{"id":8579,"date":"2011-03-07T08:44:40","date_gmt":"2011-03-07T07:44:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8579"},"modified":"2011-03-07T08:44:40","modified_gmt":"2011-03-07T07:44:40","slug":"hinweise-des-tages-1342","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8579","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Revolutionen in Nordafrika; Tango Mit der Deutschen Bank; Schuldenkrise &ndash; Schon wieder wanken Banken; J. Bradford DeLong: Sinnloser Schmerz; Bischof unterliegt Atheisten; Petra Roth &ldquo;Aufstand der St&auml;dte&rdquo;: Eine Art Schadensbilanz; Merkel chaotisiert Zapfs&auml;ule; Rambos ohne Orientierung; Nach Stuttgart-21-Leserbrief &ndash; Vorladung aufs Revier; Wie das Pentagon Bradley Manning brechen will; Guttenberg-Demos; Stefan Mappus: Wir brauchen mehr Streitlust; Unter Generalverdacht gestellt; Bauer-Konzern jetzt komplett tariffreie Zone; L&uuml;gen mit Zahlen (KR\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Revolutionen in Nordafrika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Tango Mit der Deutschen Bank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Schuldenkrise &ndash; Schon wieder wanken Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">J. Bradford DeLong: Sinnloser Schmerz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Bischof unterliegt Atheisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Petra Roth &ldquo;Aufstand der St&auml;dte&rdquo;: Eine Art Schadensbilanz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Merkel chaotisiert Zapfs&auml;ule<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Rambos ohne Orientierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Nach Stuttgart-21-Leserbrief &ndash; Vorladung aufs Revier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Wie das Pentagon Bradley Manning brechen will<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Guttenberg-Demos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Stefan Mappus: Wir brauchen mehr Streitlust<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Unter Generalverdacht gestellt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Bauer-Konzern jetzt komplett tariffreie Zone<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">L&uuml;gen mit Zahlen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=8579&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Revolutionen in Nordafrika<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Interview mit Jean Ziegler &ndash; &ldquo;Gaddafi ist v&ouml;llig verr&uuml;ckt&rdquo;<\/strong><br>\nDer Schweizer Soziologe und UN-Berater Jean Ziegler hat den libyschen Despoten bei vielen Treffen als &ldquo;blitzgescheiten und analytisch begabten Menschen erlebt&rdquo;. Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber die Wandlung des Muammar al-Gaddafi, die Trag&ouml;die des libyschen Volkes &ndash; und die Gemeinsamkeiten mit Deutschland 1989.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/interview-mit-jean-ziegler-gaddafi-ist-voellig-verrueckt-1.1067974-2\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>&Auml;gypten: Ausnahme ist kein Zustand<\/strong><br>\nAm Donnerstag musste Ministerpr&auml;sident Ahmed Shafik, ein Vertreter der alten Garde, das Handtuch werfen. Die Milit&auml;rs &uuml;bergaben das Amt an den als integer bekannten Essam Sharif, der am Freitag auf dem Tahrir-Platz bejubelt wurde. Sharif betonte, dass er seine Legitimation den Demonstranten verdanke und ihre Forderungen durchsetzen werde. Die wollen mehr: Mehrere hundert Demonstranten st&uuml;rmten in der Nacht zum Samstag das Hauptquartier des Geheimdienstes in der Hafenstadt Alexandria, und in Kairo versammelten sich am Samstag aufgebrachte Menschen vor einer Geheimdienstzentrale im Bezirk Scheich Sajid. Beim Umbau des Systems geht es schnell voran. Innerhalb von nur zehn Tagen hat ein Komitee unter der Leitung des anerkannten und unabh&auml;ngigen Richters Tarek el-Bishri die Verfassung so umgearbeitet, dass sie demokratische Wahlen und demokratische Verh&auml;ltnisse erm&ouml;glichen soll. Schon am 19. M&auml;rz sollen die &Auml;gypter &uuml;ber diese Verfassungs&auml;nderungen abstimmen. Teile der Opposition f&uuml;rchten jedoch, dass die Entwicklung zu schnell und ohne ausreichende Diskussion voranschreitet.<br>\nDie vorgeschlagenen &Auml;nderungen der Verfassung, die am 26. Februar vorgestellt worden waren, erf&uuml;llen die meisten Forderungen der Opposition. Vor allem wird die &uuml;berm&auml;chtige Stellung des Pr&auml;sidenten beschnitten. H&ouml;chstens eine Wiederwahl bei einer verk&uuml;rzten Amtszeit von jeweils vier Jahren ist vorgesehen. Die &Uuml;berwachung der Wahlen durch die Justiz wird wiedereingef&uuml;hrt. Ein Gericht wird auch das letzte Wort bei Anfechtungen der Wahl haben. Seit 30 Jahren gilt in &Auml;gypten der Ausnahmezustand. Zuk&uuml;nftig soll ein Pr&auml;sident ihn nur mit Zustimmung des Parlaments verh&auml;ngen k&ouml;nnen. Sollte er mehr als sechs Monate dauern, w&auml;re eine Volksabstimmung n&ouml;tig. Auch in Verfahren gegen Terrorverd&auml;chtige sollen rechtsstaatliche Regeln und die Einhaltung der Menschenrechte gew&auml;hrleistet sein. Der Artikel, der Parteien mit religi&ouml;sen Referenzen die Zulassung verbietet, soll nicht ge&auml;ndert werden. Damit war bisher das Verbot der Muslimbruderschaft begr&uuml;ndet worden. Diese m&uuml;sste also ein neues Parteiprogramm ausarbeiten, wollte sie bei den Wahlen antreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/ausnahme-ist-kein-zustand\/v_print,3919498.html?p=\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Freiheit der anderen<\/strong><br>\nDer aus einem antityrannischen Aufstand erwachsene libysche B&uuml;rgerkrieg scheint derzeit in einem Patt zu stehen. W&auml;hrend die Weltgemeinschaft Gaddafi wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen will, ist ein milit&auml;rischer Sieg der einen oder anderen Seite nicht in Sicht. Daf&uuml;r hat sich ein Fl&uuml;chtlingsproblem ungeahnten Ausma&szlig;es entwickelt, das der Westen pflichtschuldig zu l&ouml;sen versucht. Die Wucht dieser humanit&auml;ren Krise, die derzeit noch mit rein logistischen, nichtmilit&auml;rischen Mitteln mindestens gelindert werden kann, schenkt dem Westen eine Atempause, in der er das entscheidende politisch-moralische Problem umgehen kann. Kann, soll und darf sich der Westen milit&auml;risch &ndash; und sei es &ldquo;nur&rdquo; mit einer vom Sicherheitsrat verh&auml;ngten Flugverbotszone &ndash; in diesen B&uuml;rgerkrieg einmischen? Realpolitisch, mit Blick auf absehbare Folgen und nicht kalkulierbare Nebenfolgen, verbietet sich jede milit&auml;rische Einmischung. [&hellip;]<br>\nEine direkte milit&auml;rische Intervention zugunsten der Aufst&auml;ndischen verbietet sich also aus realpolitischen und v&ouml;lkerrechtlichen Gr&uuml;nden. Das hei&szlig;t aber nicht, dass der Westen, die EU, also auch Deutschland die H&auml;nde in den Schoss legen und sich auf das Retten von Fl&uuml;chtlingen beschr&auml;nken m&uuml;ssen. Immerhin w&auml;re es denkbar, eine demn&auml;chst gebildete Regierung der libyschen Revolution sogar dann anzuerkennen, wenn sie noch nicht das ganze Territorium beherrscht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/die-freiheit-der-anderen-1\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Nutzlose Sanktionen: &Ouml;l-Millionen flie&szlig;en weiter an Gaddafi<\/strong><br>\nLibyens Zentralbank habe die Kontrolle &uuml;ber Gelder aus den Roh&ouml;lexporten &ndash; und damit potenziell auch Gaddafi, schreibt die &ldquo;Financial Times&rdquo; aus London unter Berufung auf Experten. Grund sei, dass die Sanktionen der UN und der EU nicht auf die Zentralbank zielten und die Sanktionen der USA Firmen libyscher Eigner im Ausland nicht betr&auml;fen. In der letzten Februarwoche hat das Land nach Angaben der Zeitung rund 570 000 Barrel Roh&ouml;l pro Tag exportiert. In dieser Woche sei die Menge auf 400 000 Barrel gesunken, berichteten &Ouml;lexperten und Schiffsmakler dem Blatt. Bei derzeitigen Preisen w&auml;ren so etwa 770 Millionen Dollar (551 Mio. Euro) in das Land geflossen.<br>\nSollte es Gaddafi schaffen, den &Ouml;lexport auf dem Stand von Freitag zu halten, k&ouml;nne das Land weiterhin pro Woche fast 200 Millionen Dollar einnehmen. Daran h&auml;tten mehrere Experten allerdings Zweifel. Viele Raffinerien und Reedereien haben aus Sorge um ihren Ruf die Kontakte zu dem von schweren Unruhen zerr&uuml;tteten Land abgebrochen. Chinesische und indische Firmen w&uuml;rden allerdings weiterhin Roh&ouml;l aus Libyen beziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:nutzlose-sanktionen-oel-millionen-fliessen-weiter-an-gaddafi\/60021641.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bezeichnenderweise wurde &uuml;ber Libyens entscheidende Ressource keine Sanktion verh&auml;ngt. Wie viele Raffinerien und Reedereien ihre Beziehungen zu Gaddafi freiwillig ruhen lassen, w&uuml;rde man doch gerne genauer wissen.  Au&szlig;enminister Guido Westerwelle  hatte sich Ende Februar auf einem   Treffen der Au&szlig;enminister aus den USA, Frankreich, Gro&szlig;britannien und Italien am Rande der Sitzung des UN-Menschenrechtsrates f&uuml;r das &bdquo;Einfrieren von s&auml;mtlichen Zahlungen an Libyen&ldquo; f&uuml;r einen Zeitraum von 60 Tagen ausgesprochen. Dazu geh&ouml;re beispielsweise auch die Begleichung von &Ouml;l-Rechnungen. &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/krise-in-der-arabischen-welt\/libyen-sanktionen-reiseverbote-kontosperrungen-und-waffenembargo_aid_604208.html\">Wir m&uuml;ssen verhindern, dass frisches Geld in die H&auml;nde von Herrn Gaddafi kommt.<\/a>&ldquo;<br>\nDer Vorschlag wurde bisher in keiner Form aufgegriffen. Soweit sind wir von der Haltung Indiens oder Chinas nicht entfernt: Business as usual.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das B&uuml;ndnis der EU mit Libyen bei der Fl&uuml;chtlingsbek&auml;mpfung<\/strong><br>\nDie westlichen Gro&szlig;m&auml;chte bereiten derzeit ein milit&auml;risches Eingreifen gegen Libyen vor und f&uuml;hren dazu &bdquo;humanit&auml;re&ldquo; Vorw&auml;nde ins Feld. Der deutsche Au&szlig;enminister Guido Westerwelle hat erkl&auml;rt, man k&ouml;nne &bdquo;nicht zusehen, wie Menschen ermordet werden&ldquo;. Doch genau das hat die Europ&auml;ische Union &uuml;ber die letzten Jahre getan, als sie mit den Diktaturen in Libyen und Tunesien bei der Fl&uuml;chtlingsabwehr eng zusammenarbeitete.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wsws.org\/de\/2011\/mar2011\/fluc-m03.shtml\">WSWS<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Tango Mit der Deutschen Bank<\/strong><br>\nDer Emissionshandel soll eigentlich den Umweltschutz f&ouml;rdern. Fabriken und Kraftwerke, die sauber produzieren, k&ouml;nnen nicht ben&ouml;tigte Verschmutzungsrechte an Unternehmen ver&auml;u&szlig;ern, die noch zu viel Kohlendioxid (CO2) aussto&szlig;en. Und die &uuml;ber den teuren Ankauf von CO2-Zertifikaten gedr&auml;ngt werden sollen, weniger Schadstoffe in die Atmosph&auml;re zu pusten. Eine sch&ouml;ne Idee, die aber wohl ziemlich zwielichtige Gestalten angezogen hat.<br>\nInternational agierende Banden sollen den Staat beim Handel mit Verschmutzungsrechten (Emissionszertifikate) um horrende Betr&auml;ge gesch&auml;digt haben. Es gibt mehr als 150 Beschuldigte, meist Firmenchefs und weitere Gesch&auml;ftsleute. Vier von ihnen sitzen in Untersuchungshaft, zum Teil schon seit fast einem Jahr.<br>\nDie Dimension der Schmutzdeals ist immens. In den vergangenen Wochen haben Finanz&auml;mter aus ganz Deutschland begonnen, den Schaden f&uuml;r den Staat auszurechnen. Ergebnis: 15 Firmen sollen zusammen mehr als 300 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Und das ist nur eine erste Zwischenbilanz. Insgesamt 50 Firmen sollen den Fiskus betrogen haben. Der Gesamtschaden betr&auml;gt nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt 850 Millionen Euro. [&hellip;]<br>\nDie Fahnder, die mit den Kollegen in Frankfurt eng kooperieren, stie&szlig;en gleich auf drei &ldquo;Hauptlieferstr&auml;nge&rdquo;, die &uuml;ber die Deutsche Bank abgewickelt worden seien. Die Gro&szlig;bank sei jeweils das letzte Glied in der Kette gewesen und habe beim Fiskus mehr als 100 Millionen Euro an Umsatzsteuer-R&uuml;ckerstattung geltend gemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/emissionshandel-grossbetrug-tango-mit-der-deutschen-bank-1.1068304\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Schuldenkrise &ndash; Schon wieder wanken Banken<\/strong><br>\nBald gipfelt es wieder in Europa. Aber die Politiker verschweigen die fragile Lage ihrer Banken. Dabei ist das der Kern der Euro-Krise. Die Krise ist wieder dort angekommen, wo sie einmal anfing. [&hellip;]<br>\nAber das stimmt nicht. Es geht auch um Banken. Auch um deutsche Banken. Dazu lohnt ein Blick zur&uuml;ck auf die Rettung Irlands im vorigen Herbst. Europa dr&auml;ngte Irland geradezu unter den europ&auml;ischen Rettungsschirm. Warum? Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte die Rettung Irlands damals als Euro-Rettung. &bdquo;Um die starke Stellung des Euro zu halten, m&uuml;ssen wir die Schw&auml;chen beseitigen.&ldquo;<br>\nUnter &Ouml;konomen macht indes eine plausiblere Erkl&auml;rung die Runde: Die irische Regierung hatte damals erwogen, auf Hilfe aus dem Rettungsfonds zu verzichten. Daf&uuml;r wollte sie aber ihre Banken, die am Abgrund standen, in ein Insolvenzverfahren schicken. Dann aber h&auml;tten die Gl&auml;ubiger der irischen Banken bluten m&uuml;ssen und zumindest auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten m&uuml;ssen. Das h&auml;tte gerade die deutschen Banken stark getroffen. Kein Wunder, dass die Idee im Europ&auml;ischen Rat auf heftige Ablehnung stie&szlig; &ndash; besonders bei den Deutschen. Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Gr&uuml;nen im Bundestag, sagt: &bdquo;Alle Anzeichen sprechen daf&uuml;r, dass das der wahre Grund gewesen ist.&ldquo; [&hellip;]<br>\nEuropa hat sich entschieden, in der Krise die B&uuml;rger zur Kasse zu bitten und die Banken ungeschoren davonkommen zu lassen. [&hellip;] Das Ganze funktioniert nur, weil die Banken im Verh&auml;ltnis zu den Staaten so unglaublich gro&szlig; geworden sind. &bdquo;Allein die Anglo Irish Bank in Irland brauchte eine Rettung in H&ouml;he von 20 Prozent des j&auml;hrlichen Bruttoinlandsprodukts Irlands&ldquo;, sagt Fuest.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF\/Doc~ED382A0CB91C2476AB4D3386B343FB50E~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>J. Bradford DeLong: Sinnloser Schmerz<\/strong><br>\nHeute sehen wir im Vergleich zum Trend vor der Rezession einen nominellen Nachfrageausfall von 8%, keine Anzeichen anziehender Inflation, und Arbeitslosenquoten in der Nordatlantikregion, die mindestens drei Prozentpunkte &uuml;ber jeder glaubhaften Nachhaltigkeitssch&auml;tzung liegen. Und obwohl Politiker, die kein Wirtschaftswachstum und keine hohen Besch&auml;ftigungsraten sichern k&ouml;nnen, meist die n&auml;chsten Wahlen verlieren, rufen die Verantwortlichen in Europa und den USA lautstark nach politischen Ma&szlig;nahmen, die kurzfristig Wirtschaftsleistung und Besch&auml;ftigung verringern w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/delong111\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bischof unterliegt Atheisten<\/strong><br>\nDer Regensburger Bischof Gerhard Ludwig M&uuml;ller hat im Rechtsstreit mit dem Philosophen Michael Schmidt-Salomon eine Niederlage erlitten: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof sah es als erwiesen an, dass M&uuml;ller in der Auseinandersetzung mit Schmidt-Salomon die &bdquo;Pflicht zur Sorgfalt, Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit&ldquo; nicht erf&uuml;llt hat. Ein Urteil mit weitreichenden Folgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wochenblatt.de\/nachrichten\/regensburg\/regionales\/Bischof-unterliegt-Atheisten;art1172,37364\">Wochenblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Petra Roth &ldquo;Aufstand der St&auml;dte&rdquo;: Eine Art Schadensbilanz<\/strong><br>\nDie j&uuml;ngste, im Jahr 2008 einsetzende Finanzkrise, die man oft mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 vergleicht , hat in den bundesrepublikanischen St&auml;dten, Landkreisen und Gemeinden gro&szlig;e Sch&auml;den angerichtet. Die Kommunen erwarteten angesichts dieser Lage, dass die von der Bundesregierung angepeilte Reform der Gemeindefinanzen etwas bringen w&uuml;rde&hellip;<br>\nUm es deutlich zu machen. Sozialpolitisch sind wir l&auml;ngst am Ende der Fahnenstange angekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/debatte\/eine-art-schadensbilanz\/-\/1473340\/7720602\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Merkel chaotisiert Zapfs&auml;ule<\/strong><br>\nZumindest f&uuml;r eine ist das E10-Debakel an deutschen Tankstellen super &ndash; die Mineral&ouml;lindustrie. Sie macht erstens ein gutes Gesch&auml;ft, weil die Autofahrer den mit 10 Prozent Bioethanol angereicherten Sprit meiden und stattdessen das teure Super kaufen. Und sie darf sich zweitens zur&uuml;cklehnen, weil sich die Umweltpolitik von selbst erledigt. Zu st&uuml;mperhaft ist die Einf&uuml;hrung des Kraftstoffs, der der Umwelt nicht mal viel hilft. [&hellip;]<br>\nBiomasse kann k&uuml;nftig wom&ouml;glich zur Energiegewinnung beitragen, im Tank n&uuml;tzt sie aber wenig. Wer dem Klima helfen, den Spritkonsum drosseln will, muss das Auto abspecken und die PS-Fantasien in der Garage lassen. [&hellip;]<br>\nDass sich Merkels Truppe dies nicht traut, ist &auml;rgerlich. Sie verwirrt lieber Tausende Autofahrer, als f&uuml;nf deutsche Konzernchefs zu behelligen. Dabei w&uuml;rde das nicht nur dem gebeutelten Planeten helfen, es w&auml;re auch im Interesse der Konzerne und Arbeitnehmer: Sie k&ouml;nnten sich Absatzm&auml;rkte sichern in Zeiten hoher &Ouml;lpreise. Die Regierung habe die Verbraucher bei E10 nicht mitgenommen, so erkl&auml;ren die Spin-Doctors das Debakel. Mag sein. Viel wichtiger: Die Regierung muss die Unternehmer mitnehmen, besser gesagt: n&ouml;tigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/merkel-chaotisiert-zapfsaeule\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Rambos ohne Orientierung<\/strong><br>\nNach dem Dresdner Nazi-Aufmarsch st&uuml;rmte das SEK in filmreifer Manier die R&auml;ume der Linkspartei. Die klagt nun. Hat sich die Polizei nur in der Adresse geirrt? [&hellip;]<br>\nLaut Schollbach war das Vorgehen der Beamten in dreifacher Hinsicht rechtswidrig. Die richterliche Anordnung erging nur m&uuml;ndlich. Die sp&auml;ter nachgereichte Begr&uuml;ndung von drei S&auml;tzen gen&uuml;ge &ldquo;nicht einmal minimalen Rechtsstaatsbed&uuml;rfnissen&rdquo;, sagte Schollbach. Alle Computer wurden inzwischen vollst&auml;ndig zur&uuml;ckgegeben, und laut Staatsanwaltschaft gibt es weder gegen Linke noch gegen Mitglieder des &ldquo;Roten Baums&rdquo; ein Ermittlungsverfahren. In dessen Vereinsgeb&auml;ude war am Demonstrationstag niemand anwesend. Schlie&szlig;lich sei das Vorgehen der Beamten unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/rambos-ohne-orientierung\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Nach Stuttgart-21-Leserbrief &ndash; Vorladung aufs Revier<\/strong><br>\nDas rigorose Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Stuttgart-21-Gegner besch&auml;ftigt immer h&auml;ufiger auch die Rechtsanw&auml;lte der Landeshauptstadt, bei denen sich die Verfahren, die mit dem Widerstand gegen das Bahnprojekt zusammenh&auml;ngen, langsam h&auml;ufen. Nach der Berichterstattung in der StZ &uuml;ber eine richterlich angeordnete Wohnungsdurchsuchung in Untert&uuml;rkheim sind weitere F&auml;lle bekannt geworden, die von den Betroffenen als Einsch&uuml;chterungsaktionen empfunden worden sind. [&hellip;]<br>\nSelbst Meinungs&auml;u&szlig;erungen in Form von Leserbriefen an Tageszeitungen k&ouml;nnen dazu f&uuml;hren, dass deren Autoren ins Visier der Beh&ouml;rden geraten &ndash; wie im Fall des in Sachsenheim wohnenden geb&uuml;rtigen Stuttgarters Ulrich Scheuffele. Unter der &Uuml;berschrift &ldquo;Die Presse schweigt&rdquo; hatte er nach einer Demo am 4. Dezember vor dem Neuen Schloss einen Brief an die &ldquo;Bietigheimer Zeitung&rdquo; verfasst. Darin setzte er sich kritisch mit dem Polizeieinsatz auseinander, bei dem Beamte bei der Verfolgung eines jungen Mannes, der diese beleidigt haben soll, eine Frau umgerannt hatten. Sie wurde dabei schwer verletzt und hat inzwischen Anzeige erstattet.<br>\nScheuffele wurde als Zeuge aufs &ouml;rtliche Revier vorgeladen, wo er nach eigenen Worten &ldquo;ausgequetscht&rdquo; worden sei. Der Vorfall selbst sei dabei nicht Gegenstand der Befragung gewesen. Vielmehr h&auml;tten die Beamten wissen wollen, ob er N&auml;heres &uuml;ber die R&auml;delsf&uuml;hrer einer Befreiungsaktion f&uuml;r den fl&uuml;chtigen Demonstranten wisse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.nach-stuttgart-21-leserbrief-vorladung-aufs-revier.679a019c-2406-423f-b34c-6a71b9131027.html\">Stuttgarter Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es ist besch&auml;mend, mit ansehen zu m&uuml;ssen, wie die Stuttgarter Beh&ouml;rden die Projektgegner kriminalisieren und dabei s&auml;mtliche Regeln des Anstandes verletzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wie das Pentagon Bradley Manning brechen will<\/strong><br>\nVor wenigen Tagen hat das Pentagon weitere Anklagepunkte gegen den 23-j&auml;hrigen Bradley Manning erhoben, der seit Ende Juli 2010 im Hochsicherheitstrakt des Milit&auml;rgef&auml;ngnisses im Marinest&uuml;tzpunkt Quantico in Einzelhaft sitzt. Er wird nun beschuldigt, mit dem Feind kollaboriert zu haben, wenn auch nur indirekt, worauf die Todesstrafe stehen kann. Offenbar will man Manning zumindest lebenslang hinter Gittern verschwinden lassen. Sein Anwalt berichtet, dass nun die sowieso schon harten Haftbedingungen weiter versch&auml;rft wurden, was den Eindruck entstehen l&auml;sst, dass man so den jungen Mann brechen will.<br>\nNicht nur Mannings Anwalt und seine Unterst&uuml;tzer, auch Amnesty International hat dem Pentagon vorgeworfen, dass die Haftbedingungen unmenschlich seien und gegen die Menschenrechte versto&szlig;en. Der UN-Sonderbotschafter f&uuml;r Folter hat eine Untersuchung eingeleitet.<br>\nIn seiner 6,7 Quadratmeter gro&szlig;en Zelle, in der er t&auml;glich 23 Stunden alleine eingesperrt ist, gibt es nicht einmal einen Stuhl und einen Tisch, um Mahlzeiten einzunehmen. Wenn er von Anw&auml;lten oder Freunden besucht wird, wird er angekettet, obgleich er niemals aggressiv war, st&auml;ndig wird er befragt, wie es ihm geht, alle 5 Minuten wird er von den Wachen gefragt, ob sein Befinden in Ordnung ist, worauf er antworten muss. Das geschieht auch nachts. Pers&ouml;nliche Gegenst&auml;nde darf er nicht besitzen. Und auch weitere Haftbedingungen f&uuml;r einen zudem nicht Verurteilten sind bewusste Qu&auml;lereien. Eine Bettdecke und ein Kissen werden ihm verweigert, er muss in seiner Zelle in Unterhosen schlafen. Erw&auml;hnt werden muss nicht, dass seine Zelle permanent mit Videokameras &uuml;berwacht wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/149387\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Guttenberg-Demos<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Das Volk fehlt<\/strong><br>\nSie machten es ganz wie ihr Vorbild: Erst kamen die gro&szlig;en Posen &ndash; dann eine schlechte Performance. Die Offline-Demos f&uuml;r Guttenberg blieben eine Randnotiz. Er hat es sich nicht nehmen lassen, heute selbst dabei zu sein: Die Brille, der Anzug, die Pomade im Haar. Das ist er, Karl-Theodor zu Guttenberg oder zumindest sein Double. Mit seiner Stephanie unterm Arm schreitet er tapfer umher, hier auf dem Hamburger G&auml;nsemarkt, und er sagt: &ldquo;Ich wei&szlig; jetzt, ich will Deutschland treu bleiben, weil Deutschland mir treu geblieben ist.&rdquo; Das passt an diesen Ort in Hamburg, an diesem Wochenende. Denn hier gibt es einige von diesen Deutschen, die ihm treu geblieben sind. [&hellip;] Doch zugegeben: Das Volk fehlt.<br>\n500 Menschen stehen hier am G&auml;nsemarkt. Das soll die Zentralveranstaltung der bundesweiten Guttenberg-Demonstrationen sein. Aber wer hier auf wessen Seite steht, ist nicht ganz klar. Gut die H&auml;lfte ist verkleidet und treibt Sp&auml;&szlig;e: M&auml;nner in Barbour-Jacken verteilen Doktortitel. Auf ihren Transparenten steht: &ldquo;Sch&ouml;ne Herrscher braucht das Land&rdquo; und &ldquo;Haargel ist kein Verbrechen&rdquo;.<br>\nAuch vier &auml;ltere Damen mit Hut, Sonnenbrille, falschem Pelz und roten Clownsnasen im Gesicht fallen sofort auf. &ldquo;Ich bin aus Blankenese&rdquo;, sagt eine mit spitzem L&auml;cheln und zieht dabei jedes &ldquo;e&rdquo; &uuml;bertrieben in die L&auml;nge. &ldquo;Wir wollen Guttenberg zur&uuml;ck, wir brauchen einfach sch&ouml;ne M&auml;nner im Parlament&rdquo;, sagt sie. Und au&szlig;erdem w&uuml;rde in Zukunft ohne ihn ein Showmaster in Afghanistan fehlen. Dann schreit sie in die Menge und h&auml;lt ihr Plakat hoch: &ldquo;Sch&ouml;nheit vor Wahrheit!&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/alltag\/artikel\/1\/das-volk-fehlt\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wenn sich die Union, aber auch manche Medien nicht arg verrechnet haben. Das Anklicken auf Facebook oder auch bei manchen Tageszeitungen ist nicht identisch mit Demonstrieren und wahrscheinlich auch nicht mit &ldquo;Zur-Wahl Gehen&rdquo;.<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> In den zu Guttenberg-Demonstrationen manifestierte sich eine vordemokratische Sehnsucht nach dem gro&szlig;en, einsamen Entscheider, der ohne R&uuml;cksicht auf Verluste durchregiert. Die Sympathiekundgebungen sind Symptom f&uuml;r die wachsende Personalisierung der Politik. Ausschlie&szlig;lich auf einzelne Personen fokussierte Kampagnen sind &uuml;blicherweise ein Kennzeichen von obrigkeitsstaatlichen Regimes oder von Diktaturen und ein Ausdruck daf&uuml;r, dass ein demokratisches System, das aus dem Wettbewerb um politische Konzepte unterschiedlicher Parteien lebt, immer mehr an Bedeutung verliert. Es ist ein Beleg daf&uuml;r, dass mit Kampagnen (vor allem der Bild-Zeitung) f&uuml;r angeblich charismatische Eigenschaften von Politikern Debatten um die realen Probleme oder um Interessenkonflikte v&ouml;llig in den Hintergrund gedr&auml;ngt werden k&ouml;nnen.<\/em><br>\n<em>Bundestagspr&auml;sident Lammert hat den Fall zu Guttenberg daher zu Recht als &bdquo;Sargnagel f&uuml;r das Vertrauen in unsere Demokratie&ldquo; bezeichnet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Fischer-Lescano zur Plagiats-Aff&auml;re: &bdquo;Die Uni Bayreuth h&auml;tte Vorsatz feststellen m&uuml;ssen&ldquo;<\/strong><br>\nDie Universit&auml;t Bayreuth hat es sich und Guttenberg zu leicht gemacht, als sie sich beim Entzug des Doktortitels davor dr&uuml;ckte, eine T&auml;uschung auch eine T&auml;uschung zu nennen. Sie hat es verpasst, f&uuml;r die Integrit&auml;t der Wissenschaft Partei zu ergreifen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wissenschaft\/-die-uni-bayreuth-haette-vorsatz-feststellen-muessen-\/-\/1472788\/7738518\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Bei der wundersamen Fan-Vermehrung des Ex-Ministers auf Facebook tauchen Ungereimtheiten auf<\/strong><br>\nNach FR-Recherchen geht es dabei anscheinend aber nicht mit rechten Dingen zu. Denn einer Fortsetzung der Guttenberg-Kampagne im Boulevardblatt Bild mit anderen Mitteln gleich, vermehren sich die Fans im Sozialnetzwerk auf wundersame Weise. So listet etwa der Medienberater Peter Berger, selbst einst lange als Reporter bei Bild, in seinem Internet-Blog zahlreiche Hinweise daf&uuml;r auf, die ihn zu dem Schluss kommen lassen, die Guttenberg-Fanseiten k&ouml;nnten gef&auml;lscht sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/guttenberg--gefaellt-mir\/-\/1472596\/7754668\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Stefan Mappus: Wir brauchen mehr Streitlust<\/strong><br>\nMinisterpr&auml;sident Stefan Mappus sprach mit dem Tagesspiegel &uuml;ber Stuttgart 21, die Landtagswahl und das Profil der CDU nach Guttenbergs R&uuml;cktritt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wir-brauchen-mehr-streitlust\/3919414.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die &uuml;bliche Verbiegerei in der Aff&auml;re Guttenberg entlarvt sich in der spontanen Aussage zu Beginn des Interviews: &ldquo;Diese Melange aus jugendlichem Auftreten, herausragenden rhetorischen F&auml;higkeiten, aus Spontaneit&auml;t und Verl&auml;sslichkeit, dazu der Glamour-Faktor des Adeligen, das Ganze noch im Gespann mit seiner Frau &ndash; das alles war einzigartig. Sein R&uuml;ckzug ist f&uuml;r die Union ein Riesenverlust.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Wer etwas mehr &uuml;ber die Projektionsfl&auml;che Adel f&uuml;r uns Deutsche wissen m&ouml;chte, informiere sich <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/panorama\/vom_schein_des_deutschen_adels_1.9780222.html\">im Ausland<\/a>.<\/em> <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Unter Generalverdacht gestellt<\/strong><br>\nDie Klausel forciert ein Klima des Misstrauens, schreiben &uuml;ber 80 Experten und Initiativen an Kanzlerin Merkel. Es sei nicht Aufgabe der Zivilgesellschaft, Kollegen zu bespitzeln.<br>\nEin breites B&uuml;ndnis von zivilgesellschaftlichen Initiativen, Wissenschaftlern und Bildungstr&auml;gern hat in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die Extremisklausel protestiert. &ldquo;Der Zwang f&uuml;r die betroffenen Tr&auml;ger, eine ,Demokratieerkl&auml;rung&rsquo; zu unterschreiben (&hellip;) forciert ein gesellschaftliches Klima des Misstrauens&rdquo;, hei&szlig;t es in dem am Freitag ver&ouml;ffentlichten Schreiben. Eine P&auml;dagogik, die auf demokratischen Prinzipien beruhe, brauche Vertrauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/unter-generalverdacht-gestellt\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bauer-Konzern jetzt komplett tariffreie Zone<\/strong><br>\nDer Hamburger Medienkonzern Bauer r&auml;umt auf. Im Januar dieses Jahres lagerte die Verlagsgruppe die Produktion der von ihr im Druckzentrum Barleben produzierten sachsen-anhaltischen Tageszeitung Volksstimme unvermittelt aus. Dann wurden die 19 tariflich entlohnten und langj&auml;hrig im Unternehmen besch&auml;ftigten Fachkr&auml;fte in einer Nacht- und Nebelaktion an die Luft gesetzt. Statt dessen produzieren nun Leiharbeiter die Volksstimme &ndash; zum halben Lohn. Die zum 31. August 2011 gek&uuml;ndigten und seit dem 17. Januar &raquo;unwiderruflich von der Arbeit freigestellten&laquo; Drucker wollen jetzt klagen, nachdem ein Antrag auf Einstweilige Verf&uuml;gung gegen das K&uuml;ndigungsbegehren scheiterte.<br>\nDie Leiharbeiter im Druckhaus Barleben erhalten laut ver.di einen Gesamt-Stundenlohn von rund zehn Euro, alle Zulagen mit einberechnet. F&uuml;r den Unternehmer sei das ein guter Deal. Damit bezahle er nicht einmal die H&auml;lfte der &uuml;blichen Tarifl&ouml;hne (inklusive Nachtschicht- und Wochenendzuschl&auml;gen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld). &raquo;Der Zeitungsverleger Bauer hat berufserfahrene Drucker arbeitslos gemacht&laquo;, so das Res&uuml;mee der Gewerkschaft. &raquo;Er hat sie ohne Not, nur um seine Gewinne zu steigern, gegen preiswerteres Leiharbeitspersonal ausgetauscht&laquo;. Mit diesem &raquo;letzten Akt der Willk&uuml;r&laquo; gebe es zudem in Deutschland kein Unternehmen des Verlegers Bauer mehr, das tarifgebunden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/03-05\/047.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Bauer-Verlag ist nicht irgendwer. Wer m&ouml;chte, informiere sich beim NDR: &ldquo;Bauer ist Marktf&uuml;hrer beim Klatsch und beim Tratsch: &ldquo;Neue Post&rdquo;, &ldquo;Das Neue Blatt&rdquo; und &ldquo;Das Neue&rdquo; hei&szlig;en Bauers bunte Bl&auml;tter. Und nat&uuml;rlich &ldquo;Bella&rdquo;, &ldquo;Tina&rdquo; und &ldquo;Laura&rdquo;. Bei den Frauenzeitschriften ist die Hamburger Verlagsgruppe deutscher Spitzenreiter. Bei den Programmheften wie &ldquo;TV Movie&rdquo; und &ldquo;tv14&rdquo; auch &ndash; und die Jugendzeitschrift &ldquo;Bravo&rdquo; regiert quasi seit Menschengedenken &ndash; genauer: seit 1956 &ndash; im Zahnspangenlager. 42 Zeitschriften hat der Verlag in Deutschland &ndash; mit einer Gesamtauflage von rund 16 Millionen Heften. Zusammen mit Bauers T&ouml;chtern sind es noch wesentlich mehr: Allein der Pabel-Moewig-Verlag aus dem badischen Rastatt hat noch mal 30 regelm&auml;&szlig;ig erscheinende Titel im Programm. Jeder zweite Deutsche lese ein Bauer-Blatt, <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/regional\/unternehmen\/unternehmensportraet20.html\">sagt der Bauer-Verlag<\/a>.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>L&uuml;gen mit Zahlen<\/strong><br>\nEs gibt zahlreiche Methoden, um mit Zahlen zu manipulieren. Eine weitverbreitete ist der verzerrende Umgang mit absoluten und relativen Zahlen, sprich Prozentzahlen. Gerd Bosbach macht das an den angeblich explodierenden Ausgaben f&uuml;r den Sozialstaat deutlich:<br>\n&ldquo;Der Sozialstaat der wuchert, der muss beschnitten werden. Es werden Zahlen genannt, das seit 1991 die Sozialausgaben in Deutschland um 70 Prozent gewachsen sind. Wenn man diese Zahl h&ouml;rt, erschreckt man. Auch ich erschrecke dann.&rdquo;<br>\nWenn man die Zahlen allerdings mal etwas genauer unter die Lupe nimmt, dann relativiert sich die hohe Prozentzahl schnell. Zum einen gibt es eine Inflationsrate. Zum anderen sind im selben Zeitraum ist auch der Wohlstand und die Wirtschaftsleistung insgesamt gestiegen.<br>\n&ldquo;Denn wenn die Wirtschaft w&auml;chst, k&ouml;nnen wir auch mehr f&uuml;r das Soziale ausgeben. Wenn man sich die Zahlen anguckt, ist man v&ouml;llig &uuml;berrascht. Da ist n&auml;mlich die Sozialleistung &uuml;berhaupt nicht gestiegen. Sie sind halt seit 1991 so um die 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, worin wir unsere Wirtschaft messen. Und wenn man dann noch l&auml;nger in die Vergangenheit zur&uuml;ckguckt, halt in den Bereich von Westdeutschland, dann ist es seit 1975, haben wir, geben wir konstant 30 Prozent f&uuml;r Soziales aus. Und jetzt wird der Schuh ein ganz anderer. Unsere sozialen Probleme sind seit 1975 massiv gewachsen. Wir geben aber anteilsm&auml;&szlig;ig genau so viel aus wie 1975. Also haben wir keinen Wildwuchs, sondern eine Beschneidung des Sozialen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/studiozeit-ks\/1402530\/\">DLF<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Revolutionen in Nordafrika; Tango Mit der Deutschen Bank; Schuldenkrise &ndash; Schon wieder wanken Banken; J. Bradford DeLong: Sinnloser Schmerz; Bischof unterliegt Atheisten; Petra Roth &ldquo;Aufstand der St&auml;dte&rdquo;: Eine Art Schadensbilanz; Merkel chaotisiert Zapfs&auml;ule; Rambos ohne Orientierung; Nach Stuttgart-21-Leserbrief &ndash; Vorladung aufs Revier; Wie das Pentagon Bradley Manning brechen will;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8579\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-8579","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8579","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8579"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8579\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8581,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8579\/revisions\/8581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}