{"id":85647,"date":"2022-07-08T09:00:49","date_gmt":"2022-07-08T07:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85647"},"modified":"2022-07-11T11:50:03","modified_gmt":"2022-07-11T09:50:03","slug":"von-syrien-bis-zur-ukraine-dieselben-regeln-der-kriegspropaganda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85647","title":{"rendered":"Von Syrien bis zur Ukraine: Dieselben Regeln der Kriegspropaganda"},"content":{"rendered":"<p>Bei der Berichterstattung &uuml;ber den Krieg in der Ukraine werden in deutschen Medien altbekannte Regeln der Kriegspropaganda aus dem Syrienkrieg angewendet. Die gegnerische Seite (Russland) sei verantwortlich, der russische Pr&auml;sident wird d&auml;monisiert. Man sei &bdquo;nicht Kriegspartei&ldquo;, die gelieferten Waffen dienten nur der Selbstverteidigung der Angegriffenen. Diese k&auml;mpften heldenhaft, w&auml;hrend die gegnerische Armee verbotene Waffen einsetze und Grausamkeiten ver&uuml;be. Unbelegte Behauptungen reichen, um den Gegner (Russland, Putin) als Schuldigen anzuprangern. Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5785\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-85647-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220707-Von-Syrien-bis-zur-Ukraine-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220707-Von-Syrien-bis-zur-Ukraine-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220707-Von-Syrien-bis-zur-Ukraine-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220707-Von-Syrien-bis-zur-Ukraine-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=85647-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220707-Von-Syrien-bis-zur-Ukraine-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220707-Von-Syrien-bis-zur-Ukraine-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Wie die syrische Stadt Aleppo und ihre Bewohner f&uuml;r Propaganda gegen Russland missbraucht werden<\/strong><\/p><ul>\n<li>&bdquo;Im Donbas entfesselt der &bdquo;Schl&auml;chter von Aleppo&ldquo; seine brutale Strategie&ldquo;. Die Welt, 09.05.2022. <\/li>\n<li>&bdquo;Ukraine-Krieg: Grosny, Aleppo, Butscha: Immer die gleichen Vorw&uuml;rfe an die russische Kriegsf&uuml;hrung&ldquo;. Stern, 05.04.2022. <\/li>\n<li>&bdquo;Von Aleppo nach Kiew: Das ist der Putin den wir kennen&ldquo;. Tagesspiegel, 09.03.2022.<\/li>\n<li>&bdquo;Von Aleppo nach Mariupol&ldquo;. Die Zeit, 04.03.2022. Und weiter: &bdquo;Wir werden wohl bald Aleppo-&auml;hnliche Bilder aus Mariupol sehen.&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p><strong>Medien im Krieg<\/strong><\/p><p>Die Botschaft lautet, dass die russische Armee blutr&uuml;nstig, brutal und menschenverachtend vorgehe und mit ihrer &bdquo;barbarischen Kriegsf&uuml;hrung&ldquo; &ndash; wie in Aleppo &ndash; keinen Stein auf dem anderen lasse. Frauen w&uuml;rden in Massen vergewaltigt, Delphine im Schwarzen Meer siechten dahin, Kunst- und Kulturg&uuml;ter w&uuml;rden zerst&ouml;rt. Als &bdquo;Schl&auml;chter von Aleppo&ldquo; bezeichnen deutsche Medien heute den russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin, wie sie zuvor den syrischen Pr&auml;sidenten Bashar al Assad den &bdquo;Schl&auml;chter von Syrien&ldquo; nannten, Muammar al Ghadafi den &bdquo;Schl&auml;chter von Libyen&ldquo; und Saddam Hussein den &bdquo;Schl&auml;chter von Bagdad&ldquo;.  <\/p><p><strong>Die Regeln der Propaganda<\/strong><\/p><p>Die Regeln der Propaganda wurden 1928, vor knapp 100 Jahren, von dem britischen Baron und Politiker Arthur Ponsonby (1871-1946) in dem Buch &bdquo;L&uuml;ge in Kriegszeiten&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/luegen-in-kriegszeiten\/\">analysiert<\/a>.<\/p><p>Ponsonby, der seine Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg verarbeitete, wird das Zitat zugeschrieben: &bdquo;Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit&ldquo;.  Heute ist bekannt, dass die Wahrheit schon vor dem Beginn eines Krieges erlegt wird. Politische Unwahrheiten, L&uuml;gen und T&auml;uschungen bilden den Hintergrund, vor dem Kriege entstehen. Transportiert werden sie von Denkfabriken, Politik und Medien mit Hilfe einer globalisierten, <a href=\"https:\/\/www.prozukunft.org\/buecher\/kriegstrommeln-medien-krieg-und-politik%20\">westlich dominierten Kommunikationsstruktur<\/a>.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220707-Screen1_Regel.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220707-Screen1_Regel.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Meist sind die L&uuml;gen bekannt, weil es vor einem Krieg immer mindestens zwei Perspektiven gibt, die eine angespannte politische Situation beschreiben. Bis zum Irak-Krieg 2003 wurden die verschiedenen Perspektiven zumeist von Journalisten und Korrespondenten noch berichtet, wobei schon damals eine deutliche Differenz zwischen Berichten der westlichen Medien (EU, GB, USA) und arabischen, lateinamerikanischen oder asiatischen Medien (Asia Times, Al Jazeera, Prensa Latina) zu beobachten war. <\/p><p><strong>L&uuml;ge in Kriegszeiten<\/strong><\/p><p>Der Krieg von USA, Gro&szlig;britannien und einer Koalition der Willigen (auch 4000 Soldaten aus der Ukraine waren dabei) gegen Irak 2003 wurde u.a. mit der vom britischen Geheimdienst MI6 <a href=\"https:\/\/nuke.fas.org\/guide\/iraq\/iraqdossier.pdf\">verbreiteten L&uuml;ge<\/a> vorbereitet, Irak verf&uuml;ge &uuml;ber Massenvernichtungswaffen, die innerhalb von 45 Minuten einsatzbereit seien. <\/p><p>Der damalige US-Au&szlig;enminister Colin Powell <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DhWlPo3qxak\">pr&auml;sentierte<\/a> im UN-Sicherheitsrat am 5. Februar 2003 angebliche Beweise daf&uuml;r, dass der Irak fahrbare Chemiewaffenlabore im Einsatz habe. <\/p><p>Nichts wurde gefunden. Der Irak, geschw&auml;cht durch mehr als 10 Jahre UN-Sanktionen, wurde politisch, wirtschaftlich und sozial zerst&ouml;rt. 2016 wurde in London der Bericht der Chilcot-Untersuchungskommission <a href=\"https:\/\/www.documentcloud.org\/documents\/2940787-The-Report-of-the-Iraq-Inquiry-Executive-Summary.html\">ver&ouml;ffentlicht<\/a>, in dem die meisten L&uuml;gen der britischen Politik aufgedeckt wurden.<\/p><p>Dem Irak half das nicht. Niemand wurde rehabilitiert, niemand entsch&auml;digt. Weder die USA noch Gro&szlig;britannien entschuldigten sich bei dem Land, das sie v&ouml;llig destabilisiert hatten. Stattdessen wurden und werden weitere Kriege und Krisen mit Unwahrheiten, L&uuml;gen und T&auml;uschungen vorbereitet und begr&uuml;ndet. Perspektiven, Informationen und Berichte von Medien, die nicht das weltumspannende westliche &bdquo;Narrativ&ldquo; bedienen, sondern es hinterfragen, Hintergr&uuml;nde recherchieren und debattieren und andere Perspektiven einbringen, werden diffamiert, verfolgt und verboten. Die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Luege-in-Kriegszeiten-3366598.html\">Regeln der Kriegspropaganda<\/a> funktionieren immer wieder aufs Neue.  <\/p><p><strong>Warum Aleppo?<\/strong><\/p><p>Zur Vorgeschichte geh&ouml;rt, dass in Deutschland &uuml;ber den Krieg in Syrien, Ursachen und Hintergr&uuml;nde, &uuml;ber das Geschehen in Aleppo und &uuml;ber die Akteure einseitig berichtet wurde. Die Darstellung unterlag &uuml;bergeordneten Vereinbarungen, die von den USA, Gro&szlig;britannien, Frankreich, einigen ausgew&auml;hlten arabischen Golfstaaten, T&uuml;rkei, Jordanien und Israel &ndash; das nie genannt wird &ndash; und den so genannten &bdquo;Freunden Syriens&ldquo; bestimmt wurden. Denkfabriken, Medien und Hilfsorganisationen wurden in dieses &bdquo;Narrativ&ldquo; eingebunden. Die UNO und ihre Organisationen agierten unter enormem Druck der westlich gef&uuml;hrten &bdquo;Freunde Syriens&ldquo;. Friedens- und fortschrittliche Organisationen in Deutschland, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen und auch die meisten Journalisten hinterfragten die Darstellung kaum. <\/p><p>Das f&uuml;hrte dazu, dass die Interessen der Bundesregierung gegen&uuml;ber der breiten &Ouml;ffentlichkeit in Deutschland nicht offengelegt wurden. Die Bundesregierung war &ndash; und ist &ndash; eingebunden in die Interessen von EU und NATO, die wiederum von den USA bestimmt wurden und werden. Die damals wichtigsten Verb&uuml;ndeten in der Region waren die arabischen Golfstaaten, Israel und die T&uuml;rkei.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Westen, Golfstaaten und die T&uuml;rkei&ldquo; wollten in Syrien einen gewaltsamen &bdquo;Regierungswechsel&ldquo; (Stichwort: Regime Change) durchsetzen, stellte der US-Milit&auml;rgeheimdienst DIA im August 2012 in einem internen Bericht fest. Zu dem Zeitpunkt wurden bereits Waffen und K&auml;mpfer aus Libyen &uuml;ber das Mittelmeer in die T&uuml;rkei transportiert und dort &ndash; unter Aufsicht der CIA &ndash; an bewaffnete aufst&auml;ndische Gruppen im Norden Syriens verteilt. Je mehr und je bessere Waffen, desto mehr K&auml;mpfer meldeten sich. DIA stellte dazu fest: &bdquo;A. Im Land nehmen die Ereignisse eine deutliche konfessionelle Richtung. B. Die Salafisten, die Muslim-Bruderschaft und Al Qaida im Irak (AQI) sind die f&uuml;hrenden Kr&auml;fte, die den Aufstand in Syrien vorantreiben. C. Der Westen, die Golfstaaten und die T&uuml;rkei unterst&uuml;tzen die Opposition, w&auml;hrend Russland, China und der Iran das Regime unterst&uuml;tzen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.judicialwatch.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Pg.-291-Pgs.-287-293-JW-v-DOD-and-State-14-812-DOD-Release-2015-04-10-final-version11.pdf\">judicialwatch.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Pg.-291-Pgs.-287-293-JW-v-DOD-and-State-14-812-DOD-Release-2015-04-10-final-version11.pdf<\/a><\/p><p><strong>Aleppo &ndash; Die Wirtschaftsmetropole<\/strong><\/p><p>Aleppo kam aufgrund seiner strategischen Lage &ndash; der N&auml;he zur t&uuml;rkischen Grenze bei Azaz &ndash; in den Umsturzpl&auml;nen eine besondere Rolle zu. <\/p><p>Die Stadt galt als Wirtschaftshauptstadt Syriens, hier wurde der Reichtum des Landes erwirtschaftet, die Basis seiner Unabh&auml;ngigkeit. Gelegen im ehemaligen &bdquo;Fruchtbaren Halbmond&ldquo; und an wichtigen Handelsrouten, die Ost mit West (Seidenstra&szlig;e) und Nord mit S&uuml;d (Gew&uuml;rzstra&szlig;e) verbanden, ist Aleppo seit dem 3. Jahrtausend vorchristlicher Zeitrechnung einer der ber&uuml;hmtesten Handelspl&auml;tze in der Region.<\/p><p>Im 12. Jahrhundert wurde Aleppo von den Kreuzrittern belagert, im 13. Jahrhundert wurde die Stadt von den Mongolen zerst&ouml;rt und im 15. Jahrhundert von den Osmanen erobert. Mit dem Fall des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg (1914-1918) wurden die ehemaligen arabischen Provinzen des gefallenen Reiches mit dem britisch-franz&ouml;sischen Sykes-Picot-Plan gevierteilt. Syrien und die Stadt Aleppo fielen unter franz&ouml;sisches Mandat. Aleppo wurde von seinem arabischen und asiatischen Hinterland abgeschnitten, es mussten neue Handelswege gefunden werden. Erst 1946 zogen sich die Franzosen zur&uuml;ck, Syrien erlangte die Unabh&auml;ngigkeit und wurde Mitglied der UNO.<\/p><p>Nach der gewaltsamen Gr&uuml;ndung des Staates Israel und der Vertreibung der Pal&auml;stinenser (1948) folgten Kriege, die Besetzung der Golanh&ouml;hen (1967), die traditionellen Handelswege Syriens zum Mittelmeer (Haifa, Beirut und Tripoli) waren ganz oder teilweise versperrt. Doch trotz der schwierigen politischen Entwicklung Syriens und der Region war Aleppo vor dem Krieg 2011 wieder die wichtigste Wirtschaftsmetropole in der Region. Die Weltbank bezeichnete Syrien als die am schnellsten wachsende Wirtschaftsmacht unter den arabischen Staaten und prognostizierte, dass das Land bald auf Rang 5 der arabischen &Ouml;konomien (&hellip;)  geklettert sein werde.<\/p><p>Gelungen war das durch den Plan, aus Syrien, T&uuml;rkei, Libanon, Jordanien und Irak eine gemeinsame Wirtschaftszone zu machen. Gemeinsame Infrastrukturprojekte waren geplant, der regionale Handel boomte. Zwischen Syrien und der T&uuml;rkei wurden neue Grenz&uuml;berg&auml;nge ge&ouml;ffnet, die Visumspflicht wurde aufgehoben. Die H&auml;ndler von Aleppo hatten Beziehungen in alle Welt, neue Industriebezirke waren in der und um die Stadt entstanden. In der Industriestadt Scheich Najjar &ndash; etwa zehn Kilometer vom Zentrum der Stadt entfernt &ndash; hatten sich mehr als 1.900 Firmen angesiedelt, die Tausenden Menschen Arbeit gaben. Aleppo war die wirtschaftliche Hauptstadt Syriens. <\/p><p><strong>Aleppo bleibt ruhig<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend in anderen Landesteilen die Konflikte 2011\/2012 eskalierten, blieb es in Aleppo ruhig. Die religi&ouml;se und ethnische Vielfalt der Stadt, der ausgepr&auml;gte Gesch&auml;ftssinn, die Ablehnung einer &bdquo;Revolution&ldquo; spiegelten sich in der politischen Zur&uuml;ckhaltung der Aleppiner. <\/p><p>Doch in den nord&ouml;stlichen Randgebieten der Stadt, die durch Landflucht und Bev&ouml;lkerungswachstum un&uuml;bersichtlich geworden waren, fassten bewaffnete K&auml;mpfer &ndash; die aus der T&uuml;rkei gekommen waren &ndash; Fu&szlig; und sagten der s&auml;kularen Gesellschaft im Zentrum von Aleppo den Kampf an. Im August 2012 erreichten sie den Ostteil der Altstadt im Herzen von Aleppo. Die Bewohner der alten Viertel flohen. Ein Augenzeuge ist der Fotograf und Filmemacher Issa Toumeh, der im Viertel Al Jdeideh lebt. Er beobachtete und filmte den Beginn des Krieges von seinem Fenster neun Tage lang. In seinem Kurzfilm &bdquo;Neun Tage &ndash; Von meinem Fenster in Aleppo&ldquo; (<a href=\"https:\/\/americansuburbx.com\/2016\/12\/9-days-from-my-window-in-aleppo.html\">9 Days &ndash; From My Window in Aleppo<\/a>) zeigt er, wie Bewaffnete in der Stra&szlig;e vor seinem Haus Position beziehen.<\/p><p><strong>Aleppo &ndash; Die Zerst&ouml;rung<\/strong><\/p><p>Gesch&auml;ftsleute, die sich den K&auml;mpfern entgegenstellten, um ihre Gesch&auml;fte in der Altstadt zu sch&uuml;tzen, wurden bedroht und zogen sich vor der Waffengewalt zur&uuml;ck. Andere versuchten die K&auml;mpfer mit Geld zu bes&auml;nftigen und dazu zu bringen, ihre Fabriken, Lager oder H&auml;user nicht anzugreifen. Die K&auml;mpfer nahmen das Geld und griffen weiter an. Sie pl&uuml;nderten Fabriken und die Fuhrparks von Industrieunternehmen, dem syrischen Roten Halbmond und von ICARDA (International Center for Agricultural Research in the Dry Areas), dem Internationalen Zentrum f&uuml;r Agrarforschung in Trockengebieten. <\/p><p>Die Industriestadt Sheikh Najjar und nahezu alle Industriezentren in den Randbezirken von Aleppo wurden im September, Oktober 2012 gest&uuml;rmt, gepl&uuml;ndert und besetzt oder zerst&ouml;rt. Aus den Fabriken in Sheikh Najjar wurden Maschinen, Computer, Fuhrparks gestohlen und vor aller Augen &uuml;ber die nahegelegene Grenze in die T&uuml;rkei abtransportiert.<\/p><p>Im Dezember 2012 folgte die <a href=\"https:\/\/leukefeld.net\/?p=1518\">Belagerung des Al Kindi Hospitals<\/a>, der gr&ouml;&szlig;ten und modernsten Klinik f&uuml;r Krebserkrankungen in der Region mit 700 Betten. Auf einem H&uuml;gel gelegen, war es f&uuml;r den milit&auml;rischen Sturm auf Aleppo ein wichtiger St&uuml;tzpunkt, den die K&auml;mpfer einnehmen wollten. Patienten und Personal konnten evakuiert werden, die syrische Armee versuchte, die Klinik zu verteidigen. Im Dezember 2013 lenkten zwei Selbstmordattent&auml;ter je einen Lastwagen, beladen mit jeweils 40 Tonnen Sprengstoff, in den Eingangsbereich der Klinik und sprengten sich in die Luft. Das Geb&auml;ude brach in einer riesigen Staubwolke zusammen.<\/p><p><strong>Aleppo &ndash; Das syrische Benghasi<\/strong><\/p><p>Unterst&uuml;tzt wurden die K&auml;mpfer bei ihrem Sturm auf Aleppo von den &bdquo;Freunden Syriens&ldquo;. Der Plan war, aus Aleppo ein &bdquo;syrisches Benghasi&ldquo; zu machen. Das Vorbild war Libyen, wo die Hafenstadt Benghasi die Basis f&uuml;r die bewaffnete Opposition geworden war. Eine Flugverbotszone sollte angeblich Luftangriffe der libyschen Armee verhindern. Tats&auml;chlich sch&uuml;tzte sie die Anlieferung von Waffen, die mit Schiffen zu den K&auml;mpfern in Benghasi gebracht wurden. <\/p><p>In Syrien sollte Aleppo die Basis f&uuml;r die syrische bewaffnete Opposition werden. Eine Exilregierung sollte etabliert werden. Im Umland von Aleppo sollten &bdquo;Schutzzonen&ldquo; errichtet werden, in denen die K&auml;mpfer sich sammeln und zu einer &bdquo;Freien \/ Neuen Syrischen Armee&ldquo; ausgebildet werden sollten. Dann sollten sie in Richtung Damaskus marschieren, das vom S&uuml;den (Deraa, Yarmouk), vom Westen (Zabadani, Maraya) und vom Osten (Deir Ez-Zor, Palmyra, Ghouta, Douma) umzingelt werden sollte. Ziel war der Sturz der Regierung, &bdquo;Regime Change&ldquo;.<\/p><p>Aleppo eignete sich als Basis f&uuml;r den Plan, weil aus der nahegelegenen T&uuml;rkei K&auml;mpfer und Waffen leicht &uuml;ber die Grenze gebracht werden konnten. Die Waffen waren seit 2011 aus Katar und Saudi-Arabien auf dem Luftweg nach Amman und Ankara und von dort jeweils zur syrischen Grenze transportiert worden, wie der damalige Ministerpr&auml;sident Katars, Scheich Hamad bin Jassim bin Jabar al Thani, in einem <a href=\"https:\/\/kashmirobserver.net\/2017\/10\/31\/interview-of-former-qatar-pm-confessing-role-in-syrian-war-goes-viral\/\">Interview<\/a> mit dem katarischen Fernsehen 2017 erkl&auml;rte. Das Vorgehen sei mit den USA und der T&uuml;rkei abgesprochen gewesen. F&uuml;r die milit&auml;rische Koordination der Angriffe in Syrien habe es zwei international besetzte &bdquo;Operationsr&auml;ume&ldquo; gegeben, einen in Jordanien und einen in der T&uuml;rkei. <\/p><p><strong>Aleppo &ndash; Die Belagerung<\/strong><\/p><p>Es folgten vier schreckliche Jahre (2012-2016) f&uuml;r die Bewohner von Aleppo. Die Front verlief durch die Altstadt und um die Stadt herum. West-Aleppo &ndash; wohin viele Menschen aus dem Osten der Stadt und dem Umland geflohen waren &ndash; war teilweise komplett von den bewaffneten Gruppen eingeschlossen. An deren Spitze stand die Nusra-Front (Al Qaida). Allein im Sommer 2015 blockierten bewaffnete Gruppen nach Angaben von UNICEF mehr als 40 Mal die Wasserversorgung f&uuml;r Aleppo Stadt, wo damals rund 1,5 Millionen Menschen lebten. Die Wasseraufbereitungsanlage Al Khafseh am Euphrat wurde von K&auml;mpfern des Islamischen Staates besetzt und geschlossen, wodurch 2 Millionen Menschen in Aleppo und Umland ohne Wasserversorgung waren. Ein Luftangriff auf Al Khafseh &ndash; f&uuml;r den Syrien die US-Streitkr&auml;fte und die Opposition russische Kampfjets verantwortlich machten &ndash; richtete ebenfalls Zerst&ouml;rung an. <\/p><p>Die Belagerung endete erst im Juli 2016, als die syrische Armee mit Unterst&uuml;tzung des Irans, der Hisbollah und der russischen Luftwaffe die letzte Versorgungslinie f&uuml;r die Kampfgruppen in Aleppo unterbrach. Es folgte eine massive Angriffswelle der &bdquo;Armee der Eroberung&ldquo;, die von der Nusra-Front gef&uuml;hrt, von Idlib herkommend einen Sturm auf Ramousseh im S&uuml;den von Aleppo startete und dabei Selbstmordkommandos mit sprengstoffbeladenen Panzerwagen gegen Stellungen der syrischen Armee einsetzte. Doch der Angriff scheiterte, die Zahl der Opfer auf beiden Seiten war hoch.<\/p><p>Im Dezember 2016 war Aleppo wieder unter syrischer Kontrolle. Die bewaffneten K&auml;mpfer und &bdquo;Oppositionellen&ldquo; wurden unter internationaler Kontrolle nach Idlib evakuiert. Unter ihnen waren mindestens <a href=\"https:\/\/southfront.org\/breaking-14-us-led-coalition-military-advisers-captured-by-syrian-special-forces-in-aleppo\/\">14 ausl&auml;ndische Milit&auml;rs und Geheimdienstoffiziere<\/a>, wie ein syrischer Parlamentsabgeordneter mitteilte. Sie kamen aus der T&uuml;rkei (1), USA (1), Israel (1), Katar (1), Saudi-Arabien (8), Jordanien (1) und Marokko (1). <\/p><p>Andere Geheimdienstquellen sprechen von <a href=\"https:\/\/www.veteranstoday.com\/2016\/12\/17\/breaking-syrian-special-forces-captured-14-us-coalition-officers-captured-in-aleppo\/\">weit mehr ausl&auml;ndischen Offizieren<\/a>, die von syrischen Spezialkr&auml;ften identifiziert worden seien: 22 Amerikaner, 16 Briten, 21 Franzosen, 7 Israelis, 62 T&uuml;rken.<\/p><p>Im UN-Sicherheitsrat wurde hinter verschlossenen T&uuml;ren heftig dar&uuml;ber verhandelt, wie mit diesen ausl&auml;ndischen Milit&auml;rs &ndash; darunter B&uuml;rger der drei westlichen Veto-M&auml;chte USA, Gro&szlig;britannien und Frankreich &ndash; umgegangen werden sollte. Sie wurden schlie&szlig;lich im Rahmen der gro&szlig;en Evakuierung von 25.000 bewaffneten K&auml;mpfern und deren Angeh&ouml;rigen unbehelligt in Bussen abtransportiert. <\/p><p>Nach Einsch&auml;tzung von US-Geheimdienstveteranen (Veterans Today) sei der Abzug der mehr als 100 ausl&auml;ndischen Milit&auml;rs und Geheimdienstoffiziere Teil des Waffenstillstands- und Evakuierungsplans gewesen. Russland und Syrien h&auml;tten weitere K&auml;mpfe, Tote und Zerst&ouml;rungen verhindern wollen und waren vor allem daran interessiert, die K&auml;mpfer aus Aleppo zu entfernen. Russland habe auf einen sofortigen umfassenden Waffenstillstand gedr&auml;ngt und wollte &ndash; in Absprache mit der T&uuml;rkei und Iran &ndash; die politischen Gespr&auml;che aller Parteien in Astana beginnen. Die westlichen Veto-M&auml;chte wiederum wollten &bdquo;ihre Leute&ldquo; sichern und stimmten dem Abzug der Kampfverb&auml;nde nur zu, wenn auch &bdquo;ihre Leute&ldquo; abziehen k&ouml;nnten. Alle Seiten schwiegen &uuml;ber den Deal. <\/p><p><strong>Was hat Aleppo mit dem Krieg in der Ukraine zu tun?<\/strong><\/p><p>Warum also ziehen Politik und Medien im Westen eine Parallele zwischen dem Syrienkrieg und der Ukraine? Was hat Aleppo mit Kiew oder Mariupol zu tun? <\/p><p>Das Sprichwort &bdquo;Haltet den Dieb&ldquo; eignet sich vielleicht am ehesten als Erkl&auml;rung. Wie ein ertappter Dieb versucht der Westen mit gro&szlig;em Geschrei auf allen Kan&auml;len und rund um die Uhr, Russland zu beschuldigen, um von der eigenen Verantwortung f&uuml;r die Zerst&ouml;rung von Aleppo abzulenken.<\/p><p>Die Botschaft lautet, dass die russische Armee blutr&uuml;nstig, brutal und menschenverachtend vorgehe und mit ihrer &bdquo;barbarischen Kriegsf&uuml;hrung&ldquo; &ndash; wie in Aleppo &ndash; keinen Stein auf dem anderen lasse. Doch wie beschrieben war das Geschehen in Aleppo anders. Die lauten Anschuldigungen sollen davon ablenken. <\/p><p>Die gro&szlig;e Zerst&ouml;rung von Aleppo fand zwischen 2012 und 2016 statt. Es war ein erbitterter Stra&szlig;enkampf. Die Akteure waren auf der einen Seite die von den &bdquo;Freunden Syriens&ldquo; ausger&uuml;steten Kampfverb&auml;nde, die das syrische &bdquo;Regime st&uuml;rzen&ldquo; sollten und in westlichen Medien als &bdquo;Opposition&ldquo; dargestellt wurden. Sie hatten den Krieg nach Aleppo gebracht. Die Akteure auf der anderen Seite waren die syrische Armee, die versuchte, mehr als 1,5 Millionen Menschen zu sch&uuml;tzen und die Stadt zu verteidigen. Unterst&uuml;tzt wurde die syrische Armee in dieser Zeit von der libanesischen Hisbollah und von iranischen Milizen und Beratern. <\/p><p>Russland war milit&auml;risch in der Zeit gar nicht in Aleppo aktiv. Die einzige milit&auml;rische Aktivit&auml;t Russlands geschah sehr effizient, professionell und abseits von Schlagzeilen in den Jahren 2013 und 2014, als die russische Milit&auml;rpolizei die Chemiewaffenbest&auml;nde Syriens mitten im Krieg sicherte und nach Latakia transportierte. Dort wurden sie von westlichen Spezialschiffen, auch aus den USA, an Bord genommen und vernichtet.<\/p><p>Erst Ende September 2015 griff Russland auf Bitten Syriens und auf Bitten des iranischen Generals Qasim Sulimani ein. Ziel war, die bewaffneten Kampfverb&auml;nde von Dschihadisten und Al Qaida, die von der T&uuml;rkei zu Tausenden nach Syrien str&ouml;mten und sich auf den Sturm auf Aleppo vorbereiteten, zur&uuml;ckschlagen zu k&ouml;nnen. Russland bildete eine milit&auml;rische Koordinationsstelle mit Syrien, Hisbollah, Iran und Irak. Den USA bot Russland an, zur Vermeidung direkter Konfrontation eine &bdquo;milit&auml;rische Hotline&ldquo; einzurichten, um sich jeweils bei Luftangriffen zu informieren. Die USA stimmten zu.<\/p><p>Russlands Luftwaffe und Langstreckenraketen zerst&ouml;rten in wenigen Wochen die Versorgungswege der Dschihadisten, Waffenlager, Routen und Konvois, &uuml;ber die das gepl&uuml;nderte syrische &Ouml;l von den &Ouml;lfeldern im Osten des Landes (Hasakeh und Deir Ez-Zor) nach Idlib und in die T&uuml;rkei abtransportiert wurde. <\/p><p>Der ehemalige US-Marine (Vietnamkrieg) und sp&auml;tere Senator Colonel Richard Black (78) war in Aleppo und hat die Folgen des Stra&szlig;enkampfes dort und die enorme Zerst&ouml;rung gesehen. Der Stra&szlig;enkampf in Aleppo sei von 2012-2016 &bdquo;eine ziemlich syrische Angelegenheit&ldquo; gewesen, so Black. Sehr brutal, mit gro&szlig;en Verlusten. &bdquo;Sie k&auml;mpften vier Jahre lang, bevor Russland &uuml;berhaupt in den Kampf eingriff.&ldquo; Dabei sei Russland &bdquo;extrem zur&uuml;ckhaltend&ldquo; gewesen, &bdquo;sich in den Kampf in Syrien einzumischen&ldquo;, so Black in einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dcp0TYx_eUI\">Interview<\/a> im April 2022.<\/p><p>Russland habe nur sehr kleine Einheiten von Soldaten entsandt, wenig Artillerie, einige Sondereinsatzkr&auml;fte und Berater. &bdquo;Andererseits waren sie eine bedeutende und sehr effektive Luftwaffe, die die syrische Luftwaffe erg&auml;nzt&ldquo; habe. Das sei jedoch nur im letzten Jahr des Krieges gewesen, als &bdquo;die Syrer die terroristischen Kr&auml;fte schon ziemlich geschw&auml;cht&ldquo; h&auml;tten. Die russische Unterst&uuml;tzung habe geholfen &bdquo;das Gleichgewicht zu wahren&ldquo;, so Black. Aleppo sei der &bdquo;gro&szlig;e Sieg&ldquo; im Syrienkrieg gewesen. &bdquo;Die Russen f&uuml;r die massive Zerst&ouml;rung in Aleppo verantwortlich zu machen, ist unsinnig, weil sie gar nicht da waren&ldquo;, so Black. &bdquo;Sie waren nicht da, als es passierte.&ldquo;<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Wer Aleppo kontrolliert, kontrolliert Syrien, hei&szlig;t es. Der Krieg wurde nach Aleppo gebracht, weil man Syrien kontrollieren wollte. Syrien hatte keine Wahl, als sich zu verteidigen. Vier Jahre lang wurde in und um Aleppo gek&auml;mpft, dann hatten die &bdquo;Freunde Syriens&ldquo; und ihre K&auml;mpfer verloren. Der komplette Plan von Infiltration und T&auml;uschung lag im Dezember 2016 offen auf dem Tisch. <\/p><p>Die russische Diplomatin Maria Khodynskaya-Golenishheva beschreibt in ihrem Buch &bdquo;<a href=\"https:\/\/alaff84.wordpress.com\/aleppo-war-and-diplomacy\/%20\">Aleppo &ndash; Krieg und Diplomatie<\/a>&ldquo; den diplomatischen Kampf, der auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Formaten um die Stadt gef&uuml;hrt wurde. <\/p><p>Als Vertreterin Russlands und Co-Vorsitzende nahm sie an der Seite des damaligen UN-Sonderbeauftragten Staffan de Mistura an allen Treffen teil. Sie berichtet &uuml;ber die Gespr&auml;che, die zu der Vereinbarung zwischen Russland und der T&uuml;rkei f&uuml;hrten. Sie beschreibt, warum die russisch-US-amerikanischen Beratungen immer wieder scheiterten. Sie hebt die Interessen der so genannten &bdquo;kleinen Gruppe&ldquo; interessierter Staaten hervor &ndash; Russland, USA, Iran, Katar, Saudi Arabien und T&uuml;rkei &ndash; &uuml;ber die die &Ouml;ffentlichkeit in Deutschland kaum etwas erfuhr. Und sie schreibt dar&uuml;ber, wie seitens der UNO in den letzten Wochen und Monaten des Jahres 2016 immer wieder Raum f&uuml;r die bewaffneten Gruppen in Ost-Aleppo und ihre Interessen geschaffen wurde, w&auml;hrend die syrische Armee, Russland und ihre Verb&uuml;ndeten blockiert wurden im Kampf gegen die &ndash; nicht nur aus syrischer Sicht &ndash; terroristischen Gruppen. Der immer wiederkehrende Vorwand war die Wahrung von Menschenrechten und die humanit&auml;re Versorgung.<\/p><p>Die Befreiung von Aleppo, so ihr Fazit, sei ein Beispiel daf&uuml;r, wie sich internationale und regionale Diplomatie und Au&szlig;enpolitik im Zuge der Entstehung einer neuen, multipolaren Weltordnung ver&auml;ndere. Neue B&uuml;ndnisse und Interaktionen k&ouml;nnten entstehen. <\/p><p>Russland brachte Iran und die T&uuml;rkei mit Syrien und den bewaffneten Gruppen im &bdquo;Astana-Format&ldquo; an einen Tisch. Es wurden Waffenstillstandszonen vereinbart, die K&auml;mpfer mussten die Waffen niederlegen, Syrien erkl&auml;rte im Gegenzug eine Amnestie, die Voraussetzungen f&uuml;r einen innersyrischen Vers&ouml;hnungsprozess wurden geschaffen. <\/p><p>Aleppo konnte gerettet werden, im gr&ouml;&szlig;ten Teil Syriens schweigen heute die Waffen. Den etwa 2 Millionen Menschen in der Stadt und im Umland blieb die Zerst&ouml;rung. Kein Strom, wenig Wasser, die Jugend ist geflohen, Fachkr&auml;fte sind abgewandert. Der Wirtschaftskrieg von EU und USA gegen Syrien und seine Verb&uuml;ndeten, die Sanktionen und das US-Caesar-Gesetz, verhindern bis heute den Wiederaufbau im ganzen Land und kurbeln Inflation und Wirtschaftskrise an. <\/p><p>Der westliche Propagandakrieg, der den Konflikt um Aleppo und den Syrienkrieg von Anfang an begleitete, geht weiter. In Syrien konzentriert er sich auf die Provinz Idlib und humanit&auml;re Hilfslieferungen, die politisch der Nusra-Front &ndash; heute Hayat Tahrir al Scham &ndash; nutzen, die das Gebiet kontrolliert. Heute ist die Propaganda eingebettet in hybride Kriegsf&uuml;hrung und zielt auf die gegnerischen Staaten ebenso wie auf die K&ouml;pfe der eigenen Bev&ouml;lkerung. Im Rahmen des Ukrainekonflikts ist Russland das aktuelle Ziel des US-gef&uuml;hrten Blocks von NATO und EU. Das n&auml;chste Ziel wurde schon ins Visier genommen: China.<\/p><p>Titelbild: Kastoluza \/ shutterstock<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/02bd5848eda14f7dbff6ec325b630bd6\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Berichterstattung &uuml;ber den Krieg in der Ukraine werden in deutschen Medien altbekannte Regeln der Kriegspropaganda aus dem Syrienkrieg angewendet. Die gegnerische Seite (Russland) sei verantwortlich, der russische Pr&auml;sident wird d&auml;monisiert. Man sei &bdquo;nicht Kriegspartei&ldquo;, die gelieferten Waffen dienten nur der Selbstverteidigung der Angegriffenen. Diese k&auml;mpften heldenhaft, w&auml;hrend die gegnerische Armee verbotene Waffen einsetze<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85647\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":85648,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,183,171,11],"tags":[641,1611,304,466,3253,1418,259,1553,950,260,1556,1019],"class_list":["post-85647","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-medienkritik","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","tag-irak","tag-kriegsluegen","tag-kriegsverbrechen","tag-nato","tag-ponsonby-arthur","tag-regime-change","tag-russland","tag-syrien","tag-tuerkei","tag-ukraine","tag-usa","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/shutterstock_2118057515.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/85647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=85647"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/85647\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":85718,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/85647\/revisions\/85718"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/85648"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=85647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=85647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=85647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}