{"id":87596,"date":"2022-09-04T14:00:48","date_gmt":"2022-09-04T12:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87596"},"modified":"2022-09-07T13:37:43","modified_gmt":"2022-09-07T11:37:43","slug":"der-nichtwaehler-in-der-deutschen-parteien-demokratur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87596","title":{"rendered":"Der Nichtw\u00e4hler in der deutschen Parteien-Demokratur"},"content":{"rendered":"<p>Seit den 1970er Jahren ging die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen bis 2021 um etwa 15 Prozent zur&uuml;ck. Im gr&ouml;&szlig;ten Bundesland Nordrhein-Westfalen konnte sich bei den letzten Landtagswahlen nur noch gut jeder zweite Wahlberechtigte f&uuml;r eine Partei an der Wahlurne begeistern. Neben der Angleichung und Austauschbarkeit der politischen Akteure und parteipolitischen Programme gesellten sich zuletzt noch hierzulande unbekannte &bdquo;Wahlpannen&ldquo; wie in Berlin hinzu. Viele Menschen fragen sich daher zu Recht: Wozu noch w&auml;hlen gehen? Ein Meinungsbeitrag von <strong>Sven Brajer<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wenn Wahlen etwas &auml;ndern w&uuml;rden, w&auml;ren sie l&auml;ngst verboten<\/em>&ldquo; (Kurt Tucholsky)\n<\/p><\/blockquote><p>Im deutschen Grundgesetz mit seinen 146 Artikeln kommt das Wort &bdquo;Partei(en)&ldquo; sieben Mal vor, davon allein f&uuml;nf Mal im Artikel 21. Dort hei&szlig;t es zum Auftrag dieser Organisationen: &bdquo;(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.&ldquo; Sie wirken also mit &ndash; nicht mehr und nicht weniger &ndash; so die demokratische Theorie.<\/p><p><strong>Unangemessene Machtf&uuml;lle und: Die Kleinen fressen die Gro&szlig;en<\/strong><\/p><p>Ambivalent&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/auswahl-oder-wahl-aus-wen-parteien-auf-ihre-wahllisten-100.html\">interpretiert<\/a>&nbsp;Prof. Heiko Geiling vom Institut f&uuml;r politische Wissenschaften der Leibniz Universit&auml;t Hannover die Rolle der Parteien in der Bundesrepublik:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Parteien haben faktisch das Monopol der politischen Elitenauswahl. Sie sind ein Verfassungsorgan, sie sind im Grundgesetz ausdr&uuml;cklich genannt &ndash; und sie sind in ihrem ganzen Verfahren auf Demokratie verpflichtet. Wer nicht in einer Partei ist, wird gro&szlig;e Probleme haben, sich als Kandidat, als Einzelkandidat durchzusetzen, weil [&hellip;] dazu bedarf es Ressourcen, und die kann vielleicht in den USA Herr Trump mobilisieren, aber nicht hier der Durchschnittsb&uuml;rger.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zu konstatieren gilt einerseits, dass sich die Mehrzahl der Parteien hierzulande ideologisch immer st&auml;rker ann&auml;hern und es andererseits eine ganz bestimmte Klientel in die Politik zieht, w&auml;hrend sich viele Menschen dadurch nicht mehr vertreten f&uuml;hlen und abwenden bzw. als parteilose Individuen ohnehin keine Chance haben, an die politischen Fleischtr&ouml;ge zu gelangen. Dann stellt sich die Frage, wie repr&auml;sentativ die im Bundestag und den Landtagen vertretenen Akteure die Gesellschaft tats&auml;chlich darstellen bzw. vertreten. Versch&auml;rfend kommt dazu die v&ouml;llig diskriminierende 5-Prozent-H&uuml;rde &ndash; die W&auml;hler bzw. Stimmen kleinerer Parteien von vornherein als Stimmvieh zweiter Klasse deklariert.<\/p><p>Die Journalistin Hilde Weeg&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/auswahl-oder-wahl-aus-wen-parteien-auf-ihre-wahllisten-100.html\">fragt daher zu Recht kritisch<\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Am Ende bestimmt das Volk? Verfassung und Wahlrecht sehen es so vor. Aber tats&auml;chlich bestimmen nur wenige &ndash; vor allem &uuml;ber die Auswahl der Repr&auml;sentantinnen und Repr&auml;sentanten des Volkes. Denn von den gut 61 Millionen Wahlberechtigten f&uuml;r die Bundestagswahlen waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2014 nur rund zwei Prozent in Parteien organisiert, also etwa 1,2 Millionen Menschen [die Zahlen stimmen auch noch im Jahr 2022]. Von diesen wiederum sind nur wenige tats&auml;chlich aktiv. Sie sind es, die tats&auml;chlich &uuml;ber die K&ouml;pfe in der Politik bestimmen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Der Politikwissenschaftler Wolf Wagner&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/auswahl-oder-wahl-aus-wen-parteien-auf-ihre-wahllisten-100.html\">schreibt<\/a>&nbsp;&uuml;ber die Parteien:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Sie [die Parteien] sind die absolut dominanten Akteure der Politik. Sie haben die Macht in [den] H&auml;nden. Wer wirklich etwas bewirken will, sollte in eine politische Partei eintreten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Doch auch die in den Parteien Aktiven kommen schnell an ihre Grenzen, denn bei den ehemaligen Volksparteien CDU und SPD sowie auch bei FDP, Linken und Gr&uuml;nen f&auml;llt auf: Wer bereits als Teenager in den Jugendorganisationen aktiv war und sp&auml;ter in m&ouml;glichst vielen Parteigremien, Aussch&uuml;ssen und in den Parteien nahestehenden Stiftungen pr&auml;sent ist, kommt weiter auf der &bdquo;Ochsentour&ldquo;, der Rest hat zumeist das Nachsehen und darf Wahlplakate kleben. Permanentes Netzwerken, Seilschaften zu &bdquo;alten Hasen&ldquo; und die ununterbrochene (mediale) Selbstpr&auml;sentation sind f&uuml;r die Funktion&auml;re unabdingbar: Pers&ouml;nlichkeit, Idealismus, berufliche Ausbildung oder Qualifikation sowie gesellschaftliche Analysef&auml;higkeiten stehen zumeist deutlich weniger im Vordergrund.<\/p><p>Der Blick auf die aktuelle Bundesregierung offenbart das! So trat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bereits mit zarten 17 den Jusos bei und Finanzminister Christian Lindner ging mit 16 direkt zur FDP &ndash; dagegen wirkt die gr&uuml;ne Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock wie eine Sp&auml;tz&uuml;nderin &ndash; sie fand &bdquo;erst&ldquo; mit 24 zu ihrer Partei. Alle diese Politik-Dinosaurier sind also schon lange im politischen Parteiengesch&auml;ft, ihre Eignungen f&uuml;r die jeweiligen &Auml;mter, geschweige denn die F&auml;higkeit, ihre Politik nachvollziehbar und weniger moralisch bzw. &uuml;berhaupt zu erkl&auml;ren, sind dagegen &uuml;berschaubar.<\/p><p><strong>Alternativlose Angleichung und Austauschbarkeit<\/strong><\/p><p>Die eigentliche innerparteiliche Macht hat, wer die Kandidaten f&uuml;r die besten Positionen auf den Wahllisten ma&szlig;geblich unterst&uuml;tzt &ndash; und das sind in der Regel die Meinungsmacher in den einzelnen Landesverb&auml;nden &ndash; zumeist die Vorsitzenden der Parteien. Bereits 1994&nbsp;mahnte&nbsp;der Jurist Jochen Hofmann-Hoeppel im Sinne einer funktionierenden Demokratie an, &bdquo;da&szlig; das parteiinterne Kandidatenkartell, das die Wahlaufstellungsverfahren beherrschte, ein Ende zu finden hat&ldquo;. &nbsp;Bis heute hat sich an diesem Kl&uuml;ngel der Parteioberen allerdings nichts ge&auml;ndert, ganz im Gegenteil <a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/kolumnen\/goergens-feder\/parteienstaat-und-oerr-sind-nicht-reformierbar\/\">trifft<\/a>&nbsp;die aktuelle und niederschmetternde Diagnose des Historikers und &bdquo;Radikalliberalen&ldquo; (Ralf Dahrendorf) Fritz Goergen &nbsp;leider ins Schwarze:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Parteien haben sich nach dem bekannten Satz von Hans Herbert von Arnim den Staat zur Beute gemacht, der seitdem St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck immer noch neue Teile der Staatst&auml;tigkeit durch steuerfinanzierte Nichtregierungsorganisationen (NGO) ersetzt und erg&auml;nzt, was zu einer v&ouml;llig neuen Bedeutung des Wortes Zivilgesellschaft gef&uuml;hrt hat. [&hellip;] Die Parteien sind nicht reformierbar, weil Berufspolitiker und solche, die es werden und bleiben wollen, tun m&uuml;ssen, was die kleine Zahl der Tonangebenden in den Fraktionsspitzen des Bundestags wollen, sonst ist ihre Karriere zu Ende.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Oder anders&nbsp;ausgedr&uuml;ckt: &bdquo;Die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit der heute agierenden Politiker &ndash; mit Ausnahme der kommunalen Ebene &ndash; sind Berufspolitiker. &Uuml;ber die H&auml;lfte der Bundestagsabgeordneten geben als Beruf &bdquo;Mandatstr&auml;ger&ldquo; an &ndash; eine kleine, aber m&auml;chtige Gruppe, die von der Politik f&uuml;r die Politik lebt. Etwa 10.000 bis 20.000 Personen umfasst insgesamt auf allen Ebenen diese einflussreiche &sbquo;politische Klasse&lsquo;&ldquo;. Dazu kommt, dass das Verkleinern des politischen Meinungskorridors auf der rechten und linken Seite zu einer inhaltlichen Entkernung der alteingesessenen Parteien gef&uuml;hrt hat. So werden einerseits konservativ tradierte bis patriotische Weltanschauungen, die vor 20 Jahren noch eine CDU vertrat, und andererseits die Interessen der arbeitenden Bev&ouml;lkerung sowie der sozial Schwachen &ndash; fr&uuml;her von ehemals linken Parteien wie SPD und PDS\/DIE LINKE verteidigt &ndash; als &bdquo;populistisch&ldquo; gebrandmarkt &ndash; die Angst vor dem Populus, dem Volk, ist enorm gro&szlig;. Der Psychologe und Medienkritiker Rainer Mausfeld&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58488\">sieht<\/a>&nbsp;hinter diesen Verleumdungs- und politischen Gleichschaltungsbestrebungen eine elit&auml;re Strategie der Machterhaltung ohne Respekt vor den (Nicht)w&auml;hlern, welche dort freilich auf den von etablierten Parteien und ihren dominanten Akteuren selbsterzeugten Widerstand mitsamt teils gesellschaftlich verheerenden Folgen trifft:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die heute als populistisch deklarierten politischen Erscheinungsformen lassen sich verstehen als eine Reaktion des Volkes auf die stete erlittene Verachtung durch die Eliten. Heftige Affekte, die aus der erfahrenen Verachtung resultieren, entladen sich nun mit populistischer Wucht und Unberechenbarkeit, oft auch in Formen, die mit dunkleren Seiten der menschlichen Natur verbunden sind. Diese Affekte sind oft als Abwehr gegen die eigenen Ohnmachtsgef&uuml;hle zu verstehen und richten sich nun vor allem gegen die sozial Schw&auml;chsten. Ohnmachtsgef&uuml;hle wurden und werden seit Jahrzehnten in systematischer Weise erzeugt, um das Volk von einer politischen Partizipation fernzuhalten. Das Aufbl&uuml;hen des sogenannten Rechtspopulismus ist also eine direkte Folge der vorhergegangenen Jahrzehnte neoliberaler Politik und Ideologie der Alternativlosigkeit und der damit verbundenen Entleerung des politischen Raumes. Zugleich sucht die neoliberale &bdquo;Mitte&ldquo; den von ihr erst mit hervorgebrachten Rechtspopulismus f&uuml;r eine weitere Angsterzeugung zu nutzen, um sich durch eine solche Drohkulisse bei Wahlen zu stabilisieren.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Steter R&uuml;ckgang der Wahlbeteiligung und das Novum der &bdquo;Wahlpannen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Den Regierenden ist es heute im Umkehrschluss v&ouml;llig egal, ob ein Bundeskanzler wie Helmut Kohl 1983 mit&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1265321\/umfrage\/stimmenanteil-der-partei-des-bundeskanzlers\/\">48,8 Prozent<\/a>&nbsp;f&uuml;r seine Partei und einer Wahlbeteiligung von 89, 1 Prozent von fast jedem Zweiten gew&auml;hlt wurde oder sich wie Olaf Scholz 2021 mit 25,7 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 76,6 Prozent nicht einmal mehr jeder Vierte f&uuml;r die Partei, die den Kanzler stellt, erw&auml;rmen konnte. Ein Novum in der bundesdeutschen Geschichte stellen die euphemistisch als Wahlpannen in der Hauptstadt Berlin bezeichneten Verletzungen der allgemeinen, freien und geheimen Wahl, wie sie im Grundgesetz vorgeschrieben ist, dar. Bei der Bundestagwahl im September 2021 f&uuml;hrten&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2022\/07\/wahlpannen-expertenkommission-cdu-fdp-kritik-am-senat.html\">zu wenige Wahlkabinen<\/a>&nbsp;zu langen Warteschlangen, gefrustete B&uuml;rger nahmen Rei&szlig;aus, aus welchen Gr&uuml;nden auch immer von vornherein &bdquo;falsche Stimmzettel&ldquo; mit eindeutigem W&auml;hlerwillen wurden als&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/wahl\/abgeordnetenhaus\/agh-2021\/beitraege\/berlin-wahl-unregelmaessigkeiten-wahlfehler-falsche-stimmzettel.html\">ung&uuml;ltig<\/a>&nbsp;gez&auml;hlt. In Charlottenburg-Wilmersdorf ist jedes&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/wahl\/abgeordnetenhaus\/agh-2021\/ergebnisse-bvv\/berlin-wahl-bezirksverordnetenversammlung-charlottenburg-wilmersdorf-bvv.html\">zweite Wahlprotokoll fehlerhaft<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bz-berlin.de\/meinung\/kolumne\/kolumne-mein-aerger\/deutschland-lacht-ueber-berlins-wahlchaos-aber-es-ist-nicht-mehr-lustig\">so schrieb<\/a>&nbsp;Gunnar Schupelius in der Berliner Zeitung:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In Friedrichshain-Kreuzberg wurden die Wahlprotokolle lose in Pappkartons geworfen, auf vielen fehlen die Ergebnisse oder die Unterschrift, Zahlen wurden durchgestrichen und Spalten vertauscht. Es gab mehr W&auml;hler als Wahlberechtigte und falsche Stimmzettel wurden f&uuml;r die Zweitstimme ausgegeben. Au&szlig;erdem wurden ung&uuml;ltige Stimmen drei Tage nach der Wahl vom Bezirkswahlleiter wieder f&uuml;r g&uuml;ltig erkl&auml;rt, was insbesondere Gr&uuml;nen, SPD und Linken zugutekam.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ob deswegen die Bundestagswahl in gro&szlig;en Teilen der Hauptstadt tats&auml;chlich wiederholt wird, gilt dennoch als unwahrscheinlich &ndash; der Berliner Verfassungsgerichtshof will Ende September &ndash; also ein ganzes Jahr nach der Wahl &ndash; dar&uuml;ber&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bz-berlin.de\/meinung\/kolumne\/kolumne-mein-aerger\/deutschland-lacht-ueber-berlins-wahlchaos-aber-es-ist-nicht-mehr-lustig\">entscheiden<\/a>.<\/p><p><strong>Die Parteien und die Medien<\/strong><\/p><p>Was in den letzten Jahren immer deutlicher zum Vorschein tritt und sich zwangsl&auml;ufig in der &bdquo;Berichterstattung&ldquo; widerspiegelt, ist die Verflechtung der Parteien mit den Medien. Dominiert in den Rundfunkr&auml;ten vom&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/der_ndr\/unternehmen\/rundfunkrat\/Hansjoerg-Schmidt,schmidt1418.html\">NDR<\/a>&nbsp;&uuml;ber den&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kai_Gniffke\">SWR<\/a>&nbsp;&nbsp;bis zum&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.br.de\/unternehmen\/inhalt\/organisation\/rundfunkrat\/mitglieder-v2-100.html\">BR<\/a>&nbsp;vor allem die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/der_ndr\/unternehmen\/rundfunkrat\/Hansjoerg-Schmidt,schmidt1418.html\">SPD<\/a>&nbsp;und die CDU\/CSU, zeigte eine&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pro-medienmagazin.de\/ard-volontaere-waehlen-ueberwiegend-links\/\">Umfrage<\/a>&nbsp;aus dem Jahr 2020 auf, dass etwa 90 Prozent der Volont&auml;re der ARD und vom Deutschlandfunk SPD, Gr&uuml;ne und die Linke politisch pr&auml;ferieren. Das ist umso kritischer zu sehen, da die beiden Medienanstalten die &bdquo;&ouml;ffentlich-rechtlichen&ldquo; Flaggschiffe in ihrer Sparte, welche durch&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/wirtschaft\/gez-gefaegnis-rundfunkbeitrag-georg-thiel-erzwingungshaft-hungerstreik-wdr-fernsehen-tv-radio-90798594.html\">rigoros<\/a>&nbsp;eingetriebene Zwangsgeb&uuml;hren in&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/rundfunkbeitrag-ertraege-steigen-2021-auf-842-milliarden-euro-li.236142\">stattlicher H&ouml;he<\/a>&nbsp;alimentiert werden, darstellen. 57,1 Prozent der staatlichen Nachwuchsjournalisten gab dabei an, die Gr&uuml;nen zu w&auml;hlen, CDU, FDP und AfD schafften zusammen (!) nicht einmal f&uuml;nf Prozent. <\/p><p>Doch auch in privaten Medien zeigen sich bedenkliche Tendenzen, so hat sich die einstmals linke TAZ aus Berlin zur bedingungslosen Unterst&uuml;tzerplattform der Gr&uuml;nen gemacht und entbl&ouml;det sich nicht, deren Waffenlieferungen in Kriegsgebiete mit gro&szlig;em propagandistischen Tam-Tam (&bdquo;<a href=\"https:\/\/taz.de\/Waffenlieferungen-an-die-Ukraine\/!5857874\/\">Frieden schaffen mit mehr Waffen<\/a>&ldquo;) zu unterst&uuml;tzen. &Auml;hnliche Begeisterungsst&uuml;rme f&uuml;r&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/robert-habeck-wie-der-vize-kanzler-die-politische-kommunikation-erneuert-a-58cb9cd4-2033-48c1-8157-2d5099ac2a80\">Habeck<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/krisendiplomatie-der-aussenministerin-wie-annalena-baerbock-eine-allianz-gegen-russland-schmiedet-a-7099cbe8-a0d2-49b3-8b8c-27e60d2edf71\">Baerbock<\/a>&nbsp;und Co. ist man vom Spiegel mittlerweile gewohnt, neu ist allerdings, dass sich auch die ehemals konservative FAZ (&bdquo;Deutschlands f&uuml;hrende Tagezeitung&ldquo;) etwa seit dem Vorfeld der Bundestagwahlen f&uuml;r die selbsternannten&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/annalena-baerbock-neue-aussenministerin-geniesst-ihr-amt-17689469.html?session\">Welt-<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/nach-der-flutkatastrophe-fordern-die-gruenen-effektiven-klimaschutz-17455353.html\">Klimaretter<\/a>&nbsp;begeistern kann. Dass so eine einigerma&szlig;en neutrale Berichterstattung bzw. Meinungsbildung mit F&uuml;&szlig;en getreten wird &ndash; erst recht, wenn man den Umgang der genannten Medien mit der AfD, der Wagenknecht-Linken und der Partei dieBasis verfolgt, h&ouml;hlt nicht nur die Demokratie und Meinungspluralit&auml;t aus, sondern l&auml;sst jegliches kritisches Hinterfragen der Regierungsparteien aus &ndash; was doch eine der Hauptaufgaben des Journalismus ist.<\/p><p><strong>Entfremdung und Resignation beim &bdquo;Souver&auml;n&ldquo;<\/strong><\/p><p>In der Konsequenz ist es wenig verwunderlich, wenn der potentielle W&auml;hler immer &ouml;fter zuhause bleibt oder aus Frust den Stimmzettel in der Wahlkabine ung&uuml;ltig macht. Denn einerseits ist er von den gehypten Parteien, die sich bei den Themen Klima, NATO\/Russland, Corona, &bdquo;Gender&ldquo; und Migration alle mehr oder weniger einig sind und daf&uuml;r f&uuml;r die von ihnen verschuldeten existentiellen Sorgen der B&uuml;rger vernachl&auml;ssigen, angewidert, andererseits traut er sich in vielen Ecken des Landes nicht, f&uuml;r die abgecancelten &bdquo;<a href=\"https:\/\/m.focus.de\/politik\/deutschland\/linksaussen-eine-analyse-die-linke-darf-im-club-der-guten-mitspielen-weil-die-afd-sie-stark-gemacht-hat_id_12996476.html\">Schmuddelkinder<\/a>&ldquo; in der Opposition zu votieren. Es zeigt sich jedoch generell, dass jede Partei an der Macht korrumpierbar ist und ihre Wurzeln zum Teil v&ouml;llig verleugnet &ndash; ein Ph&auml;nomen der Postmoderne des 21. Jahrhunderts, wie zurzeit in atemberaubender Weise die Gr&uuml;nen, aber auch die FDP beweisen. Daher stellt sich die Frage: F&uuml;r was braucht das Volk, der Souver&auml;n, &uuml;berhaupt noch Parteien?<\/p><p><em>Dieser Beitrag erschien zuerst beim Portal <a href=\"https:\/\/imosten.org\/\">&bdquo;Im Osten. Perspektiven wider den Zeitgeist&ldquo;<\/a>.<\/em> <\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87748\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: PhotoSGH\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit den 1970er Jahren ging die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen bis 2021 um etwa 15 Prozent zur&uuml;ck. Im gr&ouml;&szlig;ten Bundesland Nordrhein-Westfalen konnte sich bei den letzten Landtagswahlen nur noch gut jeder zweite Wahlberechtigte f&uuml;r eine Partei an der Wahlurne begeistern. Neben der Angleichung und Austauschbarkeit der politischen Akteure und parteipolitischen Programme gesellten sich zuletzt noch hierzulande<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87596\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":87600,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,182,189,190],"tags":[313,718,374,708,633,1588,426],"class_list":["post-87596","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-medienkonzentration-vermachtung-der-medien","category-parteien-und-verbaende","category-wahlen","tag-oerr","tag-bundestagswahl","tag-eliten","tag-nichtwaehler","tag-politikerverdrossenheit","tag-private-medien","tag-wahlbeteiligung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/shutterstock_2147455885.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=87596"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87596\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87752,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87596\/revisions\/87752"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/87600"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=87596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=87596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=87596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}