{"id":86479,"date":"2022-08-01T13:30:15","date_gmt":"2022-08-01T11:30:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86479"},"modified":"2022-08-01T16:58:52","modified_gmt":"2022-08-01T14:58:52","slug":"pharmakonzerne-gewinnmaximierung-und-gesundheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86479","title":{"rendered":"Pharmakonzerne, Gewinnmaximierung und Gesundheit"},"content":{"rendered":"<p>B&ouml;rsennotierte Konzerne k&ouml;nnen nur dann &uuml;berleben, wenn sie st&auml;ndig hohe und langfristig steigende Gewinne erwirtschaften. Wenn die Gewinne sinken, sinkt der Aktienkurs. Dann droht eine Unternehmens&uuml;bernahme oder eine Sanierung &uuml;ber Personalabbau, Kostenreduzierung, Betriebsschlie&szlig;ungen usw. Sinkende oder gar ausbleibende Gewinne bedrohen die Existenz b&ouml;rsennotierter Unternehmen. Die Existenzberechtigung b&ouml;rsennotierter Konzerne besteht im Erwirtschaften st&auml;ndiger hoher und langfristig steigender Gewinne. Das gilt auch f&uuml;r b&ouml;rsennotierte Pharmakonzerne. Sie m&uuml;ssen alles tun, um st&auml;ndig ihre Gewinne zu maximieren. Was w&auml;re also das Schlimmste, was gewinnmaximierenden Pharmakonzernen passieren k&ouml;nnte? Von Natur aus gesunde Menschen mit nat&uuml;rlicher Immunit&auml;t ohne Angst. Daher soll im Folgenden untersucht werden, inwiefern Interessenkonflikte zwischen Gewinnmaximierung und Gesundheit bei Pharmakonzernen existieren. Von <strong>Christian Krei&szlig;<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_163\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-86479-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220801-Pharmakonzerne-Gewinnmaximierung-Gesundheit-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220801-Pharmakonzerne-Gewinnmaximierung-Gesundheit-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220801-Pharmakonzerne-Gewinnmaximierung-Gesundheit-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220801-Pharmakonzerne-Gewinnmaximierung-Gesundheit-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=86479-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220801-Pharmakonzerne-Gewinnmaximierung-Gesundheit-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220801-Pharmakonzerne-Gewinnmaximierung-Gesundheit-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Die Halbjahreszahlen von Pfizer<\/strong><\/p><p>Am 28.7.2022 ver&ouml;ffentlichte Pfizer die Zahlen f&uuml;r das zweite Quartal 2022.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Die Zahlen von Pfizer sind besonders interessant, weil der US-Pharmakonzern den Covid-Impfstoff Comirnaty zusammen mit BioNTech entwickelte und vertreibt.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Comirnaty ist der am h&auml;ufigsten verwendete Corona-Impfstoff in Deutschland: Bis Ende Mai 2022 wurden in Deutschland offiziell insgesamt etwa 180 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus (COVID-19) durchgef&uuml;hrt. Davon waren 132,6 Millionen von BioNTech\/Pfizer, also etwa 74 Prozent.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Die Bruttogewinnmarge wird zwischen den beiden Unternehmen 50\/50 geteilt.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Pfizer erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2022 bei einem Umsatz von 53,4 Milliarden US-Dollar (plus 60 Prozent gegen&uuml;ber dem ersten Halbjahr 2021) einen Vorsteuergewinn von 20,5 Milliarden Dollar (+62% gg&uuml;.Vj.). Nach Steuern betrug der Gewinn 17,8 Milliarden (+70% gg&uuml;.Vj.). Impfstoffe, im Wesentlichen Comirnaty, machten 25,3 Milliarden bzw. 47 Prozent des Umsatzes aus. Also knapp die H&auml;lfte des Umsatzes von Pfizer kommt momentan aus den Covid-Impfungen. Im Gesamtjahr sollen mehr als 50 Prozent des Konzernumsatzes aus Covid-Bek&auml;mpfungsmitteln stammen (32 Prozent von Comirnaty und 22 Prozent durch das Medikament Paxlovid).[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] F&uuml;r Marketing, Information und Verwaltung (Selling, Information and Administration, kurz: SI&amp;A) gab Pfizer im ersten Halbjahr 5,6 Milliarden aus, f&uuml;r Forschung und Entwicklung (F&amp;E) 5,1 Milliarden.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p><strong>Patienten- versus Aktion&auml;rsinteressen<\/strong><\/p><p>Die Unternehmensmission von Pfizer ist nach eigener Aussage &bdquo;to bring value to our patients and shareholders&rdquo;.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] So sollte man meinen, dass Forschungs- und Entwicklungsausgaben f&uuml;r neue Pr&auml;parate eine stark dominierende Rolle spielen. Denn nur aus F&amp;E-Ausgaben heute k&ouml;nnen sinnvolle Pr&auml;parate f&uuml;r morgen entstehen. Das trifft aber interessanterweise nicht zu. In den ersten sechs Monaten 2022 machten die F&amp;E-Ausgaben weniger als 10 Prozent vom Umsatz aus. F&uuml;r das Gesamtjahr sind knapp 12 Milliarden f&uuml;r F&amp;E vorgesehen bzw. knapp 12 Prozent vom Umsatz. Der Jahres&uuml;berschuss (Gewinn nach Steuern) war im ersten Halbjahr dreieinhalb Mal so hoch wie die Ausgaben f&uuml;r F&amp;E. F&uuml;r das gesamte Jahr sch&auml;tzt Pfizer den Jahres&uuml;berschuss etwa dreimal so hoch ein wie die Investitionen in neue Medikamente: er soll 35 Milliarden Dollar oder 35 Prozent vom Umsatz betragen. Das ist der bei weitem h&ouml;chste Gewinn, den Pfizer jemals hatte. <\/p><p>Von solchen Gewinnen und insbesondere von solchen Gewinnspannen (Nachsteuergewinn 35 Prozent vom Umsatz) k&ouml;nnen andere Unternehmen nur tr&auml;umen. Die Covid-Impfpr&auml;parate, auf die der Umsatz- und Gewinnsprung 2021 und 2022 im Wesentlichen zur&uuml;ckgeht, scheinen &auml;u&szlig;erst lukrativ zu sein. Das zeigt auch der Aktienkurs von Pfizer, der 2021, als die Impfungen hochliefen, einen ziemlichen Jubelsprung machte.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] In diesem Zusammenhang k&ouml;nnte man die Frage stellen, wer die Preise f&uuml;r die Impfpr&auml;parate mit welchen Argumenten festlegt. Jedenfalls scheinen Pfizer\/BioNTech bei diesen Verhandlungen nicht am k&uuml;rzeren Hebel zu sitzen.<\/p><p>Bei der Unternehmens-Mission &bdquo;Wert zu schaffen f&uuml;r Patienten und Aktion&auml;re&ldquo; haben die Aktion&auml;re im ersten Halbjahr offenbar die deutlich besseren Karten gezogen als die Patienten bzw. die &ouml;ffentliche Hand. Das war auch in den letzten f&uuml;nf Jahren so. Die Gewinne waren immer erheblich h&ouml;her als die F&amp;E-Investitionen.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Die Aktion&auml;re scheinen dem Unternehmen deutlich mehr am Herzen zu liegen als die Patienten.<\/p><p>Das sieht man auch an anderen Zahlen. Im ersten Halbjahr hat Pfizer 4,5 Milliarden Dollar Dividenden ausbezahlt sowie 2 Milliarden Dollar f&uuml;r Aktienr&uuml;ckk&auml;ufe aufgewendet.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Die Aktion&auml;re bekamen netto also 6,5 Milliarden Dollar ausgesch&uuml;ttet. Das ist deutlich mehr als die gesamten Forschungs- und Entwicklungsausgaben (5,1 Milliarden Dollar) in diesem Zeitraum.<\/p><p><strong>Mehr Werbung oder mehr Forschung?<\/strong><\/p><p>Auch f&uuml;r Marketing, Information und Verwaltung (SI&amp;A) gibt Pfizer mehr Geld aus als f&uuml;r die Erforschung neuer Medikamente. Das war in der Regel auch in den letzten f&uuml;nf Jahren so.[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Leider wird in den Zahlen nicht ausgewiesen, wieviel tats&auml;chlich f&uuml;r Werbung und Vertrieb ausgegeben wird und wieviel f&uuml;r Verwaltung. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der gr&ouml;&szlig;te Teil auf Marketing entfallen d&uuml;rfte.[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]<\/p><p><strong>Gewinn oder Gesundheit?<\/strong><\/p><p>Diese Zahlen f&uuml;hren zu der grundlegenderen Frage nach dem Interessenkonflikt von Pharmaunternehmen zwischen Gewinnstreben und Gesundheit. Was geschieht, wenn Pharmakonzerne zwischen Gewinn und Gesundheit w&auml;hlen m&uuml;ssen? Werfen wir dazu einen Blick in die j&uuml;ngere Wirtschaftsgeschichte.[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p>Ein gewisses Aufsehen erregte der Fall &bdquo;Paroxetin&ldquo;, ein Antidepressivum f&uuml;r Kinder von GlaxoSmithKline (GSK) ab 2004.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] GSK wusste durch interne Studien, dass das Medikament Paroxetin keinen Nutzen bei der Behandlung von Depressionen bei Kindern erbringt. In einem internen Dokument von GSK hei&szlig;t es: &bdquo;Es w&auml;re wirtschaftlich inakzeptabel, einen Vermerk &uuml;ber die Unwirksamkeit aufzunehmen, denn das w&uuml;rde das Profil von Paroxetin unterminieren.&ldquo;[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] Umgangssprachlich ausgedr&uuml;ckt: Ein Hinweis auf die Wirkungslosigkeit des Medikaments w&uuml;rde die Ums&auml;tze &ndash; zu Recht &ndash; einbrechen lassen. Denn wer gibt seinem Kind schon ein Medikament, von dem der Hersteller selbst sagt, dass es wirkungslos ist? Dennoch wurde Paroxetin allein in Gro&szlig;britannien ein Jahr nach diesem internen Memo 32.000 Mal an Kinder verschrieben. Auch in insgesamt neun weiteren Studien in den Folgejahren konnte durch GSK keine Wirksamkeit des Medikaments bei Kindern festgestellt werden.[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/p><p>Doch nicht nur, dass Paroxetin keine Wirkung bei der Behandlung von Depressionen hatte, es hatte besorgniserregende Nebenwirkungen, insbesondere eine Erh&ouml;hung der Suizidgefahr, was GSK durch interne Studien wusste, jedoch nicht nach au&szlig;en mitteilte: &bdquo;Bei GSK wusste man, dass das Medikament Kindern verschrieben wurde, und man kannte das Risiko, hatte sich jedoch entschieden, diese Information nicht weiterzugeben.&ldquo;[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/p><p>Peter G&oslash;tzsche berichtete &Auml;hnliches zu dem Medikament Celecoxib von Pfizer, das seiner Ansicht nach erheblich mehr Schaden als Nutzen stiftete und seiner Einsch&auml;tzung nach viele Leben kostete. So schrieb er in seinem 2013 erschienenen umfangreichen Buch: &bdquo;Pfizer fuhr damit fort, sein Produkt zu sch&uuml;tzen anstatt das Leben der Patienten.&ldquo;[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]<\/p><p>Paroxetin und Celecoxib waren sicherlich besonders schlimme F&auml;lle. Allerdings kommen viele unabh&auml;ngige Forscher, die sich mit der Gesundheitsbranche besch&auml;ftigen, zu dem Ergebnis, dass Gewinne in der Regel f&uuml;r die Pharmakonzerne oberste Priorit&auml;t haben und dass man (fast) alles tut, um die Gewinne zu maximieren.<\/p><p><strong>Gewinne und Pharmaforschung<\/strong><\/p><p>So schrieb Marcia Angell bereits in ihrem 2004 erschienenen Buch The Truth About the Drug Companies. How They Deceive Us and What to Do About It: &bdquo;Ich wurde Zeuge, wie die Unternehmen im Laufe der Zeit &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung der Forschung eine Kontrolle gewannen, die am Anfang, als ich neu bei der Zeitschrift war, unerh&ouml;rt gewesen w&auml;re. Immer bestand das Ziel eindeutig darin, die Karten so zu zinken, dass die Produkte des Unternehmens gut aussahen. [&hellip;] Dies f&uuml;hrte unter anderem zu einer immer industriefreundlicheren Ausrichtung in der medizinischen Forschung &ndash; also gerade da, wo eine solche Ausrichtung nichts zu suchen hat.&ldquo;[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]<\/p><p>Sie f&auml;hrt fort: &bdquo;Deshalb werden klinische Pr&uuml;fungen heute von der Pharmaindustrie geplant und von Wissenschaftlern eigentlich nur noch als reine Auftragsarbeit ausgef&uuml;hrt. Dabei ist es gleichg&uuml;ltig, ob die Pr&uuml;fungen an Lehrkrankenh&auml;usern oder in Arztpraxen stattfinden. Das finanzierende Unternehmen beh&auml;lt die Daten f&uuml;r sich, und bei Studien, an denen mehrere Einrichtungen beteiligt sind, bekommen unter Umst&auml;nden nicht einmal die Wissenschaftler selbst alle Daten zu sehen.&ldquo;[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] Ein Fachausdruck daf&uuml;r ist Publikations-Bias, einseitige Ver&ouml;ffentlichung von gewinnf&ouml;rdernden Studien.<\/p><p>Marcia Angell ist nicht irgendwer. Sie war bis zum Jahr 2000 Chefredakteurin des New England Journal of Medicine, einer der bedeutendsten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, wo sie 20&nbsp;Jahre arbeitete.<\/p><p>Zu einem &auml;hnlichen Ergebnis kommt der britische Arzt Ben Goldacre: &bdquo;Das bedeutet, die Belege, auf denen unsere Entscheidungen in der Medizin basieren, werden systematisch verf&auml;lscht, um den Nutzen der verwendeten Medikamente aufzubauschen. [&hellip;] Das ist wissenschaftliches Fehlverhalten in gro&szlig;em Stil, auf internationaler Ebene.&ldquo;[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>]<\/p><p><strong>Gewinne und Marketing<\/strong><\/p><p>Die Werbeausgaben der Pharmaindustrie sind verbl&uuml;ffend hoch. In der j&uuml;ngeren Geschichte waren sie normalerweise immer deutlich h&ouml;her als die Investitionen in Forschung und Entwicklung neuer Medikamente. So kommt Ben Goldacre in seinem 2012 erschienenen umfangreichen, gut recherchierten Buch zu dem Ergebnis: &bdquo;Ein Viertel der Pharmaausgaben flie&szlig;t ins Marketing, zweimal so viel wie in Forschung und Entwicklung, und das Geld daf&uuml;r liefern wir &uuml;ber unsere Medikamente. Wir bezahlen f&uuml;r Arzneimittel den enormen Aufschlag von 25%, damit viele Milliarden Euro j&auml;hrlich f&uuml;r die Herstellung von Materialien ausgegeben werden k&ouml;nnen, die &Auml;rzte gezielt verwirren und die evidenzbasierte Medizin untergraben.&ldquo;[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Zur&uuml;ck zur Eingangsfrage: Was geschieht, wenn bei b&ouml;rsennotierten Pharmakonzernen Interessenkonflikte zwischen Gewinnmaximierung und Gesundheit vorliegen? Der d&auml;nische Medizinforscher Peter G&oslash;tzsche, langj&auml;hriger Direktor des&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Nordic_Cochrane_Center&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Nordic Cochrane Centers<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Professor\">Professor<\/a>&nbsp;f&uuml;r klinisches&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Forschungsdesign\">Forschungsdesign<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Analyse\">Analyse<\/a>&nbsp;an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Universit%C3%A4t_Kopenhagen\">Universit&auml;t Kopenhagen<\/a>&nbsp;gab darauf 2013 folgende Antwort: &bdquo;Wenn Journalisten mich fragen, was ich von den ethischen Standards der Pharmaindustrie halte, antworte ich oft mit einem Scherz, oder ich sage, ich h&auml;tte keine Antwort, weil ich nicht beurteilen k&ouml;nne, was nicht existiert. Der einzige Standard der Branche ist das Geld, und der Wert eines Menschen h&auml;ngt davon ab, wie viel Geld er einbringt.&ldquo;[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]<\/p><p>Titelbild: Billion Photos\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/s28.q4cdn.com\/781576035\/files\/doc_financials\/2022\/q2\/Q2-2022-PFE-Earnings-Release.pdf\">s28.q4cdn.com\/781576035\/files\/doc_financials\/2022\/q2\/Q2-2022-PFE-Earnings-Release.pdf<\/a> (Pfizer Quartalsbericht Juli 2022)<br>\n[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.zusammengegencorona.de\/impfen\/impfstoffe-gegen-covid-19-comirnaty-r-von-biontech-pfizer\/\">zusammengegencorona.de\/impfen\/impfstoffe-gegen-covid-19-comirnaty-r-von-biontech-pfizer\/<\/a> 29.4.2022<br>\n[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1197550\/umfrage\/impfungen-gegen-das-coronavirus-nach-hersteller\/\">de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1197550\/umfrage\/impfungen-gegen-das-coronavirus-nach-hersteller\/<\/a>, eigene Berechnung<br>\n[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Pfizer Quartalsbericht Juli 2022, S.7<br>\n[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Pfizer Quartalsbericht Juli 2022, S.3f: Guidance f&uuml;r 2022<br>\n[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Pfizer Quartalsbericht Juli 2022, S.21<br>\n[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Pfizer Quartalsbericht Juli 2022, S.1<br>\n[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/tradingeconomics.com\/pfe:us\">tradingeconomics.com\/pfe:us<\/a><br>\n[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"https:\/\/s28.q4cdn.com\/781576035\/files\/doc_financials\/2018\/AR\/2018-Financial-Report.pdf\">s28.q4cdn.com\/781576035\/files\/doc_financials\/2018\/AR\/2018-Financial-Report.pdf<\/a> und <a href=\"https:\/\/s28.q4cdn.com\/781576035\/files\/doc_financials\/2020\/AR\/PFE-2020-Form-10K-FINAL.pdf\">s28.q4cdn.com\/781576035\/files\/doc_financials\/2020\/AR\/PFE-2020-Form-10K-FINAL.pdf<\/a><br>\n[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Pfizer Quartalsbericht Juli 2022, S.5<br>\n[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Vgl. Pfizer Annual Report 2020 und 2018. Einzige Ausnahme 2021, als der F&amp;E-Aufwand 13,8 Milliarden betrug und SI&amp;A 12,7 Milliarden (Pfizer Annual Report 2021)<br>\n[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Vgl. Angell, Marcia: Der Pharma Bluff. Wie innovativ die Pillenindustrie wirklich ist, KomPart: Bad Homburg 2005 oder Goldacre, Ben: Die Pharma-L&uuml;ge. Wie Arzneimittelkonzerne &Auml;rzte irref&uuml;hren und Patienten sch&auml;digen, Kiepenheuer &amp; Witsch: K&ouml;ln 2013.<br>\n[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Vgl. Krei&szlig;, Christian, Gekaufte Forschung &ndash; Wissenschaft im Dienst der Konzerne, Europa-Verlag Berlin und M&uuml;nchen 2015<br>\n[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Vgl. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/themen\/gesundheit\/deprimierende-forschung\/529624.html\">tagesspiegel.de\/themen\/gesundheit\/deprimierende-forschung\/529624.html<\/a><br>\n[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Goldacre a.a.O., S. 89.<br>\n[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Goldacre a.a.O., S. 89.<br>\n[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Goldacre a.a.O., S. 91.<br>\n[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] G&oslash;tzsche, Peter C.: T&ouml;dliche Medizin und organisierte Kriminalit&auml;t. Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert, Riva: M&uuml;nchen 2014, S.&nbsp;258.<br>\n[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Angell a.a.O., S.&nbsp;29 und S. 35.<br>\n[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Vgl. Angell a.a.O., S. 115.<br>\n[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Goldacre a.a.O., S. 110.<br>\n[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Goldacre S.349<br>\n[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] G&oslash;tzsche a.a.O., S. 80f.\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B&ouml;rsennotierte Konzerne k&ouml;nnen nur dann &uuml;berleben, wenn sie st&auml;ndig hohe und langfristig steigende Gewinne erwirtschaften. Wenn die Gewinne sinken, sinkt der Aktienkurs. Dann droht eine Unternehmens&uuml;bernahme oder eine Sanierung &uuml;ber Personalabbau, Kostenreduzierung, Betriebsschlie&szlig;ungen usw. Sinkende oder gar ausbleibende Gewinne bedrohen die Existenz b&ouml;rsennotierter Unternehmen. Die Existenzberechtigung b&ouml;rsennotierter Konzerne besteht im Erwirtschaften st&auml;ndiger hoher und langfristig<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86479\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":86480,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,131,149,161,133],"tags":[294,712,373,3262,2953,438,2834],"class_list":["post-86479","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-oekonomie","category-gesundheitspolitik","category-wertedebatte","category-wichtige-wirtschaftsdaten","tag-aktienkurse","tag-arzneimittel","tag-oekonomisierung","tag-forschung-und-entwicklung","tag-pfizer","tag-pharmaindustrie","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/shutterstock_1949820298.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=86479"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86479\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86493,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86479\/revisions\/86493"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/86480"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=86479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=86479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=86479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}