{"id":8573,"date":"2011-03-04T17:26:35","date_gmt":"2011-03-04T16:26:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8573"},"modified":"2011-03-04T17:26:35","modified_gmt":"2011-03-04T16:26:35","slug":"hinweise-des-tages-2-161","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8573","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Guttenberg; US-Justiz geht gegen Schweizer Banker vor; Robert von Heusinger: Pakt f&uuml;r L&ouml;hne; VWL-Professoren &uuml;ber Europas Schuldenkrise; China attackiert den Dollar; Ungerechte Rente: Wer bis 67 arbeiten muss &ndash; und wer nicht; Krankes Renditedenken; Klaus-Peter Siegloch wird neuer Pr&auml;sident des BDL; Parteispenden von EADS, Philip Morris und Krauss-Maffei: Bundestag l&uuml;ftet Geheimnis nach mehr als einem Jahr; Stuttgart 21 &ndash; Der gez&auml;hmte Widerstand; Keine Kumpanei mit Despoten; H&ouml;here L&ouml;hne helfen der gesamten Wirtschaft; Schleichwerbung in der Kita &ndash; Werbung zum Ausmalen; Deutschland ist Drehscheibe des internationalen Waffenhandels; Libyen; OVG legt kommunalen Finanzausgleich dem Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz zur Entscheidung vor; Die Entf&uuml;hrungslegende oder:<br>\nWie kam Eichmann nach Jerusalem?; Bild-Werbung: taz-Anwalt gegen Ministerium (JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Guttenberg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">US-Justiz geht gegen Schweizer Banker vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Robert von Heusinger: Pakt f&uuml;r L&ouml;hne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">VWL-Professoren &uuml;ber Europas Schuldenkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">China attackiert den Dollar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Ungerechte Rente: Wer bis 67 arbeiten muss &ndash; und wer nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Krankes Renditedenken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Klaus-Peter Siegloch wird neuer Pr&auml;sident des BDL<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Parteispenden von EADS, Philip Morris und Krauss-Maffei: Bundestag l&uuml;ftet Geheimnis nach mehr als einem Jahr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Stuttgart 21 &ndash; Der gez&auml;hmte Widerstand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Keine Kumpanei mit Despoten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">H&ouml;here L&ouml;hne helfen der gesamten Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Schleichwerbung in der Kita &ndash; Werbung zum Ausmalen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Deutschland ist Drehscheibe des internationalen Waffenhandels<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Libyen: Siegen wollen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">OVG legt kommunalen Finanzausgleich dem Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz zur Entscheidung vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Die Entf&uuml;hrungslegende oder: Wie kam Eichmann nach Jerusalem?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Bild-Werbung: taz-Anwalt gegen Ministerium<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Guttenberg<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Merkel spricht von KT-Comeback<\/strong><br>\nDie Kanzlerin preist Karl-Theodor zu Guttenberg und verteidigt ihr Verhalten in der Plagiatsaff&auml;re. In der CSU w&auml;chst derweil der Groll &uuml;ber Guttenberg-Kritiker in der CDU &ndash; und es gibt leise Zweifel an der Rolle Merkels. Guttenbergs offenkundiges Lieblingsmedium berichtet von einer neuen Wohltat des Franken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ex-minister-zu-guttenberg-merkel-spricht-von-kt-comeback-1.1067780\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers V.M.:<\/strong> Gerade ist er weg, da wird in &bdquo;Guttenbild&ldquo; &amp; Co. schon unaufh&ouml;rlich das Comeback befeuert! Und &bdquo;Mutti&ldquo; ist sich f&uuml;r eine weitere Lobpreisung nicht f&uuml;r zu schade. Aus Trotz? Aus Angst die Fans des L&uuml;genbarons als W&auml;hler zu verlieren? Nach dem Motto: &bdquo;ICH wollte ja nicht dass er geht!&ldquo;&hellip; Noch mitten in der Aff&auml;re, die nun auch noch zur Strafsache werden d&uuml;rfte, solche T&ouml;ne loszulassen zeigt doch die ganze Uneinsichtigkeit und Charakterlosigkeit dieser Figuren&hellip;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Was wird aus Guttenberg? Ab nach Amerika<\/strong><br>\nLokalpolitik? Comeback in Berlin? Oder sogar Exportschlager? Momentan hat Guttenberg noch genug mit der Abwicklung der Plagiatsaff&auml;re zu tun, doch f&uuml;r die Zeit danach tun sich neue M&ouml;glichkeiten auf. Amerika soll locken &ndash; und laut Experten w&auml;re er da am besten aufgehoben. [&hellip;] Wie das Magazin &ldquo;Focus&rdquo; berichtet, erw&auml;gt er einen Umzug mit seiner Familie in die USA. Dort soll ihm eine Consulting-Firma ein Angebot gemacht haben. Guttenberg wolle aber zun&auml;chst auf jeden Fall die Ermittlungen um seine Dissertation abwarten.<br>\nEine Zukunft im Ausland w&auml;re jedenfalls die beste Alternative f&uuml;r den Freiherrn, wenn man einer Umfrage unter Headhuntern glaubt. Die &ldquo;Financial Times Deutschland&rdquo; hatte f&uuml;hrende Personalberater nach den Aussichten f&uuml;r Guttenberg befragt. Ergebnis: F&uuml;r die deutschen Chefetagen gilt er als H&auml;rtefall, aber im Ausland w&auml;re er gut zu vermitteln.\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/was-wird-aus-guttenberg-ab-nach-amerika-1660193.html#utm_source=standard&amp;utm_medium=rssfeed&amp;utm_campaign=politik\">Stern<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Wir wollen ihn wieder<\/strong><br>\nDie Treue der Guttenberg-Fans zu ihrem Kultpolitiker verr&auml;t einen irritierenden Wunsch nach einer F&uuml;hrerfigu (&hellip;)<br>\nStatt Argumenten bevorzugen viele Facebook-Fans pauschale Beschimpfungen von Linken, Gr&uuml;nen, SPD, den Medien und sind offensichtlich nicht willens oder in der Lage zum Beispiel das politische Profil von Zeitungen wie der Bild und der FAZ zu unterscheiden. Das bedeutet, dass je nach der konkreten Sachfrage beispielsweise die FAZ auch einmal dem linken Lager zugeschlagen wird, das eine &ldquo;Hetzkampagne&rdquo; gegen Guttenberg inszeniert, oder auch eine &ldquo;Hexenjagd&rdquo;. Auf der anderen Seite kann auch die Bild-Zeitung zum Teil der Anti-Guttenberg-Verschw&ouml;rung werden, wenn sie nicht dem Ideal der Fans entsprechend Guttenberg lobt &ndash; oder auch die Facebook-Gruppe nicht erw&auml;hnt.<br>\nDas Bild der &ldquo;Hetzkampagne&rdquo; wird h&auml;ufig bem&uuml;ht, und die Tatsache, dass Guttenberg ja unabh&auml;ngig davon betrogen und gelogen hat, nicht anerkannt oder verdr&auml;ngt. Damit verbunden ist der Gedanke, es sei ja so typisch f&uuml;r Deutschland, dass ein Politiker, der einmal aufrecht ist\/die Wahrheit sagt [sic]\/R&uuml;ckgrat beweist, von den Linken\/den Medien zu Fall gebracht wird. Konkrete Fragen nach den politischen Leistungen Guttenbergs blieben von seinen Fans stets unbeantwortet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/6\/149379\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>US-Justiz geht gegen Schweizer Banker vor<\/strong><br>\nDas US-Justizministerium will vier Banker mit internationalem Haftbefehl suchen lassen. Auch die Bank Credit Suisse muss offenbar mit einem Verfahren rechnen.<br>\nVier angeklagte Schweizer Anlageberater sollen sich dem Vorwurf der Beihilfe zu Steuerhinterziehung stellen. Kevin Downing, Anwalt beim US-Justizministerium, sagte, die M&auml;nner k&ouml;nnten davon ausgehen, dass sie auf die Interpol-Liste k&auml;men und au&szlig;erhalb der Schweiz mit ihrer Festnahme rechnen m&uuml;ssten. Laut der Anklage sollen drei ehemalige und ein noch bei der Gro&szlig;bank Credit Suisse besch&auml;ftigter Berater amerikanische Steuers&uuml;nder ermutigt haben, ausl&auml;ndische Kreditkarten zu benutzen und Geld auf andere Banken im Ausland zu transferieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2011-03\/haftbefehl-schweiz-banker\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Vor dem Vorgehen der US-Justiz muss man in diesem Fall durchaus Respekt haben, obgleich es sich hier eigentlich um etwas ganz selbstverst&auml;ndliches handelt. Schweizer Banken betreiben weltweit Beihilfe zur Steuerhinterziehung &ndash; einer Tat, die in fast jedem Land &ndash; au&szlig;er der Schweiz, versteht sich &ndash; eine schwere Straftat ist. W&auml;hrend die deutschen Beh&ouml;rden eine wirkungsvolle Strafverfolgung oft mit Mitteln unterbinden, die man eigentlich eher in einer Bananenrepublik erwarten w&uuml;rde http:\/\/www.vdw-ev.de\/images\/stories\/vdwdokumente\/aktuelles\/jurybegruendung%20whistleblower-preis%202009.pdf, gehen die US-Beh&ouml;rden schon seit l&auml;ngerem recht rigoros gegen Finanzinstitute vor, die US-B&uuml;rgern bei der Steuerhinterziehung helfen. Das ist wichtig und richtig &ndash; internationale Haftbefehle sind wohl die einzige Sprache, die Schweizer Banker verstehen. Aus Recherchen f&uuml;r einen Artikel wei&szlig; ich, dass viele Schweizer Banker und Verm&ouml;gensverwalter die USA nicht mehr betreten, da sie Angst haben, gleich bei der Einreise festgenommen zu werden. Wenn die USA ihren Kurs fortsetzten, werden diese Leute ihr Land nicht mehr verlassen k&ouml;nnen. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. In Deutschland kann man von derlei Rigorismus jedoch nur tr&auml;umen.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Million&auml;re bevorzugt<\/strong><br>\nWas f&uuml;r ein Leben: viel Geld verdienen, eine Villa am See besitzen &ndash; und die Gewissheit haben, dass das Finanzamt nur selten vorbeikommt. Nach Ansicht der Gr&uuml;nen reduzieren viele Bundesl&auml;nder absichtlich die Zahl der Steuerpr&uuml;fungen.<br>\nGlaubt man erfahrenen Steuerfahndern, dann orientieren sich viele Spitzenverdiener bei der Wahl ihres Wohnorts aber keineswegs nur an pers&ouml;nlichen Vorlieben. Vielmehr ziehen sie auch in Betracht, wo sie am ehesten mit einer zuvorkommenden Behandlung durch das Finanzamt rechnen k&ouml;nnen. Nach Recherchen der Gr&uuml;nen haben viele Verm&ouml;gende diese Oase der Ruhe l&auml;ngst gefunden: Hamburg.<br>\nIn keinem anderen Bundesland leben gemessen an der Gesamtzahl der Einwohner so viele Einkommensmillion&auml;re wie in der Hansestadt. (&hellip;) Zugleich ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Villenbesitzer &uuml;berraschend Besuch vom Steuerpr&uuml;fer erh&auml;lt, praktisch nirgendwo so gering wie in Hamburg: Nur f&uuml;nf von 100 Einkommensmillion&auml;ren wurden 2009 einer Sonderpr&uuml;fung unterzogen. In Sachsen traf es dagegen 39 von 100 Spitzenverdienern, in Baden-W&uuml;rttemberg 38 und in Nordrhein-Westfalen immer noch 30.<br>\nF&uuml;r Gerhard Schick, den finanzpolitischen Sprecher der Gr&uuml;nen-Bundestagsfraktion, sind die Zahlen nicht etwa Ausweis von Schlamperei in den Finanz&auml;mtern, sondern nur folgerichtig. &ldquo;Gerade bei den Reichsten wird weggeschaut&rdquo;, sagt er und liefert das m&ouml;gliche Motiv gleich mit: Demnach will der Senat mit einem betont laschen Steuervollzug gezielt die Sch&ouml;nen und Reichen nach Hamburg locken &ndash; Standortpolitik durch Unterlassen gewisserma&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/steuerpruefung-millionaere-bevorzugt-1.1067693\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Robert von Heusinger: Pakt f&uuml;r L&ouml;hne<\/strong><br>\nNur wenn es in Deutschland zu einer Umkehr bei der Lohnentwicklung kommt, also deutsche L&ouml;hne st&auml;rker steigen als etwa in Portugal, kommt Euroland aus der Krise. Deshalb muss der Mindestlohn unbedingt in den Wettbewerbspakt aufgenommen werden. Soll Euroland mehr Koordinierung erfahren, dann m&uuml;ssen die Verantwortlichen vor allem &uuml;ber die Ver&auml;nderung der Mindestl&ouml;hne sprechen. Denn sie beeinflussen die ganze Lohnstruktur in der jeweiligen Wirtschaft. Daf&uuml;r br&auml;uchte Deutschland nat&uuml;rlich erst einmal einen gesetzlichen Mindestlohn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/pakt-fuer-loehne\/-\/1472780\/7700874\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>VWL-Professoren &uuml;ber Europas Schuldenkrise<\/strong><br>\nMehr als 200 Wirtschaftsprofessoren haben namentlich &uuml;ber die Politik Europas in der Schuldenkrise abgestimmt. 90 Prozent sind gegen die derzeitigen Ans&auml;tze zur Euro-Rettung. FAZ.NET dokumentiert ihre Stellungnahme und die Abstimmung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF\/Doc~EE66342E82CC048C7B6E77231B642759C~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong> Wolfgang M&uuml;nchau &ndash; &Ouml;konomen im Blindflug<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland unterzeichneten letzte Woche nur 189 &Ouml;konomen einen Brandbrief gegen die Aufstockung der europ&auml;ischen Rettungsschirme.  Fast jeder, der Rang und Namen hat, ist dabei. Das Signal sollte dasselbe sein wie 1981. Wenn so viele &Ouml;konomen einen solchen Brief unterzeichnen, dann ist es mehr als nur eine Meinung. Es hat einen offiziellen Stempel. Es ist der Stand der Wissenschaft.<br>\nNur stimmt das leider nicht. Man kann nat&uuml;rlich dar&uuml;ber streiten, ob man eine europ&auml;ische Fiskalunion will oder nicht, aber es gibt keine volkswirtschaftliche Theorie, die uns die weitere Vorgehensweise wissenschaftlich beantwortet. Hier spricht nicht die Wissenschaft. Hier sprechen 189 &Ouml;konomen in ihrer Rolle als Homo politicus. Die politische &Ouml;konomie und die Volkswirtschaft haben wichtige Beitr&auml;ge zur W&auml;hrungsunion geleistet. Aber es war doch eine der Lektionen der Krise, dass uns eine allgemeing&uuml;ltige Betriebsanleitung fehlt. Makro&ouml;konomie und politische &Ouml;konomie der W&auml;hrungsunion sind noch weitgehend unterentwickelt.<br>\nDas konkrete Problem des Briefes ist sein etwas gro&szlig;z&uuml;giger Umgang mit den Fakten. Es ist absurd zu behaupten, der Rettungsschirm reiche in seiner jetzigen Gr&ouml;&szlig;e aus f&uuml;r Spanien, Portugal und Irland. Diese Aussage basiert darauf, dass das &Ouml;konomenplenum von zwei Berechnungsvarianten nur die erste, dramatischere ber&uuml;cksichtigte. Leider war dieses Zahlenspiel ein Kernargument. Auch ich w&uuml;rde die Aufstockung eines Rettungsschirms ablehnen, wenn ich ihn f&uuml;r angemessen hielte. Die Frage ist doch, wie verhalten wir uns, wenn das nicht der Fall ist? Die derzeitigen Rettungspakete und -schirme haben Platz f&uuml;r Griechenland, Irland und Portugal, und vielleicht auch noch f&uuml;r eine Rekapitalisierung des spanischen Bankensektors. Mehr ist nicht drin.<br>\nDer allerschlimmste Fehler dieses Briefes ist aber nicht einmal dieser faktische Zahlenirrtum. Es ist die v&ouml;llig un&ouml;konomische Argumentationsweise. Jeder drittklassige Buchhalter h&auml;tte besser als die Professoren ausrechnen k&ouml;nnen, wie viel Geld die vier betroffenen Staaten in den n&auml;chsten drei Jahren an den Kapitalm&auml;rkten aufnehmen m&uuml;ssen und wie gro&szlig; der effektive Schutzschirm ist. Diese Zahlen sind &ouml;ffentlich zug&auml;ngliches Material. Was man von Volkswirtsprofessoren erwarten w&uuml;rde, sind Sch&auml;tzungen &uuml;ber die nicht offensichtlichen Kosten. Da sind zum Beispiel die Kosten einer staatlichen Bankrekapitalisierung im Falle der von ihnen vorgeschlagenen Insolvenzl&ouml;sung; oder die potenziellen Effizienzgewinne durch Strukturreformen. Stattdessen outeten sich 189 deutsche &Ouml;konomen als numerische Finanzanalphabeten. &ndash; So wie ein Karl-Theodor zu Guttenberg seine Doktorarbeit unterzeichnete, entweder ohne sie bewusst geschrieben oder ohne sie gelesen zu haben, so haben 189 Wissenschaftler hier einen Brief unterzeichnet, den sie entweder nicht gelesen oder nicht verstanden haben. Ich w&uuml;rde mal annehmen, dass bei einem gro&szlig;en Teil der Herren der Druck der Peergroup ausschlaggebend war. Wie s&auml;he es denn aus, wenn man sich gegen die geballte Macht seiner Kollegen stellt? In den USA feiert man exzentrische &Ouml;konomen, nicht aber im konsensbesessenen Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:kolumne-wolfgang-muenchau-oekonomen-im-blindflug\/60019666.html\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ohne auf den offenen Brief oder auch den Kommentar von M&uuml;nchau eingehen zu wollen, der sich gegen das Experiment Staatsinsolvenz ausspricht, ist es schon erstaunlich, ja sogar befremdlich, dass sich Wissenschaftler in so neuen Fragestellungen auf eine einheitliche Rezeptur einigen. Wahre Wissenschaft sieht anders aus. Wer sich f&uuml;r die Diskussion um diesen Brief interessiert,  wird z.B. f&uuml;ndig auf:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/summary.php\">FTD<\/a><br>\n<a href=\"http:\/\/kantoos.wordpress.com\/2011\/02\/25\/was-ubersehen-189-okonomen\/\">Kantoos Economics<\/a><br>\n<a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2011\/03\/02\/wer-hier-wie-rechnet_2830\">Zeit Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>China attackiert den Dollar<\/strong><br>\nEs ist eine unscheinbare Ank&uuml;ndigung, doch sie hat das Potential, das Machtgef&uuml;ge auf dem Weltw&auml;hrungsmarkt nachhaltig zu ver&auml;ndern: China st&auml;rkt die internationale Rolle des Yuan. Alle Exporteure und Importeure sollen noch in diesem Jahr die Gesch&auml;fte mit ihren ausl&auml;ndischen Partnern in Yuan abrechnen k&ouml;nnen, teilte die Zentralbank am Mittwoch in Peking mit. Damit werde auf die wachsende Bedeutung des Yuan als weltweite Reservew&auml;hrung reagiert. &ldquo;Die Marktnachfrage nach einer grenz&uuml;berschreitenden Verwendung des Yuan steigt&rdquo;, erkl&auml;rte die Zentralbank. Testweise wurde bereits im vergangenen Jahr 67.000 Unternehmen in 20 Provinzen erlaubt, ihre Auslandsgesch&auml;fte in Yuan abzuwickeln. Das Handelsvolumen belief sich auf umgerechnet rund 56 Milliarden Euro.<br>\nJetzt soll die Yuan-Menge ausgeweitet werden, es sollen deutlich mehr Gesch&auml;fte in der chinesischen W&auml;hrung abgewickelt werden &ndash; und weniger in der amerikanischen. Chinesische Unternehmen handeln zurzeit oft in Dollar, sie sind dadurch abh&auml;ngig von den Entscheidungen der US-Notenbank Fed, zahlen bei einem steigenden &Ouml;lpreis drauf und m&uuml;ssen h&ouml;here Transaktionsgeb&uuml;hren als n&ouml;tig berappen. Das soll sich jetzt &auml;ndern. Langfristig will die Volksrepublik sogar noch weiter gehen. Sie will den streng reglementierten Yuan schrittweise in eine frei konvertierbare Weltw&auml;hrung aufbauen.<br>\nSollte der Dollar als Leitw&auml;hrung abgel&ouml;st werden, drohen den USA weitreichende Konsequenzen. Bislang gilt die US-W&auml;hrung als Weltreservew&auml;hrung. Kommt es in anderen L&auml;ndern zu Krisen, schichten viele Anleger Kapital in den Dollar um. Amerika kommt dadurch stets leicht an Geld &ndash; zu niedrigen Zinsen. Sollte nun der Yuan zur Weltreservew&auml;hrung werden, w&uuml;rde die Finanzierung des US-Haushaltsdefizits schwieriger und teurer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,748730,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist eine alte Geschichte, sozusagen ein Dauerbrenner, die Abl&ouml;sung des Dollar als Weltreservew&auml;hrung. Zuletzt fiel diese Rolle dem Euro zu, diesmal ist es der Yuan. Dabei ist noch gar nicht gekl&auml;rt, ob die chinesische Regierung nicht einfach ihren Exportunternehmen mehr Handlungsf&auml;higkeit einr&auml;umen m&ouml;chte, indem sie diesen ein eigenes W&auml;hrungsmanagement zugesteht. Gewiss ist dieses Zugest&auml;ndnis auch ein Signal an die USA, dass diese zuk&uuml;nftig mit einem Bedeutungszuwachs des Yuan rechnen muss,  aber der Aufbau zur Weltreservew&auml;hrung ist an bestimmte Bedingungen gekn&uuml;pft. Die erste Voraussetzung w&auml;re die Freigabe des Renminbi, desweiteren m&uuml;sste sowohl inl&auml;ndischen wie auch ausl&auml;ndischen Privaten die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt werden, die Devisen zu kaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/renminbi_wird_zwangslaeufig_zu_einer_der_wichtigsten_waehrungen_1.9757342.html\">NZZ<\/a><\/em><\/p>\n<p>Gerade angesichts der weltweiten Finanzkrise ist  die Freigabe des Wechselkurses aber kaum zu erwarten, da die damit verbundenen Kapitalfl&uuml;sse zu starken Wechselkursschwankungen f&uuml;hren k&ouml;nnen. China wird nicht so schnell interessierten Privaten die M&ouml;glichkeit einr&auml;umen, mit ihrer W&auml;hrung zu spekulieren. So paradox dies ist, diese M&ouml;glichkeit ist aber eine Voraussetzung zum Aufstieg zur Weltw&auml;hrung. So ist z.B. die Absicherung einer W&auml;hrung innerhalb eines grenz&uuml;berschreitenden Handelsgesch&auml;fts nun einmal mit einer Art Wette verbunden. Generell w&auml;re die M&ouml;glichkeit einer Auswahl zwischen drei Weltreservew&auml;hrungen, dem Dollar, dem Euro und dem Yuan, durchaus zu begr&uuml;&szlig;en, da die Fixierung auf den Dollar eine Art Freifahrtschein f&uuml;r die US-Regierung und ihre Zentralbank darstellt, bedenkenlos ihre eigenen Interessen durchsetzen zu k&ouml;nnen. Allerdings sollte das Wechselkursregime zwischen diesen W&auml;hrungen nicht allein den M&auml;rkten &uuml;berlassen werden.<br>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ungerechte Rente: Wer bis 67 arbeiten muss &ndash; und wer nicht<\/strong><br>\nGerne loben Politiker die Qualifikationen von &auml;lteren Arbeitnehmern: Ihre Erfahrungen seien unersetzlich f&uuml;r Unternehmen, ihre soziale Kompetenz unverzichtbar. Die von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit bezuschusste Altersteilzeit wurde deshalb gestrichen &ndash; die Politik wollte deutlich machen, dass &auml;ltere Arbeitnehmer wichtig sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2011\/rentenalter101.html\">ARD Panorama<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Krankes Renditedenken<\/strong><br>\nDas Gesundheitswesen in Deutschland leidet: &Auml;rzte sind nicht mehr in erster Linie um das Wohl ihrer Patienten besorgt. Als Dienstleister m&uuml;ssen sie vor allem Gewinne erwirtschaften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel-dienstleister\/:gesundheitswesen-krankes-renditedenken\/60010872.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Klaus-Peter Siegloch wird neuer Pr&auml;sident des BDL<\/strong><br>\nDer Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat einen neuen hauptamtlichen Pr&auml;sidenten. Die Wahl der Mitgliederversammlung fiel auf den 64 Jahre alten ZDF-Moderator Klaus-Peter Siegloch, der ab Juni den Gr&uuml;ndungspr&auml;sidenten Dieter Kaden abl&ouml;st. Kaden hatte das Amt im Dezember 2010 neben seiner eigentlichen Funktion als Vorsitzender der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH &uuml;bernommen. Der studierte Diplom-Politologe Sieglich gewann gro&szlig;e Bekanntheit als langj&auml;hriger Moderator des &ldquo;heute-Journals&rdquo;. Als Auslandskorrespondent arbeitet er seit vielen Jahren in den Vereinigten Staaten und leitet bis heute das ZDF-Studio in New York.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.verkehrsrundschau.de\/klaus-peter-siegloch-wird-neuer-praesident-des-bdl-1010105.html\">Verkehrsrundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Inwieweit ist eine leitende Lobbyistent&auml;tigkeit &uuml;berhaupt mit der journalistischen Arbeit in einem &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender zu vereinbaren?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Parteispenden von EADS, Philip Morris und Krauss-Maffei: Bundestag l&uuml;ftet Geheimnis nach mehr als einem Jahr<\/strong><br>\nEtliche Millionen Euro sind den Parteien im Superwahljahr 2009 in die Kassen geflossen, doch von wem, das war bis jetzt ein gut geh&uuml;tetes Geheimnis. Dieser Tage hat Bundestagspr&auml;sident Norbert Lammert die Rechenschaftsberichte der Parteien heimlich, still und leise ins Netz gestellt, und so l&auml;sst sich endlich die Frage beantworten: Welches Unternehmen, welcher Verband, welche Privatperson ist CDU, CSU, SPD, FDP, Gr&uuml;ne und Linke so verbunden, dass sie sie 2009 mit einer Gro&szlig;spende bedachte?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.abgeordnetenwatch.de\/2011\/03\/03\/parteispenden-von-eads-philip-morris-und-krauss-maffei-bundestag-luftet-geheimnis-nach-mehr-als-einem-jahr\/\">Abgeordnetenwatch<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Stuttgart 21 &ndash; Der gez&auml;hmte Widerstand<\/strong><br>\nSie hatten es geahnt: Nach der Schlichtung durch Heiner Gei&szlig;ler w&uuml;rde nichts mehr so sein wie zuvor. Der Massenprotest gegen Stuttgart 21 ebbte ab, obwohl sich am Problem wenig ge&auml;ndert hat. Manche wollen weitermachen. Sie sagen: Uns bleibt nichts anderes &uuml;brig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/der-gezaehmte-widerstand\/3912232.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Keine Kumpanei mit Despoten<\/strong><br>\nDas Eingest&auml;ndnis ist bitter: Die Sozialistische Internationale ist keine Stimme der Freiheit mehr. Der SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert eine gr&uuml;ndliche Reform. [&hellip;]<br>\nWir Sozialdemokratien k&ouml;nnen durchaus bei uns selbst beginnen: Die SPD geh&ouml;rt zu den Gr&uuml;nderinnen der Sozialistischen Internationale (SI). Seit ihren Anf&auml;ngen 1889 stand sie f&uuml;r den weltweiten Kampf f&uuml;r Freiheit, Demokratie und gegen Armut. Aber die SI ist schon lange kein Faktor mehr in der internationalen Politik. Sie lebt eigentlich nur von der Integrit&auml;t ihrer Vorsitzenden. Heute ist es Giorgos Papandreou, dessen pers&ouml;nliche und politische Integrit&auml;t &uuml;ber jeden Zweifel erhaben ist und der mit seinem Namen die SI am Leben erh&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/keine-kumpanei-mit-despoten\/-\/1472602\/7705378\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wie schnell Herr Gabriel gemerkt hat, dass die SI kein Hort der Freiheit ist. Da h&auml;tte er doch nur seine SI-Genossen Ben Ali und Mubarak fragen m&uuml;ssen. Ach nein, die wurden ja flugs in den letzten Wochen aus der SI herausgeworfen, als man ganz &uuml;berraschend erkannte, dass sie wohl doch keine lupenreinen Demokraten waren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>H&ouml;here L&ouml;hne helfen der gesamten Wirtschaft<\/strong><br>\nEs kann nicht sein, dass s&auml;mtliche Risiken von den Arbeitnehmern getragen werden. Wir brauchen eine Trendwende bei den L&ouml;hnen. Ein Gastbeitrag von Gustav Horn<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2011-03\/lohn-wirtschaft-konjunktur\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Schleichwerbung in der Kita &ndash; Werbung zum Ausmalen<\/strong><br>\nViele Kitas k&ouml;nnen sich kein Papier mehr leisten. Da helfen Unternehmen gerne aus und schicken Malb&uuml;cher, Comics und Aufkleber &ndash; mit Markenlogos. [&hellip;] &ldquo;Kinderg&auml;rten sind schlecht ausgestattet, vor allem Papier ist oft Mangelware&rdquo;, sagt Ulf Lucas, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von Blattwerk Media. Die Firma findet Sponsoren f&uuml;r Kinderg&auml;rten und Grundschulen. [&hellip;] Vierzehn Prozent aller Kinderg&auml;rten in Deutschland befinden sich im Sponsoring-Pool der Vermittlungsfirma. Der Papiermangel wird hier mit Malb&uuml;chern und XXL-Malplakaten bek&auml;mpft. Neben den Wurstb&auml;rchen malen die Kinder die Heldinnen der Kindersendungen von Super RTL aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/bildung\/artikel\/1\/werbung-zum-ausmalen\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Deutschland ist Drehscheibe des internationalen Waffenhandels<\/strong><br>\nDeutschland spielt im internationalen Waffenhandel eine zentrale Rolle. Nach Informationen des SPIEGEL erteilten Beh&ouml;rden innerhalb weniger Jahre mehr als tausend Genehmigungen f&uuml;r den Transit von Kriegswaffen. Auch Waffenschmuggler nutzen offenbar die BRD als Umschlagplatz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/0,1518,748886,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Libyen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Libyen: Siegen wollen<\/strong><br>\nDer &Uuml;ber-Scheich: Dass Gaddafi auch im Ausland verk&uuml;ndet, er sei Beduine und gerne mal ein Zelt aufschl&auml;gt, ist mehr als nur eine Grille. Um seine Diktatur mit den libyschen Traditionen zu vers&ouml;hnen, muss er den komplizierten Beziehungsgeflechten der St&auml;mme gerecht werden.<br>\n&ldquo;Wir erkl&auml;ren dem Bruder Muammar, dass er kein Bruder mehr ist. Wir sagen, er soll das Land verlassen.&ldquo; Der Satz hatte Gewicht. Er wurde Libyens Alleinherrscher Muammar al-Gaddafi vom Scheich der gr&ouml;&szlig;ten Stammesf&ouml;deration des Landes entgegengeschleudert &ndash; in der gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen &Ouml;ffentlichkeit, wie sie der Sender Al-Dschasira schafft. Der Satz brachte die Verachtung gegen den Diktator so deutlich aus, wie es in der traditionellen Bezugswelt der St&auml;mme eben m&ouml;glich ist. Scheich Akram al-Warfalli hat sich ja nicht gegen Gaddafi emp&ouml;rt; das w&auml;re eine Aktion von unten. Er hat ihn versto&szlig;en, ein Verdikt von oben, ein Urteil mit absoluter Bedeutung. Es wurzelt in der Tradition der Stammesgesellschaft. Die Warfalla, denen zwischen einer halben und einer Million Libyer zugerechnet werden &ndash; die Quellen sind alles andere als eindeutig  &ndash; sind in einem Land mit gerade sechs Millionen Einwohnern ein entscheidender Faktor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/debatte\/siegen-wollen\/-\/1473340\/7561520\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man darf sich St&auml;mme nach landl&auml;ufiger Auffassung nicht als Nomadenst&auml;mme vorstellen. Sie sind in Libyen alle sesshaft geworden, allerdings pr&auml;gen die traditionalen Stammesstrukturen weiterhin die libysche Gesellschaft, wenn man von &ldquo;einer&rdquo; Gesellschaft &uuml;berhaupt sprechen kann. Der Nahost-Experte Hanspeter Mattes betont, dass die innerlibyschen Oppositionellen, die Exilopposition und selbst die Islamisten immer vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Stammeszugeh&ouml;rigkeit zu sehen sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,747115,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2011\/0228\/tagesthema\/0020\/index.html\">Er zieht sogar in Betrachtung, dass das Land in drei relativ autonomen Landesteilen, Cyrenaika, Tripolitanien und Fezzan zerfallen k&ouml;nne<\/a><\/p>\n<p>Letztlich sollten wir und dar&uuml;ber im Klaren sein, dass niemand das Land genau kennt, da es Journalisten oder gar Soziologen schlicht weg unm&ouml;glich war, die Entwicklung der libyschen Gesellschaft unter Gaddafi zu beobachten.\n<\/p><\/li>\n<li>\n<strong>Lucas Zeise &ndash; Gest&uuml;tzte Potentaten der Golfregion<\/strong><br>\nAuch in den Golfstaaten wollen aufm&uuml;pfige arabische B&uuml;rger ihre Monarchen st&uuml;rzen. Das wird ihnen schwerfallen &ndash; denn dort sind die Herrscher dem Westen zu wichtig.<br>\nW&auml;hrend der franz&ouml;sische Staatspr&auml;sident seine Ministerin entlie&szlig;, weilte der deutsche Christian Wulff am Golf. Beim Emir Hamad Bin Chalifa Al Thani von Katar, einer Halbinsel, die von Saudi-Arabien in den Persischen Golf hineinreicht und sehr viel Gas enthalten soll, sagte Wulff, niemand habe das Recht, auf die eigene Bev&ouml;lkerung zu schie&szlig;en, und meinte damit die libysche Polizei. Von Demokratie sprach Wulff lieber nicht. Das h&auml;tte den Emir verletzen k&ouml;nnen, denn der ist Monarch, nicht nur konstitutioneller, sondern ein richtiger. Wulff und Al-Thani sind sich funktionsm&auml;&szlig;ig zugetan. Al-Thani ist Gro&szlig;aktion&auml;r bei VW, Wulff vertrat vor seiner T&auml;tigkeit als Pr&auml;sident Deutschlands den Gro&szlig;aktion&auml;r Niedersachsen im Volkswagen-Aufsichtsrat. Auch lieben beide den Fu&szlig;ball.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:kolumne-lucas-zeise-gestuetzte-potentaten-der-golfregion\/60018776.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Gedanke, dass sich  die Bev&ouml;lkerung sich gegen Gaddafi Wende, da er sich westlichen W&uuml;nschen angepasst habe, ist eine sehr steile These. Grunds&auml;tzlich w&auml;re zu fragen, ob die erd&ouml;lf&ouml;rdernden L&auml;nder, egal unter welchem Regime, nicht darauf angewiesen sind, ihr &Ouml;l auf jeden Fall zu verkaufen. Dem Westen d&uuml;rfte es daher eigentlich ziemlich egal sein, ob es ob er sein Erd&ouml;l von einem Monarchen bzw. einem Autokraten anderen Stils oder von einem Gottesstaat bezieht. Die einzige Frage die sich f&uuml;r den Westen realpolitisch stellt wie, h&auml;ngt davon ab, ob ein Regime diese Einnahmen verwendet, um eine antiwestliche Au&szlig;enpolitik zu betreiben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Obama spricht von Milit&auml;rschlag<\/strong><br>\nDer US-Pr&auml;sident schlie&szlig;t es nicht mehr aus, zur Not auch mit der US-Armee in Libyen einzumarschieren, um die Gewalt des Gaddafi-Regimes zu beenden. Zudem will er eine Luftbr&uuml;cke einrichten, um &Auml;gypter in ihre Heimat auszufliegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/obama-sprich-von-militaerschlag\/-\/1472596\/7720180\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>OVG legt kommunalen Finanzausgleich dem Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz zur Entscheidung vor<\/strong><br>\nDie den Landkreisen gew&auml;hrten sog. Schl&uuml;sselzuweisungen haben im Jahre 2007 nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz gegen den verfassungsrechtlichen Anspruch auf eine angemessene kommunale Finanzausstattung versto&szlig;en. Deshalb hat das Oberverwaltungsgericht dem Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz die Frage vorgelegt, ob die Vorschriften des Finanzausgleichsgesetzes &uuml;ber die Ermittlung der Schl&uuml;sselzuweisungen mit der Verfassung f&uuml;r Rheinland-Pfalz vereinbar sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.justiz.rlp.de\/icc\/justiz\/nav\/699\/broker.jsp?uMen=6993f1d2-a512-11d4-a737-0050045687ab&amp;uCon=c9e21fef-a1d7-d218-dd72-3677fe9e30b1&amp;uTem=aaaaaaaa-aaaa-aaaa-aaaa-000000000042\">Ministerium der Justiz RP<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Entf&uuml;hrungslegende oder: Wie kam Eichmann nach Jerusalem?<\/strong><br>\nAm 11. April 1961 begann in Jerusalem der Prozess gegen den Kriegsverbrecher Adolf Eichmann. Der israelische Geheimdienst Mossad hat ihn in Argentinien aufgesp&uuml;rt und entf&uuml;hrt, so wird es seit Jahrzehnten berichtet. Der Eichmann-Prozess beherrschte dann monatelang die Schlagzeilen der Weltpresse. [&hellip;] Nach jahrelangen Recherchen entpuppt sich allerdings die bisher kolportierte Geschichte mehr und mehr als eine konstruierte Legende. CIA, BND und Nachrichtendienste der sozialistischen Staaten wussten sp&auml;testens seit Ende der 50er-Jahre, wo Eichmann war und was er und seine Nazi-Kameraden in Argentinien trieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/dossier\/1371889\/\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Bild-Werbung: taz-Anwalt gegen Ministerium<\/strong><br>\nNormalerweise l&auml;sst die Bild und ihr Chefredakteur Kai Diekmann keine Chance aus, sich mit der taz anzulegen. Dasselbe gilt jedoch auch andersherum. Neuestes Kapitel im ewigen Zoff der beiden Bl&auml;tter ist nun, dass die tageszeitung mit rechtlichen Mitteln gegen die Absicht des Bundesverteidigungsministeriums vorgeht, die neue Bundeswehrkampagne vorerst nur in der Bild zu schalten. In einem Unterlassungsbegehren fordert die taz von dem Ministerium &ldquo;die begrenzte Werbung zu unterlassen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/nl.meedia.de\/ceemes\/\/tl\/503789\/45037\/\">Meedia<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Guttenberg; US-Justiz geht gegen Schweizer Banker vor; Robert von Heusinger: Pakt f&uuml;r L&ouml;hne; VWL-Professoren &uuml;ber Europas Schuldenkrise; China attackiert den Dollar; Ungerechte Rente: Wer bis 67 arbeiten muss &ndash; und wer nicht; Krankes Renditedenken; Klaus-Peter Siegloch wird neuer Pr&auml;sident des BDL; Parteispenden von EADS, Philip Morris und Krauss-Maffei: Bundestag<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8573\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-8573","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8573"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8573\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8578,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8573\/revisions\/8578"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}