{"id":85420,"date":"2022-07-01T13:00:43","date_gmt":"2022-07-01T11:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85420"},"modified":"2022-07-01T16:45:37","modified_gmt":"2022-07-01T14:45:37","slug":"das-gesundheitssytem-muss-selbst-erstmal-gesund-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85420","title":{"rendered":"Das Gesundheitssytem muss selbst erstmal gesund werden!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die herrschende Krankheitspolitik. <\/strong>Sogar f&uuml;r den noch gr&ouml;&szlig;eren Arbeitsaufwand wegen der Pandemie haben die Bundesregierungen, die Betreiber und Eigent&uuml;mer von Krankenh&auml;usern und Pflegeheimen keine Verbesserungen zugestanden. Ob die Bundesregierungen von CDU oder SPD, von Merkel oder Scholz gef&uuml;hrt werden: Deren Gesundheits- beziehungsweise besser: deren Krankheits-Politik schlie&szlig;t viele Krankheiten aus und verursacht enorme gesundheitliche Sch&auml;den, im Gesundheitssystem selbst, in den Unternehmen, in der ganzen Bev&ouml;lkerung. Von <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9162\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-85420-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220701_Das_Gesundheitssytem_muss_selbst_erstmal_gesund_werden_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220701_Das_Gesundheitssytem_muss_selbst_erstmal_gesund_werden_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220701_Das_Gesundheitssytem_muss_selbst_erstmal_gesund_werden_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220701_Das_Gesundheitssytem_muss_selbst_erstmal_gesund_werden_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=85420-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220701_Das_Gesundheitssytem_muss_selbst_erstmal_gesund_werden_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220701_Das_Gesundheitssytem_muss_selbst_erstmal_gesund_werden_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Tod und Mangelern&auml;hrung im Krankenhaus<\/strong>\n<p>Sogar die Gesundheit der <em>Patienten<\/em> selbst ist der von der Agenda 2010 (Schr&ouml;der\/SPD und Fischer\/Gr&uuml;ne) eingeleiteten &bdquo;Gesundheits&ldquo;politik nicht unbedingt der oberste Wert. Die am Gewinn orientierte Fallpauschale beg&uuml;nstigt teure und zudem m&ouml;glichst kurze Behandlungen. Folge: Die blutige Entlassung. Dabei wird aus Kostengr&uuml;nden die Hygiene in den Krankenh&auml;usern vernachl&auml;ssigt. Das Robert Koch-Institut sch&auml;tzt, dass in deutschen Krankenh&auml;usern j&auml;hrlich 400.000 bis 600.000 Patienten mit multiresistenten Keimen infiziert werden. Dadurch sterben pro Jahr (vor Corona) etwa &bdquo;10.000 bis 20.000&ldquo; Patienten. So genau will die &bdquo;Gesundheits&ldquo;beh&ouml;rde das nicht wissen, deshalb diese breite Sch&auml;tzung. Immerhin wurde die fr&uuml;here Sch&auml;tzung von &bdquo;10.000 bis 15.000&ldquo; Todesf&auml;llen nach oben korrigiert.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Das RKI dokumentiert das, mitleidlos, mal so nebenbei. Keinen &bdquo;Gesundheits&ldquo;minister oder Chef-Virologen r&uuml;hrt das.<\/p>\n<p>Zum kaputtgesparten Bereich geh&ouml;rt das Essen f&uuml;r die Patienten und Pflegeheimbewohner. Das Catering ist meist ausgelagert in Billigfirmen: Die sparen nicht nur an den L&ouml;hnen und Arbeitsbedingungen, sondern auch am Essen. Bis auf 2,50 Euro pro Tag wird heruntergespart. Die Mangelern&auml;hrung verschlechtert zudem vielfach die Gesundungsaussichten, vor allem bei Menschen, denen Verwandte und Freunde kein zus&auml;tzliches gesundes Essen bringen.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><\/li>\n<li><strong>Gesundheitsgef&auml;hrdung der Besch&auml;ftigten im Gesundheitsbereich<\/strong>\n<p>Auch die Gesundheit <em>der Besch&auml;ftigten<\/em> in den Krankenh&auml;usern und Pflegeheimen ist kein Leitwert in der herrschenden Gesundheitspolitik. Erkrankungen der R&uuml;cken-, Schulter- und Armmuskulatur und der Lunge, Infektionen, Ersch&ouml;pfungszust&auml;nde, psychische Erkrankungen: Pflegekr&auml;fte haben im Vergleich die meisten Krankheits- und Fehltage. Dies betrifft neben den regul&auml;r Besch&auml;ftigten vor allem die immer mehr prek&auml;r ausgelagerten Niedrigstl&ouml;hner, und eben auch diejenigen, deren T&auml;tigkeit hygienisch relevant ist, etwa die Putzkr&auml;fte, die Caterer und die innerh&auml;usigen Bettenschieber.<\/p><\/li>\n<li><strong>Berufskrankheiten &ndash; gibt&rsquo;s die &uuml;berhaupt noch?<\/strong>\n<p>Eigentlich ist es doch bekannt: Die berufliche T&auml;tigkeit verursacht typische Krankheiten, Berufskrankheiten. In Deutschland sind 80 Berufskrankheiten registriert. Es beginnt bei knapp 100 t&ouml;dlichen Abst&uuml;rzen am Bau pro Jahr (es werden aber nur die gesetzlich Versicherten erfasst), die nicht weniger werden und geht bis in langfristige Depressionen bei B&uuml;roarbeit, die auch nicht weniger werden, sondern mehr. Berufskrankheiten nehmen seit vielen Jahren zu, wegen verst&auml;rkter Arbeitshetze, wegen &Uuml;berlastung, wegen Nacht- und Wochenendarbeit, wegen Schichtarbeit und wechselnden Schichten, wegen zu kurzem und schlechtem Schlaf &ndash; und auch wegen Arbeitslosigkeit. <\/p>\n<p>Aber die Bearbeitung der Berufskrankheiten ist in der Hand der Berufsgenossenschaften. Und die werden allein von den Unternehmern finanziert. Sie lehnen m&ouml;glichst viele Antr&auml;ge auf die Anerkennung von Berufskrankheiten ab, mithilfe hochbezahlter Gutachter. <\/p>\n<p>Und gleichzeitig haben die Bundesregierungen die Aufsicht &uuml;ber die Berufskrankheiten und die Berufsgenossenschaften immer mehr bis zur Unt&auml;tigkeit vernachl&auml;ssigt. Die Bundesl&auml;nder haben die Gewerbeaufsicht ebenfalls immer weiter eingeschr&auml;nkt: Gefahren am Arbeitsplatz? Wenn alle 20 Jahre einmal jemand von der Aufsicht mit Voranmeldung vorbeischaut &ndash; das war es dann. Besonders aktiv dabei waren &uuml;brigens die beiden Arbeitsminister Ursula von der Leyen und Olaf Scholz, beide unter der christlich-&bdquo;marktkonformen&ldquo; Bundeskanzlerin Angela Merkel.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p>\n<p>Als in der Pandemie zum Beispiel 1.500 Fleischzerleger allein im T&ouml;nnies-Schlachtbetrieb Rheda-Wiedenbr&uuml;ck mit Corona infiziert waren, pl&ouml;tzlich und wie aus heiterem Himmel &ndash; da blitzte kurz das Problem auf. Aber f&uuml;r Gesundheitsminister und Regierungs-Virologen war das kein Thema, alles wieder vergessen. So werden &uuml;brigens Milliardenbetr&auml;ge den allgemeinen Krankenkassen aufgelastet, die von den Berufsgenossenschaften und den Unternehmern getragen werden m&uuml;ssten.<\/p><\/li>\n<li><strong>&Uuml;bergewicht in Europa hat epidemische Ausma&szlig;e<\/strong>\n<p>Die WHO hat festgestellt: In Europa hat sich &Uuml;bergewicht\/Fettleibigkeit zu einer Epidemie entwickelt. In den letzten 30 Jahren nahm das stetig zu, beginnend schon im Kindesalter. Und &Uuml;bergewicht ist Mitverursacher von erh&ouml;hten Todesf&auml;llen wegen Krebs, Diabetes, Fettleber. 13 % der gegenw&auml;rtig 1,2 Millionen Todesf&auml;lle in Europa werden dadurch verursacht. Und &Uuml;bergewichtige waren bei Corona besonders anf&auml;llig. Haben sich darum ein deutscher Gesundheitsminister, das RKI oder die EU-Kommission je gek&uuml;mmert?<\/p>\n<p>Ursache sind die von der herrschenden &bdquo;Gesundheits&ldquo;politik nicht beanstandeten industriellen Billig-Massennahrungsmittel und -Getr&auml;nke, mit zuviel Zucker bzw. Fett und Salz und sonstigen chemischen Zus&auml;tzen und Geschmacksverst&auml;rkern, die aber mit Duldung der Gesundheitsbeh&ouml;rden nicht wirksam ausgewiesen werden. Ursachen sind auch stundenlanges Sitzen beim Videospielen und digital vermittelte Billigessens-Lieferungen. Die EU und die deutschen Regierungen lehnen alle von der WHO vorgeschlagenen Gegenma&szlig;nahmen ab.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><\/li>\n<li><strong>Besch&auml;ftigte und Patienten krank &ndash; Investoren gesund <\/strong>\n<p>Ein besonders aktiver Krankheitspolitiker ist seit zwei Jahrzehnten &uuml;brigens Karl Lauterbach. Das langj&auml;hrige CDU-Mitglied hat mithilfe der Konrad-Adenauer-Stiftung an der privaten Elite-Universit&auml;t Harvard in den USA seinen Doktortitel gemacht. Dabei hat er die dort vorherrschende Gesundheits-&Ouml;konomie der USA in sich aufgesogen, also die &Ouml;konomie des teuersten und asozialsten Gesundheitssystems weltweit.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p>\n<p>Diese Gewinn-&Ouml;konomie ist nur f&uuml;r die privaten Investoren gesund &ndash; f&uuml;r Patienten und Besch&auml;ftigte, Kinder und Rentner ist sie ungesund bis t&ouml;dlich. Diese Gewinn-&Ouml;konomie hat Lauterbach aus den USA nach Deutschland importiert. Er wurde sofort zur Agenda 2010 der SPD\/Gr&uuml;nen-Bundesregierung herangezogen, trat in die SPD ein. Er betrieb als Regierungsberater die Fallpauschale und die Privatisierung der Krankenh&auml;user. Und auch f&uuml;r die Privatisierung der Renten setzte er sich ein &ndash; die Riester-Rente wollte er sogar zur Pflicht machen.<\/p>\n<p>Im Aufsichtsrat des Universit&auml;tsklinikums Gie&szlig;en-Marburg betrieb er dessen Privatisierung, die einzige Privatisierung eines Uniklinikums, mit Personalabbau und Auslagerung zu Billigfirmen, mit katastrophalen Folgen, aber zugunsten des privaten Eigent&uuml;mers, der privaten Kette Rh&ouml;n-Klinikum, jetzt Asklepios.<\/p>\n<p>Mit der Bertelsmann-Stiftung tritt er f&uuml;r die Schlie&szlig;ung m&ouml;glichst vieler Kliniken ein. Und der Aufkauf nicht nur von Pflegeheimen, sondern auch von Arztpraxen und mobilen Pflegediensten durch private Investoren l&auml;uft jetzt auf Hochtouren, unter der sch&uuml;tzenden Hand und dem komplizenhaften Schweigen des Gesundheitsministers.<\/p>\n<p>Mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen, bessere Hygiene und gesundes Essen in Krankenh&auml;usern und Pflegeheimen, Aufsicht &uuml;ber die Gefahren am Arbeitsplatz, &ouml;ffentlich und politisch verantwortete Gesundheitsf&uuml;rsorge &ndash; nicht mit Lauterbach, seit zwei Jahrzehnten.<\/p><\/li>\n<li><strong>Unter- und Nicht-Versorgung von Krankheiten<\/strong>\n<p>Mit der Fallpauschale und der Privatisierung von Krankenh&auml;usern und Renten war und ist &ndash; auch in Gestalt von Lauterbach &ndash; ebenso die &bdquo;Reform&ldquo; der Krankenversicherung verbunden. Vorbild USA: Die Beitr&auml;ge der Besch&auml;ftigten zur Krankenversicherung bleiben hoch, aber die Leistungen nehmen ab. <\/p>\n<p>Den Versicherten werden mehr &bdquo;Eigenleistungen&ldquo; aufgedr&uuml;ckt: Zuzahlungen zu Medikamenten, Zuzahlungen zu Vorsorgeuntersuchungen und Vorberatungen, Zuzahlungen zu Behandlungen etwa bei Zahnersatz, Brillen und Operationen, Zuzahlungen f&uuml;r jeden Tag im Krankenhaus. Das f&uuml;hrt auch schon bei &bdquo;Normal&ldquo;verdienern und Rentnern, bei kinderreichen Familien, bei prek&auml;r und migrantisch Besch&auml;ftigten, bei Leiharbeitern, nicht zuletzt bei Arbeitslosen dazu: Viele Krankheiten werden gar nicht erkannt, nicht diagnostiziert, nicht behandelt. <\/p>\n<p>Viele Kranke kommen nie in ein Krankenhaus, im reichen Deutschland. Du bist arm, du brauchst nicht alle Z&auml;hne, du kannst fr&uuml;her sterben.<\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Gesundheitsstadt Berlin&ldquo;<\/strong>\n<p>Im Auftrag des SPD-gef&uuml;hrten Berliner Senats leitete Lauterbach die Kommission &bdquo;Gesundheitsstadt Berlin 2030&ldquo;. Das ist eine versch&auml;rfte Version der Agenda 2010 f&uuml;r den Gesundheitsbereich.<\/p>\n<p>Ergebnis der Kommission im Jahre 2019: Das gr&ouml;&szlig;te deutsche Klinikum, die Charit&eacute;, soll mit dem kommunalen Krankenhaus- und Pflegekonzern Vivantes zusammengelegt werden. Die Charit&eacute; ist zwar &auml;u&szlig;erlich noch in &ouml;ffentlicher Hand, aber innerlich so durchprivatisiert wie kein anderes Klinikum: &Uuml;ber ein Dutzend ausgelagerte Billiglohnfirmen auf der einen Seite (<em>Charit&eacute; Facility Management<\/em>, CFM), auf der anderen Seite das nach Harvard-Vorbild gegr&uuml;ndete <em>Berlin Institute of Health<\/em>, finanziert vom Multimilliard&auml;rs-Clan Quandt (BMW-Hauptaktion&auml;re) und der Stiftung des Digital-Multimilliard&auml;rs William Gates.<\/p>\n<p>In die Holding der &bdquo;Gesundheitsstadt Berlin&ldquo; sollen aber nach Lauterbach &amp; Co. auch alle weiteren Einrichtungen in Berlin eingegliedert werden, die irgendetwas mit Gesundheit zu tun haben: Max-Planck-Institute, Rotes Kreuz, Deutsches Herzzentrum, das Unfallkrankenhaus der Berufsgenossenschaften, 14 private Krankenh&auml;user. Dabei soll die Charit&eacute; mit Virologie- und anderer Forschung zur Weltspitze mit Harvard aufschlie&szlig;en, w&auml;hrend unten bei Vivantes die unsichtbare und ungesunde Alltagsarbeit verrichtet wird.<\/p>\n<p>Und nat&uuml;rlich soll, so Lauterbach &amp; Co., mithilfe der Digitalisierung noch mehr Personal als bisher eingespart werden, mit schnellen ausgelagerten Ambulanzdiensten, mit digitaler Transformation und <em>digital health<\/em>: Dazu geh&ouml;ren auch mitf&uuml;hlend plappernde Roboter, und die Patienten bekommen Apps zum Selbstmanagement. Und die aus au&szlig;ereurop&auml;ischen Drittstaaten angeworbenen Billig- und Willigpfleger brauchen kein Deutsch zu lernen: Sie halten ihren kranken und alten &bdquo;Kunden&ldquo; das Smartphone hin: Dann &uuml;bersetzt die Software mit K&uuml;nstlicher Intelligenz den indischen und vietnamesischen Pflegern die n&ouml;tigen Handgriffe in ihrer Sprache auf dem Smartphone-Bildschirm, mit Fotos unterst&uuml;tzt. K&ouml;nnen Menschen so an K&ouml;rper und Seele gesund werden?<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Bilanz: Wir m&uuml;ssen gesamtheitlich herangehen<\/strong><\/p><p>Es geht uns also um die Besch&auml;ftigten in Krankenh&auml;usern und Pflegeheimen, um die Patienten und Gepflegten, aber eben auch um die gesundheitsrelevanten Bedingungen in der gesamten vielgestaltigen Arbeitswelt, darin auch um die Gesundheitsbedingungen der prek&auml;r und migrantisch Besch&auml;ftigten und auch der Arbeitslosen, um die gesundheitssch&auml;dliche chemische Billignahrung. <\/p><p>Die vorherrschende Gesundheitspolitik, verk&ouml;rpert im zust&auml;ndigen Minister Lauterbach, macht die privaten Investoren gesund, aber macht die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung in vielf&auml;ltiger Weise krank. Und das wird mit der gegenw&auml;rtigen Sanktions-, Energie- und Aufr&uuml;stungspolitik noch gef&auml;hrlicher.<\/p><p>Das m&uuml;ssen wir zusammensehen und neue B&uuml;ndnisse f&uuml;r eine allgemeine Gesundheitspolitik bilden. Deshalb: <em>Alle<\/em> Gewerkschaften m&uuml;ssen ran, Betriebsr&auml;te und &Auml;rzte und medizinische Wissenschaftler, Frauengruppen, Patientenorganisationen, Wohlfahrtsverb&auml;nde und alle demokratischen Kr&auml;fte. So k&ouml;nnen wir Potentiale f&uuml;r Widerstand und Alternativen erschlie&szlig;en, f&uuml;r eine umfassende Gesundheitspolitik, denn Gesundheit ist ein Menschenrecht. <\/p><p>Und zu dessen Durchsetzung geh&ouml;rt erstmal ein einfaches Mittel: Mehr Personal von den Kinderg&auml;rten &uuml;ber Schulen bis in die Krankenh&auml;user und Pflegeheime, und eben sehr viel mehr Personal, und mit fl&auml;chendeckenden Tarifvertr&auml;gen und mit kaufkraftwertigen Einkommen! <\/p><p>Auf diesem unserem Gebiet, hier besonders spielt sich die entscheidende &bdquo;Zeitenwende&ldquo; ab! Dass die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten sich wehren, mehr als bisher. Und die &bdquo;Zeitenwende&ldquo; spielt nicht dort, wo unsere Regierungen und R&uuml;stungs- und &Ouml;l- und Fracking-Konzerne noch mehr Tod und Zerst&ouml;rung anrichten, auch hier im eigenen Haus. <\/p><p>Titelbild: ssguy\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] RKI: Neue Sch&auml;tzung zur Krankheitslast durch Krankenhaus-Infektionen, RKI-Pressemitteilung 15.11.2019<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Schlechte Kost, verdi publik 2\/2022<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Imperium EU &ndash; ArbeitsUnrecht, Krise, neue Gegenwehr, K&ouml;ln 2020, S. 210Ff, Kapitel &bdquo;Deutschland: F&uuml;hrender ArbeitsUnrechts-Staat&ldquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] WHO warns of worsening obesity &lsquo;epidemic&rsquo; in Europe, <a href=\"https:\/\/news.un.org\/en\/story\/2022\/05\/1117402\">news.un.org\/en\/story\/2022\/05\/1117402<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Der Harvard-Influenzer, Soziale Politik &amp; Demokratie 2. Mai 2022, Seite 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Die herrschende Krankheitspolitik. <\/strong>Sogar f&uuml;r den noch gr&ouml;&szlig;eren Arbeitsaufwand wegen der Pandemie haben die Bundesregierungen, die Betreiber und Eigent&uuml;mer von Krankenh&auml;usern und Pflegeheimen keine Verbesserungen zugestanden. 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