter mal einen Heizungsausfall &uuml;ber mehrere Tage. Ich kann Ihnen versichern, 16-17 Grad sind wirklich unangenehm.<\/p><p>Aber vielleicht ziehe ich in so einem Fall einfach ins B&uuml;ro, wenn dort besser geheizt wird. Eine Isomatte habe ich noch vom Camping &uuml;brig. Mancher Nachbar wird sicherlich ein offenes Feuer in der Wohnung machen &ndash; kein beruhigender Gedanke.<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e<br>\nPeter Fischer <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin.<\/p><p>Aber was w&uuml;rden dann unsere lieben Freunde aus Washington sagen?<\/p><p>Alles l&auml;uft bestens. Wir liefern die Waffen, so da&szlig; die Ukraine noch lange gegen Ru&szlig;land Krieg f&uuml;hren kann. Und Ihr in Europa erhaltet daf&uuml;r die Fl&uuml;chtlinge. Wir wollen sie nicht. Deshalb nehmen wir auch nur 100.000. Und nur dann, wenn sie einen finanziellen B&uuml;rgen stellen.<\/p><p>Ihr seht: Alles l&auml;uft bestens.<\/p><p>MfG<br>\nHelmut Specht<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>dem &rdquo; Spiegel &rdquo; das Wort zu reden, halte ich f&uuml;r deplatziert.<\/p><p>2008 war die Hochzeit der Diffamierungen gegen Sarrazin, dessen erste drei B&uuml;cher ich gelesen habe.<br>\nMan mag von Sarrazin und seinen inhaltlichen &rdquo; &Uuml;berspitzungen &rdquo; halten was man will; in der Nachbetrachtung lag er und liegt er m.E. inhaltlich oft richtig, wenn auch z.T.&nbsp; Seine Formulierungen auch aktuell noch grenzwertig erscheinen.<\/p><p>Grunds&auml;tzlich h&auml;tte ich mich beim Lesen dieses Artikel vor drei Jahren noch bei meinem Kalender vergewissert, dass ich nicht der lieb gewonnenen Finte der NDS, an einem 01.04. e. j. J. abstruses auf den Bildschirm zu bringen, reingefallen sein k&ouml;nnte.&nbsp;<\/p><p>Mir f&auml;llt in dem Kontext Ihres Beitrages wieder ein, dass die Redaktion der NDS und wir Leser in in<br>\nverschiedensten Debatten rund um Agenda 2010 immer wieder die Vermutung ge&auml;u&szlig;ert haben, dass es &ndash; leider &ndash; wohl noch schlimmer kommen muss, damit die Leute, &uuml;ber die die &rdquo; Linken &rdquo; reden, auch tats&auml;chlich in die Handlung kommen und sich gegen repressive Ma&szlig;nahmen wehren.<\/p><p>Aus meiner Sicht ist dieses Thema aktueller denn je, denn nun werden nicht nur die aktuell materiell Schw&auml;chsten (bl&ouml;des Wort) in lebensunw&uuml;rdige Zust&auml;nde transferiert, sondern quasi expansiv auch die gesamte Mittelschicht vor die Wahl gestellt da oder dort abzuspecken, was letztlich f&uuml;r viele Menschen einen gravierenden Einschnitt in ihre Lebenssituation bedeuten wird.<\/p><p>Die Klientel der Betroffenen wird sich insofern exorbitant vergr&ouml;&szlig;ern.<\/p><p>Ob dieser Umstand auch einen nennenswerten Protest ausl&ouml;sen kann ?<\/p><p>Ich hoffe es sehr, lieber Jens Berger !<\/p><p>Ich hoffe aber auch, dass bei der NDS-Redaktion irgendwann einmal ein Umdenken insofern eintritt, als dass Sie sich rigoros in Ihrer Arbeit von den USA &rdquo; als Freunde &rdquo; distanzieren.<\/p><p>Albrecht M&uuml;ller ist da auf einem guten Weg.&nbsp;&nbsp;<\/p><p>Sarkasmus &ndash; sofern Sie diesen in Ihrem Schlusssatz zum Ausdruck bringen wollten, hilft nicht mehr weiter, wenn der Wahnsinn solche Auswirkungen auf unser Leben hat.<\/p><p>Wir sind &ndash; suchen Sie es sich aus &ndash; eine Kolonie und\/oder Vasallen der USA !!!!<\/p><p>Vielleicht k&ouml;nnten Sie &ndash; die NDS-Redaktion schlechthin &ndash; endlich einmal versuchen reflektieren, warum dass heute noch so ist und sein muss !&nbsp;&nbsp;<\/p><p>Klar, dass ist ein hei&szlig;es Thema, aber wie lange wollen wir noch so weitermachen ?<\/p><p>Um in Ihrem Beitrag zu bleiben:<\/p><p>Bis Decken und k&ouml;rperliche N&auml;he als W&auml;rmespeicher empfohlen werden ?<\/p><p>Oder, um Klaus Schwab und seine seelischen Ausd&uuml;nstungen des &rdquo; Great Reset &rdquo; zu bem&uuml;hen:<\/p><p>Bis Decken oder Heizdecken, die nicht unser Eigentum sind, geleast werden m&uuml;ssen ?<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e von<br>\nMichael Krater.&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion, <\/p><p>es mutet schon etwas seltsam an, ein zutiefst politisches Thema vorrangig auf wirtschaftlich-organisatorischer Ebene zu behandeln. Das unausgesprochene Eingangsvers&auml;umnis, nicht nur der deutschen Politik, besteht nun einmal in der kritiklosen &Uuml;bernahme der Standpunktes der USA, sich einer diplomatischen Kl&auml;rung der von Russland empfundenen Bedrohungslage durch die USA und der NATO schlichtweg zu verweigern. Mit Hilfe des bekannten Verweises auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine will die Politik einschlie&szlig;lich weiter Teile der Medienlandschaft in erster Linie von einer Mitschuld, die in der ge&uuml;bten mangelnden kritischen Distanz zu den USA besteht, ablenken. Nicht umsonst verschweigt man der Bev&ouml;lkerung, dass fast drei Viertel der UNO-Mitgliedsstaaten den USA und ihren engsten Verb&uuml;ndeten eine Unterst&uuml;tzung der Sanktionen versagen. Da lesen sich schon die Worte des Vertreters der Linken etwas eigent&uuml;mlich. Sie lassen mehr den Geist eines Burgfriedens als den eines souver&auml;nen, demokratischen Streiters f&uuml;r die Wahrheit erkennen. <\/p><p>Eine weitere Merkw&uuml;rdigkeit strahlt diese Veranstaltung ab, n&auml;mlich das Unverm&ouml;gen, woher denn nun die Ersatzmengen an Roh&ouml;l und Erdgas kommen sollen, auch zu benennen. Schlie&szlig;lich muss man erst einmal den Rohstoff besitzen, um diesen dann zu transportieren. An dieser Stelle verstummt jedes Mal Herr Dr. Habeck auffallend. Er vertr&ouml;stet auf zuk&uuml;nftige und langfristige Zusammenarbeit mit F&ouml;rderl&auml;ndern. Irgendwann einmal, aber das Embargo muss sofort her ! <\/p><p>Allen wirtschaftlich-organisatorischen und technischen Aspekten der Vorschl&auml;ge des Herrn Dr. Habeck sowie der Beraterst&auml;be seines Ministeriums haftet ein entscheidender Mangel an, sie vermelden weder eine konkrete Machbarkeit noch deren zeitlich exakte Einordnungen. <\/p><p>Wenn sich aktuell Frau Merkel f&uuml;r ihre Entscheidungen mit damaligen Forderungen der Mineral&ouml;l- und Gaswirtschaft rechtfertigt, sollte man ein ganz anderes Engagement der Verantwortlichen dieses Wirtschaftszweiges erwarten. Immerhin d&uuml;rften wohl nicht alle mit Frau Merkel in den Ruhestand gegangen sein. Interessant, wenn auch widerspr&uuml;chlich, sprach j&uuml;ngst Frau Merkel auch den Stellenwert der deutschen Wirtschaft in der Welt an.&nbsp; Ein Umstand, den beispielsweise die Funktion&auml;re der Gr&uuml;nen so gar nicht betrachten. Wer am Ende die Zeche bezahlt interessieren weder einen Dr. Habeck, einen Herrn Merz und schon gar nicht eine Frau von der Leyen. Der ber&uuml;hmte kleine Mann auf der Strasse d&uuml;rfte sich ganz schnell in dieser Rolle wiederfinden. <\/p><p>Nun zur Kernfrage, wie will man denn eigentlich der Ukraine mit diesem Embargo helfen? An Stelle Deutschlands &uuml;bernehmen China und Indien die Ausfall- bzw. Embargomengen an Energietr&auml;ger. Russland nimmt also keinerlei Schaden. Hier s&auml;gt jemand am Ast, auf dem er sitzt. Worin besteht denn nun die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Ukraine? Was hat die Ukraine von einem solidarischen Roh&ouml;l- und Erdgasembargo Westeuropas?<\/p><p>Direkt nichts. Einzig und allein, die Gewissheit, dass hier eine Staatengemeinschaft existiert, die bereit ist, riesige finanzielle Opfer aus nationalen Steuermitteln f&uuml;r die Ukraine zu erbringen. Gleichzeitig der ungeheure Vorteil f&uuml;r die m&auml;chtigen Oligarchen der Ukraine, dass niemand, weder in Westeuropa noch in &Uuml;bersee, die Verwendung der verschenkten Mittel kontrolliert. Da fehlen einem normalgebildeten und mit einem zertifizierten Schulabschluss gesegneten Mitb&uuml;rger die Worte. Der Krieg in der Ukraine verk&uuml;rzt sich deshalb nicht um eine Nanosekunde. Die Forderung kann doch nur lauten, h&ouml;rt auf mit der Embargopolitik und beendet so schnell als m&ouml;glich den Krieg in der Ukraine, holt die vers&auml;umten diplomatischen Kl&auml;rungen nach, die am Ende ohnehin mit Sicherheit kommen werden. <\/p><p>Wie schrieb E. M. Remarque: &ldquo;Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die daf&uuml;r sind, besonders die, die nicht hingehen m&uuml;ssen&rdquo;. Wie zum Hohn wird mal wieder der Osten Deutschlands von einer unreifen und ungelehrigen Politikerelite zu ihrer pers&ouml;nlichen Spielwiese missbraucht. <\/p><p>MfG<br>\nManfred Heyn <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>haben Sie vielen Dank f&uuml;r Ihre ebenso klaren wie wahren Worte; insbesondere eine Passage aus dem letzten Absatz ist es eigentlich wert, in allen Zeitungen dieses dem Irrsinn verfallenen Landes nachgedruckt zu werden: &ldquo;W&uuml;rde Deutschland die selbstm&ouml;rderische Sanktionspolitik beenden, w&auml;re die Gasversorgung schon morgen gesichert. Man k&ouml;nnte Nord Stream 2 &ouml;ffnen und halb Europa mit &uuml;bersch&uuml;ssigem Gas versorgen.&rdquo;<\/p><p>Allein steht zu bef&uuml;rchten, da&szlig; selbst dies nichts fruchten w&uuml;rde. Die politischen Funktionstr&auml;ger, die Elite zu nennen ein eminenter Kategorienfehler w&auml;re, befinden sich in einer Art geistigem Nirvana und leben in einer Wunschwelt, die Z&uuml;ge von Schilda, Shangri-La und Bullerb&uuml; tr&auml;gt.<\/p><p>Ende M&auml;rz hatte ich den Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises, S&ouml;ren Bartol (SPD), welcher seit Dezember 2021 auch Staatssekret&auml;r ist, angeschrieben und mich bei ihm wegen der gef&auml;hrdeten Versorgungssicherheit des Landes mit g&uuml;nstiger Energie erkundigt; er lie&szlig; durch einen Mitarbeiter zwar antworten, doch fiel diese Antwort sehr oberfl&auml;chlich und vage aus. Deshalb schrieb ich ihm am vergangenen Wochenende erneut, ohne bislang eine Antwort erhalten zu haben. Meine Email finden Sie hier &ndash; vielleicht ist sie f&uuml;r die NachDenkSeiten von Interesse:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Sehr geehrter Herr Bartol,<\/p>\n<p>nach ereignis- und erkenntnisreichen drei Monaten mu&szlig; ich auf unsere Korrespondenz von Ende M&auml;rz zur Energiepolitik des Landes und deren Implikationen f&uuml;r die Versorgungssicherheit und das wirtschaftliche Wohlergehen von B&uuml;rgern und Unternehmen zur&uuml;ckkommen.<\/p>\n<p>Sie hatten in Ihrer Antwort auf meine Frage nach der Versorgungssicherheit mit g&uuml;nstiger Energie auf das Bundeswirtschaftsministerium verwiesen, nach dem ein gro&szlig;er Teil des aus russischen Quellen stammenden Erdgases &bdquo;durch Fl&uuml;ssiggas-Lieferungen bereits ersetzt worden&ldquo; sei. Gehe ich recht in der Annahme, da&szlig; sich das Ministerium dabei auf den vermeintlichen Fl&uuml;ssiggas-Deal bezog, den der mehr dilettierende als amtierende Wirtschaftsminister durch einen tiefen B&uuml;ckling vor dem katarischen &Ouml;lprinzen an Land gezogen zu haben glaubte? Selbst wenn dies nicht einer der zahlreichen Bl&uuml;tentr&auml;ume aus dem gr&uuml;nen Bullerb&uuml; gewesen w&auml;re &ndash; schlie&szlig;lich haben die Verhandlungen bis dato zu keinem greifbaren Ergebnis gef&uuml;hrt -, w&uuml;rde ein solches Abkommen wegen des deutlich h&ouml;heren Preises von Fl&uuml;ssiggas mitnichten zur Versorgungssicherheit des Landes mit dringend ben&ouml;tigter g&uuml;nstiger Energie beitragen. Habeck, in seinem fr&uuml;heren Leben ein bestenfalls drittklassiger Kinderbuchautor, entpuppt sich nicht nur in diesem Fall als Felix Krull der deutschen Wirtschaftspolitik, n&auml;mlich als umtriebiger Hochstapler.<\/p>\n<p>Als ob die Kalamit&auml;ten auf dem Gassektor nicht vollauf gen&uuml;gen w&uuml;rden, wurde z&uuml;gig ein weiterer Unsicherheitsherd er&ouml;ffnet: &nbsp;Von Seiten der Staaten der EU wurde allen Ernstes ein sogenanntes &bdquo;&Ouml;lembargo&ldquo; verh&auml;ngt, welches den Import von Erd&ouml;l russischen Ursprungs, welches mit Tankschiffen geliefert wird, verbietet; laut Zeitungsmeldungen hat sich die Bundesregierung angeblich verpflichtet, auch auf den Import von russischem Erd&ouml;l via Pipeline zu verzichten. Was soll dieses v&ouml;llig unsinnige Man&ouml;ver? Der Effekt wird sein (und in Anf&auml;ngen ist dies schon zu beobachten), da&szlig; sich die globalen Handelsstr&ouml;me des &auml;u&szlig;erst nachgefragten Rohstoffes Erd&ouml;l lediglich verschieben. So kauft derzeit nach einem Bericht des Wall Street Journals etwa Indien gro&szlig;e Mengen russisches Erd&ouml;l und raffiniert es, um das veredelte &Ouml;l dann mit gro&szlig;er Gewinnmarge an die USA und die EU-Staaten weiterzuverkaufen.<\/p>\n<p>Die unl&auml;ngst von Ihrem Chef, dem Welt&ouml;konomen Scholz, get&auml;tigte Aussage, &bdquo;Das &Ouml;lembargo wird Russland hart treffen&ldquo;, ist nicht mehr als das sprichw&ouml;rtliche Pfeifen im Wald. Die gegen&uuml;ber Ru&szlig;land verfolgte Politik ist ein Schu&szlig; in den Ofen, ein riesiges Eigentor: &bdquo;Die Sanktions- und Embargopolitik der westlichen M&auml;chte gegen Russland hat bislang zwar die Energiepreise in Rekordh&ouml;hen getrieben, die russischen Exporteinnahmen jedoch nicht, wie eigentlich gew&uuml;nscht, verringert, sondern sie gesteigert.&ldquo; (<a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8948\">link<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Gravierend negativ zu Buche schlagen die offensichtlich vorz&uuml;glich durchdachten &bdquo;Sanktionen&ldquo; stattdessen in den Staaten der EU: Die Inflation befindet sich mit 8,1% auf einem seit vierzig Jahren nicht mehr erreichten Niveau, die ohnehin kaum gestiegenen bzw. stagnierten Reall&ouml;hne sinken, w&auml;hrend die Energiekosten durch die Decke gehen, Habeck einen &bdquo;dramatischen Anstieg der Heizkosten&ldquo; im kommenden Herbst erwartet und der Lebensstandard der B&uuml;rger und die Wettbewerbsf&auml;higkeit der Unternehmen zur&uuml;ckgehen. Die vollmundige Ank&uuml;ndigung der &ndash; um erneut aus Thomas Manns Figurenrepertoire zu sch&ouml;pfen &ndash; Karoline St&ouml;hr im Au&szlig;enministerium von Ende Februar: &bdquo;Das wird Russland ruinieren&rdquo; zeigt vor dem Hintergrund der tats&auml;chlichen Entwicklung, da&szlig; es sich bei Baerbock um eine ungebildete Politik-Praktikantin handelt, die nicht von ungef&auml;hr bereits M&uuml;he hatte, einen fehlerfreien Lebenslauf unfallfrei zustande zu bekommen. <\/p><p>Wenn nicht schleunigst Schlu&szlig; gemacht wird mit dieser v&ouml;llig nutzlosen Sanktionspolitik, droht der amerikanische &Ouml;konom Michael Hudson mit seiner Prognose recht zu behalten: &bdquo;Europe has committed economic suicide&ldquo;. Und dann wird sich die nur allzu berechtigte Frage, die ein Arbeiter anl&auml;&szlig;lich eines Besuches von Habeck in der ostdeutschen Raffinerie Schwedt dem &bdquo;Wirtschaftsminister&ldquo; stellte, in voller Sch&auml;rfe an die gesamte Bundesregierung, deren Mitglied Sie im &Uuml;brigen sind, richten: &bdquo;Sind Sie sicher, dass Sie deutsche Interessen vertreten?<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nFrank Graf<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Berger weist <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84980\">hier<\/a> darauf hin, dass es anl&auml;sslich der Empfehlung des damaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin, wegen steigender Energiepreise einfach die Heizung runterzudrehen und sich einen dicken Pullover anzuziehen, einen Aufschrei gegeben habe. 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