{"id":86163,"date":"2022-07-24T09:00:41","date_gmt":"2022-07-24T07:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163"},"modified":"2022-07-22T13:38:48","modified_gmt":"2022-07-22T11:38:48","slug":"hinweise-der-woche-266","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h01\">F&ouml;rderung am Limit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h02\">Energiesanktionen machen Putin reich!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h03\">R&uuml;stungsirrsinn ohne Ende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h04\">Nato-Beamter warnt vor Schwarzmarkt nach Ukraine-Krieg: Droht Balkan-Szenario?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h05\">Willy-Brandt-Kreis: Die Entspannungspolitik mit Russland ist nicht schuld an Putins Ukraine-Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h06\">Kriege und andere Verbrechen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h07\">Die Agrarindustrie nutzt den stockenden Welthandel, um Preise hochzutreiben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h08\">Studie: Fast alle Jugendliche schon mit Corona-Antik&ouml;rpern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h09\">4. Impfung f&uuml;r alle ist Unsinn: Wer sie wirklich braucht &ndash; und wer nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86163#h10\">Layla und die Liberalen: Triebabfuhr statt Klassenkampf<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>F&ouml;rderung am Limit<\/strong><br>\nSaudi-Arabien kann Biden nicht beim Kampf gegen die &Ouml;l- und Benzinpreise helfen. Aber darum ging es bei seinem Besuch auch gar nicht<br>\nIm Wahlkampf 2020 und noch zu Beginn seiner Amtszeit als US-Pr&auml;sident hatte Joseph Biden angek&uuml;ndigt, er werde Saudi-Arabien als &raquo;Pariastaat&laquo; behandeln. Dabei bezog er sich auf die brutale Abschlachtung des Journalisten Dschamal Chaschukdschi (Khashoggi) am 2. Oktober 2018 in Istanbul. Nach Erkenntnissen der US-amerikanischen Geheimdienste war Kronprinz Mohammed bin Salman, der m&auml;chtigste Mann Saudi-Arabiens, in den Auftrag zur Mordtat verwickelt.<br>\nDieses Land jetzt trotzdem zu besuchen und mit dem Kronprinzen am Freitag ein langes vertrauliches Gespr&auml;ch zu f&uuml;hren, bedurfte offenbar einer Rechtfertigung. In diesem Zusammenhang stellten die Biden gewogenen Medien die Behauptung in den Vordergrund, der Pr&auml;sident wolle wegen der auf Rekordh&ouml;he befindlichen Benzinpreise in Riad darauf dr&auml;ngen, dass das Land mehr Erd&ouml;l f&ouml;rdert und exportiert, um den Weltmarkt von der Angebotsseite her zu entlasten. Das schien auf den ersten Blick plausibel zu klingen. Schlie&szlig;lich werden am 8. November in den USA 35 der 100 Senatoren und alle 435 Abgeordneten neu gew&auml;hlt. Da kann ein bisschen Verst&auml;ndnis und Sorge f&uuml;r die N&ouml;te der &raquo;einfachen Leute&laquo; nicht schaden.<br>\nIndessen war Biden &ndash; oder mindestens seiner Umgebung &ndash; bewusst, dass es nirgendwo, au&szlig;er vielleicht in Russland und im Iran, noch erhebliche freie Kapazit&auml;ten gibt. Auf diese Tatsache hatte auch Frankreichs Pr&auml;sident Emmanuel Macron seinen Amtskollegen vor der Reise hingewiesen. Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am 27. Juni berichtete, bezog sich Macron dabei auf ein Gespr&auml;ch mit dem Pr&auml;sidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajid. Sein Land sei am Maximum des M&ouml;glichen, habe dieser ihm versichert, und auch Saudi-Arabien k&ouml;nne seine Produktion nur noch um etwa 150.000 Barrel (Fass; je 159 Liter) pro Tag steigern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/430363.energiekrise-f%C3%B6rderung-am-limit.html\">junge Welt<\/a>\n<p>dazu: <strong>Exclusive: Saudi Arabia doubles second-quarter Russian fuel oil imports for power generation<\/strong><br>\nSaudi Arabia, the world&rsquo;s largest oil exporter, more than doubled the amount of Russian fuel oil it imported in the second quarter to feed power stations to meet summer cooling demand and free up the kingdom&rsquo;s own crude for export, data showed and traders said.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/energy\/exclusive-saudi-arabia-doubles-q2-russian-fuel-oil-imports-power-generation-2022-07-14\/%20\">Reuters<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Kaum Gas aus Norwegen und Katar: Ausweichl&auml;nder sind am Limit<\/strong><br>\nAm Weltmarkt zus&auml;tzliches Gas zu finden, k&ouml;nnte f&uuml;r Deutschland zum Problem werden. Norwegen und Katar winken schon mal ab.<br>\nKaren Sund hat keine guten Nachrichten f&uuml;r Deutschland. Wenn man hoffe, Gaslieferl&auml;nder wie Norwegen &ndash; dem nach Russland und Katar weltweit drittgr&ouml;&szlig;ten Gasproduzenten &ndash; k&ouml;nnten einen m&ouml;glichen Totalausfall russischer Erdgaslieferungen auch nur ansatzweise ersetzen, dann hoffe man vergebens, erkl&auml;rte die Gasmarktexpertin am Wochenende in der Osloer Tageszeitung Aftenposten. Und an den hohen Gaspreisen werde sich in den kommenden drei bis vier Jahren auch nicht viel &auml;ndern.<br>\nAuch aus Katar kommen schlechte Nachrichten: Energieminister Saad Sherida al-Kaabi berichtete in einem Interview mit dem Handelsblatt, die Produktion des Landes sei bereits zu 100 Prozent verkauft, alles sei vertraglich gebunden. Das &bdquo;umlenkbare Volumen&ldquo; k&ouml;nnte lediglich etwa 10 bis 15 Prozent betragen.<br>\nAuch Norwegens Regierungschef Jonas Gahr St&oslash;re erkl&auml;rte bereits im Mai: Mit rund 10 Milliarden Kubikmetern im Monat liefere Norwegen aktuell seine &bdquo;volle Produktionskapazit&auml;t&ldquo;. Fast die gesamte Menge wird exportiert: 5 Prozent in Form von Fl&uuml;ssiggas, 95 Prozent durch die insgesamt 8.000 Kilometer langen Pipelines nach Deutschland, Gro&szlig;britannien, Belgien und Frankreich.<br>\nMit Inbetriebnahme der neuen Baltic Pipe nach Polen im Sp&auml;therbst kommt zwar eine Leitungskapazit&auml;t von j&auml;hrlich bis zu 10 Milliarden Kubikmetern hinzu. Doch deren Gas werde vorwiegend auf Kosten der anderen Pipelines gehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kaum-Gas-aus-Norwegen-und-Katar\/!5865744\/%20\">taz<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Energiesanktionen machen Putin reich!<\/strong><br>\nDie Sanktionen gegen Russland schaden mehr, als dass sie n&uuml;tzen. Zeit f&uuml;r ein paar Gegenma&szlig;nahmen. Unser Autor hat konkrete Vorschl&auml;ge. (&hellip;)<br>\nDoch welchen Zweck sollen Energiesanktionen haben, die mehr schaden als n&uuml;tzen und in der Welt eine Spur der Verw&uuml;stung ziehen? Zumal selbst im Kalten Krieg die Energieversorgung nicht unterbrochen wurde. Abgesehen davon, dass wohl niemand auf die Idee gekommen w&auml;re, Energiesanktionen beim &Uuml;berfall der USA auf den Irak zu verh&auml;ngen, der eine halbe Million Menschen das Leben kostete. K&uuml;rzlich setzte bereits Kanada die Sanktionen bei der Lieferung einer Turbine f&uuml;r den Betrieb der Nord-Stream-1-Pipeline aus, um Deutschland die Gasversorgung zu erm&ouml;glichen. Ob Russland die Gasversorgung nach der Reparatur der Turbine unvermindert fortsetzt, ist noch nicht absehbar. (&hellip;)<br>\nKluge Politik w&auml;re es, Russland im Gegenzug f&uuml;r einen Waffenstillstand und eine R&uuml;ckkehr an den Verhandlungstisch den Verzicht auf Energiesanktionen anzubieten. Dies k&ouml;nnte helfen, breitere Allianzen mit Entwicklungs- und Schwellenl&auml;ndern wie Indien f&uuml;r eine Verhandlungsl&ouml;sung im Ukrainekrieg zu schaffen. Davon unbenommen m&uuml;sste die Energiewende beherzt vorangetrieben werden, um zuk&uuml;nftig nicht erpressbar zu sein.<br>\nVerantwortungslos ist es indes, wie Wirtschaftsminister Habeck einen Gaspreisdeckel abzulehnen, wie ihn die &Ouml;konomen Isabella Weber und Sebastian Dullien vorgeschlagen haben. Dieser w&uuml;rde einen Grundverbrauch an Gas subventionieren und so einkommensschwache Haushalte, die mit Gas heizen, gezielt entlasten und sogar Anreize zum Energiesparen setzen. Wer Solidarit&auml;t immer von den Schw&auml;chsten erwartet, sollte sich nicht wundern, wenn die Stimmung kippt!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/energie-sanktionen-machen-putin-reich-li.246667\">Fabio De Masi in Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>&Ouml;konom greift Regierung an: &bdquo;Freie Fahrt f&uuml;r Porsche-Fahrer, aber halbe Duschzeit f&uuml;r Arme&ldquo;<\/strong><br>\nLukas Scholle, 24, ist &Ouml;konom im Bundestag und mit streitbaren Thesen zu Inflation und Geldpolitik auf Social Media unterwegs. Wir haben ihn herausgefordert. [&hellip;]<br>\nHerr Scholle, wird es mit dem Euro nichts mehr, wie Andreas Beck es meint? Er war zwar abgest&uuml;rzt, hat aber jetzt wieder leicht gewonnen und liegt am Montag bei 1,0090 Dollar.<br>\nKlar gibt es beim Euro Probleme, aber der Wechselkurs zum Dollar ist es sicherlich nicht. Und beim Wechselkurs liegt es allerdings an der St&auml;rke des Dollars. Der Dollar ist offensichtlich immer noch die Krisenw&auml;hrung Nummer eins. Dazu kommt die erhebliche Erh&ouml;hung des Leitzinses in den USA. Beides ist ein gefundenes Fressen f&uuml;r risikoscheue Akteure. Daher hat der Dollar gegen&uuml;ber etlichen W&auml;hrungen aufgewertet. Das bedeutet, dass der Euro gar nicht schwach ist, sondern nur im Vergleich zum Dollar schwach wirkt. Gegen&uuml;ber anderen W&auml;hrungen wie dem britischen Pfund, der norwegischen und der d&auml;nischen Krone oder dem japanischen Yen sieht man keine erhebliche Schw&auml;che des Euros.<br>\nIn Europa ist der Euro vielleicht nicht schwach, aber vor dem Hintergrund der Dominanz des US-Dollar im Westen schon unstabil. Ist das ein klares Anzeichen der kommenden Rezession?<br>\nWeder ist der Euro instabil wegen des Wechselkurses, noch ist das ein Anzeichen f&uuml;r eine Rezession. Niemand au&szlig;er ein paar Wirtschaftsliberalen und Crashpropheten verfolgt das Ziel eines starken Euros. Es ist auch &uuml;blicher Herdentrieb, der f&uuml;r den Wechselkurs mitverantwortlich ist. Daraus dann Schlussfolgerungen zu ziehen, ist Kaffeesatzleserei. Gleichzeitig gibt es in der Eurozone aber nat&uuml;rlich Aspekte, die die Rezessionsgefahr im Vergleich zur USA erh&ouml;hen. Ob in der Zukunft das Gas ausreicht, steht an oberster Stelle.<br>\nGrund f&uuml;r diese Rezessionsgefahr ist eine verfehlte Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte. H&auml;tten wir damals die Energiewende deutlich beschleunigt, dann m&uuml;ssten wir heute nicht zu teuren Preisen Energie importieren und h&auml;tten stattdessen Millionen gut bezahlter Klimajobs. Stattdessen werden die Fehler der letzten Jahrzehnte mit der derzeitigen und kommenden Sparpolitik von Finanzminister Christian Lindner fortgesetzt. Das erh&ouml;ht die Gefahr einer Wirtschaftskrise und ist zudem gleichzeitig sozialer Sprengstoff.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/bundestag-oekonom-lukas-scholle-greift-bundesregierung-an-freie-fahrt-fuer-porsche-fahrer-aber-halbierte-duschzeiten-fuer-arme-li.246583\">Berliner Zeitung<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Steigende Preise: Der Protest muss von links kommen<\/strong><br>\nW&auml;hrend wir ungehalten in einen katastrophalen Winter schlittern, will die Innenministerin Nancy Faeser schon jetzt die Proteste statt der Preise deckeln. Das sollten wir nicht hinnehmen.<br>\nW&auml;hrend wir noch unter der Hitzewelle &auml;chzen, k&uuml;ndigt sich durch die massiven Preisanstiege und den Gasmangel ein kalter Winter an. Die Energieversorgung m&uuml;sste eigentlich schon jetzt vorgeplant werden, doch die Bundesregierung scheint die Krise aussitzen zu wollen. Finanzminister Christian Lindner schlie&szlig;t weitere Entlastungspakete f&uuml;r 2022 aus und Energieminister Robert Habeck gibt der Bev&ouml;lkerung vorsorglich schon einmal Spartipps. Dass dieser Sparkurs bei gleichzeitig steigenden Preisen die soziale Ungleichheit versch&auml;rfen wird, scheint man auch in der Bundesregierung verstanden zu haben, weshalb Innenministerin Nancy Faeser bereits jetzt vor radikalen Protesten warnt. Die Beh&ouml;rden seien auf das neue Protestgeschehen vorbereitet, mahnt sie mit Blick auf die von rechts vereinnahmten Corona-Demonstrationen &ndash; und meint doch potenziell jeden Protest. Denn die &raquo;Populisten&laquo; spalten laut Faeser die Gesellschaft: &raquo;Sie wollen Krisen noch versch&auml;rfen, um daraus Profit zu schlagen&laquo;, warnt sie. Damit lenkt sie die Aufmerksamkeit von der Unf&auml;higkeit der Bundesregierung auf den drohenden &ndash; und in diesem Fall &ndash; legitimen Protest ab und diffamiert ihn zugleich als rechts. Durch ihre &Auml;u&szlig;erungen legt sie bereits jetzt fest, dass Protest aus der Bev&ouml;lkerung nicht toleriert werden wird, obwohl zu diesem Zeitpunkt &uuml;berhaupt nicht ausgemacht ist, aus welcher Richtung er kommen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/steigende-preise-der-protest-muss-von-links-kommen-nancy-faeser-energiekrise-preissteigerungen-gaslieferungen-inflation-konzertierte-aktion-entlastungspaket\/\">Jacobin<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Kahlschlag in Ostdeutschland, n&auml;chste Welle<\/strong><br>\nKriegspolitik der Bundesregierung nimmt Verelendung in Kauf, doch die Akzeptanz f&uuml;r einen neoliberalen &raquo;Aufbruch Ost&laquo; br&ouml;ckelt.<br>\nNennen wir die Dinge beim Namen: Ostdeutschland befindet sich in der zweiten Deindustrialisierungswelle. Nach dem Anschluss wurde in den 90er Jahren die verarbeitende Industrie zerst&ouml;rt. Mit Verweis auf den Klimawandel ist jetzt die Grundstoffindustrie dran. Dabei ist jede Gelegenheit zur Beschleunigung des Kahlschlags h&ouml;chst willkommen, und sei es ein Krieg in der Ukraine. [&hellip;]<br>\nNun steht also das n&auml;chste Kapitel der Zurichtung Ostdeutschlands an. Es hat sich den Interessen einer Mittelschicht zu unterwerfen, die Verteilungsk&auml;mpfe zur moralischen Erbauung f&uuml;hrt, ohne dass sie von den Konsequenzen allzu direkt betroffen w&auml;re. Im Osten gibt es wenige Vertreter dieser Schicht; Einkommen und Verm&ouml;gen sind nach wie vor &auml;u&szlig;erst ungleich verteilt. In der politischen Elite &ndash; und damit in den Reihen bundesrepublikanischer Entscheidungstr&auml;ger &ndash; sind Ostdeutsche nur Randfiguren.<br>\nDie zweite Welle der Deindustrialisierung trifft nun also eine Region, die die erste mit einem blauen Auge &uuml;berstanden hat. Dem Petrolchemischen Kombinat (PCK) in Schwedt an der Oder das russische Erd&ouml;l abzudrehen ist eine Entscheidung von Politikern, die Eingriffe in die Marktwirtschaft ansonsten als Sakrileg ablehnen, vor allem, wenn es um die Verhinderung sozialer Verwerfungen geht. Wie es der Raffinerie ergehen wird, sobald sie Verluste schreibt, wissen Ostdeutsche inzwischen allerdings aus eigenem Erleben. Sie kaufen den Politikdarstellern die Alternativlosigkeit verheerender Ma&szlig;nahmen nicht mehr einfach so ab. Und die EU-Sanktionen gegen Russland schlie&szlig;en das &Ouml;l aus der Druschba-Pipeline ja nicht einmal ein, der Verzicht darauf ist ein deutscher Sonderweg.<br>\nDie Arroganz der Funktionseliten des Kapitals nimmt seit 30 Jahren immer absurdere Z&uuml;ge an. So werden die letzten Reste von Akzeptanz bei den Lohnabh&auml;ngigen verspielt, das Misstrauen frisst sich ins eigene kleinb&uuml;rgerliche Milieu.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/430813.energieversorgung-kahlschlag-in-ostdeutschland-n%C3%A4chste-welle.html\">junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>R&uuml;stungsirrsinn ohne Ende<\/strong><br>\nAls Bundeskanzler Olaf Scholz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar 2022 den Irrsinn eines sogenannten &raquo;Sonderverm&ouml;gens&laquo; f&uuml;r R&uuml;stung im Bundestag verk&uuml;ndete, gab es stehenden Applaus der Volksvertreter\/-innen. Das erinnerte in fatalerweise an den Beginn des Ersten Weltkriegs 1914. Auch damals bejubelten Parlamentarier\/-innen im Reichstag die umfangreichen Kriegskredite. Nur wenige, wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, waren dagegen. Am Ende bezahlten sie ihr &raquo;Dagegensein&laquo; mit ihrem Leben. Sie wurden von einem rechten milit&auml;rischen Mob und politischen Revisionisten in der SPD umgebracht. Und heute sprechen sich wieder nur wenige Politiker\/-innen gegen die unausrottbare M&auml;r von &raquo;Aufr&uuml;stung schafft Frieden&laquo; aus.<br>\nMan kann es nicht glauben, aber es ist die bittere Wahrheit: Verfassungsrechtlich abgesicherte und massiv gesteigerte R&uuml;stungsausgaben wurden in einem sozial zerrissenen Deutschland mit einer Armutsquote von rund 16 Prozent &ndash; jedes 5. Kind w&auml;chst hier in Armut auf &ndash; am 3. Juni 2022 im Bundestag und am 10. Juni im Bundesrat beschlossen. Und dass auch vor dem Hintergrund einer weiter existierenden chronischen Arbeitslosigkeit und einem gigantischen Niedriglohnsektor mit Millionen von prek&auml;r Besch&auml;ftigten sowie einer darniederliegenden &ouml;ffentlichen Infrastruktur und einer unterfinanzierten Bildung und Gesundheit. Au&szlig;erdem steht das Land vor gigantischen Herausforderungen zur Bew&auml;ltigung der Klimakrise. Hier sind hohe j&auml;hrliche Investitionen und soziale Absicherungen notwendig.<br>\nVolksvertreter\/-innen und ihre Parteien, die schon seit &uuml;ber 40 Jahren eine uns&auml;gliche marktradikale (neoliberale) Politik gegen die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung und gegen die Natur betreiben, haben es jetzt auch noch fertiggebracht und ein Aufr&uuml;stungsprogramm von 100 Mrd. Euro mit einer Verfassungs&auml;nderung ins Grundgesetz zu schreiben &ndash; es reicht! Von den 735 Volksvertreter\/-innen stimmten 568 mit ja, 96 immerhin mit nein, 20 enthielten sich, und 51 stimmten erst gar nicht ab. Von den 39 Abgeordneten der Links-Partei waren bis auf 5, die ihre Stimme nicht abgaben, alle 34 Parlamentarier\/-innen gegen die Verfassungs&auml;nderung. Nur wenige prominennte Mitglieder des Bundestages, wie Frank Bsirske, ehemaliger ver.di-Vorsitzender und Fraktionsmitglied f&uuml;r B&uuml;ndnis90\/Die Gr&uuml;nen, stimmten auch gegen ihre Partei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ossietzky.net\/artikel\/ruestungsirrsinn-ohne-ende\/\">Heinz- J. Bontrup in Ossietzky<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Das Schweigen &uuml;ber die &ldquo;Kollateralsch&auml;den&rdquo; durch Waffen der Ukraine<\/strong><br>\nStirbt eigentlich kein Zivilist durch &ldquo;Wunderwaffen&rdquo; aus dem Westen? Realistisch ist diese Vorstellung nicht. Und in der Ostukraine begann der Krieg nicht mit der russischen Invasion.<br>\nFast jeden Tag wird in deutschen Medien die russische Armee neuer Kriegsverbrechen in der Ukraine beschuldigt. Tats&auml;chlich gibt es auch immer wieder neues Bildmaterial, das zeigt, wie Bomben der russischen Seite Tod und Verw&uuml;stung auch in zivilen Einrichtungen anrichten.<br>\nEs ist gut, dass eine kritische &Ouml;ffentlichkeit so genau darauf schaut. Es sollte zudem juristisch gekl&auml;rt werden, ob hier ein gezielter Beschuss ziviler Einrichtungen stattfand, ob es sich um die ber&uuml;chtigten Kollateralsch&auml;den handelt &ndash; oder ob auch die ukrainische Seite sich angreifbar macht, in dem sie milit&auml;rische Anlagen in zivilen Einrichtungen platziert. Nur f&auml;llt auf, dass &uuml;ber die Folgen des Einsatzes ukrainischer Waffen kaum geredet wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-Schweigen-ueber-die-Kollateralschaeden-durch-Waffen-der-Ukraine-7181911.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Europol-Bericht: Waffenschmuggel aus der Ukraine<\/strong><br>\nBei der europ&auml;ischen Polizeibeh&ouml;rde Europol sind Hinweise auf Waffenschmuggel in die EU eingegangen &ndash; von Einzelpersonen und kriminellen Netzwerken. Politiker fordern Verbleibskontrollen von Waffen.<br>\nDie europ&auml;ische Polizeibeh&ouml;rde Europol hat Hinweise auf organisierten Waffenschmuggel aus der Ukraine. Der Beh&ouml;rde wurden mehrere F&auml;lle gemeldet, bei denen Einzelpersonen versuchten, die Ukraine mit Schusswaffen zu verlassen.<br>\n&ldquo;Die EU-Mitgliedstaaten und die operativen Partner haben &uuml;ber F&auml;lle berichtet, in denen kriminelle Netzwerke in der Region aktiv sind und den Schmuggel erheblicher Mengen von Schusswaffen und Munition, einschlie&szlig;lich milit&auml;rischer Waffen, betreiben oder planen&rdquo; &ndash; steht in einem Schreiben von Europol an den Rat der Europ&auml;ischen Union. Es befasst sich mit den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der terroristischen Bedrohung f&uuml;r die Europ&auml;ische Union. Dem SWR liegt das Dokument vor.<br>\nDar&uuml;ber hinaus gehen europ&auml;ische Beh&ouml;rden davon aus, dass m&ouml;glicherweise Waffenverstecke entlang der ukrainischen Grenze zur EU angelegt werden, um den Schmuggel zu organisieren. Von der Ukraine aus operierende Kriminelle k&ouml;nnten demnach &uuml;ber offizielle Grenz&uuml;berg&auml;nge zur&uuml;ckkehren, um die Waffen auf die europ&auml;ische Seite zu bringen.<br>\nEin weiteres Problem ist laut Europol, dass L&auml;nder, die eine gr&ouml;&szlig;ere Zahl Fl&uuml;chtlinge aufgenommen haben, die Sorge ge&auml;u&szlig;ert h&auml;tten, dass einige ukrainische Fl&uuml;chtlinge Schusswaffen zur Selbstverteidigung bei sich tragen. Vor dem &Uuml;bertritt in die EU lie&szlig;en sie Waffen und auch Munition im Grenzgebiet zur&uuml;ck. Laut der Beh&ouml;rde wurden solche Munitionslager bereits entdeckt. Es bestehe die Gefahr, dass auch diese Waffen in die H&auml;nde krimineller Banden gelangen k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/swr\/ukraine-krieg-waffenschmuggel-eu-101.html\">tagesschau<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Nato-Beamter warnt vor Schwarzmarkt nach Ukraine-Krieg: Droht Balkan-Szenario?<\/strong><br>\nWir schicken der Ukraine Waffen zur Selbstverteidigung, aber was mit ihnen nach dem Krieg passiert, ist unklar. EU und Nato sind sehr besorgt. (&hellip;)<br>\nAuch die Generaldirektorin der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Aija Kalnaja, warnte vor einem florierenden Waffen-Schwarzmarkt in Europa. &bdquo;Ich denke, das ist ein sehr reales Risiko. Deshalb sind wir jetzt auch an der moldauisch-ukrainischen Grenze aktiv. Wir glauben, dass dort die geschmuggelten Waffen haupts&auml;chlich ankommen. Wir sind vorbereitet, das zu stoppen&ldquo;, so die Frontex-Chefin.<br>\nDagegen hat Kiew Russland die Verbreitung von Ger&uuml;chten &uuml;ber illegalen Waffenhandel in der Ukraine vorgeworfen. Die von westlichen Staaten gelieferten Waffen w&uuml;rden &bdquo;sorgf&auml;ltig erfasst und an die Front geschickt&ldquo;, erkl&auml;rte der ukrainische Pr&auml;sidentenberater Mychailo Podoljak auf Twitter. Die gelieferten Waffen seien eine &bdquo;&Uuml;berlebensfrage&ldquo; und ihre &Uuml;berwachung habe f&uuml;r die Regierung &bdquo;Priorit&auml;t&ldquo;. Dies gelte auch f&uuml;r Waffen mit gr&ouml;&szlig;erer Reichweite. &bdquo;Alle anderen Ger&uuml;chte sind banale russische Propaganda, die die Lieferungen st&ouml;ren soll&ldquo;, f&uuml;gte er hinzu.<br>\nDurch Schmuggelnetzwerke im &ouml;stlichen Europa drohen die Waffen auf einen kriminellen Markt zu gelangen. Staatliche Beh&ouml;rden verlieren zunehmend den Durchblick, wo und in wessen H&auml;nde die modernen Kriegsger&auml;te gelangen. Um dem entgegenzusteuern, unterst&uuml;tzt die Europ&auml;ische Kommission nun das benachbarte Moldawien mit dem EU Support Hub. Neben Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahmen f&uuml;r die innere Sicherheit des Landes soll auch die Grenzschutzpolitik der Republik Moldau gest&auml;rkt werden, um Waffen- und Menschenschmuggel einzud&auml;mmen. (&hellip;)<br>\nAuch Europol, die gesamteurop&auml;ische Polizeibeh&ouml;rde mit Sitz im niederl&auml;ndischen Den Haag, ist alarmiert &uuml;ber den Verbleib der Waffen. &bdquo;Irgendwann ist der Krieg vorbei. Wir wollen eine Situation verhindern wie vor 30 Jahren im Balkankrieg&ldquo;, sagte Europol-Direktorin Catherine De Bolle der Welt.<br>\nDie westliche Staatengemeinschaft m&ouml;chte Waffenproblematiken wie nach den Jugoslawienkriegen, die von 1991 bis 2001 gef&uuml;hrt wurden, dringend unterbinden. Nach Sch&auml;tzungen des Bundeskriminalamtes sind auf dem Balkan noch etwa sechs Millionen Waffen in Umlauf. Viele davon stammen aus Best&auml;nden der ehemaligen deutschen Volksarmee. Eigentlich m&uuml;ssten sie zerst&ouml;rt werden, stattdessen werden sie illegal von Waffenh&auml;ndlern weiterverkauft. Unter anderem zur&uuml;ck nach Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/nato-beamter-warnt-vor-schwarzmarkt-nach-ukraine-krieg-droht-balkan-szenario-li.246910%20\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Willy-Brandt-Kreis: Die Entspannungspolitik mit Russland ist nicht schuld an Putins Ukraine-Krieg<\/strong><br>\nPutins fatale Entscheidung, die Ukraine anzugreifen und v&ouml;lkerrechtswidrig einen Krieg in Europa vom Zaune zu brechen, hat dazu gef&uuml;hrt, dass in Politik und Medien immer wieder die sozialdemokratische Entspannungspolitik, teilweise zur&uuml;ckgehend bis Willy Brandt und Egon Bahr, sowie die Politik nachfolgender Jahrzehnte indirekt f&uuml;r den Angriffskrieg mitverantwortlich gemacht wird. Wir widersprechen dem nachdr&uuml;cklich und rufen im Folgenden die Rahmenbedingungen und Mechanismen in Erinnerung, unter denen Entspannung im alten Ost-West-Konflikt m&ouml;glich wurde.<br>\nDies hat letztlich zu dessen Ende gef&uuml;hrt und die Deutsche Einheit mit erm&ouml;glicht. Diese Phase ist historisch abgeschlossen und nicht urs&auml;chlich f&uuml;r das jetzige Desaster. Ungeachtet dessen wird behauptet, dass eine vermeintlich allein auf Kooperation gebaute Politik den Herrscher im Kreml ermutigt habe, den heutigen gewaltsamen und alle Regeln missachtenden Weg zu gehen. Entscheidend wird in Zukunft sein, ob und unter welchen Bedingungen es wieder zu einer Phase kooperativer Sicherheit kommen kann. Das Schweigen der Waffen in der Ukraine, die Respektierung und Sicherung ihrer staatlichen Integrit&auml;t und eine stabile, dauerhafte Friedensl&ouml;sung sind daf&uuml;r die zentralen Voraussetzungen. Viele strukturelle und inhaltliche Fragen zur europ&auml;ischen Sicherheit, die zumeist nicht neu sind, stellen sich in diesem Zusammenhang. Sie bed&uuml;rfen aber unter den neuen Bedingungen neuer Antworten.<br>\nWill man den Krieg beenden und die Grundlage f&uuml;r einen neuen Frieden schaffen, m&uuml;ssen auch die Ursachen des Konflikts verstanden werden. Es ist offenkundig, dass f&uuml;r einen konstruktiven Neuanfang in Europa wieder kooperative Sicherheitsarrangements insbesondere bei der nuklearen und konventionellen R&uuml;stungskontrolle n&ouml;tig sein werden. Die Alternative w&auml;re ein ruin&ouml;ses Wettr&uuml;sten, eine neue Teilung Europas und ein neuer Kalter Krieg nicht nur mit Russland, sondern auch mit dem von den USA bereits als k&uuml;nftiger Hauptgegner identifizierten China, der kommenden zweiten Supermacht, und damit die faktische Kapitulation vor den &ouml;kologischen und sozialen Menschheitsproblemen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/willy-brandt-kreis-nicht-die-entspannungspolitik-mit-russland-hat-zum-ukraine-krieg-gefuehrt-li.247711\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kriege und andere Verbrechen<\/strong><br>\n&ldquo;Deutschland darf kein sicherer Hafen f&uuml;r Kriegsverbrecher werden!&rdquo; Mit dieser unmissverst&auml;ndlichen Botschaft verband Generalbundesanwalt Peter Frank die Ank&uuml;ndigung eines Strukturermittlungsverfahrens gegen US- und NATO-Milit&auml;rs, die Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. Ermittelt werde auch gegen die politisch Verantwortlichen. Die von dem Journalisten Julian Assange bei Wikileaks ver&ouml;ffentlichten Beweismaterialien bildeten eine wichtige Grundlage f&uuml;r rasche konkrete Ergebnisse, sagte der Generalbundesanwalt.<br>\nWieso wissen wir sofort, dass es sich hier um einen Fake handelt? Das beschriebene Vorgehen w&uuml;rde doch genau der Demokratie und den Menschenrechten entsprechen, denen Politik und Justiz zu dienen behaupten. In der Tat gibt es umfangreiches Material, die Ermittlungen nicht nur erm&ouml;glichen, sondern zwingend erfordern w&uuml;rden. Die &ldquo;einzige Weltmacht&rdquo; bekennt sich &ouml;ffentlich zu den unz&auml;hligen Verbrechen, die sie im Benehmen mit der &ldquo;westlichen Wertegemeinschaft&rdquo; begangen hat. Bei seiner Jahrespressekonferenz spricht der Generalbundesanwalt aber nur &uuml;ber m&ouml;gliche Prozesse gegen russische Soldaten im Ukrainekrieg.<br>\nWarum hat die Bundesanwaltschaft keine Strafverfolgung eingeleitet, als die USA auf L&uuml;gen basierend den Irak angriffen und hunderttausende Tote und ein zerst&ouml;rtes Land hinterlie&szlig;en? Hat die Beh&ouml;rde die Aussage der ehemaligen US-Au&szlig;enministerin Albright nicht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewertet, f&uuml;nfhunderttausend tote irakische Kinder durch US-Boykottma&szlig;nahmen seien ein angemessener Preis gewesen? Was tat und tut der Generalbundesanwalt bei systematischer Folter in Guantanamo oder beim Drohnenkrieg mit tausenden toten Zivilisten? Befasst sich die Bundesanwaltschaft mit den ungez&auml;hlten Verbrechen in Libyen, Syrien, Jemen? Auch Verantwortliche f&uuml;r die &uuml;ber zweihunderttausend zivilen Opfer der Luft-, Drohnen- und Raketenangriffe in Afghanistan sind bekannt. Eine aktuelle Dokumentation der BBC in Gro&szlig;britannien belegt Dutzende Morde an Zivilisten durch englische und australische Elitesoldaten. Alle T&auml;ter kamen straflos davon. Erinnert sei ferner an die saloppe Bemerkung von Gerhard Schr&ouml;der, er habe als Kanzler im Jugoslawien-Krieg gegen das V&ouml;lkerrecht versto&szlig;en. &bdquo;Da haben wir unsere Flugzeuge [&hellip;] nach Serbien geschickt und die haben zusammen mit der NATO einen souver&auml;nen Staat gebombt &ndash; ohne dass es einen Sicherheitsratsbeschluss gegeben h&auml;tte.&ldquo;<br>\nAber in allen diesen und ungez&auml;hlten weiteren F&auml;llen ermittelt die Justiz der westlichen Demokratien nicht gegen die Verbrecher; vielmehr wird der Journalist Assange jahrelang mit l&uuml;genhaften Beschuldigungen verfolgt, seiner beruflichen Existenz und seiner pers&ouml;nlichen Freiheit beraubt &ndash; und er soll an die staatliche Gewalt ausgeliefert werden, deren Verbrechen er nachgewiesen hatte. Es ist zwar anerkennenswert, wenn wegen Kriegsverbrechen in der Ukraine ermittelt wird; bedenklich und aufschlussreich ist die Verweigerungshaltung der Justiz in all den anderen bekannten F&auml;llen von Kriegsverbrechen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/grammer\/justiz-geopolitik-kriege-und-andere-verbrechen\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Agrarindustrie nutzt den stockenden Welthandel, um Preise hochzutreiben<\/strong><br>\n30 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung fehlt ein ausreichender Zugang zu Lebensmitteln. Das war schon vor dem Krieg in der Ukraine so. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm<br>\nVon dieser Krise sprach man bereits vor dem Ukraine-Krieg. 800 Millionen Menschen, ein Zehntel der Weltbev&ouml;lkerung, litten st&auml;ndig unter Hunger. Nach dem aktuellen Weltern&auml;hrungsbericht der Vereinten Nationen The State of Food Security and Nutrition in the World werden es mehr. Um fast 50 Millionen ist die Zahl der Hungernden im Vorjahr gestiegen, seit 2019 gar um 150 Millionen. Nach der &bdquo;Agenda 2030&ldquo; der UN sollte bis 2030 Ern&auml;hrungssicherheit f&uuml;r alle garantiert sein, danach sieht es nicht aus.<br>\nIm UN-Report werden all jene ber&uuml;cksichtigt, die unter akutem Hunger und Unterern&auml;hrung leiden. Rund 2,3 Milliarden Menschen waren das 2021 und damit nicht weniger als 29,3 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung. Ber&uuml;cksichtigt man alle, die sich keine gesunde Ern&auml;hrung leisten k&ouml;nnen &ndash; viele davon leben auch in den reichen L&auml;ndern &ndash;, kommt man auf 3,1 Milliarden Menschen, ein Drittel der Weltbev&ouml;lkerung. Und dabei sind die Folgen des Ukraine-Kriegs noch gar nicht erfasst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/michael-kraetke\/die-agrarindustrie-spekuliert-und-der-hunger-waechst\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Studie: Fast alle Jugendliche schon mit Corona-Antik&ouml;rpern<\/strong><br>\nLaut einer in Vorpommern durchgef&uuml;hrten Studie hat der weitaus &uuml;berwiegende Teil der untersuchten Jugendlichen bereits Coronavirus-Antik&ouml;rper. &bdquo;In der &auml;lteren Altersgruppe von 13 bis 18 sind jetzt fast alle geimpft oder genesen&ldquo;, sagte die Leiterin der Untersuchung, Almut Meyer-Bahlburg, der Deutschen Presse-Agentur. Der Anteil der Proben mit Antik&ouml;rpern betrage um die 95 Prozent. Sie stammten von einer Impfung oder einer durchmachten Erkrankung. (&hellip;)<br>\nDer eigentliche Fokus der Studie liegt auf der Erfassung der Dunkelziffer. Zu unentdeckten Infektionen werden Proben zugeordnet, wenn der oder die Betroffene nicht geimpft ist und ihm oder ihr auch keine Infektion zuvor bewusst war. Zur Abfrage dient ein Fragebogen.<br>\nDie Dunkelziffer war gerade im Zusammenhang mit Schutzma&szlig;nahmen in Schulen immer wieder Thema gewesen. Die Untersuchung ergab bislang eine eher geringe Dunkelziffer. Der Anteil zuvor unentdeckter Infektionen habe im Verlauf zwar leicht zugenommen, liege insgesamt aber nur bei etwa zwei Prozent, sagte Meyer-Bahlburg. Das sei &bdquo;wirklich nicht sehr hoch&ldquo;. Sie f&uuml;hre das auch auf engmaschige Tests zur&uuml;ck. Auch Omikron habe nicht zu einer &bdquo;Explosion&ldquo; gef&uuml;hrt. (&hellip;)<br>\nEine zus&auml;tzliche Analyse soll auch die Unterscheidung von Antik&ouml;rpern infolge einer Impfung und Antik&ouml;rpern infolge einer Infektion erm&ouml;glichen. Eine Publikation sei geplant.<br>\nEin weiteres vorl&auml;ufiges Ergebnis der Studie: Den Angaben der Frageb&ouml;gen zufolge belastete die Corona-Pandemie Eltern und Kinder zuletzt weniger stark als zu Beginn der Studie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/Nachrichten\/Studie-Fast-alle-Jugendliche-schon-mit-Corona-Antikoerpern-430809.html\">&Auml;rzteZeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>4. Impfung f&uuml;r alle ist Unsinn: Wer sie wirklich braucht &ndash; und wer nicht<\/strong><br>\nWer braucht denn jetzt eigentlich die vierte Impfung? In dieser Frage sind sich Experten bislang uneins. J&uuml;ngst empfahl Lauterbach sie auch f&uuml;r J&uuml;ngere, die Stiko ist dagegen. Top-Virologe Alexander Kekul&eacute; erkl&auml;rt, was f&uuml;r eine Empfehlung f&uuml;r welche Gruppen spricht.<br>\nSich &ouml;ffentlich mit den eigenen Beratern anzulegen, ist f&uuml;r Politiker keine gute Idee. Trotzdem zog Professor Karl Lauterbach vergangene Woche wieder einmal seinen wei&szlig;en Kittel an und empfahl kurzerhand pers&ouml;nlich die zweite Boosterimpfung f&uuml;r Alle, die &bdquo;den Sommer genie&szlig;en&ldquo; und &bdquo;kein Risiko eingehen&ldquo; wollen.<br>\nAlle Altersgruppen vierfach zu impfen &ndash; die Vakzine von BioNTech ist ab f&uuml;nf Jahren zugelassen &ndash;, ist nat&uuml;rlich genauso Unsinn wie das Versprechen, dass man dadurch kein Risiko mehr h&auml;tte, an Covid zu erkranken.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/news\/coronavirus-4-impfung-fuer-alle-ist-unsinn-wer-sie-wirklich-braucht-und-wer-nicht_id_118651305.html\">Alexander Kekul&eacute; auf Focus Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Layla und die Liberalen: Triebabfuhr statt Klassenkampf<\/strong><br>\nGeht es wirklich darum, den &bdquo;Verbotseifer&ldquo; der Linken anzuprangern? Was die Debatte um einen Ballermannsong namens &bdquo;Layla&ldquo; &uuml;ber die Liberalen verr&auml;t [&hellip;]<br>\nDie Wirtschaftsliberalen attackieren die Linksliberalen f&uuml;r ihren vermeintlichen Verbotseifer. Sie sehen den Eskapismus in Gefahr, der den Lohnsklaven jenes &bdquo;kleine Vergn&uuml;gen&ldquo; schenkt, das ihren Status als f&uuml;r die wirtschaftliche Verwertbarkeit abgerichtete rationale Wesen sichert. Die Linksliberalen wiederum denken in anderer Weise eiskalt-rational und nicht dialektisch. Als ob Frauenverachtung aus der Gesellschaft effizient verschw&auml;nde, wenn frauenverachtende Lieder aus Bierzelten verbannt blieben. Warum sie das Kirmes-Aus f&uuml;r Layla in W&uuml;rzburg gut findet, begr&uuml;ndete die Autorin des Textes in der S&uuml;ddeutschen mit diesem Satz: &bdquo;Die Stadt entschied sich, so will es der freie Markt.&ldquo;<br>\nWas beide Seiten ausblenden: Wer solche Songs in Bierzelten gr&ouml;lt, wurde &uuml;ber Jahrzehnte hinweg zum Einzelk&auml;mpfer gemacht in einer wirtschaftsliberalen Konkurrenzlogik, ohne dass Linksliberale es verhindert h&auml;tten. Man kann nicht oft genug daran erinnern, dass es eine Bundesregierung aus SPD und Gr&uuml;nen war, die den Sozialstaat abgebaut, das Gesundheitssystem privatisiert und den Finanzmarkt dereguliert hat. Beide Parteien sind nun wieder an der Macht und planen, die aktuelle Krise auf dem R&uuml;cken der &auml;rmeren Bev&ouml;lkerungsh&auml;lfte zu managen. So wird das notwendig falsche Bewusstsein von einer Front zwischen &bdquo;den linken Eliten&ldquo; und &bdquo;dem einfachen Volk&ldquo; leider einstweilen fortbestehen und in Bierzelten eher Triebabfuhr mit Layla betrieben werden als Klassenkampf mit der Internationalen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/cbaron\/layla-und-die-liberalen-triebabfuhr-statt-klassenkampf\">Christian Baron in der Freitag<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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