{"id":87583,"date":"2022-09-04T09:00:36","date_gmt":"2022-09-04T07:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583"},"modified":"2022-09-02T14:12:47","modified_gmt":"2022-09-02T12:12:47","slug":"hinweise-der-woche-272","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h01\">Oskar Lafontaine: &bdquo;Deutschland handelt im Ukraine-Krieg als Vasall der USA&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h02\">Umfrage: Mehrheit will Verhandlungen &uuml;ber Kriegsende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h03\">Chomsky: US-Au&szlig;enpolitik angetrieben von Angst vor Chinas Aufstieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h04\">So f&uuml;hrt das Verschweigen von Fakten zu Unwahrheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h05\">Gasumlage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h06\">Ausbeutung rund um die Uhr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h07\">Schockpreise f&uuml;r die Briten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h08\">Corona in Frankreich: Macron hat die Pandemie f&uuml;r beendet erkl&auml;rt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h09\">&Ouml;ffentlich-Rechtliche: G&ouml;tterd&auml;mmerung der Arroganz im Norden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87583#h10\">Der erfundene Shitstorm: Chronologie eines Medienversagens<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Oskar Lafontaine: &bdquo;Deutschland handelt im Ukraine-Krieg als Vasall der USA&ldquo;<\/strong><br>\nDer Krieg in der Ukraine und das Elend der deutschen Au&szlig;enpolitik: Europa braucht eine eigenst&auml;ndige Sicherheitspolitik. Eine Fundamentalkritik an der Ampel.<br>\nDer Krieg in der Ukraine begann f&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der deutschen Politiker und Journalisten am 24. Februar 2022. Mit dieser Sichtweise, die die komplette Vorgeschichte des Einmarschs der russischen Armee in die Ukraine ausklammert, kann Deutschland keinen Beitrag zum Frieden leisten. [&hellip;]<br>\nDer Flughafen Ramstein beispielsweise war und ist f&uuml;r die Kriegsf&uuml;hrung der USA im Vorderen Orient, in Afrika und in der Ukraine unverzichtbar. Daher ist Deutschland, wenn die Amerikaner Kriege f&uuml;hren, immer Kriegspartei, ob es will oder nicht. Weil er diesen Zusammenhang gesehen hatte, wollte beispielsweise Charles de Gaulle keine Nato-, sprich US-Einrichtungen auf franz&ouml;sischem Boden. Ein Land, so sagte er, muss &uuml;ber Krieg oder Frieden selbst entscheiden k&ouml;nnen.<br>\nDass Deutschland kein souver&auml;nes Land ist, wurde wieder deutlich, als US-Kriegsminister Lloyd Austin in Ramstein zu einer Konferenz einlud, in der die Vasallenstaaten ihren Beitrag zum Ukraine-Krieg liefern mussten. Selbstverst&auml;ndlich beanspruchen die USA auch die Entscheidung dar&uuml;ber, ob ein Land wie Deutschland eine Energieversorgungsleitung wie Nord Stream 2 in Betrieb nehmen darf. [&hellip;]<br>\nAktuell ist eine die Interessen Deutschlands in den Vordergrund r&uuml;ckende Au&szlig;enpolitik noch nicht mal im Ansatz zu erkennen. Die f&uuml;hrenden Politiker der Ampel, Scholz, Baerbock, Habeck und Lindner, sind treue US-Vasallen. Scholz bef&uuml;rwortet Aufr&uuml;stung und ist stolz, in immer k&uuml;rzeren Abst&auml;nden Waffenlieferungen an die Ukraine ank&uuml;ndigen zu k&ouml;nnen. Er handelt, als habe er von der Ost- und Entspannungspolitik Willy Brandts nie etwas geh&ouml;rt. Die Au&szlig;enpolitik der FDP wird von der R&uuml;stungslobbyistin Strack-Zimmermann dominiert, die jeden zweiten Tag neue Waffen f&uuml;r die Ukraine fordert.<br>\nDie Gr&uuml;nen haben sich von einer Partei, die aus der deutschen Friedensbewegung kam, zur schlimmsten Kriegspartei im deutschen Bundestag gewandelt. Die &Auml;u&szlig;erungen von Annalena Baerbock, wir sollten &bdquo;Russland ruinieren&ldquo;, muss man schon faschistoid nennen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/oskar-lafontaine-deutschland-handelt-im-ukraine-krieg-als-vasall-der-usa-li.261471\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Deutsche R&uuml;stungsexporte erreichen H&ouml;chstwert<\/strong><br>\nDeutschland hat 2021 R&uuml;stungsg&uuml;ter in H&ouml;he von 9,4 Milliarden Euro genehmigt &ndash; so viel wie nie zuvor. Den Gro&szlig;teil davon genehmigte die vorige Gro&szlig;e Koalition. 2022 d&uuml;rfte sich diese Tendenz fortsetzen &ndash; wegen des Ukraine-Kriegs.<br>\nDie Genehmigungen f&uuml;r R&uuml;stungsexporte durch die Bundesregierung haben im vergangenen Jahr einen H&ouml;chstwert erreicht. 2021 seien Einzelgenehmigungen in H&ouml;he von fast 9,4 Milliarden Euro erteilt worden, hei&szlig;t es im am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossenen R&uuml;stungsexportbericht. Dies sei &ldquo;der bislang h&ouml;chste j&auml;hrliche Genehmigungswert&rdquo;. 2020 hatte das Volumen bei 5,8 Milliarden Euro gelegen. Auch dieses Jahr gibt es vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs einen deutlichen Anstieg.<br>\nDie Zahlen f&uuml;r 2021 bez&ouml;gen sich &ldquo;im Wesentlichen auf Genehmigungsentscheidungen, die vor der Amts&uuml;bernahme der jetzigen Bundesregierung getroffen wurden&rdquo;, hei&szlig;t es im R&uuml;stungsexportbericht. Nur etwa drei Prozent oder 309 Millionen Euro seien in die Amtszeit der Ampel-Regierung gefallen, die ab Anfang Dezember 2021 im Amt war.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/ruestungsexporte-rekordwert-eu-nato-ukraine-krieg-101.html\">tagesschau<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Umfrage: Mehrheit will Verhandlungen &uuml;ber Kriegsende<\/strong><br>\n77 Prozent der Bundesb&uuml;rger sind einer Umfrage zufolge der Meinung, dass der Westen Verhandlungen &uuml;ber eine Beendigung des Ukraine-Kriegs ansto&szlig;en sollte. Das geht aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa f&uuml;r das RTL\/ntv-&bdquo;Trendbarometer&rdquo; hervor. 17 Prozent fanden, der Westen solle das derzeit nicht tun.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/ukraine-krieg-umfrage-mehrheit-will-verhandlungen-ueber-kriegsende\/28641012.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>F&uuml;r die NATO auf Konfrontation mit den B&uuml;rgern &ndash; Antirussische Hysterie und Transatlantizismus<\/strong><br>\nHybride Bedrohung, Informationskrieg, russische Propaganda: Das sind die Schlagworte, in die deutsche Medien und Politik ihren Kampf gegen die Meinungsfreiheit kleiden. Verhindert werden soll vor allem eine Diskussion &uuml;ber das transatlantische B&uuml;ndnis.<br>\nDeutschland f&uuml;hlt sich bedroht. Zumindest die verantwortlichen Akteure in der Politik und den gro&szlig;en deutschen Medien. Bedroht werden sie von russischer Propaganda und Desinformation. Schaut man genauer hin, was mit diesen Begriffen gemeint ist, wird schnell klar: Alles, was nicht der regierungsoffiziellen Linie folgt, ist Desinformation. Westliche Regierungen, insbesondere die deutsche, berichten n&auml;mlich ausschlie&szlig;lich wahrheitsgem&auml;&szlig;. Weil das so ist, haben die gro&szlig;en deutschen Medien es aufgegeben, die Bundesregierung kritisch zu begleiten. Ihre Aufgabe ist es inzwischen, Regierungsentscheidungen der Bev&ouml;lkerung zu vermitteln und zu erkl&auml;ren. Was sich liest wie eine Satire ist leider bittere Realit&auml;t. Der deutsche Journalismus hat den Journalismus an den Nagel geh&auml;ngt und beschr&auml;nkt sich auf PR. [&hellip;]<br>\nMan k&ouml;nnte &uuml;ber den geistigen Zustand im politisch-medialen Establishment in schallendes Lachen ausbrechen, ginge davon nicht eine unmittelbare Gefahr f&uuml;r die Demokratie und den Zusammenhalt der Gesellschaft aus. Die deutsche Politik und die gro&szlig;en deutschen Medien sind inzwischen zur gr&ouml;&szlig;ten Bedrohung f&uuml;r das Recht auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung geworden. Immer h&auml;ufiger werden aus diesem Kreis auch Forderungen nach Bestrafung f&uuml;r die Verbreitung &ldquo;falscher&rdquo; Meinungen erhoben. Die Entwicklung ist ebenso erschreckend, wie sie geschichtsblind ist.<br>\nDabei w&auml;re mit ein bisschen Empathie eigentlich schnell eine Erkl&auml;rung f&uuml;r den zunehmenden Widerwillen der B&uuml;rger Deutschlands gegen&uuml;ber neuen Sanktionspaketen und weiteren Waffenlieferungen gefunden. Sie sind n&auml;mlich direkt und ausschlie&szlig;lich negativ von den Auswirkungen dieser Politik betroffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/147373-fur-nato-auf-konfrontation-mit\/\">Gert Ewen Ungar auf RT DE<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Chomsky: US-Au&szlig;enpolitik angetrieben von Angst vor Chinas Aufstieg<\/strong><br>\nNoam Chomsky sagt: Die USA versuchen China einzukreisen, um ihre Macht in Eurasien zu sichern. Ein gef&auml;hrliches Projekt, das einen Angriff auf Taiwan ausl&ouml;sen k&ouml;nnte. Wie positionieren sich Europa, Russland und Indien geopolitisch?<br>\nNoam Chomsky analysiert die von den USA betriebene Einkreisung Chinas, um Kontrolle &uuml;ber den eurasischen Kontinent zu erhalten. Das k&ouml;nnte China veranlassen, Taiwan anzugreifen, um sich zu befreien und offenen Zugang zu den Weltmeeren zu gew&auml;hrleisten.<br>\nGleichzeitig versuche Washington, f&uuml;r sie ung&uuml;nstige Partnerschaften der Staaten zu verhindern. Die Frage ist, wie sich das von Deutschland gepr&auml;gte Europa und Indien geopolitisch verhalten werden &ndash; auch vor dem Hintergrund des von Russland gef&uuml;hrten Kriegs in der Ukraine, dem Neuen-Seidenstra&szlig;en-System und den daraus resultierenden Verschiebungen. Bieten sich Wege einer unabh&auml;ngigen Entwicklung und Abl&ouml;sung von US-Hegemonie sowie einer eurasischen Integration?<br>\nDas Interview f&uuml;hrt der Politikwissenschaftler C.J. Polychroniou. Das Interview erschien zuerst auf der US-Nachrichtenseite Truthout.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Chomsky-US-Aussenpolitik-angetrieben-von-Angst-vor-Chinas-Aufstieg-7243562.html?seite=all\">Noam Chomsky auf Telepolis<\/a>\n<p>dazu: <strong>Einstieg in den Abstieg<\/strong><br>\nDie Bundesregierung plant Zwangsma&szlig;nahmen zur Reduzierung des Chinagesch&auml;fts deutscher Unternehmen. Berichten zufolge arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium nicht nur daran, die &uuml;blichen Staatsgarantien f&uuml;r Gesch&auml;fte im Ausland f&uuml;r Aktivit&auml;ten in der Volksrepublik stark einzuschr&auml;nken. Dar&uuml;ber hinaus ist die Einf&uuml;hrung einer Meldepflicht f&uuml;r Investitionen in China im Gespr&auml;ch &ndash; und die M&ouml;glichkeit, sie zu untersagen. Modell sind entsprechende Schritte in den USA. Berlin reagiert damit darauf, dass es bisher nicht gelingt, die Bedeutung des Chinagesch&auml;fts zu reduzieren; wie aus aktuellen Studien hervorgeht, haben die deutschen Investitionen in der Volksrepublik und die Einfuhren von dort im ersten Halbjahr 2022 Rekordwerte erreicht. Ursache ist, dass die deutsche Industrie ihre Aktivit&auml;ten in China nicht abbricht, sondern sie stattdessen b&uuml;ndelt (&bdquo;Lokalisierung&ldquo;), um sie krisensicher zu machen: Die Volksrepublik gilt als unverzichtbarer Zukunftsmarkt. Die in Berlin insbesondere in gr&uuml;n gef&uuml;hrten Bundesministerien forcierten Zwangsma&szlig;nahmen sind geeignet, die deutsche Industrie in den Abstieg zu treiben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9006\">German Foreign Policy <\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>So f&uuml;hrt das Verschweigen von Fakten zu Unwahrheit<\/strong><br>\nEine L&uuml;ge ist eine Falschaussage wider besseres Wissen. Aber auch das Verschweigen von essentiellen Fakten kann in die &ndash; gewollte &ndash; Unwahrheit f&uuml;hren. Viele grosse Medien w&auml;hlen im Falle des Krieges in der Ukraine diese Methode, um &ndash; gewollt &ndash; einseitig zu informieren, ohne dass sie der L&uuml;ge bezichtigt werden k&ouml;nnen. Die Analyse eines Medien-Sachverst&auml;ndigen.<br>\nDass Wladimir Putin, der Pr&auml;sident der Russischen F&ouml;deration, beschlossen hat, die Ukraine milit&auml;risch anzugreifen, ist ein Fakt. Dass dieser Beschluss Putins eine Reaktion auf die Politik der USA, Grossbritanniens und ganz generell der NATO war, ist auch ein Fakt. Aber niemand kann die westlichen Medien zwingen, auch diesen Tatbestand zu erw&auml;hnen &ndash; obwohl sie mit dem konsequenten Verschweigen dieses Fakts &ndash; offensichtlich gewollt &ndash; die TV-Zuschauer und Zuschauerinnen, die Radio-Zuh&ouml;rer und Zuh&ouml;rerinnen, und die Leser und Leserinnen in die Unwahrheit f&uuml;hren.<br>\nUm aufgrund von &ndash; vermeintlich objektiver &ndash; Information eine gew&uuml;nschte Meinung zu erzeugen, gibt es verschiedene Methoden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/so-fuehrt-das-verschweigen-von-fakten-zu-unwahrheit\/\">Globalbridge<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gasumlage<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Dramatische Tage bei Uniper-Rettung: Energiekonzerne schrieben an Verordnung mit &ndash; so entstand die umstrittene Gasumlage<\/strong><br>\nDoch der eigentliche Knackpunkt der Verhandlungen war die Frage, wie man auch die Verbraucher an den Kosten beteiligt. Zun&auml;chst war die angedachte L&ouml;sung, die Kosten im Rahmen des Paragrafen 24 des Energiesicherungsgesetzes an die unmittelbar von der Ersatzbeschaffung betroffenen Kunden 1:1 weiterzugeben. Doch schon Ende Juni hatte es nach Recherchen von Business Insider von Konkurrenten Unipers dagegen Bedenken gegeben. Laut Insidern kritisierten vor allem die Bosse anderer Energiekonzerne, dass sie &ndash; anders als Uniper &ndash; damit bei zigmillionen Kunden individuelle Preisanpassungen vornehmen m&uuml;ssten, was unter dem Strich Milliardenkosten verursachen w&uuml;rde und eine ungleiche Behandlung der Kunden zur Folge habe.<br>\nDaraufhin sei von den Ratingagenturen und aus dem Uniper-Umfeld, so best&auml;tigen mehrere Insider aus Regierungskreisen, die Idee zur Gasumlage als sogenannte &bdquo;Backstop-L&ouml;sung&ldquo; gekommen. An den rechtlichen Details der Verordnung t&uuml;ftelten aber nicht nur die Beamten aus Wirtschafts- und Finanzministerium sowie Vertreter Unipers, sondern sogar die Bosse zweier gro&szlig;er Energiekonzerne pers&ouml;nlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/politik\/deutschland\/dramatische-tage-bei-uniper-rettung-energiekonzerne-schrieben-an-verordnung-mit-so-entstand-die-umstrittene-gasumlage\/\">Business Insider<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nichts Neues im Westen sozusagen. 2008 wurde die Finanzindustrie auf Kosten der Allgemeinheit gerettet, jetzt eben die Energiekonzerne.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Klassenkampf von oben: Die Gasumlage f&auml;hrt Deutschland an die Wand!<\/strong><br>\nDie Ampel macht bei der Energiefinanzierung Fehler. Warum nicht wie in anderen EU-Staaten auf eine Gasumlage verzichten und Mehrkosten &uuml;ber Kredite finanzieren? (&hellip;)<br>\nDie Senkung kann die Teuerung durch die angek&uuml;ndigte Gasumlage von 2,4 Cent pro Kilowattstunde, mit der h&ouml;here Kosten f&uuml;r Gas-Importeure aufgefangen werden sollen, laut dem Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung zu etwa zwei Dritteln ausgleichen. Falls die Steuersenkung tats&auml;chlich vollst&auml;ndig von den Unternehmen an die Endverbraucher weitergegeben wird. Weitere Preisspr&uuml;nge beim Gas sind dabei noch nicht ber&uuml;cksichtigt. Da die Steuersenkung jede verbrauchte Kilowattstunde Gas billiger macht, werden jedoch jene mehr entlastet, die mehr Gas verbrauchen. Das sind eher Haushalte mit hohen Einkommen.<br>\nWozu lehnt die Regierung dann aber einen Gaspreisdeckel f&uuml;r den Grundverbrauch mit dem Argument ab, dieser w&uuml;rde Anreize zum Sparen nehmen? Ein solcher Gaspreisdeckel k&ouml;nnte zum Beispiel f&uuml;r eine Familie den Gaspreis bis zur H&auml;lfte des typischen Durchschnittsverbrauchs von 14.000 Kilowattstunden auf das Niveau von Ende 2021 einfrieren. Ein solcher Gaspreisdeckel w&uuml;rde alle entlasten, aber insbesondere einkommensschw&auml;cheren Haushalten n&uuml;tzen, die im Regelfall weniger verbrauchen. Nat&uuml;rlich gibt es auch Menschen mit geringen Einkommen, die mehr Energie verbrauchen, als sie gerne w&uuml;rden, weil sie in schlecht isolierten Wohnungen leben oder aufgrund von Arbeitslosigkeit mehr Zeit in den eigenen vier W&auml;nden verbringen. Diese Haushalte ziehen jedoch schon seit Jahren im Winter den dicken Pullover an, statt die Heizung aufzudrehen. Zudem schafft ein solcher Deckel auch Anreize, den Verbrauch auf den Grundverbrauch zu drosseln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/die-gas-umlage-faehrt-deutschland-an-die-wand-li.259642\">Fabio De Masi in Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Frage des politischen Willens: Die Besteuerung von &Uuml;bergewinnen<\/strong><br>\nImmer mehr Menschen k&ouml;nnen ihre Rechnungen aufgrund der steigenden Preise nicht bezahlen. Zugleich streichen Teile der Energiewirtschaft ungeniert Extraprofite infolge des Ukrainekrieges ein. Eine &Uuml;bergewinnsteuer k&ouml;nnte diesem Missverh&auml;ltnis entgegenwirken. [&hellip;]<br>\nVon den stark gestiegenen Energiepreisen profitiert vor allem die Energiebranche. Denn den &Ouml;l- und Gaskonzernen sowie den Stromproduzenten bescheren die erh&ouml;hten Energiepreise betr&auml;chtliche Steigerungen ihrer Profite. Vor diesem Hintergrund wird auch in Deutschland die Forderung nach einer &Uuml;bergewinnsteuer etwa von den Gewerkschaften, der LINKEN, aber auch den Regierungsparteien SPD und B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen erhoben.<br>\nAbgelehnt wird eine &Uuml;bergewinnsteuer von der FDP und ihrem Bundesfinanzminister Lindner. Nach dessen Aussagen w&uuml;rde eine solche Steuer das Steuersystem der Willk&uuml;r ausliefern, zudem w&uuml;rden Unternehmensgewinne in Deutschland sowieso schon sehr hoch besteuert.<br>\nHistorisch sind &Uuml;bergewinnsteuern im vergangenen Jahrhundert insbesondere in Kriegs- und Nachkriegszeiten eingef&uuml;hrt worden, zum Beispiel von den USA, Gro&szlig;britannien und Frankreich (Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages 2021: 4ff.). Damit wurden zwei Ziele verfolgt: Zum einen sollte ein au&szlig;ergew&ouml;hnlich hoher Finanzbedarf gedeckt werden, und zum anderen sollten besonders hohe und als ungerecht empfundene Gewinne zumindest in Teilen abgesch&ouml;pft werden. Eine &Uuml;bergewinnsteuer soll, so auch eine Idee in der aktuellen Debatte, zus&auml;tzliche Einnahmen generieren, um diejenigen zu unterst&uuml;tzen, die besonders unter den Folgen aufgrund von Krieg und Zerst&ouml;rung leiden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blickpunkt-wiso.de\/post\/eine-frage-des-politischen-willens-die-besteuerung-von-uebergewinnen--2414.html\">Blickpunkt WiSo<\/a><\/li>\n<li><strong>Gasversorgung: Polen steht im Winter ohne Gas da. Muss Deutschland einspringen?<\/strong><br>\nVorbildlich hatte sich Polen aus der Energieabh&auml;ngigkeit von Russland befreit, so schien es jedenfalls. Doch nun stellt sich heraus: Die Strategie des Landes ist gescheitert.<br>\nWas die Energieversorgung betrifft, galt Polen als Vorbild. Fr&uuml;h im Jahr hatte Russland dem Land den Gashahn zugedreht, umgehend hatte die Regierung in Warschau Gegenma&szlig;nahmen ergriffen. Und schlie&szlig;lich stand noch eine rettende Pipeline nach Skandinavien vor der Vollendung.<br>\nDoch nun herrscht Chaos. Geplatzte Vertr&auml;ge, &Auml;rger mit Norwegen, technische Verz&ouml;gerung, Ratlosigkeit &ndash; der n&auml;chste Winter k&ouml;nnte bitterkalt werden, und das Land hat keinen Plan B, um seine Bev&ouml;lkerung und seine Unternehmen mit Gas zu versorgen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/politik\/gasversorgung-polen-steht-im-winter-ohne-gas-da-muss-deutschland-einspringen-\/28637330.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Gazprom meldet Milliardengewinn<\/strong><br>\nDer russische Energieriese Gazprom gibt f&uuml;r das erste Halbjahr einen Milliardengewinn bekannt. Daf&uuml;r sorgen die hohen Gas- und &Ouml;lpreise. Von den Einnahmen soll auch Russlands Staatshaushalt profitieren.<br>\nWegen der massiv gestiegenen Preise f&uuml;r Gas und &Ouml;l hat der staatliche kontrollierte russische Energiekonzern Gazprom seine Gesch&auml;ftsergebnisse nach eigenen Angaben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres deutlich steigern k&ouml;nnen. Demnach erzielte Gazprom einen Rekordgewinn von 2,5 Billionen Rubel (umgerechnet 41,63 Milliarden Euro), wie das Unternehmen gestern Abend mitteilte.<br>\nDas ist bereits mehr als der gesamte Gewinn des vergangenen Jahres. 2021 hatte der Konzern wegen der hohen Preise f&uuml;r &Ouml;l und Gas bereits einen Rekordgewinn von 2,09 Billionen Rubel (rund 27,5 Milliarden Euro) erreicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/gazprom-gewinne-russland-101.html\">tagesschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ausbeutung rund um die Uhr<\/strong><br>\n24-Stunden-Pflege durch eine Person ist rechtlich ausgeschlossen, und doch ist eine halbe Million Frauen in der BRD betroffen<br>\nJeder wei&szlig;, wie es oft genug l&auml;uft in der 24-Stunden-Pflege. Osteurop&auml;erinnen m&uuml;ssen sich in den heiligen vier W&auml;nden gebrechlicher und verwirrter Deutscher n&auml;chtelang von diesen beschimpfen lassen: &raquo;Was ist denn das schon wieder f&uuml;r eine Sauerei!&laquo;, und wieder stehst du im Bett in dem Zimmerchen, das dein R&uuml;ckzugsort sein soll. Tags&uuml;ber sind st&auml;ndige Belehrungen &uuml;ber das richtige Kochen und Putzen zu &raquo;beherzigen&laquo;, erst recht, wenn sie von Angeh&ouml;rigen der Betreuten kommen, die sich als Arbeitgeber aufspielen und im n&auml;chsten Moment wieder auf Familie machen.<br>\nDrei Monate lang sind die Arbeitsmigrantinnen in der h&auml;uslichen Pflege in Dauerbereitschaft, immer auf Abruf, rund um die Uhr, einzig beim Einkaufen vielleicht mal ein paar Minuten frei &ndash; ihr Monatslohn liegt um die 1.500 Euro, pro Stunde erhalten sie zwei Euro und ein paar Zerquetschte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/433466.pflege-ausbeutung-rund-um-die-uhr.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Schockpreise f&uuml;r die Briten<\/strong><br>\nAuf Millionen B&uuml;rger kommt mit den rasant steigenden Energierechnungen ein schmerzhafter Kostenschock zu. In Gro&szlig;britannien ist dieser sogar noch etwas st&auml;rker als in vielen anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern, weil auf der Insel besonders viel mit Gasboilern geheizt wird.<br>\nNimmt man alle Preissteigerungen f&uuml;r Gas und Strom dieses Jahres zusammen, dann steigt die Jahresrechnung f&uuml;r typische Haushalte in Britannien um fast 2300 Pfund auf 3550 Pfund. Im Januar droht schon ein weiterer Sprung. Viele Menschen werden in den Wintermonaten kaum noch die finanziellen Mittel besitzen, ihre Wohnung halbwegs ad&auml;quat zu heizen. (&hellip;)<br>\nEs droht ein Winter des Frierens und der Entbehrung, manche m&uuml;ssen zwischen Heizen und Essen w&auml;hlen. Um den Kostenschock zu lindern, wird Truss gezwungen sein, neue milliardenschwere Finanzhilfen auszugeben. Wie soll man diese finanzieren? Labour-Chef Keir Starmers Forderung nach einer nochmaligen Sonderbesteuerung der Energiekonzerngewinne ist bei den W&auml;hlern beliebt, vermutlich werden auch die Konservativen darauf zur&uuml;ckkommen. Ein Einfrieren der Gaspreise, wie Starmer es fordert, w&auml;re aber falsch, weil dann der Anreiz zum Energiesparen wegfiele. Es muss jedoch eine sozialpolitische Kompensation geben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/teure-gasrechnungen-schocken-grossbritannien-18271957.html%20\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Wenn die Zeitung, die sonst immer &ldquo;Eigenverantwortung&rdquo; fordert (vor allem von denen, die schon jetzt keine Chance haben) und vor dem &ldquo;Nanny State&rdquo; warnt, h&ouml;here Sozialleistungen f&uuml;r Arme fordert, dann muss die Lage wirklich &uuml;bel sein, und das ist sie ja auch. Kleiner Hinweis an die FAZ: nicht nur auf der Insel, sondern auch in der EU und auch in Deutschland.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Sinkende Reall&ouml;hne Jedem f&uuml;nften Briten droht Armut<\/strong><br>\nDie explodierenden Preise f&uuml;r Energie und Lebensmittel werden die Armut in Gro&szlig;britannien drastisch versch&auml;rfen, lautet das Ergebnis einer Studie. Fast jeder f&uuml;nfte Einwohner k&ouml;nnte betroffen sein.<br>\nAufgrund der derzeit ungebremst anziehenden Kosten f&uuml;r Energie und Lebensmittel und den anhaltend steigenden Verbraucherpreisen wird die Armut in Gro&szlig;britannien einer neuen Studie zufolge deutlich zunehmen. Setze die k&uuml;nftige Regierung die bisherige Politik fort, werde die Zahl der Menschen in absoluter Armut bis zum Haushaltsjahr 2023\/24 (31. M&auml;rz) um drei auf 14 Millionen steigen, teilte die Denkfabrik Resolution Foundation (RF) heute mit. Das w&auml;re fast jeder F&uuml;nfte der 67 Millionen britischen Einwohner.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/konjunktur\/uk-grossbritannien-inflation-armut-wohlstandsverlust-realloehne-inflation-101.html\">tagesschau<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>&Ouml;konomen warnen: L&auml;nder der Eurozone bereits in Rezession<\/strong><br>\nHohe Energiepreise sind Grund f&uuml;r den Abschwung. Bei vielen Unternehmen machen sie sich erst im n&auml;chsten Jahr richtig bemerkbar. Viele k&ouml;nnten in andere L&auml;nder abwandern.<br>\nDie wirtschaftlichen Schwierigkeiten der europ&auml;ischen Staaten werden zunehmend gr&ouml;&szlig;er. Die L&auml;nder der Eurozone seien bereits in der Rezession, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag. Dabei beruft sie sich auf &Ouml;konomen der Schweizer Bank UBS.<br>\nDie &ldquo;flache&rdquo; Rezession wurde demnach von den hohen Energiepreisen ausgel&ouml;st und sie wird dem Bericht zufolge bis Ende des Jahres anhalten. Doch die Preise f&uuml;r Erdgas und Strom steigen weiter und vor diesem Hintergrund muss damit gerechnet werden, dass der wirtschaftliche Abschwung l&auml;nger anh&auml;lt.<br>\nZumindest die Energiepreise d&uuml;rften dauerhaft auf einem hohen Niveau bleiben. Davon geht zumindest der Chef des Energiekonzerns E.ON, Leonhard Birnbaum, aus. &ldquo;Ich rechne nicht damit, dass wir zu den Preisen vor der Krise zur&uuml;ckkommen&rdquo;, sagte er auf dem &ldquo;Deutschen Energierechtstag 2022&rdquo; in Essen.<br>\nBirnbaum warnte aber davor, die Aufmerksamkeit nur auf das Gas zu legen, denn auch die Stromkosten w&uuml;rden nach oben gehen. &ldquo;Bei 600 Euro pro Megawattstunde haben wir ein Problem&rdquo;, sagte er. In dieser Woche lagen die Preise auch erstmals &uuml;ber dieser Marke.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Oekonomen-warnen-Laender-der-Eurozone-bereits-in-Rezession-7245841.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Corona in Frankreich: Macron hat die Pandemie f&uuml;r beendet erkl&auml;rt<\/strong><br>\nEinst verh&auml;ngte Frankreich Ausgangssperren und begrenzte den Bewegungsradius, heute gilt kaum noch eine Corona-Regel. Mit dem Virus leben, lautet nun die Maxime. [&hellip;]<br>\nAn dem Tag, als der Expertenrat aufgel&ouml;st wurde, fand sein langj&auml;hriger Vorsitzender, Jean-Fran&ccedil;ois Delfraissy, kritische Worte &uuml;ber die franz&ouml;sische Politik. &ldquo;Nat&uuml;rlich bedauere ich vieles&rdquo;, sagte der Immunologe in einem viel beachteten Radiointerview. &ldquo;Wir haben manchmal die Gesundheit &uuml;ber die Menschlichkeit gestellt.&rdquo; Einige Bewohner von Altenheimen h&auml;tten ihren Lebenswillen verloren und nur noch auf den Tod gewartet, weil sie ihre Angeh&ouml;rigen nicht mehr sehen durften. &ldquo;&Uuml;ber die folgenreichen Entscheidungen, f&uuml;r Schulen und Altenheime etwa, h&auml;tten wir mit den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern sprechen m&uuml;ssen&rdquo;, sagt Delfraissy heute. Das habe aber &ldquo;die Politik&rdquo; nicht gewollt.<br>\n&ldquo;Die Politik&rdquo; bestand in der Pandemie lange Zeit nur aus Pr&auml;sident Macron. Er f&auml;llte in einem unterirdischen Sicherheitsbunker im kleinen Kreis weitreichende Entscheidungen. Der Staatschef verh&auml;ngte den Ausnahmezustand, der es erm&ouml;glichte, Verordnungen und Gesetze zu verabschieden, ohne sie zwangsl&auml;ufig dem Parlament vorzulegen. Das ist nun vorbei. Um erneut &auml;hnlich durchgreifende Regeln verabschieden zu k&ouml;nnen, m&uuml;sste Macron wieder eine Mehrheit im Parlament finden &ndash; anders als noch vor zwei Jahren verf&uuml;gt er aber seit den Parlamentswahlen im Juni nicht mehr &uuml;ber ausreichend eigene Abgeordnete.<br>\nEr scheint aber selbst von den noch bis April geltenden 2G-Regeln nicht mehr &uuml;berzeugt zu sein:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2022-08\/frankreich-corona-regeln-maskenpflicht-lockerungen\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&Ouml;ffentlich-Rechtliche: G&ouml;tterd&auml;mmerung der Arroganz im Norden<\/strong><br>\nEigentlich ist der Anrufer ein ruhiger, besonnener Mann. Doch diesmal spricht er schnell, ist h&ouml;rbar erregt: &bdquo;Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Wir Journalisten m&uuml;ssen uns jetzt wehren. Es muss ein Ende der politischen G&auml;ngelung geben.&ldquo; Der Anrufer ist Redakteur beim &ouml;ffentlich-rechtlichen Norddeutschen Rundfunk (NDR). Er beklagt wie viele seit Jahren, dass in den Sendern die journalistische Arbeit von politischen Interessen beeintr&auml;chtigt wird. Auch beim RBB, dem WDR und dem Deutschlandfunk best&auml;tigen Journalisten, dass massiv Einfluss auf die Berichterstattung ausge&uuml;bt werde. Eine Journalistin berichtet von einer Dokumentation f&uuml;r das ZDF und Arte, die so massiv umgearbeitet wurde, dass die angestrebte Neutralit&auml;t g&auml;nzlich verschwunden und der Film zu einer &bdquo;Propaganda-Show&ldquo; umgestaltet war. Der Autor zog am Ende entnervt seinen Namen zur&uuml;ck, weil &bdquo;seine journalistische Arbeit zur Unkenntlichkeit entstellt worden ist&ldquo;. Er hatte fast zwei Jahre lang an dem Film gearbeitet. Die Berliner Zeitung kennt beide Fassungen des Films.<br>\nAuch der aufgebrachte NDR-Kollege am Telefon berichtet davon, dass ein Film von ihm komplett umgeschnitten und sogar synchronisiert worden sei &ndash; ohne dass man ihm davon irgendetwas gesagt h&auml;tte. Wie viele seine Kollegen spricht der Journalist von einem Klima der Repression und Angst. Journalisten aus den Sendern &auml;u&szlig;ern ihre Kritik kaum jemals mit Namen. Vor allem das System der vielen &bdquo;freien Mitarbeiter&ldquo; beg&uuml;nstigt ein System der journalistischen Gef&auml;lligkeiten. Diese sind oft von den Sendern abh&auml;ngig, weil es kaum noch andere Medien gibt, die sich &bdquo;Qualit&auml;tsjournalismus&ldquo; auf die Fahnen geschrieben haben. Genau deswegen sind viele junge Idealisten zu den &Ouml;ffentlich-Rechtlichen gegangen: &bdquo;Ich habe den Deutschlandfunk geliebt&ldquo;, sagt eine Journalistin. Heute macht sie nur noch &bdquo;politisch unverd&auml;chtige&ldquo; Sendungen &ndash; und schreibt gelegentlich f&uuml;r ein kleines, lokales Medium. (&hellip;)<br>\nWas die Journalisten jedoch wirklich umtreibt, ist der Filz zwischen Politik und den &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern. Hier ist besonders der NDR in Schleswig-Holstein in die Kritik  geraten. Ein vertrauliches Papier des Redaktionsausschusses, das der Berliner Zeitung vorliegt, zeichnet ein unerfreuliches Bild vom journalistischen Innenleben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/medien-fernsehen-rundfunk-skandal-affaere-ard-rbb-ndr-fall-patricia-schlesinger-oeffentlich-rechtliche-sender-mitarbeiter-redakteure-journalisten-beklagen-politische-gaengelung-einflussnahme-li.260678\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Der erfundene Shitstorm: Chronologie eines Medienversagens<\/strong><br>\nSeit der Ravensburger Verlag am 19. August 2022 ein Begleitbuch zu dem Film &bdquo;Der junge H&auml;uptling Winnetou&ldquo; zur&uuml;ckgezogen hat, tobt in den Medien eine Diskussion &uuml;ber Zwang, Zensur, Gedankenkontrolle, Cancel Culture, Sprechverbote, B&uuml;cherverbrennung, Woke-Wahnsinn, linke Aktivistengruppen und eine angebliche Bedrohung der Demokratie. Nach nur einer Woche gibt es weit mehr als 100.000 Beitr&auml;ge, die insgesamt millionenfach geliked, geteilt und kommentiert wurden &ndash; unter ihnen fast 5.000 redaktionelle Artikel. Der Tenor: Heftig laute, aber unlautere Kritik durch &bdquo;woke Gruppen&ldquo; in den sozialen Medien h&auml;tte den Verlag so sehr unter Druck gesetzt, dass er letztlich gar nicht anders konnte (oder das zumindest dachte), als sich einer &bdquo;radikalen Minderheit zu unterwerfen&ldquo;. Die aufgebrachte Menge sieht eine &bdquo;Tyrannei der Polictical Correctness&ldquo; und wehrt sich heftig gegen jede Form von Verbot.<br>\nDatenanalysen zeigen jedoch: diesen Shitstorm &uuml;ber das Buch oder den Film gab es nie, ebenso wenig wie Forderungen nach Verboten. Beide sind vielmehr eine Erfindung findiger Journalisten und Populisten, die entweder medieninkompetent sind oder aus politischem Interesse bzw. aus wirtschaftlichem Kalk&uuml;l hetzen. Und viele andere Journalisten, Politiker, CEOs und B&uuml;rger sind darauf hereingefallen und haben sich instrumentalisieren lassen. Nach eigenen Aussagen hat der Ravensburger Verlag sachliche Kritik ihrer Community ernst genommen und einen Fehler eingesehen. Nur passt das wohl nicht in das Weltbild (und das Gesch&auml;ftsmodell) einiger Medien. Also erfanden sie den &bdquo;woken Shitstorm&ldquo;, verbreiteten haufenweise Verzerrungen und inszenierten so einen &bdquo;antiwoken Shitstorm&ldquo;, der seinesgleichen sucht. Und dabei verhinderten noch, dass wir uns inhaltlich mit dem Thema &bdquo;Rassismus&ldquo; auseinandersetzen, inklusive der Frage, ob &bdquo;gut gemeinter&ldquo; Rassismus auch Rassismus ist. Unser Mediensystem ist kaputt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/scompler.com\/winnetou\/%20\">Scompler<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Man sollte auch die Frage stellen, wem es eigentlich n&uuml;tzt, wenn die Menschen sich lieber &uuml;ber angebliche &bdquo;Winnetou-Verbote&ldquo; als &uuml;ber, sagen wir mal, die Preise f&uuml;r Energie aufregen. Ich rechne mit mehreren solcher &bdquo;Herbst- und Winterloch-Aufregern&ldquo; in den n&auml;chsten Monaten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. 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