{"id":8759,"date":"2011-03-21T18:34:05","date_gmt":"2011-03-21T17:34:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8759"},"modified":"2014-08-12T11:40:59","modified_gmt":"2014-08-12T09:40:59","slug":"film-water-makes-money-unter-beschuss-der-privaten-wasseranbieter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8759","title":{"rendered":"Film \u201eWater makes Money\u201c unter Beschuss der privaten Wasseranbieter"},"content":{"rendered":"<p><strong>Richtigstellung zum Beitrag Film &bdquo;Water makes Money&ldquo; unter Beschuss der privaten Wasseranbieter<\/strong><br>\nDer NDR legt Wert darauf, dass es im Hinblick auf eine Ausstrahlung dieses Filmes keinen Kontakt zwischen dem damaligen NDR-Programmdirektor Fernsehen Volker Herres und Veolia und insfoern auch keine Einflussnahme des Konzerns auf Programmentscheidungen gegeben habe.<br>\nWir kommen dieser Aufforderung zu einer Richtigstellung gerne nach. Wolfgang Lieb<\/p><p>Der deutsch-franz&ouml;sische Kultursender ARTE sendet am 22.03. um 20.15 Uhr den Film <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/woche\/244,broadcastingNum=1212648,day=4,week=12,year=2011.html\">&bdquo;WATER MAKES MONEY. Wie private Konzerne mit Wasser Geld machen&ldquo;<\/a>. Der Film befasst sich mit Hintergr&uuml;nden, Profiteuren und Auswirkungen der Wasserpolitik. Es ist ein investigativer Film, der vielen Menschen die Augen &uuml;ber das globale Gesch&auml;ft mit dem Wasser &ouml;ffnen wird. Wenn ein Dokumentarfilm &uuml;ber die uns&auml;gliche Wasserpolitik um die Welt geht, besteht die Hoffnung, dass sich weltweit Widerstand gegen das Gesch&auml;ft mit dem Wasser formiert und ein globales Umdenken angesto&szlig;en wird, dass Wasser eben keine Handelsware ein Menschenrecht ist.<br>\nEs ist mutig von ARTE diesen Film zu zeigen, da der Wasser-Konzern Veolia in Frankreich Klage gegen den Film eingereicht hat. Von Christine Wicht<br>\n<!--more--><br>\nNach der bisher &uuml;beraus erfolgreichen Verbreitung des Films &bdquo;Water Makes Money&rdquo; in Form von &uuml;ber 500 (Kino)-Vorf&uuml;hrungen und mehr als 1000 DVDs, hat der im Film kritisierte franz&ouml;sische Konzern Veolia in Paris gegen den Film Klage wegen &bdquo;Verleumdung&rdquo; eingereicht. Die Autoren wissen noch nicht, was ihnen konkret vorgeworfen wird. Die Filmemacher sind von der Untersuchungsrichterin noch nicht direkt angesprochen worden, sie haben bislang nur &uuml;ber die franz&ouml;sische Presse erfahren, dass der Anwalt von Veolia gegen&uuml;ber einer franz&ouml;sischen Zeitung ge&auml;u&szlig;ert hat, dass Klage eingereicht wurde und auf Schadensersatz geklagt werden soll. Bislang wurde Jean Luc Touly (Pr&auml;sident von ACME, Association pour le Contrat Mondial de l&rsquo;Eau, eine Vereinigung, die gegen die Privatisierung und f&uuml;r trink- und bezahlbares Wasser k&auml;mpft), zu Passagen des Films befragt, in welchen es auch um Korruption geht. Touly wurde gefragt, ob er noch hinter seiner Aussage stehe. Die Autoren verwenden im Film bewusst die Formulierung &bdquo;strukturelle Korruption&ldquo;, womit  die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik gemeint ist. Die Autoren d&uuml;rfen zwar die Vorgehensweise beschreiben, aber das Wort Korruption nicht verwenden. Der Konzern hat erreicht, dass die franz&ouml;sische Staatsanwaltschaft dem Antrag Veolias stattgegeben und einen Untersuchungsrichter bestellt hat. Dieser l&auml;sst jetzt mit Hilfe eines auch auf Deutschland ausgeweiteten Rechtshilfeersuchens polizeilich ermitteln. <\/p><p>Bis der Prozess er&ouml;ffnet wird, kann es noch einige Zeit dauern. Noch darf der Film gezeigt werden, ein Ausstrahlungs- bzw. Auff&uuml;hrungsverbot ist k&uuml;nftig jedoch nicht auszuschlie&szlig;en. Veolia ging schon einmal gegen die Ausstrahlung eines kritischen Wasserfilms vor. Leslie Franke und Herdolor Lorenz wollten bereits 2005 in dem zusammen mit dem NDR koproduzierten Film (<a href=\"http:\/\/www.wasseruntermhammer.de\/\">&bdquo;Wasser unterm Hammer&rdquo;<\/a>) &uuml;ber die Praxis der Geheimvertr&auml;ge bei der Teilprivatisierung der Berliner Wasserwerke aufkl&auml;ren.<\/p><p>Nach Informationen der Autoren des Films hat unl&auml;ngst der GDF-SUEZ-Konzernchef G&eacute;rard Mestrallet bei der ARTE-Chefin V&eacute;ronique Cayla angerufen und die Absetzung der Sendung verlangt (<a href=\"http:\/\/www.watermakesmoney.com\/\">www.watermakesmoney.com<\/a>). Aber der Widerstand der Konzerne gegen den Film &bdquo;Water Makes Money&ldquo;hat aber nur dazu gef&uuml;hrt, dass sich immer mehr Menschen f&uuml;r den Film interessieren. Das Netzwerk bestehend aus Wasserprivatisierungskritikern bis hin zu Menschen, die sich bislang gar nicht so intensiv mit der Problematik der Wasserprivatisierung befasst hatten, unterst&uuml;tzen die Autoren mit unz&auml;hligen Mails und Anrufen. Das gibt den Filmemachern einen enormen R&uuml;ckhalt. Die Autoren des Films bedanken sich bei allen, die den Film seit der Attacke von Veolia unterst&uuml;tzen: &bdquo;Es ist einfach wunderbar, wie die Zivilgesellschaft unabh&auml;ngig denkender und zum verantwortlichen Handeln bereiter Menschen in letzter Zeit an Kraft und Breitenwirkung zugenommen hat. Die Nachricht hat so eine wahre Welle &ouml;ffentlicher Wahrnehmung ausgel&ouml;st, in Frankreich wie in Deutschland und den Nachbarl&auml;ndern.&ldquo;<\/p><p>Arte stand unter Druck der privaten Wasseranbieter. Der Sender hat jede Minute des Films durchgeforstet und juristisch abgesichert. Nach eingehender Pr&uuml;fung des Films hat sich Arte entschieden den Film zu zeigen. Nach einer nochmaligen juristischen Expertise durch den Justitiar des Senders hat sich Arte entschieden, das Risiko, als Verbreiter des Films m&ouml;glicherweise mitangeklagt zu werden, auf sich zu nehmen. Diese Entscheidung kann als Unabh&auml;ngigkeit eines Senders und als Unterst&uuml;tzung des investigativen Journalismus gesehen werden. In einer Medienlandschaft, die den Bildungsauftrag weitgehend vergessen hat und ihr Augenmerk auf B-Promis in Containern, Talk-Shows, Supermodelsuche und Ratespiele richtet, ist es bemerkenswert, dass ein Sender den Mut hat, sich von m&auml;chtigen Konzernen nicht einsch&uuml;chtern zu lassen und einen ihnen gegen&uuml;ber kritischen Film zu zeigen. <\/p><p>Die Berliner, als Leidtragende einer Privatisierung der Wasserversorgung, haben mit einem erfolgreichen Volksbegehren erreicht, dass die Geheimvertr&auml;ge mit den privaten Betreibern offen gelegt werden m&uuml;ssen. Auch dies ist ein wenig mit das Verdienst der Autoren des Films. Der Film wurde in Berlin &uuml;ber Wochen und Monate an vielen Orten gezeigt. Die Berliner Wasserbetriebe wurden 1999 von den Konzernen RWE und Veolia teilweise &uuml;bernommen und sind bis jetzt das gr&ouml;&szlig;te PPP-Projekt europaweit. Der Wasserpreis ist seit 2001 um 35 Prozent gestiegen, Personal wurde abgebaut, Investitionen abgesenkt und k&uuml;rzlich wurden 3 Wasserwerke geschlossen, mit der Folge, dass das Land Berlin ca. 30 km&sup2; &ouml;kologisch wichtiges Trinkwasserschutzgebiet verliert. Die Gewinne landen zum gr&ouml;&szlig;ten Teil in den Taschen der privaten Konzerne, und nur einen kleineren Teil erh&auml;lt der Senat, angeblich zur Schuldentilgung. Allein im letzten Jahr mussten die Berliner B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger f&uuml;r die Teilprivatisierung 270 Millionen Euro &bdquo;Gewinne&ldquo; bezahlen. Deren Gewinne sind unsere Verluste, sagt der <a href=\"http:\/\/www.berliner-wassertisch.net\/content\/aktuell\/aktuell.php\">Berliner Wassertisch<\/a>. Das Netzwerk fordert deshalb, dass nur die real anfallenden Kosten in die Wassertarife eingestellt werden, denn Gewinne, Renditen, Profite h&auml;tten in Bereichen der Daseinsvorsorge, wie der Wasserversorgung, nichts verloren. &Uuml;ber die Vertragsverhandlungen sowie den Inhalt des Vertrags wurde 1999 &ldquo;absolutes Stillschweigen&rdquo; vereinbart. Diese Geheimhaltung wurde zum Vorbild f&uuml;r <a href=\"?p=6144\">PPP-Projekte<\/a> bundesweit. <\/p><p>Wenn die Informationen des Films einer breiten &Ouml;ffentlichkeit zug&auml;nglich gemacht werden, besteht eine Chance, dass die Praktiken der privaten Wasseranbieter bei den B&uuml;rgern bekannt werden. Dieser Film ist ein Beispiel mutiger Autoren und eines Senders, der seinen Informationsauftrag ernst nimmt. Es ist den Autoren zu w&uuml;nschen, dass sie sich gegen die Macht der Konzerne durchsetzen k&ouml;nnen und dass der Film weiterhin gezeigt werden darf. Dies ist aber wohl nur mit Unterst&uuml;tzung einer breiten &Ouml;ffentlichkeit m&ouml;glich. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Richtigstellung zum Beitrag Film &bdquo;Water makes Money&ldquo; unter Beschuss der privaten Wasseranbieter<\/strong><br \/> Der NDR legt Wert darauf, dass es im Hinblick auf eine Ausstrahlung dieses Filmes keinen Kontakt zwischen dem damaligen NDR-Programmdirektor Fernsehen Volker Herres und Veolia und insfoern auch keine Einflussnahme des Konzerns auf Programmentscheidungen gegeben habe.<br \/> Wir kommen dieser Aufforderung zu einer Richtigstellung<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8759\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[160,28,150],"tags":[1070,305,1000,244,335],"class_list":["post-8759","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-markt-und-staat","category-privatisierung","category-verbraucherschutz","tag-arte","tag-menschenrechte","tag-veolia","tag-vierte-gewalt","tag-wasserversorgung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8759"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8759\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22793,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8759\/revisions\/22793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}