{"id":85369,"date":"2022-06-30T14:00:08","date_gmt":"2022-06-30T12:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85369"},"modified":"2022-06-30T13:24:57","modified_gmt":"2022-06-30T11:24:57","slug":"leserbriefe-zu-linke-wars-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85369","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eLINKE: War\u2019s das?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Tobias Riegel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85224\">kommentiert hier<\/a> den Parteitag der LINKEN. Der rechte Fl&uuml;gel der sogenannten Reformer h&auml;tte sich durchgesetzt. Bei dem Vorhaben, &bdquo;die konsequente NATO-Kritik in der Partei zu brechen&ldquo;, seien beim Parteitag &bdquo;auch emotionale und fragw&uuml;rdige Inszenierungen benutzt&ldquo; worden. Am Ende h&auml;tte die Partei &bdquo;Applaus von der falschen Seite&ldquo; &ndash; u.a. von der FAZ und der S&uuml;ddeutschen Zeitung &ndash; erhalten. Mitglieder anderer Parteistr&ouml;mungen wie Sahra Wagenknecht und S&ouml;ren Pellmann w&uuml;rden nun &uuml;ber Konsequenzen nachdenken. Verlierer dieses Machtkampfes seien &bdquo;viele B&uuml;rger, denen nun (endg&uuml;ltig?) eine politische Alternative abhanden gekommen&ldquo; sei. Danke f&uuml;r die interessanten Leserbriefe. Hier sind sie. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel, liebe Nachdenkseiten-Macher,<\/p><p>ich bin nat&uuml;rlich kein Hellseher, aber vermute ebenfalls, dass die Partei DIE LINKE nach diesem Parteitag in der politischen Bedeutungslosigkeit versinken wird.<\/p><p>F&uuml;r mich als Arbeiter, der ihr als W&auml;hler &uuml;ber Jahrzehnte die Treue gehalten hat, steht jedenfalls fest: UNW&Auml;HLBAR!<\/p><p>Ich frage mich nur, warum die Nachdenkseiten die selbst gemachten Probleme der Linken so genau sehen, aber nicht die Delegierten? Leben die auf einem anderen Stern oder sind die vom politischen Gegner (also den Monopolkapitalisten und amerikanischen Imperialisten in allen Parteien) geschickt? <\/p><p>Ich w&uuml;nsche Ihnen und den Nachdenkseiten alles Gute! Bleiben Sie weiter so unangepasst und kritisch!<\/p><p>Ihr Leser R. B. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Die Linke, ihr Parteitag oder was vom Tage &uuml;brigblieb . . .<\/p><p>was ich l&auml;ngst vermutet habe und dann doch eingetreten ist, die Partei Die Linke hat sich gerade selbst abgeschafft.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Zeichen stehen nicht nur schlecht f&uuml;r die &bdquo;Resterampe der Linken&ldquo;, wer sich angeschaut hat, was f&uuml;r Personen mit konservativer oder rechter Gesinnung mittlerweile die Oberhand gewinnen, dem muss klar sein oder werden, hier fand kein Parteitag statt sondern es wurde ein Begr&auml;bnis konzertiert.<\/p><p>Wissler und Co. k&ouml;nnen noch sehr auf einen Neuanfang hoffen, aber in Wahrheit ist ein Gro&szlig;teil dieser Partei bereits ins neoliberale Fahrwasser der Gr&uuml;nen abgedriftet.<\/p><p>So wie sie sich mittlerweile an allem Neoliberalem erg&ouml;tzen, incl. guter Posten und Geld, Sektfl&ouml;te und Kaviarschnittchen, so beschleunigen sie gleichzeitig den Abbau von Demokratie und Grundrechten.<\/p><p>Der Ukraine-Krieg ist nur ein dankbarer Anlass, die Partei zu spalten und sie zu einer &bdquo;Partei der Mitte&ldquo; verkommen zu lassen. Dort n&auml;mlich wollen alle hin.<\/p><p>Die Politik, die Medien und ihre Dienstbaren Geister&nbsp; .&nbsp; .&nbsp; . wer auf der Strecke bleibt ist die Gesellschaft, B&uuml;rger\/Innen.<\/p><p>Wie eine Partei aussieht, die alle erdenklichen Skrupel &uuml;ber Bord geworfen hat, haben DieGr&uuml;nen vorgemacht.<br>\nParteispender m&uuml;ssen Schlange stehen, die FDP nur noch ein Wurmfortsatz DerGr&uuml;nen und die CDU\/ CSU Kann sich auf die &bdquo;Blut &amp; Boden Fraktion&ldquo; DerGr&uuml;nen verlassen. &bdquo;Kurze Hose, Holzgewehr&ldquo;!<br>\n&nbsp;<br>\nDie Ramelows, Gysis, Kippings haben ihren Anteil am Niedergang der Partei.Das Laisser-faire ihrer Parteiarbeit hat zum schlechten Abschneiden bei den verschiedenen Wahlen beigetragen.<br>\n&nbsp;<br>\nUnd die grandiose Abgehobenheit von ihrer Klientel besorgte den Rest.<br>\nEine Wagenknecht oder ein Lafontaine sind seit langem nur noch als Korsettstangen geduldet worden, um den Rechtsschwenk der Partei besser kaschieren zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Aber auch das wird nichts mehr n&uuml;tzen, bereits die n&auml;chsten Wahlen werden zeigen, mit diesem Personal ist ein erfolgreicher Neuanfang in weite Ferne ger&uuml;ckt.<br>\n&nbsp;<br>\nLiebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nBerthold Schroeder<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Nachdenkseitenteam,<\/p><p>seit vielen Jahren bin ich ein treuer Leser der Nachdenkseiten.<\/p><p>Dennoch war ich &uuml;ber Euren Artikel &uuml;ber den Parteitag der Linken ein wenig &uuml;berrascht.<br>\nWas h&auml;tte denn dieser Parteitag der Linken an konkreten &Auml;nderungen bringen sollen?<br>\nEs ist doch bekannt, dass die sogenannten &ldquo;Reformer&rdquo; sowie deren Truppenteile die Mehrheit der Delegierten stellen. <\/p><p>Selbst wenn es eine Rede eines einzelnen wie seinerzeit von Oskar Lafontaine beim Parteitag der SPD das Ruder rumgerissen h&auml;tte, (ich wei&szlig; allerdings nicht, wer die au&szlig;er Sarah Wagenknecht h&auml;tte halten sollen), mit anschlie&szlig;enden Beschl&uuml;ssen hin zu einer radikalen Erneuerung der Partei, braucht doch keiner zu glauben, dass die Kippings, Riexingers, Ramelows, Schindlers etc. und wie sie alle hei&szlig;en m&ouml;gen dann anschlie&szlig;end Ruhe gegeben h&auml;tten. Die permanenten Nadelstiche bis hin zu offenen Angriffen gegen Wagenknecht und Dagdelen w&auml;ren dann nur noch heftiger geworden.<\/p><p>Der Partei &ldquo;Die Linke&rdquo; widerf&auml;hrt nur das, was anderen, sogenannten etablierten Parteien wie der SPD und den Nato-Olivgr&uuml;nen, schon l&auml;ngst passiert ist. Bei der SPD sorgt der Seeheimer Kreis daf&uuml;r, dass sich ja nichts zum Besseren oder gar zum Sozialen hin wendet; bei den Nato-Olivgr&uuml;nen sind es die sogenannten Realos, die sich so ziemlich jede Sauerei bis hin zu Kriegen sch&ouml;nreden. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung habe, wof&uuml;r die au&szlig;er Machterhalt &uuml;berhaupt stehen.<\/p><p>Das schlimme ist, dass diese Art der Politik auch noch funktioniert.<\/p><p>Die Sozen haben die letzte Bundestagswahl mit ein paarundzwanzig Prozent &ldquo;gewonnen&rdquo; und stellen jetzt den (leider an Demenz erkrankten, siehe Wirecard etc.) Bundeskanzler und als oberste moralische Instanz den Bundespr&auml;sidenten (der an jeder politischen Sauerei des letzten Vierteljahrhunderts beteiligt war). Die Gr&uuml;nen mit ihren Minister-Azubinen Habeck und Baerbock fliegen trotz erwiesener Inkompetenz, Ahnungs- und Unf&auml;higkeit von einem Umfragerekord zum n&auml;chsten.<\/p><p>Vielleicht spekuliert der jetzige Parteivorstand der Linken auf eine &auml;hnlich ruhmreiche Karriere.<\/p><p>Meiner Meinung nach braucht es gerade jetzt eine starke Linkspartei, die dem Mainstream und den &ldquo;etablierten&rdquo; Parteien etwas entgegensetzt. Ich habe allerdings keine Ahnung, wer das bei der Linken noch hinkriegen soll.<\/p><p>Ansonsten macht weiter so. In unserer &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo;-Landschaft seit ihr einer der wenigen &uuml;briggebliebenen Lichtblicke.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAndreas M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Riegel, <\/p><p>ja, das war&rsquo;s mit der LINKEN. Aber nicht erst jetzt. Dieser Parteitag war die letzte Hoffnung. Aber die haben wieder Wagenknecht abblitzen lassen. Es war eben die allerletzte Hoffnung. Aber in einem hat die Dame, deren Namen ich mir nicht merken muss, Recht: <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Das deutsche Volk hat den Faschismus erlebt. Es schien, als sei diese Bedrohung gebannt und werde nie zur&uuml;ckkehren. Doch genau das ist vor unseren Augen geschehen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Richtig, er ist zur&uuml;ck, in Deutschland, in Gestalt der GR&Uuml;NEN. Die reden wie Faschisten und sie handeln wie Faschisten. Und die LINKE, bzw. die Frau, deren Namen ich mir nicht merken muss, schlie&szlig;t sich an. Dem putativen Gegner all das B&ouml;se andichten, das man selbst tut und ist, das ist typisch faschistischer Geist, Feindbild basteln, Projektion und Aufteilung der Welt in Gut und B&ouml;se. Genau wie Adorno vor 60 Jahren prophezeit hat, R&uuml;ckkehr der Faschisten in der Verkleidung von Demokraten, Liberalen und Linken. <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>DIE LINKE zeichnet sich seit Jahren dadurch aus, sich den Vorgaben aus der gelenkten Meinungsmachermaschinerie auf allen Ebenen anzudienen. Fundamentale Kapitalismuskritik hatte und hat Seltenheitswert. Die Bereitschaft die Verh&auml;ltnisse tats&auml;chlich &auml;ndern zu wollen, tendiert gegen Null, obwohl ohne Ende davon gesprochen wird. Es geht immer um Symbolpolitik, niemals um die Bek&auml;mpfung der Ursachen der Verh&auml;ltnisse.<br>\n&nbsp;<br>\nDas Problem ist auch, dass vielen sichtbaren K&ouml;pfen in der Partei das grundlegende Verst&auml;ndnis f&uuml;r den Kern des Kapitalismus, f&uuml;r &ouml;konomische Zusammenh&auml;nge zu fehlen scheint. Sie haben meines Erachtens keine, &uuml;ber Schlagworte hinausgehende politische Bildung und sind noch nicht einmal bem&uuml;ht, sich solche zu beschaffen. Und an der Basis ist die Lage gerade beim Nachwuchs noch einmal katastrophaler. Kein Zug auf den die aktive Basis nicht aufspringt, kein St&ouml;ckchen der Politikdrehbuchautoren, dass sichtbare K&ouml;pfe nicht bereit sind zu &uuml;berspringen: LGBT+, Black-Lives-Matter, Impfen ist gelebte Solidarit&auml;t, Klimakatastrophe kann durch Energiewende verhindert werden, Nazis &uuml;berall (au&szlig;er in der Ukraine), Frauenquote, Open Boarders, Me Too, Gendern, Ukraine ist nur eins &ndash; Opfer und der Krieg ist gewinnbar, Religionskritik ist pfui usw. usf.. Parolen und Nachplapperei &ndash; Analysen f&uuml;r Ursachen, der Blick auf die wirkliche Welt fehlen oder werden mindestens nicht kundgetan. Und damit fehlt auch eine konkrete Utopie des &bdquo;demokratischen Sozialismus&ldquo;, den die Partei vorgibt zu vertreten.<br>\n&nbsp;<br>\nDIE LINKE war und ist nat&uuml;rlich keine Partei mit revolution&auml;rem Anspruch, schon klar. Aber sie ist noch nicht einmal eine reformatorische Partei. Wer hier in diesem Land von &bdquo;unserer Demokratie&ldquo; spricht, die durch die AfD bedroht sei, blendet bewusst aus, was Demokratie tats&auml;chlich bedeutet und will an der jetzigen Scheindemokratie nichts &auml;ndern. Auch innerparteilich ist das Verh&auml;ltnis der F&uuml;hrung zur Basis durch heftiges Misstrauen gepr&auml;gt, denn die Basis wird im Grunde nicht gefragt. Strukturell geht es vor allem um Posten und P&ouml;stchen. Der Anteil derer, die unmittelbar oder mittelbar von der Partei leben, ist erschreckend. Gysi hat ja in seiner Rede klipp und klar gesagt, warum die Partei weitermachen muss: Geld, B&uuml;ros, Abgeordnete.<br>\n&nbsp;<br>\nIhr Verh&auml;ltnis zur Freiheit hat DIE LINKE mit &nbsp;ihrer gelebten Coronapolitik unmissverst&auml;ndlich deutlich gemacht. Ebenso ihre Wissenschaftsfeindlichkeit. Bornierte Dummheit dominiert die Debatten. Ein Blick ins linke Berlin mit Aus-Der-Hosentasche-Gezogene-10-Tages-Maskenpflicht im &Ouml;PNV reicht. Oder auch ein Blick in das maskierte Auditorium des Parteitags. Nur peinlich.<br>\n&nbsp;<br>\nDas System Kapitalismus ist am Ende eines Superzyklus angekommen, denn der Antrieb des Systems ist defekt. Die Schulden haben Ausma&szlig;e erreicht, die ohne Implosion und L&ouml;schung &ndash; im Zweifel Krieg nicht mehr zu managen sind. Die globalen Verwerfungen und die &ouml;kologischen Krisen kommen obendrauf. Eine gute, ehrliche sozialistische Partei w&auml;re da schon eine prima Sache. Aber bei der Linkspartei handelt es sich nicht mehr um eine sozialistische Partei. Auch als Friedenspartei hat sie ausgedient.<br>\nDer Parteitag in all seiner Inszenierung hat das noch einmal f&uuml;r jeden deutlich gemacht.<br>\nInsofern kann auf diese Partei sicher verzichtet werden.<br>\n&nbsp;<br>\nEine sozialistische, eine ehrliche Partei allerdings w&auml;re dringend notwendig.<br>\n&nbsp;<br>\nReimar Pflanz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/6c1257b8acb94732908189ae80000ac4\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tobias Riegel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85224\">kommentiert hier<\/a> den Parteitag der LINKEN. 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