{"id":85409,"date":"2022-07-03T11:45:04","date_gmt":"2022-07-03T09:45:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85409"},"modified":"2022-07-04T07:51:02","modified_gmt":"2022-07-04T05:51:02","slug":"nicht-der-frieden-sondern-die-kriegslogik-faellt-aus-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85409","title":{"rendered":"Nicht der Frieden, sondern die Kriegslogik f\u00e4llt aus der Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Der offiziellen Darstellung von Russland als machthungrigem Imperium, das zuschl&auml;gt, wenn es die Gelegenheit durch westliches Zaudern hat, stellt <a href=\"https:\/\/friedensratschlag.de\/2022\/06\/baf-positionspapier-ukrainekrieg\/\">ein aktuelles Papier der Initiative &ldquo;Friedensratschlag&rdquo;<\/a> eine andere Position entgegen &ndash; demnach sei der Krieg Russlands auch eine Antwort auf die von der Friedensbewegung seit langem kritisierte NATO-Osterweiterung und westliche Aufr&uuml;stungs- und Konfrontationspolitik, von der sich Russland zunehmend existenziell bedroht gef&uuml;hlt habe.<em> <\/em>Tragisch sei, dass auch die LINKE nun Abstand von Positionen der Friedensbewegung nehme. Von <strong>Bernhard Trautvetter.<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1365\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-85409-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220702-Kriegslogik-faellt-aus-der-Zeit-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220702-Kriegslogik-faellt-aus-der-Zeit-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220702-Kriegslogik-faellt-aus-der-Zeit-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220702-Kriegslogik-faellt-aus-der-Zeit-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=85409-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220702-Kriegslogik-faellt-aus-der-Zeit-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220702-Kriegslogik-faellt-aus-der-Zeit-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Friedensbewegung und der Pazifismus stehen wieder einmal unter dem Generalverdacht, eine &bdquo;f&uuml;nfte Kolonne Moskaus&ldquo; zu sein. <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/politik\/ukraine-krieg-ostermaersche-deutschland-putin-demonstration-waffen-pazifismus-fdp-91478144.html\">F&uuml;hrende Ampel-Politiker<\/a> verunglimpfen sie als Kr&auml;fte, die den Ukrainern ins Gesicht spucken. Dahinter steckt die Theorie, dass nur Milit&auml;r zum Frieden f&uuml;hren kann und Forderungen nach Diplomatie <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/ostermaersche-krisenzeiten-101.html\">aus der Zeit gefallen<\/a> sind. Ihnen wird unterstellt, dass sie verkennen, dass <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/zeitgeschichte-gegenwart\/politik-gesellschaft\/putin-russland-sowjetunion-geopolitik-krieg-hintergruende-100.html\">Russland eine imperiale Politik<\/a> verfolge, etwa um den Machtbereich wie in der Zarenzeit und w&auml;hrend der sowjetischen Herrschaft auszudehnen. Deshalb m&uuml;sse ja auch Deutschland jetzt mit der sprunghaft ausgedehnten Hochr&uuml;stung die Verteidigungskraft seiner Armee steigern. <\/p><p>Mit der NATO-Sicht auf den v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriff Russlands rechtfertigen die Ampel-Regierung, die CDU\/CSU, Strategen und R&uuml;stungsindustrie sogar die Atomr&uuml;stung: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Der Krieg in der Ukraine zwingt die NATO zu mutigen Ver&auml;nderungen sowie zu neuen &Uuml;berlegungen zur &hellip; der gesamten an Russland angrenzenden Region. Sollte es Kiew nicht gelingen, die Besatzer zumindest aus den seit dem 24. Februar eroberten Gebieten zu vertreiben, k&ouml;nnte Moskau bald &uuml;ber einen weiteren Schritt nachdenken. &hellip; Dann k&ouml;nnte es einem NATO-Mitgliedsstaat an den Kragen gehen. Es m&uuml;ssen nicht nur die NATO-Truppen aufgestockt, sondern auch modernste Waffen an die Ostflanke verlegt werden. <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/die-internationale-presseschau-6550.html\">Auch Atomwaffen sollten kein Tabu mehr sein<\/a>.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Tragisch ist, dass auch die Linkspartei als die bis vor kurzem letzte parlamentarische Kraft Abstand von Positionen der Friedensbewegung nimmt, indem sie das Narrativ der NATO-affinen Kr&auml;fte von imperialen Motiven Russlands f&uuml;r seinen &Uuml;berfall in ihrem <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/fileadmin\/download\/parteitage\/erfurter_parteitag_2022\/antr%C3%A4ge1_einzeln\/L03_Parteivorstand.pdf\">Beschluss auf dem Erfurter Parteitag<\/a> &uuml;bernimmt. Diese etwas verklausulierte &Uuml;bernahme des entscheidenden Arguments der Milit&auml;rs ergibt sich daraus, dass der Beschluss des <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85224\">k&uuml;rzlich zu Ende gegangenen Erfurter Parteitags<\/a> die Vorgeschichte &ndash; anders als die Analyse des Friedensratschlags &ndash; ausblendet. Mit dieser Anpassung an das Nachrichtenmanagement der Mainstream-Medien schw&auml;cht die Linkspartei ihren argumentativen Bezugsrahmen f&uuml;r die Kritik an der Eskalationspolitik der NATO ab. Das findet im Kontext mit weiteren Aufweichungen von Friedenspositionen in den Kr&auml;ften statt, die bisher friedenspolitisch aktiv waren und dies teils noch sind.<\/p><p>Der <a href=\"https:\/\/friedensratschlag.de\/2022\/06\/baf-positionspapier-ukrainekrieg\/\">Bundesausschuss Friedensratschlag hat genau dazu ein Papier<\/a> ver&ouml;ffentlicht, das der Militarisierung der Weltpolitik die Sicht auf die Entwicklungen und Gefahren entgegenh&auml;lt. Das Positionspapier geht laut seinem Titel auf NATO und Russland im Kontext mit dem Ukraine-Krieg ein. Es ist kein historisch hergeleitetes Grundlagenpapier der Friedensbewegung zu den Gefahren der gegenw&auml;rtigen Epoche und der dem Kapitalismus innewohnenden Konkurrenz und Krisenhaftigkeit als Kriegsursache. Zwar werden die vielen Kriege, die weltweit in den Jahrzehnten seit dem Ende des Kalten Krieges stattgefunden haben und stattfinden, eingangs kurz erw&auml;hnt, dann aber befasst sich das Papier konzentriert mit den Narrativen der NATO und ihrer Unterst&uuml;tzer, um den Bewegungsspektren und den engagierten Friedenskr&auml;ften Argumente zur Verf&uuml;gung zu stellen, die der Manipulation durch Fakten die Wirksamkeit der Gehirnw&auml;sche nimmt. <\/p><p>Dem Narrativ vom machthungrigen Imperium, das zuschl&auml;gt, wenn es die Gelegenheit durch westliches Zaudern hat, stellt das <a href=\"https:\/\/friedensratschlag.de\/2022\/06\/baf-positionspapier-ukrainekrieg\/\">Papier des Friedensratschlags<\/a> diese Darstellung entgegen: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Tats&auml;chlich ist der Krieg Russlands eine Antwort auf die von der Friedensbewegung seit langem kritisierte NATO-Osterweiterung und westliche Aufr&uuml;stungs- und Konfrontationspolitik, von der sich Russland zunehmend existenziell bedroht f&uuml;hlt. Sie begann bereits in den 1990er Jahren mit der Ausweitung der NATO &hellip; entgegen rechtlich bindender Vereinbarungen wie dem Vertrag zur Deutschen Einheit, in der zuk&uuml;nftigen Friedensordnung die Sicherheitsinteressen eines jeden beidseitig zu ber&uuml;cksichtigen. <\/em><\/p><\/blockquote><blockquote><p><em>Die Ostexpansion ging einher mit der Missachtung und K&uuml;ndigung von Abkommen zur R&uuml;stungs- und Stationierungskontrolle durch die USA und NATO, und wurde von einer Reihe Farb-Revolutionen in ehemaligen Sowjetrepubliken begleitet, in denen &hellip; Regierungen mit westlicher Unterst&uuml;tzung gest&uuml;rzt wurden.<\/em>&ldquo; <\/p><\/blockquote><p>Ein solcher Staatsstreich ging zum Beispiel der Krim-Krise 2014 in Kiew voraus, als die damalige <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/parlament\/reden\/detail\/ukraine-es-gibt-nur-den-weg-der-diplomatie\/\">Janukowitsch-Regierung unter Bruch der Verfassung gest&uuml;rzt<\/a> und nach diesem Rechtsbruch durch eine pro-westliche sogenannte &Uuml;bergangsregierung abgel&ouml;st wurde. Das Papier des Friedensratschlages erw&auml;hnt, dass die pro-westliche Regierung nach dem illegalen Staatsstreich in Kiew das von ihr mit ausgehandelte Minsker Abkommen zum Abbau der Spannungen im Land wiederholt verletzte. <\/p><p>Die Gef&auml;hrlichkeit der Politik der Ukraine seither verdeutlicht das Papier mit seiner Kritik daran, dass die Kiewer Regierung das von ihr mit unterzeichnete Abkommen Minsk II zur Befriedung des Konfliktes in der Ost-Ukraine nicht umgesetzt, sondern unterlaufen hat: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Obwohl die ukrainische Regierung das v&ouml;lkerrechtlich bindende Abkommen Minsk II unterschrieben hatte, das einen besonderen Autonomiestatus f&uuml;r die abtr&uuml;nnigen Provinzen innerhalb der Ukraine vorsah, boykottierte sie die Umsetzung &ndash; mit westlicher Duldung und Unterst&uuml;tzung. Die ukrainische Armee wurde fortan von den USA und Gro&szlig;britannien massiv aufger&uuml;stet und nach NATO-Standard ausgebildet<\/em>.&ldquo; <\/p><\/blockquote><p>Die NATO-Strategie als Faktor, der die Spannungen gegen&uuml;ber Russland eskalierte, kritisiert der Bundesausschuss Friedensratschlag faktenreich: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Bedrohlich sind bereits die NATO-Truppen im Baltikum, von wo aus St. Petersburg schon mit Kurzstreckenraketen erreicht werden kann. Mit der Ukraine w&uuml;rde die NATO an eine weitere, 2000 km lange direkte Grenze zu Russland vorr&uuml;cken. Die Vorwarnzeit f&uuml;r Enthauptungsschl&auml;ge auf russische Zentren w&uuml;rde durch dort stationierte Mittelstreckenraketen auf wenige Minuten sinken, w&auml;hrend der potentielle Angreifer USA aus 10.000 Kilometer Entfernung vom Kriegsgeschehen agieren kann.<\/em><\/p><\/blockquote><blockquote><p><em>Am 10. November 2021 unterzeichneten die USA und die Ukraine eine neue, offensiv gegen Russland gerichtete Charta der strategischen Partnerschaft, die u.a. den NATO-Beitritt der Ukraine und die R&uuml;ckeroberung der Krim als Ziel formuliert. Diese Charta &uuml;berzeugte Russland davon, so Henri Guaino, f&uuml;hrender Berater Nicolas Sarkozy in dessen Zeit als franz&ouml;sischer Pr&auml;sident, dass es angreifen muss oder angegriffen wird.<\/em>&ldquo; <\/p><\/blockquote><p>Der Friedensratschlag stellt der Theorie vom russischen Machthunger als Kriegsgrund die Schritte der russischen und der NATO-\/US-Seite vor dem 24.2. entgegen. Das NATO-Nachrichtenmanagement geht in der Berichterstattung auf den Kriegsausbruch zur&uuml;ck, ohne eine Idee darauf zu verschwenden, was im Vorfeld geschehen war: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Moskau unternahm im Dezember 2021 einen letzten Versuch, die Bedrohungslage durch vertragliche Vereinbarungen zu entspannen<\/em>.&ldquo; <\/p><\/blockquote><p>Es ging um Sicherheitsgarantien im Sinne einer Friedensordnung der gemeinsamen Sicherheit f&uuml;r jeden Staat. Diese russischen Forderungen, so der Friedensratschlag, &bdquo;wurden aber von den USA und der NATO Anfang Februar br&uuml;sk und ohne jegliche Diskussion dar&uuml;ber abgelehnt.&ldquo; Zudem verweist das Papier auf die Ank&uuml;ndigung von Wolodymyr Selenskyj, dass eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine auf der Agenda des n&auml;chsten NATO-Gipfels in Madrid stehe. Experten, &bdquo;wie der Politologe Robert Wade von der London School of Economics, vermuten, dass diese Rede der letzte Anlass f&uuml;r das Umschwenken der russischen F&uuml;hrung auf einen Kriegskurs gewesen sei&ldquo;. Wer auf eine nachhaltige L&ouml;sung des Krieges dr&auml;ngt, muss die Analyse auf der Vorgeschichte der Genesis des Konflikts aufbauen, um eine nachhaltige Befriedung und damit Frieden zu erm&ouml;glichen. Der Friedensratschlag formuliert dazu: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Bei der Erl&auml;uterung der Gr&uuml;nde geht es nicht um eine Rechtfertigung des Krieges, sondern darum, seine Hintergr&uuml;nde und seine Entstehung m&ouml;glichst genau aufzuzeigen.&ldquo; <\/em><\/p><\/blockquote><p>Genau das blendet die NATO-affine Meinungsmache aus. Sie ist offensichtlich an einer Eskalation statt an Diplomatie interessiert. Der Bundesausschuss wendet sich gegen doppelte Standards, wenn er der selektiven Meinungsmache der NATO-affinen Kr&auml;fte auf einem r&uuml;ckhaltlosen Blick in alle Weltregionen beharrt und Diplomatie statt Krieg (Sieg) f&uuml;r eine nachhaltige L&ouml;sung einfordert: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Krieg als Mittel der Politik lehnen wir grunds&auml;tzlich ab. &hellip;. Der russische Einmarsch in die Ukraine ist daher ein R&uuml;ckschlag f&uuml;r alle, die sich f&uuml;r Frieden engagiert haben &ndash; und gleichzeitig eine Herausforderung f&uuml;r die Friedensbewegung, ihre Bem&uuml;hungen f&uuml;r zivile L&ouml;sungen zu intensivieren. Nicht zu viel Entspannungspolitik ist das Problem gewesen, sondern zu wenig.<\/em>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Anders als viele Akteure verweist der Friedensratschlag auch auf eine nukleare Gefahr, die nicht nur in einem drohenden Atomkrieg zwischen NATO-Staaten und Russland besteht, sondern die die Zivilisation Europas auch ohne Nuklearschl&auml;ge der Milit&auml;rs bedroht: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Unkalkulierbare, existenzielle Risiken f&uuml;r ganz Europa bergen zudem auch die 15 Atomreaktoren, die in der Ukraine am Netz sind<\/em>.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Die Zukunftsgef&auml;hrdungen, die die Zivilisation bedrohen, erheben eine globale Kooperation zum Erfordernis f&uuml;r die Menschheit. Mit Abschreckung, Hochr&uuml;stung und Spannungseskalation, mit Wirtschaftskrieg, Rivalit&auml;t und Sanktionen finden die Staaten der Welt keinen Ausweg aus dem bedrohlichen Mix aus &ouml;kologischen, sozialen und milit&auml;rischen Zukunftsgef&auml;hrdungen:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Selbst wenn sich ein neuer Kalter Krieg anbahnt, wird der Dialog noch wichtiger sein als w&auml;hrend des Kalten Krieges 1.0. In einer st&auml;rker voneinander abh&auml;ngigen und globalisierten Welt wird der Westen zumindest ein gewisses Ma&szlig; an pragmatischer Zusammenarbeit mit Moskau ben&ouml;tigen, um gemeinsame Herausforderungen zu bew&auml;ltigen, z. B. Verhandlungen &uuml;ber die R&uuml;stungskontrolle, die Eind&auml;mmung des Klimawandels, die Verwaltung der Cybersph&auml;re und die F&ouml;rderung der globalen Gesundheit. Zu diesem Zweck ist eine rasche Beendigung des Krieges durch einen Waffenstillstand und eine Verhandlungsl&ouml;sung bei weitem besser als ein Krieg, der sich in die L&auml;nge zieht, oder ein neuer eingefrorener Konflikt, der in einer feindlichen Pattsituation endet.<\/em>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Ein erster Schritt f&uuml;r die Siegerm&auml;chte des Zweiten Weltkrieges und Deutschland als Unterzeichnerstaaten des Vertrages zur Deutschen Einheit von 1990 muss es sein, sich, wie die Pr&auml;ambel des Vertrages es festschreibt, f&uuml;r eine Friedensordnung einzusetzen, die die <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/Aussenpolitik\/2+4-vertrag.html\">Sicherheitsinteressen eines Jeden<\/a> ber&uuml;cksichtigt. Dieses unmittelbare Erfordernis erm&ouml;glicht es der Menschheit &uuml;ber die 20er Jahre unseres Jahrhunderts hinaus, zu einer Gesellschaft zu finden, die statt auf Konkurrenz auf Kooperation setzt und dadurch Zukunftsf&auml;higkeit erlangt. Diese nachkapitalistische Ordnung in den Staaten und dann auch auf der internationalen Ebene kann nur dann entstehen, wenn kurzfristig Abr&uuml;stung und Friedenspolitik die f&auml;lschlicherweise Sicherheitspolitik genannte Politik der Milit&auml;rs abl&ouml;sen. Der Friedensratschlag beendet sein Papier mit diesen Worten dazu: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Aufr&uuml;stung und Kriegspolitik stehen im Gegensatz zur solidarischen Kultivierung der Gesellschaft. Gegen 100 Milliarden <\/em><em>mehr<\/em><em> f&uuml;r die Bundeswehr und die weitere Erh&ouml;hung der R&uuml;stungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung (pro Jahr durchschnittlich ca. 80 Milliarden Euro), engagieren wir uns verst&auml;rkt f&uuml;r eine neue Entspannungspolitik und massive &ouml;ffentliche Investitionen in eine humane Zukunft &ndash; jetzt erst recht.<\/em>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>&ndash; Ohne Quellenangabe zitierte Textstellen entstammen dem Papier des Friedensratschlags. &ndash;<\/p><p>Titelbild: Pixel-Shot\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der offiziellen Darstellung von Russland als machthungrigem Imperium, das zuschl&auml;gt, wenn es die Gelegenheit durch westliches Zaudern hat, stellt <a href=\"https:\/\/friedensratschlag.de\/2022\/06\/baf-positionspapier-ukrainekrieg\/\">ein aktuelles Papier der Initiative &ldquo;Friedensratschlag&rdquo;<\/a> eine andere Position entgegen &ndash; demnach sei der Krieg Russlands auch eine Antwort auf die von der Friedensbewegung seit langem kritisierte NATO-Osterweiterung und westliche Aufr&uuml;stungs- und Konfrontationspolitik, von der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85409\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":85410,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,170,171,11],"tags":[1120,466,259,260],"class_list":["post-85409","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-friedenspolitik","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","tag-friedensbewegung","tag-nato","tag-russland","tag-ukraine"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/shutterstock_1902560620.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/85409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=85409"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/85409\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":85487,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/85409\/revisions\/85487"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/85410"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=85409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=85409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=85409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}