{"id":86282,"date":"2022-07-27T09:00:28","date_gmt":"2022-07-27T07:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86282"},"modified":"2022-07-29T14:33:49","modified_gmt":"2022-07-29T12:33:49","slug":"wir-bedauern-landeszentrale-fuer-politische-bildung-reagiert-umgehend-auf-nachdenkseiten-artikel-und-leserzuschriften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86282","title":{"rendered":"\u201eWir bedauern&#8230;\u201c &#8211; Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung reagiert umgehend auf NachDenkSeiten-Artikel und Leserzuschriften"},"content":{"rendered":"<p>Am 25. Juli ver&ouml;ffentlichten die NachDenkSeiten einen Artikel unter der &Uuml;berschrift <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86230\">&bdquo;V&ouml;lkerkunde mit Anna Kupriy bei der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung: Die Russen sind faul, die Ukrainer flei&szlig;ig&ldquo;<\/a>. Der Artikel f&uuml;hrte aus, wie in einem &bdquo;Blog&ldquo; auf der Website der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung (lpb) eine aus der Ukraine nach Deutschland gefl&uuml;chtete Journalistin pauschal das russische Volk als faul, bequem, aggressiv, bindungslos und nicht empathief&auml;hig beschreibt. Die Leitung der lpb reagierte umgehend und nahm nach Ver&ouml;ffentlichung und Leserzuschriften Teile des &bdquo;Tagebuchs&ldquo; vom Netz. Doch hat sich der Fall damit wirklich erledigt? Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1110\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-86282-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220727-Wir-bedauern-lpb-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220727-Wir-bedauern-lpb-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220727-Wir-bedauern-lpb-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220727-Wir-bedauern-lpb-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=86282-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220727-Wir-bedauern-lpb-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220727-Wir-bedauern-lpb-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir bedauern, dass einzelne Passagen im Ukraine-Tagebuch der Journalistin Anna Kupriy offensichtlich als pauschalisierend verstanden werden konnten. Wir haben die Folge 7 des Tagebuchs (&bdquo;Ukrainer und Russen&ldquo;) deshalb vom Netz genommen und auch an einzelnen anderen Stellen auf der Webseite nachgebessert.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>So die Antwort von Prof. Dr. Reinhold Weber, stellvertretender Direktor und verantwortlich f&uuml;r den Internetauftritt der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung Baden-W&uuml;rttemberg, in Reaktion auf Zuschriften von NachDenkSeiten-Lesern an die Landesbeh&ouml;rde mit Verweis auf den entsprechenden NDS-Artikel. <\/p><p>Zun&auml;chst l&auml;sst sich festhalten: Die schnelle Reaktion der lpb bezeugt, dass hier von unserem Gastautor Rupert Koppold und unseren Lesern mit ihren Zuschriften an die Landeszentrale ein Treffer gelandet wurde. Schaut man sich allerdings den Blog auf der Seite der lpb in seiner aktualisierten Form an, f&auml;llt auf, dass es sich nur um Sch&ouml;nheitskorrekturen handelt, lediglich die Spitze des Eisberges. Das Problem des Blogs beschr&auml;nkt sich nicht, wie vom Vize-Direktor impliziert (&bdquo;einzelne Passagen&ldquo;), nur auf einen von 13 Eintr&auml;gen. Im Gegenteil, das Problem ist systemisch. Fast jeder einzelne <a href=\"https:\/\/www.lpb-bw.de\/ukraine-tagebuch\">Blog-Eintrag<\/a> der ukrainischen Journalistin Anna Kupriy steht mit seinem ultra-nationalistischen, oft auch ins Rassistische abgleitenden Ton im eklatanten Widerspruch zur Selbstverpflichtung der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung &bdquo;Wir sind offen gegen&uuml;ber Menschen und Themen und treten f&uuml;r Akzeptanz und Toleranz ein&ldquo; sowie zum Postulat: &bdquo;Wir sind Garant f&uuml;r Pluralit&auml;t, Ausgewogenheit und Qualit&auml;t in der politischen Bildung.&ldquo;<\/p><p>Wie dargelegt, hat sich die lpb nach dem NachDenkSeiten-Artikel gezwungen gesehen, den Blog-Eintrag 7 &bdquo;Ukrainer und Russen&ldquo; zu entfernen. Doch was ist beispielsweise mit den Folgen 4 &bdquo;Russische F&auml;lschungen, Staatsideologie und die Strategie der Zerst&ouml;rung&ldquo;, Folge 6 &bdquo;Odessa &ndash; falsche Mythen der Geschichte&ldquo; sowie Folge 7 &bdquo;Br&uuml;derlichkeit&ldquo;, wo, bis heute nicht korrigiert oder zumindest p&auml;dagogisch eingeordnet, eklatante Geschichtsverdrehungen betrieben und rassistischen Klischees Vorschub geleistet wird. Widmen wir uns chronologisch den erw&auml;hnten Blogeintr&auml;gen, die nach wie vor v&ouml;llig unver&auml;ndert so auf der Website der lpb stehen. <\/p><p><strong>Folge 4 &bdquo;Russische F&auml;lschungen, Staatsideologie und die Strategie der Zerst&ouml;rung&ldquo;<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Anfang April wurde die zivilisierte Welt durch Beweise f&uuml;r russische Milit&auml;rverbrechen gegen die Zivilbev&ouml;lkerung in der N&auml;he von Kiew schockiert.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Schon der Einstiegssatz spricht B&auml;nde &uuml;ber die Verfasstheit der Autorin. Da wird gleich zu Beginn das historisch nun wirklich belastete Bild der &bdquo;zivilisierten Welt&ldquo; versus den angeblichen &sbquo;russischen Barbaren&lsquo; bem&uuml;ht. Man muss auch nicht lange warten, dann f&uuml;hrt Kupriy tats&auml;chlich dieses Vokabular explizit ein, wohlgemerkt auf der Seite einer Landesbeh&ouml;rde, die sich der politischen Bildung von vornehmlich Kindern und Jugendlichen widmet. Weiter hei&szlig;t es dann n&auml;mlich: &bdquo;So funktioniert die Psychologie der Barbaren&hellip;&ldquo;, und geht &uuml;ber in den Satz: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir lachten &uuml;ber die vom Fernsehen &bdquo;zombifizierten&ldquo; Russen und merkten nicht, dass zu dieser Zeit in einem Nachbarland professionell M&ouml;rder herangezogen wurden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Im Gegenzug werden zum Beispiel die nachgewiesenen Gr&auml;ueltaten und die Verherrlichung des Nazi-Kollaborateurs und militanten Antisemiten Stepan Bandera durch Gruppierungen wie Rechter Sektor und die Asow-Verb&auml;nde kleingeredet. Dies seien lediglich &bdquo;ein paar Fotos von Fackelz&uuml;gen einzelner Organisationen&ldquo;.<\/p><p><strong>Folge 6 &bdquo;Odessa &ndash; falsche Mythen der Geschichte&ldquo;<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Vor etwas mehr als zweihundert Jahren entstand auf dem Territorium des Russischen Reiches eine absolut nichtrussische, sondern eine durch und durch europ&auml;ische Stadt. (&hellip;) Die Stadt wurde als ein absolut einzigartiges Produkt gegr&uuml;ndet. In dem vom Russischen Reich besetzten Steppengebiet musste so schnell wie m&ouml;glich ein Hafen gebaut werden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Allein in diesen wenigen S&auml;tzen stecken mehrere zweifelhafte Behauptungen. Zun&auml;chst nat&uuml;rlich der geografisch nicht haltbare Klassiker, Europa versus Russland zu setzen, dies ist allerdings ein Vorgehen, das selbst offizielle Lehrmaterialien der Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85208\">&uuml;bernehmen<\/a>.<\/p><p>Dann die Behauptung, Odessa sei &bdquo;absolut nichtrussisch&ldquo; und das Gebiet sei &bdquo;vom Russischen Reich&ldquo; besetzt worden. Um diese Aussagen zu falsifizieren, reicht ein Blick auf Wikipedia und die dort zitierten historischen Quellen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;1792 ging das Gebiet &ouml;stlich des Dnister mit dem Frieden von Jassy an das Russische Kaiserreich. 1794 wurde auf Anweisung von Katharina der Gro&szlig;en die Stadt Odessa nahe der Festung Jeni D&uuml;nja gegr&uuml;ndet.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das hei&szlig;t, das Gebiet um die sp&auml;tere Stadt Odessa wurde im Rahmen eines Friedensvertrages offiziell vom Osmanischen Reich an das Russische Zarenreich &uuml;bergeben, der Terminus &bdquo;besetzt&ldquo; ist daher nicht korrekt, denn es war, nach dem Vertrag von Jassy offiziell und von allen beteiligten Parteien anerkannt, russisches Staatsgebiet. Zumindest auf der Seite einer Beh&ouml;rde, die sich &bdquo;Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung&ldquo; schimpft, sollten solche Begriffe korrekt verwendet werden. <\/p><p>Bez&uuml;glich der Behauptung, Odessa sei im 18. und 19. Jahrhundert &bdquo;absolut nichtrussisch&ldquo; gewesen, erlauben wir uns einen Blick auf die <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20150813220037\/http:\/\/pop-stat.mashke.org\/empire1897-cities.htm\">Einwohnerstatistik<\/a> von Odessa f&uuml;r das Jahr 1897: Der Zensus von 1897 ergab einen Bev&ouml;lkerungsanteil der Russen von 49,09 Prozent, gefolgt von 30,83 Prozent Juden, Ukrainer machten zu diesem Zeitpunkt in Odessa 9,39 Prozent aus. Die damalige Gesamteinwohnerzahl betrug 404.000.<\/p><p>Das f&uuml;hrt uns zur n&auml;chsten faktenfreien Behauptung der lpb-Autorin: &bdquo;Um das Bewusstseins zu beeinflussen&ldquo;, so Kupryi, werde &bdquo;eine Reihe von hartn&auml;ckigen Mythen verwendet&ldquo;, zum Beispiel die Behauptung, Russisch sei die dominierende Verkehrssprache in Odessa.<\/p><p>Nun ja, im letzten <a href=\"http:\/\/database.ukrcensus.gov.ua\/MULT\/Database\/Census\/databasetree_no_uk.asp?#m5\">offiziellen Zensus<\/a> aus dem Jahr 2001 gaben 65 Prozent der Einwohner Russisch als Muttersprache an. Die letzte <a href=\"https:\/\/www.iri.org\/wp-content\/uploads\/legacy\/iri.org\/wysiwyg\/2015-05-19_ukraine_national_municipal_survey_march_2-20_2015.pdf\">umfassende Umfrage<\/a> durch das<em> International Republican Institute<\/em> im Jahr 2015 kam zu dem Ergebnis, dass 93 Prozent der Einwohner zuhause Russisch sprechen. Diese Zahlen finden sich auch bei Wikipedia: <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220827-bedauern-Screen1.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220827-bedauern-Screen1.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Autorin ihre Blogeintr&auml;ge, trotz aller Hymnen auf die ukrainische Sprache und der Betonung, wieviel Unterschiede es zum Russischen g&auml;be (&bdquo;Die ukrainische Sprache weist 22 bis 29 Gemeinsamkeiten mit der tschechischen, slowakischen und polnischen Sprache auf &ndash; mit der russischen sind es nur elf&ldquo;), nicht etwa auf Ukrainisch, sondern <a href=\"https:\/\/www.lpb-bw.de\/ukrainskii-dnevnik\">auf Russisch f&uuml;r die lpb verfasst<\/a> und diese auch auf Russisch und nicht Ukrainisch auf der lpb-Seite ver&ouml;ffentlicht werden: <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220827-bedauern-Screen2.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220827-bedauern-Screen2.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Die lpb sollte zudem, angesichts ihres bildungspolitischen Auftrags, folgende Behauptung ihrer Blog-Autorin pr&uuml;fen lassen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Odessa ist der Geburtsort des unabh&auml;ngigen Griechenlands.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Folge 7: Die &bdquo;Br&uuml;derlichkeit der V&ouml;lker&ldquo; ist nichts weiter als eine Propagandafalle<\/strong><\/p><p>Hier begrenzen wir uns auf die unkommentierte Wiedergabe der Aussagen der lpb-Autorin, die stehen in Inhalt, Intention und Sprachwahl f&uuml;r sich:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Lasst uns &uuml;ber &bdquo;Br&uuml;derlichkeit&ldquo; sprechen. Viele Jahre lang hat man uns gesagt, dass Ukrainer und Russen br&uuml;derliche V&ouml;lker sind. Dieses von Russland aufgezwungene Paradigma hat erst jetzt seine Bedeutung verloren, wo keiner der bewussten Ukrainer einen Russen als seinen Bruder bezeichnen wird.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Eines der gr&ouml;&szlig;ten Missverst&auml;ndnisse der Russen ist, dass sie an unsere Gemeinsamkeit glauben, an eine Art gemeinsamen Kern.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Die Wahrheit ist, dass wir in Wirklichkeit verschiedene Gemeinschaften sind, von denen jede eine eigene Mythologie, Tradition und Kultur hat. Sie weigern sich, das zuzugeben, genauso wie sie sich weigern zu akzeptieren, dass die Ukraine ihre zivilisatorische Wahl l&auml;ngst getroffen hat.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Folge 8: Der Pragmatismus der Ukrainer<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ukrainer sind universell einsetzbar, beherrschen m&uuml;helos mehrere Spezialgebiete und sind dabei erstaunlich effizient.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dieser Schl&uuml;sselsatz der Folge 8 steht exemplarisch f&uuml;r die sich durch den gesamten Blog ziehende schablonenhafte Darstellung von Ukrainern, die &sbquo;alles k&ouml;nnen&lsquo;, versus den &sbquo;faulen und bequemen&lsquo; Russen. Auch wenn letztere Darstellung mittlerweile durch die Verantwortlichen der lpb vom Netz genommen wurde, bleibt die permanent in den Blogbeitr&auml;gen pr&auml;sente nationalistische Selbst&uuml;berh&ouml;hung von Ukrainern v&ouml;llig unhinterfragt. <\/p><p><strong>Folge 10:<\/strong> <strong>Alltagsleben in der Ukraine und in Deutschland<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Vor dem Krieg war die Ukraine auf dem Niveau eines guten mitteleurop&auml;ischen Landes, in dem es sich recht angenehm leben l&auml;sst.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Kein, wirklich kein einziger sozialer oder wirtschaftlicher Indikator unterst&uuml;tzt diese Behauptung von Anna Kupriy. Im Gegenteil. Die Ukraine war (auch weit vor dem Krieg) das mit Abstand &auml;rmste Land Europas. Wie Werner R&uuml;gemer in einem Beitrag f&uuml;r die NachDenkSeiten unl&auml;ngst <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86079\">ausf&uuml;hrte,<\/a> betrug der gesetzliche Mindestlohn im Jahr 2015 in der Ukraine 0,24 Cent pro Stunde und erh&ouml;hte sich 2019 auf 78 Cent. Seit 2021 liegt er bei 1,21 Euro. Dies liegt weiter unter den entsprechenden Mindestl&ouml;hnen in den Nachbarl&auml;ndern wie Polen oder Rum&auml;nien. <\/p><p>&Auml;hnlich dramatisch zeigt sich die Situation bei den Rentnern. Die Durchschnittsrente betrug 2014 vor dem Maidan-Putsch noch 140 Euro, sank danach dramatisch und betr&auml;gt seit 2017 weniger als 60 Euro. <\/p><p>Eine umfangreiche, 51 L&auml;nder umfassende Untersuchung, <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC6325999\/\">ver&ouml;ffentlicht<\/a> im &bdquo;European Journal of Epidemiology&ldquo;, kommt f&uuml;r die Jahre 1990 bis 2016 zu dem Ergebnis, dass die Ukraine europaweit die meisten Todesf&auml;lle wegen Mangelern&auml;hrung zu verzeichnen hat. <\/p><p>Angesichts dieser Zahlen muss sich die lpb auch hier fragen lassen, auf welcher faktischen Grundlage Kupriys generalisierte Aussage &uuml;ber das angeblich &bdquo;mitteleurop&auml;ische&ldquo; Lebensniveau in der Ukraine beruhen soll. <\/p><p>Grunds&auml;tzlich l&auml;sst sich festhalten, dass die Idee, einer ukrainischen Journalistin mit einem prominent platzierten &bdquo;Blog&ldquo; auf der Website der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung eine Stimme zu geben, zumindest in dieser praktizierten Form, als gescheitert eingestuft werden muss. Bei einer Institution mit einem bildungspolitischen Auftrag wie der lpb sollte man vorher eruieren, wessen Geistes Kind die ausgew&auml;hlte Autorin ist. V&ouml;llig ungefiltert und ungepr&uuml;ft, Hass, Verachtung und Geschichtsverdrehungen auf den Seiten einer bildungspolitischen Institution f&uuml;r Kinder und Jugendliche zu ver&ouml;ffentlichen, l&auml;sst sich unter keinen Umst&auml;nden rechtfertigen. <\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86430\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: Screenshot lpb-bw.de<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85208\">Faktencheck zu Unterrichtsmaterialien der Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung zum Ukraine-Krieg: Tendenzi&ouml;se Sprache und nachweislich falsche &bdquo;Fakten&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86230\">V&ouml;lkerkunde mit Anna Kupriy bei der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung: Die Russen sind faul, die Ukrainer flei&szlig;ig<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86079\">Unsere europ&auml;ischen Werte&ldquo;: 1,21 Euro Mindestlohn in der Ukraine<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/99436f8b15274bbca6fce45d4ad3d0f8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25. 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Der Artikel f&uuml;hrte aus, wie in einem &bdquo;Blog&ldquo; auf der Website der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung (lpb) eine aus der Ukraine nach Deutschland gefl&uuml;chtete Journalistin pauschal<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86282\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":86285,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,159,123],"tags":[1616,2254,835,259,260,3226],"class_list":["post-86282","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-bundeszentralelandeszentrale-fuer-politische-bildung","tag-lebensqualitaet","tag-nationalismus","tag-russland","tag-ukraine","tag-xenophobie"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/220827-bedauern-Cover.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86282","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=86282"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86440,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86282\/revisions\/86440"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/86285"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=86282"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=86282"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=86282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}