{"id":86113,"date":"2022-07-21T16:46:27","date_gmt":"2022-07-21T14:46:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86113"},"modified":"2022-07-21T17:45:30","modified_gmt":"2022-07-21T15:45:30","slug":"leserbriefe-zu-die-wann-endlich-hoeren-die-verneigungen-vor-der-allgemein-ueblichen-empoerung-ueber-putins-aggressionsverbrechen-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86113","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eWann endlich h\u00f6ren die Verneigungen vor der allgemein \u00fcblichen Emp\u00f6rung \u00fcber \u201ePutins Aggressionsverbrechen\u201c auf!\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86030\">In diesem Artikel<\/a> wird darauf hingewiesen, dass &bdquo;ganz selten&ldquo; Artikel und Videos &bdquo;ohne die Beschw&ouml;rung der allgemeinen Emp&ouml;rung &uuml;ber Russlands Krieg in der Ukraine&ldquo; ausk&auml;men. Albrecht M&uuml;ller meint &ndash; auch selbstkritisch &ndash; dass viele gute Beitr&auml;ge &bdquo;so relativiert, aus meiner Sicht oft auch entwertet&ldquo; w&uuml;rden. Hinterfragt wird beispielhaft der von Heribert Prantl verwendete Begriff &bdquo;Putins Aggressionsverbrechen&ldquo;, der &bdquo;so undifferenziert&ldquo; sei. Abschlie&szlig;end wird vorgeschlagen, &bdquo;endlich damit aufzuh&ouml;ren&ldquo;, solche Formulierungen zu verwenden. Danke f&uuml;r die interessanten Leserbriefe. Hier eine Auswahl. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>. Danke f&uuml;r die ausgezeichneten Analysen, die in den Leserbriefen enthalten sind. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Werter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Vielen Dank, f&uuml;r diese ehrlichen und offenen Worte!<\/p><p>Mir geht es ganz genauso!<\/p><p>Ich finde es widerw&auml;rtig und abstossend, selbst gute Analysen lesen zu m&uuml;ssen, die erst einmal mit einem Kotau vor dem offiziellen Narrativ der b&ouml;sen und selbstverst&auml;ndlich v&ouml;lkerrechtswidrigen und &uuml;berhaupt durch gar nichts entschuldbaren Aggression des v&ouml;llig unakzeptablen &ldquo;Machthabers Putin&rdquo; beginnen.<\/p><p>Dissens sollte ruhig auch von vorneherein klarstellen, dass das offizielle &ldquo;Narrativ&rdquo; von Vorne bis Hinten absurd und inakzeptabel ist.<\/p><p>Viele Gr&uuml;sse<br>\nDr. Rainer Kowallik<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>es handelt sich hier offenbar um das Ph&auml;nomen, den Gessler-Hut zu gr&uuml;&szlig;en. Soweit ich erinnere, mussten in Schillers St&uuml;ck &ldquo;Wilhelm Tell&rdquo; die Untergebenen einen aufgestellten Hut des Landvogts Gessler gr&uuml;&szlig;en, um selbst bei Abwesenheit des Feudalherrn ihre Ehrerbietung zu zeigen.<\/p><p>G&uuml;nter Gaus, der Publizist und Leiter der st&auml;ndigen Vertretung der Bundesrepublik in Ostberlin hat in seinen B&uuml;chern (u.a. &ldquo;die Welt der Westdeutschen&rdquo;) in den 70-er Jahren dies Ph&auml;nomen f&uuml;r die Bundesrepublik ausgemacht. Heute erf&auml;hrt man um so mehr, dass selbst langj&auml;hrige Verdienste, sei es als herausragender gefeierter K&uuml;nstler, als Bundeskanzler oder auch Journalist in Windeseile nichts mehr z&auml;hlen, wenn man das verlangte Basisnarrativ (&ldquo;Wir sind die Guten, Russland der B&ouml;sewicht&rdquo;) nicht ostentativ herbetet. Andernfalls w&uuml;rden die (von Ihnen beschriebenen) Einflussagenten sofort das Feuer er&ouml;ffnen. Auch ein denkender Journalist wie Herr Prantl scheint sich diesem Ritual unterziehen zu m&uuml;ssen, um seine Stellung zu wahren &ndash; so bedauerlich dies f&uuml;r eine auf Wahrheit beruhende &ouml;ffentliche Meinung auch ist. <\/p><p>Verbindlichen Dank f&uuml;r Ihre Arbeit,<br>\nBernhard Wilde<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Mit Ihrer Kritik treffen Sie den eigentlichen Punkt meiner Meinung nach nicht voll.<br>\nMan mag dar&uuml;ber streiten, ob in einem Artikel die von Ihnen kritisierte &Auml;u&szlig;erung auftreten sollte. Das ist aber eine Ermessensentscheidung der als Autor fungierenden Person und damit eigentlich nicht kritisierbar.<\/p><p>Was meiner Meinung nach viel schwerer wiegt ist der Umstand, dass zwar permanent behauptet wird, die milit&auml;rische Operation Russlands in der Ukraine sei v&ouml;lkerrechtswidrig. Es wird aber f&uuml;r gew&ouml;hnlich nicht der Nachweis gef&uuml;hrt, dass es tats&auml;chlich so ist.<\/p><p>Ich kann mich, genauer gesagt, nicht an einen einzigen Artikel erinnern, in dem dieser Nachweis gef&uuml;hrt wurde. Ganz im Gegensatz zu der Argumentation von Scott Ritter, der auf YouTube eine denkbare Argumentation der russischen F&ouml;deration dargelegt hat und gemeint hat, dass das eine mglw. Durchhaltbare Argumentation sei.<\/p><p>V&ouml;lkerrechtswidrigkeit ist (zun&auml;chst einmal) ein pr&auml;ziser juristischer Begriff. Wer ihn verwendet ist nachweispflichtig. Die V&ouml;lkerrechtswidrigkeit zu behaupten, sie aber nicht nachzuweisen ist nat&uuml;rlich im besten Fall Folge eines Fehlers. In vielen F&auml;llen ist sie aber ein Versuch von Autoren im Gesch&auml;ft zu bleiben oder der Versuch Leser hinters Licht zu f&uuml;hren.<\/p><p>In diesem Zusammenhang ist es erw&auml;hnenswert, dass diese Milit&auml;roperation gemeinhin als Krieg bezeichnet wird, obwohl auch das mglw. Unzutreffend ist. Russland hat ja der Ukraine nicht den Krieg erkl&auml;rt und als pr&auml;ziser Begriff f&auml;ngt der Krieg meines Wissens erst an, wenn er erkl&auml;rt wird. Auch hier ist das hinter dieser Bezeichnungsweise liegende Motiv offensichtlich: Die tief sitzende Abneigung der meisten Menschen gegen Krieg wird instrumentalisiert, um Russland schlecht aussehen zu lassen.&nbsp;<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e, Roland Kaschek.<\/p><p>PS<br>\nIch hatte &uuml;brigens in einem fr&uuml;heren, meines Wissens von den Nachdenkseiten nicht ver&ouml;ffentlichten Leserbrief, schon einmal auf die Nachweisproblematik sowie Scott Ritters Beitrag dazu hingewiesen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p><p>das ist ein sehr wichtiger und guter Beitrag, den Sie hier geschrieben haben. &Uuml;ber die v&ouml;lkerrechtliche Dimension der russischen Milit&auml;roperation gibt es auch ganz andere Ansichten als sie in unseren Staatsmedien bis zum Erbrechen ge&auml;u&szlig;ert werden. Hier wird genau die Methode der verk&uuml;rzten Erz&auml;hlung angewendet.<\/p><p>Ich verweise auf folgenden Link.<br>\n<a href=\"https:\/\/seniora.org\/wunsch-nach-frieden\/demokratie\/die-abspaltung-des-donbass-von-der-ukraine-war-kein-verstoss-gegen-das-voelkerrecht\">seniora.org\/wunsch-nach-frieden\/demokratie\/die-abspaltung-des-donbass-von-der-ukraine-war-kein-verstoss-gegen-das-voelkerrecht<\/a><\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJ&ouml;rg Liepelt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>Sie schreiben:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wann endlich h&ouml;ren die Verneigungen vor der allgemein &uuml;blichen Emp&ouml;rung &uuml;ber &bdquo;Putins Aggressionsverbrechen&ldquo; auf!&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das spricht mir aus der Seele! Solche Verneigungen vor dem Zeitgeist gehen mir so auf meinen Geist! Es kommt mir vor, wie das Maskentragen und dahinter &uuml;ber die Corona-Politik Schimpfen. Es ist wie das Gr&uuml;&szlig;en des Gesslerhutes! Feige und unterw&uuml;rfig. <\/p><p>Wie soll man glaubhaft das Verhalten des Westens mit der NATO kritisieren und die russische Sicht darauf glaubw&uuml;rdig r&uuml;berbringen, wenn man da nicht wenigstens eine neutrale Position zum Ausdruck bringt? <\/p><p>Allerdings kann ich das als Rentner leichter sagen als andere.<br>\nUnd das bringt mich zur Vermutung, dass Herr Prantl mit seiner Verneigung vermeiden will, dass er auch wie viele andere vor ihm aus der &Ouml;ffentlichkeit entfernt wird. <\/p><p>Mit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBernhard Meyer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nso wahr, vielen Dank!<br>\nEin ganz kurzes, klares Statement von Ihnen, und es entspricht genau meiner Ansicht und ist so wichtig.<br>\n&nbsp;<br>\nIch selbst komme bei Artikeln, die diese Floskeln benutzen &mdash; auch auf den Nachdenkseiten oder Makroskop oder von Sarah Wagenknecht oder Oskar Lafontaine &mdash; selten viele S&auml;tze weiter oder gar bis zum Ende. Wer die Realit&auml;t und die Geschichte so komplett anders sieht als ich und dazu beitr&auml;gt, die NATO-Propaganda zu verfestigen, was kann der\/die mir noch Wertvolles an Information oder Ansicht geben (was ich nicht schon Dutzende Male gelesen habe)?<br>\n&nbsp;<br>\nEs ist keinesfalls so, dass ich den Krieg toll finde oder die russische Politik uneingeschr&auml;nkt unterst&uuml;tze, weit gefehlt. Doch sie ist ein nicht aus dem Rahmen fallender Teil eines langen und komplexen Konflikts mit vielen Verbrechen. Wer das negiert oder ausblendet, verhindert eine L&ouml;sung des Konflikts, eine Beendigung der Gewalt. Und das ist kontraproduktiv, selbst wenn dann ein kleines produktives Detail vermittelt werden soll. Zugespitzt: Wer von &ldquo;Putins verbrecherischem Angriffskrieg&rdquo; spricht oder schreibt, der verl&auml;ngert den Krieg in der Ukraine.<br>\n&nbsp;<br>\nDaher nochmals vielen Dank f&uuml;r die Beleuchtung dieses Aspekts. Liebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nS.M.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Wann endlich h&ouml;ren die Verneigungen vor der allgemein &uuml;blichen Emp&ouml;rung &uuml;ber &bdquo;Putins Aggressionsverbrechen&ldquo; auf!<\/p><p>So etwas veranlasst sicher viele Leser, so wie mich, dann den weiteren Verlauf des betreffenden Artikels mit weniger Sympathie und skeptisch zu beurteilen. Als ehemaliger DDR &ndash; B&uuml;rger sind mir solche&nbsp;opportunistischen Einleitungsfloskeln noch gut in Erinnerung. Sie dienen der Selbstabsicherung des Autors. Obwohl das gar nicht immer unbedingt notwendig war, betonte ein solcher Opportunist vor seiner mehr als vorsichtigen Kritik zun&auml;chst, wie fest verbunden er&nbsp;dem &ldquo;Arbeiter- und- Bauern- Staat &ldquo;sei. Zun&auml;chst muss f&uuml;r den &Auml;ngstlichen zur eigenen Absicherung gesagt werden: &ldquo;Ich geh&ouml;re zu euch. Ich bin ja im Grunde vollkommen der allgemein herrschenden Meinung. Allerdings w&auml;ren dann doch einige Kleinigkeiten&nbsp;zu verbessern, nat&uuml;rlich in unser aller Interesse&rdquo;. Die Sanktionen sollen nat&uuml;rlich nicht deshalb aufgehoben werden, weil damit einfache B&uuml;rger in Russland beim Reisen gehindert werden, weil Tausende Deutsche, die wie ich in Russland leben, nun seit Februar keine Rente mehr &uuml;berwiesen bekommen ( SWIFT Sperrung), oder etwa, weil man unl&auml;ngst in der UdSSR 27 000 000 Menschen umgebracht hat. Nein, nach einleitender Vorabsicherung sollen die Sanktionen nur deshalb abgeschafft werden, weil wir&nbsp;uns selber schaden. Russland zu schaden w&auml;re o.k. Auch deshalb&nbsp;lese ich dann nicht weiter.<\/p><p>Solche Formulierungen werden meiner Meinung auch aus anderen Gr&uuml;nden&nbsp;garantiert nie aufh&ouml;ren, weil sie von interessierter Stelle systematisch als Kriegsvorbereitung&nbsp;in Umlauf gesetzt werden. Wenn&nbsp;im III. Reich &uuml;ber Jahre hinweg t&auml;glich in Deutschland in allen Medien Formulierungen wie &ldquo;Untermenschen&rdquo; oder &ldquo;Die Juden sind unser Ungl&uuml;ck&rdquo; stereotyp wiederholt wurden, dann pr&auml;gte sich das den Menschen eben allm&auml;hlich als allgemein &ldquo;bewiesenes&rdquo; Grundwissen fest in der Psyche ein und bereitete alles Weitere vor.<\/p><p>Mit dem Wort &ldquo;Putin&rdquo; wird erneut ein konkretes Hassobjekt geschaffen, was allein mit dem Wort &ldquo;Russland&rdquo; nach Gorbatschow und dem freiwilligen R&uuml;ckzug der Russen nicht so leicht m&ouml;glich w&auml;re. Solche Personalisierung gibt es bei den zahlreichen US &ndash; Kriegen nie. Au&szlig;erdem wird damit verschleiert, dass es sich um einen Konflikt, ja um einen Stellvertreterkrieg zwischen den NATO Staaten und Russland handelt, der wegen der&nbsp;Osterweiterung der NATO&nbsp;bis an die Grenzen Russlands auch von vielen westlichen Politikern und Milit&auml;rs seit langem vorausgesagt wurde. Gegen diese Bedrohung setzte sich bereits Jelzin zur Wehr und w&uuml;rde auch ein Nachfolger Putins vorgehen m&uuml;ssen. Mit dem Wort &ldquo;Putin&rdquo; werden&nbsp;Ursache und die Reaktion darauf&nbsp;vernebelt und vertauscht, wie auch die Worte &ldquo;Angriffskrieg&rdquo; und &ldquo;Verteidigungskrieg&rdquo;. Im Donbass lebten&nbsp;schon immer Hunderttausende russische Staatsb&uuml;rger, die seit 2014&nbsp;nonstop durch die Ukraine beschossen werden. Nat&uuml;rlich sehen sie sich jetzt verteidigt, was sonst?<\/p><p>Und wegen dieser bewussten Vertauschung muss unbedingt jedesmal das unverzichtbare Halbwort &ldquo;Angriffs-&rdquo; vorangestellt werden, damit niemand &uuml;ber die Schuldfrage genauer nachdenkt. Es ist in allgemein in der Propaganda Standard, dass Worte verwendet werden, welche die Tatsachen um 180 Grad verdrehen. Menschen, welche die Arbeitskraft anderer nehmen&nbsp;und sie profittr&auml;chtig verwerten, hei&szlig;en Arbeitgeber.<\/p><p>Sie sind Wohlt&auml;ter, weil sie&nbsp;anderen etwas schenken. Die anderen, welche ihre Arbeitskraft und wegen der Arbeitsbedingungen ihre Gesundheit geben, die hei&szlig;en Arbeitnehmer. Sie nehmen etwas und sollten daf&uuml;r dankbar sein.<\/p><p>100 Milliarden zus&auml;tzlicher Staatsverschuldung hei&szlig;en &ldquo;Verm&ouml;gen&rdquo;, Rezession &ldquo;Minuswachstum&rdquo;.<\/p><p>Wenn Putin einen Nawalny sogar entgegen den&nbsp;in Russland geltenden Gesetzen nach Deutschland zur medizinischen Untersuchung ausfliegen l&auml;sst, dann ist das nach gleicher Logik ein Beweis daf&uuml;r, dass er ihn vorher mit Nowitschok vergiften lie&szlig;. Wenn Gro&szlig;britannien Hauptzeugen (die Skripals) spurlos vom Erdboden verschwinden lie&szlig;, so dass sie nie vor einem ordentlichen Gericht aussagen konnten, war es&nbsp;ein Beweis f&uuml;r die Rechtsstaatlichkeit des Westens und die m&ouml;rderischen Untaten Putins. Gleiches &ldquo;beweist&rdquo; auch der seit Jahren zu keinem Ergebnis kommende, ja f&ouml;rmlich eingeschlafene Prozess zu MH &ndash; 17 in den Niederlanden. Der russische Au&szlig;enminister Lawrow hat gerade gefragt, wo denn nun die Untersuchungsergebnisse zu Butcha und Kramatorsk verblieben seien. Russland wartet darauf immer noch. Man kann nur zu dem Schluss kommen, dass diese zwei Worte &ldquo;Putins Aggressionsverbrechen&rdquo; Teil einer&nbsp;&uuml;ber Jahre hinweg systematisch betriebenen Gehirnw&auml;sche der B&uuml;rger dient als Kriegsvorbereitung. 1938 bedankte sich Hitler in einer Geheimrede vor Vertretern der deutschen Presse f&uuml;r diese Hilfestellung.<\/p><p>Fred Buttkewitz, Ulan &ndash; Ude, Russland<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>der Artikel von Albrecht M&uuml;ller bringt es kurz und b&uuml;ndig auf den Punkt.<\/p><p>Es ist definitiv an der Zeit, Artikel, welche der Analyse und Beschreibung der aktuellen Geschehnisse in der Ukraine gewidmet sind, von den permanenten Statements, welche den Angriffskrieg Putins deutlich oder in aller Sch&auml;rfe verurteilen, zu befreien.<\/p><p>Ich frage mich beim Lesen jedes Mal, warum eigentlich? Sind Kritik, Analyse und Offenlegung von Geschehnissen, welche nicht absolut dem derzeit g&uuml;ltigen Narrativ entsprechen, wirklich nur gegen einen entsprechenden moralischen Kniefall zu haben?<\/p><p>Blo&szlig; damit die Person, welche den Artikel verfasst hat, nicht als Bef&uuml;rworter oder Putin-Versteher dasteht?<\/p><p>Zumal dieser Kniefall ja nicht vor entsprechender Einordnung sch&uuml;tzt. Wer Alles und jedes, was nicht ins offizielle Framing und Wording passt, als Russen Propaganda oder L&uuml;gen abtut, den wird auch ein solcher Kniefall nicht beeindrucken oder gar zum Nach- bzw. Umdenken bewegen.<\/p><p>Das vor kurzem von Markus Lanz mit Richard David Precht gef&uuml;hrte Interview hat dies wieder einmal sehr gut verdeutlicht. Lanz denkt in Schwarz und Wei&szlig;, Precht denkt durchaus weiter, beide versichern sich jedoch immer und immer wieder, dass sie Putins Angriffskrieg verurteilen und der Westen moralisch grunds&auml;tzlich auf der richtigen Seite steht.<\/p><p>Ist dem so? Kann man dies so derart unreflektiert in den &Auml;ther sagen? Am Ende werden alle Beteiligten einander unendliches Leid zugef&uuml;gt haben. Moralisch rechtfertigen wird man kein einziges davon.<\/p><p>Vor diesem Hintergrund &auml;ndern auch moralisch aufgeladenen Knief&auml;lle nichts. Im Gegenteil, wie Albrecht M&uuml;ller es richtig formulierte, sie relativieren eher den Inhalt des geschriebenen und verhindern am Ende gar das so dringend notwendige Umdenken in Richtung Frieden.<\/p><p>Weiterhin viel Erfolg bei Eurer Arbeit und mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<\/p><p>Euer nachdenklicher Leser J&ouml;rg Bur<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nich nehme Bezug auf Ihren Beitrag &bdquo;Wann endlich h&ouml;ren die Verneigungen vor der allgemein &uuml;blichen Emp&ouml;rung &uuml;ber &bdquo;Putins Aggressionsverbrechen&ldquo; auf&ldquo; (NDS vom 19.7.2022), und ich bringe hiermit meinen Dank an Sie und meine Anerkennung f&uuml;r Ihren Text zum Ausdruck.<br>\n&nbsp;<br>\nVon Tucholsky stammt wohl das Zitat: &bdquo;Denn nichts ist schwerer und nichts fordert mehr Charakter als sich im offenen Widerspruch zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!&ldquo;<br>\n&nbsp;<br>\nFolgendes m&ouml;chte ich noch hinzuf&uuml;gen.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Entscheidungsalternativen, die m.E. der russischen F&uuml;hrung im Februar 2022 noch &uuml;briggeblieben waren, sind knapp so zu beschreiben:<\/p><ol>\n<li>Die zunehmende Bombardierung des Donbass hinnehmen, die Zerst&ouml;rung und den Tod vieler Menschen im Donbass hinnehmen, bei Beginn der Offensive auf den Donbass einen Genozid im Donbass hinnehmen; mit allen R&uuml;ckwirkungen eines solchen Zusehens in der russischen Innenpolitik.<\/li>\n<li>Das vom Westen geplante milit&auml;rische Szenario akzeptieren und erst den Donbass verteidigend eingreifen, wenn die Offensive beginnt; ebenfalls mit allen R&uuml;ckwirkungen, die ein solches Abwarten in der russischen Innenpolitik gehabt h&auml;tte plus der Akzeptanz der nachteiligen milit&auml;rischen Ausgangslage und Rahmenbedingungen an der Kontaktlinie oder<\/li>\n<li>Vorgehen wie geschehen.<\/li>\n<\/ol><p>Dem aufmerksamen B&uuml;rger und der aufmerksamen B&uuml;rgerin sollte bekannt sein, wie au&szlig;erhalb des kollektiven Westens &uuml;ber die Verantwortung f&uuml;r diesen Konflikt geurteilt wird.<br>\n&nbsp;<br>\nStatt der Litanei vom Kriegsverbrecher Putin und vom brutalen Angriffskriegs Russlands w&uuml;rde ich von Autoren wie nicht nur Heribert Prantl, sondern auch Sahra Wagenknecht, Michael L&uuml;ders, Antje Vollmer und auch Jens Berger auf den NDS mal eine Analyse lesen oder h&ouml;ren wollen, wie denn ihre Alternative Nr. 4 auss&auml;he, welche aber einen Test bestehen muss:&nbsp; die Souver&auml;nit&auml;t Russlands erhalten und die Menschenleben im Donbass und wohl auch mindestens der Krim sch&uuml;tzen.<br>\n&nbsp;<br>\nAuf eine derartige Analyse w&auml;re ich gespannt. Ich f&uuml;rchte, Sie w&auml;re nicht sehr &uuml;berzeugend.<br>\n&nbsp;<br>\nAbschlie&szlig;end will ich Sie noch auf eine Veranstaltung hinweisen, die am kommenden Wochenende in der Tschechischen Republik stattfindet (s. Bilder im Anhang). Sie lautet &bdquo;Free Nations of Russia Forum&ldquo; und aus den Screenshots, die aus einem Video von Alex Christoforou von The Duran stammen, der dar&uuml;ber berichtet hat, k&ouml;nnen Sie die Tagesordnung entnehmen und wie nach den Vorstellungen der Veranstalter ein in viele Kleinstaaten zerst&uuml;ckeltes Russland aussehen soll.<br>\n&nbsp;<br>\nWer immer noch die Ansicht vertritt, Russland h&auml;tte in diesen Konflikt noch die Alternative 4 Diplomatie zur Verf&uuml;gung gehabt, verkennt wohl ganz offensichtlich die Realit&auml;ten. Leider.<br>\nDas meint, sie herzlichst gr&uuml;&szlig;end<br>\n&nbsp;<br>\nThomas Konradt<\/p><p><strong>Anhang:<\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220721-IMG_1724.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220721-IMG_1724.jpg\"><span><\/span><\/a><\/div><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220721-IMG_1725.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220721-IMG_1725.jpg\"><span><\/span><\/a><\/div><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220721-IMG_1727.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220721-IMG_1727.jpg\"><span><\/span><\/a><\/div><p><em><strong>Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Der vorletzte Absatz enth&auml;lt einen wichtigen Hinweis.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich finde Ihre Beitr&auml;ge besonders zum Krieg in der Ukraine inzwischen unertr&auml;glich und frage mich, wann Sie endlich in den verdienten Ruhestand gehen. An Ihre frauenfeindlichen Diffamierungen deutscher Politikerinnen habe ich mich schon beinahe gew&ouml;hnt und siedle sie irgendwo zwischen hilflos und w&uuml;tend ein. Aber das Sie Ihren Lesern und Gl&auml;ubigen der NDS permanent weismachen wollen, der russische &Uuml;berfall auf die Ukraine m&uuml;sse unbedingt und entschuldigend in seinem &ldquo;Kontext&rdquo; gesehen werden, ist schon ein starkes St&uuml;ck.<\/p><p>Welchen Kontext meinen Sie eigentlich? Dass sich Russland unter Putin zu einem faschistischen Staat entwickelt hat, sollte selbst Ihnen nicht entgangen sein. In der Ostukraine tobte seit 2014 ein B&uuml;rgerkrieg zwischen der Regierung der Ukraine und den aufst&auml;ndischen und von Russland unterst&uuml;tzten &ldquo;Separatisten&rdquo;. Jeder Staat der Welt hat das Recht, in seinen Provinzen, die zum Staatsgebiet geh&ouml;ren, milit&auml;risch zu intervenieren. So wie Russland in den beiden Kriegen in Tschtschenien.<\/p><p>Ich glaube, wir alle haben aus dem zweiten Weltkrieg eine naheliegende, aber falsche Erkenntnis gezogen, denn das Motto &ldquo;Nie wieder Krieg&rdquo; (so edel es erscheinen mag) mu&szlig; eigentlich lauten: &ldquo;Nie wieder Faschismus&rdquo;. Und deshalb ist es gut und richtig, die Ukraine auch mit schweren Waffen zu unterst&uuml;tzen und sich dem russischen Faschismus entgegenzustellen.<\/p><p>Falls sie noch immer in naiver Weise glauben, Russland ginge es lediglich nur um seine eigene Sicherheit, sollten Sie mal ihre Anti-NATO, Anti-USA Scheuklappen abnehmen und sich mit ein paar aufkl&auml;renden B&uuml;chern ins verl&auml;ngerte Wochenende zur&uuml;ckziehen. Besonders empfehlenswert einige Titel von Timothy Snyder.<\/p><p>Abschlie&szlig;end noch ein Tipp f&uuml;r zwei weitere m&ouml;gliche Kolumnen von Ihnen:<\/p><ul>\n<li>(Fiktive und leider absolut utopische) Rede des russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin<\/li>\n<li>(Fiktive und leider absolut utopische) Rede des chinesischen Pr&auml;sidenten Xi.<\/li>\n<\/ul><p>Denn es sind diese drei Macht-Kartelle, die &uuml;ber das Schicksal der Menschen und des Planeten entscheiden.<\/p><p>Freundlicher Gru&szlig;<br>\nRobert Born<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Sie schreiben mir &ldquo;aus der Seele&rdquo;.<\/p><p>Schon seit Beginn des Ukrainekonfliktes geht mir der von Ihnen kritisierte Kotau vor der antirussischen Propaganda schwer auf die Nerven. Und dies, weil eine solche Aussage kontraproduktiv ist, denn sie klassifiziert alle nachfolgend aufgef&uuml;hrten Gr&uuml;nde f&uuml;r das russische Vorgehen als irrelevant. Besonders schlimm ist, was ich von der Linkspartei h&ouml;re: &ldquo;&hellip; ist durch nichts zu rechtfertigen&rdquo;.<\/p><p>Dagegen w&uuml;rde ich eine Darlegung der Gr&uuml;nde f&uuml;r diesen Krieg etwa wie folgt einleiten: &ldquo;Leider ist Russland gezwungen, zur Wahrung seiner Interessen nun auch v&ouml;lkerechtswidrige Gewalt einzusetzen, wie wir es von den USA bzw. der NATO seit Jahren kennen.&rdquo;<\/p><p>Der Begriff &ldquo;gezwungen&rdquo; beschreibt eine Meinung, und eine Meinung sollte man nicht &auml;u&szlig;ern, ohne die Informationen zu nennen, aufgrund derer sie zustande gekommen ist. Deswegen nenne ich hier mal ein paar wesentliche Punkte:<\/p><p>Aufgrund der Nachrichten von rbb und Dlf wei&szlig; ich, dass vor dem Einmarsch einige westeurop&auml;ische Regierungschefs dem russischen Pr&auml;sidenten bei entsprechenden Kontakten folgendes unmissverst&auml;ndlich klargemacht haben:<\/p><ul>\n<li>Unter keinen Umst&auml;nden verzichten wir auf die Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO.<\/li>\n<li>Unter keinen Umst&auml;nden verhandeln wir &uuml;ber Sicherheitsgarantien.<\/li>\n<\/ul><p>Und aufgrund meiner Besch&auml;ftigung mit den NDS nehme ich an, dass folgendes zutrifft:<\/p><ul>\n<li>Russlands berechtigtes Interesse ist: &ldquo;Keine NATO-Raketen vor der Haust&uuml;r&rdquo;.<\/li>\n<li>Wegen der aggressiven Propaganda muss Russland die NATO als Bedrohung wahrnehmen.<\/li>\n<li>Die russische Sprache ist in der Ukraine verboten.<\/li>\n<li>Die ukrainischen Landesteile mit mehrheitlich russischsprachlicher Bev&ouml;lkerung werden seit Jahren mit zunehmender Intensit&auml;t milit&auml;risch angegriffen.<\/li>\n<\/ul><p>Die o.g. ge&auml;u&szlig;erte Meinung gilt, solange die betr. Informationen nicht widerlegt sind, und solange ich nicht wei&szlig;, wie Russland unter den genannten Umst&auml;nden v&ouml;lkerrechtskonform h&auml;tte reagieren k&ouml;nnen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDietrich Hoppe<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Nachdenkseiten Team, sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>ich fange am besten mit einem kleinen Disclaimer an: Ich bin gegen jeden Krieg. Ich bin kein V&ouml;lkerrechtler. Ich bin mir bei den meisten der nun folgenden Aussagen ziemlich sicher, dass sie den Fakten\/Wahrheit entsprechen, w&uuml;rde aber nicht bei allem die Hand ins Feuer legen. Zwischen Halbwahrheiten, Unterstellungen, Einseitigkeit, Unterstellungen, Propaganda und plumpen L&uuml;gen wird es selbst aufmerksamen Menschen schwer gemacht, ein Faktenbasiertes Bild herauszufiltern. (Man k&ouml;nnte vieles nat&uuml;rlich noch weiter differenzieren, aber ich m&ouml;chte niemanden langweilen.) <\/p><p>Nun zum Thema: <\/p><p>Auch mich st&ouml;rt die st&auml;ndige Wiederholung &ldquo;Putins verachtungsw&uuml;rdiger, v&ouml;lkerrechtswidriger Angriffskrieg!&rdquo;.<br>\nZum einen die dreifache Tautologie. Welcher (Angriffs)krieg ist nicht verachtungw&uuml;rdig? Welcher Angriffskrieg ist v&ouml;lkerechtskonform?<br>\nDann die uns&auml;gliche Doppelmoral. Ich kann mir leisten solch einen Krieg scharf zu kritisieren. Ich habe mein ganzes erwachsenes Leben Kriege scharf kritisiert. Besonders die Kriege der USA und ihrer Vasallen\/Verb&uuml;ndeten. (Als &ldquo;Westler&rdquo; hat man nunmal mehr Verantwortung f&uuml;r die Taten des Westens als f&uuml;r die Anderer.) Aber das Gleiche k&ouml;nnen viele Politiker und Journalisten nicht von sich behaupten. Wer Jugoslawien bombardiert hat, in Afghanistan einmarschiert ist (und vieles mehr), soll hier doch bitte nur gaaaanz leise T&ouml;ne von sich geben. <\/p><p>Auch das V&ouml;lkerrecht (und es w&auml;re gro&szlig;artig, wenn sich alle daran hielten) wird nur hervorgekramt, wenn man glaubt, einem nicht-West-Staat dessen Bruch vorwerfen zu k&ouml;nnen. Wie wichtig dem Westen die Aufkl&auml;rung von Kriegsverbrechen ist, sieht man sehr deutlich am Umgang mit Assange. Einfach widerlich. Es ist mir ein R&auml;tsel, wie Menschen mit so wenig &ldquo;Kreditw&uuml;rdigkeit&rdquo;, sich auf so einem hohen Ross w&auml;hnen k&ouml;nnen. <\/p><p>&ldquo;Putins &hellip; Krieg&rdquo;: Nur der naivste &ldquo;Russlandversteher&rdquo; k&auml;me auf die Idee, Russland von jeder Verantwortung bei der Entwicklung, die dem Krieg voraus ging, freizusprechen. Aber <\/p><ol>\n<li>Ohne massive Intervention des Westens in die inneren Angelegenheiten der Ukraine, w&auml;re es nicht zum Putsch gegen die gew&auml;hlte Regierung gekommen. <\/li>\n<li>Ohne Putsch h&auml;tten &ldquo;Nazis&rdquo; nicht so viel Einfluss in der Kiewer Regierung erhalten. Es h&auml;tte sich durch normale Wahlen vermutlich nie eine Regierung gebildet, die so feindlich und aggressiv gegen&uuml;ber den (russischen) Minderheiten in der Ukraine aufgetreten w&auml;re. <\/li>\n<li>Ohne die feindliche Politik Kiews h&auml;tte es keine Sezessionsbestrebungen in den Volksrepubliken und der Krim gegeben. (Die Krim h&auml;tten sich die Russen nach dem Putsch vermutlich auch ohne &ldquo;Nazis&rdquo; in Kiew geholt. Aber so musste wohl nur sehr wenig &ldquo;&uuml;berredet&rdquo; werden.) <\/li>\n<li>Ohne Unterst&uuml;tzung Russlands h&auml;tten Krim und die Volksrepubliken sich nicht (erfolgreich) gegen Kiew gewehrt. <\/li>\n<\/ol><p>D.h., wir hatten 8 Jahre B&uuml;rgerkrieg, bei dessen Entstehung Russland sicherlich involviert aber definitiv nicht treibende Kraft war. (Nat&uuml;rlich wird sich diesem Aspekt gerne verweigert, indem die Geschichte erst am 24.02.2022 anf&auml;ngt&hellip;) Dazu kommt dann nat&uuml;rlich noch, dass Putin sicherlich m&auml;chtig ist, aber nicht alle Entscheidungen alleine trifft. (Die Personalisierung der Politik ist ein riesiges Problem und dient aus meiner Sicht nur der Verdummung der Menschen.) <\/p><p>Russland hat dann 8 Jahre lang versucht, das ganze diplomatisch beizulegen. Der Westen und Kiew haben sich dem verweigert, den verabredeten Kompromiss (Minsk 2) &uuml;ber den Haufen geworfen und die Roten Linien, die Russland sehr deutlich und transparent mitgeteilt hat, ignoriert. Stattdessen wurde die Ukraine massiv aufger&uuml;stet und das verbale S&auml;belrasseln immer lauter und lauter. Die ganze Zeit ging das Sterben im Donbass weiter. Kiew benutzte schwere Waffen (, die gem. Minsk 2 eigentlich h&auml;tten abgezogen werden sollen.) Beide Seiten beschie&szlig;en sich mit Artillerie und Heckensch&uuml;tzen und bezichtigen jeweils die andere Seite, angefangen zu haben. Es sterben rund 14000 Menschen, die meisten davon Zivilisten und der gr&ouml;&szlig;ere Teil auf Seiten der Volksrepubliken. Da mir nicht bekannt ist, dass die Volksrepubliken versucht h&auml;tten neue Gebiete zu erobern, w&uuml;rde ich trotz der un&uuml;bersichtlichen Lage die Hauptverantwortung f&uuml;r die Fortf&uuml;hrung des Krieges bei Kiew platzieren. <\/p><p>Nach 8 Jahren erfolgloser Diplomatie hat Russland die Volksrepubliken anerkannt und einen milit&auml;rischen Beistandspakt abgeschlossen. (Hier wird es jetzt richtig schwierig.) Dieses Verhalten w&auml;re theoretisch wohl v&ouml;lkerrechtskonform. Soweit ich das verstanden habe, durften die Volksrepubliken sich v&ouml;lkerrechtlich aber nicht abspalten, da so etwas in der Ukrainischen Verfassung nicht m&ouml;glich ist. (Ich vermute aber, dass eine Sezession von Gebieten nur in den Verfassungen der wenigsten L&auml;nder vorgesehen ist. Damit w&uuml;rde das V&ouml;lkerrecht an diesem Punkt nicht meinem Gef&uuml;hl f&uuml;r Demokratie und Realismus entsprechen&hellip;) D.h. Russland ist einem bestehenden Krieg beigetreten. Dass das Ganze wohl v&ouml;lkerrechtswidrig ist, scheint sich eher an einer Formalie festzumachen. <\/p><p>Es wurden also 8 Jahre lang eine diplomatische L&ouml;sung gesucht und am Ende hat man sogar versucht, sich ans V&ouml;lkerrecht zu halten&hellip; Bei welchem westlichen Krieg wurde &Auml;hnliches versucht? W&uuml;rde der Westen seine eigenen Kriegsgr&uuml;nde (Massenvernichtungswaffen, Menschenrechte, Demokratie, V&ouml;lkerrecht, etc) ernst nehmen, m&uuml;sste er als erstes die USA &uuml;berfallen&hellip; <\/p><p>ABER: Russland h&auml;tte nicht in die Ukraine einmarschieren m&uuml;ssen. Die russische Propaganda sagt, dass sie nur einer Offensive Kiews gegen die Volksrepubliken zuvorgekommen seien. Tats&auml;chlich hatte Kiew das Artilleriefeuer kurz vor dem 24.02.2022 sehr verst&auml;rkt. Aber Russland h&auml;tte entweder diese angebliche Offensive abwarten k&ouml;nnen, oder sein Milit&auml;r nur in die Volksrepubliken zur Verteidigung schicken k&ouml;nnen. Das war zumindest meine erste Reaktion. <\/p><p>Hier stellt sich n&auml;mlich die (f&uuml;r mich) interessante Frage: Wie h&auml;tte Russland sich verhalten m&uuml;ssen, damit es nicht in Krieg endet? Die Antwort darauf, habe ich noch in keinem unserer vielen Vorwurfs- und D&auml;monisierungsartikel gesehen. <\/p><ol>\n<li>Naiv: Nichts tun und zusehen, wie\n<ol type=\"a\">\n<li>Kiew den Donbass milit&auml;risch unterwirft <\/li>\n<li>Kiew die &ldquo;russischen&rdquo; Ukrainer diskrimiert, unterdr&uuml;ck, vertreibt (und ggf. Schlimmeres) <\/li>\n<li>die Ukraine der Nato beitritt und Atombomben direkt an der russischen Grenze stationiert werden <\/li>\n<li>die Ukraine so mit Waffen vollgepumpt wird, dass sie sich einen Angriffskrieg gegen Russland zutraut (z.B. die Krim nach Hause holen) <\/li>\n<\/ol>\n<p>Aus meiner Sicht m&uuml;sste das sogar der gr&ouml;&szlig;te Russenhasser anerkennen&hellip;(?)<br>\na) und b) w&auml;ren innenpolitisch extrem problematisch geworden. c) akzeptiert kein Land. (Hallo Kubakrise). d) klingt vielleicht unrealistisch, aber bei dem ganzen S&auml;belrasseln habe ich zumindest Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, das Russland das als m&ouml;glich eingesch&auml;tzt hat. <\/p><\/li>\n<li>Nur das Milit&auml;r in die Volksrepubliken (aber nicht die Rest-Ukraine) schicken.<br>\nDas h&auml;tte a) verhindert, aber alles andere vermutlich eher beschleunigt. <\/li>\n<li>Atombomben an den Grenzen des Westens aufstellen (z.B. Kuba, Venezuela, Mexiko&hellip;) Im extrem unwahrscheinlichen Fall, dass das geklappt h&auml;tte, h&auml;tte die USA umgehend den 3. Weltkrieg ausgel&ouml;st. Die warten nicht 8 Jahre. <\/li>\n<li>Sich wie damals unter Jelzin dem Westen unterwerfen und ein weiterer Vasallenstaat der USA werden. <\/li>\n<\/ol><p>Innenpolitisch wohl unm&ouml;glich und ich habe Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, wenn das nicht als akzeptable Option angesehen wird. W&auml;re aber aus meiner Sicht die einzige Option, die zumindest mittelfristig Krieg vermieden h&auml;tte&hellip; <\/p><p>Vielleicht habe ich ja etwas &uuml;bersehen oder sch&auml;tze es vollkommen falsch ein? Ich bin f&uuml;r weitere Optionen offen. Allerdings sollte dabei immer ber&uuml;cksichtigt werden, &ldquo;wie w&uuml;rde sich die USA verhalten, wenn die Rollen vertauscht w&auml;ren&rdquo;. <\/p><p>Entschuldigen Sie diesen Exkurs in meine Gedankenwelt, aber ich hielt es f&uuml;r notwendig, um sinnvoll auf Herrn M&uuml;llers Artikel Bezug nehmen zu k&ouml;nnen.<br>\nF&uuml;r mich ist die oben skizzierte Sichtweise die &ldquo;logische&rdquo; (also ohne propagandistische, emotionale Scheuklappen). Aber wenn man sich die ver&ouml;ffentlichte Meinung ansieht, scheint das ja eine extremistische Einzelmeinung zu sein&hellip; Bisher habe ich meine Meinung in der Deutlichkeit h&ouml;chstens in Kommentarspalten auf Telepolis gespiegelt gesehen. Andeutungsweise vielleicht noch bei den NDS und im &Auml;ltestenrat der Linken (der daraufhin wohl prompt aufgel&ouml;ste wurde).<br>\nJetzt stellt sich f&uuml;r mich die Frage, ob ich der Geisterfahrer bin, oder ob der Kaiser doch nackt ist. Sollte der Kaiser nackt sein, w&auml;re das Kind in einer modernen Fassung vermutlich ein Querdenker (= Nazi) und w&uuml;rde mit aussprechen der Wahrheit nur die Regierungsform delegitimieren&hellip; <\/p><p>Ich finde nicht, dass die Meinung von Personen, die vieles richtige sagen (nicht nur Prantl sondern z.B. auch Chomski), vollst&auml;ndig entwertet werden, nur weil sie Formulierungen des Mainstream verwenden oder ich Teilen nicht zustimmen kann. Dieser Erwartung von Virtue-Signalling kann und m&ouml;chte ich mich nicht anschlie&szlig;en. Sollte es aber Journalisten\/Publizisten\/Politiker geben, die diesen Komplex so sehen wie ich, w&uuml;rde ich mir schon w&uuml;nschen, dass sie das auch aussprechen. Nat&uuml;rlich riskieren sie damit ggf. ihre Karrieren. (Siehe &Auml;ltestenrat) Aber an welche Namen des deutschen Parlaments von 1914 erinnert man sich heute noch? Mir fallen nur zwei ein. Die haben gegen Kriegskredite gestimmt. Ich m&ouml;chte auch an Niem&ouml;ller &ldquo;Habe ich geschwiegen&rdquo; erinnern. <\/p><p>Ich bitte die L&auml;nge des Textes zu entschuldigen, aber Herr M&uuml;ller hat mit seiner Einlassung bei mir einen Nerv getroffen, der verbalisiert werden wollte. Wir leben in interessanten Zeiten. <\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihre unerm&uuml;tliche Arbeit. Ohne sie w&uuml;rde ich mich in unserer Gesellschaft noch fremder f&uuml;hlen.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nS.O. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86030\">In diesem Artikel<\/a> wird darauf hingewiesen, dass &bdquo;ganz selten&ldquo; Artikel und Videos &bdquo;ohne die Beschw&ouml;rung der allgemeinen Emp&ouml;rung &uuml;ber Russlands Krieg in der Ukraine&ldquo; ausk&auml;men. Albrecht M&uuml;ller meint &ndash; auch selbstkritisch &ndash; dass viele gute Beitr&auml;ge &bdquo;so relativiert, aus meiner Sicht oft auch entwertet&ldquo; w&uuml;rden. Hinterfragt wird beispielhaft der von Heribert Prantl verwendete Begriff<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86113\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-86113","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86113","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=86113"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86113\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86123,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86113\/revisions\/86123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=86113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=86113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=86113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}