{"id":85658,"date":"2022-07-08T11:00:11","date_gmt":"2022-07-08T09:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85658"},"modified":"2022-07-13T10:35:27","modified_gmt":"2022-07-13T08:35:27","slug":"milliarden-und-abermilliarden-fuer-die-ukraine-doch-wo-landet-das-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85658","title":{"rendered":"Milliarden und Abermilliarden f\u00fcr die Ukraine. Doch wo landet das Geld?"},"content":{"rendered":"<p>Glaubt man den Zahlen vom <a href=\"https:\/\/www.ifw-kiel.de\/topics\/war-against-ukraine\/ukraine-support-tracker\/?cookieLevel=not-set\">&bdquo;Ukraine Support Tracker&ldquo;<\/a> des IfW Kiel, sind seit Beginn der russischen Invasion insgesamt 85 Milliarden Euro an Hilfszusagen von westlichen Regierungen an die Ukraine get&auml;tigt worden. Gro&szlig;e Teile dieser Gelder flie&szlig;en dabei als direkte Finanzzuwendungen. Das ist bestenfalls fahrl&auml;ssig, gilt die Ukraine laut Transparency International doch als das <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/ukraine-korruption-101.html\">&bdquo;korrupteste Land Europas&ldquo;<\/a>. Wer kontrolliert eigentlich die Verwendung dieser Zuwendungen aus Steuermitteln? Diese und andere Fragen wirft ein <a href=\"https:\/\/www.francesoir.fr\/politique-monde\/la-tracabilite-des-fonds-vers-l-ukraine-se-perd\">Artikel<\/a> von <strong>Teresita Dussart<\/strong> vom franz&ouml;sischen Portal France Soir auf, den unsere Leserin <strong>Maria Klahm-Rauscher<\/strong> dankenswerterweise f&uuml;r uns &uuml;bersetzt hat.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5234\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-85658-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220708_Milliarden_und_Abermilliarden_fuer_die_Ukraine_Doch_wo_landet_das_Geld_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220708_Milliarden_und_Abermilliarden_fuer_die_Ukraine_Doch_wo_landet_das_Geld_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220708_Milliarden_und_Abermilliarden_fuer_die_Ukraine_Doch_wo_landet_das_Geld_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220708_Milliarden_und_Abermilliarden_fuer_die_Ukraine_Doch_wo_landet_das_Geld_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=85658-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220708_Milliarden_und_Abermilliarden_fuer_die_Ukraine_Doch_wo_landet_das_Geld_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220708_Milliarden_und_Abermilliarden_fuer_die_Ukraine_Doch_wo_landet_das_Geld_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Die R&uuml;ckverfolgbarkeit von Geldern in die Ukraine geht immer mehr verloren. <\/strong><br>\n<strong>Autor(en) Teresita Dussart, f&uuml;r FranceSoir<\/strong><br>\n<em>Ver&ouml;ffentlicht am 05. Juli 2022 &ndash; 14:00<\/em><\/p><p>CHRONIK &ndash; Die Nachricht vom Fall von Lugansk am vergangenen Sonntag f&uuml;gt sich in die scheinbar unaufhaltsame Annexion des Ostens der Ukraine durch Russland ein. Bisher hat keine ukrainische Milit&auml;raktion das Vorr&uuml;cken der russischen Truppen vereitelt. Trotz des enormen Waffenarsenals, das seit 2014 und insbesondere seit Februar 2022 an das Land &uuml;bertragen wurde, sind die Ausr&uuml;stung veraltet und die ukrainischen K&auml;mpfer unprofessionell. W&auml;hrend Volodymyr Zelensky weiterhin Waffen fordert, insbesondere die Zuteilung von 1% des NATO-Arsenals, stellt sich die Frage, was mit den bereits erhaltenen Waffen geschehen ist. In wessen H&auml;nden befinden sich diese Best&auml;nde und die milliardenschweren Spenden, die f&uuml;r die milit&auml;rische Ausr&uuml;stung gew&auml;hrt wurden?<\/p><p>Am 4. und 5. Juli findet in Lugano eine Konferenz &uuml;ber den Wiederaufbau der Ukraine statt, an der Ursula von der Leyen, der ukrainische Premierminister Denys Schmigal und der Pr&auml;sident der Rada (ukrainisches Parlament), Ruslan Stefantschuk, teilnehmen. Es geht um die Bereitstellung neuer Finanzmittel. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ihnen die Frage nach der R&uuml;ckverfolgbarkeit der Gelder gestellt wird. Dieser Aspekt ist umso entscheidender, als die Verantwortung der Geberl&auml;nder auf dem Spiel steht.<\/p><p>Laut einem Papier der europ&auml;ischen Strafrechtlervereinigung Eucrim, &bdquo;Krieg und Korruption in der Ukraine&ldquo;, ist der Verteidigungssektor, der wichtigste Industriezweig des Landes, der an sich ausreichen sollte, um ein respektables Sicherheitsniveau zu gew&auml;hrleisten, seit jeher von Korruption untergraben. Die Organe zur Bek&auml;mpfung dieser Gei&szlig;el, die bereits in Friedenszeiten ineffizient waren, sind definitiv abwesend. Unter internationalem Druck hatte die Ukraine, eines der korruptesten L&auml;nder der Welt (siehe: Die europ&auml;ische Ukraine), im Jahr 2020 drei Antikorruptionsorgane geschaffen: den NABU (Nationales Amt f&uuml;r Korruptionsbek&auml;mpfung), die SAPO (Sonderstaatsanwaltschaft f&uuml;r Korruption) und schlie&szlig;lich den HACC (Hoher Sondergerichtshof gegen Korruption). Diese drei Stellen hatten &uuml;berraschend ihre Arbeit aufgenommen, bis die Mitglieder des ukrainischen Parlaments, der Werchowna Rada, in der Zelenskys Pr&auml;sidentenmehrheit sitzt, im Dezember 2021 die Ernennung des SAP-Staatsanwalts blockierten, dessen Vorsitzender heute in Lugano ist, um mehr westliche &ouml;ffentliche Gelder f&uuml;r sein Land zu fordern. Das ist f&uuml;r den institutionellen Kontext, in dem die strategischen Hilfen und Waffen geliefert werden.<\/p><p>Die Hilfen kommen in Wellen. Eine, die ab 2014 beginnt, als die Obama-Biden-Administration ihre erste Ukraine-Operation durchf&uuml;hrte, die zeitgleich mit den Ereignissen am Maidan-Platz entstand. Eine Operation, die sich ab 2016 intensiviert und sich f&uuml;r andere Geber, insbesondere aus Frankreich, &ouml;ffnet. Ab Januar 2022, als die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland abgebrochen wurden und die Beschie&szlig;ung des Donbass durch ukrainische Bataillone sich verdoppelte, explodierte der Strom von Waffen und Finanzhilfen.<\/p><p>Der deutsche Wirtschafts-Think-Tank Kiel Institut hat ein Instrument zur R&uuml;ckverfolgung der an die Ukraine gezahlten Hilfen geschaffen, mit dem ein Teil dieser Hilfen wieder rekonstruiert werden kann. Unter den f&uuml;nfzehn gr&ouml;&szlig;ten souver&auml;nen Gebern im Zeitraum vom 24. Januar bis zum 24. Juni 2022 stehen nat&uuml;rlich die USA an erster Stelle. Das Land zahlte 10 Milliarden US-Dollar an nicht n&auml;her bezeichneter Finanzhilfe, weitere 10 Milliarden an humanit&auml;rer Hilfe und knapp 30 Milliarden Euro an milit&auml;rischer Finanzhilfe. Zum Vergleich: Die Gesamtreserven der Ukraine im Jahr 2021 beliefen sich laut Weltbank auf 30,97 Milliarden US-Dollar. Zu dieser Summe k&auml;me ein weiteres Paket von 800 Millionen US-Dollar hinzu. Dies war die j&uuml;ngste Zusage von Joe Biden, die er im Rahmen des NATO-Gipfels in Madrid am 28. Juni machte. Nur im Rahmen der &ouml;ffentlichen US-Hilfe &uuml;bersteigt die Summe bei weitem die Benchmark der gr&ouml;&szlig;ten Rettungspakete des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF), und es handelt sich um Zusch&uuml;sse, nicht um Kredite. Es handelt sich um Betr&auml;ge, die nirgendwo in den &ouml;ffentlichen B&uuml;chern des Empf&auml;ngerlandes auftauchen. Die Europ&auml;ische Union hat &uuml;ber drei ihrer Institutionen (Kommission, Rat und Europ&auml;ische Investitionsbank) 15 Milliarden Euro zugesagt, von denen angeblich 6 Milliarden Euro tats&auml;chlich ausgezahlt wurden, obwohl diese Information aufgrund der undurchsichtigen Buchf&uuml;hrung f&uuml;r alles, was aus Br&uuml;ssel kommt, nur sehr schwer zu best&auml;tigen ist. Das ist praktisch die Summe aller Hilfen, die von der EU im Jahr 2020 verteilt werden, allerdings zwischen mehreren L&auml;ndern, darunter die T&uuml;rkei, Marokko, Indien, Syrien, &Auml;thiopien, &Auml;gypten, Somalia, Afghanistan und Kolumbien. In weniger als einem halben Jahr hat die Ukraine mehr EU-Hilfen verbraucht als mehrere L&auml;nder, die sich im Krieg befinden oder gerade einen bewaffneten Konflikt hinter sich haben oder sogar von unmittelbarer strategischer Bedeutung f&uuml;r Europa betroffen sind, in einem Jahr verbraucht haben.<\/p><p>Frankreich ist der siebtgr&ouml;&szlig;te &ouml;ffentliche Geldgeber, mit etwas weniger als 3 Milliarden Euro, die in diesem Jahr ausgezahlt wurden. Frankreich war jedoch von 2015 bis 2020 der gr&ouml;&szlig;te Waffenexporteur in die Ukraine im Wert von 1,6 Milliarden Euro. Waffenhilfe, zu der Hubschrauber, Aufkl&auml;rungsdrohnen und schwere Waffen z&auml;hlen. Im Gegensatz zu den USA ver&ouml;ffentlicht Frankreich die Liste der gelieferten Ausr&uuml;stung nicht, aber es handelt sich um Offensivwaffen.<\/p><p>Am 26. Februar 2022 wurde diese Unterst&uuml;tzung um Ausr&uuml;stung im Wert von 120 Millionen Euro erweitert (Lieferung von Milan, Javelin, Mistral usw.). Dar&uuml;ber hinaus bietet die Republik Zugang zum franz&ouml;sischen satellitengest&uuml;tzten Aufkl&auml;rungssystem (CSO, Pl&eacute;iade, Helios). Am 30. Mai brachte der ukrainische Verteidigungsminister Dmitrov Kuleba seine Dankbarkeit gegen&uuml;ber Frankreich zum Ausdruck. Auch &uuml;ber Drittl&auml;nder gelangten franz&ouml;sische Waffen in die Ukraine, wie etwa die 100 Mistral, die Norwegen an die Ukraine lieferte, was nur mit Zustimmung des Herstellerlandes geschehen kann. Das vom Vereinigten K&ouml;nigreich gelieferte Waffenarsenal hat die Form eines Katalogs von einer Waffenmesse. Es fehlt nichts. Ein ums andere Mal muss der v&ouml;llig hermetische finanzielle, strategische und vertragliche Rahmen dieser Lieferungen hervorgehoben werden. Von den gro&szlig;en milit&auml;rindustriellen M&auml;chten haben nur Israel und Japan darauf verzichtet, auf Zelenskys Appelle zu reagieren, und haben nichts anderes als Helme und kugelsichere Westen angeboten.<\/p><p>Diese Hilfen kommen zu den 450 Millionen Euro hinzu, die die Europ&auml;ische Union der Ukraine f&uuml;r den Kauf t&ouml;dlicher Waffen im Rahmen der 2021 eingerichteten European Peace Facility zugesagt hat. Das sind 17 Milliarden an Krediten, die zwischen 2014 und dem 12. Februar 2022 garantiert wurden. Die Liste der Milliarden, die seit 2014 auf die Ukraine herabregnen, l&auml;sst einen schwindelig werden. Auch die Bretton-Woods-Institutionen stehen dem in nichts nach. Die Weltbank ihrerseits versprach im M&auml;rz dieses Jahres 3 Milliarden US-Dollar, davon 550 Millionen als Soforthilfe, und der IWF weitere 5 Milliarden an Krediten.<\/p><p>Also ja, wo sind diese humanit&auml;ren Hilfen, diese Waffen geblieben? Es gibt eine Ostfront, die mit Soldaten, die mit Waffen aus der Zeit der Sowjetunion ausger&uuml;stet sind, als ein Aufrufsmittel zum Erhalt von Hilfsgeldern fungiert, und dann ein Leben westlich des Dnepr, das normal verl&auml;uft. An wen gehen die humanit&auml;ren Hilfen? Die erste Einwanderungswelle nach der Ank&uuml;ndigung, von Amts wegen ein dreij&auml;hriges EU-Visum zu erteilen, ist versiegt, und die Fl&uuml;chtlingstransfers finden nun nach Russland statt. Gibt es ein Amt, das die Verwendung der Gelder kontrolliert oder zumindest koordiniert?<\/p><p>Die Beamten des Europ&auml;ischen Rechnungshofs haben seit 2016 keinen Bericht mehr &uuml;ber die Ukraine herausgegeben. Dennoch bezeichnet sich die Institution als &bdquo;H&uuml;ter der EU-Finanzen&ldquo;. Auf ihrer Website werden lediglich die blau-gelbe Flagge und eine Solidarit&auml;tsbotschaft an das Volk der Ukraine erw&auml;hnt. Eucrim zufolge war die Situation vor dem Krieg in der Ukraine in Bezug auf die Korruption &bdquo;nicht besonders gut&ldquo;: &bdquo;Es waren keine wesentlichen Verbesserungen erzielt worden&ldquo;. Ist daraus zu schlie&szlig;en, dass die EU-Pr&uuml;fer die herrschende mafi&ouml;se Oligarchie nicht wirklich beeindruckt hatte? Der Autor des EuCrim-Berichts sagte: &bdquo;Nach dem Krieg wird der Rahmen f&uuml;r die Korruptionsbek&auml;mpfung schlechter sein als vor dem Krieg, da er sich ernsthaften Herausforderungen stellen muss, insbesondere denen, die sich aus dem umfangreichen Zustrom von Material und finanzieller Unterst&uuml;tzung f&uuml;r humanit&auml;re Zwecke ergeben.&ldquo;<\/p><p>Aber wenn die Ukraine den Experten f&uuml;r Korruptionsbek&auml;mpfung und organisiertes Verbrechen ein Dorn im Auge ist, sollten sie anfangen, nach Westen zu schauen. Die Massivit&auml;t der Multimilliarden-Dollar-Gelder, die au&szlig;erhalb jeglicher Kontrolle get&auml;tigt werden und nicht in die &ouml;ffentlichen B&uuml;cher des ukrainischen Staates einflie&szlig;en, bieten sich auch f&uuml;r nicht unerhebliche R&uuml;ckfl&uuml;sse an. Dies gilt insbesondere angesichts der korrupten Vergangenheit der Biden-Familie in der Ukraine. Potenziell sind alle Voraussetzungen gegeben, um die idealen Bedingungen f&uuml;r ein anthologisches Ausma&szlig; an Veruntreuung zu schaffen, und das am helllichten Tag. W&auml;hrend die Welt sich f&uuml;r die Ukraine die Pulsadern aufschneidet und sich auf eine Wirtschaftsdepression vorbereitet, die Geschichte schreiben wird.<\/p><p>Titelbild: Lightboxx\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/d3df104214f04ddab8a1093eaf210da8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glaubt man den Zahlen vom <a href=\"https:\/\/www.ifw-kiel.de\/topics\/war-against-ukraine\/ukraine-support-tracker\/?cookieLevel=not-set\">&bdquo;Ukraine Support Tracker&ldquo;<\/a> des IfW Kiel, sind seit Beginn der russischen Invasion insgesamt 85 Milliarden Euro an Hilfszusagen von westlichen Regierungen an die Ukraine get&auml;tigt worden. Gro&szlig;e Teile dieser Gelder flie&szlig;en dabei als direkte Finanzzuwendungen. 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