{"id":86554,"date":"2022-08-03T12:00:25","date_gmt":"2022-08-03T10:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86554"},"modified":"2022-08-03T15:27:40","modified_gmt":"2022-08-03T13:27:40","slug":"baerbocks-grundsatzrede-die-groessenwahnsinnige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86554","title":{"rendered":"Baerbocks Grundsatzrede &#8211; Die Gr\u00f6\u00dfenwahnsinnige"},"content":{"rendered":"<p>W&auml;hrend des Wahlkampfs wirkte Annalena Baerbock oft tollpatschig und intellektuell &uuml;berfordert. So brannte sich das Bild einer nicht sonderlich talentierten, eher unfreiwillig komischen Politikerin ein. Man sollte jedoch nicht der Versuchung erliegen, die Au&szlig;enministerin aufgrund ihrer naiv wirkenden Schlichtheit zu untersch&auml;tzen. Denn wenn man sie erst einmal von der Leine l&auml;sst, zeigt sich, wie gef&auml;hrlich diese Frau ist &ndash; f&uuml;r das Land, f&uuml;r Europa und f&uuml;r den Weltfrieden. Das unterstrich sie einmal mehr in einer Grundsatzrede vor New Yorker Studenten, in der sie nicht weniger als den globalen F&uuml;hrungsanspruch Deutschlands an der Seite der USA proklamiert. Gr&ouml;&szlig;enwahn gepaart mit kompletter Verblendung. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9909\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-86554-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220803_Baerbocks_Grundsatzrede_Die_Groessenwahnsinnige_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220803_Baerbocks_Grundsatzrede_Die_Groessenwahnsinnige_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220803_Baerbocks_Grundsatzrede_Die_Groessenwahnsinnige_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220803_Baerbocks_Grundsatzrede_Die_Groessenwahnsinnige_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=86554-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220803_Baerbocks_Grundsatzrede_Die_Groessenwahnsinnige_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220803_Baerbocks_Grundsatzrede_Die_Groessenwahnsinnige_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Berliner Republik hat wahrlich nicht viel Gl&uuml;ck mit ihren Au&szlig;enministern. Sei es der prinzipienlose Joschka Fischer, der br&auml;sige Frank-Walter Steinmeier, der von einem schlichten Freiheitsbegriff beseelte Guido Westerwelle oder der stets erratische und komplett &uuml;berforderte Heiko Maas. Doch all diese Politiker waren bei aller Kritik, die man ihnen zukommen lassen muss, doch stets vor allem eins &ndash; berechenbar. Und ja, so schwer es einem kritischen Beobachter f&auml;llt, dies zuzugeben &ndash; sie waren auch mal mehr, mal weniger diplomatisch, was ja auch eine Grundvoraussetzung f&uuml;r dieses Amt ist. F&uuml;r Annalena Baerbock gilt dies nicht. Sie ist das, was man im Englischen eine &ldquo;loose cannon on a rolling deck&rdquo; nennt &ndash; eine Kanone, die sich auf dem Oberdeck gel&ouml;st hat und bei rauer See das gesamte Schiff in Gefahr bringen kann. Dass ihre Amtszeit ausgerechnet in eine historische Periode f&auml;llt, die wie kaum eine andere von au&szlig;en- und sicherheitspolitisch rauer See gepr&auml;gt ist, macht die Situation nicht besser.<\/p><p>Wessen Geistes Kind Annalena Baerbock ist, bewies sie gestern bei einer <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/baerbock-den-transatlantischen-moment-nutzen\/2545656\">&bdquo;transatlantischen Grundsatzrede&ldquo;<\/a> vor Studenten in New York. In ihrer von dumpfen transatlantischen Floskeln nur so triefenden Rede bezeichnet Baerbock den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine als &bdquo;wahrlich transatlantisches Schl&uuml;sselmoment&ldquo;. Deutschland, Europa und die USA st&uuml;nden seitdem Seit&rsquo; an Seit&rsquo; zusammen und sie sei froh, mitzuerleben, wie sich die Gesellschaft dies- und jenseits des Atlantiks in den letzten Monaten ver&auml;ndert habe. In Deutschland nehme sie eine &bdquo;echte und wiedererstarkte Anerkennung&ldquo; f&uuml;r die transatlantische Partnerschaft wahr. Kinder sagten ihren Eltern bereits zum Fr&uuml;hst&uuml;ck, dass sie die NATO m&ouml;gen, und deren Gro&szlig;eltern, die noch in den 1980ern gegen die Hochr&uuml;stung auf die Stra&szlig;e gingen, demonstrierten jetzt zusammen mit ihren Kindern und Gro&szlig;kindern auf der Stra&szlig;e f&uuml;r die Freiheit der Ukraine und die R&uuml;stung. <\/p><p>Das ist starker Tobak. Sicher wird es in der gr&uuml;nen Bubble derart indoktrinierte Kinder und Gro&szlig;eltern geben, die die Transformation vom friedvollen Gr&uuml;nfinken zum kriegsgeilen Falken abgeschlossen haben &ndash; repr&auml;sentativ ist dies jedoch Gott sei Dank nicht. Dies zeigt jedoch einmal mehr, wie verschroben die Wahrnehmung von Baerbock ist. Sie ist nicht die Au&szlig;enministerin Deutschlands, sondern die Au&szlig;enministerin ihrer eigenen Berliner Blase, die ihre exotischen Befindlichkeiten via Twitter und Leitartikeln in den einschl&auml;gigen Medien postuliert und jegliche R&uuml;ckkoppelung zur normalen Bev&ouml;lkerung vermissen l&auml;sst. <\/p><p>Problematischer als Baerbocks schiefe Wahrnehmung der &ouml;ffentlichen Meinung ist jedoch das, was sie daraus macht. Da der Ukraine-Krieg in ihrer Wahrnehmung ein positives Schl&uuml;sselmoment der transatlantischen Beziehungen ist, f&uuml;hlt sie sich berufen, im Sinne einer Schock-Strategie ein aus drei S&auml;ulen bestehendes &bdquo;Baerbock&rsquo;sches Manifest&ldquo; f&uuml;r die &bdquo;neue Welt&ldquo; zu formulieren.<\/p><p>Die erste S&auml;ule sei die &bdquo;Sicherheit&ldquo;. Die NATO m&uuml;sse weltweit die westlichen Werte verteidigen und daf&uuml;r br&auml;uchte es neben den USA ein zweites Fundament der NATO &ndash; dies soll laut Baerbock Europa sein; ein Europa, das von Deutschland gef&uuml;hrt wird. Gerne h&auml;tte man an dieser Stelle einmal in Erfahrung gebracht, wie derlei Gr&ouml;&szlig;enwahn bei unseren Nachbarn in Frankreich, Italien oder gar Gro&szlig;britannien ankommt. Aber wie eingangs erw&auml;hnt &ndash; Diplomatie ist nun einmal nicht die St&auml;rke unserer Au&szlig;enministerin. <\/p><p>F&uuml;r sie, die den Kalten Krieg nach eigenen Aussagen nicht mehr erlebt hat, sei eine solche &bdquo;gemeinsame F&uuml;hrungspartnerschaft&ldquo; zwischen den USA und Deutschland kein &bdquo;romantisches Projekt&ldquo;, um die &bdquo;guten alten transatlantischen Zeiten&ldquo; (sic!) wiederzubeleben, so Baerbock. &bdquo;Freiheit, Demokratie und Menschenrechte&ldquo; w&uuml;rden heute &ndash; anders als damals &ndash; real von Russland angegriffen. Daher werde vor allem Deutschland einen neuen Weg gehen und Europa durch die Integration der R&uuml;stungsindustrie zu einem starken &bdquo;Produzenten von Sicherheit&ldquo; machen. Ferner wolle man die &bdquo;Desinformation in den Sozialen Medien&ldquo; &ndash; h&ouml;rt, h&ouml;rt &ndash; und die &Uuml;berpr&uuml;fung der Lieferketten in dieses Sicherheitskonzept einbeziehen.<\/p><p>Daf&uuml;r werde das Ausw&auml;rtige Amt in K&uuml;rze Deutschlands allererste &bdquo;nationale Sicherheitsstrategie&ldquo; vorstellen. Man darf gespannt sein. Und vor allem stellt sich hier die Frage, inwieweit diese Punkte mit den Koalitionspartnern abgekl&auml;rt sind. Wenn Baerbock beispielsweise in einem Handstreich das Prinzip &bdquo;Wandel durch Handel&ldquo; in ihrer Rede zu einer gescheiterten Strategie erkl&auml;rt, die man nicht mehr verfolge, w&auml;re es doch mal interessant zu erfahren, was FDP und SPD, zwei Parteien, die dieses Prinzip mitgepr&auml;gt haben, dazu sagen.<\/p><p>Als zweite S&auml;ule f&uuml;r die k&uuml;nftige von den USA und Deutschland gef&uuml;hrte gemeinsame Au&szlig;enpolitik schwebt Baerbock das &bdquo;gemeinsame Einstehen f&uuml;r die regelbasierte internationale Ordnung&ldquo; vor. Hier wei&szlig; man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Gemeinsam mit einem Land, das internationale Vertr&auml;ge und Abkommen nach eigenem Gusto auslegt und sich noch nie ernsthaft um v&ouml;lkerrechtliche Fragen geschert hat, will Annalena <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75730\">&bdquo;Ich komm&rsquo; vom V&ouml;lkerrecht&ldquo;<\/a> Baerbock nun die Welt anf&uuml;hren? Wenn Gr&ouml;&szlig;enwahn sich mit Realit&auml;tsflucht trifft, kommt dabei in der Regel nie etwas Gutes heraus. <\/p><p>Doch Baerbock w&auml;re nicht Baerbock, wenn sie diesen absurden Anspruch nicht gleich mit einem konkreten Ziel komplett ad absurdum f&uuml;hren w&uuml;rde. Denn die 40-j&auml;hrige Potsdamerin will nicht nur zusammen mit den USA die Welt anf&uuml;hren, sie will auch die neue Supermacht China dazu zwingen, sich ihrer &bdquo;Weltordnung&ldquo; zu unterwerfen. Dazu will sie im n&auml;chsten Jahr ihre eigene &bdquo;China-Strategie&ldquo; vorstellen, die &ndash; so viel darf sie schon verraten &ndash; in den allermeisten Punkten deckungsgleich mit den strategischen Positionen der USA ist. In Peking wird man sicher bereits vor Angst schlottern. Nicht der greise Joe, sondern die nassforsche Annalena als Endgegner im &bdquo;Kampf der Systeme&ldquo; &ndash; man m&uuml;sste sich ja f&uuml;r diese Au&szlig;enministerin fremdsch&auml;men und herzhaft lachen, w&auml;re die Sache nicht so bitterernst.<\/p><p>Geradezu wahnhaft wirkt auch die dritte S&auml;ule von Baerbocks deutsch-amerikanischer Weltf&uuml;hrerschaft &ndash; die gegenseitige St&auml;rkung von Verteidigung der &bdquo;Demokratie&ldquo;. Sowohl in den USA als auch in Deutschland g&auml;be es Gefahren f&uuml;r die Demokratie. Und welche sind das? Zu den Gefahren f&uuml;r die amerikanische Demokratie f&auml;llt der deutschen Au&szlig;enministerin nichts Besseres ein, als die Abtreibungsfrage. Das ist interessant. In den USA hat das h&ouml;chste Gericht entschieden, dass die Frage der Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Schwangerschaftsabbruchs nicht in den Geltungsbereich der nationalen Gesetzgebung, sondern in den Geltungsbereich der Gesetzgebung der Bundesstaaten f&auml;llt. Dar&uuml;ber k&ouml;nnen Amerikanisten gerne inhaltlich streiten &ndash; aber dies als die einzige Gef&auml;hrdung der Demokratie in einem oligarchisch anmutenden Land zu bezeichnen, ist schon abenteuerlich. Das hat aber durchaus System, wenn man sieht, welche Gefahren f&uuml;r die Demokratie Baerbock in Europa verortet &ndash; n&auml;mlich die LGBTQ-Rechte und die Unabh&auml;ngigkeit von Journalisten; beides ist wohl auf Ungarn und Polen gem&uuml;nzt. In Deutschland ist in Sachen Demokratie demnach alles Friede, Freude, Eierkuchen. Klar, ein Land, in dem diese Frau einen der h&ouml;chsten politischen Posten bekommt, kann ja nur ein demokratisches Wunderland sein. <\/p><p>Stellt sich nur die Frage, wie Baerbock sich hier ein deutsch-amerikanisches Verteidigen dieser traumhaft demokratischen Zust&auml;nde konkret vorstellt. Will sie ihre Twitter-Blase von der Leine lassen, wenn irgendwo in den S&uuml;dstaaten ein Gouverneur die Rechte von Transmenschen infrage stellt? Soll die NSA ihr beim Kampf gegen vermeintlich &bdquo;systemoppositionelle&ldquo; Internetmedien in Deutschland helfen? Man wei&szlig; so wenig.<\/p><p>Ja, es ist einfach, sich &uuml;ber Baerbock lustig zu machen. Ihre Rede wirkt nicht nur stellenweise so, als stamme sie nicht aus der Feder der obersten Diplomatin des Landes, sondern entspr&auml;nge einem nicht sonderlich talentierten Sch&uuml;leraufsatz. Doch das Lachen gefriert einem im Gesicht, wenn man sich vor Augen h&auml;lt, dass Annalena Baerbock keine verpeilte Kolumnistin bei der taz ist, sondern reale Macht innehat.<\/p><p>Gr&ouml;&szlig;enwahn gepaart mit kompletter Verblendung. Das ist es dann auch, was Deutschland zweimal in die d&uuml;stersten Perioden seiner Geschichte getrieben hat. Die Geschichte wiederholt sich immer zweimal &ndash; das erste Mal als Trag&ouml;die, das zweite Mal als Farce. Wir werden keinen zweiten gr&ouml;&szlig;enwahnsinnigen Kaiser mit Zwirbelbart und Zwiebelhaube und auch keinen zweiten gr&ouml;&szlig;enwahnsinnigen &ouml;sterreichischen Gefreiten mit Chaplin-B&auml;rtchen und Schulbubenuniform erleben, der Deutschland und die Welt abermals in den Abgrund f&uuml;hrt. Man kann aber nur noch hoffen, dass die verbleibenden drei Jahre mit gr&uuml;ner Regierungsbeteiligung so schnell wie m&ouml;glich vorbeigehen, ohne dass die auf dem Oberdeck rollende Kanone Annalena Baerbock unser Land mit ihrem Gr&ouml;&szlig;enwahn ernsthaft in eine Katastrophe f&uuml;hrt.<\/p><p>Titelbild: photocosmos1\/shuttestock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/ab5ae1e3eb43405c9c692b0c9519790a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W&auml;hrend des Wahlkampfs wirkte Annalena Baerbock oft tollpatschig und intellektuell &uuml;berfordert. So brannte sich das Bild einer nicht sonderlich talentierten, eher unfreiwillig komischen Politikerin ein. Man sollte jedoch nicht der Versuchung erliegen, die Au&szlig;enministerin aufgrund ihrer naiv wirkenden Schlichtheit zu untersch&auml;tzen. 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