{"id":86619,"date":"2022-08-05T12:30:42","date_gmt":"2022-08-05T10:30:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86619"},"modified":"2022-08-15T08:01:28","modified_gmt":"2022-08-15T06:01:28","slug":"ist-nur-russland-schuld-an-den-hohen-gaspreisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86619","title":{"rendered":"Ist nur Russland schuld an den hohen Gaspreisen?"},"content":{"rendered":"<p>Olaf Scholz ist extra nach M&uuml;hlheim an der Ruhr gereist, um sich medienwirksam vor der Turbine <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/nord-stream-turbine-scholz-103.html\">ablichten zu lassen<\/a>, die derzeit Gegenstand einer Posse zwischen Deutschland und Russland ist. Die Botschaft ist klar: Weil Russland mit uns seine Spielchen spielt und zu wenig Gas liefert, m&uuml;ssen wir uns auf einen harten und vor allem teuren Winter einstellen. Doch das ist bestenfalls die halbe Wahrheit. Es ist richtig, dass die russischen Erdgaslieferungen seit Mitte Juni massiv zur&uuml;ckgegangen sind. Aber das allein erkl&auml;rt nicht die horrenden Preise, die deutschen Verbrauchern ab Herbst abverlangt werden. Eine mindestens genau so gro&szlig;e Schuld daran tr&auml;gt die Liberalisierung des europ&auml;ischen Gasmarkts und die v&ouml;llig dysfunktionale Preisbildung an den Energieb&ouml;rsen. Gasproduzenten und Spekulanten machen einen Milliardenreibach mit der Not und der deutschen Volkswirtschaft gehen die Lichter aus. Aber Hauptsache, man hat einen Schuldigen und der sitzt in Moskau. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Artikel ist auch als gestaltete, ausdruckbare PDF-Datei verf&uuml;gbar. Zum Herunterladen klicken Sie bitte auf das rote PDF-Symbol links neben dem Text. 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Bereits in den sp&auml;ten 1950ern waren es deutsche Stahlkonzerne, die sich &uuml;ber die US-Exportverbote hinweggesetzt haben und durch ihre R&ouml;hrenlieferungen die Erschlie&szlig;ung der westsibirischen &Ouml;l- und Gasvorkommen erst m&ouml;glich gemacht haben. 1962 dr&auml;ngten die USA die Adenauer-Regierung, den Export von Gro&szlig;rohren in die Sowjetunion durch ein Embargo zu beenden. Dieses Embargo wurde 1969 durch die neue Regierung Willy Brandt aufgehoben und ein Jahr sp&auml;ter waren es die westdeutschen Konzerne Mannesmann und Ruhrgas, die &ndash; finanziert von der Deutschen Bank &ndash; das Jahrhundertgesch&auml;ft mit der Sowjetunion abschlossen, das die Grundlage f&uuml;r die Versorgung der Bundesrepublik und sp&auml;ter anderer westeurop&auml;ischer Staaten mit russischem Erdgas &uuml;ber das immer gr&ouml;&szlig;ere Pipelinenetz darstellte.<\/p><p>Der Preis f&uuml;r das russische Gas wurde dabei bis in die sp&auml;ten 1990er ausschlie&szlig;lich &uuml;ber langfristige Preisklauseln bestimmt, die sich vor allem am &Ouml;lpreis orientierten und damit Planungssicherheit f&uuml;r Ein- und Verk&auml;ufer sowie die Stadtwerke und deren Endkunden boten. Dass die Preise dabei durch die Monopolstruktur auf dem Markt etwas &ndash; einige Quellen sch&auml;tzen 20 Prozent &ndash; zu hoch war, war eine Randnotiz, mit der alle Beteiligten leben konnten. Doch in den 1990ern kam im Westen der Irrglaube auf, der Markt k&ouml;nne alles besser regeln. So wurde 1998 durch die <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX:31998L0030\">Energierechtsnovelle der EU<\/a> der EU-Binnenmarkt f&uuml;r Erdgas formal liberalisiert, doch erst sieben Jahre sp&auml;ter gab auch die Bundesregierung richtig Gas bei der Liberalisierung. Man gr&uuml;ndete 2005 die Bundesnetzagentur, 2006 wurden alle Endkundenvertr&auml;ge f&uuml;r kartellrechtswidrig erkl&auml;rt und 2007 &ouml;ffnete dann der Gashandel im Spot- und Terminmarkt an der Leipziger Energieb&ouml;rse EEX.<\/p><p>Waren 2010 nur 15 Prozent der Liefervertr&auml;ge zwischen Gazprom und ihren europ&auml;ischen Kunden an den B&ouml;rsenpreis f&uuml;r Erdgas gekoppelt &ndash; der Rest waren Altvertr&auml;ge mit &Ouml;lpreisbindung &ndash; <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/russland-gaspreise-gazprom-eu-100.html\">waren es 2015<\/a> bereits 87 Prozent. Heute werden wohl fast alle Liefervertr&auml;ge zwischen Gazprom und ihren deutschen Kunden eine Preisklausel haben, die den Gaspreis an den B&ouml;rsenpreis f&uuml;r Erdgas koppelt. Und genau das ist der eigentliche Grund f&uuml;r die hohen Gaspreise, die ja bereits vor dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine deutlich angezogen sind. Denn obwohl heute alle Lieferungen anhand des B&ouml;rsenpreises bepreist sind, werden nur 30 Prozent der Lieferungen tats&auml;chlich &uuml;ber die B&ouml;rse gehandelt. 70 Prozent geh&ouml;ren zum Volumen eben jener langfristigen Liefervertr&auml;ge zwischen Gazprom und europ&auml;ischen Gro&szlig;h&auml;ndlern, die ihrerseits die Endkunden direkt oder indirekt &uuml;ber die Stadtwerke versorgen. Der gr&ouml;&szlig;te Teil der Gasmenge wird also gar nicht an der B&ouml;rse gehandelt, aber dennoch anhand des B&ouml;rsenkurses bepreist. <\/p><p>Wann wird Gas eigentlich &uuml;berhaupt &uuml;ber eine B&ouml;rse gehandelt? Hier kommt die Betriebswirtschaft ins Spiel. Die Abnahme von Gas ist nicht konstant und der Einkauf ist daher schwer zu planen. Haben wir einen milden Winter, wird von den Haushalten wesentlich weniger Gas verbraucht und der Verbrauch der Industrie ist konjunkturabh&auml;ngig. Die Gasliefervertr&auml;ge der gro&szlig;en Importeure haben jedoch eine &bdquo;Take-or-Pay&ldquo;-Klausel &ndash; das hei&szlig;t, sie m&uuml;ssen die vertraglich vereinbarte Menge auch dann bezahlen, wenn sie gar nicht so viel abnehmen. Daher haben sie einen Anreiz, nur so wenig Gas &uuml;ber langfristige Vertr&auml;ge abzusichern, wie sie garantiert loswerden. F&auml;llt der Winter k&auml;lter aus, m&uuml;ssen sie die n&ouml;tigen Zusatzmengen an der B&ouml;rse kaufen. Und wenn &ndash; wie w&auml;hrend des Corona-Lockdowns &ndash; die Konjunktur einbricht und die Industrie so wenig abnimmt, dass es trotz niedriger Kalkulation dazu kommt, dass man zu viel eingekauft hat, wird das &uuml;bersch&uuml;ssige Gas an der B&ouml;rse verkauft. Diese Mechanismen f&uuml;hren dazu, dass die B&ouml;rsenpreise f&uuml;r Gas &ndash; auch ganz ohne Manipulation &ndash; volatil sind und bei &Auml;nderungen der Rahmenbedingungen &uuml;berm&auml;&szlig;ig nach oben oder unten ausschlagen. Daher macht die Liberalisierung und die Bepreisung &uuml;ber eine B&ouml;rse bei Gas auch gar keinen Sinn; es liegt schlie&szlig;lich nicht an der Effizienz der Marktteilnehmer, sondern ausschlie&szlig;lich an externen Faktoren wie dem Klima und der Konjunktur, ob es einen Bullen- oder B&auml;renmarkt gibt. Und diese Rahmenbedingungen gelten f&uuml;r alle Marktteilnehmer und f&uuml;hren so zu R&uuml;ckkoppelungen und grotesken Preisbewegungen. <\/p><p>Nur wer das versteht, versteht auch, warum die Gaspreise im letzten Jahr pl&ouml;tzlich durch die Decke gingen. Durch die global wieder anziehende Konjunktur stiegen die B&ouml;rsenpreise, da sich viele Versorger offenbar nicht ausreichend &uuml;ber langfristige Vertr&auml;ge abgesichert hatten. Nun erwartete man im Westen, dass Russland &uuml;ber die bestehenden langfristigen Liefervertr&auml;ge hinaus zus&auml;tzlich gro&szlig;e Mengen an Gas nach Europa transportiert, das dann &uuml;ber die B&ouml;rsen eingekauft werden kann. Doch diesen Gefallen tat Gazprom dem Westen nicht. Warum auch? Da die gro&szlig;en Volumen der langfristigen Vertr&auml;ge ja mittlerweile &ndash; &uuml;brigens gegen den Wunsch Gazproms(!) &ndash; an den B&ouml;rsenpreis gekoppelt waren, hatte Gazprom nicht das geringste betriebswirtschaftliche Interesse daran, den B&ouml;rsenpreis durch zus&auml;tzliche Lieferungen wieder nach unten zu bewegen und sich so selbst zu schaden. Im Westen hie&szlig; es jedoch, dies sei eine ausgekl&uuml;gelte Erpressung, um die Genehmigung von Nord Stream 2 zu beschleunigen. Entweder man hat hierzulande &uuml;berhaupt nicht verstanden, in welche Falle man sich durch die Liberalisierung des Marktes und die Bepreisung langfristiger Vertr&auml;ge anhand des B&ouml;rsenkurses gebracht hat, oder man hat dies sehr wohl verstanden, wollte jedoch mit dem ausgestreckten Finger auf Putin vom eigenen Versagen ablenken.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220805_gaslieferung.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220805_gaslieferung.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Quelle: Bundesnetzagentur<\/p><p>Und dann kamen der Krieg und die offenen Drohungen der EU, m&ouml;glichst schnell ein Gasembargo gegen Russland zu verh&auml;ngen. Die Preise an den B&ouml;rsen gingen durch die Decke und es herrschte absolute Unsicherheit, wie sich die physischen Gaslieferungen in absehbarer Zukunft entwickeln w&uuml;rden. Nun wollte im Sommer kein Versorger oder Gro&szlig;h&auml;ndler, der noch halbwegs bei Verstand ist, gr&ouml;&szlig;ere Mengen zum B&ouml;rsenpreis einkaufen. Man darf sich das so vorstellen: Im Sommer herrscht auf dem Gasmarkt normalerweise Flaute, da die Haushalte wenig Gas verbrauchen. Versorger nutzen die niedrigen Preise dann, um Volumen f&uuml;r den Winter bereits einzukaufen und in den Gasspeichern einzulagern. Doch in diesem Sommer gehen die Preise durch die Decke und wenn Gazprom im Herbst pl&ouml;tzlich doch wieder alle F&ouml;rderh&auml;hne aufdreht und der Preis an den B&ouml;rsen kollabiert, w&uuml;rden die Versorger, die im Sommer zu H&ouml;chstpreisen Gas eingekauft und eingelagert haben, massive Verluste machen. Es kam, wie es kommen musste: Der Markt brach zusammen und wieder gab man nicht der Privatisierung und der Kopplung des Gaspreises an den B&ouml;rsenpreis f&uuml;r Gas die Schuld, sondern Russland.<\/p><p>Mittlerweile ist es fragw&uuml;rdig, ob Gazprom zurzeit die bestehenden Liefervertr&auml;ge bedient. Da auf der Abnehmerseite jedoch durch die Eingriffe der Netzagentur sich die Rahmenbedingungen ebenfalls ge&auml;ndert haben, kann man hierzu als Au&szlig;enstehender, der keinen Einblick in die Vertr&auml;ge hat, wenig sagen. Was jedoch passiert ist, ist, dass die Bundesnetzagentur im Einklang mit dem ausgerufenen Gasnotstand seit Beginn Juni den Einkauf von Gas unter eine Art Zwangsverwaltung gestellt hat. Die Firma Trading Hub Europe (THE), eigentlich ein kleinerer, vorrangig technischer Dienstleister im Gasmarkt, hat nun die hoheitliche Aufgabe, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/energiekrise-die-gashamster-zu-besuch-bei-trading-hub-europe-a-d663942e-bd73-453c-b5bb-bd87aef4df03\">den Markt sprichw&ouml;rtlich leerzukaufen<\/a> und die nationalen Gasspeicher mit der technisch maximalen Menge pro Tag zu f&uuml;llen. Das sind 504.000 Megawattstunden pro Tag &ndash; mehr als aus Russland zurzeit geliefert wird. Auf den Preis soll THE dabei nicht achten, sondern blindlinks zu jedem aufgerufenen Preis einkaufen. Das Gros der Importe kommt aktuell aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien; Letzteres sind vor allem LNG-Lieferungen, die &uuml;ber Antwerpen ins Verbundnetz eingespeist werden. Deutschland kauft also derzeit ohne Sinn und Verstand den Markt leer. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220805_gaspreis.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220805_gaspreis.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Quelle: Bundesnetzagentur<\/p><p>In den Wirtschaftswissenschaften wei&szlig; man, dass sich ein Preis immer aus Angebot und Nachfrage zusammensetzt; vor allem an den B&ouml;rsen funktioniert der Preismechanismus exakt so. Richtig problematisch wird es immer dann, wenn man zwar marktwirtschaftliche Mechanismen zum Leitfaden erkl&auml;rt, dann jedoch diese Mechanismen ignoriert und ohne Sinn und Verstand entgegen marktwirtschaftlicher Logik handelt. Wenn kein Importeur zu den aufgerufenen Preisen einkaufen will, sinkt die Nachfrage. Und wenn die Nachfrage sinkt und es zu einem &Uuml;berangebot kommt, sinkt der Preis. Diese jetzige Blase w&auml;re also gar nicht entstanden, h&auml;tte man nicht k&uuml;nstlich in den Markt eingegriffen. Wenn nun aber der Gro&szlig;teil der physischen Gasstr&ouml;me gar nicht &uuml;ber die B&ouml;rse gehandelt wird, es au&szlig;er der THE keinen Eink&auml;ufer an der B&ouml;rse gibt und jeder Marktteilnehmer wei&szlig;, dass die THE am Ende des Tages ohnehin 504.000 Megawattstunden zu jedem Preis einkauft, der aufgerufen wird &hellip; was meinen Sie, in welche Richtung sich der B&ouml;rsenpreis entwickelt? <\/p><p>Es ist daher auch kein Zufall, dass der Handelspreis, der vor dem Ausrufen des Notstands und vor der Einschaltung der THE als nationalen Gro&szlig;eink&auml;ufer bei rund 80 Euro pro MWh lag, sich kurz danach nur noch in eine Richtung bewegt hat und heute &ndash; nur zwei Monate sp&auml;ter &ndash; bei &uuml;ber 200 Euro pro MWh liegt. Der hohe B&ouml;rsenpreis ist also eine direkte Folge des verh&auml;ngten Gasnotstands und der Strategie, gigantische Mengen unabh&auml;ngig vom Preis an der B&ouml;rse einzukaufen. <\/p><p>Aber was soll man auch machen? Die norwegische Statoil, die niederl&auml;ndische Gasunie und die zahlreichen, meist US-amerikanischen LNG-Anbieter nutzen die Liberalisierung halt auf ihre Art und Weise und die Bundesregierung wird sie kaum zwingen k&ouml;nnen, ihr das begehrte Gas zu einem Sonderpreis zu verkaufen. Mit der Liberalisierung des Gasmarktes wurden die Rahmenbedingungen geschaffen, die jetzt zu einer t&ouml;dlichen Falle f&uuml;r uns werden.<\/p><p>Stellt sich die spannende Frage, wer eigentlich die Rechnung der THE bezahlt. Geld hat das kleine Unternehmen nat&uuml;rlich nicht. Bezahlt wird das Gas an den B&ouml;rsen mit der Kreditlinie, die die staatliche F&ouml;rderbank KfW der THE zur Verf&uuml;gung stellen muss &ndash; das sind gro&szlig;z&uuml;gige 15 Milliarden Euro. Dieses Geld kommt f&uuml;r die THE im Herbst und Winter wieder rein &ndash; dann, wenn die Versorger das Gas aus den Speichern kaufen m&uuml;ssen, das der THE geh&ouml;rt. Und dieses Geld holen sich die Versorger dann nat&uuml;rlich von den Endkunden wieder. Kein Wunder also, dass viele Versorger schon jetzt prophylaktisch den Endkundenpreis mehr als verdoppeln. Das Geld, das momentan mit beiden H&auml;nden an der Energieb&ouml;rse ausgegeben wird, ist also genau das Geld, das wir in den n&auml;chsten Monaten und Jahren als Aufschlag auf unserer Verbrauchsabrechnung wiederfinden. Rechnerisch sind es also wir, die zurzeit ohne Sinn und Verstand den Markt zu grotesk &uuml;berteuerten Preisen leerkaufen. <\/p><p>Da freuen sich die Gaslieferanten aus den Niederlanden, Norwegen und den USA. Und dass bei einem derart dysfunktionalen Markt an der Energieb&ouml;rse so mancher Trader sein Gl&uuml;ck gar nicht fassen kann, kann auch als gesetzt angenommen werden. Wie soll es auch anders sein, wenn ein staatlich beauftragter und mit nicht endlichen finanziellen Mitteln ausgestatteter <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/energiekrise-die-gashamster-zu-besuch-bei-trading-hub-europe-a-d663942e-bd73-453c-b5bb-bd87aef4df03\">Amateureink&auml;ufer<\/a> an der B&ouml;rse gegen professionelle Handelsabteilungen von Finanz- und Energiekonzernen zockt, die &uuml;ber alle n&ouml;tigen Netzwerke, Algorithmen und jede Menge Know how verf&uuml;gen? Auch deren Gewinne sind am Ende Teil unserer Gasrechnung. Aber schuld daran ist nat&uuml;rlich Putin; wer auch sonst?<\/p><p>G&auml;be es denn eine L&ouml;sung f&uuml;r dieses Dilemma? Nat&uuml;rlich. W&uuml;rde der Markt jetzt mit Gas geflutet, w&uuml;rde die Blase an den Gasb&ouml;rsen binnen Sekunden zusammenbrechen. Auch hier &uuml;berreagieren die M&auml;rkte n&auml;mlich gnadenlos. Ein Anruf in Moskau w&uuml;rde gen&uuml;gen. Und wenn man &uuml;ber seinen Schatten springen und die betriebsbereite Pipeline Nord Stream 2 &ouml;ffnen w&uuml;rde, w&auml;re der ganze Spuk mit einem Schlag vorbei. Doch das will die Bundesregierung ja nicht. Die Kosten f&uuml;r dieses Politikversagen zahlen ja am Ende ohnehin wir. <\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86880\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: &copy; Bundesregierung\/Kugler<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/a8ec4316ddfb49749bff07ffff9c5257\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Olaf Scholz ist extra nach M&uuml;hlheim an der Ruhr gereist, um sich medienwirksam vor der Turbine <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/nord-stream-turbine-scholz-103.html\">ablichten zu lassen<\/a>, die derzeit Gegenstand einer Posse zwischen Deutschland und Russland ist. Die Botschaft ist klar: Weil Russland mit uns seine Spielchen spielt und zu wenig Gas liefert, m&uuml;ssen wir uns auf einen harten und vor allem<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86619\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":86620,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,136,162,54,178],"tags":[1960,284,3205,877,879,259],"class_list":["post-86619","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-banken-boerse-spekulation","category-energiepolitik","category-gestaltete-pdf","category-ressourcen","tag-boersenwetten","tag-deregulierung","tag-energiepreise","tag-erdgas","tag-gazprom","tag-russland"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/220805_titel.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86619","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=86619"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86619\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86905,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86619\/revisions\/86905"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/86620"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=86619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=86619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=86619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}